Wer will schon 0% Zins?

 

Als Reaktion auf die positive Präsentation verschiedener alternativer Banken und grüner Fonds in der Februarnummer der evolution gingen verschiedene Briefe ein beim Redaktor – alle mit dem Tenor: Ja aber – der Zins. Ökologisch, sozial, nachhaltig – alles gut und recht, aber solange der Zins bezahlt werden muss, solange ein Streben nach Profit vorhanden ist, taugt das alles nicht. Es ist allen Lesern der Evolution klar, dass Zinsen Probleme verursachen – es kann jedoch niemand erklären, wie unsere heutige Wirtschaft in eine zinsfreie übergeführt werden soll. Eine Mehrheit lässt sich dafür nicht finden, vor allem nicht, seit die Pensionskasse obligatorisch ist. Eine unfreiwillige Einführung durch eine diktatorische Herrschaft? In Anbetracht der libertären Wurzeln der Bewegung doch wohl kaum. Wie also soll eine zinsfreie Wirtschaft entstehen, wenn nicht freiwillige Ansätze wie diejenige von ABS und BCL den Boden dafür schaffen?  Anhand der folgenden Graphik sehen Sie wie weit die Freiwilligkeit geht. Bloss eine kleine Minderheit von 17% wählt 0%, die Mehrheit (61% zwischen 1 und 2%) wählt einen Zins der in etwa die Entwertung durch die Inflation auffängt (1.7%):

 

 Die Grundsätze der Freien Gemeinschaftsbank sind:

  1. absolute Transparenz
  2. Genossenschaftsbank ohne Gewinnstreben
  3. Freie Wahl des erwünschten Zinssatzes innerhalb der Limiten
  4. Kredite nur für Projekte oder Institutionen die Gemeinnützig sind
Die Gemeinschaftsbank will solidarisches Verhalten fördern, helfen die Geldprozesse zu durchschauen und die Mechanismen im Sinne der Anleger zu nutzen. Sie will den Anlegern die Möglichkeit schaffen, Geld gezielt einzusetzen und zu verhindern, dass Geld zum Machtmittel wird. Ich denke, auch Freiwirte sollten dazu erst „ja aber“ sagen, wenn sie eine andere Lösung anbieten können.