KOOP - Bildungsbörse - WISSENSCAFE:| Stadthelferzentrum Vogesenstrasse 110 4056 Basel - St. Johann |
Eintritt/Teilnahme frei Anfragen an M. Herzog, 061 831 80 15, hewww@brainworker.ch |
Kurzliste: No 19-20: 250 Jahre Freie Marktwirtschaft. Adam Smith' <Bibel der Marktwirtschaft> und was daraus wurde.
Im weitern sind jeweils eigentlich 4 Stränge vorhanden, Philosophie - Kunst - Aktuelle Politische Zusammenhänge - Musik |
1. Mittwoch des Monats: Allgemeine philosof(ph)ische Grundlagen. (Martin)
1. September: Fortsetzung von Gedächtnis, Erinnerung und Bewusstsein (= Reflektionsfähigkeit) als Fundament von Denken, Wissen und Wahrheit
6. Oktober: Strukturen des Wissens / Strukturen der Wissens-Gesellschaft / Strukturen der Wissenschaft: Von disziplinärem Partikularismus zu systemischer Co-Disziplinarität: Vom einstämmigen Wissens- und Entscheidungsbaum zum vielstämmigen Entscheidungswald mit multiplen Perspektiven, die aus unterschiedlichen Wurzeln spriessen. Dieses Problem lässt sich am besten anhand des wieder aktut werdenden Problems der Atomenergie (3: aktuelle Energie-Politik) erklären - das Problem der Auswahl dessen was wesentlich ist, anhand der doch eher seltsamen Vorschläge von economiesuisse zur Grundbildung (4 aktuelle Bildungs-Politik)
3. November: Politische Philosophie: Was ist Gerechtigkeit? Wie erlangen wir sie? Wie erhalten wir sie trotz Herrschaft, Ordnung - mit Toleranz und Verträglichkeit, nicht nur durch Anpassung an die Stärkeren.
1. Dezember: Kunstphilosophie - Kunst und Erkenntnis. Verschoben auf 8. Dezember.
2. Mittwoch des Monats: Kunst - Start mit Arnold Kirchgraber am 8. September:
1. Bruno Kirchgraber: Kommentare zum Weltgeschehen: Rheintaler Neujahrsgrüsse, in Linol geschnitten 1936-64 /79 )
2. 13.10.2010: Bier trinken - oder Fortsetzung von "Strukturen des Wissens" (definitiv: 2. Teil gewählt)
3. 10.11.2010: Die Verbindung von Text und Bild zur Sequenz im Comic. Geschichte, Grundlagen, Asterix (Martin), Satrapis Persepolis (Roland), Art Spiegelman's Maus (Arnold), Joe Sacco's Palästina (Martin). Mit Beamer.
- Fortsetzung: Literarische Lesung, Interpretationen oder ähnliches von Heike.
Die unter Ordnungsmodelle II geforderte Art von wissenschaftlich-philosophischer Wissenskritik als Entwicklungskritik z.B. findet sie sich fast vollständig unter der literarischen Gattung cyberpunk, als zu Comics verarbeiteten Dystopien (Utopien die man lieber nicht möchte). Zudem ist diese literarische Gattung im deutschsprachigen Raum enorm untervertreten - und noch mehr unterschätzt. Literatur ist kein einfaches Gebiet, also zumindest eben so umfangreich und komplex wie Philosophie (s. Link). Es ist dort also genau so schwierig, etwas zusammenhängendes und sinnvolles zu bringen. Was ich zur Zeit selbstmachen könnte ist allenfalls mal ein Beispiel zum Bereich cyberpunk: Im deutschsprachigen Raum mangelt es uns ganz eindeutig an Utopien, die noch irgend eine halbwegs attraktive Zukunft versprechen. Der englischsprachige Raum ist weitaus produktiver in Sachen Utopien (Demokratie im Irak, Iran, Nordkorea, Yemen ... etc), allerdings liegt das Schwergewicht, eben, auf Dystopien, also Utopien die eher ungeniessbar sind. Von gigantischem Umfang ist hier die Literatur im Bereich Cyberpunk, obwohl diese im Kernbereich nur zwischen 1980 bis 94 entstand. Es geht um Kritik an Kommerzialisierung, Urbanisierung, monopolnahe Strukturen in der globalen Konzernwirtschaft - und die Beherrschung/Ueberwachung der Menschen durch Elektronik.
In dem Bereich fehlt im deutschsprachigen Raum einiges. Man merkt das insbesondere, wenn man wiki nach Schlüsselbegriffen wie post scarcity durchsucht. Die Informationen dazu sind nicht bloss mässig, sondern inexistent. Dies, obwohl wir längst keine Wirtschaft der Knappheit mehr betreiben, sondern eine Bewirtschaftung von Ueberschüssen: Zu viele Produkte, zu viel Geld, zu viel Energieverbrauch, zuviele Transporte, zu viele Abfälle - aber sinkende Preise, sinkende Einkommen, sinkende Profite - also Deflation - zugleich verbunden mit inflationärer Entwertung durch masslose Buch- und Spiel-Geldmengen in den Sekundärmärkten (Geld-, Finanz- und Kapitalmärkte). Ideale Bedingungen, den Ueberfluss endlich zu geniessen ... aber da hat "das System" irgend wie irgend was dagegen.
Utopisch wird dergleichen beschrieben und angegangen von Anarchisten, spez. Murray Bookchin oder Lain M. Banks (The Culture). Wenn hier ein Büchlein mit magern 108 Seiten glatte 65.- Fr. kostet, dann heist das auch, das hier etwas seltsam ist. Wir werden uns also demnächst intensiver damit befassen.
3. Mittwoch des Monats: Aktuelle politische Zusammenhänge (Martin/?)
Die Schweiz in der EU? Basisdemokratie in der EU? Uebersicht - Grenzen und Möglichkeiten der Basisdemokratie in der EU (Perspektive EU), Schwerpunkte: Geschichte, Föderalismus, Subsidiarität, Direkte Demokratie; Strukturen der EU: Der Rat, der Ministerrat, Parlament, Kommissionen, Lobbyismus in Brüssel, Fazit, spezifisch für die Schweiz.
[offen: Fortsetzung: Wie die Basisdemokratie der Schweiz auch innerhalb der EU funktionieren kann. (Perspektive Schweiz)]
Dieses Thema, wie das bisher nicht behandelte betr. Atomkraftwerkspropaganda, wird nur kurz zusammengefasst. Texte liegen vor. Auführlicher die Beschäftigung mit Wertesystem und Wertewandel, Werte als Grundlage politischer wie persönlicher Entscheidungen (Von der guten Ordnung über Werte zu Interessen und heute gar <Gewinnchancen> (Spieltheorie als Orientierungsgrundlage). :
Ordnung und Herrschaft: Die <gute Ordnung> heute, zwischen Bünzlikratie, Demokratie und Oligarchie
4. Mittwoch des Monats: Musik resp. Auswahl durch den Vortragenden (Arnold, Herbert)
wie bereits Ende des 19. JH die Gesellschaft vor wirtschaftlicher Ausbeutung geschützt werden musste, und wie Wachstumsstrategien gegen Ende des 20. JH. an ihre vielleicht definitiven Grenzen gelangen, Grenzen der Ausbeutung von Natur und Mensch:
Die Gruppe hat vor Monaten ein Kollektivexemplar des Büchleins angeschafft. In der Zwischenzeit müssten die meisten durch sein mit Lesen. (Wer nicht: Das Büchlein ist zur Zeit bei mir.) Die Diskussion sollte in etwa wie folgt vonstatten gehen:
Präsentation einiger Methoden zur klaren Präsentation von Gedanken-, Meinungs- oder Wissensstrukturen (s. auch Uebersichtskarte) + Uebung und Diskussion der Vor- und Nachteile:
Mit Degustation, präsentiert von André Gunti. Teilnahme Beschränkt auf Mitlieder des Wissensforums. Anmeldung bis spätestens 25.5 bei A. Gunti
Zum Abschluss jeweils eine Analyse, welche Art der Argumentation (Meinungsvertretung) stattgefunden hat, welche überzeugend war, welche untauglich, also ein Kurs in praktischer Rhetorik. Um allerdings eine Meinung darüber haben zu können, müsste man es vielleicht vorher lesen. 50 Seiten Text, also machbar.
2c: Fortsetzung am 28. 4. Zusammenfassung, 14 Seiten (Original S.) von M. Herzog
Hier und Im weitern Verlauf wird nach den Methoden verfahren, die zwar gerne in der Entwicklungshilfe angewendet werden, "seltsamerweise" jedoch kaum hier: partizipatorische Analyse (Forschung), partizipatorischer Design, partizipatives Lernen und Handeln, die in den letzten Jahren zum Instrument des Co-Managements (zusammengefasst) weiter entwickelt wurden. Diese Konzepte gehen doch beträchtlich über das hinaus, was von "Betriebsräten" erwartet werden kann.
2d: Fortsetzung am 5.5: Co-Management / Partizipative Verfahren in Forschung, Planung und Management als Alternative, als Mittel zur Demokratisierung der Wirtschaft
12.5 fällt aus, da der folgende Tag ein Feiertag ist: Auffahrt
NICHT KOMPROMISSFÄHIG =
NICHT DISKUSSIONSFÄHIG =
NICHT ENTWICKLUNGSFÄHIG =
NICHT GESTALTUNGSFÄHIG =
NICHT REGIERUNGSFÄHIGDas Thema bietet zugleich Gelegenheit, ein drängendes Problem der Veranstaltung zu lösen. Angriffe und Diskussionen werden zunehmend unerfreulich (=Leerlauf), weil Postulate als absolut geltende Wertansprüche eingeworfen werden, inklusive der Klassierung des Organisierenden als "Neoliberal" (was derselbe als Witz betrachtet, wie die meisten Neoliberalen vermutlich auch). Ein ähnliches Problem zeichnet sich zur Zeit in Nordrhein-Westphalen ab, wo die CDU die Mehrheit verloren hat, sich nun aber 2 oder 3 Parteien auf eine Koalition einigen müssen. Die vernünftigste wäre eigentlich rot-rot-grün, wogegen sich aber alle mit Händen und Füssen wehren, inklusive der ganz roten, rot1, was zugleich das Problem erklärt: Die Forderungen sind oft sehr absolut: So und nicht anders. KEIN KOMPROMISS .... und damit ist eben keine Politik zu machen, denn keine Partei kann den Mitgliedern anderer Parteien, die andere Meinungen vertreten, ihre aufzwingen ... in einer Demokratie. So landet denn die rot-rot-grüne-Koalition bei Befragungen jedesmal auf dem 4. Platz, hinter rot-grün, schwarz-gelb (gerade gehabt) und der immer sehr ungeliebten grossen Koalition (rot-scharz). Und jede Partei muss sich darüber im Klaren sein, dass die von ihr so hochgehaltene Meinung, ohne Demokratie, eben null Chance hätte überhaupt politisch wirksam zu werden, da undemokratische Herrscher nur eine Meinung dulden, nämlich ihre eigene.
Interessant an den Wahlen, + denen in Grossbritannien, ist die Tatsache, dass sich das ausserhalb der Schweiz bisher beliebte Zweiparteiensystem (Regierung-Opposition) aufzulösen scheint in einer eben real gegebenen Vielfalt ... mit der sich die Schweiz, wie's scheint auch eher wider Willen, schon länger rumschlagen muss. (s. Kommentar: Zweiparteiensysteme sind dämlich)
damals vorhandene Wirtschaftstheorien: Merkantilismus und Physiokratie, Versprechen des aufkommenden Liberalismus. 7.4.2010
Aus wirtschaftlichen Gründen ist in Basel kaum ein rechtspropagandistischer "Weltwochenjournalismus" möglich, aber doch einige rhetorische Fiesheiten wie sie bei der alten Weltwoche noch üblich (und erträglich, aber eben dennoch fies) waren. Korrekturmöglichkeiten, z.B. durch das Internet. (Mit ein Grund warum der NVU-Kurs angesagt ist).
als Umgang mit den Folgen hyperkomplexer Systeme, die da wären: Ambivalenz, Paralogie, Paradoxie, Hyperkomplexität und Polykontexturalität. Als "paradoxes" Resultat der Annahme der Grundbedingungen (Komplexität, fehlende Steuerbarkeit selbstorganisierender Systeme etc.) ergibt sich die Forderung einer Sozialarbeit die hilft Verhaltensmuster zu desintegrieren, Personen aus einer zu kleinen und zu engen Welt zu desintegrieren, um ihnen neue Anschlüsse zu ermöglichen. Die Forderung nach Integration, nach geregeltem Tagesablauf, nach Strukturen, sind nicht bloss obsolet und veraltet, sondern sogar kontraproduktiv.
Parteien vereinfachen den Wählern ihren Job, weil diese oft ganz einfach danach abstimmen, welche Partei ihnen sympatisch ist und welche nicht, ohne sich gross über Inhalt und Problematik der Sachvorlage zu kümmern. Parteien werden aber den Anforderungen der modernen Bürgergesellschaft je länger desto weniger gerecht. Hier sind dringend andere Lösungen gesucht. s. Neue Freiwilligkeit
Im weitern wird versucht, das Wissensforum eben in Richtung Bürgerforum weiter zu entwickeln. Grundsätze:
Das Zusammengehörige finden, die richtigen Kategorien bilden (s. Topik, Topologie: umfassende, aber äusserst komplexe Darstellung des Problems) das Wichtige betonen, den notwendigen Kontext berücksichtigen, das Unwichtige weglassen (Ockhams Rasiermesser) - ohne durch übermässige Banalisierung der gegebenen Komplexität in Populismus abzugleiten.
Ein zumindest minimales Verständnis betr. Zivilgesellschaft wäre Voraussetzung. Da die Beteiligung in der Vorwoche minim war, haben wir hier ein gewisses Problem ...
Das Paradoxon gesellschaftlicher Arbeit: Freiwilligenarbeit als Arbeit für die Zivilgesellschaft, als Sozialzeit - gemeinnützige Arbeit als Strafe? - so die Definition des Sozialamtes Zürichim Handbuch Freiwilligenarbeit: Die Freiwilligenarbeit unterscheidet sich von der gemeinnützigen Arbeit. Diese wird von Personen geleistet, welche im Rahmen der Sozialhilfe zu einer Gegenleistung verpflichtet sind und durch eine Integrationszulage entschädigt werden. [Randbemerkung: Die Integrationszulage beträgt 100.- Fr.]
Da die meisten Beteiligten sich in dem Bereich eh engagieren, über einige Kenntnisse, gute wie schlechte Erfahrungen verfügen, wird auch dieser Abend nach dem Verfahren der Maieutik durchgeführt, als sokratischer Dialog.
Für dieses Thema wurde, tja, zum ersten Mal trotz anders lautender Ankündigung, der sokratische Dialog, also präziser die Methode der Maieutik verwendet, denn dazu hat nun wirklich jedermann und jedefrau was zu sagen. Die Methode kam auch gut an, statt um 21-00 ab zum Bierchen zu tiegern, musste man die Leute um 21.30 fast rauswerfen. Wird also fortgesetzt.
Kulturelle Entwicklung ist in erster Linie Resultat von Zusammenarbeit, basiert also auf Verhandlungen und Verträgen.Der Titel wird bei manch einer/m zu einem breiten Grinsen führen, wie bei mir, denn es geht bei der Kulturbildung darum, wie sich höchst unterschiedliche Standpunkte und Interessen zu einem grossen Ganzen verbinden (Politik). Es geht auch um den Prozess, wie diese Aushandlung stattfindet, also demokratisch (wieder Politik), eventuell gar basisdemokratisch, also wirklich durch die Bürger selbst - oder über die Durchsetzung der Stärksten (Wirtschaft).
Fraglich bleiben muss hier zur Zeit auch die Bedeutung (Macht) der Ethik, da deren Einfluss eben davon abhängt, wer wie entscheidet. Bei wirtschaftlichen Entscheidungen fällt Ethik flach, bei politischen Entscheidungen gilt je nach Parteivertretung die partikulären Werte der Partei.
Metainstitutionen, die über Politik und Wirtschaft stehen, oder zumindest in den obersten Etagen der Politik, wurden dafür ebenfalls mehrfach vorgeschlagen, so etwa:
- Der Zukunftsrat
- der Entwicklungsrat
- Kulturräte (DE/AU) - eher au-a, da die meist genau so verirrt sind wie die Beispiel aus der Schweiz, bei der unter Kultur nur Kunst verstanden wird, nicht jedoch das Nachdenken und Verhandeln über die Gestaltung des wichtigsten, unserer Zukunft, bei der die Interessen aller BürgerInnen vertreten sein sollten.
- Kulturparlament & Grundwerteparlament: Johannes Heinrichs: Der vierfache Pfad
Diese Konzepte sind dringend zu überarbeiten, gerade weil keines davon ausreicht, die Komplexität der unzähligen, unübersichtlichen und unkoordierten bürgergesellschaftlichen Organisationen zu verarbeiten und in den politischen Standardprozess einzubringen. Hier ist auch Mittdenken aller erforderlich, nicht nur der Teilnehmer am Mittwoch Abend.
Die Frage nach der Norm, die ich hier nicht beantworten konnte (weil Norm nicht unbedingt mit Normalität zu tun hat, sondern eher mit Normierbarkeit), findet sich inzwischen in 2 Kapiteln behandelt:
[Der Rest folgt: Warum Psychotests verrückt machen - Worin begründet sich das eigene, persönliche, individuelle gute Leben, Glück und gute Ordnung? Ein Versuch der praktischen Anwendung psychologischer wie ästhetischer Ansätze. Eine Anwendung zugleich der Geistesanalyse, darum nicht öffentlich, sondern nur innerhalb des Rahmens der miteinander vertrauten Mitglieder. - Oder, zur Zeit eher oportun auf Grund meiner Unterschätzung der Problematik der Differenz von Aussen- und Innenansicht (wie auch einer massiven persönlichen Fehlinterpretation
...), also der immer gegebenen therapeutischen Anstosses oder schlichtwegs Widerspruches, eine rein theoretische und unpersönlich Darstellung der Grundlagen psychisch-geistiger Analyse, was man dann auch öffentlich machen könnte, was hier nun als Vorschlag vorliegt.]
Mancipia (lat.) waren die “Unmündigen”, die bei der Hand zu führenden, Hörige, Abhängige. Emanzipation bedeutet also Freilassung von Individuen oder Gruppen aus sozialer, rechtlicher, politisch-sozialer, geistiger oder psychischer Abhängigkeit, bei gleichzeitiger Erlangung von Mündigkeit und Selbstbestimmung.
In Anbetracht der Tatsache, dass Männer eben so abhängig sind von den Strukturen in denen sie Geld verdienen müssen, in Anbetracht der Tatsache, dass viele Männer ziemlich abhängig sind von ihren Frauen, ist es falsch, Emanzipation nur für Frauen zu fordern - ebenfalls falsch, Gleichheit einzufordern. Gerade im Unterschied, also der Dialektik, liegt nämlich die Lösung: Die Grundlage weiblichen Verhaltens ist die Frage nach dem WARUM.
Warum macht frau - und von wem wird frau dabei unterstützt? Grundlage männlichen Verhaltens ist jedoch: WIE macht mann ... und wenn wir wissen wie, los geht’s! - ein Verhalten, das uns präzise die heutigen Probleme mit unserer Wirtschaft eingebrockt hat
Anhand der Einstellung zu Investitionen können die meisten “alternativen Wirtschaftsutopien” recht gut beurteilt werden. Reine Tauschmärkte erlauben überhaupt keine Reservebildung und Investition. Freiwirtschaft erlaubt kein längerfristiges Sparen für grössere Investitionen. Noch kritischer aber ist der Sinn und Zweck der Investition. Im System in dem wir leben, scheint der Sinn einer Investition vor allem der zu sein, Vermögen zu vermehren. In der Planwirtschaft sind Investitionen hauptsächlich dazu da, notwendige Produktionsmittel zu kaufen und zu amortisieren. In beiden Systemen gilt Wachstum und Erhöhung der Produktivität gleichermassen als sinnvoll. Die Frage: Wie wollen wir morgen leben? Wo müssen wir dafür investieren? - wird in keinem gestellt.
Als Grundlage dient vor allem Paul Cockshott/Allin Cottrell: Sozialistische Planwirtschaft ist möglich. [pdf 276 S.] + eine Uebersicht in die problematische Lenkung komplexer Systeme: Systemanalyse / Typen von Systemen und Modellen / Der Vorteil komplexer sozialer Strukturen / Das Problem der Auswahl von Umwelt, Kontext, wichtigen Faktoren etc.
Entgegen den Erwartungen der meisten werde ich allerdings eben erklären müssen, warum ein Markt nicht beliebig und vollständig durch Planung ersetzt werden kann. Problem Preisbildung, Verhandlungs- und Optimierungsprozesse. Problem Resilienz. Problem Einheitsplan (also Macht) gegen Vielfalt, also Stabilität etcetc. Ich hab da schon einige Diskussionen am Internet hinter mir, bei denen mir schon 400-seitige pdfs an den Kopf geworfen wurden ... (Es handelte sich eben um den oben erwähnten Bericht von Cockshott/Cottrell)
Es gibt keine einfache Beurteilung nach gut und böse. Alles hat seine Vor- und Nachteile:
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Die gute Ordnung wäre dann eben diejenige Ordnung, die praktisch allen einen Weg ins Glück ermöglicht. Betriebswirtschaft reicht nicht. Markt alleine reicht nicht. Planung alleine funktioniert nicht. Starke Führung reicht nicht. Auch die Mehrheit hat nicht immer recht. Je komplexer eine Gesellschaft - desto anspruchsvoller die Steuerungsaufgaben. Je anspruchsvoller die Aufgabe - desto häufiger das Ausweichen auf Banalitäten, Autoritarismus, Populismus und andere Kurzschlüsse.
Eine gute Ordnung muss Friede, Freiheit, Gerechtigkeit, Schutz der Schwachen gewährleisten, und eine ganzheitliche, nachhaltige Orientierung beim Streben nach “Fortschritt”. Sie muss also pluralismusfähig sein, d.h. einigermassen komplex (vielfältig - nicht einfältig).
Die partizipative Demokratie der Schweiz ist hier zwar ein Topmodell, aber immer noch mit einigen Schwächen, die nur über Kritik als “therapeutischen Anstoss” zu lösen sind. Eben so bedeutend wie die Kritik wäre auch die Funktion des Erklärens und verständlich Machens von Wissen, die nebst den Medien auch von Familie, Freunden, Arbeitskollegen, Forschung, Wissenschaft, Philosophie, Kirche, der Tradition etc. zu erfüllen wäre.
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Die in der Woche vorher besprochenen Zusammenhänge zwischen dem guten Leben, dem Glück und dem Geld werden hier noch fundamentaler angegangen.
Lebensqualität bedeutet:
Je besser die Bedingungen für ein erfülltes Leben,
desto höher die Lebensqualität
Lebensqualität ist für jede(n) etwas Anderes. Für den einen ist es sein Häuschen im Grünen, für das er sich gerne täglich morgens um 6 in den Pendelverkehr wie das hierarchische System seines Betriebes zwängt, für den andern ist es der Stadtpark, für den Dritten die Tatsache, dass wenn die eine Bar zumacht, die nächste öffnet ... und der öffentliche Verkehr fast rund um die Uhr zur Verfügung steht ... seine Wohnung aber dennoch von diesem Lärm geschützt ist. - Lebensstile und Lebensqualitäten sind vielfach. Es darf keine Vorschrift geben, wie der Mensch zu leben hat, will er frei sein. Also dürfen sich auch nicht einzelne Lebensstile als allgemeingültig aufspielen.
Lebensqualität bedeutet aber vor allem, sein Seinsziel erreichen zu können. Dies ist um so besser möglich, je reicher die Entwicklungs-, d.h. Entfaltungsmöglichkeiten oder Freiheitsgrade sind.
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Das gute Leben ist , wie die "gute Ordnung" eine uralte Frage der Philosophie. Ein gutes Leben bedeutet meist auch ein glückliches Leben. Nach dem guten Leben und dem Glück strebt der Unternehmer und der Arbeiter mit seinem Einsatz. Nach dem Einsatz soll der Arbeitslose und Sozialfall streben indem man ihn (oder sie) möglichst unglücklich macht. Dummerweise funktioniert diese Mechanik psychisch nicht ganz so einfach.
Das Ausmass der Berufszufriedenheit scheint einer der potentesten Prädikatoren für Lebenszufriedenheit insgesamt zu sein ...(der Ökonom Lionel Robberts)
Wo also der Beruf fehlt, oder reine Zwangsanpassung an den Markt darstellt, also Zwangsarbeit, oder durch unendliche Bewerbungen und Praktika immer weiter weg rückt, wird also die Lebenszufriedenheit in Mitleidenschaft gezogen. Hier der deutlichste Hinweis darauf, dass wir unsere Ökonomie des Glücks nur für Sieger (= Wettbewerbsökonomie) durch eine Oekonomie des Glücks ersetzen sollten.
+ Vorschau auf 5: Alternative
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No 1 - 15. April 19-21°°: Der glückliche Arbeitslose - FLYER
Der etwas seltsam anmutende Titel ist weder als Verarschung der Sozialämter noch der SVP gedacht, sondern eine Besinnung darauf, was Arbeit eigentlich ist, warum wir "normalerweise" arbeiten - und ab und zu, heute fast eben so "normalerweise", über kürzere oder längere Perioden eben nicht.
Dialektik der ArbeitslosigkeitThese (selbst wieder dialektisch)
Arbeitslose müssen möglichst unglücklich sein, das motiviert.
Arbeitslosigkeit war das Ziel der technischen Entwicklung, also haben die Arbeitslosen dieses erreicht - und müss(t)en glücklich sein.
Kommentar: Es handelt sich hier um die Förderung bereits längst verserbelter Strukturen auf Grund einer nicht gerade intelligenten, antiquierten, aber gutbürgerlichen, Leistungshaltung. Wer sich zu Tode arbeitet kommt in den Himmel - was dem gut-bürgerlichen Pendant zum religiös motivierten Selbstmordattentäter entspricht.
Antithese zur Freiheit in der Wettbewerbswirtschaft generell:
Der Liberalismus übersieht, besonderes in seiner wieder geborenen Form, dem Neoliberalismus, dass die freie Marktwirtschaft, die auf Wettbewerb beruht, gerade darum nicht frei ist, da kein Wettbewerb zwischen Gleichen herrscht, und insbesondere, da es nicht um die Erschaffung von Freiräumen geht, sondern um Dominanz. Das männliche Streben nach Dominanz und Vorherrschaft ist die Triebfeder der Wettbewerbswirtschaft. Wo einige dominieren, werden aber immer andere unterworfen - also unfrei. Das Konzept der auf Wettbewerb basierenden <freien Marktwirtschaft> ist also ein Oxymoron ... wie eine "liberale Diktatur".
Arbeitslose sind zu dumm ... Sie brauchen mehr Schulung
Ihre Bewerbungen sind meist ungenügend. Sie sind nicht pünktlich, sie stinken, sie trinken, sie sind frech, sie überschätzen sich ..
Arbeitskräfte sind zu teuer, drum arbeitslos
Arbeitslose sollen möglichst knapp alimentiert werden, das motiviert sie Arbeit zu suchen.
Dummheit macht glücklich, also sind arbeitslose glücklich ...
Frechheiten, also Abweichungen von der anerkannten Norm, sind nicht Dekadenz, sondern Korrektur selbstgerechter Normen. Frechheit ist ein Auftrumpfen von Mindermächtigen - aber noch nicht Ohnmächtigen - also glücklichen Menschen.
Geld ersetzt Arbeit durch Technik, erleichtert Arbeit, also sind Arbeitslose glücklich
Arbeitslose, insbesondere wenn dann beim Sozalamt gelandet, haben nichts mehr zu verlieren - also sind sie glücklich.
Antithese Durch die Aussteuerung wird die Erfolgswahrscheinlichkeit für Marktintegration auf die Hälfte gesenkt.
Workfare verstärkt dies Botschaft bloss.
Was es aber braucht sind neuer Mut, neue Hoffnung und - neue Gelegenheiten, Chancen, Möglichkeiten.
Arbeitslose müssten selbstsicher und zufrieden, von sich selbst überzeugt, sicher, die Zukunft gestalten zu können, also glücklich sein, um überhaupt eine Stelle finden zu können.
Synthese Ein System das zwar eine Pflicht zur Arbeit erzwingt - aber ein Recht auf Arbeit lächerlich findet, darf selbst ausgelacht werden, von den Arbeitslosen ... die also wieder glücklich sind. Aber doch nicht so ganz, denn:
Statt das Arbeitslose eine Stelle fordern, wird von ihnen gefordert, sich um nicht existierende Stellen zu bewerben.
Der Markt soll Produzenten und Konsumenten möglichst effizient verbinden. Menschen müssen konsumieren (in Ma(a)ssen - nicht in Massen) um zu überleben. Konsumenten müssen produzieren, um sich den Konsum leisten zu können. Das einzige was hier an dem simplen Konzept stört ist die neue Dominanz einer Funktion die gar nicht substantiell zum Markt gehört: Die Vermehrung und Anhäufung von Kapital. Reiche haben die Last, ihr Kapital zu erhalten und zu vermehren. Sie haben aber auch das Potential dafür, eben durch den Reichtum. Es ist extrem unfair, die Last der Kapitalvermehrung den Arbeitnehmern aufzubürden. Wenn Kapitalvermehrung schon unglücklich macht, dann doch bitte mindestens diejenigen, die es haben.
Die Huhn-oder-Ei-Frage, also DIE dialektische Frage der Sozialarbeit lautet so:
Helf' ich der Wirtschaft, den Menschen zu kreieren der ihr passt.
oder:
Helf' ich den Menschen,
die Wirtschaft zu konstruieren,
die ihnen zusagt,
die ihnen hilft, ihre eigenen Ziele zu erreichen.
Eine philosophische Betrachtung zu Arbeit und Arbeitslosigkeit:
Arbeit wäre also, als Be-Sorgung und Vor-Sorge dazu da, von Sorgen frei zu machen - auch wenn sie an und für sich eine Plage ist. Indem unsere neoliberale Wirtschaft die Sorge um die Arbeit zur grössten Sorge gemacht hat, verkehrt sie die Ökonomie, die Ordnung im Hause, ins Gegenteil und macht sie zum Krieg im Hause. Die Arbeiter werden also heute nicht bloss um ihren fairen Anteil am Mehrwert betrogen, sondern durch die Organisation der Arbeitswelt, als Arbeitsmarkt, auch noch des einzigen Mittels beraubt, dass ihnen die Zukunft sichern kann, der Arbeit. Levinas korrigiert hier deutlich den Ansatz der Existentialisten, für die das Dasein eben vor dem Sein kommt, alle Anstrengungen für das Überleben also weitaus wichtiger sind als die Gestaltung des Seins. Arbeit ist nicht nur Plage, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Gerade wenn wir uns ansehen, wie viel Zeit wir für die Arbeit aufwenden, so wird klar, dass sie entweder einen grossen Teil des Seins ausmacht - oder wir um einen grossen Teil des Seins betrogen werden, dort, wo die Arbeit entfremdet ist und keinerlei Entfaltung menschlicher Begabungen mehr erlaubt. Diejenigen die von der Arbeit ausgeschlossen werden, werden also nicht bloss in ihrer Existenz beeinträchtigt, sondern auch um einen Teil ihres eigentlichen Seins, um Lebensqualität.
Emmanuel Levinas zu Bedürnissen und Arbeit
Jeder Arbeitslose ist eine Kriegserklärung des Kapitals gegen die Arbeitnehmer, jeder Ausgesteuerte ist ein Verwundeter auf dem Schlachtfeld der Wirtschaft, jeder "Invalide" ist eine Leiche des Wirtschaftskrieges. Der Krieg ist schon lang im Gange ... dummerweise sind die Kriegsherren miteinander verbündet, bloss das Fussvolk wird geopfert.
Das 1. Axiom einer Ökonomie des Glücks würde lauten.
Jeder hat das Recht sein persönliches Glück zu suchen
- nicht aber auf Kosten anderer.