
Welche Faktoren bestimmen die Zufriedenheit mit dem Leben in der Schweiz - und anderswo?
Was ist Wohlstand, wer bestimmt darüber, wer verfügt darüber?
Denken Frauen anders als Männer? s. Intuitives Denken
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Klaus Heer: Paarlauf. Wie einsam ist die Zweisamkeit? Sieben Frauen und sieben Männer erzählen aus ihren vier Wänden. Scalo Verlag Ag. 2005
| Gewisse Ehen halten nur in der Weise zusammen wie
ineinander verbissene Tiere. (Gerhard Hauptmann, dt. Dichter, 1862-1946) |
Das Büchlein von Klaus Heer liefert, als story telling, eigentlich das Rohmaterial und die ideale Grundlage für eine qualitative Analyse. Wertvoll daran ist auch, dass die Inverviews nicht momentane Gefühlsbeschreibungen sind, sondern eine Zeitspanne von 3 Jahren umfassen. Die 14 Beispiele reichen natürlich bei weitem nicht aus für statistisch fundierte Aussagen - geben aber einen interessanten Einblick in Machtspiele, gegenseitige Herrschaftsansprüche, Anspruchshaltungen, Forderungen - und (leider meist mangelnde) Dialogbereitschaft:
Das Adjektiv "fordernd" scheint auch in Beziehungen vorwiegend positiv besetzt - während für "gebend" eher das Gegenteil zuzutreffen scheint.
Wirtschaftliche Verhaltensnormen scheinen hier voll auf die privaten Beziehungen durchgeschlagen zu haben.
Interessant ist auch hier, dass in 7 der 14 Fälle Sex * ein zentrales Problem (der wichtigste Faktor von Glück und Unglück) darstellt - obwohl dies in Umfragen immer wieder verneint werde, heissts.
Zusammenfassung der wichtigsten Topen und der Häufigkeit, mit der sie auftreten. Ich hab das nur so schätzungsweise getan, nicht mit wissenschaftlicher Akkuratesse. Dazu sind auch zu wenige Beschreibungen vorhanden. Dennoch zeigt sich deutlich, dass, trotz "Offenheit", medialer Überschwemmung mit Sex und Porno, Toleranz etc, die Untreue noch immer zu den Problemen zählt, die am meisten Diskussionen in Beziehungen verursachen. Zusammengezählt leiden allerdings etwa gleich viele Paare an einseitiger Dominanz eines Partners (und beileibe nicht immer des Mannes), an absurdem Dialog oder schlichtweg Dialogunfähigkeit:
Die Geschichten zeigen aber dennoch, dass eine geschlechtsspezifische Schuldzuordnung, vor allem was Treue oder Untreue betrifft, nicht zulässig ist.
| TOPOS | Häufigkeit |
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Mehrfachbeziehungen / Untreue: Sex ... spielt keine
Rolle Aussehen Vor-Macht: Geld: Der Ehe-Mann als Ernährer: Autoritäre Vorherrschaft (Patriarchat oder Matriarchat): "ungewollte" Schwangerschaft: Bildungsunterschied: Einseitiges Engagement: Konfliktverhalten: Einstellung der Kommunikation: Absurde Kommunikation mit gegenseitiger Schuldzuweisung Ich liebe dich wie du bist ... aber warum bist du so nicht anders? Wer versteht die Frauen? Esotherisch überkandidelt Divide et impera! |
7 3 3 3 2 1 2 1 1 1 2 2 2 2 1 1 |
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Catherine: opferbereite Madonna. Sein Gesicht gefiel mir, doch sein Körper war mir zu mager, zu hager, zu blass, gar nicht mein Typ.
Apropos Bett: Zu empfehlen das Bett aus massivem, natürlichem Holz vom Säge- und Hobelwerk Albiez. Topos: Sex spielt keine Rolle: Georg und ich hatten während der ganzen Reise wie Bruder und Schwester gelebt. Nachher ging es mir schlecht, und wir hatten ständig Streit, und ich fing eine Affäre an. Kurz darauf stieg auch er in ein fremdes Bett, ich hatte ihn dazu ermutigt.
Mein Brennen galt eigentlich einem früheren Liebhaber.
Ich muss Ihnen ehrlich gestehen, dass ich im Erotischen, im Sexualleben einen Riesenmangel habe ... Ich könnte gerade losheulen.
Ich musste mich gerade an der Nase fassen: Vielleicht kommt es gar nicht auf den Reiz an oder auf die erotische Energie oder auf die Schönheit der beiden Partner, sondern auf die Zuneigung, die Liebe, die Hingabe. Und frisch verliebt sein ist vermutlich auch nicht unbedingt notwendig für guten Sex ...
Topos: Geld: Ich möchte aber Georg ebenbürtig sein, auch in Sachen Geldverdienen. Seit wir Kinder haben, musste ich lernen, finanziell abhängig zu sein. Das ist mühsam.
Autoritäre Vorherrschaft (Patriarchat oder Matriarchat): Georg ist der Chef.
Topos Konfliktverhalten - Einstellung der Kommunikation: Übrigens kann Georg auch schlecht streiten. Wenn wir richtig Krach haben, verkriecht er sich sofort wie ein Krebs in sein Zimmer und bleibt dort, sauer und beleidigt, bis ich - immer ich - vor dem Einschlafen noch an seine Türe klopfe und bei ihm unter die Decke schlüpfe, weil ich diese Eiseskälte nicht lange aushalte. Er würde niemals kommen, so extrem beleidigt ist er dann.
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Hartmut: Gunda, seine einzige Lebensfreude, sie allein erhalte ihn am Leben. Gleichzeitig sei er aus ihrer Sicht immer an allem schuld, was in der Beziehung schief laufe.
Absurde Kommunikation mit gegenseitiger Schuldzuweisung - wird oft zum stärksten Bindungseffekt, durch Dauerbeschäftigung mit selbst kreierten Problemen: Schwiegertochter ruft an, Hartmut gibt Auskunft, dass Gerdas Programm bis spätabends voll sei. Schwiegertochter wendet sich also an Freundin. Gunda ist bestürzt, da sie nicht da sein konnte als sie gebraucht wurde - und ist in Tränen aufgelöst ob der Herzlosigkeit Hartmuts. Sie bläst das ganze Programm ab, lädt vier Gäste aus, fährt nach Biel - und ist beleidigt.
Ja, so zieht es sich wie ein roter Faden durch mein Leben: Ob ich mir besondere Mühe gegeben oder mich, ohne es zu bemerken, unmöglich verhalten habe - immer bekomme ich zu hören, dass ich wieder völlig daneben war.
Immer das selbe Drehbuch: Sie kann als Mutter nicht anders als lieb und angepasst sein und ausnahmslos immer helfen, wo auch nur ein Hauch von Notwendigkeit besteht. (> unbedingte Selbstbestätigung der eigenen Unentbehrlichkeit). Umgekehrt kommen von ihr kaum Zärtlichkeiten. Ich bin mir nämlich sicher, dass es ihr ohne mich deutlich weniger gut ginge als jetzt mit mir zusammen.
Topos: Ich liebe dich wie du bist ... aber warum bist du so nicht anders? Gunda wollte mich immer um jeden Preis ändern.
Taktik: Divide et impera: Sie erwartet von mir, dass ich mich viel mehr in der Kinderbetreuung engagierte, und zwar hätte ich immer ihrer Meinung sein sollen. Als sie damit scheiterte, setzte sie mich regelmässig ausser Gefecht, indem sie dafür sorgte, dass ich immer isoliert war - gegenüber den andern drei Familienmitgliedern.
Kommentar: Diese Taktik des Zwietracht sähens dürfte in Familien häufiger sein, als einem lieb ist: Gute (immer leidende, immer ungerecht sich behandelt fühlende ... *) Mutter behütet liebe Kinder vor bösem Vater. Leider ist die Emanzipation häufig nur eine Fortsetzung dieses Topos, da sie eben genau darauf, auf der ewigen Opferrolle der Frau, aufbaut. Sie erhält dadurch oft eher den Charakter eines Revanchismus - als dass sie zur Befreiung beiträgt.
* In höchster Perfektion wurde diese "Leidensrolle der Frau" von Ingrid Bergmann gespielt. Und das ist ja Gott sei Dank schon über eine Generation her .... hat aber diese Generation der Mütter, d.h. für die meisten heute Grossmütter, deutlich geprägt.
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Vorletzte Woche habe ich nun von ihm verlangt, dass er endlich was gegen seine Einsamkeit unternimmt und einen eigenen Freundeskreis aufbaut.
SEX SEX SEX - Mehrfachbeziehungen - absurder Dialog - Abhängigkeit: Ich bin ein Biest! Ich bin süchtig nach Schmetterlingen im Bauch und verliebe mich immer wieder - nur leider nicht in Jan!
Die Gespräche beginnen immer harmlos und enden jedesmal gleich: Wir landen unweigerlich bei andern Männern. Er fragt mich aus, weil er mitgekommen hat, dass ich von einem Mann eine SMS gekriegt habe, und dann verirren wir uns in stundenlange Diskussionen. Er überwacht mich dauernd.
Am letzten Wochenende war's eben so, dass ich erst am Morgen um sechs nach Hause kam. Ganz zufällig hatte ich am Stadtfest den Mann getroffen, mit dem Jan mich im letzten Sommer erwischt hatte. Ich war in jener Nacht ganz brav gewesen und hatte nichts zu verbergen. Dennoch hat's ihn wieder total umgehauen! Es ist unser Riesenproblem!
Er ist mir so vertraut wie sonst kein Mensch. Ich fühle mich zusammengehörig mit ihm, bin stolz auf ihn, kuschle gern mit ihm - aber ohne Leidenschaft, leider. Kann das Liebe sein?
Früher war ich überhaupt nicht erregt bei Jan. Erst als ich mit regelmässigen Seitensprüngen anfing, ist es auch zu Hause besser geworden. Meine Untreue hat mich aufgeweckt.
Jan gibt sich zwar alle erdenkliche Mühe, berührt mich liebevoll und begehrend, aber aus irgend einem Grund dringt er nicht mehr bis zu mir durch.
Vor ein paar Wochen hab ich ihm gesagt, dass ich ihn nicht richtig begehre - im Gegensatz zu andern Männern. ... Ich hatte keine Angst ihn zu verlieren, obwohl er einen Koffer packte für eine Woche. Nach vier Stunden kam er dann ja wieder.
Jan hat eine Psychotherapie angefangen und ist jetzt wieder zuversichtlich. Wir schaffen es nur, wenn er psychisch stabil ist. Das Leben ist doch zu kurz um nur dreimal jährlich befriedigenden Sex zu haben.
Ich habe jetzt vor, eine Sexualtherapie zu machen und hier in der Schweiz vorläufig keinen Mann mehr an mich heranzulassen.
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Bruno: ... aber dunkel bleibt die berühmte Frage: Was will die Frau? Weiss Barbara, dass sie nicht Ihre Superfrau ist? Das sagt sie selbst. Sie wird immer wieder als Mann angesprochen, hat markante Gesichtszüge, herrliches kurzes Haar.
Topos: Wer versteht die Frauen?
Topos Bildungsunterschied: Der Bildungsunterschied, der macht Barbara am meisten Mühe. Ich habe an der Uni studiert, sie nicht. Das kann sie nur schwer akzeptieren. ... will sich einer Schönheitsoperation unterziehen. Überall steht sie unter Druck, sich schwer anstrengen zu müssen.
Sex: Aber im Moment läuft im Bett nicht alles optimal. Der Reiz fehlt. Barbara will es wohl nicht anders. Ich auch nicht. Wir haben schon Sex, nur fehlt das Abenteuerfeeling. Ich will tagsüber Sex, Barbara am liebsten nachts, weil sie am Tag Wichtigeres zu tun hat. Das Wochenende ist mit Arbeit vollgepackt. Und Barbara hat viel mehr Energie als ich und will sich dann nachts auch noch bedienen lassen, während ich k.o. bin. Aber eigentlich weiss ich nicht wirklich, wo das Problem liegt ... Sie hat schon mal gesagt, sie möchte hart angefasst werden. Ich kann das fast nicht, und wenn ich's unbeholfen versuche, scheint es nicht ihren Wünschen zu entsprechen. [Kommentar: Eigentlich weiss er's doch, aber er geht nicht darauf ein.]
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Erika: hat einen homosexuellen Mann geheiratet - und merkt es erst nach 17 Jahren.
Sex: Als Landei störte es sie nicht, dass er ein zurückhaltender Mann war? Im Gegenteil! Mein Vater war eine Art Lüstling gewesen. Diese Sorte Männer widerte mich immer an, sexuell zupackende Männer machen mir Angst [Merke: offenbar gibt es kein Universalrezept]. Norbert war ganz anders: einfühlsam, fein, nett, belesen.
Ich habe mir auswärts schenken lassen, was mir zu Hause offenbar fehlte: einen Spontanfick. Das war ein Naturereignis für mich!
Norbert liebt seine Töchter über alles. Er ist ein Bilderbuchvater. Und mich mag er auch. Ich bin seine Weggefährtin. Seit eh und je und wohl für immer.
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Sven: lebt mit Bert zusammen. Da kann ich gar nix anfangen mit ...
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Der Ehe-Mann als Ernährer: Ich habe ja noch immer keine Arbeit und bin drum finanziell abhängig von Daniel. .. Heute muss ich erkennen, dass ich naiv war, als ich in den Achtzigern sehr lange ohne Brotjob war. Ich wusste damals nicht recht, was ich wollte, und bemühte mich entschlossen genug um eine Stelle im Printmedienbereich. Das hatte zur Folge, dass ich heute praktisch ohne Pension dastehe ("Freie" Journalistin, 59). Das kettet mich an Daniel.
Eigentlich bin ich gar nicht fürs tägliche Zusammenleben mit einem Mann geeignet. Nicht mehr! Die immer wiederkehrenden Diskussionen habe ich satt! Die Hausarbeit ist mir auch total zuwider. Ich habe keine Lust mehr, fast jeden Mittag für den Ehemann zu kochen, nur weil er das Geld nach Hause bringt. ... Er übt einen gewissen Druck auf mich aus, Arbeit zu finden und Geld zu verdienen.
... Der Liebhaber als Muse: Thomas ist meine Muse, die meine schöpferischen Lebensenergien herauskitzelt. Mein 3'-jähriger Schriftstellerfreund. Er arbeitet nur so viel wie unbedingt nötig, daneben schreibt er und geniesst das Leben.
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Herbert:
Sex: Die Koitusfrequenz ist in der letzten Zeit um den Faktor 0.25 gesunken. Statt einmal pro Woche am Sonntagmorgen, jetzt einmal im Monat. [64]
Topos: Wer versteht die Frauen? Ist sie ein Buch mit sieben Siegeln für Sie? Ein Buch mit sieben hoch sieben Siegeln.
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Lisa und Theo: Seit dem Kindergarten ein Paar, seit 23 Jahren verheiratet, seit 10 Jahren suchen die beiden den verschütteten Weg zurück zu ihrer Liebe
Topos Geld: Ein wichtigerer Beruf bringt auch mehr Geld .... und Theo hat tatsächlich viel mehr fürs Auto bezahlt als ich! Eigentlich gehört es fast ihm. Das ist ärgerlich, manchmal.
Topos "ungewollte" Schwangerschaft: Abtreibung war kein Thema? Nein, nie! Da war ich strikt: Bevor ich ein "erstes Mal" zuliess, fragte ich Theo, ob er allenfalls bereit wäre, ein Kind zu akzeptieren; sonst wolle ich nicht mit ihm schlafen. Er sagte: Im Prinzip ja, aber noch nicht jetzt. Als ich dann wirklich schwanger war, stellte sich heraus, dass er flexibler war, als seine damalige Antwort vermuten liess. Wir dachten beide keinen Moment an Abtreibung, sondern wir haben beide klar für unsere Kind entschieden.
Topos Mehrfachbeziehungen: Theo verliebte sich in eine andere Frau. Dummerweise in meine beste Freundin.
Philippe wurde mein Geliebter. Ich war weg! Ich wurde schwanger von Philippe. Vier Wochen später verlor ich das Kind.
Du kannst gehen, aber die Kinder bleiben hier! sagte er knallhart. Er selbst hatte zudem jede Menge Frauen, die hätten sich dann wohl als sukzessive Ersatzmütter angeboten, denke ich.
Topos Egoismus: Ich liebe mich wie ich bin ... Wenn Du mich lieben willst, tu gefälligst das Selbe! Philippe war meine grosse Liebe. ... Bei ihm musste ich mich nicht rechtfertigen, ich war einfach, wie ich bin, er nahm mich an, wie ich bin. <> Während ich mich mit meiner Situation langsam arrangierte, wurde es für Philippe allmählich schwieriger. Er fühlte sich zunehmend unwohl in seiner Rolle als Geliebter und halber Partner, er wollte eigentlich Kinder, eine Ehe, eine Frau ganz allein für sich. Seine Hoffnung war am Schwinden, dass ich mich eines Tages scheiden lassen und mit ihm ein neues Leben starten würde. Er begann sich umzuschauen und verliebte sich prompt in eine Frau, jung, frisch, schön. ..
Zurück zu Theo: Ich bin jetzt egoistischer! Anstatt vornehmlich ihn zu verwöhnen, bin ich jetzt mehr auf meine Lust aus. Das ist ein ziemlich grosser Unterschied.
Sex: Wenn überhaupt Sex zwischen uns, dann steht nur der Morgen zur Verfügung
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Joseph:
Mehrfachbeziehungen: Als das erste Kind kam versank Susanne in eine Depression. ... Susannes Depressionen waren die Hölle für mich. Als ich etwa 38 war, kam Susanne langsam aus dem Sumpf ihrer Depression heraus. Wir gingen in eine Gruppentherapie und dort verliebte ich mich dann eben in meine erste Freundin. Die intensive Leidenschaft musste ich nach sechs Monaten aufgeben. Susanne reagierte extrem eifersüchtig. [Selbe Geschichte wie oben, umgekehrtes Vorzeichen.]
Sex: Sie legte sich immer auf den Bauch und wollte, dass ich sie massiere. Erst nachher gab's Sex. Eine richtige kleine Erpressung!
Einseitiges Engagement: Mir fehlt der Mut dazu. Leider hilft mir Susanne dabei nicht, ich muss es ganz allein tun. Warum immer ich?
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Hildegard:
"Deine zwanghafte Ordnung ist dir immer wichtiger als ich!" sagte ich ihm. Und er wirft mir vor: "Nie respektierst Du mein Bedürfnis nach Ordentlichkeit." ... Im Gegensatz zu ihm glaube ich nicht, dass ihm ein tadellos ordentliches Haus den Seelenfrieden bringen würde. Ich habe es getestet und peinlich genau aufgeräumt, sogar den Boden gewischt; zehn Minuten später startete er seine übliche Putzaktion dennoch. [Das übrige hab ich z.B. auch mit meiner Ex getestet. Die ist zwar Irakerin, also nicht übermässig putzwütig. Aber wenn ich als Mann putze, musste sie natürlich zeigen, dass sie es besser kann.]
Axel sagt, ich sei distanziert, verschlossen und stosse ihn weg. Er ist ein depressiver Typ, ängstlich und häufig sehr anklammernd und fordernd. Schwierig für mich.
Sex zum Beispiel! Erst verwickelt er mich in Berührungen. Er sagt, man könne doch lernen, sich berühren zu lassen. .. Zuerst ist es wirklich nicht unangenehm, aber was ich sicher nicht möchte, im Moment: Sex! Er macht einfach weiter, über meine Grenzen hinweg, und ich lasse mich überfahren. Ich wollte ja gar keinen Sex, ich war schon vorher satt! ... Axel hat das Talent, mich so zu berühren, dass ich es nicht geniessen kann. ... Ich rutsche in einen Alarmzustand. Ich beginne aufzupassen, ich bin abwehrend, verkrampft, überreizt. Wie das Kaninchen vor der Schlange. Das habe ich ihm gesagt, ich versuchte es ihm zu erklären. Es ging daneben, er verstand alles falsch.
Ich stelle mir das so vor, dass ich mich anlehnen kann - nicht unterwerfen! Er ist etwas stärker als ich, ein bisschen grösser, mehr nach aussen gerichtet, männlich! Und ich darf mich da hineinkuscheln, wie ein etwas kleinerer Ring sich in einen etwas grösseren einfügt, geborgen ... So ist es leider nicht, sondern ... Meistens bin ich grösser, muss als Mutter herhalten. Ekelhaft, wenn er die Mutter in mir sieht!
Esotherisch überkandidelt: Vor 17 Jahren .... Wir hatten damals schon unsere beiden Kinder, ich wurde schwanger und habe dann abgetrieben. ... Es fehlt. Es ist nicht auf die Welt gekommen. Jemand fehlt. Das ist traurig für mich, ich bin traurig über den Verlust. Ich habe über Jahre meine Lebendigkeit verloren, weil ich nicht mehr ganz da war. Ich fühlte mich schuldig und konnte meinen Schmerz nicht zeigen, jedenfalls Axel nicht. In mir war etwas erstarrt, sodass ich ihn nie mehr wirklich an mich heranliess. Zwischen uns war ein Graben. ... Ja, dieses Kind hat seinen Platz bekommen. Es ist voll anerkannt worden, auch von Axel.
Er sagte, er sei zu 80% enttäuscht von unserer Beziehung, nur 20 % seiner Erwartungen würden erfüllt.
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Arthur: Er führt ein unverfrorenes Doppelleben (s. auch sie, do)
Sex spielt keine Rolle: Livia hält mit ihrer rechten Hand meinen Schwanz, der aber praktisch nie scharf wird, und ich lege meine Linke auf ihre untere Lippen - nie dazwischen. Livia würde ihn zwar reinlassen, wenn ich's möchte. Aber sie hat kaum mehr eigene Lust darauf, ich eigentlich auch nicht. Darum lassen wir's. Fast immer.
Mehrfachbeziehungen: Meine Inselerlebnisse bleiben immer auf der Insel ... Mir war die schäbige Rolle des Betrügers zugedacht, sie wählte die Rolle der verletzten Betrogenen. In unseren stundenlangen Diskussionen stellte sich heraus, dass sie sich immer vorgestellt hatte, ich würde meine sexuellen Bedürfnisse mit den mietbaren Frauen eines Escort-Service befriedigen.
Ich liebe dich wie ich bin ... Wenn Du mich lieben willst, tu gefälligst das Selbe! Entweder Du kannst ich so hinnehmen, wie ich bin, mitsamt meinen Frauen, oder ich verlasse dich.
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Julia: Täglich der Morgenkaffee ans Bett! Was für ein exquisiter Service!
Praktisch alles, was wir als Paar zu unserem Gemeinsamen Vergnügen unternehmen, muss ich in Gang bringen. Er verrenkt sich nicht, tut nichts, was er nicht wirklich selber will. Er lässt sich nicht manipulieren. Mit meinen nörgelnden Forderungen komme ich bei ihm nicht weiter.
Gestern waren wir beim Steuerberater. Der meinte, es wäre das Beste für uns, wenn wir endlich heirateten.
Es war ein langer, mühevoller Lernprozess - 24 Jahre lang! Verrückt!
Äusserlichkeiten: Aber erotisch war er nicht wirklich attraktiv für mich. Ich fand ihn sympathisch, er war sehr verlässlich, zupackend. Seine Stimme, seine Hände, seine Handschrift gefielen mir nicht.
Sex: Im Grunde bin ich immer für Sex zu haben. Der Morgen ist zwar nicht ganz meine Zeit für scharfen Sex. Am Morgen stelle ich mich Mark zur Verfügung, und zwar mit Vergnügen.
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Edgar:
Zur Entstehung der patriarchalischen Vorherrschaft der Männer über die Frauen im Mittelalter:
Die Ehe war im Mittelalter (und ist es für viele immer noch) ein Mittel zur Mehrung von Besitz und Ansehen - nicht eine Gemeinschaft zweier Menschen. Die Frau, auch die verheiratete, war also Mittel zum Zweck, auch als sexuelles Objekt das zudem gebären kann, und durfte als solches auch geprügelt werden. [Arno Borst: Lebensformen im Mittelalter. Nikol Verlagsgesellschaft Hamburg 2004]. Die patriarchalischen Vorstellungen drückt um 1393 bestens eine Ermahnung im Hausbuch eines reichen alten (60) Pariser Bürgers an seine weit jüngere (15) Ehefrau aus:
Schönes Schwesterchen, wenn Ihr nach mir einen anderen Mann habt, dass müsst ihr sehr auf seine Behaglichkeit achten. Denn wenn eine Frau ihren ersten Ehemann verloren hat, ist es gewöhnlich für sie schwer, einen zweiten nach ihrem Stande zu finden, und dann bleibt sie für lange Zeit allein und ungetröstet, und noch mehr, wenn sie den zweiten verliert. Deshalb pflegt euren Ehemann sorgsam und bitte, haltet ihn in sauberer Wäsche, denn das ist Eure Aufgabe. Und weil die Sorge für die Geschäfte draussen Männersache ist, muss der Ehemann darauf achtgeben, er muss gehen und kommen und hierhin und dorthin reisen, bei Regen, Wind, Schnee und Hagel, einmal durchnässt, dann wieder ausgedörrt, einmal in Schweiss gebadet, dann wieder frierend, schlecht verpflegt, schlecht untergebracht, schlecht gewärmt und schlecht gebettet. Und alles macht ihm nichts aus, denn ihn tröstet die Hoffnung auf die Fürsorge seiner Frau, wenn er zurückkommt, und auf die Gemütlichkeit, die Freuden und Vergnügen, die sie ihm bereitet oder in ihrer Abwesenheit bereiten lässt: die Schuhe beim warmen Feuer ausziehen, die Füsse waschen lassen, frische Schuhe und Strümpfe anziehen, gutes Essen und Trinken vorgesetzt bekommen, schön bedient und versorgt werden, fein gebettet sein in weissen Betttüchern und weissen Schlafmützen, anständig zugedeckt sein mit guten Pelzen, verwöhnt durch andere Freuden und Unterhaltungen, Vertraulichkeiten, Liebesdienste und Heimlichkeiten, über die ich nicht rede.
Die patriarchalische Ordnung war (und ist, in allen islamischen Ländern) allerdings nicht so einseitig, wie sie von der Emanzipationsbewegung dargestellt wird:
- Der Mann kann erst heiraten, wenn er eine Frau versorgen kann! Das war damals mit ca. 30 Jahren der Fall (Alter der Frauen bei Heirat: 22. Auf Grund der relativ kurzen Lebenserwartung lebten allerdings wenig Paare mehr als 20 Jahre zusammen.
- Der Mann ist alleine zuständig für den Lebensunterhalt.
- Da wegen der dauernden Kriege meist ein Überschuss an Frauen herrschte, war die Ehe eine Lebensversicherung für die Frau - aber eine Belastung für den Mann.
Das Matriarchat:
Ehemodelle:
- Im Westen herrscht zur Zeit die individualsierte intime Zweierbeziehung
- Das traditionelles Muster war allerdings eher eine Versorgungsehe:
- Muster Grossfamilie: Güter kommen der gesamten Grossfamilie zu gute.
- Matriarchat/Matrilokalität-Matrilinearität: Mann zieht zur Familie/Clan der Frau und seine Leistungen gehören fortan diesem Clan. Der Familienstammbaum richtet sich nach den Frauen.
- Patriarchat/Patrilokalität: Frau zieht zu Familie/Clan des Mannes. Ihre Leistungen dienen fortan der Familie des Mannes. Der Stammbau richtet sich ausschliesslich nach der männlichen Abfolge der Geburten. Der "Beitrag" der Frauen wird, interessanterweise sogar was den genetischen Beitrag betrifft, als unbedeutend angesehen (was logischerweise bereits genetisch völlig falsch ist).
Probleme die innerhalb dieser Strukturen zu bewältigen sind:
- Autoritätsstruktur nach Alter und Geschlecht <> Gleichheit
- Erziehung der Kinder. Bewahrung der kulturellen oder religiösen Identität des einen oder anderen Ehepartners <> freie Entscheidung der Kinder
- Höhe und Form des Brautpreises. (Hier herrscht im Westen ein enormes Missverständnis. Der Brautpreis geht bei den Arabern z.B. im allgemeinen nicht an die Eltern, sondern an die Frau und dient als Absicherung, falls der Mann entweder stirbt oder sie verlässt. Er ist recht hoch, im Allgemeinen Haus und Hof - was das bei uns als "leichte Möglichkeit der Scheidung" betrachtete Verfahren durch seine Auswirkungen doch beträchtlich relativiert, eigentlich unserem Recht annähert, bei dem die Männer wie Schafe ausgenommen werden (können). Hier hat sich die Versorgungsehe, in Anpassung an den allumfassenden Kapitalismus, zu einer Gemeinschaft des Gütererwerbs gewandelt. Kinder stören dabei eher, zudem kosten sie eine Menge (schätzungsweise eine halbe Million Fr.). Deshalb dürfte die Geburtenziffer heute bei 1.2 liegen (Schweiz), statt der erforderlichen 2.2. Die Oekonomisierung der Fortpflanzung schafft den Menschen, als zu teuer, einfach ab.
Ein interessanter Aspekt der Matrilokalität, die nach wie vor in manchen Gebieten Afrikas, aber auch im südöstlichen Jemen (Jebel Houf) und auf Sokotra vorkommt, ist die Beobachtung westlicher Frauen:
Die Männer verlieren - ohne sie zu vermissen - ihre Entscheidungsfreiheit und Unabhängigkeit, sobald sie unter demselben Dach mit ihrer Herkunftsfamilie wohnen.
Die meisten Unterschiede lassen sich überbrücken, wo eine gewisse Flexibilität besteht, also nicht eine einseitige Anpassungsleistung gefordert wird. Wo dies der Fall ist, sieht sich der Forderer dann eben entweder lebenslänglichen Streitereien - oder einem Chamäleon gegenüber gestellt. s. Emanzipation: Das Resultat von Emanzipation ist also keine Auflösung und kein Verschwinden der Wünsche und Zwänge anderer, sondern bloss ein einigermassen gleichberechtigter Umgang damit über Gespräch oder Verhandlung.
Patriarchat als Herrschaftssystem der Männer
Man kann mit dem Ursprung der Vorherrschaft der Männer vermutlich noch weit früher in die Geschichte zurückgehen. In der Wildnis, in der alle prähistorischen Menschen lebten, war die monatliche Blutung wie die Geburt und Aufzucht ein grosses Risiko, da Blut wie wehrlose Kleinmenschen Bären, Löwen, Tiger (kein Witz, gab's auch mal hier, in der Form des Säbelzahntigers), Wölfe anlockten. Vor einigen Jahren etwa wurde eine Frau die gerade in der Menstruation war auf einem Campingplatz von einem Bären aus ihrem Zelt geholt.
Diese Schwäche bedingt Schutz, der so vor allem durch die Männer zu gewährleisten war.
In der Kultur, in jeder Kultur, oblag deshalb den nun bereits meist stärkeren Männer die Verteidigung oder auch der aggressive Angriff, der Krieg - während dem die Frauen Haus und Hof hüteten und die Kultur an die Kinder weitergaben und des öftern eben auch weiter entwickelten. Da unsere heutige Kultur eine Wirtschafts(un)kultur ist, bestehen die Verhältnisse so weiter: Die Männer führen Kriege, was Aufgabe der Kader ist, die Frauen erledigen den Haushalt, machen also die Kleinarbeit, wobei sie sich eben wegen ihrer schwachen Position nach wie vor schlecht wehren können, also tiefere Löhne akzeptieren, was dann natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die Löhne der unteren Ebenen der Männer bleibt. Details s. Emanzipation
Aus der Perspektive der Frauenbewegung wäre also eine Gesellschaft die von Frauen regiert wird, also das Matriarchat, eine friedlichere Gesellschaft - was sich a) aus dem oben skizzierten auch so ergibt, b) aber eben nur die Hälfte der Wahrheit darstellt, denn eine Gesellschaft ohne Krieger gab's ja noch nie (unter "Krieger" verstehe ich hier nicht nur diejenigen, die sich dem Gewerbe des Tötens hingeben, sondern auch Forscher, Entdecker, Innovatoren, Abenteurer, also all diejenigen, die bestehende Grenzen überwinden und nach <neuen Ländern> suchen (was sich heute immer mehr auf neue Märkte einerseits, neue Ideen und Gedanken, Kunst und Kultur andererseits suchen.
Und dummerweise ist hier die wissenschaftliche Literatur zu dieser Frage mindestens eben so propagandistisch wie das Patriarchat. So sagt etwa Heide Göttner-Abendroth "Zur Definition von "Matriarchat" [Matriarchate als herrschaftsfreie Gesellschaften. edition amalia. Bern 1997]: Patriarchat (arché = Herrschaft) heisst klarerweise "Herrschaft der Väter", aber "Matri-archat" (arché = Beginn) heisst "am Anfang die Mütter". Und das trifft die Sache. Also wenn die Mütter zuerst kommen und über den Vätern stehen und herrschen, dann ist das was gaaaaanz anderes als umgekehrt. Na ja, Seite 13, Buch zu, erledigt. Noch selten ein Buch so schnell gelesen. Da hat übrigens schon ein vorhergehender Leser des Buches aus der Uni-Bibliothek ein grosses Fragezeichen an den Rand gesetzt.
Einen guten Hinweis darauf, wie das aussehen dürfte, geben die weiblichen Freiwilligenorganisationen die zu Beginn des 19. JH. gegründet wurden: Der "Dienst für andere" war für viele Frauen über den gesellschaftlichen Zwang hinaus ein Tor zur erfolgreichen Betätigung in der Oeffentlichkeit. ... Die "mütterliche" Art der Betriebsführung mit engen persönlichen Beziehungen und einer Mutter-Tochter-Abhängigkeit war typisch für viele grosse Frauenwerke. [Heidi Witzig. Olympe. Feministische Arbeitshefte zur Politik: Freiwilligenarbeit. Wie frei - wie willig? Heft 15. Dez. 2001. Zürich. S. 20]
> Warnung: Matriarchat stat Patriarchat führt also ebenfalls zu Abhängigkeit, vor allem zu starker Personalisierung. Wer keine Beziehung aufbauen will oder kann, hat in einem solchen Betrieb Probleme, egal wie gut seine Leistungen sind.
Im übrigen leben wir alle, Männlein wie Weiblein, die ersten 16 bis 20 Jahre unseres Lebens unter einem Matriarchat, da Kindererziehung nach wie vor primär die Domäne der Frauen ist. Diesem Alter entwachsen, haben aber beide Geschlechter so ziemlich die Nase voll davon und wollen raus ... bis das eine Geschlecht dann merkt, dass es sein Streben nach Dominanz in Wirtschaft und Politik nicht so gut durchsetzen kann wie die Männer, sich also wieder auf die Dressur von Kindern verlegt.
Machen wir uns also bewusst, was Matriarchat wirklich bedeutet, sieht die Sache aber nicht so rosig aus:
- Ist belegt, dass matriarchalische Gesellschaften, wie sie noch in einigen Urgesellschaften bestehen, eben so hierarchisch organisiert sind wie das Patriarchat und ihrerseits mit den Männern oft so unleidig umgehen, dass diese einfach auswandern, womit das Ende ebenso besiegelt ist (mal gecheckt, wie viele Schweizer Männer Ausländerinnen heiraten?).
- Matriarchat ist die Herrschaft der Mütter. Mütter herrschen über Kinder. Für Matriarchinnen sind alle Untergebenen quasi Kinder, für die sie sorgen müssen, die sie hätscheln und erziehen, die sich aus Dankbarkeit der sich aufopfernden Mutter gegenüber willig fügen müssen ... ein grauenhaftes Modell eines Staates.
- In dieser Herrschaft von Müttern über Kinder ist zwar anzunehmen, dass das heute dominante Mittel der Wirtschaft, der Wettbewerb, weitaus weniger ausgeprägt ist, dafür aber wird <KINDGERECHTIGKEIT> zum Leitwert. Alles muss für Kinder geeignet sein, die Wohnung, die Strasse, die öffentlich geäusserte Meinung, das Verhalten der Erwachsenen ... die nun, statt als Vorbild für Kinder zu dienen, sich am Kind orientieren müssen und quasi verkindlichen. Der derzeitige Kindermangel in Europa begünstigt leider diese Entwicklung ganz enorm.
- Ist das Patriarchat eine Herrschaft der Macht - so ist das Matriarchat eine Herrschaft der Kinder - im Namen der Kinder - also präzise so wie der Islamische Fundamentalismus sich der Religion als Vehikel bedient.
- Und dazu ist das Matriarchat weiterhin von Männern abhängig, die nun einfach in das traditionelle familiäre Belohnungssystem eingespannt sind: Ist Bubi schön brav, kriegt er von Mammi eine Belohnung. Beobachten Sie mal ein bisschen die Gruppendynamischen Vorgänge in sog. "alternativen" Kleingruppen.
Fazit:
Optimal dürften keines der beiden Modelle in Reinkultur sein, denn:
Das WIR entsteht nur, wo Du gesprochen werden kann und eine Mitte vorhanden ist.
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In der Natur wie in der Gesellschaft gibt es nie einen Pol ohne den Gegenpol, keinen magnetischen Nord- ohne Südpol, keine Hitze ohne Kälte, keinen Hochdruck ohne Tiefdruck, kein Links ohne Rechts (s. Das Problem der <teuflischen Mitte>) - und diese Spannungen bringen das Leben in Bewegung, schaffen Vielfalt und dadurch Energiezufuhr für Alternativen. Extreme sind eigentlich bloss dazu da, verschiedenen mehr oder minder stabilen, ausgewogenen Gleichgewichtszuständen eine Existenz zu ermöglichen, die dennoch eine gewisse Varianz, also Bewegungs- und Entwicklungsfreiheit aufweist. Der Beweis dafür: In den meisten demokratischen Staaten ist eine dominante Linksregierung im Resultat genau so grauenhaft wie eine dominante Rechtsregierung, weshalb die Systeme dauernd hin und her pendeln. Tja ... und dieses Pendeln (präziser die Spirale) ist eben das Leben - nicht das Durchhängen in der Mitte. (andere unpassende Modelle der Entwicklung)
p.s: Die einzige Kraft die offenbar nur einen Pol kennt, scheint die Gravitation. <Antigravitation> gibt's zwar als Wort, aber das kommt nur in Science Fiction vor. Dennoch muss es so was geben, was ich nun mal "Bummisation" nenne, denn der Urknall muss ja eine Ursache haben (falls wir Gott da raushalten wollen ...), und die Idee der zyklischen Ausdehnung, Konzentration, Kollabierens und neu Entstehens des Universums würde eine konstante "Rebummisation" erfordern, also eine Umkehrung der Gravitation unter der Bedingung der Singularität in Antigravitation. Aber das muss ich den theoretischen Physikern überlassen ...
Einseitiges Engagement: Er reisst sich ein Bein aus für seine Beziehung, seit Jahren. Aber der Eiseskälte in seiner Ehe kommt er nicht bei. Pia will nicht, vor allem im Bett nicht.
Autoritäre Vorherrschaft (Patriarchat oder Matriarchat): Wenn sie zum Beispiel von der Arbeit nach Hause kommt, sieht sie garantiert nicht zuerst, was ich ihrer Meinung nach falsch beziehungsweise nicht gemacht habe. Sie ist die Top-Managerin im Haus und mit den Kindern.
Für Pia ist alles viel, viel wichtiger als ihr Ehemann mit seinen dringenden Bedürfnissen.
Ich muss die Wäsche genau so aufhängen und falten wie sie, in fünfzehn Minuten ein Menu mit allem drum und dran herzaubern, Bücher über die beginnende Pubertät unserer älteren Tochter lesen, mich ohne Wenn und Aber hinter ihre Politik gegenüber der Schule stellen, überhaupt soll ich sie gefälligst in allem und jedem unterstützen und und und ....
Kaum war der Stress mit den Kindern beigelegt, begann sie wieder an mir herumzunörgeln, diesmal wegen einer Badetuchstange, die ich "immer noch nicht" montiert hatte. Anscheinend reagierte ich nicht richtig auf ihre Rüge, sie fand Wortwahl und Tonfall daneben und warf mir vor, ich sei unfähig, Kritik anzunehmen. Dabei habe ich ihr bloss erklärt, wie es zu der Verspätung gekommen war. Wenn ich nur zugehört und genickt hätte, wäre das auch total falsch gewesen.
Pia sagt, immerhin sei sie mir bisher nicht davongelaufen; damit gebe sie mir eine Menge! Und vor rund zehn Tagen kam ja ihr Vorschlag, am Abend ein Glas Wein zu trinken. Aber seit vorgestern haben wir wieder Sibirien. Das ist allmählich so zermürbend, dass ich mich jetzt bei einem neuen Gedanken erwische: Sollte sich die Gelegenheit bieten, eine andere Dame kennen zu lernen, würde ich nicht zögern ...
Sex: Sie weiss, dass ich sexuell unzufrieden bin. Obwohl wir uns sehr lieben, ist dieses Thema immer heikel. Die Initiative für Sex kommt ausschliesslich von mir. Getrennte Schlafzimmer, auf ihre Betreiben.
Und was hast Du sonst noch für Wünsche: Es wäre schön, wenn du mir mal wieder den Schwanz lutschen würdest. Da gingen ihr die Augen und Mund auf vor Entsetzen.
Nun sind's bereits ganze zehn sexlose Monate!
Absurde Kommunikation: Sie empfindet mich wohl als hässig, und wenn sie mich fragt, warum ich so ungeniessbar sei, und ich ihr den Grund erkläre, wird sie fuchsteufelswild und rastet sofort aus: Du und dein Sexgehabe, schreit sie. Immer dasselbe! Du kannst nicht verstehen, wie das ist, den ganzen Tag um die Kinder herum! Du hast keine Ahnung von meiner Überforderung, ich bin doppelbelastet!
Sie kommen sich als Opfer vor? - Nein, eher als Arschloch vom Dienst. Pia kommt nach Hause und muffelt mich an, ich hätte die Geranien eigenmächtig geschnitten, dafür sei sie zuständig, und ich hätte sie gefälligst vorher zu fragen!
In ihrem Perfektionismus ist sie einfach völlig überfordert mit Familie und Beruf, und ich bin ihr Ventil. Das Einzige was einigermassen geht, ist Schweigen. Dann haben wir's wenigstens "nett", und die Chancen steigen geringfügig, dass es vielleicht doch wieder mal klappt mit uns beiden.
Ihre Erwartungen müsste sie auf ein erträgliches Mass reduzieren und aufhören, tausend Peanuts zu Skandalen aufzubauschen.
Konfliktverhalten - Einstellung der Kommunikation: Erzählen sie Pia eigentlich auch mal etwas Persönliches von sich? Ohhh nein, das ist um Gottes Willen nicht gefragt! Meine Erfahrungen der letzten Monate und Jahre sind nicht ermutigend.
Martin Herzog, Dipl. Ing.ETH, Basel, 21.8.06
p.s: Es besteht eine kleine Chance, dass es in der reellen Welt doch nicht ganz so haarig zugeht, denn der Autor ist Psychologe und betreibt eine Praxis für Paartherapie, aus der vermutlich die anonymisierten Beispiele stammen.
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