Meinungen II: 3 Methoden der Strukturierung von Wahrheit und Meinung

(s. auch Marokkanische Notizen = Meinungen I)

23. Juni: Fortsetzung der Gespräche um Meine Meinung - Deine Meinung - Volksmeinung. Präsentation einiger Methoden zur klaren Präsentation von Gedanken-, Meinungs- oder Wissensstrukturen (s. auch Uebersichtskarte) + Uebung und Diskussion der Vor- und Nachteile:

Gesetz der Form von Spencer-Brown:

Vewandt damit: Inhalt und Umfang eines Begriffs: Was bezeichnet der Begriff - wodurch wird der Begriff charakterisiert:

Intension und Extension - Inhalt und Umfang eines Begriffes

Im Kern des Problemes steckt hier die Tatsache, dass Sprache von unterschiedichen Menschen für unterschiedliche Gebiete genutzt wird - und dafür taugt, also ein Multifunktionswerkzeug ist, was genau wie beim Geld eben problematisch werden kann.

Extension hiess früher Begriffsumfang (Gegenstand, Bezug) und umfasst alles, was der Begriff bezeichnet, beim Begriff Mensch also alle Menschen - egal welcher Hautfarbe oder Geschlecht und unabhängig von der Zeit.

Intension hiess früher Begriffsinhalt (Sinn, Bedeutung) und umfasst die Gesamtheit aller Merkmale oder Eigenschaften die diesem Begriff zugeschrieben werden können. Begriffsmerkmale treten hauptsächlich bei der Definition eines Begriffs in Erscheinung:

Der Formbegriff gab einigen Anlass zur Diskussion und wurde insbesondere auf 3 Begriffe angewandt, bei denen von Herbert Verwechslung moniert wurde: Werte / Bewertung / Beurteilung/Urteil.

Anhand von Bewertung und Beurteilung war das Auffinden des nicht markierten Raumes relativ einfach: Was nicht bewertet/beurteilt wird ist:

Bei den Werten ist die Sache etwas schwieriger. Was steht ausserhalb des Raumes der Werte? Werte sind ja quasi die Gipferl der Moral, die uns leuchten gleich Leuchttürmen, die wir anstreben, besteigen, errreichen sollten. Ausserhalb der Werte steht also auch hier eigentlich alles, das sich nicht in eine Rangordnung fassen lässt, das sich nicht bewerten lässt, das entweder gleich ist, uns egal, uninteressant, unbedeutend etc. Wertorientierung bedeutet also, zumindest ein paar Felder zu haben, in denen einem nicht alles gleich ist, sondern einiges besser, wünschenswerter, erstrebenswerter erscheint. Mathematisch ausgedrückt: Alles was sich nicht ordnen, also in Ordinalzahlen/Systemen ausdrücken lässt (erstens, zweitens, drittens ....) , ist hier der nichtmarkierte, der wertfreie Raum.

Der Vorwurf allerdings, es handle sich bei diesen Begriffen und Denkstrukturen bloss um Analyse, die Synthese hingegen sei DAS Problem, zeigt eigentlich bloss, dass bereits solche Urbegriffe einer Logik des Denkens nur äusserst schwer zu vermitteln sind, denn was gäbe es besseres um Dinge synthetisch zu ordnen als die Form, das System, das Modell?

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System und Umwelt, gehören immer zusammen, genau wie Text und Kontext

Grundgesetz der Abrgrenzung von Systemen von ihrer Umwelt ist, dass die Anzahl der Beziehungen innerhalb des Systems grösser sein muss als der ausserhalb, oder zwischen System und Umwelt. In Natur geschieht dies durch strukturelle und funktionelle Auswahl - Abstrakt durch Axiomatik:


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AXIOMATIK: Es muss also in der Logik scharf unterschieden werden zwischen Tatsachen - und Wesensschau (eideitsche Einsicht).

http://de.wikipedia.org/wiki/Eidetik: In der Psychologie ist Eidetik eine besondere Qualität des Vorstellungsvermögens. Die Vorstellungen eines Eidetikers können so realistisch wie Wahrnehmungen sein, wobei er (im Gegensatz zum halluzinativen Erlebnis) weiß, dass seine Vorstellungen keine Wahrnehmungen sind. Differentialdiagnostisch müssen also eidetische Vorstellungen von Halluzinationen unterschieden werden (eine Wahrnehmung ohne äußere Wahrnehmungsquelle heißt Halluzination). Der Ausdruck eidetisches Gedächtnis ist ein Synonym für das umstrittene Phänomen des fotografischen Gedächtnisses.

Wo wir Logik begründen, also Gesetze, die per se als richtig anzunehmen sind, geht dies nicht ohne strengste Voraussetzungen. Diese sind:

THEOREM 1: Ein axiomatisches System ist konsistent (kein Widerspruch kann daraus abgeleitet werden) wenn und nur wenn es zufriedenstellend ist, d.h. wenn es ein Modell hat.
THEOREM 2: Ein Axiomatisches System S ist semantisch vollständig (nicht spaltbar) dann und nur dann wenn es kategorisch ist (monomorph: einräumig) Dies ist der Fall wenn es keinen Satz P gibt in der betreffenden Sprache in dem S und P wie auch S und -nicht P möglich sind, ein Modell haben. Ein axiomatisches System S ist dann und nur dann kategorisch (monomorph), wenn alle Modelle von S isomorph sind.

Man kann die Aussage obiger Formel wie folgt zusammenfassen: Wenn die Grundlagen eines Argumentations- oder Wissenssystem gleichzeitig die Aussage zulassen, ein Baustein des Systems existiert (Px) - oder auch nicht (nicht-P), eine Aussage wahr sein kann - oder auch nicht, dann ist der Wahrheitswert der so produzierten Aussagen gleich 0, das Resultat also nichts als Geschwätz.

THEOREM 3: Ein axiomatisches System S ist deduktiv vollständig wenn und nur wenn es semantisch vollständig, d.h. nicht spaltbar ist, keine Gabelungsmöglichkeit aufweist. Dies ist der Fall wenn für jedes P P oder nicht-P aus S abgeleitet werden können.

Diese Sätze sind es präzise, die Konfettidialog wie Collage als sachlich unergiebigige Argumentationsstrukturene ausschliessen. Können diese Bedingungen nicht eingehalten werden, ist das Resultat ebenso beliebig wie die Annahmen.Die Vollständigkeit eines Systems verlangt, dass die Axiome jede daraus abgeleitete Theorie umfassen und beeinflussen. Es kann und darf also kein weiteres Axiom zugefügt werden - denn sonst wäre das System unvollständig - oder der Satz an Axiomen würde bereits Konsequenzen enthalten..

Produziert ein System jedoch inkonsistente Resultate, muss angenommen werden, dass die Axiome unvollständig sind.
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Verschoben:

Vorlage: Gibran Khalil - in einer neuen Heimat

Wozu wird eine Meinung geäussert?

Was passiert mit der geäusserten Meinung? Analyse, Kritik, Umwandlung, Einbau in anderes Denksystem

Präsentation von Meinungen und Wissen:

Analyse von Meinungen und Wissen:

30. Juni: Meinungen zu de Weck's Vorschlägen zur Rettung des Kapitalismus: Die Gruppe hat vor Monaten ein Kollektivexemplar des Büchleins angeschafft. In der Zwischenzeit müssten die meisten durch sein mit Lesen. (Wer nicht: Das Büchlein ist zur Zeit bei mir.) Die Diskussion sollte in etwa wie folgt vonstatten gehen:

  1. Ist die Kritik vollständig / berechtigt?
  2. Was lässt sie aus? Wo ist sie daneben?
  3. Sind die Lösungsvorschläge umfassend oder einseitig beschränkt? Was fehlt?
  4. Sind die Lösungsvorschläge brauchbar / ausreichend?
  5. Welche zusätzlichen Alternativen / Lödungen wären denkbar?

7. Juli: Meinungsmache bei Kernkraftwerken: Rhetorische Analyse des Textes von Walter Krämer (Prof. Wirtschafts- und Sozialstatistik), publiziert in Welt Online, Handelszeitung, Wer hat Angst vorm AKW?