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M&A - Die Konstruktion der Weltmaschine:

I: Strategien für Mergers & Acquisistions in der Medienindustrie.

Diss. No 2768 Uni St. Gallen. A. W. Strunck. Difo Druck GmbH, Bamberg 2003

Anfang 2000 erzielte die Medienindustrie noch hohe Werbeeinnahmen, die Kapitalmärkte zeigten eine optimistische Einstellung der zu neuen Medien, ja eine visionäre Konvergenz (Zusammenfliessen) der neuen und klassischen Medien. Die Meinung war: Eine starke Zeitung/Verlag = ein starker Internetanbieter. Die heutige Situation der Webnutzung zeigt zwar, dass dem wirklich so ist, aber nicht ganz im Sinne der Erfinder ... was die Erträge betrifft.

Die TIME-Industrie ist die Vision einer auf digitaltechnischer Basis integrierten Telekommunikations-, Informationstechnik-, Medien- und Entertainmentindustrie, mit den Elementen Verlagsgeschäft, TV, Radio, Musik, Film. Der steigende Anteil des Dienstleistungssektors am Bruttosozialprodukt, sowie die wachsende Bedeutung immaterieller Ressourcen im Wirtschaftskreislauf, sind Indikatoren und Voraussetzungen einer voranschreitenden Informationsrevolution. Ein gewichtiger Faktor des Internet und IT-Booms der Jahrtausendwende war die starke Zunahme bei Netzwerkanbietern (Kabel, Wan etc), und damit die Angst, etwas zu verpassen. Dies förderte, nebst andern Faktoren, die Prozesse der vertikalen und horizontalen Konzentration (Konsolidierung/Economy of Scale).
 

Die Anteile der eur. Publishing-Industry betrugen zur Zeit der Erhebung:

Strunck liefert in seiner Arbeit etwas, das in Forschungsarbeiten selten zu finden ist, nämlich eine Analyse dazu, wie strategische Entscheide entstehen, hier zum Thema Medien.

Definition: Strategie

Strategien sind Handlungs-Muster/Anleitungen, gebildet aus Operationszielen, Zwecken, Sachpolitik und Plänen, diese Operationsziele zu erreichen.

Wenn ein General das Prinzip der Anpassungsfähigkeit vernachlässigt, darf man ihm keine bedeutende Position anvertrauen. Der fähige Anführer setzt den weisen Mann, den tapferen Mann, den habgierigen Mann und den dummen Mann ein. Denn der weise Mann freut sich daran, Verdienste zu erwerben, der tapfere Mann will seinen Mut im Kampf beweisen, der habgierige Mann sucht seinen Vorteil, und der dumme Mann hat keine Furcht vor dem Tod.

Sima Quian, Ergänzungen von 100 v.Chr. zu Sun Tsi (Sunzi / Sun Tzi): Die Kunst des Krieges: Das Schwert in der Scheide.

Der Begriff der Strategie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Heerführung. Ein Stratege war im antiken Griechenland ein gewählter Heerführer (stratos = Heer, agein = führen ... also ein Herzog. s. auch Neofeudalismus). Strategie meint soviel wie ein zielorientiertes Vorgehen, einen langfristigen Plan, im Gegensatz zur kurzfristigen Taktik, dem Schlag, der einzelnen Schlacht, die sich einer Teilstrategie bedient. Carl von Clausewitz schreibt über den Unterschied von Strategie und Taktik: "Die Taktik ist die Lehre vom Gebrauch der Streitkräfte im Gefecht, die Strategie die Lehre vom Gebrauch der Gefechte zum Zweck des Krieges."

Strategien gewannen an Bedeutung, je grösser die Heere wurden, je mehr sie auf weiten Räumen verteilt waren und, je mannigfaltiger die Wirksamkeiten der einzelnen Teile ineinander greifen.

Der Markt kann so zwar als immerwährende Schlacht betrachtet werden, nicht aber als Krieg mit klaren Fronten, denn. Bündnisse können den Feind von heute zum Freund von morgen machen .... oder umgekehrt: Wirtschaftliche Aktivitäten sind untrennbar mit der Schaffung von Werten zum Nutzen für die Gesellschaft und mit dem Wunsch des Einzelnen nach einem produktiven Engagement in der Gesellschaft verbunden. Das gilt heute mehr denn je. Die Wirtschaft, traditionell von grossen Organisationen geprägt, hat sich zu einer Bühne für kreative Bürger gewandelt, die nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit streben und sich den Spannungen des Marktes aussetzen. Kriege haben damit nichts gemeinsam. [S. 5]

 

Strategie wird jedoch nicht nur in der Kriegsführung benötigt, auch in Spielen ist Strategie gefragt: das bekannteste Strategiespiel ist Schach. Mit dem Aufkommen von Computerspielen entwickelten sich auch dort Spiele zur Strategie, in denen nur genau geplantes Vorgehen zum Erfolg führt. Die Strategie in der Unternehmensführung (Unternehmensstrategie) zeigt auf, wie (auf welche Art) ein mittelfristiges (ca. 2 - 4 Jahre) oder langfristiges (ca. 4 - 8 Jahre) Unternehmensziel erreicht werden kann. Die Unternehmensstrategie wird von der Vision und dem Leitbild abgeleitet und kann in Teilstrategien unterteilt werden. Daraus weiter abgeleitete Jahresziele finden die Umsetzung der Strategie zum Beispiel im Jahresbudget.  Die Strategie der Architekten beim Entwurf komplexer Bauten (Entwurfsstrategie) zielt u.a. auf die Sicherung ggf. erforderlicher Veränderbarkeit der Gebäude oder Gebäudeteile bei sich wandelnden Nutzeranforderungen. Der Strategie geht ein eigentümliches Rationalitätsverständnis voraus, das versucht einen Überblick (Wissen, Objekte) und Weitsicht (Zeit) zu gewinnen. Ein für die Moderne typischer Strategiebegriff korrespondiert mit dem der Moderne eigenen Optimismus (?), Raum und Zeit seien kalkulierbar und die sich im Raum befindenden Objekte und Abläufe beherrschbar. In der Postmoderne wird dieses Raumverständnis für gescheitert erklärt. Es gibt keinen Raum, der kalkulierbar wäre. Damit einher geht die Vorstellung einer reflexiven Strategie, die sich selbst kontingent setzt, indem Sie z. B. die Unterscheidungen mit der sie operiert wechselt. Damit wird der Raum zu einem Vexierbild. Nach dem Linguistic Turn wird Strategie somit nicht mehr mit Überblick zu übersetzen sein, sondern mit Durchblick, das die Beherrschung des Raums aufgegeben hat, sondern die Welt als Labyrinth versteht, indem es nun gilt, eine adäquate Weise der Bewegung zu finden. Wirtschaftliche Strategien werden im Marketing behandelt. ...

http://www.ilexikon.com/Strategie.html

Strategien stehen als praktische Handlungsanleitungen auf dem üblichen Kriegsfuss der Praxis mit der Theorie. Clausewitz: Ohne völlige Freiheit und Unabhängigkeit im praktischen Handeln keine Strategie! Hier dürfte auch die generelle theoriefeindlichkeit der Praktiker ihren Grund finden: Von Führungskräften wird in allen Bereichen die Fähigkeit verlangt, sich von jeder vorgegebenen Theorie zu lösen - aber nicht weiter als die Empfehlung: Denke, bevor du handelst! Clausewitz würde sagen, eine gültige Theorie müsse unbedingt dafür sorgen, dass ein unablässiger Strom neuer Konzepte und Verhaltensweisen entsteht, die den geltenden Regeln widersprechen. Eine Theorie darf diese Regelverletzuungen nicht einfach als etwas abweisen, womit schwer umzugehen ist (was natürlich der Fall ist). Vielmehr muss sie sowohl den Regelbruch als auch das Genie, das die Regeln verletzt, als unverzichtbaren Teil der strategischen Wirklichkeit akzeptieren. [S. 85]

Noch immer ist es das Kennzeichen wahren Feldherrentums gewesen, in souveräner Selbständigkeit nach den Umständen zu handeln und sich von den Fesseln eines wie auch immer gearbeiteten Planes rechtzeitig freizumachen.  ... Die Kriegsführung ist eine Kunst, eine auf wissenschaftlicher Grundlage beruhende freie schöpferische Tätigkeit. (Generaloberst Ludwig Beck. Zit. S. 111]

Eine herausragende Intelligenz zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, zwei gegensätzliche Vorstellungen gleichzeitig zu vertreten und dennoch handlungsfähig zu bleiben. So sollte man beispielsweise erkennen, dass bestimmte Dinge hoffnungslos sind, und dennoch fest entschlossen sein, sie grundlegend zu ändern. (s. Zynismus, Absdurdität)

  • theorein: ansehen, betrachten, erwägen 

    Die Theorie soll mit einem klaren Blick die Masse der Gegenstände beleuchten, damit der Verstand sich leichter in ihnen finde, sie soll das Unkraut ausreissen, welches der Irrtum überall hat hervorschiessen lassen, sie soll die Verhältnisse der Dinge untereinander zeigen, das Wichtige von dem Unwichtigen sondern.

     

    Theorie ist nicht notwendig eine positive Lehr, d.i. Anweisung zum Handeln. ... Sie ist eine analytische Untersuchung des Gegenstandes, führt zu einer genauen Bekanntschaft und wenn sie auf die Erfahrung, also in unserem Fall auf die Kriegsgeschichte angewendet wird, zur Vertrautheit mit demselben. [S. 86]

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  • pratein: tun, handeln

Weitere dabei nötige Künste:

  • Rhetorik: Kunst, in öffentlichen Versammlungen zu überzeugen

  • Dialektik: Kunst des Denkens in Form eines gelehrten Dialoges zwischen Philosophen gegenseitiger Auffassung

Boston Consulting Group: Clausewitz: Strategie denken. dtv München 2003

Im TV-Geschäft waren 146 Transaktionen (+ 60%, Anteil von 38% am M&A-Markt) im Gesamtwert von 73 Milliarden  (86%) zu verzeichnen, womit der Sektor also als der wesentliche Treiber betrachtet werden dürfte.  Das bislang wohl spektakulärste Beispiel für die Transformation des Medien- und Kommunikationssektors bietet die Fusion von AOL und Time Warner: AOL Time Warner ist truly a new kind of enterprise: the 21st century's first fully integrated communications, media, and entertainment company:

Motto der Konsolidierung (M&A):

If you can't beat them, buy them!

Das Konsolidierungsmotiv, eine Beschönigung für das Streben nach Macht, die Erledigung der Kleinen, das Anstreben einer monopolähnlichen Position, ist für einen Drittel der Mergers und Akquisitionen verantwortlich. Man wollte durch Konsolidierung den  Marktanteil der auserwählten, Grossen ausdehnen, bessere Beziehungen zu den Programm-Providern (= grösser Abhängigkeit der ..) und Kosteneinsparungen durch Synchronisierung des Marketings und der Programmgestaltung der Kanäle schaffen.

Eine Fokussierung der Aktivitäten erfolgte primär anhand spezifischer Content-Portfolios auf selektierten Märkten, Für viele Publisher ist dabei die mehrfache Nutzung und Kapitalisierung ihres Content erfolgsnotwendig.

 

Unternehmensanalyse

Management-Modelle:
 

Krokodil-Modell: Das Maul aufreissen, auch wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.

Känguru-Modell: Mit dem leeren Beutel noch große Sprünge machen.

Blue-Jeans-Modell: An jede Schwachstelle eine Niete setzen.

Champignon-Modell: Alle Unternehmensvorgänge werden im Dunklen vollzogen, und sobald einer den Kopf rausstreckt, wird dieser abgeschnitten.

Helikopter-Modell: Über allem schweben, von Zeit zu Zeit auf den Boden kommen, viel Staub aufwirbeln und dann wieder ab nach oben.

Pingpong-Modell: Jeden Vorgang solange zurück-und-weitergeben, bis er sich von selbst erledigt.

Dübel-Modell: Ein Loch finden, hineinschlüpfen und sich breit machen.

http://www.crusoe.de/management.htm

Die Macht, strategische Annahmen und organisationales Verhalten durch eine neuartige Strategie zu beeinflussen (Agenda setting - im Internet ist die Definition von Agenda setting  meist auf medialen Einfluss beschränkt, also zu beschränkt, denn die wichtigen Agendas werden meist nicht öffentlich, sondern irgendwo hintenrum gesetzt. Nicht umsonst hiessen Regierungs- und Wirtschaftsberater ja früher "Geheimräte".), liegt immer nur bei wenigen, organisationalen Akteuren einer Branche. Wie diese Vorgänge ablaufen, liegt meist im Geheimen und wurde bis anhin wenig (erfolgreich und/oder öffentlich) untersucht.

Es kann auch sein, dass die Agendas genau so verwirrend und inkonsistent sind, wie die Business- und Management Modelle, die in den letzten 15 Jahren rascher gewechselt haben als jeweils die Mode.

Structures follow fashion: Scientific Management (Tailor), Management by Motivation, Management by Rule, order discipline and hierarchy, partizipatives Management, Management by Empowerment, Management by Network, Management by Objectives, Management by Exception, Strategisches Management, Shareholder Value, Change Management, Chaos Management, Business Process Reengineering, Lean Management, Total Quality Management, prozessorientierte Organisationsgestaltung, Lean Management, Diversity Management, Category Management ... etc.etc.etc.etc

d.h. nein, noch einen, das Non-plus-Ultra, der neuste Gag: Der Chief Learning Officer, abgekürzt "CLO") (bei derartigem muss ich immer erst in den Kalender sehen, ob nicht bereits wieder der 1. April sei ...). Dieser ist zuständig für das betriebliche Lernen, dass die richtigen Qualifikationen in der richtigen Menge am rechten Ort zur Verfügung stehen. Er bringt die Lerninhalte in die Form, die dem Unternehmen am meisten bringen (klarer kann man's nicht sagen ...).

Der Unsinn dieser Bezeichnungen stammt aus dem Englischen. CEO, der Chief Executive Officer (auf Französisch: président directeur géneral) , ist der zivile Kollege des Commanding Officers (CO) im Militär. Der CFO (chief financial officer), CIO (chief information officer), CTO (chief technology officer), CRO (chief risk officer) und der CSO (chief security officer) stehen "Notebook bei Fuss". Dazu kommen noch etwas exotischere Spezies wie etwa der CVO, der nicht für CVs verantwortlich ist, sondern für Visionen (chief visionary officer). Offenbar lassen sich sogar Visionen delegieren und bürokratisch verwalten. Der CBO (chief branding officer) trägt die Verantwortung für die Marken, und der chief facility officer wäre noch, na ja, unser alter Abwart.

Wettbewerbsstärke wie die Absicherung gegen Imitation nehmen zu von Produkten und Dienstleistungen (kundenspezifische Fertigung, Qualität), Prozesse (optimale Abläufe), Organisationsprinzipien (robustes Informationssystem, informelle Kontakte, flexible Teambildung), Lieferanten und Kunden (Enge Kontakte), Werte und Kultur (Vertrauen und Teambildung).

Strunck hat für seine Zwecke die Resource Based View [RBV] als rationalstes Modell gewählt, bei der das strategische Ziel die interne Entwicklung oder externe Akquisition Wert schaffender Ressourcen ist. Entscheidend ist hier die effiziente und effektive Kombination dieser Ressourcen. Insbesondere können überdurchschnittliche und nachhaltige Gewinne nur erzielt werden, wenn diese Ressourcen:

  1. einzigartig und idiosynkratisch (Definition Idiosynkrasie: gr: eigentümliche Mischung. Wenn Sie sich im Internet mal ansehen, wofür der Begriff so alles gebraucht wird, verstehen Sie den Ausdruck: Fremdwörter sind Glückssache - und ihr Vorkommen oft mehr idiotisch als idiosynkratisch.)
  2. nach- und werthaltig
  3. rar
  4. nicht wirtschaftlich imitierbar & substituierbar
  5. nicht frei erwerbbar & handelbar sind

Was den Content betrifft, so ist er nur wertvoll, wenn er einzigartig (also idiosynkratisch ...) ist. Einzigartigkeit bedingt aber Kreativität - und Kreativität ist mobil. Sie lässt sich nicht institutionalisieren und in Denkschema einpressen.

RBV versucht mit dem Ansatz auf das Problem zu reagieren, dass Wettbewerbsvorteile nur noch kurzlebig und begrenzt sind und plötzlich durch disruptive Technologien abgelöst oder ersetzt werden können. Langfristige Planung ist kaum mehr möglich.

Dieser permanente Wandel verlangt nach aktiver Mitgestaltung des Wettbewerbs. M&A stellen eine externe Wachstumsstrategie dar. Angetrieben werden M&A durch:

Muster:

 

Betriebliche Entscheide - fallen sie auf Grund institutioneller (beamtenmässiger) Denkvorgänge, auf Grund der Vorgaben der Finanzmärkte oder sind sie wirklich rational?

Im Rahmen der PIMS-Studie wurde die positive Korrelation zwischen dem Marktanteil einer Firma und deren Profitabilität empirisch nachgewiesen. (S. 64).

Ei, wer hätte das gedacht ...

PIMS-Studie «Profit Impact of Market Strategy». Laufende empirische Untersuchung (in Deutschland) in heute knapp 500 Unternehmen über die Frage, welche Einflussfaktoren die grösste Bedeutung für den Unternehmenserfolg haben.

Entscheide für Mergers können ebenso aus institutionellen (oder im Extremfall privaten) wie aus ökonomisch-rationalen Ueberlegungen heraus entstehen.

Die Institution wird gebildet aus kognitiven, normativen und regulativen Strukturen und Aktivitäten, die Stabilität und Bedeutung für soziales Verhalten liefern (d.h., die Institution bestimmt, was "normal" und sinnvoll ist. s. Kritik Guatari # in Bearbeitung).

Damit ist die Institution zwar einerseits ein Mittel, die Transaktionskosten im Vergleich zum nicht-institutionalisierten freien Markt zu senken, gleichzeitig aber ein Denkkäfig: Wie lange arbeiten Sie schon hier? Das haben wir immer so gemacht! Da könnte ja jeder kommen...   Betriebswirtschaftliche Institutionalisierung führt also, genau wie in der Politik, zu routinemässig reproduzierten Verfahren und zu einem Verlust an Freiheit. Der institutionalistische Ansatz gilt damit als übersozialisiert (Gruppenzwang, Beamtenkultur).

Professionalisierung, gemeinschaftlich geteilte Denkmuster, Definition der Arbeitsmethoden, wie in den Wissenschaften das Paradigma, erleichtern straffe Kommunikation und Abläufe innerhalb des Betriebes. Man bezeichnet das auch als Isomorphismus (Gleichförmigkeit. Auch hier zeigt die relativ ungenaue Verwendung eines präzisen mathematischen Begriffs auf die Rhetorik, welche die Oekonomen gerne verwenden: Bauern mit Latein ansprechen, genau wie im Mittelalter. Ihr versteht das ohnehin nicht, überlasst das uns, den Gelehrten.). Gerade von da her ist auch die enorme Beschränkung verständlich, die hier stattfindet, im Namen der Stabilität, des gegenseitigen Verständnisses. Daran ist auch die Aussenseiterposition von Philosophen und Intellektuellen ableitbar, denn diese haben ja gerade den Auftrag, festgefahrene Denk-Routinen aufzubrechen, Sinn, Zweck und Funktionalität der unterschiedlichen Paradigmen also dauernd zu hinterfragen. Damit lässt sich eine klare Ausnahme zum kantschen Imperativ formulieren: Wenn sich alle nach der  Maxime der Philosophie verhalten, fehlt die Stabilität und Verlässlichkeit - wenn sich keiner so verhält, verbeamtet alles. Es geht also auch hier wieder um ein Optimierungsproblem.

Struncks dreigliedriges Institutionen-Modell zeit dazu noch weitaus mehr Probleme auf. "Kognitiv", erkenntnisorientiert, enthält als Grund der Zustimmung der Mehrheit die Anerkennung als "allgemein gültig". Diese diffuse Formulierung ist der Ökonomie angemessen, denn hier reicht es, wenn eine Mehrheit etwas glaubt, annimmt, meint - auch wenn es sachlich völlig verfehlt ist. Ökonomie basiert also längst eher auf Topik (und generell auf Rhetorik), denn auf wissenschaftlicher Erkenntnis mit ihrem, zugegebenermassen etwas zu absoluten, Anspruch auf Wahrheit. Diese Definition von kognitiv macht klar, warum Luther die Vernunft eine Hure genannt hat.

Abgrenzung der Kategorien des dreigliedrigen Institutionen-Modells von Scout in Anlehnung an Hoffman und Klement. Tab. 3-1, S. 87
Abgrenzungskriterium regulativ normativ kognitiv
Grund der Zustimmung Zweckmässigkeit soziale Verpflichtung allgemeingültig anerkannt
Mechanismus zwingen normativ mimetisch (wird imitiert)
Logik instrumentalistisch Eignung paradigmatisch (Denksystem)
Indikation Regeln, Gesetze, Sanktionen Zertifizierung, Akkreditierung weite Verbreitung, Isomorphismus
Legitimationsgrundlage gesetzliche Sanktionierung moralisch bestimmt Kulturell gestützt, konzeptionell richtig
Kulturelle Träger Regeln, Gesetze Werte, Erwartungen Kategorien, Typifizierung
Soziale Strukturen Regierungssysteme, Machtsysteme Regimes, Autoritätssysteme struktureller Isomorphismus, Identitäten
Routinen Protokolle, Standardoperationen Konformität, Pflichtbewusstsein Leistungsprogramme, Skripten

Isomorphismus kann auch zu Herdentrieb degenerieren - und tut dies meist. So dachten viele Firmen die sich in Mergers einbinden liessen, das müsse so sein, weil alle das so machen. So kann jeder Kleinstunternehmer, der die Schweiz noch nie von aussen gesehen hat, mit dem Argument des internationalen Wettbewerbs, Leute entlassen und niemand traut sich zu fragen: Hey, was haben Sie denn mit "international" zu tun?

Finanzmarkt

Manager werden kurzfristig gezwungen, den Kurs ihrer Titel am Kapitalmarkt zu beobachten und weniger auf die langfristige Perspektive der Unternehmensentwicklung zu achten. Darüber hinaus begründet der Einsatz von Optionsprogrammen den Anreiz für das Management, durch kurzfristige Massnahmen am Kapitalmarkt Visionen von Wachstum zu kreieren, um somit den Wert der eigenen Beteiligungsanteile und Optionen zu erhöhen. You have to take decisions, that you know the market is going to like. Question: Is this strategy - strategically and financially - sellable to the outside world?

Die M&A-Modelle der TIME-Industrie wurden vom Kapitalmarkt übernommen, aber nie recht verstanden. Im Amerikanischen Markt wurde im Jahr 1999 von den Risikokapitalgebern (venture capitalists) genauso viel Kapital in Internet- und Technologiewerte investiert, wie alle Risikoinvestitionen im Jahr 1997 zusammengenommen. Für den kurzfristig agierenden Spekulanten sind diese Geldmengen ein gefundenes Fressen, denn sie treiben Preise in die Höhe, wollen abgesichert werden, machen einen virtuellen Boom. Für die Realwirtschaft sind sie a) irreführend, b) entziehen sie ihr Geld, wo Investitionen sinnvoll und nötig sind. Kredite fast gratis für derartiges - immer schwerer zu erhalten für KMUs mit ihren paar Prozent möglicher Rendite bei nicht eben geringem Risiko des Untergangs. Content wurde gekauft ... wo ist er?

Problem:

 Capital markets are too short sighted to be fundamentally strategic! (S. 194)

Rationales Fazit

Die hohen Erwartungen an ökonomische Vorzüge einer integrierten digitalen Wertschöpfungskette mussten durch den Druck der Kapitalmärkte einer realistischeren und pragmatischeren Auffassung weichen. Das Geschäftsmodell der vertikalen Integration (Inhalt + Verteilung in dem Falle) wird heute zunehmend kritisch hinterfragt. Obwohl die Annahme sinnvoll war:

Es macht keinen Sinn, nur Distributionskraft zu haben, wenn ich nicht den Content besitze, und
es macht auch keinen Sinn, Content zu besitzen, wenn ich keine Distributionskraft habe.

Eine massive Konvergenz von Medien, IT und Telecom hat nicht stattgefunden. Die Integration von Inhalt und Distribution führte zu vielen M&As - wird aber seit 2002 nicht mehr als erfolgreiches Geschäftsmodell betrachtet. Ursache ist einerseits die hohe Anzahl gescheiterter Geschäftsmodelle im New Media Sektor, die zu einer Kapitalvernichtung geführt haben. Die Branche ist sich andererseits bewusst geworden, dass viele M&A-Entscheidungen zu Zeiten des Booms auf dem Einfluss institutioneller Kontextfaktoren im Marktumfeld zurückgeführt werden müssen. So hat sich in der betrieblichen Praxis die Erkenntnis durchgesetzt, dass die vertikale Integration eines historisch gewachsenen Medienunternehmens und eines Infrastrukturanbieters aus ökonomisch-rationaler Sicht nicht zweckmässig ist.

Obwohl bei  E-Books ein hohes Wachstumspotential besteht, fehlt es nach wie vor an erfolgreichen Geschäftsmodellen: Werbeeinnahmen sind Rückläufig Access-, Membership-fees, Micropayments stossen nach wie vor auf wenig Akzeptanz. Zu den meistgesuchten Stichwörtern gehören weiterhin: free games, freeware, free stuff, free pics, free clipart, free isp,  free mp3, free essays, free screensavers, free download, free, free movies,  free software, free porno, free backgrounds, free email, free fonts, free greeting cards, free internet access, free music, free ringtones, free screen savers, free web hosting ...

Es wird eine Verschiebung der Margen auf die Medien-Wertkette erwartet. (Spielfilme, Sport) und eine Flexibilisierung der Anbieter: Inhalte auch über andere Kanäle verbreiten - eigene Distributionskanäle für andere offen halten.

Abb- 2.12, S. 63: Hierarchie theoretisch abgeleiteter Akquisitionsziele nach Trautwein und Kootz.
M&A als rationale Entscheidung M&A dient den Anteilseignern des Käufers Systemgewinn Effizienztheorie
Machtgewinn Monopoltheorie
Wohlfahrtstransfer zwischen M&A Partnern Raidertheorie
M&A-Gewinn aufgrund v. Informationsvorsprüngen Bewertungstheorie
M&A dient den Managern des akquirierten Unternehmens Empire-Building Theorie
M&A als Ergebnis undurchsichtiger Entscheidungsprozesse Prozesstheorie
M&A als Ergebnis volkswirtschaftlicher Phänomene Wellentheorie/Moden/Konjunktur

Mergers und Akquisitionen wären DAS Werkzeug zum Bau der globalen Maschine. Sie müssten das Trennen, was besser getrennt funktioniert, das Zusammenfügen, was einen Koordinationsgewinn bringt. Geschichte und Theorie zeigen, dass dem aber bei weitem nicht so ist. Es herrscht ein Chaos an unterschiedlichsten Ansprüchen, Theorien und Strategien - ohne DAS Oberziel dem wohl die meisten zustimmen würden: Eine funktionierende Wirtschaft die allen Beteiligung erlaubt und allen einen einigermassen fairen Anteil an den Produkten, am Wohlstand, zugesteht.

 Dafür aber be-fördern die Ansprüche dieser Substanzhändler immer mehr "unproduktive" Wirtschaftsbereiche in den Abgrund, ohne im geringsten in Betracht zu ziehen, dass "wirtschaftlich unproduktiv, was meist eh nur heisst: weniger produktiv" noch lange nicht identisch ist mit überflüssig. Am deutlichsten zeigt sich das bei der Primärproduktion, insbesondere der Land- und Forstwirtschaft, die beide, durch nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen, Werte schaffen, die vom Markt nicht bezahlt werden: Erholung, Naturlandschaft, Gesunde Luft, Bodenpflege, Biodiversität, Schutz (vor Lawinen, Steinschlag, Staub, Lärm), ... etcetc. (s. Mit dem Bauern-Opfer - verschwindet die Urform einer selbständigen, eigenständigen, eigenverantwortlichen Produktions- und Lebensstils. Weiterer Beitrag in Bearbeitung)

Martin Herzog, Basel, 19. August 2005

Die Anzahl der Fusionen und Beteiligungen, in kleinerem Ausmass auch die der Kooperationen, zeigen ein deutliches Bild. Sie stiegen insbesondere 1989/90 (ja warum wohl ....), dümpelten dann wegen allgemeiner Rezession so vor sich hin und scheinen in letzter Zeit wieder anzuziehen.

Unter den 22 grössten Mergern der letzten zehn Jahre in der Schweiz betrafen 3 die eh schon grosse Nestlé ,,,

Aus volkswirtschaftlicher Sicht müssten Mergers nicht mit all zu viel Enthusiasmus begrüsst werden, da sie regelmässig, durch Beseitigung von Doppelspurigkeiten, also die Realisierung der "Synergien", Verkleinerung des Personalbestandes, also eine Vergrösserung des Bestandes an Arbeitslosen verursachen.

Des weitern ist Wachstum durch Fusion ebenfalls nur für die Beteiligten interessant, da dadurch eine Machtkonzentration entsteht, die der Freiheit des Marktes meist wenig zuträglich ist, also kleineren Betrieben den Marktzutritt erschwert. Das Wachstum des gesamten regionalen oder nationalen Wirtschaftsraumes wird dadurch also eher gebremst als gefördert.

2006 bahnt sich wieder ein Rekordjahr der Übernahmen und Fusionen an. In den ersten 6 Monaten von 2006 wurden bereits Übernahmen im Wert von 388 Milliarden $ finaniert, 61% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Leveraged Buyouts, also kreditfinanzierte Übernahmen, deren Kosten später der neue Eigentümer tragen - und die Mitarbeiter erarbeiten müssen, erreichte mit 162 Milliarden bereits einen höheren Betrag als im ganzen 2005. Treibend sind hier Private Equity Groups wie Carlyle, Blackstone, Bain Capital, Kohlberg Kravis Roberts & Co, Thomas H. Lee Partners und Texas Pacific. Weltweit stehen heute über 250 PE-Firmen auf der Lauer, mit einem Kapital von 800 Milliarden Dollar, 300 davon in Bargeld. Alleine im letzten Jahr kamen 175 Milliarden dazu. Die Motivation liegt in den möglichen Gewinnen. Oft beträgt die Rendite 30 bis 60%, obwohl Fondsmanager eine Kommission von 2.5% verlangen und die ersten 20% der Kapitalgewinne für sich abzweigen. Dementsprechend ist hier, anders als bei nötigen und sinnvollen Investitionen, weitaus mehr Geld vorhanden als Firmen, die sich kaufen lassen wollen. Man kauf alles was nicht niet und nagelfest ist, vom französischen Altersheim über die australische Regionalzeitung bis hin zum historischen Mountjoy-Gefängnis in Irland. [Luzian Caspar: Die Heuschrecken werden immer grösser. Basler Zeitung. Wirtschaft: 3. August 2006. S. 19]

Übernehmen oder übernommen werden, das ist nun die Frage ...

Die wichtigsten Übernahmen im 1. Quartal 2010 (trotz Finanzkrise ...) mit Schweizer Beteiligung
nach Transaktionsvolumen

Käufer Land Uebernommenes Unternehmen Land Transaktionssumme in Mio Fr.
Novartis Ag, Basel CH Alcon  Inc., Hühneberg CH 40671
Nestle SA, Vevey CH Tiefkühlpizza, Kraft, USA 3873
Glencore Internationa,l Baar CH Kohleminen von Xstrata, Zug CH 2415
Cephalon Inc., US Mepha Ag CH 622
         

Der Titel hier (Handelszeitung Nr 15, 14-20. April 2010. S. 12) hiess noch optimistisch: Die Talsole im M&A-Markt ist durchschritten. In der Zwischenzeit wurde allerdings für die meisten Exportabhängigen Firmen DIE Frage zur kritischen: Hält der Euro? Wie tief fällt er? Entsteht ein Starkeuroraum (€-Nord) und ein Schwacheuroraum (€-Süd)? Produzieren wir noch in der Schweiz oder lieber im Euroraum? ... Was natürlich den Mergers & Acquisitions keinen Abbruch tut, bloss den Stellen.

Die wichtigsten Übernahmen im 1. Quartal 2009 (trotz Finanzkrise ...) mit Schweizer Beteiligung
nach Transaktionsvolumen

Käufer Land Uebernommenes Unternehmen Land Transaktionssumme in Mio Fr.

xstrata, Zug

CH Prodeco Business (Glencore) CH 2300
Tamedia Ag, Zürich CH Presse Publications (50.1%) CH 226
etx etc        

 

Die wichtigsten Übernahmen im 3. Quartal 2008 (trotz Finanzkrise ...) mit Schweizer Beteiligung
nach Transaktionsvolumen

Käufer Land Uebernommenes Unternehmen Land Transaktionssumme in Mio Fr.
Roche Holding ag Basel CH Genentech inc. (44%) USA 44719
BASF SE DE CIBA Ag Basel CH 3450
Philipp Morris International Management CH Rothmans Inc. CA 2124
Swiss Re, Zürich CH Barclays Life Assurance Comp. UK 1555
Novartis Holding Ag, Basel CH Speedel (90.3%) CH 916
KanAm International GmbH DE Opernturm Frankfurt DE 886
Capvis Equity Partners Ag, Zürich CH König Verbindungstechnik Ag CH 523
Swiss Life Holding Ag, Zürich CH MLP-Group (26.75%) DE 491
       
etx etc        

Noch grösser als die Uebernahme von Genentech war weltweit bloss die Uebernahme von Merrill Lynch durch die Bank of America (48755 Millionen Dollar). Dank der Finanzkrise konnten zahlreiche weitere serlbende Kreditinstitute von potenteren, oder, noch beliebter heute, vom Staat, übernommen werden.

Die_20_wichtigsten_Übernahmen_2006_mit_Schweizer_Beteiligung_nach_Transaktionsvolumen

Käufer Land Uebernommenes Unternehmen Land Transaktionssumme in Mio Fr.
Xstrate Ag. Zug CH Falconbridge CDN 25400
Merck KGaA. Darmstadt D Serono-Gruppe Genf CH 16600
AXA Versicherungen. Paris F Winterthur-Versicherungen CH 12300
Swiss Re. Zürich CH GE Insurance Solutions USA 8962
UBS AG. Zürich CH Banco Pactual BR 3295
Phonak Holding AG. Stäfa CH Resound Group DK 3300
Givaudan SA. Vernier CH Quest BV. Naarden NL 2800
OC Oerlikon AG. Pfäffikon CH Saurer-Gruppe. Arbon CH 2000
Addax Petroleum Corporation  CH Pan African Energy/Pan Ocean Energy GB 1864
Dubai Aerospace Enterprise. Dubai DUB SR Technics AG. Kloten CH 1600
Adeco-Gruppe. Chesérex CH DIS AG DK 991
XstratA Ag. Zug CH Titaya Kupfermine PE 908
Nestlé AG; Zug CH Uncle Tobys Müesli und Snacks AUS 828
Nestlé AG; Vevey CH Jenny Craig USA 740
Actellion Ltd. Allschwil CH Co Threrix Inc. USA 554
Holcim Konzern. Rapperswil-Jona CH Foster Yeoman Ltd. GB 520
X-Rite Co. USA Aamaziys-Gruppe. Regensdorf CH 369
Duffry Travel Retail Ltd. Basel CH Brasif BR 330
Rexel SA F Elektro Material AG CH 322
Holcim Konzern. Rapperswil-Jona CH Meyer Material Company. Chicago USA 305

 

Die wichtigsten Übernahmen ausländischer Firmen durch Schweizer Unternehmen in den letzten 10 Jahren

Jahr Käufer Uebernommenes Unternehmen Land Verkäufer
2006 Xstrata Falkonbridge Ltd CND
2006 Phonak Holding Resound Group DK
2006 Givaudan Quest BV NL
2005 Swiss Re GE Insurance Solutions USA
2005 Novartis International Chiron Corp USA
2005 Kühne + Nagel AG ACR Logistics GB
2004 Syngenta Ag Advanta BV und Golden Harvest NL/USA
2004 SR Technics SA FLS Aerospace DK
2004 Swiss Steel Krupp Edelstahlprofile (KEP) D
2003 Xstrata Bergbaukonzern MIM AUS
2003 Nestlé Dreyer's Grand Ice USA
2003 Roche Holding Igen Inc. USA
2002 Nestlé Chef America USA
2002 Novartis LEK Gruppe SLO
2002 Swissport Int. Cargo Service Center NL
2001 Nestlé Ralston Purina USA
2001 Rieter Suessen Textil D
2001 Swiss Re Lincoln Re USA
2000 UBS Paine Webber USA
2000 Nestlé Summit Technology USA
1999 Swisscom Debitel D
1999 Deutsche Post/Danzas Air Express International USA
1998 Assicurazioni Generali Banca della Swizzera Italiana I
1998 Swiss Re Life Re USA
1997 Sulzer Medica Spine Tech USA
1997 Roche Boehringer Mannheim D
1996 Swissair Alders-Gruppe NL
1996 Clariant Hoechst Spezialitätenchemie D

Von der (privaten) Schweiz im Ausland eroberte wirtschaftliche Kolonien:

 

 

 

 

 

 

Was die Globalisierung betrifft,
sind die Schweizer also genau so Täter
wie Betroffene.

 

Die wichtigsten Übernahmen Schweizer von Firmen
durch ausländische Unternehmen in den letzten 10 Jahren

Jahr Käufer Übernommenes Unternehmen Land Käufer
2006 Merck KGaA Serono-Gruppe D
2006 Dubai Aerospace Enterprise SR Technics DUB
2006 AXA Versicherungen Winterthur Versicherungen F
2005 Lufthansa AG Swiss International Airlines D
2005 Victory Unaxis Holding FL
2005 Ferrovial Gruppe Swissport International D
2004 Bayard Capital, Sydney Landis + Gyr AG AUS
2004  St. Gobain Groupe Sanitas Troesch Gruppe F
2004 ED&F Man Volcafé AG (Erb Gruppe) GB
2003 Rewe AG Bon Appetit Gruppe D
2003 Zimmer Corp. Centerpuls AG USA
2003 Colgate Palmolive Gaba Holding AG GB
2002 Texas Pacific Group Gate Gourmet International USA
2002 3i-Finanzgesellschaft SR Technics AG GB
2002 Candover Investment Swissport GB
2001 Promatech Group Sulzer Textil I
2001 Fabricom-Gruppe Sulzer Infra B
2000 Carlsberg Feldschlösschen-Hürlimann DK
2000 CRH-Gruppe Jura Holding E
1999 Roca Radioatores Keramik Laufen E
1999 Texas Pacific Grouö Bally USA
1998 Deutsche Post Danzas D
1997 Doughty Hanson Geberit Holding GB
1997 GE Capital Bank Aufina/Bank Prokredit USA
1996 Siemens Elektrowatt D
1996 Baxter International Immuno International USA

Vom Ausland in der Schweiz eroberte koloniale Wirtschaftsstützpunkte:

 

 

 

 

 

 

 


Daten aus Handelszeitung Nr. 3. 17. - 23. Januar 2007. Special: Mergers 2006.

Absehbar für 2007:

Einige, denn private equity, capital management, raider & Co haben über 200 Milliarden in der Kriegskasse, die sie per Kredit leicht verdoppeln können. Angetrieben wird das Spiel von tiefen Zinsen, also billigen Krediten. Problem: Die Kosten der Übernahme (+ die Gewinne die sich die Übernehmer in die Tasche stecken, werden den Betrieben als Kosten angelastet, also Schulden, die sie dann kaum zu vernünftigen Bedingungen abzahlen können, was nach weiteren Restrukturierungen, Kostenseinsparungen, Entlassungen etc. ruft.

Zu Deutsch:

Die Übernehmer lassen sich die Gewinne sofort ausbezahlen - die Mitarbeiter haben diese dann als Schulden abzuarbeiten. Präemptiver Kapitalismus quasi ...

Die Geschichte lief soweit wie geplant, bis zum Crash der Subprime-Anlagen in den USA, mit denen die UBS in üblicher Salamitaktik im Oktober 5 Milliarden Verlust zugab ... worauf sich der Kurs rasant erholte, weil die Anleger mit weitaus höheren Verlusten rechneten, die dann erst im Dezember zugegeben wurden und 11 Milliarden $. betragen (die sich laut Bilanz (29/2007: Die 300 Reichsten) auch auf 18 Milliarden ausweiten könnten), womit die UBS zum ersten Mal in ihrer Geschichte in einem Jahr Verluste statt Gewinne einfährt, die Boni streicht, den Chef behält und die Aktien verdünnt durch Kredite aus Singapur und Nahost, 13 Milliarden Fr. - zu einem Zinssatz von 9% - bis zur Umwandlung in Aktien. Die grosse UBS zahlt hier also Zinsen wie sonst ein Kleinkreditnehmer ... da sie sich hier einiges Vertrauen versaut hat.

Nichtsdestoweniger - kaufen ist günstig wenn die Preise tief sind - besteht Interesse an der Übernahme von ZFS, Micronas, Clariant und Valora.


Resultat für 2007: 530 Abschlüsse gegenüber 459 im Jahr zuvor. Mit den 249 "Kooperationen" (sag ich schon lange, die gibt's nicht bloss im Kommunismus: Das Kapital kooperiert - die Arbeitnehmer werden per Wettbewerbspropaganda auseinander dividiert. s. Netzwerke), 779.

Mergers & Acquisitions 2008

 

 

Die grössten Deals in der Pharmabranche

Die_20_wichtigsten_Übernahmen_2008_mit_Schweizer_Beteiligung_nach_Transaktionsvolumen

Käufer Land Uebernommenes Unternehmen Land Transaktionssumme in Mio Fr.
Roche Holding AG, Basel CH Genentech Inc. (44.1%) US 44719
Novartis Holding AG, Basel CH Alcon Inc, Hünenberg (24.85%) CH 10693
Schweizerische Eidgenossenschaft CH UBS AG, Basel (9.3%) CH _6000
BASF SE DE Ciba AG, Basel CH _3450
Aare-Tessin Ag CH EOS Holding SA, Lausanne CH _3387
Quatar Investment Authority QA CS, Zürich 9.9 % CH _3200
General Dynamics Corp. US Jet Aviation Management AG, ZH CH _2450
Philipp Morris International Man. CH Rothmans Inc. Ca _2324
Swiss Re Zurich CH Barclays Life Inshurance Comp. UK _1555
Koor Industries Ltd. IL CS, Zurich (3.0%) CH _1190
LVHM Moet-Hennessy Luis Vuiton FR Hublot SA. Nyon CH _1000
Novartis Holding SA, Basel CH Speedel Holding AG Basel (90.3%) CH __916
KanAm International GmbH DE Opernturm Frankfurt (UBS AG, Basel) CH __886
Xstrata AG, Zug CH Lonmin Pic (14.2%) UK __873
Petroplus Holding AG, Zug CH Reichstett/Petit Couronne Raffinerien FR __781
BKW FWB Energie SA. Bern CH Kohlekraftwerk (33%) DE __707
IAWS Group pic IR Hiestand Holding AG, Lupfig CH __632
Essilor International SA FR Satisloh Holding Ag, Baar CH __551
Aurelius AG DE Kommunikationsanlagen Sunrise CH __550

Die Aussichten sind eher trübe, da von den Banken kaum Kredite zu erhalten sind. Uebernahmen finden also 2009 nur dort statt, wo Firmen selbst über reichlich Kapital verfügen.

 

Nebenwirkung von Mergers & Acquisitions:

Fazit:

Je kleiner die Übernahme, desto besser die Erfolgschancen.