![]() |
4 Gesellschaftliche Ordnungssysteme 5 Forstethik als Synthese verschiedener Spezialethiken
|
Forstethik
Warum Forst- und nicht Wald-Ethik? Wald ist gemeinsam genutzte, mit Bäumen bestockte Natur. Forst ist besessener, beherrschter und genutzter Wald. Da Ethik eine Orientierung für frei denkenden und handelnde Menschen ist, braucht es die Ethik dort, wo der Mensch auf den Wald einwirkt, also Forstethik für den Forst. Der Wald als Natur ist. Die Natur braucht keine Ethik, aber diejenigen die sie nutzen, damit Natur und Wald erhalten bleiben. (s. Waldethik.)
Philosophisches Wörterbuch. G. Schischkoff (Hrsg.). Kröner, Stuttgart, 1978 |
| Ethik ist die Theorie des richtigen Handelns. Sie
entwickelt Kriterien, systematisiert unsere normativen Überzeugungen und
gibt Handlungsorientierungen in Entscheidungssituationen, in denen wir uns
auf unsere alltäglichen moralischen Intuitionen nicht verlassen können. Julian Nida-Rümelin (Hg.): Angewandte Ethik. Die Bereichsethiken und ihre theoretische Fundierung. Ein Handbuch (von 900 Seiten ...). Alfred Kröner Verlag Stuttgart. 1996. |
| Ethik ist die philosophische Disziplin, die sich mit der
Frage befasst, wie man leben soll, an welchen letzten Zwecken oder Werten
man sein Leben orientieren soll.
A. Krebs: Ökologische Ethik I. In: Nida-Rümelin. Angewandte Ethik. S. 348 |
Handlung ist freie und bewusste Tätigkeit - unfreie Handlung ist Verhalten oder Reaktion. Ohne Absicht keine Handlung, darum trägt man (und frau) dafür die Verantwortung.
Da die Wissenschaften keinem diese Verantwortung für persönliche Entscheidungen abnehmen können, stecken die meisten Planungswissenschaften hier in einem schweren Dilemma, das immer noch der erfolgreichen Lösung harrt.
Im dem zur Zeit grassierenden Oekonomismus, der nicht mal auf Utilitarismus selbst, sondern seiner eingeschränkten Spielart Hedonismus basiert, ist ein Irrweg, denn sogar Utilitarismus hatte mal den Grundsatz, dass eine Handlung dann als richtig gilt, wenn ihre Folgen optimal sind.
Handlung ist nach Koslowski gut, wenn sie folgende Bedingungen erfüllt:
Um uns darüber klar zu werden, was für uns gut ist, brauche wir eine Idee des Guten (weswegen Gutmenschen Idealisten sind). Die Idee war für Platon ein Formprinzip oder Strukturmerkmal des Seienden und der Erkenntnis. Denjenigen die sich über Idealisten gerne lustig machen sei gesagt, dass subjektive Vorlieben und Meinungen alleine noch lange kein Gutes konstituieren.
Das Gute, als Idee oder Theorie, hat meist eine gewisse Komplexität, die nie trefflicher als in den griechischen Tragödien und bei Shakespeare dargestellt wurde. Bereits bei Platon, und das ist über 2000 Jahre her, war dafür eine Ausgewogenheit zwischen Weisheit (Erkenntnis und Wertung), Tapferkeit und Willensstärke (eine generelle Schwäche unserer karrieresüchtigen Gesellschaft, in der Zivilcourage meist zum Karierekiller wird), Gerechtigkeit und Besonnenheit. Wie wir sehen, fehlt unserer Zeit nicht bloss die Zivilcourage, sondern am meisten die Besonnenheit. Setzen doch Staat und Wirtschaft alles daran, Wachstum, also das Begehren nach Mehr, durch dauerndes Anheizen der Unersättlichkeit, Konsum und Produktion zu fördern. Eindrücklich hat davor bereits Ghandi gewarnt: England hat zur Erzeugung seines Wohlstands fast den ganzen Planeten gebraucht, wieviele Planeten benötigt dann Indien? Womit er vermutlich der Entdecker des ökologischen Fussabdruckes sein dürfte.
2.1 Transzendental begründete Handlungsanleitungen zum Guten (Ethiken)
| Der Mensch ist von Gott dazu bestellt, Hüter der Welt zu sein. Nicht mehr,
aber auch nicht weniger! Damit trägt der Mensch unabweisbar die Verantwortung
dafür, dass wirklich jeder Kreatur auf der gemeinsamen Erde der ihr zugedachte
Platz tatsächlich erhalten bleibt oder wieder zurückgegeben wird.
P. Adam (Guido H.) Hangartner OSB: Waldethik. Theologisch-ethische Überlegungen zu Wald und Forstwirtschaft - Eine wissenschaftliche Arbeit im Bereich der Umwelt- und Sozialethik, München 2002 http://www.waldethik.ch/ |
Aus christlicher Perspektive betonte Hangartner die advokatorische Funktion des Menschen gegenüber dem Wald. Er formuliert also eine Verantwortungsethik:
Der Mensch steht also in einem "Abgeordnetenverhältnis zur Natur und somit zum Wald" (S. 380). Der Grundgedanke dabei ist folgender: Der Mensch ist der Natur nicht über-, nicht gleich-, aber auch nicht untergeordnet. Vielmehr ist es seine Aufgabe, stellvertretend die Interessen der Natur wahrzunehmen, eben wie ein parlamentarischer Abgeordneter. Damit dient er nicht nur der Umwelt, sondern auch sich selbst – und wird so seiner Verantwortung dem Schöpfer und der Schöpfung gegenüber gerecht.
Aus islamischer Perspektive erliess Qadi Zabara aus Jemen eine Fetwa, welche ebenfalls die persönliche Pflichte jeden Muslims zur Erhaltung von Wald und Natur stipuliert. Ba Kader aus Saudi Arabien wählte dazu einen Ansatz, der dem Staat die Autorität und Verpflichtung zur Erhaltung von Wald und Natur auferlegt.
Die Fallstudie Shrubland Management in Tribal Islamic Yemen. Social Forestry as Development of a Local and Sustainable (Sylvi)Culture. An Essay in Practical Philosophy. [Rheinfelden, February 1998. M. Herzog] analysiert im Detail die lokalen Strukturen auf den Ebenen unbelebte, belebte Natur, speziell Wald, Gesellschaft, Wertsystem (Religion, Koran, Shari'a). Der komplexe und in den traditionellen Forstwissenschaften eher unübliche (und darum abgelehnte) Ansatz wurde gewählt, da es sich um ein einfaches Problem handelt, das wie die meisten einfachen Probleme, nicht einfach, d.h. wissenschaftlich-reduktionistisch, gelöst werden kann. Das einfache Problem, das Jemen mit vielen Entwicklungsländern teilt, heisst: Der Wald bringt's nicht (el ghabat ma fish faidhe). Aus diesem Grund wird Holz zwar genutzt, da diese öffentliche Ressource bereits aus 1001 Nacht als letzter Ausweg aus einer wirtschaftlichen Krise bekannt ist (s. Ali Baba und die 40 Räuber), aber, jeglicher Aufwand zur Pflege und Erhaltung wird unterlassen. Da Klugheitsregel b) im Jemen wie hier bei den meisten schon als a) fungiert und damit einen pfleglichen Umgang mit Wald verhindert, ändert sich wohl kaum viel, wenn noch einige Dutzend Forstfachleute überflüssige Inventare erstellen und nicht vollziehbare Gesetze erlassen. Wald lässt sich unter solchen Bedingungen nur erhalten, wenn sich jemand für ihn einsetzt, also handelt. Das stärkste Handlungsmotiv fehlt allerdings, ein zu erwartender finanzieller Gewinn. Bleiben ideeller Gewinn und Verpflichtungsethik, beide für unsere Spassgesellschaft wie für die doch recht materialistischen Jemeniten nicht eben attraktiv. Bei nichtrentablen Wäldern wird Motivation zu nachhaltiger Bewirtschaftung zu DEM forstlichen Problem, denn Handlung geschieht nicht ohne Motiv - und Motive zielen meist auf Werte. Hier trennt sich die Arbeit des Forst-Ingenieurs scharf von der des wertfrei forschenden Wissenschaftlers. Der Ingenieur muss die herrschenden Werte erkennen und motivierend einsetzen können.
2.2 Psychologie der Moral: Die Sozialisierung
Psychologie kann keine Ethik begründen - aber sie kann zeigen, warum eine Ethik funktioniert - oder eben nicht. Moralische Normen, genau wie Recht- und Konventionsnormen, oft zusammengefasst unter dem Begriff "Werte", liefern einen Bewertungsmassstab für eigenes Handeln und das Handeln anderer.
Das Kennen, Wissen von derartigen Normen reicht nicht. So kennt der Kulturfremde oft die Normen, findet sie aber sehr oft lächerlich, denkt also nicht im Traume daran, sich daran zu orientieren. Während dem dies für jeden der ins Ausland reist selbstverständlich ist, schätzt man das selbe Verhalten bei Einwanderern natürlich ganz und gar nicht und verlangt Anpassung.
Anpassung an Normen wird am erfolgreichsten erlangt durch Konditionierung, also Belohnung und Lob. Strafe wirkt nur zur Verhinderung unerwünschter Aktivitäten, ist aber als Sozialisierungsmassnahme äusserst umstritten. Gerade im häufigen Fall, dass Strafe zwar angedroht wird, aber die Missetat meist unentdeckt, also unbestraft bleibt, verliert die Strafandrohung jede Wirkung (Schwarzfahren, ohne Kontrolle). Strafe schafft auch keine Alternative. Wenn heute Arbeitslose und Sozialhilfeabhängige durch härtere Massnahmen (Kürzung der Beiträge, schärfere Kontrollen, Auflagen betr. Bewerbungen) gestraft werden, ohne dass sich dadurch ihre Chancen erhöhen, aus der Situation auszubrechen, also ohne echte Alternative, so wird der Sinn dieser Massnahmen zumindest von den Betroffenen bezweifelt, womit die Massnahmen voll ins Leere laufen. Strafen ohne Anerkennung der Berechtigung der Strafe oder Verbote wecken Widerstand, und dies zu Recht.
Einen ähnlichen Fall haben wir bei der Macht ausübenden, autoritären Erziehung bei inkonsistenter Aufsicht. Diese führt fast generell zu Verhaltensproblemen. Eine Machtausübung gepaart mit einer feindseligen Einstellung, oder zumindest dem Fehlen liebevoller Wärme, gegenüber den zu Erziehenden, verhindert geradezu eine Identifikation mit den Erziehern und ihren Zielen - bewirkt aber, dass man genau so eine (ungerechte) Herrschaftsperson werden will. Auch Strafe durch Liebesentzug ist da nicht viel besser, denn sie ist die Mutter aller Neurosen. Achtung bedingt Gegenseitigkeit - wenn sie sozial sein soll. Sozialisierung lässt sich also nicht "von oben", durch die Herrschaft, diktieren ... Asozialisierung allerdings schon: Wer geprügelt wurde will später auch prügeln.
Auch die Verhältnismässigkeit von Normen muss erst erlernt werden. So betrachten z.B. Kleinkinder das absichtliche Zerstören von 1 Teller als weitaus weniger tragisch als das unabsichtliche Zerstören von 5 Tellern. Das Rechtssystem setzt aber 1. eben auf die Urteilsfähigkeit und Verantwortlichkeit, verurteilt also härter wenn die Handlung bei vollem geistigem Bewusstsein und absichtlich erfolgte, als unter Zwang (Befehlsnotstand), oder ohne Absicht. So ist absichtliches, geplantes Töten Mord und wird am härtesten Bestraft. Ungeplantes Töten im Affekt Totschlag, Tötung in Notwehr, durch Fahrlässigkeit, oder gar unvorhersehbare Tötung (Unfall) wird je nach der Verantwortung des Täters beurteilt, nicht nach den Folgen.
Für Aristoteles befaßt sich die Ethik mit der Frage individueller
Handlungen, sie war aber untrennbar von den Fragen betreffend die Führung
des Hauswesens (‘Ökonomie’, gr. ‘oikos’ = Haus) und die ‘Politik’ (gr.
‘polis’ = Stadtstaat). Ethik, ‘Ökonomie’ und Politik bildeten für
Aristoteles eine untrennbare Einheit, die er ‘praktische Philosophie’ nannte.
[Ausgezeichnete, kurze, verständliche Einführung in die Ethik: http://www.capurro.de/ethikskript/kap2.htm]
Der Liberalismus trennt das Subjekt von seinen Zielen, den Arbeitenden von seinem
Werk, was inkohärent (einfacher gesagt: dümmlich) ist, da sich das Individuum
ja erst durch seine frei gewählten Ziele als Individuum konstituiert. Je mehr
sich eine Person vom sozialen Kontext, früher also von Familie, Gemeinde und
Kirche, heute durch die Anforderungen des Betriebes, prägen lässt, desto unfreier
und diffuser wird sie als Individuum, bevor sie sich ganz in der Masse der Produzierenden
und Konsumierenden auflöst. Da dem Menschen die
Freiheit gegeben wurde, selbst
zu erkennen, zu werten und zu entscheiden, kann die Masse nicht als Entschuldigung
dienen für Anpassertum: Mitgegangen - Mitgefangen - Mitgehangen.
Sogar der "ökologisch" genannte Markt, soweit er existiert, ist nicht effizient, denn:
Das zweite Argument bringt uns auf eines der wichtigeren Probleme, aber auch Chancen, der Waldwirtschaft, nämlich den Zins. Verzinsen Sie mal bloss sagen wir 1000 Franken an Pflegeaufwendungen über 300 Jahre. Wer sollte das bezahlen? Zins ist an eine Wirtschaft gebunden und fördert eine Wirtschaft, die ständig wachsen muss, also per Definitionem nicht nachhaltig sein kann, Umwelt und andere Ressourcen verbraucht.
Eine Ethik unter den Bedingungen einer modernen Marktwirtschaft muss drei Bedingungen erfüllen:
| Ökonomie, Ethik
und Politikwissenschaft sind keine einander ausschliessenden
Wissenschaftsdisziplinen, sondern komplementäre Wissenschaften im Sinne
einer praktischen Philosophie. W. Zimmerli & M. Assländer: Wirtschaftsethik. In: Nida-Rümelin. Angewandte Ethik. S. 322 |
Und da kommen nun die Forstexperten, und wollen den letzten Resten Gesinnung auch noch als wirtschaftsschädigend abbauen (s. !
3.2 Ethik, Technik, Technologie
Laut der nikomachischen Ethik strebt jede Kunst (techne ... aha!), Wissenschaft Praxis/Handlung und Entscheidung nach etwas Gutem. (Gute alte Zeit ... als nicht der Umsatz der höchste aller Werte war.) Aber bereits damals unterschied sich das Gute je nach seinem Ziele, seiner Wirkung und seinem Produkt.
Für Jaspers war die Technik noch jenseits von Gut und Böse, weil sie keine Ziele steckt. Allerdings bemerkte er bereits, dass sie gerade deswegen der Führung bedarf. Durch wen sagt er allerdings nicht, und hier liegt heute unser Problem, oder wie De George 1991 kritisierte: Handeln gemäss moralischer Gebote sei nicht das, wofür Ingenieure bezahlt würden. ...
Obwohl drei Viertel aller Ingenieure angestellt und darum weisungsabhängig sind, darf nicht gefolgert werden, von Autonomie könne bei ihnen deshalb nicht gesprochen werden.
Technologie ist ein Wissens-, Technik ein Handlungssystem. Technologie beinhaltet als Wissensformen: Können, Bedienungswissen, Produktionswissen, Regelwissen. Technik findet sich in den Verbrauchssektoren Industrie, Freizeit, Haushalt, Militär etc.. Technologie als Erwerb und Bereitstellung neuen Könnens ist in aller Regel erlaubt oder geboten. Dies ist durch das Grundrecht auf Forschungsfreiheit gewährt. ..
Allerdings entspricht dem Recht auf Forschungsfreiheit ein Recht der Gesellschaft, über die Verwendung des Erforschten zu befinden. An den entsprechenden Beratungen kann der Erfinder oder Entwickler nur in der Staatsbürgerrolle teilnehmen (Ueberhorst 1984). Also nicht als Experte! Der technische Imperativ: Können impliziert Sollen, ist logisch unhaltbar. (Rapp 1978, Rossnagel 1984))
Also ist die wissenschaftliche Wertfreiheit in Technik und Ingenieurswesen nicht möglich: Bereits wer ein "technikfreundlicheres Klima" anmahnt, hat eine Wertposition bezogen. Wer sagt, viele Gesetze seien als Hemmnisse technologischer Innovationen aufzufassen, hat eine normative, keine technische Position eingenommen. Viele Experten nutzen den diffusen Raum zwischen ihrer technischen Expertise und normativen Aussagen hemmungslos aus, um Propaganda für ihre höchst persönlichen Anliegen zu machen.
[mit Zitaten aus: Konrad Ott, Technik und Ethik. In Nida-Rümelin S. 654 ff]
4 Gesellschaftliche Ordnungssysteme
Rechtsordnung, Wirtschaftsordnung und Wissensordnung sind massgebliche Grundordnungen der modernen Gesellschaft. Während allerdings die Rechtsordnung mehr oder weniger institutionalisiert ist (mehr oder weniger in Anbetracht der unterschiedlichen Schlüsse, die geschickte Rechtsanwälte daraus ziehen können), betrachtet die Wirtschaftsordnung liberaler Provenienz schon bald jede andere Ordnung als störend und hinderlich. Die Wissensordnung wäre als Artikulations- und Untersuchungsfeld der neusten Wissenslagen und künftigen Gestaltungsaufgaben den beiden andern Ordnungen eigentlich überlegen, hat aber ihren Platz noch nicht so recht gefunden (Probleme: Datenschutz, Informationsfreiheit, der gläserne Bürger, Datenfluten, Informationsmüll, Massenmedien, Privatsphäre ...). Gesellschaftliche Ordnungspolitik und praktische Philosophie gehören zusammen.
Die Wissensordnung umfasst die ordnungspolitischen Leitbestimmungen und Rahmenbedingungen für den gesamten Umgang mit Wissen, also für dessen:
Nida-Rümelin: Wissenschaftsethik. In: Angewandte Ethik, S. 779-805
5 Forstethik als Synthese verschiedener Spezialethiken
Das Motto: Der Auftraggeber haftet für die Nutzung des Produktes - der Ingenieur muss nur die bestellte Qualität abliefern, entstammt einer stark wirtschaftlich geprägte Ethik und vollkommen im Widerspruch zu sämtlichen asiatischen Weisheiten. Im Islam mussten sogar Krieger, die Bogenschützen, über eine absolut sichere und zuverlässige moralische Orientierung verfügen, um zur Ausbildung zugelassen zu werden. Man vergleiche diese Situation mit den unterprivilegierten Teenies die Bushs Krieg ausführen, weil sie sonst kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
Aber auch die Wirtschaftskrieger, welche heute mit Strategien der Innovation eine zunehmende Taktik der Wertvernichtung (bei der Konkurrenz natürlich) betreiben, bedürfen der ethischen Grundorientierung. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat dies erkannt und folgende Richtlinien erarbeitet:
Naturwissenschaft und Technik stellen wesentliche Gestaltungsfaktoren der Zukunft dar. Ihre Wirkungen können sowohl im nützlichen als auch im schädlichen Sinne gewaltige Ausmaße annehmen. Und jeder von uns ist daran beteiligt. Ingenieurinnen und Ingenieure
|
|
In den USA, wo die Ethikdiskussion schon um einiges weiter fortgeschritten ist, hat die American Planning Association (APA), ie dreizehn ethische Prinzipien vorgeschlagen: 1. Serve the public interest. This is the primary obligation of planners. 2. Support citizen participation in planning. 3. Recognize the comprehensive and long-term nature of planning decisions. 4. Expand choice and opportunity for all persons. 5. Facilitate coordination through the planning process. 6. Avoid conflict of interest. 7. Render thorough and diligent planning service. 8. Not seek or offer favors. 9. Not disclose or improperly use confidential information for financial gain. 10. Ensure access to public planning reports and studies on an equal basis. 11. Ensure full disclosure at public hearings. 12. Maintain public confidence. 13. Respect professional codes of ethics and conduct. http://80.110.251.60/corp/archiv/papers/1999/CORP1999_streich.pdf |
Meinungen von Forstethikern:
Ethik und Risiko sind zwei inkompatible Kategorien menschlichen Handelns. Wer Risiko sagt, meint eine Kosten-Nutzen-Berechnung unter Berücksichtigung gegebener subjektiver Zwecke. Wer dagegen Ethik sagt, spricht von Gut und Böse an sich, von der Qualität menschlicher Handlungen unter Vernachlässigung ihrer Wirkungen.
Die neuzeitliche Gesellschaft blickt angesichts ihres unaufhaltsamen wissenschaftlich-technischen Fortschreitens recht erstaunt auf ein ihr inzwischen wesentlich gewordenes Paradoxon: Die Segnungen der Technik, die Ziel allen Strebens waren und denen nicht selten rückhaltlos gehuldigt wurde, führen ein nicht abzuschätzendes Gefährdungspotential und bisweilen eine schon jetzt spürbare Verschlechterung der Lebensbedingungen mit sich. Die Höhen des Machbaren sind schillernder, die Abgründe des Möglichen sind fürchterlicher geworden.
Der ins gesellschaftliche Abseits befohlene Ingenieur oder Techniker beeilt sich jedoch festzustellen, er sei „kein Fachmann für ethische Fragen", habe „also dafür keine Autorität." Zudem sei er einem tragischen Dilemma unterworfen: Die Öffentlichkeit konfrontiere ihn mit Wünschen, mache ihn aber zugleich für die Folgen deren Verwirklichung verantwortlich.
Als ethische Antwort auf die Anforderungen der Risikogesellschaft schlägt er eine Art philosophisches Konglomerat vor, das er „als Verknüpfung der Ethik Kants, der Diskursethik und des Konsequentialismus" verstanden wissen will. Es müsse das Prinzip gelten: „Handle so, daß ein unter gegebenen Umständen optimaler Zustand eintritt."
Komplexe und hochentwickelte Risikogesellschaften, so Ropohls zentrale These, schränken den Menschen in seinem Freiheitsgebrauch so stark ein, daß „nur sehr schmale Handlungsspielräume für das moralische Engagement der Individuen übrigbleiben". Dem Menschen werde durch seine gesellschaftlich-strukturelle Wirklichkeit die Fähigkeit geraubt, frei und damit verantwortlich zu handeln. Dem ethischen Sollen aber müsse ein faktisches Können vorausgehen. Bevor also die Ethik die gesellschaftliche Bühne betreten dürfe, müssten auf politischer und institutioneller Ebene Maßnahmen getroffen werden, die das strukturelle Problem zu beseitigen und damit dem individuellen Können wieder geeignete Rahmenbedingungen zu verschaffen in der Lage seien. Ropohl listet eine Reihe praktischer Restriktionen auf, denen der für die technische Entwicklung zuständige Ingenieur unterworfen ist. Allein die Tatsache, daß dieser in der Regel einem Unternehmer seine Arbeitskraft gegen Entgelt zur Verfügung stellen müsse, führe nicht selten in ein moralisches Dilemma. Entweder laufe er Gefahr, „zum Märtyrer zu werden", oder aber er müsse „sein Gewissen vergewaltigen". Arbeitsverweigerung und Heldentum könne angesichts der damit verbundenen Konsequenzen nicht erwartet werden. Zudem sei die Eigendynamik wirtschaftlich-technischen Handelns für den Einzelnen weder überschaubar noch beherrschbar. Die Mechanismen des Marktes, denen der Ingenieur als Teil des Systems ausgeliefert sei, würden sich jeder ethischen Steuerung entziehen. Auch könnten die jeweiligen Handlungsfolgen nicht eindeutig identifiziert oder gar einzelnen Akteuren zugeordnet werden. Die Verantwortlichkeit des Individuums sei damit erheblich in Frage gestellt.
|
Vernunftbegabte Wesen können immer Nein sagen! |
http://www.fernuni-hagen.de/PRPH/bohneth.pdf
Da nun die Einbettung von Technik in die Gesellschaft nicht Aufgabe von Technikwissenschaftlern, sondern von dafür legitimierten gesellschaftlichen Institutionen und Entscheidungsverfahren ist, gewinnt das Postulat der Transparenz besondere Bedeutung: Soll eine offene gesellschaftliche Debatte und Meinungsbildung möglich sein, bedarf es einer klaren Benennung der eingegangenen Prämissen, insbesondere aus dem außerwissenschaftlichen Bereich. Gesellschaftliche Technikgestaltung als offener Prozess nach einem transparenten Meinungsbildungs- und Diskussionsprozess bedarf transparenten Wissens über die Gestaltungselemente; vor allem darüber, was dort schon an gesellschaftstheoretischen Annahmen eingeflossen ist.
So erweist sich die Forderung nach einem „erweiterten Können" in den Technikwissenschaften als zweischneidig. Sie eröffnet zwar neue Anknüpfungsmöglichkeiten für gesellschaftliche Technikgestaltung. Auf der anderen Seite besteht jedoch die Gefahr eines neuen Expertokratismus: wenn nämlich die Technikwissenschaftler die „soziale Seite" von Technik zwar mitberücksichtigen, aber in einer nicht transparenten Weise.
Armin Grunwald, ITAS, Forschungszentrum Karlsruhe und BTU Cottbus
Stefan Berndes: Entwerfen statt erklären:
Kann es sich der Ingenieur wie der Naturwissenschaftler leisten, den Entdeckungszusammenhang seiner technischen Lösung wie der Naturwissenschaftler als unwesentlich auszuklammern? Der Titel dieses Vortrags „Entwerfen statt Erklären" antwortet mit Nein und fordert vielmehr dazu auf, den Entwurfsprozess in den Betrachtungen zu einer Philosophie der Technik stärker in den Vordergrund zu rücken.
Hintergrund dieser Aufforderung sind zunächst drei auch persönliche Anlässe. (1) Das eigene Ingenieurstudium war geprägt von der Vorstellung, dass ein Ingenieur angewandte Naturwissenschaft betreibt. Im Zuge dessen wurde der Entwurfsprozess komplexer technischer Systeme kaum geübt und nicht reflektiert.
Währenddessen zeichnet sich das Architekturstudium dadurch aus, dass der Entwurfsprozess ganzer Systeme wesentlicher Teil des Studiums ist. Im Rahmen dieses Prozesses fließen unter anderem naturwissenschaftliches und technisches Wissen (knowledge und know how) ein. Der Prozess ist gekennzeichnet durch kreative Phasen der Öffnung und Phasen der Schließung (Definition von Anforderungen, Schnittstellen etc.) sowie Phasen theoretischer Betrachtung (Skizzen, Überschlagsrechnungen, Nachweise) und praktischer Untersuchungen (Bau von Modellen, Durchführung von Simulationen).
Stefan Berndes. Prognos AG Basel, Berlin. Entwerfen statt Erklären. - Entfaltung einer Dimension des technischen Handelns
http://www.tu-cottbus.de/techphil/Session2.pdf
| Für Risikodiskurs und Planung sind folgende Kategorien
zu berücksichtigen: Klugheitsregeln:
Werte:
Normen:
|
| „Planung ist der
systematische Entwurf einer rationalen Ordnung auf der Grundlage alles
verfügbaren einschlägigen Wissens".
[Ellwein 1968, S. 32]. |
Planungsmoderation besteht im wesentlichen im vermittelnden Austausch sowie in der Koordinierung von Informationen zwischen den Planungsakteuren. Damit werden aber von den Person, die solche Planungsmoderationen durchzuführen haben, neue Fragen der Machtausübung und ethische Konsequenzen im Umgang mit digital gespeichertem Wissen verlangt. Für Planer und Planerinnen, die solche Moderatorenfunktion zu übernehmen haben, werden Fragen nach der gerechten Verteilung von Sachinformation, nach der verantwortungsvollen, abgewogenen Moderierung von Planungsdiskursen und schließlich wohl auch nach dem Zugriffsrecht und der Zugriffsmöglichkeit auf Wissensspeicher zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Im Gegensatz zu den bisherigen technischen Schwerpunkten der Ingenieursausbildung, dürfte nun Diskurs und die entsprechende Ethik dominanter werden:. Die Utopie des herrschaftsfreien Austauschs von Argumenten im Diskurs kann nämlich nur dann stattfinden, wenn alle Handlungsbeteiligten im Prinzip auf derselben Informationsgrundlage argumentieren können. Alles andere wäre Machtausübung nach der Devise ‘Wissen ist Macht’. Planern wird zunehmend die Aufgabe zuwachsen, einen gerechten Ausgleich zwischen diesen beiden Polen ethischer Grundsätze herzustellen.
Hieraus ergibt sich für den Wissenschaftsphilosophen Spinner ein dreifaches ordnungskonformes Ethikprogramm, das drei Aspekte beinhaltet:
mit Blick auf die Güte des Wissens eine Kreativitätsethik des schöpferischen Denkens und beständigen Verbesserns;
für Schutzzonen des Wissens eine Informationsethik unter der Symmetriebedingung informationeller Waffengleichheit;
mit Blick auf eine informationelle Grundversorgung der Gesellschaft eine Publizitäts- und Medienethik.
Planung schafft Handlungsanleitungen, also, genau wie Ethik und Gesetze, Normen. Normierung bedeutet immer Einschränkung. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Normen, an deren Befolgung alle ein gemeinsames Interesse haben. Diese allgemein verbindlichen Normen sind allerdings meist regional unterschiedlich und bedürfen der politischen Aushandlung der unterschiedlichen Interessen, was weniger Sache einer akademischen Planungsmethodik als einer entsprechenden Ethik ist:
Die Frage nach dem Tun-Müssen ist für Planer – und erst recht für «Lebensraumplaner » –, die als Wegweiser und - begleiter in die Zukunft gehalten sind zu sagen, wo es trotz mangelndem Wissen und bedrängt von Sachzwängen langgeht, in ihre Aufgabe eingeschlossen. Sollenssätze sind angezeigt, soll die Zukunft eine Zukunft haben. Sie charakterisieren die Planung, also auch die Raumplanung. Diese ist mithin «wesensmässig » normativ. Ethisches Befragen ist damit angesagt! Es genügt also nicht, in Planungsberichten menschliches Verhalten oder gar Wertsysteme und deren Wandel zu beschreiben und zu erklären, so sinnvoll dies sein mag. Gesucht sind Normen des gebotenen Tuns.
Eine Planungswissenschaft muss sich vom Ideal der wertfreien Wissenschaften loslösen, so hart sie das ankommen mag: Die «reine» Theorie, die gleichsam unberührt von Werten, ethischen Kategorien oder gar rechtlichen Grundnormen operiert, mag wohl formuliert werden können. Für die Raumplanung als einer letztlich praktischen Aufgabe genügt sie nicht.
Zu einer enorm schweren Belastung kann jene Ethik werden, die auf «Gesetzlichkeiten» baut. Sie täuscht vor, durch die Vorgabe kasuistisch angelegter Normen den handelnden Menschen von ethisch differenzierten Entscheidungen zu entlasten. In Tat und Wahrheit schafft sie gerade dadurch, dass sie ethisch regelt, neue Gewissenskonflikte, verstanden als Konflikte zwischen dem mündigen Gewissen und den entmündigenden «Gesetzlichkeiten». Solche Hürden werden zu beinahe unüberschreitbaren Hindernissen, vor allem dann, wenn hinter den Gesetzlichkeiten Autoritäten stehen, sei es beispielsweise der Staat, seien es beispielsweise die Kirchen.
http://www.orl.arch.ethz.ch/disp/pdf/141_2.pdf
Dietrich Fürst: Komplexitätsverarbeitung in der Planung
Ausgangspunkt ist die Frage, wie objektiv Planer in ihrem Handlungsfeld mit der sehr engen Verschränkung von normativen und empirischen Informationen die Wirklichkeit abzubilden vermögen. Des weiteren wird als Bestandteil der aktuellen Planungsdiskussion ein wieder aufkommendes Unbehagen über unkontrollierte "Planermacht" thematisiert. Planung ist zwar formal demokratisch kontrolliert, angesichts der Komplexität der Materie wächst dem Planer jedoch zunehmend Definitionsmacht zu. Zwei Lösungsansätze zeichnen sich ab: zum einen die Postulierung einer neuen Planungsethik, zum andern das Verständnis von Planung als ein sich selbst kontrollierender Diskursprozeß.
http://www.difu.de/publikationen/difu-berichte/3_96/artikel11.shtml
Kritik von Rechts: Economiesuisse
Im Normalfall verteilt Economiesuisse Pamphlete eher grässlichen Inhalte, dieses hier hat aber mal einen wahren Kern:
Wesentlich skeptischer ist hingegen den zahlreichen Top-down-Ansätzen im Nachhaltigkeitsdiskurs zu begegnen. Von nationalen Räten für Nachhaltigkeit (wie sie auch in der Schweiz trotz des Scheiterns des ersten Versuchs wieder im Gespräch sind), kann nicht all zu viel erwartet werden. Auch die in einem breit angelegten Projekt "MONET" (Monitoring Nachhaltige Entwicklung) erarbeiteten Nachhaltigkeitsindikatoren werden nicht die erwartende (sic!) Objektivierung bringen können.
Der Soziologieprofessor Karl-Werner Bfrand (TU München) kommt denn auch zum Schluss, dass es für die Resonanz des Leitbilds der Nachhaltigen Entwicklung geradezu verhängnisvoll wäre, wenn explizit oder latent ein mit der Attitüde moralischer Überlegenheit und wissenschaftlicher Objektivität formulierter Top-down-Anspruch transportiert würde. Es gehe nicht darum, wie und mit welchen Methoden die Bevölkerung oder einzelne Zielgruppen am besten motiviert werden können, das "Notwendige" zu tun. Diese Strategie funktioniere selten und sei sogar kontraproduktiv. Vielmehr müsse man Leute motivieren, sich an möglichst vielen Orten und institutionellen Kontexten in dialogischen Prozessen an der Konkretisierung eigener, tragfähiger Zukunftsentwürfe zu beteiligen. Das sei schwer genug.
Dossierpolitik No 33, 15. Sept. 03: Soziale und ökologische Herausforderungen der Unternehmen
|
Die Wissenschaftsethik ist eine Teildisziplin der Ethik, die sich mit dem Ethos
der Wissenschaft und der Wissenschaftler, also den moralischen Grundsätzen
wissenschaftlichen Handelns befasst. http://www.ethiknet.de/wissenschaft/wissenschaft.html s. auch http://mailer.uni-marburg.de/~gvw/wissenschaftsethik.html |
Selbstreflexion der Wissenschaften
Indes ist es ein grosser und entscheidender Unterschied, ob Wissenschaftskritik gleichsam von aussen geübt oder aus den Vollzügen einer Fachdisziplin heraus betrieben wird. Externe Kritik wird zurecht häufig als fachlich inkompetent und anmassend empfunden, doch umgekehrt kann die Beschränkung auf die reinen Fachkompetenzen für die weitergehenden Folgen wissenschaftlicher Arbeit blind machen. Vor allem sind es in der Gegenwart medizinische Entwicklungen, Biotechnologie und umweltrelevante grosstechnische Projekte, die im Zentrum ethischer Bewertungsprobleme stehen. Vermutlich ist für heutige Wissenschaftler die gesellschaftliche Erwartung, ihr Tun auch ausdrücklich ethisch zu reflektieren, keine sachfremde Zumutung mehr.
Wichtiger als je zuvor sind heute Folgenabschätzungen technischer Entwicklungen angesichts näher zu bestimmender Handlungsalternativen. Zur Technikfolgenabschätzung gehört nicht nur die Prüfung der Umwelt- und Sozialverträglichkeit bestimmter Entscheidungen und Entwicklungen, sondern auch die Frage nach der demokratischen und rechtsstaatlichen Legitimität. Immer geht es, zumindest im Hintergrund, auch um fundamentale Fragen des Selbstverständnisses von Individuen und Gesellschaft: Wer sind wir, die forschen, technisch verwirklichen, politisch gestalten? Was können wir wissen über Bedeutung, Qualität und Folgen unserer Handlungen? Was hoffen wir, forschend zu erkennen und lehrend weiter zu geben?
http://publicrelations.unibe.ch/unipress/heft97/beitrag5.html
Ein "Forum Wissenschaftsethik" besteht an der Universität Zürich [Ethikzentrum] und die Berner Universität überlegt mal, ob sie sich eines leisten kann.
http://www.ethik.unizh.ch/ezen.html
|
Gefordert wird, Ingenieure sollten soziologische und ethische Kenntnisse erwerben sowie diskursive Kompetenzen ausbilden. Diskursive Verfahren kollektiver Willensbildung gelten einer wissenschaftlich-technischen Kultur als einzig angemessen. Konrad Ott, Technik und Ethik. In Nida-Rümelin, S. 689 |
Ingenieursethik wird heute meist unter folgenden Themen behandelt:
Hier, wie bei den meisten Wissenschaften, hat die Wahl der Methode einen entscheidenden Einfluss auf die Resultate. Zur Verfügung stehen primär die Theorien von:
Der Begriff des politischen schwankt somit, je nach Methode, zwischen Etatismus, Systemtheorie und Radikaldemokratie. Zudem sind die meisten TA-Konzepte eurozentrisch
SAPHIR (Systemanalytische und philosophische Untersuchung zur bemannten Raumfahrt) nutzt die rationale Diskursrekonstruktion, die sich in drei Schritte zerlegen lässt:
Zu den wichtigsten globalen Zielen der ökologischen Politik gehören: die Verringerung der Umweltverschmutzung, der Artenerhalt, der Erhalt von Rohstoffen, die Verringerung der Bevölkerungszunahme, insbesondere die Verringerung des weltweiten CO2-Anstiegs, der Einhalt bei der Zerstörung tropischer Regenwälder und des Verbrauchs nicht-erneuerbarer Rohstoffe.
5.5 Standesgrundsätze des Journalismus - Publikationsethik
|
Punkte 2-4 und 9-11 wurden in den Berichterstattungen zum Irak-Krieg andauernd verletzt. Bereits bei Punkt 1 sehen wir, dass ein Grossteil der heutigen Presserzeugnisse ihre Aufgabe nicht mehr primär in einer ausgewogenen Information der Bevölkerung sehen, sondern dass sie das produzieren, was sich am besten verkaufen lässt, also den Verlegern, nicht der Allgemeinheit, am besten dient. Die journalistische Anspruchskultur hat einer kommerziell ausgerichteten Akzeptanzkultur den Platz geräumt. Journalistische Qualitätsansprüche haben gegenüber den in Quoten und Marktanteilen ausgedrückten Reaktionen der Leser, Hörer und Zuschauer das Nachsehen, denn diese bilden die Basis des Engagements der Werbung.
Und Werbung sichert letztlich die Wirtschaftlichkeit. [Saxer, Will Teicher: Journalistische Ethik. In Nida-Rümelin, S. 760] Ergänzung: 30-50% der Einnahmen von Zeitungen stammen aus der Werbung. Zeitschriften wie 20minutes finanzieren sich sogar zu 100% aus der Werbung, selektieren also ihre Inhalte dementsprechend. Und von irgend was leben muss sogar Brainworker ... s. rechts:
In besonders beklagenswertem Zustand ist der Wissenschaftsjournalismus. Ausnahmen, speziell England, bestätigen die Regel. Die Forstwissenschaften gehören aber nicht zu den Ausnahmen, obwohl sie eigentlich um so besser kommunizieren sollten, je mehr der Wald wirtschaftlich, politisch und forschungsmässig in Bedrängnis kommt. Dies zeigt auch, dass die Kooperations- und Informationspflicht von Seiten der Wissenschaften heute nur unzureichend wahrgenommen werden. Wissenschaftler sind nach wie vor angehalten, in recht unverständlich formulierten Sätzen noch unverständlichere Inhalte zu formulieren, um ja nicht als unwissenschaftlich dequalifiziert zu werden.
Gerade bei den Ingenieurswissenschaften muss aber kommuniziert werden. Die Umsetzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in technische, ökonomische und gesellschaftliche Praxis ist Ergebnis kollektiven, korporativen und institutionellen Handelns, zu dem die einzelne Wissenschaftlerin und der einzelne Wissenschaftler einen minimalen, in vielen Fällen kausal irrelevanten, jedenfalls in keiner Weise abschätzbaren Beitrag leisten. Es liegt jedoch von daher auf der Hand, dass die Erweiterung des tradierten Wissenschaftsethos um die Verantwortungsdimension kollektive, korporative und institutionalisierte Verantwortungswahrnehmung verlangt.
| Kommentare zur Idee <Blocher als Wirtschaftsethiker - Tettamanti als Staatsmoralist>: Wirtschaftsethik als Verarschung der Ethik. |
5.6 Zusammenfassung - und Entwicklung einer generellen Wirtschaftsethik [engl. translation]
Dieses Kapitel ist neu und basiert auf intensiver Korrespondenz mit meinem Kollegen und Freund Geoffrey Klempner in Harvard:
Ethische Grundprinzipien des Handelns, also auch des Wirtschaftens:
Kommentare:
Zweck des Wirtschaftens:
Grund für wirtschaftliche Aktivitäten:
Handlungstyp:
Eine Ethik unter den Bedingungen einer modernen Marktwirtschaft muss drei Bedingungen erfüllen:
Probleme:
Lösungsansätze:
Öffentlicher Dialog über widerstreitende Wertvorstellungen - "durchsichtiges", d.h. eben nicht listiges Engagement in der Entwicklung politischer und rechtlicher Normen. Die gesellschaftliche Entwicklung wird je länger desto weniger von Menschen gelenkt, auch nicht über Politik, sondern von meist wirtschaftlich induzierten Sachzwängen - und eine Expertokratie. Transparenz, und, gerade in einer Demokratie, eine gewissen Garantie der Mitwirkung, ist also ein erstes Gebot einer Wirtschaftsethik.
Vermeiden von Handlungsfolgen, die zu Sachzwängen und zur Einschränkung selbstverantwortlichen Handelns führen.
Handle so, daß ein unter gegebenen Umständen optimaler Zustand eintritt.
Engagement in Weiterbildung und wirtschaftlicher Aufklärung
[Achtung vor der Wahrheit] In Klammern, da hier die Wirtschaft offensichtlich überfordert wäre, sollte sie die selben Ansprüche erfüllen, die sie z.B. an Journalisten stellt (... ausser es sei zu eigenen Gunsten ...]
[14.6.06]
Wir sehen sofort, spätestens bei Punkt 2, dass die alte Ingenieursethik längst nicht mehr gilt, ja unhaltbar geworden ist. Sinnvolle Erfindungen? Nachhaltige Lösungen? Im Dienste der Allgemeinheit? Was für ein Scheiss! Wir wollen Geld verdienen! Hier liegt der Hauptgrund am Niedergang der Bedeutung der Ingenieurskunst - und am Rückgang der Studienzahlen. Ingenieure sind nicht mehr die genialen Erfinder, sondern Auftragserfinder. Nicht Lösungen von naturgegebenen, technischen, politischen oder sozialen Problemen bestimmen, was sie erfinden, sondern Marktstrategen, Kapitalmanager, Verkaufsmanager, Marketingfritzen etc. - und das alleinige Ziel ist mehr, mehr Verkaufen, mehr Umsatz, grössere Marktanteile, grössere Profite ...
Da also die praktische Philosophie sich mit der Wirtschaft gar nicht zu vertragen erscheint, wie wär's mit etwas unpraktischer Philosophie?
In der corporate social
responsibility sollte alles zusammen gefasst werden,
was nicht direkt in der Erfolgsrechnung Niederschlag findet.
Wirtschaftsethik ist ja nun nicht grad ein neues Thema, sondern floriert (für Berater) schon seit längerem. Einer der ersten der von Firmen nicht nur Rendite und Gewinne forderte, sondern auch, dass sie ihre soziale Verantwortung wahr nehmen, war der Basler Bankier Alfred Sarasin. Der Hauptgrund für die Betriebe sich damit abzugeben waren und ist vor allem die Wirkung auf die Öffentlichkeit. Betriebe werden vom Markt scharf beobachtet, insbesondere was Qualität, Preise, Kundenservice, Fairness gegenüber Mitwettbewerbern, Umgang mit gesellschaftlichen Anliegen und Erwartungen (Arbeitsplätze, Umweltschutz, Steuervermeidung, Beziehungen zu Ländern die Menschenrechte und Arbeitsrechte nicht anerkennen).
Weil csr - entgegen den klassischen Regeln der Ökonomie - sich mit Dingen befassen will, die nicht direkt zur Geschäftstätigkeit gehören, gerade weil dieser Bereich natürlich unendlich gross ist, sollten Ethiker und Philosophen und andere Auguren es natürlich vermeiden, die Betriebe gleich wieder in ein derart enges Korsett zu zwängen, dass den Betroffenen keine Wahl lässt, als sich dieser Verpflichtungen gleich wieder zu entledigen.
Dass sich dennoch wenig zum Positiven bewegt hat liegt vor allem daran, dass es natürlich günstiger ist durch geschickte Kommunikationsverantwortliche das rechte Bild zu erzeugen - als die Verhältnisse wirklich zu ändern. Am WEF 2002 dachten 80% bei CSR zuerst an Immageverbesserung. Dies gilt, obwohl es Standartblabla der Verantwortlichen ist von Wahrhaftigkeit der Aussagen, Glaubwürdigkeit und Integrität zu reden. (Sorry, bin mal wieder gallig, liegt an der SP. Aber es gibt natürlich auch positive Beispiele, wir kommen gleich dazu ..)
Nebst dem "Immage" lassen sich über csr aber noch weitere Gewinne einfahren:
Messlatten für den Erfolg nachhaltig arbeitender Betriebe sind der FTSE4good (na ja, Pech gehabt, hier wird eine schwindelhafte Selbstverpflichtung entlarvt. Hier die offizielle Website) und der dow jones sustainability index
Für die Förderung der sozialen Verantwortung engagieren sich auch:
All human beings are born free and equal in dignity and rights.They are endowed with reason and conscience and should act towards one another in a spirit of brotherhood.
Forschung Schweiz
Forschung sonstwo
Kritik an CSR
Obwohl der Economist eine recht(s) vernagelte, und absolut nicht meine Leib-Zeitschrift ist, trifft er hier einiges auf den Punkt. Bereits wenn Sie versucht haben, einige der Links zu klicken um besser zu verstehen, was da vor sich geht, haben Sie schon gesehen, dass Berge an Papier und Bits geschaffen wurden zum Thema der betrieblichen Verantwortung. Wenn Sie dann wieder ihre Zeitung lesen, werden auch Sie sich fragen: Ja - aber wenn da so viele Leute auf dem Gebiet arbeiten, warum ist die Situation denn so wie sie ist? Die Antwort von Crook ist nur eine der möglichen, zeigt aber die meisten Probleme mit dem Konzept (und dürfte, trotz des Namens des Verfassers, nicht crooked (betrügerisch) sein:
Heute ist corporate social responsiblility [csr], wenn auch nicht viel mehr, der Tribut den der Kapitalismus an die Tugend bezahlt.... CSR ist heute eine eigene Industrie, und eine florierende Beschäftigung. Beratungsfirmen sind aufgeschossen um Firmen darin zu beraten, wie csr durchzuführen sei, und wie man publik macht, dass man das macht. ... Die Gewinner (die NGOs, die auf Einführung von csr drängten) sind, seltsam genug, enttäuscht. Sie haben den Verdacht, verarscht worden zu sein. Die zivilgesellschaftlichen Anwälte des csr beschuldigen Firmen immer häufiger der reinen Lippenbekenntnisse. Die Firmen sind nach wie vor primär daran interessiert, Geld zu machen ...Wo kommerzielle Interessen mit umfassender sozialer Wohlfahrt zusammen stossen, kommt der Profit zuerst. Die 2004 Giving List des Guardian hat gezeigt, dass die Beiträge der FTSE 100 Firmen gerade 0.97% der Vorsteuergewinne ausmachten. Für die meisten konventionell organisierten Gesellschaften - d.h. die meisten grossen - ist CSR nicht mehr als Kosmetik.
Da besteht eine weitere grosse Gefahr: nämlich dass CSR die Aufmerksamkeit ablenkt von wirklichen Problemen der Wirtschaftsethik, die wirklich angegangen werden sollten.
Um Kapitalismus zu verbessern, muss man ihn zuerst verstehen. Das Denken hinter CSR besteht diesen Test nicht.
| Philosophie ist ein liebevoller Umgang mit der
Wahrheit.
Dante Alighieri |
Philosophie sucht nach dem Verständnis des Ganzen, nach Sinn und Weisheit, nicht nach Fortschritt oder Wahrheit in Details. Grundsatz der Philosophie ist, dass nichts was für gemeinsame Orientierungsbemühungen von Bedeutung ist, sich der philosophischen Such nach Begründungen und Kritik entziehen kann und soll.
Seit der Aufklärung sollte auch die unpraktische Philosophie durch Beredsamkeit volkstümlich werden und nicht weltfremde Spitzfindigkeiten lehren.
Man kann niemals Philosophie lernen, nur Philosophieren.
[Kant]
Philosophie ist theoretische Politik [nach Merlau-Ponty]
Philosophische Praxis ist politische Praxis [nach Gramsci]
Philosophie ist der methodisch beharrliche Versucht, Vernunft in die Welt zu bringen. [Horkheimer]
Da die Suche nach Wahrheit heute als etwas hochgestochen betrachtet würde, und auch damals die Wahrheit an und für sich den Göttern vorbehalten war, gab es für die Griechen zwei Alternativen:
|
Man kann alle einmal belügen -
Aber man kann
nicht alle immer |
You can fool everybody some times.
|
"Wenn Ihr für die Jagd den ganzen Wald niederbrennen lasst, werdet Ihr dieses eine Mal viele Tiere erlegen. Später aber wird es keine Tiere mehr geben. Wenn Ihr dem Volk mit List begegnet, werdet Ihr ein einziges Mal Nutzen daraus ziehen, aber ein solches Vorgehen kann nie mehr wiederholt werden." chinesisches Sprichwort |
Hier zeigen sich die Grenzen von Strategie und Taktik. Beide sind auf einen Gegner (oder im positiven Sinne Partner) ausgerichtet, auf den man sich einstellt. Je mehr davon betroffen werden, desto schwieriger, d.h. unpräziser wird "die Einstellung", d.h. die Ausrichtung der Strategie. Beide sind nur relativ kurzfristig wirksam, bis sie durchschaut werden, sich ihre Grundlage als falsch herausstellt, worauf sie sich gegen den Urheber wenden können. (> Massenvernichtungswaffen im Irak). Dass taktische Schlauheiten (Stratageme), genau wie Lügen, nicht stimmen, kommt meist relativ rasch zu Tage, wenn sie auf dem Markt der Strategien auf neutralisierende Gegenstrategien ... und ab und zu vielleicht sogar auf die Wahrheit treffen - und sich mit einem mehr oder minder lauten "Plopp" auflösen, meist unter Hinterlassung beträchtlicher Spesen.
Die beste Perspektive um das Gesamtsystem zu optimieren und am laufen zu halten, ist also die Wahrheit.
DIE ideale Strategie um nachhaltigen Konsens zu schaffen ist die Wahrheit
- womit die Philosophie gleich aus zwei Gründen wieder ins Spiel käme.
...
Vorschlag für eine marktorientierte Betriebsphilosophie und Wirtschaftsethik *:
Die Freiwilligkeit hat hier den Vorteil, dass Firmen:
Während die Betriebe ihre Betriebsphilosophien also weitgehend selbständig
und ohne Zwang formulieren können sollten, müssten sie sich allerdings dort
etwas verbindlicher, also ehrlich sein, wo es um die Integration der eigenen
Geschäftstätigkeit in das soziopolitische System geht. Planung und Diskussionen
dürfen ruhig hinter verschlossenen Türen statt finden, aber die Resultate
sollten offen präsentiert werden, die Absichten verlässlich sein (also nicht
primär PR-orientiert) und kontrollierbar. Auch dies lässt sich mit
Eigeninteresse begründen: Wenn eine dominierend betriebswirtschaflich
ausgerichtete Wirtschaftspolitik von Betrieben und Verbänden die Volkswirtschaft
zugrunde richtet, indem sie z.B. dem Gesamtsystem zu viele Stellen, Löhne,
Steuern etc. entzieht, dann wird diese Wirtschaft mit der Volkswirtschaft leiden
oder ev. untergehen.
Dass Betriebe mit dem Gebiet etwas Probleme haben zeigt auch eine offensichtlich freudsche Fehlleistung bei SBB wie UBS, die beide Arbeitsgruppen zur Corporate Covernance betreiben, also der unternehmerischen Abschirmung - statt governance (Verwaltung, Regierung)
* Die Begriffe vereinigen sich hier, da angewandte Philosophie eben Ethik ist.
Forstethik verlangt einerseits vom forstlichen Planer und Ingenieur, dass er Lösungen für die Gesellschaft sucht, dabei aber so weit als möglich auf Konsens und Demokratie baut.
Andererseits trägt er als politischer Vertreter des (noch) sprachlos raunenden Waldes die Verantwortung, sich für die Erhaltung und Gesundheit desselben einzusetzen.
Fordert Planungsethik eigentlich eine emotionslose Moderation, die auf keinerlei bestimmtes Resultat zielt, sondern den Entscheid bloss wissenschaftlich-argumentativ begründet, so würde die Aufgabe der Vertretung, des Einstehens für Natur und Wald, mehr Engagement und eine aktivere Haltung fordern.
Wenn der Markt keinen Wald mehr will oder bezahlen kann, suchen Sie dann als Forstingenieur nach einem andern Job und pfeifen auf die Gesinnung, ganz im Sinne des Liberalismus: Der Markt braucht den Wald nicht ... tant pis.
Oder sehen Sie dazu, dass die Notwendigkeit einer minimalen Wald-Kultur zumindest verstanden wird und setzen dafür alle Mittel ein, die dazu dienlich sind neue Handlungsorientierungen zu schaffen (speziell etwa social marketing), im Rahmen demokratischer Entscheidungsbildung? Dass nicht alle Vertreter des Waldes am gleichen Strick ziehen, was an absolut rational begründbaren und vernünftigen unterschiedlichen Perspektiven liegen kann, hauptsächlich der unterschiedlicher Gewichtung von Natur und kultureller Nutzung, gilt es, einen Konsens zu schaffen.
Hierbei, und generell, um etwas über etwas zu erfahren, nimmt der multidispziplinär oder besser paradisziplinär arbeitende Forstingenieur, eine Stellung ein, zwischen dem Spezialisten, der alles über nichts weiss, und dem Journalisten oder Philosophen, der nichts über alles weiss.
Da sich die Arbeit des Forstingenieurs oder Landschaftsmanagers zusehends in Richtung Planung und Landschaftsmanagement bewegt, dürften die streng hierarchischen Strukturen des Beamtentums, das Befehle von oben getreu zu befolgen hat, oft störend wirken, sind also zu überprüfen. Nach Punkten 2, 6, 8 und 10 der Ingenieursethik Deutschlands wie nach Punkten 1, 2 und 10 der US-Ingenieursethik, haben die Forstingenieure nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, sich politisch zu engagieren.
Martin Herzog, Dipl. Forsting. ETH, Rheinfelden, 21. Sept. 2003.
1. Entwurf. Wird weiter bearbeitet, besonders hinsichtlich der Entwicklung des Studiums der Forstingenieure, aber auch was die Wertsystematik betrifft. Konstruktive Kritik und Mitarbeit willkommen.