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Logik, Dialektik und Rhetorik |
1 Marktzensur - Selbstzensur - 2 Internetjournalismus und einige Entwicklungsmöglichkeiten - 3 Publikationsethik & öffentliche Informationsauftrag - 4 Finanzierung - 5 Links -
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| Die journalistische
Anspruchskultur hat einer kommerziell ausgerichteten Akzeptanzkultur den
Platz geräumt. Journalistische Qualitätsansprüche haben gegenüber den in
Quoten und Marktanteilen ausgedrückten Reaktionen der Leser, Hörer und
Zuschauer das Nachsehen, denn diese bilden die Basis des Engagements der
Werbung. Und Werbung sichert letztlich die Wirtschaftlichkeit. [Saxer, Will Teicher: Journalistische Ethik. In Nida-Rümelin: Ethik. S. 760] |
Bushs Irak Krieg, die SVP und die Wahlen in Australien haben gezeigt, wie man Demokratien manipulieren kann. Der "Trick" ist einfach. Um in einer Demokratie Mehrheiten anzusprechen müssen Sie um so weniger die Wahrheit sagen, als die Welt komplexer und die Menschen gestresster werden, also keine Zeit und Lust haben, sich mit schwierigen Fragen auseinander zu setzen.
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Auch wenn alle Fachleute einer Meinung sind, können sie sich doch irren. Bertrand Russell |
Diese Schwäche der Demokratie, die bereits bei ihren ersten Gehversuchen klar wurde (s. Max Weber und die Presse) wird verstärkt durch die zunehmende Konzentration der Macht einzelner dominanter Medien. Die Macht der Medien konzentriert sich, da nur grosse ausreichend Potential haben, ihre Position zu halten und zu verbessern, und noch grösser zu werden:
Die Konzentration im Medienmarkt und bei der Presse hat nicht nur Einbussen im Stellenmarkt zur Folge, sonder weit mehr. Grosse Zeitungen brauchen grosse Verkaufszahlen. Dieser Bedarf an Kundenmassen bedingt aber die Ausrichtung auf Massengeschmack, und damit eben auch die Ausrichtung auf eine Massenmeinung ... welche die Masse kauft. Die Folge davon nun ist (s. 20 minutes (- die Extremste, die sich zu 100% aus Werbung finanziert!), Basler Zeitung und viele mehr ), dass (bald) nur noch Blätter überlebensfähig sind, die den Abonnenten die Meinung liefern, die die Abonnenten wünschen. Die freie Meinungsbildung geht so völlig unter, da Meinung als Marketingfaktor vorgegeben ist (s. übelstes Beispiel der letzten Jahre: Weltwoche - übelstes Beispiel der nächsten Jahre, seit der Übernahme der Aktienmehrweit wie der Chefredaktion durch Roger Köppel, ebenfalls die Weltwoche.).
http://www.brainworker.ch/Freiheit/
Die Vorbehalte bestätigen sich voll anhand der Resultate einer Umfrage im Mai 2010: Die Vertrauenswürdigkeit der Presse wird vom Volk wie von seinen Führern beklagenswert tief eingestuft, noch tiefer als die von Bundesrat und Parlament, als Inernationale Unternehmen und Organe der EU. Das Vertrauen zur Presse ist am A...
| Fliegen und Menschen haben eines gemeinsam: Man kann
beide mit der Zeitung erschlagen. (Dieter Hildebrandt, dt. Kabarettist, *1927) |
Interessant grad an dem Fall ist allerdings, dass der Rechtsrutsch unter Köppel nicht bloss zu massiven Verlusten bei Abonnenten gesorgt hat, sondern dass ebenfalls die Inserenten wenig begeistert waren. Nicht allerdings ihres sozialen Gewissens wegen, sondern weil sie Kontroversen, und natürlich das schlechte Image, fürchten. Die "neurechten" Redaktoren Markus Somm, Urs Paul Engeler und Hanspeter Born verhinderten auch jeden Versuch, die Zeitung wieder in die Mitte zu bringen, was versucht wurde von Filippo Leutenegger, Simon Heusser (den die Gruppe als Weichling ansah), Eugen Sorg (der nach 12 Stunden wegen mangelnden Respekts das Handtuch warf) und Jürg Wildberger (den die Gruppe direkt als "Feind" betrachtete). Der direkte Einfluss der Eigentümer auf die Redaktion (Somm) machte einen Journalismus der seinem Namen gerecht wird schlichtweg unmöglich. Mit Köppel wird das Blatt also definitiv eine "gemachte Meinung" vertreten - also keinen Journalismus betreiben, der den Namen verdient. "Amüsant" ist in dem Falle, dass die Leserschaft der SVP, die ja generell nicht grad durch ein Übermass an Intellekt brilliert, sich lieber auf die Überschriften im Blick beschränkt als die ihrer Geisteshaltung eigentlich eher entsprechenden, aber eben recht umfangreichen, "Besinnungsaufsätze" der Weltwoche zu studieren.
Das Spezifische der journalistischen Berichterstattung liegt in der Auswahlfunktion, die meist auf Grund von Neuigkeitswert und Bedeutung der Botschaft stattfindet: Spektakuläres, Sensationelles, Kurioses erhält den Vorzug. Journalisten sehen sich als Gatekeeper gegen die Informationsflut, den Informationsberg, die Informationsexplosion ... die sie recht eigentlich mit verursachen. Die wichtigsten Fähigkeiten eines Journalisten sind die, zu verdichten, zu pointieren, zu relationieren, zu strukturieren, zu veranschaulichen und zu vereinfachen, kurzum, ein Thema prägnant und interessant darzustellen.
http://www.brainworker.ch/internet-journalismus/wissenschaftsjournalismus.htm
Diese Probleme sind allerdings selbst nicht der journalistischen Berichtererstattung würdig, da sie keinerlei Neuigkeit darstellen, sondern seit über 100 Jahren bestehen. s. Max Weber, der in den Journalisten noch die eigentlichen Politiker sah: ... nur der Journalist ist bezahlter Berufspolitiker, nur der Zeitungsbetrieb kontinuierlicher politischer Betrieb überhaupt. Daneben nur die Parlamentssession. - in den grossen kapitalistischen Zeitungskonzernen aber die grössten Förderer politischer Indifferenz, d.h. Geichgültigkeit. Auch an der Tatsache, dass er im Journalismus eine noch riskantere, da weitgehend von Zufällen abhängige, Karriere sah als in der Forschung, hat sich nichts geändert seither: Das Leben des Journalisten aber ist in jeder Hinsicht Hasard schlechthin, und zwar unter Bedingungen, welche die innere Sicherheit in einer Art auf die Probe stellen wie wohl kaum eine andere Situation. Da Max Weber selbst zwischen Wissenschaft und Politik hin und her gerissen war, hatte er nur höchstes Lob für den verantwortungsvollen Journalisten, der beide Bereiche in Verbindung bringen, und sich daher auch mit Werten herumschlagen musste: ... wie es erst recht keine Kleinigkeit ist, über alles und jedes, was der “Markt” gerade verlangt, über alle denkbaren Probleme des Lebens, sich prompt und dabei überzeugend äußern zu sollen, ohne nicht nur der absoluten Verflachung, sondern vor allem der Würdelosigkeit der Selbstentblößung und ihren unerbittlichen Folgen zu verfallen.)
| Scheisse im Trompetenrohr, kommt zum Glück nur selten vor. Scheisse in der Tageszeitung - |
Grosse können nur gross werden und bleiben, wenn sie sich dem
Mehrheitsgeschmack anpassen. Will der Bürger rechts, so soll er rechts kriegen, sagen
sich die kommerziell orientierten Medien (Übelstes Beispiel dürfte Rupert
Murdochs FOX sein). Wäffelt Blocher gar über die
"Einheitsmeinung der linken Presse", so wandert sogar diese prompt und in
stillem Gehorsam nach rechts, denn sie weiss, fast die Hälfte der Bürger hört
auf den grossen kleinen Mann.
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Hier wirkt noch verstärkend, dass Medien nur so etwa zur Hälfte auf die Erwartungen der Leser, Zuschauer und Hörer eingehen, da sie zu 2/3 von Werbung leben. Wer wirbt sucht sich aber ein Medium, von dem er erwartet, dass es von seinen Kunden intensiv genutzt wird. Wer wirbt, möcht in diesen Medien seine Grundhaltung bestätigt sehen. (Geschichte und Analyse der Beziehung Medien und Werbung). Wer Geld für Werbung ausgeben kann und etwas zu verkaufen hat, dürfte also höchst selten wirtschaftskritisch (links) eingestellt sein. So drängt auch die Abhängigkeit von Werbung die Medien weiter nach rechts. Das Problem der im freien Markt garnichtgegebenen Unabhängigkeit der Presse wurde allerdings schon von Karl Marx vor 150 Jahren und von Max Weber vor 100 Jahren aufgeworfen. (s. Werner A. Meier: Die wirtschaftliche Abhängigkeit der Medien: Ursachen, Formen u. Folgen).
Dazu kommt die Eventualisierung: Da Zeit Geld ist, ist Zeit knapp und alles muss zur Unterhaltung, zum Erlebnis, zur spannenden Geschichte gemacht werden. (s. http://www.brainworker.ch/Wald/nachhaltigkeit3.htm)
Mit dieser zunehmenden Marktausrichtung kann die Pressen den öffentlichen Informationsauftrag kaum mehr erfüllen und hat wenig Möglichkeiten, Meinungen recht eigentlich zu bilden und einen Beitrag zur Aufklärung zu leisten. Sich eine Meinung bilden heisst, Informationen mit dem eigenen Hintergrundswissen verarbeiten und so zu einer eigenen Meinung kommen, nicht eine vorgekaute Meinung zu übernehmen, wie das bei Parteien, bei allen, diesmal, nicht bloss der SVP, gerne gesehen wird. Der kurze und schmerzlose Info-Brosamen wie sie von vielen Internet-Portalen geboten werden, die Collage und der Konfettidialog, sind keine Form des Dialogs, die es erlauben, irgend ein Thema kritisch und konstruktiv anzugehen. Damit tragen sich auch immer weniger zu einem dringend notwendigen Dialog über die zukünftige Entwicklung bei. Die Informationslandschaft wird eingeebnet, platt gemacht.
In der sog. Freien Marktwirtschaft ist die Pressefreiheit nicht mehr durch den Staat bedroht, aber sie hat keinen Bestand gegen die Nivellierung durch den Markt.
http://www.brainworker.ch/Freiheit/
Dieses Problem nimmt massiv zu, mit jeder zusätzlichen Gratiszeitung ... die sich zur Zeit ja vermehren wie Karnickel. Die Gratiszeitung lebt nur dank der Werbung ... die Werbung bezahlt die Gratiszeitung ... die Gratiszeitung muss sich vollständig darauf ausrichten, der ideale Werbeträger zu sein. Aus Pressefreiheit wird damit die Freiheit, sich optimal als Werbeträger zu profilieren, also Massen anzusprechen, niemanden zu vergraulen ... also kritisches lieber gleich weg zu lassen, genau so wie langweiliges, also politische und wirtschaftliche Zusammenhänge, ... oder gar, oh Graus, Wissenschaft und Philosophie ... oder einen Rest von Kultur, der noch Inhalte vermitteln will und sich nicht bloss grad als Wert vermehrende Kapitalanlage anbietet.
Nicht nur das. Auch Werbezeitungen die sich bisher auf ein bisschen dekoratives Blabla beschränkt haben, versuchen nun mehr Aufmerksamkeit zu erregen, indem sie trendige Meldungen liefern - allerdings ohne entsprechenden Hintergrund, ohne über Personal zu verfügen, dass der Sache auf den Grund gehen will. Hauptsache das Geschreibsel kommt an beim Publikum. Man könnte das für üblich und harmlos halten, darf dabei aber nicht vergessen, dass gerade diese Zeitungen enorm hohe Auflagen haben - und durch diese Verbreitung, bei einem vermutlich eher wenig kritischen Publikum, Meinungs- und Gerüchtewellen zu Tsunamis auftürmen können. (Na ja, etwas weniger übertrieben: Vorurteile verstärken durch übelste Meinungsmache.) s. <Baslerstab> in Blog 16. Juli 08
Dieses Verhalten der Medien ist, obwohl anders begründet, marktwirtschaftlich begründet, allerdings eben so populistisch wie dasjenige, das Blocher selbst vorgeworfen wird. Tragisches Beispiel der Gegenwart: Medien und Lügenbarone im Dienste von Bush.
| Es ist unmöglich, gebildet zu werden, wenn man nur
liest, was gefällt. Joseph Joubert |
Erfahrungen mit Selbstzensur dank Wirtschaftsinteressen macht gerade Rumänien (Bernard Odehnal: Rumäniens Medien unter Druck. Tages-Anzeiger, 16. Nov. 04, S. 11). Petre Mihai Bacanu, der entlassene Verwaltungsratsvorsitzende der Tageszeitung Romania Libera: Unter Ceaucescu wurden wir eingesperrt, nach der Revolution von den Bergarbeitern verprügelt. Heute haben sie andere Methoden gefunden. Aber die Repression ist geblieben. Da Rumänien noch kaum über privatwirtschaftliche Strukturen verfügt, kommen die grössten Werbe- und Informationsaufträge von der Regierung. Die regierende Partei kontrolliert mehr als die Hälfte der lokalen TV-Netzwerke. Zudem steuert sie die Medien über Aufträge. Sogar die "unabhängigen" ausländischen Unternehmen wie die Westdeutschen Allgemeinen Medien und Ringier passen sich also den Wünschen der Regierung an, und diese will weniger Kritik, da ausländische Investoren ins Land gelockt werden sollen.
Leider ist das Problem nicht auf den Zeitungsmarkt beschränkt, sondern hat längst auch das traditionelle Medium der Wissensvermittlung erfasst, das Buch.
Apropos Bücher ... brauchen Sie
Werbung für halbwegs intelligente Bücher, ist Brainworker der ideale Ort.Auskennen sollte er (der Lektor) sich in den Moden in Literatur und Zeitgeist, Wissenschaft und Politik, denen er aber nur so weit folgen darf, wie sich das dieser Mode Zuwiderlaufende in den Gang dieser Mode einbauen und in gute, aber auch verkäufliche Bücher verwandeln lässt. Eine scheinbar komplizierte, dialektische Angelegenheit, aber eigentlich ganz einfach.
Die Programmmacher grosser, zu Konzernen gehöriger Verlage werden heute von Anfang an in den Vermarktungsprozess eines Buches einbezogen. Sie spielen nicht mehr mit dem Zeitgeist und versuchen ihn zu konterkarieren, sondern sie sind seine Diener. Ihre äussere und innere Autonomie, dieses vielleicht wichtigste Gut, ohne das ein Lektor nicht existieren kann, spielt in modernen Kosten-Nutzen-Rechnungen keine Rolle mehr.
Innerhalb grosser Verlagskonglomerate ist der Lektor heute ein Rädchen ein einem mehr oder weniger geschmiert funktionierenden Getriebe und soll sich um "Lesefutter" kümmern, auch um Bücher, also, hinter denen er nicht steht. Weigert er sich, muss er gehen.
Eigener Geschmack, eigene Vorlieben, leidenschaftliche Interessen gar, Beharrungsvermögen, Standfestigkeit, alles Eigenschaften, die ein Lektor besitzen sollte, wirken unter solchen Umständen störend.
Ein solcher Lektor ist ein moderner mittelständischer Industriesklave, immer in der Angst vor dem Absturz, deshalb bestechlich und bereit, für ein vages Karriereversprechen die eigenen Geschmacksmassstäbe und Überzeugungen für ein Unternehmensziel zu opfern, das er nicht kennt, über das er nicht bestimmt, das er nicht beeinflussen kann - mit zwei Worten: entfremdete Arbeit.
Heinrich v. Berenberg [in Tagesanzeiger, 4.6.05. S. 49]
Was das Fernsehen betrifft, das in dieser Beziehung besonders gerne verdammt wird, so liefern 3-sat, Arte und auch Sendungen wie Sternstunde Philosophie/Kunst etc. leider den Gegenbeweis: Gute Sendungen werden angeboten, aber nur schwach genutzt. Kommerzielle Sender, die vom Umsatz abhängen, können sich Kultur also kaum leisten. Es könnte sich aber wieder ändern, denn es dürfte dem Homo zapensis bei einer Pause der x-ten Wiederholung von Film y leicht passieren, dass er plötzlich bei Arte oder 3-Sat hängen bleibt und denkt: Ei verbibsch, das ist aber interessant. Wollte ich eigentlich schon lange mal wissen. Der Mensch ist nämlich nicht nur geld-, konsum- und unterhaltungsgierig, sondern auch sehr neu-gierig.
Hier hat das Internet einen gewaltigen Vorteil. Internetjournalismus kann einseitige Informationen der Mehrheitspresse aufbrechen, wie auch die populistische Strategien der Volksverdummung unterlaufen. Kurzum, über das Internet lässt sich mit wenig Aufwand viel Wirkung auf die Meinungsbildung erzielen - und vielleicht das von der Postmoderne aufgegebene Projekt der Aufklärung doch weiter betreiben ...
Internetjournalismus und Internet-Verlage würden hier mehr Meinungs- und Lösungsvielfalt statt der Einfalt des Massenmarktes erlauben und ermöglichen. Heute wird Internetjournalismus allerdings im stärksten Masse von den traditionellen Blättern betrieben (s. Web-Wirkung ) die im Internet natürlich das Selbe in grün bieten wie sonst in schwarzweiss oder bunt bedruckt. Oder man betreibt das Selbe Geschäft, noch schneller, noch bunter, noch skandalsüchtiger wie Matt Drudge, der die einigermassen überflüssige "Affäre Lewinsky" lostrat. Hier riskiert der Internetjournalismus seinen printmedialen Kritikern recht zu geben, dass es sich nicht um "echten Journalismus" handle, also keine "echte Konkurrenz", da die redaktionelle Verantwortung fehle. H.H. Coninx dreht da meine Kritik hier, dass Meinung durch das Kapital beherrscht wird gerade ins Gegenteil und behauptet, dass die Verantwortung für das grosse, eigene, in einer Zeitung eingesetzte Kapital die "Wahrheit" der Information verbürge. Na ja ... was tut man nicht alles, um sein Kapital zu erhalten ... vielleicht sogar die Wahrheit sagen? [Internet - das Ende der publizistischen Sorgfalt? [Medien, Verleger und Unternehmertum. Festschrift für Charles von Graffenried zum 75. Geburtstag. G. Bindschedler/P. Ziegler (Hrsg.). Paup Haupt, Bern, Stuttgart, Wien. 2000. S. 59-68]
"Zwischen Wahrheit und Täuschung – lügen uns die Medien an?"

Die Vielfalt der Presse beruht auf den unterschiedlichen Perspektiven ... ähhh ....
Heutzutage gehören die meisten Zeitungen grossen offenen Kapitalgesellschaften, für die die Profitraten zunehmend wichtiger werden als Investitionen in eine bessere Berichterstattung. Während in den USA die Auflagen von 2004 bis 2005 um 1.9% sanken, stieg die Profitrate von 20.5% auf über 30%, während der Durchschnitt der Global 500 gerade 6% betrug. In den siebziger und achtziger Jahren, als die Umwandlung in Aktiengesellschaften boomte, waren die meisten Zeitungen relativ problemlos in der Lage, diesen Anforderungen gerecht zu werden, da sie über lokale Monopole (heutige Situation der Schweiz) verfügten, und die Immobilienmakler, Autohändler wie der Einzelhandel gar keine Alternative hatten, als dort zu inserieren. (Man versteht sofort, warum Auto- und Immobilienhandelswebsites heute zu den bestbesuchten gehören ... und warum Zeitungen entsprechend Probleme haben). Unter dem Druck kurzfristige Resultate liefern zu müssen, blieb also nichts als das Sparen. Also wieder mal ein Import aus den USA, die Spar- und Geiz ist Geil-Manie. Wir können aber so, auch die Wirkung diesen Verhaltens in den USA bereits beobachten:
Ausgewogenheit - Selbstzensur - Lobbyismus: Heute beschäftigt die New York Times etwa sechzig Reporter im Wirtschaftsressort. Obwohl auch da ab und zu Fragen in Bezug auf das Verhalten einzelner Wirtschafszweige oder -Exponenten aufgeworfen werden, sind diese Beiträge überwiegend für die Mitglieder der Geschäftswelt gedacht, die man darüber informieren will, wie sie ihre Investitionen tätigen, ihre Betriebe leiten und Wall-Street-Trends verstehen können. Die selbe Wirtschaftspresse übersah den Jahrhundertcrash der .coms genau so wie in den 80ern bereits den Skandal um Sparkassen und das Kreditgewerbe. Und über das Thema Arbeit berichtet genau 1 Angestellter ... Die "dickens'schen Arbeitsbedingungen bei Wal-Mart, wie die Kürzung der Gesundheitsbeihilfen bei GM war für 1 Tag auf den Titelseiten, und wurden dann zu: ferner liefen ... Die komplexen Strukturen im Irak, sogar innerhalb des kurdischen Gebiets, wurden den Amerikanern vorenthalten mit der Begründung: Keine amerikanische Nachrichtenagentur will uns mit komplexen und herausfordernden Einzelheiten belasten. Du weisst nie, was passiert: Die Zuschauer könnten auf einen andern Kanal wechseln!
5.4.07: Die "redaktionelle Ausgewogenheit" scheint immer mehr seltsame Blüten zu treiben. Ohne Übergang oder Hinweis auf eventuelle Konflikte zwischen Fakten wird z.B. publiziert:
- 10% der Schweizer haben 2006 ihre Stelle gewechselt. Grosse Unzufriedenheit, grosses Problem.
- Eine Woche später: Die Mehrheit der Schweizer (92%) sind mit ihrer Arbeit zufrieden.
Das ist doch offensichtlich absoluter Stuss, denn wenn 10% die Stelle wechseln, dann gibt es mindestens noch 2 mal so viele, die das gerne getan hätten aber nicht die Möglichkeit hatten. So grandios gross und frei ist der Arbeitsmarkt nämlich nicht, denn er ist in abertausende kleine und hierarchisierte Spezialistenmärktchen zersplittert, bereits ohne Berücksichtigung der geographischen Verteilung. Ohne eine gewissen Konsistenz der Informationen geht aber deren Orientierungswert völlig verloren. So leben wir zunehmend eigentlich nicht in einer Informationsgesellschaft, sondern in einer desorientierten.
Hier verspielt die Presse den einzigen Vorteil den sie gegenüber dem eh zersplitterten Informationen im Internet hat: Den Zusammenhang.
Journalisten und Redakteure sind also ganz offensichtlich nicht mehr in der Lage (und/oder willens), ihre Produkte in das Ganze einzubinden. Folglich taugen diese (oft) nicht mehr als irgend ein literarischer Essay über Bauch- oder Liebesschmerzen.
Zu Beginn dieses Jahres (2006) musste Knight Ridder, im Besitz von 32 Zeitungen, auf Druck der Aktionäre für 4.5 Milliarden $ verkauft werden. Der Käufer, die McClatchy Zeitungskette, will 12 davon wegen "schwieriger ökonomischer Prognosen" abstossen. Vielen im Nachrichtengeschäft hat dies die drängende Notwendigkeit vor Augen geführt, neue Wege zu erschliessen, um das Internet profitabel zu machen.
Judith Wittwer (Schlechte Nachrichten für die Medien. Tagesanzeiger23. Juli 07, S. 7) sieht in der Übernahme von SBS durch Pro 7 / Sat 1 als alarmierendes Signal. Nicht nur der Stellenabbau und die Reduktion der Programme (bes. Info), sondern vor allem die primäre Ausrichtung auf höhere Gewinne pro Mitarbeiter sind kritisch. Renditen von 30% statt 22 streben z.B. KKR und Permira an. Natürlich hat auch die traditionelle Presse so ihre Probleme. Redaktoren wollten einer Meinung gehör verschaffen, meist natürlich ihrer eigenen Meinung. Meinungen die nicht mehrheits- oder zumindest massenkonform sind, finden sich aber seit langem nur noch selten in Zeitungen (sie könnten ja einen Teil der Abonnenten, oder, oh Schreck, noch schlimmer, der Inserenten vergraulen). Also verbreitet man diffusen Infokleister - mit den richtigen Haftungstentakeln, mainly sex & crime, Lobhudeleien auf wichtige Persönlichkeiten und natürlich Firmen, Anprangerung von Feindbildern etc., Stammtisch, billige Unterhaltung. Die klassischen Redaktoren nahmen aber meist gesellschaftliche und kulturelle Verantwortung der Medien ernst und waren gewillt, dafür auf eine maximale Steigerung der Erträge zu verzichten. Nicht so die Finanzinvestoren. Die entscheiden nur auf Grund finanzieller Kennziffern. Ihre Kultur basiert nicht auf Werten, sondern auf Preis und Menge. Sachkompetenz, Recherchen und Analysen werden bei dieser Art von Medienkultur immer weniger honoriert, denn sie sind ja eh nur Beilage zur Werbung ...
Internetjournalismus ist meist stichwortzentriert.
Er beginnt mit dem Thema,
legt und verlinkt den Kontext darum herum.
| I see journalists as the manual workers, the laborers of
the word. Journalism can only be literature when it is passionate.
Marguerite Duras, Practicalities |
Tut er das? Nö, er sollte, da die meisten Internetnutzer nach Stichworten suchen, und selten bloss bei "Ihrem" privaten Informationsanbieter "vorne", d.h. über das Portal, einsteigen. Dies ist zugleich Stärke wie Schwäche des Internet-Journalismus. Webtexte sind gegenüber Zeitungstexten dichter, kürzer, informativer - und sprachlich wie layoutmässig lockerer verknüpft (keine Zeitung, keine Bünde, welche verschiedene Texte zusammenhalten) - aber dafür besser vernetzt. Deshalb wird das Internet nicht das Buch ersetzten, deshalb wird auch der Internetjournalismus nicht Zeitung und Zeitschrift ersetzen - aber sinnvoll ergänzen. Die Stärke des Internet-Journalismus ist die optimale Vernetzung von Text und Kontext. Hier kann er sich keine Schwäche leisten, denn Texte ohne Verknüpfung verschwinden ganz einfach. Eine Stärke des E-Books ist seine Unabhängigkeit vom materiellen Druck, also von Auflagengrössen und der damit begrenzten Änderungsmöglichkeit. E-Books können täglich oder wöchentlich korrigiert oder ergänzt werden, sind also viel flexibler und schneller up-to-date ... theoretisch, wenn man's macht. Eine weitere, vielleicht die wichtigere Stärke des E-Books ist der noch weitgehend offene Raum den es erschliesst zwischen Heft und Büchlein(Schriftensammlung) auf der einen, und lexikalischem Gigabuch auf de andern Seite. Das E-Book bietet die Chance, unterschiedlichsten Niveaus von Synthese und Integration gerecht zu werden, ohne Einschränkungen durch Technik oder Druckkosten. Dieses Potential wurde bis anhin eigentlich noch gar nicht genutzt.
Die heutige Informationsflut trägt in sich das Risiko, den Sinn für das Wesentliche eben so zu beeinträchtigen wie die Fähigkeit (oder zumindest den Willen), selbst zu überlegen und Schlüsse zu ziehen. Immer wichtiger wird hier, insbesondere was das Internet betrifft, die Rhetorik des Schweigens.
Ein guter Zeitungsjournalist ist also nicht per se ein guter Internet-Journalist, da Zeitungsartikel meist eher versuchen Gefühle anzusprechen, zumindest im Lead (einführenden Abschnitt). Der typische Internetnutzer sucht, zur Zeit zumindest noch, im Internet eher Informationen als sprachlich ausgefeilte Texte. Solche lesen sich ja auch angenehmer in gedruckter Form. Dafür bietet sich dem Internet-Journalisten die Chance, die er in einer Zeitung nie hat, nämlich beliebig umfangreich, ausschweifend oder tiefschürfend zu werden - insofern er diese Ebenen klar strukturiert und voneinander trennt, die Informationen also häppchenweise anbietet.
Grösster Unterschied zum Zeitungsartikel und Problem für den Design: Die Vernetzte-Häppchen-Struktur:
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Es gibt allerdings auch andere Strategien die erfolgreich sein können. So gibt es
Firmen legen meist Wert auf breitere Wirkung, Parteien und Interessengruppen theoretisch auch, verhalten sich aber praktisch of so, dass sie im Internet kaum sichtbar werden. Eines der besten schlechten Beispiele dürfte die Lignum sein. Diese wird von der Schweizer Holzwirtschaft mit beträchtlichen Beiträgen gesponsert, u.a zwecks Promotion und Information über Holz und Holzwerkstoffe, Organisation und Veranstaltungen von Anlässen, Messen, Ausstellungen, Kursen und Tagungen; Abgabe von Informationen für die Anwendung von Holz und Holzwerkstoffen ... Da die gegenwärtige Präsentation aber, auf Grund der verwendeten Technologie und Struktur, für Suchmaschinen "undurchsichtig" ist, werden die Beiträge von Lignum dort folglich auch nicht gefunden, was zu ziemlich mässigen Besucherzahlen führen dürfte (Wer sucht schon nach Lignum?). Die Lignum verfügt über ausgezeichnete Unterlagen und veranstaltet erstklassige Präsentationen, an Messen z.B.. Ihr Internetauftritt wird aber ihrer Aufgabe als Wissensvermittler (s. Von Volksmeinung zu Volkswissen) und Förderer von Wald und Holz nicht gerecht: Guter Design - aber für viel Geld wenig Besucher als Resultat. [In der Zwischenzeit wurde der Design noch besser ... 13.1.06]
Solche Info-Lieferanten zeigen generell meist eine recht suboptimale Nutzung des Internet. Insbesondere Vereine und Verbände neigen noch mehrheitlich dazu, "Meinung von Oben" bekannt machen, also Propaganda zu betreiben, statt Informationen und Argumente zu liefern, die Mitgliedern und Gästen eine freie Meinungsbildung erlauben, also der Aufklärung dienlich sind. Dementsprechend kommen ihre Texte bei der Öffentlichkeit gar nicht an.
Betriebe haben aber noch andere Probleme. Sie müssen bei ihrer Kommunikation immer die Auswirkung ihrer Aussage auf den Börsenmarkt oder andere Kreditgeber, wie die Kunden, im Auge haben. Auch von da ist wenig klärende Kommunikation zu erwarten.
Kein gutes Omen für die Meinungsfreiheit im Internet ist die Tatsache, dass Google selbst nun China eine kastrierte Suchmaschine zur Verfügung stellt ( www.google.cn ), die Links zu Themen wie Tibet, Falun Gong, Demokratie etc. gleich selbst rausfiltert.
Kein gutes Omen für die Förderung des Internetjournalismus, wenn Google mit 300 Millionen Werbegeldern pro Jahr den gigantischsten Internet-Stammtisch der Welt füttert - der dem grössten rechtskonservativen Medienimperium von Murdoch gehört. Hier ist zwar Meinungsfreiheit möglich, aber der Einzige der koordiniert Reichweite für seine Propaganda erzielt, ist Murdoch, da die abertausenden von Foren nicht mal innerhalb von myspace koordiniert sind, geschweige denn ausserhalb. Das Wissen der Foren bleibt, genau wie bei Stammtischgesprächen, auf den kleinen Kreis der Teilnehmer beschränkt. Da auch hier die Grösse siegt, und diese an die Verbreitung möglichst banaler Inhalt gebunden scheint, steht zu befürchten, dass das Internet genau so verdummt wie die andern Massenmedien.
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Hier kann man bei vielen Punkten nur zynisch lachen, insbesondere was die Informationspflicht, die Publikation im Dienste der Allgemeinheit, journalistische Unabhängigkeit, keine Verherrlichung von Gewalt, keine Diskriminierung ... betrifft.
Das Problem mangelhafter Information ist aber nicht bloss ein politisches. Obwohl niemand recht weiss, wovon all die Kommunikationswissenschaftler mal leben sollen, die an unseren Hochschulen zur Zeit ausgebildet werden, also mal Ausbilden um der Ausbildung wegen, gäbe es eigentlich ausreichend Probleme, die bessere Kommunikation bedürfen - aber spezifische Ausbildung nötig machen. Insbesondere:
Die Kluft zwischen den Wissenschaften:
Die kleine, aber dennoch fast unüberbrückbare Kluft zwischen den Disziplinen.
Die grosse, zur Zeit völlig unüberbrückbare Kluft zwischen Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften.
Diese erforderte aber ein Studium in eben dem Bereich, den es nicht gibt, nämlich einer paradisziplinären, integrativen Philosophie. Heute trauen sich aber die Wissenschaftler nicht an die Philosophie (oder sie betreiben sie jämmerlich) und die Philosophen kommen kaum mehr ohne Zusatzausbildung an die Inhalte der Wissenschaftler heran. Beide sind füreinander unverständlich. Den Kommunikationsspezialisten geht es da nicht besser, sondern vermutlich noch schlechter, denn die haben nun weder von Wissenschaft als solcher noch von Philosophie viel Ahnung. Wenn heute Kommunikationswissenschaftler reden, reden sie, wie die meisten Wissenschaftler, über ihr Fachgebiet, also über Kommunikation. Die Kommunikation von Inhalten, die sachliche Mitteilung, geht unter, weil die Kommunikationswissenschaftler von den Inhalten keine Ahnung haben - sich aber die Inhaltsanbieter von den Kommunikationsspezialisten kaum in ihre Texte reinreden lassen..
3.1 Die vielleicht wichtigste Aufgabe der Postpostmoderne ist, die kollektive Intelligenz wieder herzustellen!
Denn in der immer noch grassierenden Postmoderne regiert Geld die Welt und legitimiert Macht! Internet-Journalismus ist eine Antwort auf die Notwendigkeit, Wissen zu teilen und eine "kollektive Intelligenz" wieder herzustellen.
Das Internet bietet eine Menge an Vorteilen:
Wissen wird aktiv, selbst bestimmt
Freier Zugang zum Text ist unabhängig von Ort und Zeit
Schnelle Publikation von Wissen auch entlegener Fachgebiete
Ständige Veränderung und Entwicklung: Wissensexplosion
multipler Text, kollaboratives Schreiben, lernende Systeme
Verschmelzen der Rolle des Lesers mit der des Autors durch Kommentieren und Erstellen neuer Links. Das E-Book wäre dann einen Schritt weiter in Sachen Synthese und Neukoordination von Wissen.
Das Web dient gegenwärtig für Information, Austausch und Unterhaltung - Wo aber liegen seine Chancen und Grenzen für Lernen, Argumentation und Diskussion? http://www.brainworker.ch/Bildung/webdialog.htm
Selbstbestimmung, freier Zugang zu Informationen und kollaboratives Schreiben erleichtern strukturempfindliches Lernen, und bei diesem hapert es. Wenn heute gelernt und gelehrt wird, so geht es meistens um die Vermittlung von Anwendungswissen, das eine berufliche Karriere gewährleisten oder verbessern soll. Das Problem echten Lernens liegt aber darin, dass durch Faktenlernen nur oberflächliche Lerneffekte erzielt werden, da die neuen Fakten nicht in das bestehende Wissen integriert werden. Eine effektive Aneignung von Wissen geschieht jedoch erst, wenn die neune Fakten sich mit mit den bereits vorhandenen zu einem ganzen verbinden, also zu einer Umstrukturierung des Denkens führen, wobei komplexe neue Denkschemata erzeugt und, als komplexes System, also häufig eher intuitiv, optimiert werden. Diese innere Komplexität der Denkmuster bildet die äussere Komplexität der Realität ab. Hier wirkt die Intelligenz selektiv. Also brauchen Menschen mit einem tieferen IQ einfachere Denkmodelle, weil sie komplexere nur unter hohem Aufwand bewältigen können. Die Aufgabe einer, den heutigen komplexen Problemen unserer Gesellschaft angemessenen, Öffentlichkeitsarbeit wäre also, komplexe Modelle auf weniger komplexe zu reduzieren und zu erklären (Aufklärung zu betreiben!), ohne dabei populistisch zu werden.
Ich habe das Problem der Öffentlichkeitsarbeit während der letzten 20 Jahre intensiv anhand der Forstwirtschaft beobachtet, und natürlich zu beheben versucht. [s. Probleme des Nachhaltigkeitsdiskurses - und Lösungsansätze der modernen Forstpolitik. http://www.brainworker.ch/Wald/nachhaltigkeitsdiskurs.htm]. Es trifft vermutlich nicht nur in diesem, meinem Berufsfeld zu, dass trotz Postmoderne und der Kenntnis der Steuerungsproblematik komplexer Systeme, nach wie vor deterministische Konzeptionen und technokratische Planungsinstrumente vorherrschen: Die Forstwirtschaft hat sich in der Vergangenheit zu sehr und ausschliesslich auf die Verbesserung operativen Handelns konzentriert und sich zu wenig um die strategische und normative Handlungsebene - um die normative gesellschaftliche Einbindung - gekümmert.
Diese erfordert eine verstärkte Orientierung am gesellschaftlichen Dialog - und dieser wiederum gründliche, qualitativ bessere und aber auch verständliche Information der Öffentlichkeit. Komplexe systemische Information muss verständlich vorgebracht werden, Schlagworte der politischen Ausmarchung reichen hier nicht aus. Was objektive Information betrifft, so versagt der Markt jedoch je länger je mehr, um so mehr als die Medien primär als Werbeträger funktionieren und sich um Inserenten balgen. Für die Medien geht Masse (der Leser) vor Objektivität und insbesondere vor Komplexität. Mit den heute meist noch möglichen 2500 Zeichen pro Artikel ist es kaum möglich, mehr als einen einfachen Gedanken zu präsentieren. 3 Minuten für eine Radio- oder Fernsehsendung (über Bagdad z.B.) dürften auch nicht viel zum Verständnis der Lage dort beitragen.
Eine argumentative wie informative Öffentlichkeitsarbeit (Publizistik, Journalismus) ist aber nicht bloss für die Forstwirtschaft, sondern für die gesamte kulturelle Entwicklung von hoher Bedeutung.
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Berechtigte Anliegen von |
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Links |
Rechts |
| Abwehr der Omnipotenz des Marktes | Abwehr politischer Omnipotenz |
| Förderung der Menschenrechte | Förderung der Menschenpflichten |
| Der realpolitisch-mediale zynisch-polemische Verschnitt obiger Ausgangslage sieht heute jedoch eher so aus: | |
| Alle Macht und Freiheit der politischen Elite [Traditionell: Alle Macht den Räten!] | Alle Macht und Freiheit dem Kapital! |
| Alle Pflichten dem Kapital:
Schröpft die Reichen! |
Alle Pflichten denen, die eh nichts haben ausser
Pflichten:
Schröpft die Armen! |
Je komplexer ein System ist, desto höher ist sein Koordinationsbedarf. Je komplexer ein System ist, desto höher ist aber auch der Bedarf an Freiheitsgraden. Jedes Subsystem hat seine spezifische Ordnung, also braucht jedes Subsystem seine spezifische Steuerung. Der Markt kann die politische Lenkung also nicht ersetzen, obwohl das beliebteste Koordinationsinstrument der freien Gesellschaft der Markt ist. Allerdings gilt das Umgekehrte genau so [s. Wie lässt sich Politik betreiben, wenn sich komplexe Systeme nicht lenken lassen? http://www.brainworker.ch/Politik/systempolitik.htm]
Wir stehen hier als Gesellschaft allerdings vor dem selben Problem wie die Medien: Wie erkläre ich der Öffentlichkeit etwas Unliebsames, etwas, das sie gar nicht hören will? Sie es weil die Probleme zu komplex sind, weil man dafür keine Zeit aufwenden will, weil man sich lieber ver- als aufklären lässt - oder ganz einfach weil es halt kein Event ist?
In der komplexen Gesellschaft ist eigentlich Kommunikation wichtiger als Personen, also als Kommunikatoren. (Wenn der Satz stimmt, wird Blocher offenbar masslos überschätzt). Die Stellvertreter-Politik (wie die direkte Demokratie), leidet an der beschränkten Rationalität der Entscheidungsträger. Die Folge davon ist, dass Politik über populistisches Stimmensammeln betreibt, statt nach Lösungen zu suchen.
Der Staat als organisiertes Forum der Bürger (nicht als Kuratorium sich wichtig nehmender Herren und Damen), trägt oft die Folgen riskanter Entwicklungen, darum ist ihm auch Mitsprache bei der Entwicklung derselben zu gestatten. Wenn er in Fällen des nicht Wissens oder nicht wissen Wollens oder Könnens quasi stillschweigend Versicherung spielt, trägt er Mitverantwortung für den Schadensfall. [Nach Willke]
Im Falle von Risikokonflikten können Politiker auch nicht länger auf wissenschaftliche Experten setzen und vertrauen. Die Spezialisten widersprechen sich, je nach Perspektive der eigenen Wissenschaft. Die Gewichtung von Risiken ist Sache der Betroffenen. Dies macht eine alternative Politik der sog. reflexiven Moderne, und damit einige Änderungen, notwendig
http://www.brainworker.ch/Dialog/argumentation.htm
3.3 Komplexität bedingt eine starke Zunahme an Verhandlungsprozessen - und stellt hohe Anforderungen an Information und Argumentation
Die extreme funktionale Differenzierung in Arbeitsteilung; Institutionalisierung von Wissenschaft, Bildung, Recht, Politik, Militär, Kunst, Religion, Wirtschaft, Gesundheit z.B. führt notwendigerweise zu einer Vielzahl an Teilsystemen und spezifischen Steuerungsmodellen. Eine Lenkung der komplexen Interaktionen ist so praktisch nur noch denkbar, wenn wir die Teilsysteme als Akteure betrachten, und den Staat als Supervisor, der für intersystemische Optimierung zuständig ist. Vernetzte Heterarchie ersetzt das vorherrschende Modell der Hierarchie.
Der multiple intersystemische Dialog bedingt eine starke Zunahme der Verhandlungsprozesse. Diese sollten, um Dialog überhaupt möglich zu machen, auf verständlicher Sprache und verlässlichen Information basieren. Die traditionellen Steuerungsinstrumente, wie regulierende Steuerung (Verbote und Gebote), negativ sanktionierte Verhaltensgebote und –verbote, finanzielle Steuerung durch materielle Anreize oder Subventionen; prozedurale Steuerung durch Verfahrens- und Organisationsregeln, die durch die Etablierung konkreter Verhandlungssysteme realisiert wird; muss durch das wirksame Einflussinstrument der Information und Überzeugung ergänzt, wenn nicht gar ersetzt, werden. Steuerungsprozesse werden in Form von Konsens und Konflikten ausgehandelt. An die Stelle restriktiver Kontrolle treten Vermittlungen.
http://www.brainworker.ch/Politik/systempolitik.htm
Das Aushandeln von Konsens, das Austragen von Konflikten, die Vermittlung, bedingt Argumentation. Gegenwärtig ist Argumentation aber, laut eines Gesprächspartners in einem politisch-wirtschaftlichen Entwicklungsforum, aber eine Sache für arbeitslose Akademiker. Die Realität scheint das zu bestätigen, denn Ziele politischen Handelns werden in den Pressemitteilungen zu etwa einem Viertel, in den Medien zu einem Fünftel begründet. 75% aller Ziele werden gar nicht begründet. Zudem findet sich, ganz anders als bei Parteipropaganda, kaum je (bei weniger als einem Viertel der Texte) ein Bezug auf Werte. Die Aufklärung geht unter, die Argumentation basiert eher auf dem Partei-Nutzenprinzip: Wem nutzt es - wem schadet es? Es wird also, wie zu erwarten, wirtschaftlich argumentiert und in erster Linie der homo oeconomicus angesprochen. Politik kämpft ohne gesichertes Wissen im Trial-and-Error-Verfahren mit den komplexen Problemen der Realität.
Ein Ausweg wäre einfach zu finden:
Einerseits könnten und sollten die Bürger von den Politikern bessere, rationalere und stichhaltigere Begründungen fordern .
Andererseits sollten die Politiker mehr Argumente als Schlagworte anbieten, zumal sich die Schlagworte je nach Mode austauschen lassen.
Webjournalismus könnte hier eine neue Form des Journalismus anbieten, in dem das wichtigste Element nicht News in der Form isolierter, gut erzählter Stories ist, sondern bei der News wirklich als fundierte News in aller Breite und Tiefe, in ihrer historischen Entwicklung und ihrem sachlichen Hintergrund präsentiert werden.
Philosophisch betrachtet eröffnet das Internet nun, durch die Schaffung Teilhard de Chardins Noosphäre, die Chance für einen grossen Schritt vorwärts in der Evolution, den Schritt zur Menschwerdung.
Die gegenwärtige Entwicklung der Presse entfernt sich immer weiter von diesem Ideal der öffentlichen Information. Michael Ringier evaluierte Möglichkeiten und Chancen für seine neue Gratis-Abendzeitung "heute" und musste feststellen: Am Abend haben die Leute andere Bedürfnisse. Und diese heissen ganz klar nicht Journalismus. Die Leser wollen den Abend vorbereiten. Und Kriegsbilder etwa, unangenehme Bilder überhaupt, werden komplett abgelehnt. Abendleser sind schon interessiert, aber sie wollen überhaupt keinen Kommentar, keine Belehrung, keine Meinungen, sondern sie wollen einfach Fakten, schöne Bilder und viel Service - hochwertig gemacht. Abgesehen davon, dass er sich hier in dem Abschnitt selbst verzwatzelt, den Fakten bedingen ja gerade hochwertigen Journalismus, um sie von Meinungen und blabla zu trennen, ist das kein positives Zeichen in einer Zeit, die immer mehr Probleme aufwirft.
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Ein eigenes Shopping-System mit Paypal/Easypay Zahlungssystem wurde am 8. Januar 2006 hier eröffnet . Nach über einem Jahr der Evaluationen schien Rent-a-Shop ein geeignetes Einstiegsmodell. Kosten: Fr. 34.-/Monat. Der Versuch wurde Ende Juli 06 eingestellt (obwohl für 1 Jahr bezahlt), d.h. auf Postcheck und Paypal Direktbezahlung reduziert, da zwar monatlich 300 bis 600 Besucher über einen "Bestellen"-Klick in den Shop gelangten - aber kein einziger (!!!) eine Bestellung abschliessen konnte, und ein halbes Dutzend, das es zwar bis zur Bezahlt geschafft hatte, aber den Download nicht fand, protestierte ... Bestellvorgang und Zahlungsablauf unter rent-a-shop sind zu umständlich, langwierig und verlassen bei der Zahlung das eigene System, worauf die Kunden nicht mehr zurück finden. Meine Bemerkung im Ablauf traf leider nicht zu. Es wurde kein Mail verschickt mit dem freigegebenen Download, sondern vom Nutzer erwartet, dass er zurückklicke. Programmiererlogik .... Dies leider eine mehrfach gemachte Erfahrung, dass Programmierer und Designer einem lieber so lange den Kopf vollquasseln, warum etwas so sein muss wie sie es machen, anstatt über ein einfaches und brauchbares System nachzudenken. (s. Scheissdesign) Die Einzelfirma "Herzog Brainworker" ist seit 14.11.05 im Handelsregister des Kantons Basel-Stadt eingetragen: CH-270.1.014.180-9. Sie widmet sich der Aufbereitung von Infos aus Wissenschaft und Philosophie und deren Verarbeitung und Verbreitung über das Internet. Als Internet-Verlag verkauft he www.brainworker.ch E-Books und andere Formen elektronischer Texte und Daten (Karten z.B). Teil der Geschäftstätigkeit ist auch die "Handelsvermittlung Irak". |
Problematisch ist zur Zeit immer noch die Finanzierung. Die vereinigten Königreiche www.brainworker.ch und www.brainworker.ch sind allerdings in der Zwischenzeit zu einer beachtlichen und beachteten Streitmacht, einem virtuellen Powerhouse, herangewachsen.(s. Marktposition). Jeder substantielle Beitrag landet in zwei bis drei Tagen bei Google auf der ersten Seite, unter entspr. Stichworten. Ich kann damit das gesamte deutschsprachige Internet, nicht bloss die Schweiz, als Forum nutzen.
Dies dürfte einem beachtlichen, leider zur Zeit ebenfalls bloss virtuellen, Wert entsprechen, der sich allerdings auch realisieren lassen sollte, da virtuell-geistiges doch oft beträchtliche reelle Auswirkungen zeitigt. Darum neu der Ansatz mit Bannerwerbung, der Ihr Web quasi zum Juniorpartner von brainworker/brainworker machen kann.
Nebst der Auftragsarbeit, bei der Sie eben die Meinung des Auftraggebers vertreten und nicht nach optimalen Lösungen, der Wahrheit, Fakten oder sonst so was suchen, gibt es zur Zeit eigentlich nur noch die Hoffnung auf Micropayments, welche das Problem lösen könnten. Ich habe z.B. immer wieder Klagen, dass meine Texte katastrophal präsentieren, insbesondere als Druck. Da könnt' ich also pro pdf so 1 Fr. verlangen, nicht? Immerhin steckt da beträchtliche zusätzliche Gestaltungsarbeit drin. Sie lieben vermutlich Gratisangebote, aber schon mal überlegt, wovon die Anbieter leben?
Gerade Bücher (und damit vermutlich auch zunehmend E-Books und andere elektronische Infos) sind in der Schweiz das Produkt, das am meisten über das Internet bezogen wird (44%. IHA-GfK). Umsatzmässig stehen allerdings Reisen, Haushaltbedarf, Kleider; Tickets, Elektronik und Schuhe noch vor den Büchern.
Seit Dez. 04 wurden hier die Möglichkeiten evaluiert, einen Bereich für zahlende Abonnenten zu eröffnen und ein Verlags-Angebot an pdf-Dokumenten und E-Books, die graphisch etwas besser gestaltetet sind als der Standard bei Brainworker/brainworker anzubieten. Forscher, Denker, Wissenschaftler, Philosophen, die sich mit ähnlichen Themen befassen und etwas mitzuteilen haben, steht hier heute ein Forum zur Verfügung, über das sie ihre Ideen nicht nur wirksam verbreiten, sondern auch in elektronischer Form zum Verkauf anbieten können:
| MySpace und Second Life waren einst Refugien. Jetzt werden sie vom Marketing zerstört. |
Als logische Folge der Notwendigkeit, sich auch als Internetredaktor zu finanzieren, gefährdet die Profiterwartung längst auch diese Angebote. Die sozialen Foren StudiVZ und Facebook haben mehr persönliche Daten . die ihnen freiwillig anvertraut werden - als es die Stasi je hatte [Stefan Kaiser; Christoph Peterska: Die Erosion des Vertrauens. GDI Impuls, 1.2008. S. 8-17]. Google durchsucht die Inhalte der über seine Dienste laufenden Emails systematisch für Werbezwecke. Produktivismus und Konsumeritis haben als duale Weltreligion gesiegt. Wer ihr nicht huldigt, ist ein Schmarotzer.
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Brainworker's Webverlag (vorübergehend storniert ...)
Infos zu
Evaluierte Zahlungssysteme:
Brainworker’s 1. Syntheseraport
als E-Book:Grösse und Macht – Ziel und Stärke der Betriebe – Plage des freien Marktes, erklärt auf 68 Seiten, wie die Betriebe wachsen und dominieren können – und warum sie dies im herrschenden System auch tun müssen, wenn sie überleben wollen. Wettbewerb, gekoppelt mit Macht, erfolgt zwar nach den Wirtschafts-Regeln der Effizienz, nicht aber nach Massgabe der Gerechtigkeit. Daher kann ein Wirtschaftssystem, das von der Grundlage her auf Ungerechtigkeit angelegt ist, nämlich auf die effiziente Pareto-Verteilung 80/20, nicht zur alleine gültigen Gesellschaftsordnung gemacht werden, sondern braucht
Eine systemische Ökonomie darf sich nicht nur wie bisher mit Rezepten für die Gewinner des Wettbewerbs befassen, sondern muss gleichzeitig die Gesamtwirtschaftlichen Verluste durch Betriebszerstörungen und Ausschluss aus Lohn und Brot der Effizienzopfer mit in die Rechnung einbeziehen. Bestellen (Fr. 4.80, Euro 3.20, zahlbar per Postcheck oder Paypal) |
Cyber-Cash (Frankfurt) ging bereits 2000 ein, E-cash der Deutschen Bank 2001 - wegen zu geringem Interesse der Kunden. Seither konzentrieren sich die Grossen auf Kreditkartenservices wie
Easypay: 25, 50, 75 Fr - per Kreditkarte bezahlbar, weltweit beziehbar über E-Mail. Aufschaltgebühr 249.- / Kommission 20% + Mehrwertsteuer
Saferpay: Validierungskosten pro Zahlung 0.80-1.05 Fr. - also Angebote zu 1.- dienen zu 100% den Kreditfirmen.
Firstgate Click&Pay (Kreditkarte)
genereller Überblick: http://www.fvnbinternet.com/internetpayment/
Die Installation von Firstgate, clickandpay, oder eines anderen Kreditkartensystems kostet mindestens 2500 (bis 8000 Euro). Eine günstige Lösung für die Schweiz wäre Easypay, die aber leider nur in der Schweiz funktioniert....e. Dieses Problem wurde in der Zwischenzeit behoben. Die Easypay Zahlkarte lässt sich weltweit per Kreditkarte bezahlen und wird per E-Mail zugestellt. Zudem sind die Beträge recht handlich, das Zahlungsmittel vielseitig verwendbar, so dass wenig Anlass besteht, einen Verlust der momentan nicht gebrauchten Zahlungsvolumens zu befürchten.
Systeme mit Dialer oder Verrechnung über Telefonanruf begeistern nur mässig. Entweder funktionieren sie nur in einem Land, nur per Festnetz, nur per Handy - und oft muss die Zeit abgewartet werden, bis der Zähler den entsprechenden Betrag über Zeit verrechnet. Bei mehreren Minuten doch etwas mühsam. Anyhow. Ich behalt's im Auge.
Für Kleinstbeträge geeignet, da die Kosten bloss 3.9% + 0.35 Euro betragen, ist zur Zeit eigentlich bloss:
Paypal unterstützt Funktionen wie "buy now button, donations button, shopping cart, instant payment notification - zur Freigabe von Downloads. Zur Nutzung derselben sind allerdings Zusatzmodule nötig, die von verschiedenen Programmierern zu mässigen Kosten angeboten werden. Allerdings wird Paypal zwar gerne von den Nutzern von Ebay verwendet, offenbar aber weniger von den andern, da es die Eröffnung eines Kontos erforderlich macht. Es bietet einige Möglichkeiten, wie die Zahlung in verschiedenen Währungen - nicht allerdings in Schweizer Franken. Allerdings sollen die Kosten für die Überweisung auf das eigene Konto beträchtlich sein, falls dieses nicht in den USA liegt.
Erfahrung: Diejenigen die nicht Fans von Paypal sind und es eh kennen, meist weil sie Nutzer von ebay sind, haben Mühe mit dieser Art Zahlung. Ich hab nun die Zahlungsmöglichkeiten für E-Books von Brainworker wie folgt angegeben:
40-512264-2 (IBAN CH4009000000405122642, biz : POFICHBE, SWISSPOST, POSTFINANCE, Nordring 8, 3030 BERN, SCHWEIZ
Per
Paypal,
das auch die Kreditkarten.
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... mit dem Erfolg, dass ich nun immer wieder Anfragen krieg: Ich weiss nicht wie .. mit Paypal. Kann ich auch direkt bezahlen. Also Menschen die nicht gewohnt sind mit Handy-payment Klingeltöne runterzuladen, haben offenbar zwei linke Hände und Tomaten auf den Augen. Meine Texte gehören ja nicht zu den leichtverständlichsten ... und dennoch bringt es praktisch keiner der InteressentInnen fertig, elektronische Zahlungsmittel zu benutzen.
5 Einige der wichtigsten Links zu Geschichte und Erfahrungen des Onlinejournalismus:Der Begriff Onlinejournalismus dominiert im deutschen und englischen Sprachraum, in der Schweiz zur Zeit jedoch noch Internet-Journalismus. Ich persönlich tendiere zum Begriff Web-Journalismus, als Anwendung der von mir entwickelten Web-Philosophie. Der Begriff ist allerdings noch weniger gebräuchlich. Onlinejournalismus findet in der Schweiz offenbar vor allem an Hochschulen und in Kursen statt: Web- wie Onlinejournalismus ist in der Schweiz eh ein Trauerspiel. Die Fachhochschule Winterthur [zhwin], die in den Bereichen ausbildet, lamentierte im Mai 2004: Onlinejournalismus emanzipiert sich nicht. Na ja, woran das wohl liegen mag? Checken Sie doch mal mit Google, wer da so was in dem Bereich anbietet, und Sie werden reichlich Angebote an Büchern und Kursen finden, weitaus reichlicher als das Angebot an Inhalten. Hier wird geschult und geprüft, bevor die Experimentierfreude sich versuchen und die Phantasie sich ausbreiten kann. Hier legen Didaktoren und Kursatoren Standards fest, die sich bereits wieder an den Grossen, d.h. den etablierten Zeitungen und Zeitschriften, messen. Dabei wäre der Onlinejournalismus, bei dem sich Kapital durch Zeit ersetzen lässt, DIE Chance, den Oligarchen und Plutokraten, die die Medien beherrschen, zu entgehen und wirkliche Alternativen zu schaffen. Aber neee, man verschult wieder nach den Bedürfnissen des Establishments! Im Bereich Onlinejournalismus lassen sich allerdings immer weniger Studenten mit Gemeinplätzen wie: Die Guten finden immer was, über den Tisch ziehen. Manche Schulungsangebote mussten eingestellt werden. Ungehemmt weiter geht allerdings die Dressur kleiner Besserwisser in Sachen Webdesign (s. Scheissdesign).
Zukunftsträchtiges:
Journalistische Ethik im Internet (Presserat Schweiz)
Auch im Internet geltende allgemeine Gesetze, insbesondere Urheberrecht und Copyright - allerdings mit beträchtlichen Toleranzen betr. "Zitierens":
Hier zeigt sich doch für einmal, dass Gesetze schon zu einem angenehmeren Leben führen können. Bei den Germanen, 98 n.Ch. durfte man einen Schmähredner (argr genannt, eben der, der einen ärgert ...) stehenden Fusses und ohne Busse zahlen zu müssen, erschlagen. Das grösste Schimpfwort zu jener Zeit bezeichnete den passiven männlichen Homosexuellen. Im vergleich dazu sind die heutigen Araber, die wir ja in der Hinsicht gerne als Rückständig ansehen, doch um einiges toleranter. Eines der ersten Schimpfwörter das ich im Jemen von meinen Fahrern gelernt habe, war mahnous (Sodomit) - worüber sich aber niemand gross aufregt, wenn es nicht gehäuft im Verein mit ähnlichen Worten auftritt Etwas entschärft wurde gerade Art 293 des StGB (Strafgesetzbuches): Veröffentlichung amtlicher geheimer Verhandlungen
Präzise der letzte Punkt kam zu Anwendung bei der Neubeurteilung der Fälle Stoll (Jagmetti) und Dammann (Münsterpostraub) durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. In beiden Fällen sei der Inhalt der Botschaft nicht wesentlich und vor allem nicht so wertvoll gewesen, dass sein Schutz Vorrang vor der freien Meinungsäusserung geniesse.. In Deutschland gelte da offenbar oft um einiges härtere Regeln, gerade wenn es um Kritik am Staat und seinen Organen geht: § 90 (1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Bundespräsidenten verunglimpft, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. § 90a (1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3)
wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer eine öffentlich gezeigte Flagge der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder oder ein von einer Behörde öffentlich angebrachtes Hoheitszeichen der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder entfernt, zerstört, beschädigt, unbrauchbar oder unkenntlich macht oder beschimpfenden Unfug daran verübt. Der Versuch ist strafbar. § 90b (1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) ein Gesetzgebungsorgan, die Regierung oder das Verfassungsgericht des Bundes oder eines Landes oder eines ihrer Mitglieder in dieser Eigenschaft in einer das Ansehen des Staates gefährdenden Weise verunglimpft und sich dadurch absichtlich für Bestrebungen gegen den Bestand der Bundesrepublik Deutschland oder gegen Verfassungsgrundsätze einsetzt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. § 95 § 97 (1) Wer ein Staatsgeheimnis, das von einer amtlichen Stelle oder auf deren Veranlassung geheimgehalten wird, an einen Unbefugten gelangen läßt oder öffentlich bekanntmacht und dadurch fahrlässig die Gefahr eines schweren Nachteils für die äußere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Wer ein Staatsgeheimnis, das von einer amtlichen Stelle oder auf deren Veranlassung geheimgehalten wird und das ihm kraft seines Amtes, seiner Dienststellung oder eines von einer amtlichen Stelle erteilten Auftrags zugänglich war, leichtfertig an einen Unbefugten gelangen läßt und dadurch fahrlässig die Gefahr eines schweren Nachteils für die äußere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. § 111 (1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) zu einer rechtswidrigen Tat auffordert, wird wie ein Anstifter (§ 26) bestraft. (2) Bleibt die Aufforderung ohne Erfolg, so ist die Strafe Freiheitsstrafe
bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Die Strafe darf nicht schwerer sein als die,
die für den Fall angedroht ist, daß die Aufforderung Erfolg hat (Absatz 1); §
49 Abs. 1 Nr. 2 ist anzuwenden. § 130 (1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. § 131 (1) Wer Schriften (§ 11 Abs. 3), die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen in einer Art schildern, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Eingeschobener Kommentar: Gerade dieser Paragraph wie der nächste zeigen jedoch, dass offenbar auch in Deutschland die Sache nicht so heiss gegessen wird wie im Gesetzbuch angerichtet. Würden Paragraph 131 und 184 eins zu eins umgesetzt, stünde doch die Hälfte der Fernseh-, Film- und Zeitschriftenmitarbeiter dauernd mit einem Bein im Gefängnis. § 184 (1) Wer pornographische Schriften (§ 11 Abs. 3)
Die Sache ist sichtbar nicht so klar, wie hier, und auch im entspr. Schweizer Gesetz, formuliert. Würde man dies wörtlich nehmen, wäre es das Aus für eine ganze Menge ziemlich weit verbreiteter Bild-Zeitungen und Zeitschriften. Sogar in seriösen (na ja, seriös aussehenden) Blättern wie der Weltwoche finden sich immer wieder Bilder die geschlechtlich reizen, also unter den Begriff Pornographie fallen. Das selbe gilt für eindeutige Angebote, die in den selben Zeitschriften, und sogar noch seriöseren (Tagesanzeiger z.B.) ganze Seiten der Werbebeilage füllen. Die Interpretatoren an den Gerichten müssen also beträchtliche Schlenker machen (Kniffe benutzen), um sich und die entsprechenden Gesetze - in Anbetracht der "nackten Tatsachen" - nicht der totalen Lächerlichkeit preiszugeben. Mit dem weiteren Merkmal einer fehlenden Aufforderung des Empfängers soll der Einzelne davor geschützt werden, daß er ungewollt mit pornographischen Erzeugnissen konfrontiert wird (vgl. Horn/Wolters in SK-StGB 8. Aufl. [Stand: Oktober 2004] § 184 Rdn. 56), insbesondere durch unverlangtes Zusenden. http://www.hrr-strafrecht.de/hrr/5/05/5-156-05.php Ich hab hier selbst ein Experiment gestartet, unter dem Motto meines Vorgängers Diogenes: Dinge die normal sind, sollte man auch normal behandeln:
Für Beiträge und Meinungen bin ich dankbar. Es handelt sich um ein konfliktträchtiges Gebiet, laut Besucherzahlen um das interessanteste Gebiet für Besucher überhaupt. Da Pornographie als second-hand-sex nicht viel Lösungspotential hat, müsste man sich dazu schon einige Fragen stellen: Wollen wir mehr richtigen Sex? Erledigen wir das Problem mit Psychopharmaka - oder setzen wir weiter auf die etwas alte Theorie, dass ora et labora diese Triebe besser bedient? § 185 Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft § 192 Der Beweis der Wahrheit der behaupteten oder verbreiteten Tatsache schließt die Bestrafung nach § 185 nicht aus, wenn das Vorhandensein einer Beleidigung aus der Form der Behauptung oder Verbreitung oder aus den Umständen, unter welchen sie geschah, hervorgeht. Beleidigt sein geht über die Wahrheit? .... strange .... also da bleib ich doch in der Schweiz ... In Deutschland muss man offenbar weit mehr auf den Ton achten, als hier oder vor allem in den USA. Vor allem wenn's um Staatsorgane, oder gar den Bundespräsidenten geht. Wenn da nun mal, so quasi aus Versehen, eine totale Pfeife gewählt würde, wie liesse sich das korrigieren, wenn Kritik ja offensichtlich von Gesetzes wegen verboten ist? Hier scheint ein Rückschritt vorzuliegen, denn die Situation war schon mal ganz brutal vorhanden, unter dem letzten Kaiser. Allerdings durfte der zwar massiv kritisiert werden (s. Max Weber) - genutzt hat's allerdings rein gar nix. Die entsprechenden Schweizer Gesetzestexte wären hier zu finden. ____________________________________________ Legal Guide for Bloggers (US) Electronic Frontier Foundation (EFF): Defending Freedom in the Digital World Literatur:
Lehre und Forschung:
Preisgekrönte Online-Medien: Honorare ... ein Trauerspiel, checken Sie's selbst mal per Google oder so ... Motto: Viel Wissen, wenig Ertrag. Nach dem GAV Schweiz wären sie nicht mal so schlecht, da dieser aber gerne umgangen wird .... Dank des enormen Interesses der Studenten und eines drohenden Ueberangebots ist hier wenig Besserung zu erwarten. DATENQUELLEN:
Zeitungen und Zeitschriften:
Etablierte französische Internetzeitungen:
Unabhängige & "Taktische" Medien: Geert Lovink (s. Medienphilosophie) definiert diese als: Imaginären Austausch von Konzepten, die sich gegenseitig überbieten und überlagern, Argumente und Erfahrungen, wie man kulturelle und politische Aktivitäten organisiert, Projektfinanzierungen erhält, eine Infrastruktur aufbaut und zum funktionieren bringt und wie man informelle Netzwerke schafft, die das Leben in Babylon erträglich machen. [Lettre International Herbst 2003, S. 114].
Medienphilosophie
Ansätze: neorational, aesthetisch, kritisch (Elena Esposito), Online-Identitätsforschung, systemtheoretisch etc.etc. Diese lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen:
Konstruktivismus (2) und die MedienIn der Postmoderne scheint alles konstruiert: Raum und Zeit, Fremdenfeindlichkeit, gender - und insbesondere die "Realität" der Massenmedien. Während der Realismus davon ausgeht, dass die Wirklichkeit die Erkenntnis bestimmt, behauptet der Konstruktivismus, dass der Akt des Erkennens bereits ein Akt der Konstruktion ist: Man kann nicht nicht konstruieren (eine Tatsache, die auch jedem realistischen Entdecker und Forscher vertraut sein dürfte). Beide können träfe Argumente zu ihren Gunsten anbringen - vermutlich kommt also beides parallel vor und es gelingt uns bloss schlecht, reelle von konstruierter Wirklichkeit zu unterscheiden, also Wahrheit von Meinung. Der Irak-Krieg liefert ein noch unvergessenes und umfangreiches Feld für die Analyse von Konstruktion und Wirklichkeit. Den US-Medien gelang es, den Eindruck einer Bedrohung des Weltfriedens (und vor allem, der inneren Sicherheit der USA) glaubhaft und mehrheitsfähig zu machen. Sie konstruierten mit das Fundament für den Angriff. Was sie allerdings nicht konstruieren konnten, war die Realität. Dass es keine Massenvernichtungswaffen gab, dass die irakische Armee mehr Dekor als Bedrohung war, dass der Irak Atomwaffen nur vom Hörensagen kannte - all dies wurde durch die medial gestützte präsidiale Konstruktion nicht zu Realität - bloss die Folgen dieser Scheinrealität. Es gilt also auch in der Postmoderne, gerade in der Postmodern, äusserst scharf zwischen Sein und Schein, zwischen Wissen und Meinen zu unterscheiden - ohne zu richten, denn beide Felder haben ihre Bedeutung. Als Idealisten wollen wir die Welt nicht so hinnehmen, wie sie uns durch die Realisten präsentiert wird. Wir wollen sie gestalten, zu einer besseren machen. Da dies aber die Realisten, insbesondere diejenigen die sich auf den Markt berufen, genau so wollen und tun, einfach mit anderen Zielen, ist der Unterschied ein bloss scheinbarer. Idealisten wie Realisten setzen auf eine (bis zu einem gewissen Grade) gestaltbare Welt. Wäre dem nicht so, würden wir nach wie vor auf Bäumen sitzen und Früchte essen. Ein machbarer Ansatz für die Medien wäre also, nicht grad in allen Sparten Sein und Schein zu sehr zu vermischen, zumindest eine Seite frei zu halten für objektive Wahrheitssuche:
Die Medien sind aber nicht die einzigen Instanzen die "Realität" produzieren:
Die Medien sind aber leider führend in der Produktion von "Scheinwelten", die sich nicht als Vor-Bilder (Ideale) für die Gestaltung der reellen Welt eignen: s. Entertainisierung (Eventualisierung), Fiktionalisierung, Kommerzialisierung wie etwa Kujaus gefälschte Hitler-Tagebücher, Michael Born, Tom Kummer, "reality" TV, narratives Realitätsfernsehen (Aktenzeichen XY), medial inszenierte und konstruierte Stories, bewusstes mediales Agenda-Setting, PR-Journalismus, "performatives "Realitätsfernsehen"" (Pig Brother und ähnlicher Sch...), u viele mehr, deren "Realität" meist wirtschaftlich motiviert ist. Mediendaten: Diverses:
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Rheinfelden, 26.12.04 ... Basel 13.01.06
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