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zur präzisen Lösung |
Webmaster und Internet-Redaktor
Martin Herzog Inselstrasse 62 4057 Basel Tel/Fax: 061 831 80 15 |
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Orientierung & Navigationsmuster |
Schritte bei und Hilfsmittel zur Erstellung einer Homepage | |||
Die Orientierung im Web
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| 2. Gebot des Internet / 1. / 3. / |
Die Webnutzer wollen Informationen möglichst rasch. (Obwohl die Realtität diesem Wunsch nicht
unbedingt zu entsprechen scheint. Eine Untersuchung von http://pychology.wichita.edu/optimalweb/annoyances.htm fand heraus, dass Webnutzer ca. 17 Minuten brauchten um Informationen zu einer bestimmten Fluggesellschaft zu finden, während die telefonische Abklärung 3 Minuten in Anspruch nahm!
Die Grundfragen der Orientierung:
Kompliziert wird die Bereitsstellung einer optimalen Navigation einmal dadurch, dass es grundverschiedene Typen von Nutzern gibt, primär diejenigen die geziehlt suchen im Vergleich zu den Flaneuren, die gerne im Web spazieren gehen und sich gerne hierhin oder dorthin führen lassen.
Erfahrene Besucher wollen schnell ans Ziel und sind froh um jede Abkürzung. Falls diese nicht möglich ist, sollte eine klare und durchgängige Rubrizierung und eindeutige Verlinkung angeboten werden, die mit maximal 3 Klicks zum Ziel führt. (Die Ausnahme bestätigt die Regel ...)
Der Netzwanderer ("Sonntagsbrowser") hingegen wird gerne geführt und schätzt es, wenn die Inhalte Schritt für Schritt angeboten werden. Er ist dankbar für Übersicht (Sitemap).
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Die wichtigste Regel für die Navigation ist die selbe wie die für Texte. Die Nutzer möchten erst wissen, was das Resultat ist, warum es sich allenfalls lohnt den Text zu lesen oder durch die Präsentation durchzuklicken. Präzise wie bei Zeitungsartikeln, präzise das Gegenteil von wissenschaftlichen und Sachpublikationen, werden Schlüsse und News im ersten Abschnitt erwartet - Ausführungen, Details, Hintergründe - wie der Name schon sagt - weiter hinten. |
Problematisch sind umfangreiche Websites (wie www.brainworker.ch) mit einer grossen Anzahl an Themen, hierarchischen Stufen und somit Links. (Man nennt dies das Art Museum Problem [Problem der Kunstmuseen]). Hier müssen die Informationen gegliedert werden, denn nicht jede(r) kann mit unstrukturierten Übersichtsplänen wie die Star Tree Navigation (s. Startseite von www.brainworker.ch) etwas anfangen. Sie enthalten zu viele (und oft trotzdem zu wenige) Informationen, während die hierarchische Präsentation ihrerseits zu stark einschränkt.
Die Nutzerforschung hat gezeigt, dass für solche Navigationen eine breite Struktur zu weniger Fehlern führt als eine tiefe. (Breite: Elemente pro hierarchischer Stufe; Tiefe: Anzahl Stufen). Bei mehr als 3 Stufen versagen die meisten mehrdimensionalen Präsentationen (Popupfenster von Fireworks, neu auch Dreamweaver und der Besucher ist gezwungen sich zu merken, woher er kam, wozu die meisten offenbar wenig Lust haben. Je tiefer also die Struktur, desto mehr Gedächtnisleistung ist nötig. Also optimal wird heute der konkave Design empfohlen, also viele Details auf der Einstiegseite, zu der man eh zurückkehrt, der Uebersicht wegen, wenig Details unterwegs, weil man sich hier die Weggabelungen merken muss, und eine detaillierte Liste beim Zielthema:
breit (8) xxxxxxxx
schmal (2) xx
schmal (2) xx
breit (8) xxxxxxxx
Zusätzlich für die wichtigsten Links Abkürzungen, also direkte Wege (Landmarks).
Navigationsmuster
Das Web als ganzes ist zwar ein kapillares Netz, in dem sich die Besucher ständig vorwärtsbewegen, aber nie irgendwo ankommen. . Eine (gut organisierte) Website jedoch ist organisch und hermetisch, sie hält den Besucher auf vorgegebenen Bahnen fest und führt ihn zu gegebenen Schlüssen (Ausgängen).(www.nyu.edu/classes/keefer/waoe/williams.html)
Mark Bernstein hat in Patterns of Hypertext folgende Navigationsmuster beschrieben:
Kreis:
Wiederholt Argumente, Standpunkte. Ein Text wird beim
ersten Wiederauftauchen zwar oft übersprungen, beim
dritten oder vierten aber als wichtig wahrgenommen,
intensiver gelesen und oft anders interpretiert.
Kontrapunkt: Verfolgt
gleichzeitig zwei oder mehr Argumentationsstränge, oder
präsentiert ein Frage- und Antwort-Spiel,
einen Kontrast oder zwei
Alternativen. Der Effekt auf die Nutzer ist der
selbe wie die Montage. Wäre also
ideal für die Präsentation von öffentlichen, politischen Streitgesprächen.
Spiegelwelt: Präsentiert eine
zweite Stimme welche die erste parodiert.
Knäuel:
Verwirrt die Nutzer durch das Angebot verschiedener Links – ohne ausreichende
Angaben um den Nutzer zu lenken, um sie für neue Argumente oder unerwartete
Schlussfolgerungen empfänglicher zu machen. Fördert Browsing als
Nutzerverhalten.
Sieb:
Erlaubt verschiedene Perspektiven zu durchlaufen (Baum, Multibaum) – führt
aber zum selben Ausgang (verschiedene Fragen - eine Antwort).
Trennen - Zusammenfügen:
Verbindet oder trennt Sequenzen. Jeder Entscheid des Nutzers
beeinflusst den Ablauf.
Montage:
Präsentiert verschiedene Inhalte/Ausgangspunkte gleichzeitig (Portal). Der
Einfluss auf die Besucher ist deutlich. Solche Seiten
werden bis zu vier mal intensiver betrachtet als einfache Texte.
Nachbarschaft: Schafft Beziehungen zwischen Knoten durch Nähe, verwandte Symbolik, gemeinsame Orientierungspunkte (Landmarks), unveränderliche thumbtabs, navigationsleisten oder Minisitemaps. (Modell www.brainworker.ch, s. Sitemap)
fehlendes Glied: Ein Ort der nicht besucht werden kann, unerreichbar ist, wird viel attraktiver und fördert die Phantasie. (Literarisch: Allusions, iterations, ellipsis)
Täuschung: Bietet Möglichkeiten an für später, die nicht im Moment zu verfolgen wären. Schickt z.B. Nutzer, die einen Horror vor Komplexität haben, auf einen einfachen Einstiegspfad, der von der Komplexität ablenkt. Lenkt Besucher auf Dinge hin, die sie vielleicht gar nicht gesucht haben, die aber ihr Interesse zu wecken vermögen. (Wird verbunden mit Nachbarschaft bei www.brainworker.ch intensiv genutzt. Beispiel: Irakische Küchenrezepte (sehr gut besucht) und Irakische Cartoons (seit Kriegsbeginn noch besser besucht) weisen darauf hin, dass der Irak nicht nur aus Saddam besteht. Es ist erfreulich zu vermerken, dass offenbar die grosse Mehrheit der Bevölkerung das auch so sieht und die Anstrengung in dem Falle überflüssig war - ausser, dass irakische Rezepte auch ohne Krieg gut munden, noch besser eigentlich.
Martin Herzog, Dipl. Ing. ETH, Rheinfelden. 26.03.03