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Aufgaben und Ausbildung der Kulturingenieure
-land administration & natural resources management-
Seit 1998/99 besteht an der ETH der Studienplan Geomatikingenieur, in dem die Fächer der Kultur- und Vermessungsingenieure vereinigt wurden. Geomatik setzt sich aus den Begriffen Geodäsie und Geoinformatik zusammen. Darin sind die Kernbereiche Geoinformationswissenschaften und Kartographie, Ingenieurgeodäsie, Satellitengeodäsie und Navigation, Satellitenfernerkundung und Photogrammetrie, die Raumplanungswissenschaften und Landnutzung, sowie die Geodynamik enthalten. Die Geomatik spannt damit einen weiten Bogen von den Geowissenschaften über die Ingenieurwissenschaften und Informatik bis hin zur Raumplanung, Landentwicklung und zu den Umweltwissenschaften. (Vergl. dazu: Die sektorale Bildungsplanung der ETH)
| Unseren Lebensraum erfassen, gestalten und sichern |
Lebenswichtige Ressourcen, wie Boden,Wasser, Luft, werden auf unserer Erde immer knapper. Diese Entwicklung wird durch den weltweit anhaltenden Trend zum Leben in städtischen Räumen noch verstärkt. Wenn wir nicht rasch handeln, wird die Erde in absehbarer Zeit in dicht besiedelte Städte und vom Aussterben bedrohte Landstriche aufgeteilt sein.
Das Departement Bau,Umwelt und Geomatik der ETH Zürich stellt sich dieser Herausforderung. Wir fühlen uns verantwortlich für eine nachhaltige Nutzung und Entwicklung unseres Lebens und Wirtschaftsraumes. Im Vordergrund unseres Interesses stehen die Aspekte Sicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit baulicher Anlagen sowie die nachhaltige Nutzung unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Wer hierzu einen wirkungsvollen Beitrag leisten will, muss sowohl die mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen beherrschen, über das notwendige Fachwissen verfügen, als auch die sozio-ökonomischen und politischen Planungs- und Entscheidungsprozesse kennen.
Das Studium in Geomatik und Planung an der ETHZ bietet eine solide mathematische, natur- und ingenieurwissenschaftliche Ausbildung, erweitert um Themen der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie um moderne Arbeits- und Führungstechnik. Es vermittelt fundierte Kenntnisse in Messtechnik, Informatik und Geografischen Informationssystemen (GIS). Hinzu kommen Grundlagen der modernen Photogrammetrie, Fernerkundung, Kartographie, Parameterschätzung, Satellitengeodäsie, Geodynamik, Navigation, Raum- und Umweltplanung sowie der Landentwicklung. Der Studiengang beinhaltet auch die theoretischen Grundlagen, um das Eidgenössische Patent als Ingenieur-Geometer zu erwerben.
Den Absolventen und Absolventinnen der Studienrichtung Geomatik und Planung eröffnen sich interessante Arbeitsgebiete und ausgezeichnete berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Projektierungsbüros, Unternehmungen und Agenturen im Umweltbereich, öffentliche Verwaltungen und Forschungsinstitutionen warten auf den dringend benötigten Berufsnachwuchs aus dem Departement Bau, Umwelt und Geomatik der ETHZ.
http://www.geofuture.de/ueberblick/ueberblick.htm
Definition:
Geomatik ist die Wissenschaft von der Messung, Modellierung, Analyse, Steuerung, Verwaltung und Darstellung raumbezogener Daten und Prozesse. Sie spannt einen weiten Bogen von den Geowissenschaften über die Ingenieurwissenschaften und Informatik bis hin zur Raumplanung und den Umweltwissenschaften. Geomatik und Planung ist eine neue, moderne Studienrichtung, die aus der Zusammenlegung des Kultur- und Vermessungsingenieurwesens entstanden ist.
Aufgabe der Geomatikingenieure und Geomatikingenieurinnen ist es, zentrale Komponenten unseres Lebens- und Wirtschaftsraums wie Boden, Wasser, Siedlungsräume, Verkehrs- und Energieflüsse zu erfassen,verwalten,gestalten und nachhaltig zu sichern. Sie tragen mit ihrer Arbeit wesentlich zum besseren Verständnis des Planeten Erde, seiner Ressourcen und umweltrelevanten Prozesse bei und liefern Entscheidungsgrundlagen für einen nachhaltigen Umgang mit wichtigen, nicht vermehrbaren Gütern unserer Erde.
Dazu entwickeln sie boden-, flugzeug- und satellitengestützte Mess- und Aufnahmeverfahren und setzen diese ein, zur Kontrolle von Staudämmen, in der Erdbebenforschung, zur Steuerung von Bau-, Umwelt und Industrieprozessen,in der Präzisionsnavigation, zur Grundbuch- und Landesvermessung sowie zur Herstellung von Landkarten.
Geografische Informationssysteme (GIS) ermöglichen es heute, eine Fülle raumbezogener Informationen auf lokaler, regionaler und globaler Ebene zu verwalten, z.B. für Kataster, regionale Planungsprozesse und zur Überwachung von Naturgefahren. Spezielle Programme erlauben es, Geodaten in Form von multimedialen Atlanten und virtuellen dreidimensionalen Landschaften darzustellen und miteinander zu verknüpfen.
Dank der breiten Ausbildung mit einer starken Verankerung in den Geowissenschaften und in der Planung ist das Tätigkeitsfeld der Geomatikingenieure und Geomatikingenieurinnen sehr vielseitig. Sie sind gesuchte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Planungs-, Ingenieur- und Geometerbüros, z.B.in den Bereichen Geoinformatik, Gefahrenzonenplanung, Erdbebenforschung, Erosionsschutz, naturnaher Wasserbau und Ingenieurbiologie, Bewässerung und Drainage sowie Landnutzung und Landentwicklung.Weitere Möglichkeiten eröffnen sich in Industrieunternehmen, öffentlichen Verwaltungen (Bund, Kantone, Gemeinden),
Die zahlreichen Tätigkeitsfelder der Geomatikingenieure und Geomatikingenieurinnen bieten grosse Entfaltungsmöglichkeiten. Freude an der Informatik, Aufgeschlossenheit gegenüber Umweltfragen, Offenheit für internationale Aufgabenstellungen sowie Interesse an natur-, ingenieurwissenschaftlichen und planerischen Problemstellungen sind gute Voraussetzungen für das Studium der Geomatik und Planung.
Nach: www.geod.ethz.ch/abtVIII/wegleitung_2.html
Der Studiengang Geomatik und Planung ist zusammen mit den Studiengängen Bauingenieurwissenschaften und Umweltingenieurwissenschaften im Departement Bau, Umwelt und Geomatik (D-BAUG) der ETH Zürich angesiedelt.
Das Bachelorstudium vermittelt die ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen.
In den ersten drei Semestern stehen mathematisch-naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Grundlagen wie Mathematik, Physik, Mechanik, Informatik, Geodä-tische Messtechnik, Parameterschätzung und Geographische Informationssysteme (GIS) sowie Geologie und Systems Engineering im Zentrum des Lehrangebots.
Im ersten Studienjahr werden die mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen wie Mathematik, Mechanik, Informatik, Geologie und Ökologie vermittelt. Daneben stehen auch ingenieurspezifische Grundlagen wie Systems Engineering, Betriebswirtschaftslehre, Geodätische Messtechnik, sowie eine Projektarbeit auf dem Studienplan. Diese Fächer werden nach dem 2. Semester mit einer Basisprüfung abgeschlossen.
Ab dem dritten Semester erweitert sich der Unterricht auf Physik, Hydraulik, Hydrologie, rechtliche Grundlagen, Geometrie und Computergrafik sowie auf die Einführung in die Schwerpunktsgebiete der Geomatik und Planung, wie:
Geodäsie und Navigation
Geografische Informationssysteme (GIS)
Kartographie
Landnutzung und Landentwicklung
Parameterschätzung
Photogrammetrie und Fernerkundung
Umweltplanung und Standortmanagement
Ab dem vierten Semester werden die Grundlagen der Geomatik und Planung vertieft und erweitert auf die Fachbereiche: Geodäsie, Photogrammetrie, Kartographie, Navigation, Fernerkundung, Planung, Umweltplanung und Standortmanagement, Landnutzung und Landentwicklung.
Diese obligatorischen Grundlagenvorlesungen werden ergänzt durch ein frei wählbares Wahlmodul aus einem der vier folgenden Fachgebiete: Geosensorik und dynamische Positionierung, Thematische Kartographie und Geodatenanalyse, Digitale Photogrammetrie sowie Planung und Landschaftsarchitektur.
Während des Bachelorstudiums haben die Studierenden auch ein Pflichtwahlfach im Umfang von vier Kreditpunkten aus dem Bereich der Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften (GESS) zu erwerben.
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Die Basisprüfung umfasst folgende Prüfungsfächer:
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Die Bachelorarbeit gegen Ende des 6. Semesters soll die Fähigkeit zur selbständigen, Praxis orientierten Problemlösung belegen.
sechs Kernmodule:
Ingenieurgeodäsie, Satellitengeodäsie
Navigation, Geodynamik
Photogrammetrie, Fernerkundung und GIS
Geoinformationswissenschaften und -technologien sowie Kartographie
Raumplanung
Raumentwicklung
Studierende des Bachelorstudiengangs Geomatik und Planung können nach dem Basisjahr ohne weitere Auflagen ins dritte Semester des Bachelorstudiengangs Umweltingenieurwissenschaften übertreten. Ein Übertritt in den Bachelorstudiengang Bauingenieurwissenschaften ist nach dem 2. Semester nur möglich, wenn die Lehrveranstaltungen Mechanik I und II aus dem Studiengang Bauingenieurwissenschaften in Absprache mit dem oder der Verantwortlichen für den Studiengang Bauingenieurwissenschaften nachgearbeitet werden.
Nach dem Bachelorabschluss werden Studierende der Geomatik und Planung auch in die folgende Masterstudiengänge des D-BAUG übertreten können. In Erd-, Umweltnatur-, Agrar- und Lebensmittelwissenschaften kann nach bestandener Prüfung (1., 2. Jahr) in den andern Studiengang gewechselt werden. Der BS selbst öffnet den Zugang zu jeder anderen Richtung.

Das Verzeichnis der Fächer des Masterstudienganges zeigt ebenfalls den ausgeprägten Schwerpunkt der Informationstechnologie. Die wichtigste Grundlage von Melioration und Kulturtechnik, der Zugang zu und Umgang mit den Betroffenen, kommt dabei nicht mal am Rande vor (Abteilung 12, freiwillig). Geomatik ist also weiterhin definitiv eine Ingenieurwissenschaft, während Forst(wirtschaft, Management), ebenfalls eine systemorientierte Naturwissenschaft, mehr Gewicht auf Management legen wird, dessen Inhalt dort allerdings nirgendwo definiert ist.
Wir sehen hieraus, dass Kulturtechnik in Zukunft nur noch eine praktische Unterabteilung von Raumplanung/Raumentwicklung sein wird. Die Geomatik, als junge Wissenschaft, setzt offensichtlich noch (zu) viel Gewicht auf die Mittel, die Entwicklung von Datenerhebungstechniken und Methoden. Ziele und Zwecke dieser Anstrengungen, die Vermarktbarkeit der Produkte, müssen sich allerdings in der praktischen Anwendung oft erst noch erweisen.
| Die Probleme die sich aus einer derartigen Methodengläubigkeit (auch als Wissenschaftsgläubigkeit zu bezeichnen) ergeben, zeigen sich am eindrücklichsten in der Zersiedelung unserer Landschaft. Trotz besseren Wissens geschah und geschieht zu wenig. Das Resultat unseres Städtebaus zeigt zwar oft tolle Einzelarchitekturen - aber eben so oft katastrophales Stadtbilder als Mixtur zwischen Bünzlingen und Bonzowil. |
def: Geodäsie / Gesellschaft für die Geschichte der Geodäsie in der Schweiz http://www.geomatik.ch/Geschichte.html#2.9
Datenbank geodätischer Instrumente und Dokumente / Inventaire dinstruments
Gesellschaft für die Geschichte der Geodäsie in der Schweiz
Geschichte der Landesvermessung / und des Bundesamtes für Landestopographie swisstopo
Martin Herzog, Webdesign, Rheinfelden, 17. Juni 2004