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Nachhaltigkeit

  1. Für eine ausgewogene Entwicklung von Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt.
  2. Die Lenkungsabgabe – ein Lehrstück zur ökologischen Steuerung
  3. Was ist Nachhaltigkeit?
    Die Schweiz auf dem Weg zur Nachhaltigkeit (IDARIO)
  4. Weltwald [FAO] Flash-Demo
  5. Waldsterben
  6. Wird’s heiss? [Fakten zum Klimawandel]
  7. Trockenresistenz und Immissionshärte der Weisstanne
3.1 Von normativen Grundlagen zu Handlungsansätzen.
3.2 Nachhaltige Entwicklung und Wald
3.3 Die wichtigsten 18 Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung in der Schweiz

Wird’s heiss?

[aktuelle Kommentare zur "Energielücke"
Klimadebatte ETH ]

Alle hundertmillionen Jahre findet ein Planetentreffen im All statt. Die Venus begrüsst die Erde: "Na, meine Liebe, wie geht es dir denn?" "Leider nicht gut", antwortet die Erde. "Was hast du denn?", fragt die Venus. "Menschen", seufzt die Erde. "Ach, mach dir keine Sorgen, das geht vorbei."

Wer noch Zweifel hat an der globalen Erwärmung, sollte sich die Januarausgabe 2001 des Bulletins der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich beschaffen, welche sich dem Thema Klimawandel widmet. Es ist erstaunlich zu sehen, welche Tatsachen und Folgen der globalen Erwärmung bereits bekannt sind – und wie wenig getan wird. Man (und Frau) darf das Thema allerdings nicht verniedlichen und Misserfolge den Politikern in die Schuhe schieben. Es ist ein schwieriges Thema, denn seine Lösung erfordert nicht nur Umdenken - sondern eine andere Wirtschaftsordnung. Während in Kyoto noch Absichten formuliert wurden, leiden die nachfolgenden Konferenzen (Den Haag) daran, dass auf der einen Seite Themen wie Energieversorgung, Wachstum, Innovation, freie Mobilität, individueller Konsum als Grundrechte verstanden werden und nicht zur Disposition stehen. Von der anderen Seite werden Marktwirtschaftliche Instrumente, speziell der Emissionszertifikathandel, als „Ablasshandel“ mit zweifelhafter Wirkung betrachtet. Obwohl die Schweizer Banken über profunde Kenntnisse der Finanzdienstleistungen verfügen, wurde die Initiative auf dem Gebiet des Emissionshandels, der 2005 in der EU eingeführt wird, von Deutschland, Grossbritannien und Skandinavien übernommen.

 Wissenschaftlich fundierte Informationen zum Klimawandel finden Sie unter http://clear.eawag.ch. Sehr zu empfehlen ist etwa der persönliche CO2 Rechner, der Ihnen zeigt, wie viel CO2 Sie selbst freisetzen aufgrund Ihrer Ernährungsgewohnheiten, Wohnstils, Mobilitätsbedarfs und Konsums. Man staunt immer wieder, auch als Naturfreund, wo man selbst „sündigt“. Des weiteren finden Sie unter IMPACT die Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweiz und unter OPTIONEN verschiedene politische Möglichkeiten des Klimaschutzes auf nationaler Ebene.

Globale Klimamodelle werden unter www.geo.umnw.ethz.ch/  und www.soc.soton.ac.uk/CLIVAR/ präsentiert. Paläoklimatische Informationen zu Änderungen des Kohlenstoffkreislaufs unter www.spoc.ethz.ch und  Auswirkungen der Erwärmung auf den Gebirgswald werden unter www.fowi.ethz.ch/pgw/ präsentiert.

 Fingerprints for Climate Change, Konferenz 23-25. Februar an der ETH (s. www.geo.unizh.ch/phys/events/ ) dokumentiert als Folgen der globalen Erwärmung:

Der Klimawandel ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die Politik und Wissenschaft zu einer engeren Zusammenarbeit auffordert – moniert das ETH-Bulletin. Es wäre hier klarzustellen, dass weder Wissenschaft noch Politik das Problem lösen können, wenn die Gesellschaft und die Individuen welche die Gesellschaft bilden, die Aufgabe nicht übernehmen und mittragen. Wie’s scheint muss das Klima noch um einiges wärmer werden, bevor die Diskussionen mit dem notwendigen Temperament angegangen werden.

aus: World Climate Report

Basel ist bei der Reduktion des CO2-Ausstosses führend in der Schweiz. Leider hat es in Sachen Geothermie einen gerüttelten Rückschlag erlitten (3.4 auf der Richterskala).

aus: Klimaänderung in der Schweiz. bafu 2007  http://www.bafu.admin.ch/php/modules/shop/files/pdf/phpkN8lXI.pdf

Maximaltemperaturen 2003

Warum die Niederschläge derart variabel sind über die Zeit wie von Ort zu Ort, sehen Sie leicht, wenn Sie mal während eines Gewitters den Wetterradar (Google: meteo radar, falls er wieder mal klemmt) beobachten. Hier eine Serie von Basel, 17.7.09:

Bis zu 2 oder 3 mm braucht man noch nicht mal einen Regenschirm. Bäume halten nämlich bis zu 3 mm an Regen mit den Blättern ab. Alles was grün und blau ist verdunstet demzufolge, und dient der Pflanze nicht als Wasserversorgung. Im roten Bereich jedoch nähert man sich bereits dem Gewitter, und kann recht schnell recht nass werden. Im violetten sollten sie schon mal den Keller überprüfen ... In dieser Serie von 15.20 bis überzieht eine Starkregenzone Basel relativ schnell: Sie nähert sich, löst sich um 15-40 fast auf, verstärkt sich bis 15-50 - und löst sich auf, d.h. sie geht erst in Nieselregen von 1 bis 2.5mm pro Stunde über, dann in Dauerregen von 2.5-6.3 mm. (Das ist die Art von Wetter, bei der man den Schirm ohne zu überlegen mitnimmt). Interessanter wäre eine Serie von letzter Woche gewesen, die ich leider nicht registriert habe. Da hing am Morgen eine Regenwolke über St. Gallen. Während 2 Stunden bewegte sie sich gar nicht, dann langsam gegen Süden, und kehrte um 14-00 gegen Osten. Eine kleine aber offenbar fiese Regenzelle hing während der ganzen Zeit über Aarau und bewegte sich nicht, während dem der grösste Teil der Schweiz eitel Sonnenschein genoss.

2006 war beileibe nicht wie 2003 ... aber dennoch im Mittel um 2.5 Grad zu warm, also um präzise den Betrag, den die Forscher bis 2050 erwarten. Basel kam noch gnädig davon, mit durchschnittlich 1.5 Grad, allerdings einem recht heissen Juli mit Spitzenwerten von 38 °C, auf den man im August fror, auch wenn die Temperatur fast durchschnittlich war. Eine Abkühlung von 7.4 Grad zieht sich ansonsten über ca. 2 Monate.

Heiss heisst offensichtlich noch lange nicht trocken. Die Niederschläge waren in Basel 2007 offenbar deutlich höher als im langfristigen Mittel. Niederschläge sind allerdings lokal viel variabler als die Temperatur. Also ich hatte den Eindruck, hier, am nördlichen Ende von Basel, regne es bald gar nicht mehr ...

2008 begann das Jahr wieder zu trocken und zu warm - was allerdings im April korrigiert wurde.

Mitte Mai besteht allerdings bereits wieder eine Tendenz zu Wärmerekorden. Nicht bloss in der Schweiz. Das Irawadi-Delta von Myanmar wurde Opfer eines Wirbelsturmes, in den USA folgt ein Tornado dem andern. Es könnte sein, dass die Natur uns hier eine Lehre erteilt, die Prioritäten von Politik und Wirtschaft derart verändert, wie noch kaum je geschehen. Und das ohne Vernehmlassung oder Abstimmung, ja sogar ohne Visa.

Die Wärmerekorde des Mai fanden zwar statt - nicht aber in Basel, sondern im Mittelland und vor allem in Oesterreich. Stürme und Ueberschwemmungen schlagen allerdings auch dieses Jahr massiv zu im Mittleren Westen  der USA (10% Verlust der Weizenernte, 30% der Maisernte dieser Kornkammer der Welt), Myanmar, China und den Filippinen. Mai, Juni, Juli zu warm - was vermutlich im August zu den Klagen eines "fehlenden Sommers" führt. Wir werden's in Kürze wissen, wie "kalt" dieser August wirklich war.

2007 beginnt noch extremer. Der Januar hatte bereits Märztemperatur, der April brachte dann schon sommerliche Maximaltemperaturen von 28 Grad und entsprach im Durchschnitt so ziemlich dem, was sonst Ende Mai zu erwarten wäre. Der Mai zeigte wieder zu hohe Temperaturen, etwa auf dem Wert des Juni. Der Mai ist etwas beschaidener - aber, s. rechts, viel zu nass, was für die gesamte Schweiz zutrifft. Das feuchtwarme Klima begünstigt Pilzwachstum und verursacht der Landwirtschaft, speziell im Kartoffelanbau, beträchtliche Probleme.

Der Juli zeigt wieder mal, wie wenig Mittelwerte aussagen. Obwohl er wieder perfekt dem langjährigen Mittel entspricht, entstand er aus 2 Wochen viel zu nass und kalt - und zwei Wochen viel zu heiss.

August: normale Temperatur - aber viiiieeel zu nass, 3 x so viel Niederschläge wie normal..

Diese extremen Temperaturen hatten auch Auswirkungen auf die Wassertemperatur - nicht zum Wohle der Fische.

http://www.eawag.ch/media/20070514/index

Auch heute zeichnet sich in Basel die gesamtschweizerische Trockenheit offenbar nur mässig aus. Diese kann allerdings auch daran liegen, dass der Regen zwar fast durchschnittlich, die Temperaturen aber deutlich zu hoch sind, was natürlich zu erhöhter Verdunstung führt. Des weitern lässt auch der Schneemangel mehr Wasser oberflächlich abfliessen statt einsickern, was zu einer geringeren Sättigung des Grundwassers führt. Der recht feuchte Mai hat das korrigiert.

Extrem war in Basel der April, mit 2mm Niederschlag, statt 60! Katastrophale Bedingungen für die Blatt- und Fruchtbildung bei allen Pflanzen. In der Grünanlage hinter dem Haus sind bereits zwei Föhren verdorrt, und das will was heissen, denn Föhren sind in der Schweiz die trockenresistenteste Baumart - aber vermutlich nicht bei Trockenheit im April, wenn sie neue Triebe bilden müssen.. Die Borkenkäfer können dieses Jahr mit Düsenantrieb ans Werk ...

Eben so extrem, aber in die andere Richtung, die Monate Mai, Juni und August, die die dreifache Regenmenge des langjährigen Durchschnitts brachten - bei normaler durchschnittlicher Augusttemperatur - was um so besser die enorme Energie zeigt, die das Klima zur Zeit antreibt - und an vielen Orten entsprechende Schäden angerichtet hat... denn normalerweise ist es bei uns ja kühl wenn's regnet.

2008 beginnt wiederum mit deutlich zu hohen Temperaturen. Der weitere Verlauf ist eher aprilmässig .... auch noch im August.

Seit Ende 2008 werden die Daten von Meteo Schweiz nicht mehr gratis zur Verfügung gestellt, die Präsentation hier also nicht weiter entwickelt. Die Vermarktwirtschaftlichung des Wissens führt also dazu, dass Leute mit Geld bestimmen, was wie und wo gewusst, d.h. veröffentlicht wird.

 

Auch ohne Graphik geht's 2009 allerdings im selben Stil weiter:

  • Wärmeüberschuss von 4° im April fürs Mittelland.
  • Der wärmste Mai seit 140 Jahren: Wärmeüberschuss 7 °. Damit ist der Mai 2009 wärmer als der des Hitzejahres 2003.
  • August und September zu warm und zu trocken. An verschiedenen Orten wurden Spitzentemperaturen gemessen wie sie noch nie aufgetreten sind seit Beginn der Messperiode vor 30 Jahren. 1/3 bis 2/3 der Niederschläge fehlen. Viel Sonne und wenig Regen gäbe guten Wein - was allerdings nur beschränkt stimmt, denn das erzeugt vor allem Zucker. Ein guter Wein lebt aber von der Balance von Säure, Bitterkeit, Süsse, Geschmack, Blume etc. Und vor allem ist Traubenwetter kein Wetter für die meisten andern hier einheimischen Pflanzen - wozu der Wein eben nicht gehört.
  • Sobald allerdings der relativ kalte Winter kommt (kalt heisst, für diese Jahreszeit eigentlich normal), behauptet die Mehrheit der Bevölkerung gleich wieder, das sei ein kaltes Jahr gewesen. Im Durchschnitt war es aber 1° zu warm.
  • ...

Auch 2010 geht das Theater im selben Stil weiter:

  • Der wärmste April seit ... wannauchimmer. Allerdings auch mit einem, für die landwirtschaft problematischen Defizit an Regen. Nur 3/4 der normalen Regenmenge des April sind gefallen.
  • Dafür holt der Mai das auf. Innert bloss 2 Wochen fällt 11/4 der gesamten Regenmenge eines Durchschnittsmais, die Temperaturen und das Wetter sind nun halt im Mai aprilmässig.
  • ...

Besonders betroffen war 2010 allerdings Russland, das über weite Gebiete eine Hitze und Trockenheit erlebte, wie noch nie in den vergangenen 500 Jahren. Moskau erreichte Tageshöchstwerte von 38.2°, 55'000 Menschen starben, Waldbrände wüteten, 1/4 der Getreideernte fehlte, was wieder mal zu einem massiven Anstieg der internationalen Preise bei Getreide führte, was eigentlich der Hauptgrund ist, für die Unruhen bei den weniger mit Erdöl beschenkten Arabern, denen sogar das Brot zu teuer wird. Auch hier handelte es sich um die inzwischen berüchtigte Omega-Lage.

Auch 2011 straft die Erwärmungslügner Lügen. In der Schweiz droht eine grössere Trockenheit als 2003. Der Schnee schmolz bereits im Januar, und viele Flüsse trocknen gegen Mai bereits aus. Fische müssen umgepflanzt werden. Die Grundwasserspiegel sind tief, die Seen und Flüsse oft so tief, dass die Schiffahrt behindert wird (Walensee und Bodensee je minus 27cm auf das langjährige Mittel. In Visp brennt der Wald schon Ende April.

Basel war diesmal nicht so stark betroffen (aber eh trocken), also wär mir das Problem rein vom Lokalen her nicht aufgefallen.

Daten: http://www.meteosuisse.ch/web/de/klima/klimaentwicklung/homogene_reihen.html

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M. Herzog, Basel, irgendwann, vor Jahren ... 2001

Dieses hübsche Tierchen ist der Rotfeuerfisch (Pterois volitans). Ein Tropenfisch aus dem Pazifik ... der sich seit Neuestem vor New Yorks Long Island tummelt. Das gefrässige und giftige Tier hat sich dort explosionsartig vermehrt. Man rechnet allerdings (noch)     damit, dass ihm der New Yorker Winter den Garaus macht.

Ein noch unangenehmerer Gast, die Tigermücke, ist seit 2006 in der Schweiz und andern nördlichen Ländern eingewandert (ohne dass die SVP eingegriffen hätte, wo's für einmal angebracht gewesen wäre!). Diese südasiatische, tropische Mücke kann 23 verschiedene Viren übertragen wie Dengue und Gelbfieber.

Ornithologen stellten in Oxford fest, dass die Kohlmeisen seit 1960 ihren Brutbeginn um zwei Wochen vorverlegt haben.
 

Allerdings werden im "ehemaligen" Polarmeer immer häufiger ertrunkene Eisbären gefunden, die keine Eisscholle mehr fanden. Sogar am Nordpol selbst ist inzwischen im Sommer immer öfter mit einer offenen Wasserfläche zu rechnen. Polgänger müssen heute also wieder iron men (oder women) sein, die über Eisberge klettern und durch Eiswasser schwimmen. Um ihren Besuch am Nordpol zu markieren werden also bald Schwimmbojen nötig.

Die Entwicklung geht auch hier rascher als man darüber Scherzen kann. Am 15. Juli 07 schwamm Lewis Gordon Pugh als erster 1 km über den Nordpol. Eine neue Extremsportdisziplin steht uns da vermutlich bevor: Polarschwimmen - Polar Iron Man - etc.

Im Sommer 2007 gelang es zum ersten Mal einem Segelboot die Nord-Westpassage (Neuschottland - Alaska) zu bewältigen, was normalerweise nur mit Eisbrechern möglich ist.

Im August 2008 sind zum ersten Mal seit Menschengedenken die Nordwest wie die Nordostpassage offen für Schiffe ohne Eisbrecherkapazität:

Auf Melville Island, weit innerhalb der Arktis, wurden diesen Sommer mehrmals über 20° gemessen. Die Normaltemperatur beträgt hier im Juli 5°. Bloss 150 km vom Nordpol regnete es andernorts tagelang.

Die Graphik rechts (Tagesanzeiger 17.8.07. S. 30. von NOAA) zeigt den extremen Verlust an lockerem Eis nördlich des Beringmeeres, in der Beaufortsee und der Ostsibirischen See. Eine gewaltige Verringerung der Lebensräume von Eisbären und andern Seesäugern (Seehunde, Seelöwen etc.), die in diesen riesigen offenen Wasserflächen keine festen Ruheplätze mehr finden.
 

Im September 2007, dem Monat mit der kleinsten Bedeckung, wird die Arktische Eisfläche nur noch 4.5 Millionen km2 betragen, ein Wert der von Klimaforschern des IPCC erst für 2050 erwartet wurde. Bis Ende des Jahrhunderts ist mit dem vollständigen Verschwinden des Eises zu rechnen, womit die Eisbären, dann heimatlos, irgendwo in Grosskühltruhen Asyl beantragen müssen. Sie könnten sich natürlich auch eigenverantwortlich den Pelz scheren und als <Nordische Nacktbären> eine neue ökologisch-touristische Nische schaffen. Bereits heute werden Eisbären bis zu 300 km landeinwärts gefunden.

 

Aus der Praxis kommen immer mehr Meldungen, die die globale Erwärmung bestätigen. So häuft sich in der Westschweiz die Jahre in denen eine frühe Ernte (September) der Trauben nötig ist. In den letzten 10 Jahren trat dies eben so häufig auf wie in den ganzen 90 vorangegangenen Jahren. Zudem lässt sich inzwischen im Genferseegebiet die Merlot-Traube anbauen, die eigentlich mediterranes Klima verlangt und typisch ist für das Tessin und den Piemont.

In Genf wurde 2006 zum ersten Mal seit Beginn der Beobachtungen im Jahr 1818 beobachtet, dass der "offizielle" Kastanienbaum im Oktober die Knospen öffnete. Normalerweise gilt dies in Genf als Zeichen für den Frühlingsanfang! Nach dem Rekordsommer folgte nun auch noch ein Rekordherbst.

Im Tessin vermehrt sich die Hanfpalme (Trachycarpus fortunei), die im frühen 19. JH als Zierpflanze in Norditalien und im Tessin eingeführt wurde, seit ca. 1970 frei in den Wäldern. Heute ist ihre Vermehrung bereits nördlich der Alpen in Gärten möglich.

Am rechten Limmatufer in Zürich gedeihen Palmen und Feigenbäume, die früher den Winter nicht überlebt hätten.

Mitte November 2006: In Sibirien finden die Bären keine Winterruhe (die sonst im Oktober/November beginnt) und treiben sich in den Dörfern rum. In der Region Kemorowo ist bisher kein Schnee gefallen. Einige Bäume tragen bereits wieder Knospen und einige Blumen blühen bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr, spüren also bereits den Frühling.

Der Film An Inconvenient Truth von Al Gore bringt dazu noch eine ganze Menge weiterer Informationen. Dass viele Küsten "höher gelegt" werden müssten, ist klar. Die meisten rechnen allerdings noch mit einer Erhöhung im Rahmen von cm/pro Jahr, da man annahm, dass das Auftauen der enormen Eisblöcke auf Grönland und der Antarktis hunderte von Jahren dauern würde. Das Abbrechen riesiger Eisschollen hat da einige Wissenschaftler eines bessern belehrt. Wenn sich ausreichend grosse Schmelzseen an der Oberfläche bilden, speichern diese die Sonneneinstrahlung, und führen zu einer enormen Beschleunigung des Tauvorgangs, der dann nochmals beschleunigt wird, wenn diese Wassermassen durch den Eispanzer durchbrechen, ihn erodieren und in kleinere Teile zerlegen. Bei einem Anstieg des Meeresspiegels um 7 m müssten also die Dämme um Venedig, Holland, Bangladesh etc. um 7 m erhöht werden. Oder ... in Bangladesh werden 70 Millionen Menschen vertrieben. Do Hongkong-Macao, Shanghai, Tjianjin. Die südlichen Teile von Vietnam, Thailand und Myanmar; Irak. Bahrain und die Emirate, von den neuen Luxusinseln schon gar nicht zu reden ... Das Delta des Nil mit Alexandria. Miami, New Orleans, Houston. s. Karte

Da praktisch alle grossen Häfen der Welt umgebaut/verlegt/höher gelegt werden müssen, dürfte dies beträchtliche Auswirkungen auf den Welthandel haben (allerdings ohne Hoffnung auf Meersanschluss für die Schweiz. Soooo viel Eis gibt es dann doch nicht, dass Basel plötzlich am Meer läge.

Fast noch brutaler dürfte sich das global warming allerdings für China, Indien, Pakistan und Zentralasien äussern. Da immer weniger Schnee fällt im Winter, die Gletscher abschmelzen, fehlen auch die Schmelzwässer des Himalaja und Pamir (Tadschikistan) im Sommer, von denen grosse Teile dieser Länder mit Wasser versorgt werden, Wasser von dem vor allem die Landwirtschaft abhängt. Diese hat ja den Aral See bereits ohne global warming praktisch zum Verschwinden gebracht. Durch das Versiegen dieser Ströme im Sommer wären 40% der Weltbevölkerung betroffen ....

Flüsse die (noch) durch Schmelzwasser aus dem Himalaja und dem Hochland Tibet versorgt werden:

Dieses Problem macht auch gleich klar, warum gewissen Kreise in der Schweiz eine Versorgungslücke propagieren, die sich natürlich nur mit Atomkraftwerken füllen lässt, obwohl es diese Versorgungslücke eigentlich gar nicht gäbe, nähme man das Problem des global warming ernst. Denn nähme man es ernst, müsste man alles daran setzen, Energie wirklich sparsamer zu verwenden und mehr auf erneuerbare Energien zu setzen, die über Sonnenlicht, Wind, Meeresströmungen, Geothermie ja in praktisch unerschöpflichem Masse vorhanden sind.

Pfeift man drauf, ergeben sich natürlich tolle Verdienstmöglichkeiten: Wasser runterlassen, Strom erzeugen, Wasser mit Atomstrom in Speicher raufpumpen - und zu Spitzenzeiten runterlassen und Strom zu Spitzenpreisen verkaufen. Wirtschaftlich sinnvoll ... so sinnvoll, wie das meiste was wir heute in der Wirtschaft produzieren. Die Alpen werden aber dadurch quasi zu einem gigantischen Energie-Klosettspülung.

Veränderungen im Wintersport nach ausreichend globaler Erwärmung:

Folgen für das Städtemarketing: