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Veränderung setzt Bewegung voraus, Unruhe, manchmal sogar Chaos. Nicht die Satten und Geduldigen sorgen für Fortschritt, sondern die Hungrigen und Getriebenen. Nicht das Moderate, Schickliche, Vernünftige setzt etwas in Gang, sondern das Unanständige, Radikale, Unvernünftige. Neue Ideen verdanken wir nicht den Profilierten und Mächtigen, sondern den Ohnmächtigen, die sich einmischen. Nur der Geist der Auflehnung verändert die Welt. Peter Fahr in Ego und Gomorrha: Die Anarchie der Phantasie |
Evolution kommt vom lateinischen evolvere: herausentwickeln. Evolution bezeichnet, laut Meyers grossem Taschenlexikon, die friedliche Entwicklung der menschlichen Gesellschaft – im Gegensatz zur gewaltsamen Änderung durch die Revolution.
Es
gibt kaum eine Entwicklung ohne Scheitern, ohne Zusammenbrüche und
Neuanfang. Man muss dabei nicht mal an die Dinosaurier denken, auch Wald
muss ab und zu beerntet werden, oder zusammenbrechen und vermodern oder
verbrennen, um einem neuen Zyklus Raum zu schaffen.
Stärke kann auch aus Kooperation erwachsen. Arbeitsteilung ist ein kooperatives Modell, bei dem allerdings die Macht Ziele zu setzen sehr ungleich verteilt ist. Die von befreundeten Organisationen wie uns kritisierten Auswüchse der Globalisierung werden nicht von egoistischen Individuen durchgesetzt, sondern von wohlorganisierten und effizient kooperierenden Gemeinschaften, den Corporations. Wenn Sie verfolgen, wie wirtschaftliche Entscheide heute fallen, wie stark sie an die Launen der Shareholder, CEOs und vor allem auch der kurzfristigen und zufälligen Interessen der Spekulanten an der Börse gebunden sind, dann haben wir es hier eindeutig mit Darwinismus zu tun, Darwinismus in seiner krudesten Form. Er entwickelt sich immer mehr in diese Richtung, wenn es uns nicht gelingt, nebst der Wirtschaftlichkeit auch Ziele wie Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Freiheit anzustreben.
Entwicklung und Dialog: Entwicklung ist nur möglich, wo Lernfähigkeit besteht. Diese besteht nur dort, wo auch das eigene Wissen in Frage gestellt, oder zumindest aus einer anderen Perspektive anders betrachtet werden kann. Es geht bei Entwicklung wie bei Dialog darum, aus einer konflikthaltigen nur-so-und-nicht-anders-", oder "Entweder-Oder-" Situation eine sowohl-als-auch oder eine und Situation zu machen: Eine Entwicklung mehrerer Dimensionen zum gegenseitigen Vorteil.
Gesellschaftliche Entwicklungsprozesse: Entwicklung basiert auf dauerndem Lernen, also Beobachten, Interpretieren,
Kommunikation - Dialog - Konsens: Handlung kann nur eine gemeinsame Basis finden (Konsens), wenn unterschiedlich Arten des Wissens in der Kommunikation eingebracht werden können, verstanden werden und zu konstruktivem Dialog führen. In manchen Fällen, besonders wo es um Werte geht, bestimmen Gespräche den Wahrheitsgehalt (Habermas, Quine: kommunikatorische Wahrheit), nicht wissenschaftliche Prüfungen.

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