Zusammenfassung und Fazit I. zum Irak-Krieg:

Wenn Medien politische Propaganda betreiben statt zu informieren.

Inhalt:

Fazit II zum Irak-Krieg. (laufende Kommentare)

Einschub 28.7.07: Bis heute glauben 41% der Amerikaner, dass Saddam mit der Al Qaida gemeinsame Sache betrieb und für die Zerstörung des World Trade Centers mit verantwortlich ist. Das zeigt, wie schwer solch massiv verbreitete Lügen wieder zu korrigieren sind.

Eigentlich müsste man dafür die Verantwortlichen inklusive Presse ... eben zur Verantwortung ziehen und sie darauf verklagen, dass sie auf eigene Kosten diese Irrtümer so lange korrigieren müssen, bis höchstens noch 5 bis 10 % der Unbelehrbaren, die es immer und bei jeder noch so absurden Theorie gibt, daran glauben.

17.7.06: Wer denkt, das war alles nur ein Versehen, hat bereits heute wieder das zweifelhafte Vergnügen, präzise die selben Lügengeschichten wieder zu hören. Was damals die Massenvernichtungswaffen des Irak, sind heute die Iranische Atombombe, iranische Guerillas und iranische Raketen, gefüllt mit syrischem Treibstoff, geliefert von den Syrern and die Hisbollah im Libanon. 3 Jahre später ist es nicht mehr der Irak, der die Welt bedroht, sondern "seltsamerweise" seine Nachbarn Syrien und Iran. Warum?

Der offizielle Hauptgrund für den Krieg waren die Massenvernichtungswaffen, die Bedrohung für die USA. Die nun (Oktober 05) aufkochenden Ereignisse um Fehlinformationen der US- wie Berlusconis "Gefälligkeitsinfos" der italienischen Geheimdienste, die Enttarnung der CIA-Agentin Valerie Plame (aus Rache dafür, dass ihr Mann die Schwindelpropaganda mit den Irakischen Uranbeschaffungen in Niger, die Kündigung von Libby, der nahende Abschuss von Rove, sind nur sehr späte Reaktionen auf die unten aufgeführten Lügengebäude. Reaktionen, die im unterschied zu den sonst hier präsentierten, eben 3 Jahre hintendrein kommen. Auch der gegenwärtige juristische Aktivismus in den USA mag hier nicht zu überzeugen. Lügen müssen als Lügen enttarnt werden, bevor sie zu Krieg führen (besser: Zur Kriegs-Führung erst eigentlich Anlass geben.). All dies belegt, dass wir aus der Geschichte nichts gelernt haben, ganz egal wie oft das "Ende der Geschichte" und die postmoderne Beliebigkeit schon ausgerufen worden sind. Denn auch in der Postmoderne kann die Beliebigkeit nur so weit gehen, als es die Fakten, also die Wahrheit, zulassen:

Ein gigantischer medialer Betrug.     Chefinspektor Charles Duelfer, CIA-Abschlussbericht:

Der Irak besass weder Massenvernichtungswaffen noch Programme, solche herzustellen!

Zu präzise dem selben Schluss kam, nach dreijähriger Untersuchung, am 8. September 06 der Geheimdienstausschuss des US-Senates, obwohl ein reines Republikaner-Gremium.

Der inoffiziell vermutete Hauptgrund für den Krieg sind die Erdölreserven und die Versorgung der USA mit billigem Erdöl.

Die Bush-Familie und andere Erdölbarone verdienen bei heutigen Preisen recht gut. Die US-Bürger zahlen, aber wer hat je gesagt, der Krieg solle den Bürgern nützen? Der Grund bleibt also auf dem Tapet, obwohl er den USA nur wenige Jahre Aufschub gewährt, bis Sie dann von der Teuerungswelle des post-oil-peaks erfasst werden.

Ein inoffizieller, und in Europa nicht ernst genommener Grund: Die Verbreitung des christlichen Weltbilds.

Bei den Lügenbaronen kann man ja nur grinsen, wenn die von Religion reden. Ich bin ein Kriegspräsident, sowie: Wer nicht mit uns ist ist gegen uns ist zudem weder christlich noch demokratisch, sondern schlichtweg faschistisch. Die Definition des Faschismus zeigt auch eine schmerzhafte Übereinstimmung, was den Missbrauch der Medien betrifft (s. Outfoxed). Bush & Co sind also allenfalls Fundamentalisten, aber sicher keine Christen.

Verbindung zwischen Al Qaida und Saddam:

Kein Diktator duldet andere Diktatoren neben sich. Die Idee war von jeher ein Witz, insbesondere wenn man den Irak kennt und seine Stapel an Bier- und Whiskykisten. Eine Verbindung zu Bin Laden, ein Witz. Die einzige Gruppe die mit der Al Qaida in Verbindung steht ist Ansar al Islam, und die konnten sich erst im Nordosten festsetzen, als Kurdistan für Saddam gesperrt und unter dem Schutz der Allianz war.

Verteidigungsminister Donald Rumsfeld:

Ich habe keine starken, verlässlichen Beweise für eine Verbindung zwischen Saddam Hussein und Al Qaida gesehen!

Krieg gegen den Terrorismus:

Noch nie gab es so viele Terroristen im Irak wie heute!

Den irakischen Markt für die USA erschliessen - ein Witz s. Notiz vom 11. Dez. 03. Die Kontrolle über den Irak gewinnen - ein Wunschtraum. Den Irak demokratisieren Ein dreifach bitteres ha, ha, ha.

Paul Bremer, ehem. Administrator des Irak:

Die Vereinigten Staaten haben niemals über genügend Truppen im Irak verfügt

Was bleibt?

Geld und Macht - was eine grosse Mehrheit des Volkes eigentlich so vermutete (s. L'Hebdo Umfrage 2003):

Die USA denken vor allem an ihre eigenen Interessen.

Die USA sind der grösste Waffenproduzent und Waffenhändler der Welt. Nach dem 1. Golfkrieg wurden weltweit Werbung geschaltet für Kriegsgerät. Die grössten Profiteure sind auch beim 2. Irakkrieg die Waffenproduzenten. s realistischere Ziele

Die letzte Ausrede von Bush:

Saddam hat das Wissen gehabt, die Materialien und die Mittel und die Absicht, Massenvernichtungswaffen zu bauen.

Man sollte also vielleicht ähnlich simpel denken wie Bush, und gar nicht zu weit suchen. Es ist weitaus wahrscheinlicher, dass ein Präsident nach der Wahl immer noch primär seine eigenen Interessen vertritt, als dass er nun plötzlich an Ruhm, Ehre und Wohlergehen des Landes denkt. Weitaus plausiblere Gründe für den Krieg als nationale Sicherheit und Ehre sind also Geld, Macht und die Durchsetzung persönlicher Überzeugung.

Aus der Perspektive betrachtet ist Bush vermutlich auch gar nicht so dämlich wie er aussieht. Immerhin hat er es hingekriegt, den US-Senat, eine Mehrheit der US-Bürger, den UN-Sicherheitsrat sowie die halbe Welt über den Tisch zu ziehen um seine Agenda zu erfüllen. Der Irak ist am Boden und weder für die saudischen noch die israelischen Freunde von Bush eine Gefahr. Wie Machiavelli schon sagte: Lieber gefürchtet und einflussreich als geliebt und bedeutungslos. Terrorismus? Who cares, as long as one may earn money with it - und das tun die Erdöl-, Waffen- und Sicherheitsproduzenten in Bushs Umfeld ja reichlich.

Die Erwartung des Volkes, das von Politikern nichts für sich erwartet, ist also weitgehend berechtigt, denn natürlich machen Politiker was sie wollen, sonst wären sie ja Angestellte oder Beamte geworden. Wenn man sich vorstellt, dass die Leute einfach ihren privaten Interessen folgen, und nicht das tun, was man gerne von ihnen erwarten würde, also sich für das Gemeinwohl einsetzen, dann lösen sich die meisten Unstimmigkeiten des politischen Systems in Wohlgefallen auf. Absurde pessimistische Verschwörungstheorie? Überlegen Sie sich mal, welche Gründe zu den letzten Kriegen geführt haben, dann wird Ihnen vermutlich sofort klar, dass noch selten ein Grund zu absurd war, einen Krieg zu führen. Tragisch ist in dem Falle - nebst dem aktuellen üblen Zustand des Irak, a) das Versagen der parlamentarischen Kontrolle und b) das Versagen der öffentlichen Kritik - dank der  üblen populistischen Lügenpropaganda der Medien.

Medien und Lügenbarone im Dienste von Bush

Outfoxed - Wenn Medien politische Propaganda betreiben statt zu informieren.

Film von Robert Greenwald: http://www.outfoxed.org/

Der unselige Einfluss regierungstreuer Medien auf die Politik zeigt sich am besten an Rupert Murdochs Nachrichtensender FOX. Rupert Murdochs Imperium umfass 9 Satelliten-TV-Kanäle, 100 Kabelkanäle, 176 Zeitungen, 40 Buchdruckereien, 40 TV-Satelliten und einen Nachrichtensender. Damit erreicht er in den USA 280 Millionen Zuschauer, in Asien 300 Millionen, über Kabel 300 Millionen und über Zeitschriften 28 Millionen. Im ganzen werden rund 4.7 Milliarden Nutzer Weltweit von Murdochs konservativen Medien beeinflusst.

Speerspitze dieser Propagandamaschine ist der berüchtigte Sender FOX. War er zur Regierungszeit Clintons bissig und scharf, mutierte er unter Bush zum Schosshund, da er eben den fixen, rechtskonservativen Standpunkt von Bush verteidigt - sich allerdings hinter dem Werbebanner fair & balanced verbirgt.

Fox war der wichtigste Träger und Verbreiter der konservativen Angststrategie, die telegen (Bowling for Columbine) von Michael Moore karikiert wurde. Murdoch unterhält und "informiert die halbe Welt, oder besser, desinformiert sie, denn Rupert Murdoch hat nicht bloss eine erzkonervative Einstellung, er macht diese auch zur Grundlage seiner Medien, mit denen er Politik betreibt.

Berüchtigt ist insbesondere Bill O'Reilly, der jede Antwort die ihm nicht ins Konzept passt mit shut up, shut your mouth, oder gleich dem Unterbrechen des Mikrophons quittiert. Der Fall von Jeremy Glick, dessen Vater im World Trade Center umgekommen war, und der sich trotzdem gegen einen militärischen Einsatz aussprach, ist eines der übelsten Beispiele dazu. Glick wurde zum Schweigen gebracht, bedroht, und noch ein Jahr lang falsch zitiert und durch den Dreck gezogen. Rechtliche Schritte konnte er nicht unternehmen, da laut Auskunft seines Rechtsanwalts Lügen nur strafbar sind, wenn der Lügende sich der Lüge bewusst ist. Da O'Reilly aber für seinen freizügigen Umgang mit der Wahrheit bekannt ist, wäre dies in dem Falle nicht möglich. (Dass das Rechtssystem der USA etwas seltsam ist, ist ja bekannt).

Fox widerlegt Argumente generell nicht, Fox zieht die Gegner durch den Dreck, betreibt also smear campaigns, also politische "Arbeit" statt Information. Bewerben sich ein Republikaner und ein Demokrat um das Amt des Präsidenten, so lautet der Auftrag an die Journalisten, den Republikaner bloss immer in gutem Licht zu zeigen, und jeden Dreck über den Demokraten auszugraben der sich finden lässt. So wurde Kerry permanent als flip-flopper, weich, opportunistisch, ohne Prinzipien präsentiert, bis hin zu: Kerry sieht französisch aus (Frankreich ist noch immer der Erbfeind der USA, gleich nach den Kommunisten, oder heute wohl den Terroristen) und höchst sinnigen Kommentaren wie: Franzosen sind Denker. Das ist unamerikanisch. Die denken und denken und tun nichts. Er muss den Eindruck los werden. (Obwohl sich, angesichts Bushs, sogar Amerikaner heute etwas wundern sollten, was denn an Tun ohne Denken wirklich so toll ist ...)

Fox legte den Schwerpunkt seiner Information zu den Wahlen auf Homosexualität, betonte die Unterschiede zwischen Rassen und geschlechtlicher Orientierung. Die Botschaft von Jerry Falwell, der den Schwulen und Lesben die Schuld am 11. September gegeben hatte, entspricht der Wertebasis von Fox.

Richard Clarke, der in seinem Buch Against all Ennemies die Regierung Bush für ihre Versäumnisse in der Terrorbekämpfung angeklagt hatte, wurde als geldgieriger Buchverkäufer portraitiert.

Die Vorgänge im Irak wurden bewusst positiv kommentiert: 100% bessere Wasserversorgung, Jobs, Spitäler; 95% der Irakis geht es heute besser! ... dabei ist der Zustand des Irak heute noch lamentabel, lamentabler als er es je war.

Fox kennt die im Journalismus übliche Trennung von Information und Kommentar nicht, eben so wenig die Ausgewogenheit. Auf 1 Demokraten, der in Fox seine Meinung kund tun konnte, kamen 5 Republikaner. Wurde ein Demokrat eingeladen, so war er/sie entweder vom rechten Flügel, oder so unbedeutend und/oder seltsam, dass der Auftritt den Demokraten mehr schadete als nützte

Fox verstösst auch permanent gegen eine saubere Argumentation, indem kaum Quellen genannt werden, aber um so mehr mit: some people say (einige Leute sagen) argumentiert wird, was jegliche Kontrolle der Aussagen verunmöglicht.

Fox macht den Nationalismus zum Business: Es steckt Geld in der Flagge! und betreibt Propaganda statt Analyse. Dieses Vorgehen ist hinterlistiger als kommunistische Propaganda, da man dort wusste, dass es sich um Propaganda handelte - und sich als beschallter allenfalls langweilte. Bei einem Nachrichtensender oder andern Medien erwarten die Informationssuchenden jedoch, dass die Informationen stimmen - wobei Kommentare aus einer einseitigen Perspektive als normal hingenommen werden oder gar erwünscht sind.

Es heisst, es gäbe drei Arten von Lügen: Lügen, verdammte Lügen - und Statistiken. Fox  benutzt alle drei Gattungen erfolgreich.

Hier werden allerdings bei Fox & Co die Grenzen überschritten. Der Einfluss solcher Medien auf die Leser ist äusserst kritisch zu bewerten:

Durch diese fiese Art der Informations-Politik macht Fox zwar Geld, aber auch weitaus mehr Flurschaden als nur die Desinformation bei den direkt Beeinflussten, denn die Mitbewerber auf dem Markt, die anderen Medien, passen ihre Strategie an. Als z.B. Fox vor 4 Jahren, irrtümlich, als erste den Sieg von Bush Senior meldeten, wurde diese Falschmeldung innert weniger Minuten von den meisten andern Sendern kopiert.

Fazit:

Die Mediendiversität ist Grundbedingung der Demokratie. Wenn private Firmen die Medien kontrollieren wie es in den USA und in Italien der Fall ist, werden die Bürger in die Irre geleitet. In der Schweiz und in Deutschland haben wir das Problem nicht in dem Ausmass - aber regional/kantonal ist es doch vorhanden, und es verschärft sich mit jeder Zeitung die eingeht und mit jedem Zusammenschluss weiter. Wenn sie z.B. im Kanton Aargau leben und ihnen ob dem quasi-Monopolblatt Aargauer Zeitung übel wird, wie informieren Sie sich dann?

Links:

In der Kluft zwischen rechts (Fox) und links (CNN) entsteht nicht Wissen der Mitte, sondern Vertrauensverlust und Medienüberdruss:

Die Zahl der Amerikaner, die glauben, dass die Medien professionell arbeiten, ist in den vergangenen 20 Jahren von 72 auf 49 Prozent gesunken. Zudem glauben heute 67 Prozent, dass Fehler in der Berichterstattung unberichtigt bleiben, verglichen mit 13 Prozent im Jahr 1985. "Das Problem ist, dass Journalisten glauben, ihre Arbeit stünde im Interesse der Öffentlichkeit, während die Öffentlichkeit glaubt, dass Journalisten lügen oder sich selbst etwas vormachen", heisst es im Report.

Kommentare v. Gerti Schön, Medienheft, zu outfoxed: http://www.medienheft.ch/kritik/bibliothek/k22_SchoenGerti_2.html

_______________________________

Bush's Brain

Film von Wayne Slater & James Moore

Im Film Bush's brain wird der engste Berater des Präsidenten, Karl Rove, aufs Korn genommen. Der Film zeigt, mit welchen Mitteln heute Könige, die im Mittelalter bereits gerne gekauft wurden (s. Fugger), gemacht werden. Karl Rove war bereits als Student ein hochintelligenter und unschlagbarer Debattierer. Es ging ihm allerdings bereits damals in Debatten nicht darum, die Wahrheit oder ein Optimum zu finden, sondernd die konservative Agenda durchzusetzen. (Ein weiterer Fall der belegt, dass Konservativismus offenbar kein vernünftiger Entscheid ist, sondern quasi vererbt wird). Rove arbeitet seit 1980 für die Bush-Familie, die selbst seit 3 Generationen das Amt des Präsidenten und anderweitigen politischen Einfluss anstrebt. http://prorev.com/bush2.htm

Interessant sind Roves Strategien:

1986 leitete Rove die Campagne für den Republikaner Bill Clements, der gegen den Demokraten Mark White antrat. Kurz vor der Debatte setzte Rove ein Gerücht in Umlauf, dass das Büro von Clements von seinem Gegner verwanzt worden sei. Die Wanze hatte allerdings bloss eine Batterie für 6 Stunden - und war offensichtlich erst 20 Minuten vor dem "Fund" installiert worden. Clements gewann.

Im Wahlkampf 2000 wurde Senator John McCain durch anonyme Flüsterpropaganda, Zettel die unter die Windschutzscheibe geheftet wurden, zum Landesverräter, unehelichen Vaters eines schwarzen Kindes und Fall für die Psychiatrie erklärt.

Noch übler war die Campagne gegen McCleland, der in Vietnam 2 Beine und 1 Arm verloren hatte. Rove stellte ihn als Fall für die Psychiatrie dar und behauptete, er sei Vater eines unehelichen schwarzen Kindes, was im uninformierten Volk um so mehr wirksam war, als die McCain Familie ein Kind aus Bangladesch adoptiert hatte. (Offenbar ist das amerikanische Volk auch dumm genug, zwei mal auf den selben Trick hereinzufallen.) McCleland wurde zudem als Freund von Saddam und Bin Laden präsentiert, da er sich gegen Bush's Version der homeland security (Verdreifachung der Finanzierung, Erhöhung des FBI-Budgets um 60%,  patriotic act, s.o. ),  ausgesprochen hatte - und für die Version der Demokraten.

http://www.whitehouse.gov/homeland/

Landesverrat beging Rove eigentlich selbst, als er aus Rache, die Ehefrau des Diplomaten Joseph C. Wilson - der die Bush-Mär von Iraks Uran-Geschäften im Niger widerlegte - als CIA-Undercover-Agentin outete.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,314847,00.html

Die selben Strategien wurden übrigens von den Republikanern auch verwendet um Clinton fertig zu machen. Der war zwar etwas clownesk mit seiner Levinsky-Affäre, aber, wenn man sich ansieht, wer die Affäre eigentlich zu einer solchen gemacht hat... (s. The hunting of the president). Nachdem bereits Whitewater den Staat eine Menge Geld gekostet hatte, aber nichts gefunden worden war, verschwand das Thema aus den Medien, ohne Aufklärung, ohne Entschuldigung. Man stürzte sich also auf Clintons Privatleben, das es leichter machte, seine Reputation zu zerstören. Clinton war offenbar so eine Art Politstar der, etwas unüblich, eine Menge Groupies anzog - und sich auch gerne auf solche einliess. Eine solche private Affäre aber als Grundlage für ein Amtsenthebungsverfahren zu benutzen, zeigt wie tief die konservative Haltung in einem grossen Teil der US-Amerikaner noch verankert ist. Als eine Zeitung in Frankreich herausfand, dass Mitterrand eine uneheliche Tochter hatte, sagte der bloss: Et alors? - und die Affäre war beendet. In den USA wurden Jahre - und 50 Millionen Dollar - damit vergeudet, und eigentlich handelte es sich um einen politischen Umsturzversuch der Republikaner. Heil dieser republikanischen Moral! Heil den Spiessern! Heil den Fundamentalisten, die lieber über andere urteilen als selbst in den Spiegel zu schauen!

Öffentlich medialer Betrug wurde auch von Bush dem Älteren verwendet, um eine Koalition im 1. Golfkrieg zu schmieden. Obwohl eigentlich wenige Zweifel daran hatten, dass die Annektion von Kuwait durch den Irak nicht tolerierbar war, herrschte wenig Begeisterung dafür, das Problem durch einen Krieg zu lösen. Die Stimmung schlug erst vollständig und massiv zu Gunsten von Bush sen. um, als die Geschichte mit den Irakischen Soldaten ruchbar wurde, die in einem kuwaitischen Spital Kinder aus den Brutkästen gerissen und auf den Boden geschleudert hätten - wie eine "Krankenschwester" bezeugte. Erst Jahre später kam heraus, dass die "Krankenschwester" die Tochter des kuwaitischen Botschafters in New York war, und dass der ganze Film in einem Studio in den USA gedreht worden war. Kriegspropaganda. Missbrauch der Medien und der öffentlichen Meinung. Derart sind die Werte, die von der konservativen Seite vertreten werden.

________________________

The world according to Bush (Bush's Welt)

Film von William Karel

George Bush wusste offenbar vor dem 9. September nicht so recht, was er als Präsident eigentlich zu tun hätte. Er war laut Michael Ledeen ein verwöhntes, privilegiertes Kind, dass durch eine religiöse Erfahrung aus dem Alkoholismus und zu seiner Mission fand: I am vested with a divine mission to promote a christian world vie in the policy of the USA.

Dass er noch nicht mal der Ärgste dieser Truppe ist zeigt die Aussage eines älteren Parteimitglieds, das ihm die Ernennung von Cheney nie verzieh, weil er gewusst haben muss, dass Cheneys Tochter lesbisch war!

Der fundamentalistische rechtsextreme Flügel des US-Protestantismus unterstützt Israel bedingungslos, da die Welt nicht errettet werden kann, wenn Israel beim Jüngsten Gericht nicht besteht. Israel wurde so quasi zum 51 Bundesstaat. Der Vorbeter Jerry Falwell darf den Propheten Mohammed als Terroristen bezeichnen, ohne wegen Rassismus belangt zu werden.

Zu den religiösen Einflüsterern von Bush kommen aber noch diverse, meist seltsame, immer extrem konservative, Berater:

Bush selbst wird als nicht dumm, sondern als schneller Lerner, der sofort weiss, wen er für was einsetzen (und ausnutzen) kann und wie er die Leute manipuliert. Im Film wird Bush's Ziel in der Stärkung der Rolle der USA in der Welt, einem Umbau des Mittleren Ostens, insbesondere einer Stärkung der Position Israels, gesehen.

Es gibt aber auch viel trivialere, darum näher liegende und realistischere Ziele:

Schon diese kurze und bei weitem nicht umfassende Liste lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Die USA sind unter Bush offenbar die grösste und mächtigste Bananenrepublik der Welt. Zweifel? Auch Anthrax, eines der berühmten WMD wurde dem Irak "offiziell" unter Reagan geliefert, als man noch befreundet war, von Bechtel, die heute den Irak aufbauen ... Mit Freunden wie diesen braucht ein Land wahrhaftig keine Feinde mehr.

Es ist aber noch schlimmer:

Was bei Michael C. Ruppert (fromthewilderness) echt nach Verschwörungstheorie aussieht, scheint plötzlich unheimlich real und schockierend realistisch wenn man sich die Carlyle-Group ansieht. Dieses "Finanzinstitut" organisiert sich nicht bloss eine goldene Nase mit dem Krieg gegen den Terrorismus und anderen Verteidigungsausgaben des militärisch-industriellen Komplexes. Die Gruppe dient offenbar auch als "Ruhestätte" für altverdiente Politiker wie James Baker und George Bush sen. - allerdings nicht bloss Republikaner, sondern auch Demokraten (sagt David Kopel in Farenhype 9/11, dem Anti-Farenheit Film (http://www.hereinreality.com/carlyle.html. Wenn Sie beide gesehen haben, wissen Sie echt nicht mehr was stimmt, und verstehen die Kluft die Amerika trennt. Linkspopulismus ist ganz offensichtlich nicht die taugliche Antwort auf Rechtspopulismus). Diese Gruppe hatte auch gerade eine Sitzung, als das World Trade Center kollabierte. Die dabei ebenfalls vertretenen Saudis, inkl. Mitglieder der Bin Laden Familie, u.a. ein Bruder des gesuchten, erhielten als einzige das Recht an diesem Tag ein Flugzeug zu besteigen und das Land zu verlassen - ohne Befragung. Auch wenn die Thesen von Laurent Muraviec ebenfalls nach Verschwörungstheorie aussehen, die Frage ist ernst zu nehmen: Warum wurde der Irak bombardiert und besetzt, obwohl 17 der 19 Terroristen aus Saudi-Arabien stammten? Die Antwort darauf wurde nie und nirgends gegeben.

Der Irak als Sündenbock war längst gewählt worden, man kannte den Irak und seine Schwächen. Mit der Achse des Bösen schuf sich Bush sein persönliches Feindbild und sein politisches Ziel. Nach der Zerstörung des World Trade Centers schob Wulfowitz schnell die Schuld dem Irak zu. Die Verbindung zwischen Al Qaida und Irak, die nie belegt werden konnte und damals wie heute den meisten Nahostexperten absurd erscheint, wurde dem Volk langsam ins Ohr geträufelt. Hatte doch Goebbels schon festgestellt: Wenn man eine Lüge genügend oft wiederholt, wird sie endlich geglaubt. Colin Powels Lügenshow vor dem Sicherheitsrat war dann nur noch das Krönchen auf diesem Misthaufen. Heute versuchen sich die Verantwortlichen wieder herauszulügen, indem sie den CIA beschuldigen, sie mit falschen Informationen versorgt zu haben. Es gab aber ausreichend Warner. Insbesondere war da Hans Blix, der diese Massenvernichtungswaffen jahrelang im Irak gesucht - und nichts gefunden hatte. Er wurde als unfähig verunglimpft bis er das Handtuch warf. Ebenso Joe Wilson, der feststellte, dass an den Behauptungen betr. der Uran-Geschäfte Iraks in Niger absolut nichts dran war.

Der ganze Krieg beruhte auf Täuschung, Volksbetrug, Manipulation, Mobbing und lächerlichen Shows wie der von Powell.

___________________________________________

The whole truth about the Iraqi war uncovered.

Robert Greenwald.

Während der Chef der Waffeninspektion im Irak, Scott Ritter, die Bedrohung durch den Irak und ein substantielles Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen bestritt, suhlten sich Bush & Co in blumigen Irreführungen und belog den Kongress wie die Welt mit Aussagen wie:

Die Rede wandelte sich alsdann in ein Gestammel: It got to be there ... we'll find it ... I believe ... (well, shure, as a christian you should believe, but not lie!)

Der Kongress erfüllte seine Aufgabe nicht, als er sich patridiotisch hinter Bush stellte. Kritischere Fragen währen angebracht gewesen, aber wegen 9/11 eben äusserst riskant für die Karriere.

Links:

Details zur neokonservativen Ideologie:

Das Projekt New American Century (PNAC)

Das Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert ist das Produkt eines neokonservativen (diesmal nicht neoliberal, aber genau so absurd) Think Tanks. Die Gruppe glaubt an Macht, die Überlegenheit der USA und lehnt internationales Recht ab: Amerikanische Führung ist gut für Amerika und die Welt. Amerikanische Führung verlangt militärische Stärke, diplomatische Energie und die Verpflichtung auf moralische Werte (Wenn es das Vaterland verlangt: lüge!). PNAC beklagt: Zu wenige politische Führer würden sich heute für globale Führung einsetzen.  Obwohl auch dies nach Verschwörungstheorie tönt, es ist offiziell und öffentlich zugänglich (s. angegebene Links). Der Sunday Herald nannte den Report eine Blaupause für die US-Weltdominanz.

Ziele des PNAC:

Nicht wenige der PNAC's Mitglieder und Verbündeten waren in Skandale verwickelt, da sie von den Ausgaben für Militär und Krieg direkt profitieren. (see Who Profits From War?).

http://home.earthlink.net/~platter/neo-conservatism/pnac.html

Wenn Sie sich die Namen der Träger der Organisation ansehen, so wird Ihnen auch sofort klar, dass dergleichen mehr als geeignet ist, Verschwörungstheorien über die jüdische Weltherrschaft wieder anzuheizen - diesmal allerdings durch die Betroffenen selbst.

http://www.newamericancentury.org/statementofprinciples.htm

Und Vorsicht. Nachdem nun das Publikum in England und den USA ein Jahr nach dem Krieg gemerkt hat, dass es über den Tisch gezogen wurde, musste eigentlich keiner der Betrüger und Schwindler Rechenschaft ablegen und für den Betrug haften. Der eine wurde schon mal wieder gewählt, als moralischer Führer ... Und es geht im gleichen Stil weiter: Heute sind der Iran und Nordkorea dran. CNN zeigt über Stunden hinweg, was denn passieren würde, wenn eine Atombombe aus Nordkorea, bezahlt von den Arabern natürlich ..., in einem amerikanischen Hafen explodieren würde. Über das Thema Container Security macht sich die Weltmacht daran, den Welthandel zu kontrollieren. Die notwendige Unterstützung schafft sie sich mit der beliebten und bewährten Methode des medialen Volksbetrugs.

 

Literarische Fiktion als Grundlage für einen "gerechtfertigten" Krieg

Philipp Sarasin, Prof. für neuere Geschichte an der Uni Zürich, hat in: Anthrax. Bioterror als Phantasma (Surkamp, 2004) gezeigt, welch ungewöhnliche (und unangemessene) Bedeutung dem fiktiven Katastrophenroman The Cobra Event, von Richard Preston bei der Einstimmung des Amerikanischen Volkes und seiner Regierung zukam. Auf Lastwagen fahrende Labors - der Autor musste sich offensichtlich nie durch den Verkehr von Bagdad quälen. Die Bedrohung mit selbstgebastelten Atombomben, Experimente mit rekombinierter DNA.

Clinton verlangte von den Beratern und hohen Pentagon Offizieren, dass sie Cobra-Event lesen - denn dieses basierte teilweise auf Auskünften der Sicherheitsdienste, war aber offenbar klarer formuliert als die internen Berichte. Von 1998 bis zum 9.11 wurden rund 200 Antiterrorübungen durchgeführt - allerdings mit Schwerpunkt Biowaffen. Die US-Armee handelte auch am 9.11 sofort, allerdings nicht die Luftwaffe, sondern die Nationalgarde, die 2 Minuten nach dem Einschlag anbot, die Gegend nach Biowaffen abzusuchen.

Besonders angeschürt worden war diese Angst durch Berichte, nach denen Araber Informationen über Sprühflugzeuge gesammelt hatten. Dies ist allerdings genau so glaubhaft, wie das mit Flug(/zeug)handbüchern gefüllte Auto, das vor einem der Ausgangsflughäfen gefunden worden sei. Sarasin weist darauf hin, dass die Herstellung bereits kleiner Mengen Anthrax einer grossen industrielle Kapazität und einer ausgeklügelte Logistik bedarf. Wer also über diese verfügt, wird kaum bei Mechanikern Infos über Sprayflugzeuge einholen müssen. Das Sprayflugzeug als Bedrohung ist aber ein wirksames Symbol seit Alfred Hitchcocks Film North by Northwest von 1959, in dem Garry Grand von einem tieffliegenden Cropduster durch die Maisfelder gejagt wird.

FBI und CIA unterstützten Preston bei der Konstruktion der Geschichte:
The Cobra Event wurde mit dem Kalkül geschrieben, dass der Text eine Wirkung erzielen soll und werde.

The Cobra Event war eine Signifikantenbombe. (Womit vermutlich eher ein Kommunikationsvirus gemeint ist).

Volltext. Nr. 2., S. 24-26. April/Mai 2005

Martin Herzog, Internet.Journalist [Bannerwerbung], Basel,  8. Mai 2005

Die weitere Entwicklung der Desinformationspolik in den USA

Michael Massing berichtet in "Informationspolitik" [Lettre International, Sommer 2004, S. 86-93] , dass die Regierungspolitik der USA immer unöffentlicher wird. 2004 wurden 15.6 Millionen Dokumente gesperrt für die Öffentlichkeit, also als geheim erklärt. Das sind 81% mehr als vor dem 11. September 2001. 64% der Zusammenkünfte des Federal Advisory Committee fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. s. http://www.openthegovernment.org/

Die Meinungsoffensive der Regierung bedient sich der Unterstützung des konservativen Lagers und der christlichen Rechten, mit ihren Think Tanks, Radiosendern, Newsletters, Kabelnachrichtenkanälen und Internet. In populistischer Manier werden die Bevölkerungsteile bedient, die eine feste und gewohnte Meinung hören wollen, und nicht komplizierte Überlegungen. Die swift-boat-Kampagne gegen John Kerry zeigte, wie rasant irreführende Behauptungen sich verbreiten lassen - und Wirkung zeigen.

Für einige Jahre waren die Herausgeber so eingeschüchtert, dass sie auf investigativen Journalismus gleich verzichteten. Erst mit dem Absacken der Umfragewerte für Bush trauen sie sich wieder ans Licht, was sich auch an den unglaublich harten Fernsehspots zeigt, die heute oft fast eben so sehr über das Mass hinaus gehen , das wir gewohnt sind, wie sie damals darunter lagen.

In den USA z.B. wurde 1949 die Fairness-Doktrin eingeführt (1987 wieder gestrichen), die von Fernseh- und Radiosendern verlangte, kontroverse Themen von Interesse für das Publikum aufzugreifen und zu gewährleisten, dass kontroverse Standpunkte im vernünftigen Masse präsentiert werden können. Der Effekt war, dass politische Kommentare aus den Sendungen ganz verschwanden, weil man vermeiden wollte, wichtige Teile des Publikums vor den Kopf zu stossen. Von da an konnten die Sender ausstrahlen, was immer ihnen beliebte (d.h. was am meisten Geld brachte).

Der böse Feind sind die Liberalen (in den USA die Linken)

Einer der berüchtigtsten Gegner der (als links verschrienen) Presse ist Rush Libbaugh (hier wettert er grad gegen den Supreme Court, der Guantanamo für illegal erklärt hat). Seine generelle Meinung: Der böse Feind ist Liberalität. Sie zerstört Wohlstand. Sie billigt jedermann Gleichheit zu. Massing listet hier im Detail eine Vielzahl der US-Medien und der seltsamen Vorgänge. Seine Beschreibung des "Fox-Effektes" fasst dies etwas zusammen: In den vergangenen Jahren hat CNN wegen des Rückgangs der Einschaltquoten immer mehr Sendezeit für Unterhaltung, Kommentare und Tratsch bereitgestellt, wobei die kritischen Berichte über New Orleans und Katrina doch zeigten, dass er auch anders könnte.

In den letzten Jahren wurden in den USA vor allem Blogs zu Waffen taktischer Kriegsführung entwickelt, vor allem gegen die überall wahrgenommenen liberalen Tendenzen. Als Beispiel erwähnt Massing einen Artikel von Farnah Fassihi über die sich verschlechternde Sicherheitslage in Bagdad (Herbst 2004), worauf Blogger sie der Einflussnahme bezichtigten (jöööö...) und sie "in Urlaub geschickt wurde." Sie berichtet seither nicht mehr über den Irak. Der Vorsitzende von CNN, Eason Jordan, musste zurücktreten nach einer vielleicht etwas unvorsichtigen Bemerkung am Wirtschaftsgipfel in Davos, dass die US-Armee kritische Journalisten unter Beschuss nähme (woran man seit der "versehentlichen" Bombardierung des Büros von Al Jazira eigentlich kaum zweifelt).

Weblogs erlauben dem Nutzer persönlichste Gedanken innerhalb kürzester Zeit auf der ganzen Welt zu verbreiten. Einer der meistbesuchten politischen Blogs ist die liberale (= linke) Plattform daily kos. Tendenziell sind aber die meisten Blogs der USA eher rechts - und sie werden wirksam als taktische Waffen im dauernden Propagandakrieg eingesetzt. The NationalReviewOnline such dauernd nach neuen konservativen Blogs und lanciert sie mit grossem Aufwand. Im Unterschied zu den "rechten", werden die "linken", wozu auch Talking Points Memo, Eschaton und Informed Comment gehören, nicht durch ein verbundenes System von Talk-Radioprogrammen und Kommentaren im Kabelfernsehen unterstützt. Alleine die Evangelikalen kontrollieren sechst nationale Fernsehanstalten und ca. 2000 religiös ausgerichtete Radiosender. Steve Lovelady vom CJR daily hat den Eindruck, dass die Journalisten sich in einem Zustand wachsender Panik befinden, heftiger, schärfer und anklagender angegriffen werden als je zuvor.

David Horowitz hat in seinem Buch sogar eine Liste der 101 gefährlichsten Akademiker in Amerika (er meint die USA ...) publiziert. Einige verteidigen sich mit sozialem Engagement und mehrfachen Dekorationen die sie im Dienste des Landes erhalten haben, andere stehen sogar zwischen den Fronten, und werden von beiden Seiten angegriffen, wie der Soziologieprofessor der Columbia University, Todd Gitlin: Die Linke muss erkennen, dass sie sich zu lange in verworrenem Jargon gefallen, jeden postmodernen Blödsinn begrüsst und dabei die wichtigsten Strömungen in Amerikas Leben schlicht ignoriert hat. ... Amerikas soziale Bewegungen sind immer dann vorangekommen, wenn ihre Exponenten ihre Sache zu der aller Bürger gemacht haben.

p.s: Wer nun der Meinung ist, das sei halt eben so in den USA, aber in der Schweiz sei das was gaaaaanz anderes ... der irrt. Auch hier machen die Medien vermutlich häufiger Meinungen als dass sie diese wiedergeben. Ich hatte am 30.12.06 eine Anfrage von Radio 24, ob ich Irakis kenne in Zürich oder Bern, und hab zwei Adressen angegeben. Die Leute wurden interviewt. Beide hatte Familienmitglieder unter Saddams Herrschaft verlohren - aber beide sind der Meinung, dass die Todesstrafe verfehlt ist. Publiziert wurden aber nur Meinungen, die das toll finden, dass er erhängt wird.

Neu ist es allerdings nicht, dass gelogen wird wenn ein Krieg geführt werden soll. Das war nicht nur bei Hitler so, sondern auch auf dern andern Seite. So kam Pearl Harbor offenbar Teddy Roosevelt sehr gelegen, der einen Krieg wollte um Deutschland wie Japan in die Schranken weisen zu können. Frank Schuler, Diplomat der USA in Japan, hatte bereits im September 1941, mit 5 Kollegen, in einem Memo auf einen möglichen Angriff aufmerksam gemacht. Man verlangte von ihm, das Memo zurückzunehmen und sich zu entschuldigen. Er weigerte sich und wurde entlassen, die Akten vernichtet, Pearl Harbour am 7. Dezember 1941 bombardiert, Japan mit der nuklearen Vernichtung von Hiroshima und Nagasaki im August 1945 in die Knie gezwungen.

Japan nahm sich für die Rache etwas mehr Zeit - und nutzte, wie zur Zeit China, dazu den Markt. Bis 1980 dominierte die japanische Autoindustrie weltweit. 2009 ist die US-Autoindustrie in corpore ein Sanierungsfall, GM kurz vor dem Bankrott, nach 4 Jahren mit Verlusten, 2007 39 Milliarden, 2008 43 Milliarden $ (bei gleicher Rechnungsart wie 07, sonst 34).