Der Umbau der forstlichen Ausbildung an der ETH

Waldsystemmanagement statt Forstwirtschaft

Dass die Hochschulausbildung und Forschung sich mit der Praxis nicht immer völlig verstehen, ist nichts neues und vermutlich nicht auf die Forstwissenschaften beschränkt. Immerhin zeigen frühe Ansätze zur Verbesserung des Studiums, die von der Praxis angeregt wurden, dass eine Neurorientierung fällig ist. Allerdings unterscheiden sich die Ziele der Praxis immer noch, immer mehr, von denen der Forscher.

Strategien und Taktiken der ETH

Die Forstwissenschaften, mit den 5 Professuren Forsteinrichtung und Waldwachstum (gestrichen), forstliches Ingenieurwesen (gestrichen), Forstschutz und Dendrologie, Forstpolitik und Forstökonomie, Waldbau, das schwächste Mitglied der ETH, fallen ins Auge (auch ohne rot). Dass hier Anpassungen im Sinne von Zusammenlegungen und Restrukturierungen erwogen werden müssen, wundert wohl niemanden. Allerdings belegt das Dokument 2) Professorenplanung D-UWIS ETHZ 2003-2007  frappant und frustrierend, dass die Neugestaltung der Ausbildung und Forschung an der ETH weitaus mehr ein hin und herschieben von Professuren ist, als eine zielorientierte Entwicklung, die sich an den Bedürfnissen misst, die in 5 bis 10 Jahren zu decken sind.

Die Anzahl der frei werden Professuren wurde im Verlaufe des Planungsprozesses CENR ( Centre of Environment and Natural Resources) um 27%, das heisst von 11 auf 8 reduziert.

Gleichzeitig zieht die SL die Mittel der drei terminierten Professuren zurück. Diese Sparmassnahme ist im Vergleich zu anderen ETHZ-Bereichen um ein Mehrfaches grösser.

Begründet wurde dieser Entscheid mit einem Verzicht auf „Gebiete" anstelle einer proportionalen Kürzung aller Bereiche. Im vorliegenden Fall verzichtet die SL auf den Bereich „Holz", also Holzwissenschaften wie Holztechnologie, wie auch Forsteinrichtung und Waldwachstum. Diese Reduktion behindert die Neuausrichtung der Forstwissenschaften in Richtung Ökosystemforschung und Umweltmanagement. So steht es direkt in diesem Papier.

Im Zeitraum bis und mit 2007 bestehen beziehungsweise entstehen acht Vakanzen s. (Tabelle 1):

Dies entspricht zwar ziemlich präzise der wirtschaftlichen Bedeutung, die dem Wald noch zukommt (gemessen an den Einkünften durch Holzproduktion), ist aber ein Witz wenn wir uns bewusst machen, dass der Wald doch immerhin ein Drittel der Schweizer Landesfläche abdeckt.

 


Das Gerangel um Professorenstellen ist allerdings nicht das Anliegen der Praxis und auch nicht dieser Analyse. Wir wollen hier mal die Vorschläge der ETH mit den Anforderungen der Praxis vergleichen. Lassen Sie sich nie durch grandios tönende Konzepte blenden, bevor Sie die Idee mit der Realität verglichen haben:

3 Umschreibung der geplanten Professuren 24. Jan. 2003 [Beilage 3 Professorenplanung D-UWIS ETHZ 2003-2007] [pdf 177kb]

1 Experimental Atmospheric Physics

2 Plant Evolution and Biodiversity

3 Environmental Biomedicine

4 Human-Environment Interactions (ab April 2004)

Ressourcen

Professur f. Mensch-Umwelt Beziehungen (Nf. Mieg).

Ressourcen der bestehenden Professur:

ß Personal: 1 P, 1 WA

ß Ordentlicher Kredit: 15 kFr. (aus dem Dept. Pool)

Kernkompetenzen (DPAs)

ß Psychologische Theorien und Modelle der Mensch-Umwelt Interaktion mit Bezügen zur Sozialpsychologie, Kognitionspsychologie oder Organisationspsychologie.

ß Experimentalpsychologische Erfahrung oder starke empirisch-experimentelle Ausrichtung.

ß Gute methodische Grundlagen in multivariater Statistik.

ß Fähigkeit zur integrativen Modellbildung und Zusammenarbeit mit Wissenschaftern aus den Umweltnaturwissenschaften.

ß Fähigkeit Psychologie als Wissenschaft zu vertreten.

5 (Forest) Ecosystem Management (ab September 2004)

Grundlage

Planungspapier vom 27. August 2002 (verfasst von P. Edwards, O. Holdenrieder und T. Peter).

Ressourcen

Professur für Waldbau (NF Schütz).

100 % aus der bestehenden Professur. Ressourcen der bestehenden Professur:

ß Personal: 1P., 0,5 Adm.-MA, 2,0 TA, 7,8 WA

ß Ordentlicher Kredit: 97 KFr.

Diese Ressourcen werden zwischen Forest Ecology und Forest Ecosystem Management aufgeteilt.

Ausrichtung

Die Professur befasst sich schwerpunktmässig mit dem Design und der Evaluation integrativer Waldmanagement-Strategien auf der Grundlage eines fundierten Ökosystemverständnisses und ist zentral für den Studiengang Wald- und Landschaftsmanagement. Die Transformation des sich kontinuierlich entwickelnden ökologischen Wissens in einen nachhaltigen Umgang mit Waldökosystemen unter Berücksichtigung der spezifischen physischen und sozioökonomischen Umwelt ist eine zentrale Herausforderung für die Forstwissenschaften. Es ist dringend notwendig, zu verstehen, in welchem Ausmass die Auswirkungen einer Klimaveränderung und der Veränderungen der Landnutzung durch ein zielgerichtetes Waldmanagement beeinflusst werden können. Die Professur soll interdisziplinär mit den biologisch und ökologisch orientierten Professuren am Beispiel Wald Lösungen für die Erhaltung und multiple Nutzung dieses Systems im Kontext der Landschaft entwickeln. Ein besonderes Potential zur Forschungskooperation ergibt sich mit den Professuren 6 Forest Ecology, 7 Environmental Policy and Decision Making sowie 9 Ressourcenmanagement (experimentelles Management unter realen Bedingungen).

Kernkompetenzen

ß Entwicklung von Methoden zur Evaluation bestehender Managementregimes.

ß Design von innovativen und einer spezifischen Situation angepassten Strategien für Waldgestaltung und Nutzung auf der Basis eines quantitativen Verständnisses der Primärproduktion und der Biodiversität.

ß Experimental Management.

 

6 Forest Ecology (ab September 2004)

Grundlage

Planungspapier vom 27. August 2002 (verfasst von P. Edwards, O. Holdenrieder und T. Peter).

Ressourcen

Professur für Waldbau (NF Schütz, Landeplatz für Bugmann).

100 % aus der bestehenden Professur. Ressourcen der bestehenden Professur:

ß Personal: 1P, 0,5 Adm.-MA, 2,0 TA, 7,8 WA

ß Ordentlicher Kredit: 122 KFr.

Diese Ressourcen werden zwischen Forest Ecology und Forest Ecosystem Management aufgeteilt.

Ausrichtung

Schwerpunkt der Professur ist das quantitative Verständnis der Wechselbeziehungen zwischen der biologischen wie strukturellen Diversität, den Managementeinflüssen und den in Waldökosystemen ablaufenden Prozessen. Dieses Wissen ist notwendig, um die Bedeutung von Wäldern für biogeochemische Zyklen (z.B. Kohlenstoffkreislauf) und biophysikalische Prozesse (z.B. Abhängigkeit der Albedo (Lichtreflektion, von Bedeutung in Zusammenhang mit Global Warming) von der Landnutzung) zu verstehen und Strategien für einen nachhaltigen Umgang mit Waldökosystemen zu entwickeln. Das Testen von Hypothesen in Wäldern erfordert einen kombinierten Ansatz aus mathematischer Modellierung und experimenteller Manipulation. Die räumliche und zeitliche Dimension des Systems stellt eine besondere Herausforderung dar. Die Professur ist die einzige ihrer Art an der ETH und bietet exzellente Möglichkeiten zur Kooperation für Partner aus den Bereichen Forest Ecology, Soil Science, Climate Processes, Landscape Ecology, Forest Pathology and Forest Ecosystem Management.

Kernkompetenzen

ß Quantifizieren der biologisch/ökologischen Eigenschaften von Wäldern.

ß Quantifizieren von Prozessen heterogener natürlicher Systeme mit Langzeitdynamik (z.B. Baummortalität, Sukzessionsdynamik, Stoffflüsse).

ß Entwicklung von räumlich expliziten Modellen und deren Verifizierung.

ß Analyse von raumbezogenen Daten.

ß Feldexperimente

 

7 Environmental Policy and Decision Making (ab April 2005)

Grundlage

Diverse Planungspapiere D-FOWI. ETH Planung 2004-2007 D-FOWI. Positionspapier HES.

Ressourcen

OP aus Professur f. Forstpolitik und Forstökonomie (Nf. Schmithüsen).

Ressourcen der bestehenden Professur:

ß Personal: 1 P, 5,0 WA, 0,6 Adm.MA.

ß Ordentlicher Kredit: 50 kFr.

Aus diesen Ressourcen wird auch die aP Environmental Ressources Management alimentiert.

Ausrichtung

Die Struktur und Funktion von Umweltsystemen wird in grossem Ausmass anthropogen beeinflusst. Das Verständnis der Wechselbeziehungen zwischen natürlichen und sozialen bzw. technischen Systemen liefert die Grundlage für das Design von „best policies" für eine nachhaltige Entwicklung. Die Professur analysiert, simuliert und evaluiert gesellschaftliche und politische Regelungssysteme unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von öffentlichen Akteuren und leitet daraus Handlungsoptionen ab. Zusammen mit der Professur UNS gestaltet sie die Lehre der BSc-Vertiefung Anthroposphäre und im darauf aufbauenden MSc Human Environment Systems. Auch für die BSc-Vertiefung Wald und Landschaft sowie für verschiedene Master-Studiengänge des D-UWIS (insbesondere Wald- und Landschaftsmanagement) ist diese Professur ein tragendes Element. Die disziplinäre Basis liegt im Bereich Sozialwissenschaften bzw. an der Stelle zwischen Natur- und Sozialwissenschaften. Die Fähigkeit, quantitativ-modellbildend zu arbeiten ist eine wesentliche Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit den mehrheitlich naturwissenschaftlich orientierten Professuren des D-UWIS.

 

Das Problem steckt hier, wie meist der Teufel, im Detail: Quantitativ - geht am Problem vorbei. Politik wie Motivation, s. Humanökologie, basieren vorwiegend auf Faktoren qualitativer Art. Die wichtigste Grundlage für gesellschaftliche Entwicklung ist die qualitative Soziologie, nicht quantitative Verfahren!

Betr. der Vorstellungen, was Soziologie zu sein hätte, s.
Optimale Gesellschaftsmodelle aus der Perspektive der Sozialwissenschaften

 

Kernkompetenzen

ß

Wir installieren, reparieren und konfigurieren Ihre Computer und Netzwerke

 

Wir bieten (ganze Schweiz):

  • Vollständige Netzwerkplanung und Installation ihres lan (local area networks: fast ethernet, gigabit ethernet) inklusive Server und peripheren Zusatzgeräten - durch einen zertifizierten und erfahrenen Fachmann.

  • Komplette kabellose Integration ihrer privaten oder betrieblichen Computer, Printer, Scanner

  • Netzwerkverbund über das Internet, inklusive Monitoring des Nutzerverhaltens (private Webnutzung von Angestellten)

Im Raum Zürich (Standort)

  • Unterstützung bei problematischen Upgrades und Installation peripherer Geräte

  • Fehlerchecks und Systemreparaturen bei Ihnen zu Hause

  • Transportdienst - wo "Einlieferung" nötig

Anfragen an: hewww@brainworker.ch

Qualitative und quantitative Analyse umweltrelevanter politischer Regelungssysteme.

ß Modellierung und Design politischer Massnahmen mit Bezug zu Umwelt, insbesondere zu Wald und Landschaft.

ß Entscheidungsforschung auf der Ebene von öffentlichen Institutionen und wirtschaftlichen Unternehmen (e.g. public-private entrepreneurship; public management/ governance).

ß Analyse, Simulation und Evaluation von politischen Entscheidungsprozessen (z.B. Multiagentenmodelle) auf verschiedenen Akteursebenen des öffentlichen und privaten Sektors.

ß Anwendung der Systemtheorie auf Netzwerke und Politikprogramme (Policies) der multifunktionalen und nachhaltigen Nutzung von Umweltressourcen.

ß Internationale Politik- und Akteursforschung mit Schwerpunkt nachhaltige Entwicklung, Umweltpolitik und nachhaltige Ressourcennutzung.

 

8 Natural Resources Management: Physical Resources/Renewable Resources (ab Oktober 2003)

Grundlage

ETH Planung D-FOWI 2001-2004 / 2004-2007. Positionspapier HES.

Ressourcen

Neu zu besetzende AP (ProfessorInnen Lohn ist von SL zu finanzieren).

Sonstige Ressourcen (aus Professur Schmithüsen):

ß Personal: 1-2 WA

ß Ordentlicher Kredit: 20 kFr.

Ausrichtung

Die Professur fördert das Verständnis für Ressourcenströme mit Schwerpunkt auf Umweltsystemen, die durch natürliche Prozesse dominiert werden (z.B. Energiegewinnung). Basierend auf der Quantifizierung von Ressourcenströmen (z.B. Energie, Holz, Biomasse, Wasser, Kapital etc.) und der Analyse der Ursachen dieser Dynamik werden Strategien für die Steuerung des Systems auf der regionalen, nationalen und internationalen Ebene entwickelt. Dies geschieht in enger Kooperation mit den Professuren des DPA Human Environment Systems und den naturwissenschaftlich und technisch ausgerichteten Professuren in den Bereichen „Wald und Landschaft", „Aquatische Systeme" und „Terrestrische Systeme". Die Professur deckt die Schnittstelle zwischen dem physischen und den verhaltens- bzw. politikbasierten Systemen ab.

Kernkompetenzen

ß Quantifizierung und Modellierung von Ressourcenströmen;

ß Analyse von Ressourcensystemen (Verhalten der Akteure, Ansprüche der Gesellschaft, Marktmechanismen);

ß Design von Steuerungsmechanismen auf unterschiedlicher Skala (regional, national, international)

 

Hier liegt ein weiterer Hase im Pfeffer, denn erstens lassen sich komplexe Systeme kaum steuern, zweitens handelt es sich bei Steuerung um politische Verfahren, deren Entscheide sich nicht wissenschaftlich determinieren lassen. s. Forstethik! ...

 

10 Biology of Infectious Diseases (Frühjahr 2005)

Grundlage

Planungspapier (IPA) Infectious disease.

Resourcen

Frei werdende Professur im Zeitraum 2004-2005. Ressourcen entsprechend einer ordentlichen Professur und nach Verhandlung mit dem

Präsidenten.

Kernkompetenzen

DPA

ß Biology of infectious diseases,

ß Evolution and characterization of new pathogens,

ß Strategies for the prevention (Vaccines) of individuals and the population,

ß Resistance to infection,

ß Evasion strategies of pathogens.

IPA

ß Infectious disease biology (as outlined in document),

ß Biotechnology,

ß Institute of Tropical Medicine, Basel,

ß Vaccination programs.

Lehre

Aufbau Fachvertiefung Health and Biological Environment und Masterstudiengang Infectious Disease.

 

11 Climate Physics and Climate Diagnostics

Im Fokus dieser Professur steht die Diagnose der globalen Klimavariabilität mit Zeitskalen von einigen Monaten bis Jahrhunderten, entweder unter Nutzung bestehender Datensätze (Reanalysedaten, Satellitendaten, Daten globaler Klimamodelle), und/oder durch Assimilation neuer Datensätze. Das Schwergewicht der Professur soll sich globalen Phänomenen widmen (z.B. El Nino in den Tropen, Nordatlantische Oszillation in den hohen Breiten, globale Klimaveränderung).

 

12 Environmental Physics of Terrestrial Systems

Schwerpunkt dieser Professur soll die Wechselwirkung zwischen Boden, Wasser und Pflanze darstellen. In diesem Bereich bestehen berechtigte Hoffnungen, dass neue quantitative Ansätze in verbesserte Kenntnisse und Beschreibungen der Austauschvorgänge an der Erdoberfläche münden.

13 Aquatic Physics

 

14 Integrated Land Use Modelling

Grundlage

Planungsunterlagen D-FOWI.

Ressourcen

AP im Zeitraum 2003-2007, allenfalls mit Tenure Track.

Ressourcen aus D-FOWI.

Kernkompetenzen

Integrated land use modeling is implementation-oriented with a strong theoretical scientific background. The main mission is to provide a solid, reliable and transparent basis upon which new and improved principles of land use can be built.

ß Gain an insight in and an understanding of the (intentional and unintentional) factors driving past and current land use patterns and evaluate these factors and patterns.

ß Develop both theoretical and problem-oriented solutions for the simulation, evaluation and optimization of spatio-temporal allocation of processes and resources.

ß Invent, design and implement new scientifically based approaches and methods for integrated land use planning.

ß Develop and maintain a platform for the testing of theoretical and practical approaches to land use planning and control.

Sustainable Land use: Integrated land use modeling will concentrate on real-world issues that are crucial for the further development of both land use patterns and land as a limited non-renewable resource. Key questions are:

ß How to use the available land base in order to maximize the benefit and/or minimize the negative impacts associated with the selected use patterns?

ß How to quantitatively assess and forecast the development of the available land base and the consequences of planned projects?

ß What are effective concepts to control land use patterns?

ß What are the limiting use intensities that do not degrade the land base?

Lehre

ß MSc "Wald- und Landschaftsmanagement"

ß MSc „Agricultural and Resource Economics"

 

 

15 Landscape Ecology

Grundlage

Planungspapier vom 27. August 2002 (verfasst von P. Edwards, O. Holdenrieder und T. Peter).

Ressourcen

1 aP + 1-2 Ass mit WSL (Beitrag ETH ist zu verhandeln). Aufgrund des Sparbeschlusses der SL sind auf Seiten des D-FOWI keine Ressourcen verfügbar.

Ausrichtung

Die Professur trägt zu einem quantitativen Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Mustern (Patterns) und Prozessen auf der Skalenebene Landschaft bei und liefert damit wichtige Grundlagen für die sinnvolle Steuerung der Landnutzung. Zentrale Themenbereiche sind die Auswirkungen von Umweltveränderungen auf die Leistungen von Landschaften, die zur Erhaltung der Biodiversität notwendige Verteilung einzelner Landschaftselemente in Raum und Zeit, die Dynamik dieser Elemente über lange Zeiträume und der spezifische Beitrag des Waldes im Kontext der Landschaft. Die Professur eröffnet attraktive Möglichkeiten der Zusammenarbeit und kann dabei auf die an der ETH vorhandenen Kompetenzen aufbauen (z.B. Geologie, Pedologie, Limnologie, Waldökologie, Klimatologie, Integrated Landuse Modelling, Geomatik und Computational Sciences). Sie stellt einen spezifischen Link zur WSL dar und ist ein zentrales Element im Master-Studiengang Wald- und Landschaftsmanagement.

Kernkompetenzen

ß Quantifizierung und räumlich explizite Simulation von relevanten Prozessen in der Landschaft,

ß Anwendung von GIS und geostatistischen Methoden für landschaftsökologische Fragestellungen,

ß Entwicklung von Strategien für ein grossräumiges Biodiversitätsmanagement.

 

16 Landscape Monitoring (ab April 2005)

Grundlage

Planungspapier vom 27. August 2002 (verfasst von P. Edwards, O. Holdenrieder und T. Peter).

Ressourcen

1 aP + 1-2 Ass mit WSL (Beitrag ETH ist zu verhandeln). Aufgrund des Sparbeschlusses der SL sind auf Seiten des D-FOWI keine Ressourcen verfügbar.

Ausrichtung

Die Landschaften Zentraleuropas unterliegen einem dramatischen Wandel, der durch Urbanisierung, Klimaänderung und veränderte Landnutzung bedingt ist. Die räumlichexplizite Quantifizierung der Veränderungen in der Landschaft ist die Voraussetzung für das Verständnis der zugrunde liegenden Prozesse, das Design von Management Massnahmen und die Evaluation von angewandten Regelmechanismen. Die Professur befasst sich mit der Erfassung von Landschaftsdaten unter besonderer Berücksichtigung der Vegetation auf verschiedenen Skalenebenen (Einzugsgebiet, nationaler und internationaler Level).

Kernkompetenzen

ß Integration von Monitortechniken über multiple Skalenbereiche.

ß Techniken zur Nutzung von Fernerkundungsdaten für das Management von Waldressourcen (z.B. Produktivität, C-Flux, Wasserhaushalt, 3-D Waldstruktur).

ß Bioindikation grossräumiger Umweltprobleme.

ß Erfassung von Wechselbeziehungen zwischen Landschaftsstruktur und Systemfunktionen wie Kohlenstoffkreislauf und Albedo.

 

Das hatten wir doch schon irgendwo ... > 6 Forest Ecology. Des weitern findet sich die räumliche Quantifizierung sowohl hier unter 16 - Landscape Monitoring, wie 15 - Landscape Ecology. Wie Sie sehn zeichnet sich hier ein ziemlicher Knatsch ab zwischen den zukünftigen Professoren, da macht es also nichts, wenn sich engagierte Praktiker und auch Laien auch noch einmischen, im Gegenteil. (Ausserdem schreibt man modelling mit zwei ll)

 

Was die unter 19 Thèmes de recherches [html] aufgelisteten 13 wichtigsten Gebiete forstlicher Forschung betrifft, so dürften diese mehr als umfassend abgedeckt sein. Anders allerdings sieht es aus mit:

Bedarf und Forderungen der Praxis

Wichtigste Kompetenzen des MSc Management of Forests and Natural Ressources. [Unvollständige Liste] - und Vergleich mit den konzeptionellen Vorschlägen der ETH:

 

Spezielle Fähigkeiten

Bereich

Kenntnisse und Fähigkeiten

Konzept ETH

Raum-und Ressourcennutzung

Inventarmethoden & -Systeme

Informationssysteme

Waldbewirtschaftung

Monitoring

Landschaftsmanagement

Die Inventarmethodik geht ein bisschen verloren zwischen 6 Forstökologie und 8 nat. res. Management.

Die andern Fächer scheinen ausreichend abgedeckt zu sein.

Volkswirtschaft

Nationale und regionale Volkswirtschaft

Sozio-ökonomische Mechanismen

Umweltrecht

Die Forstökonomie geht total verloren - obwohl der WAP-Prozess hier die grössten Probleme festgestellt hat! Nebst dem Forstingenieur geht hier also auch der Forstwirt flöten.

Die Forstökonomen sollen in Zollikofen ausgebildet werden, dessen Programm unter diesem Gesichtspunkt näher anzusehen ist, denn die bis anhin vorhandenen Unterlagen deuten ganz und gar nicht auf einen Schwerpunkt in Betriebswirtschaft, Holzmarkt und Marketing.

Holzfachleute für die Holzindustrie werden seit langem in Biel und Lausanne ausgebildet. Der Forstingenieur-Forstwirt -Landscape Manager ETH wird also in Sachen Wirtschaft noch mehr neben den Schuhen stehen als bis anhin.

Naturgefahren

Risikoschätzung, Kartographie

Abschätzung des Schutzpotentials von Wäldern

Waldbau in Schutzwäldern

Voraussetzungen für Risikobewertung und Kartographie sind bei den Forstingenieuren nicht (mehr) gegeben, wenn die Ausbildung in Statik und Dynamik von Boden, Wasser und Schnee fehlen.

Der Gebirgswaldbau müsste unter 5: Forest-Ecosystem-Management weitergeführt werden.

Umweltveränderungen

Ökologie

Grundzüge der Klimatologie

Mehr als ausreichend abgedeckt durch 6 und 11-16.

Ökosystempflege

Synökologie

Pflanzensoziologie

Waldbau

 

5 Forest Ecosystem Management

Naturräume und Erholung

Verständnis für Marketing

town forestry

fehlt total, obwohl prioritäre Notwendigkeit laut WAP

fehlt ebenso

 Erwartungen des Standes an die neue Ausbildung der Forst- und Naturwissenschaften an der ETH

Allgemeine Fähigkeiten

 

Bereich

Kenntnisse und Fähigkeiten

Nach Konzept ETH

Methoden

Systemorientierte Analyse der Probleme

ausgezeichnet

 

Interdisziplinäre Projektführung

Problem: Weder Projektierung noch Interdisziplinarität kommen in den Konzepten der ETH schon nur als Wort vor, geschweige denn als Konzept!

 

Multikriterien-Analyse

ausgezeichnet

 

 

 

Kommunikation

Gruppen leiten

Grosses Problem: Weder Betriebswirtschaft, Personalführung, Konfliktmanagement, Kommunikation noch Beratung kommen schon nur  ... etc. s.o. Und dies, obwohl 14 Studiengang-ETHZ: Wegleitung für das Studium der Forstwissenschaften 30. März 03 immer noch wie folgt lautet: Die Forstwirtschaft befindet sich an der Schnittstelle zwischen Umwelterhaltung und Produktion. Sie stellt die erneuerbare Ressource Holz in genügender Menge und Qualität bereit und gestaltet oder lenkt Ökosysteme so, dass diese auch die Bedürfnisse der Menschen nach sonstigen Waldleistungen (z. B. Natur, Erholung, Sicherheit, Trinkwasser, Jagd) nachhaltig erfüllen können.

 

Konflikte lösen

 

Beherrschung mündlicher und schriftlicher Kommunikation

 

Beratung

 

 

 

Planung

Projektleitung

s.o.

Insbesondere wird hier die Chance verpasst, sich wissenschaftlich mit Problemen langfristiger und nachhaltiger Planung auseinanderzusetzen und entsprechende Fachleute zu bilden.

 

Planungsmethodik

 

 

 

 

Innovation

Kreativitätstechnik

forget it, wäre ja Kunst und ein Anliegen der Wirtschaft.

 

 

 

Ökonomie

Ökonomie für Ingenieure

Öffentliche Wirtschaft und Mittel der Verwaltung

Noch grösseres Problem: Die neuen Landschaftsmanager sind Forscher, also nicht bloss keine Ingenieure, sondern auchkeine Betriebswirtschafter mehr! 


Der Vergleich mit: 25 Kernkompetenzen Wald. Ausrichtung der Fort- und Weiterbildung für ForstingenieurInnen 2003 - 2007. Von Andreas Bernasconi, Andrea Buchli, François Godi, Ulrich Hug, Miklós Irmay und Olivier Schneider, Im Auftrag der Eidg. Forstdirektion, BUWAL im Juli 2002. [63 S.] zeigt ebenfalls, dass diese Probleme von der Praxis längst erkannt und formuliert wurden, während sich die Wissenschaften aber ganz offensichtlich darum foutieren:

Erkannte Schwächen der forstlichen Ausbildung

Betriebswirtschaft

  • Fachkompetenz Betriebsorganisation: Heute schwach - bei hohen Bedürfnissen.

  • Neue Methoden und Instrumente der Betriebsführung, Kenntnisse und Fähigkeiten zu Organisation, Arbeitsmittel, -methoden, verfahren und – techniken

  • Organisationsgrundsätze, Investitionsrechnung, Methoden der Motivation und Personalförderung, kaufmännische Grundsätze, Buchführung, Rapportwesen, Betriebsbuchhaltung, Führungsmethoden, Vertragsrecht, Arbeitsrecht

  • Instrumente der Betriebsführung, der Buchhaltung und des Managements.

  • Marktkenntnis insbesondere auch für die Nichtholz-Produkte der Waldbewirtschaftung, Methoden des Marketing und und Lobbying, Kenntnisse über die nachgelagerten Branchen und über die quasi-Märkte der öffentlichen Nachfrage

  • Analysetools zur Durchführung von Produktionsprozessanalysen innerhalb von Produktionsketten (wirtschaftlicher, technischer Art). Kenntnisse quantitativer Methoden (Operations Research).

  • Holzmarktanalysen und Holzmarktprognosen, Akteure

  • PR und Marketingstrategien im Bereich Umwelt / Ressourcennutzung im allgemeinen, sowie Produktemarketing im speziellen.

  • Berechnungsmethoden und – instrumente, Verständnis von natürlichen Systemen, Risikosicht („von der Gefahrenabwehr zur Risikokultur“)

  • Kenntnisse und Fähigkeiten innovativ und kreativ vorzugehen.

Interdisziplinäres

  • Vernetzung zwischen den einzelnen ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten

  • Globale und regionale Nachhaltigkeitskonzepte und -strategien.

  • Connaissances scientifiques de base sur les cycles du carbone et de l’eau, sur la gestion et l’aménagement du stockage de carbone (sylviculture des puits de carbone) et sur la gestion de l’eau potable par les massifs forestiers, sur les effets des dépositions atmosphériques.

  • Prognosetechniken, Szenarioanalysetechniken, Kennzahlensysteme

  • Umgang und Aufbau von Indikatorensystemen zwecks Planungskontrolle (Controllingsystem)

  • Méthodologie de la recherche scientifique. Nouvelles technologies

  • Zusammenhänge zwischen Waldzustand und Waldschutzwirkung, ingenieurbiologische Detailkenntnisse

Naturwissenschaften

  • Connaissance de la flore.

  • Connaissance de la faune.

  • Modélisation. Facteurs stationnels (en particulier pédologie)

  • Modélisation. Monitoring. Management des écosystemes.

  • Mathématiques, Statistique, Modélisation, Informatique / Grundlagen zum Aufbau und Unterhalt von Informationssystemen

  • Bases et principes d’une étude de faisabilité. Bases et principes de la conduite de projet (project management). Bases et principes du monitoring et de la démarche d’assurance-qualité.

  • Connaissance de la dynamique naturelle des milieux.

  • Neue Methoden der Waldinventarisierung, Methoden der Landschaftsinventarisierung, Verknüpfung von quantitativen und qualitativen Methoden, Kenntnisse über Indikatorensysteme bei verwandten Disziplinen

  • Methoden und Instrumente von Monitoring und Erfolgskontrolle, verschiedene statistische Analysemethoden und -instrumente

Landschaftsgestaltung und Ästhetik

  • Stadtwaldbau, Baumchirurgie, Analysemethoden zur Bestimmung der Gesundheit eines Einzelbaumes.

  • Grundlagen und Prinzipien eines modernen ästhetischen Waldbaus

Kommunikation, Marketing, social marketing, Konfliktmanagement

  • Kommunikations-, PR- und Marketingstrategien im Bereich Umwelt / Ressourcennutzung, umweltfreundlicher Produktion. Methoden und Instrument moderner Berichterstattung / Kenntnisse, Methoden und Techniken der kompetenten, professionellen Information. Communication - Journalisme, travail avec les médias.

  • Techniques de la communication. Réseau d’information. Techniques de recherche d’information.

  • Pédagogie générale. Pédagogie active en forêt [Kommenar des Webmasters: Es fragt sich hier, ob die Waldpädagogik nicht etwas überschätzt wird, und man hier vielleicht besser von social marketing reden sollte, worauf auch die nächste Bildungslücke ziehlt: Organisation et réalisation d’animation en forêt. Waldpädagik ist eine gute Sache. Sie nutzt das modernste und erfolgreichste pädagogische Konzepte, die Erlebnispädagogik. Durch Bildung alleine lässt sich aber nicht viel ändern, denn bilden lassen sich eh nur Bildungswillige und Bildungsfähige. Nebst unterhaltungsbasierten sind auch Konzepte der Verantwortung zu schaffen und zu nutzen, also eine verlässliche Waldethik]

  • Kenntnisse über bestehende Grundlagen, Befragungstechniken, qualitative Methoden der Sozialforschung, Kenntnisse und Erfahrungen zum rechtlichen Handlungsspielraum im Zusammenhang mit der Schaffung von besonderen Freizeitangeboten im Wald (vgl. hierzu auch die Kernkompetenz ‚Waldpädagoge’), Koordination mit Aktivitäten im Bereich der Meinungsforschung

  • Lobbying-Strategien

  • grundlegende, aktuelle Labelkenntnisse (FSC, ISO 9001, 14001, etc.)

  • Methoden des konstruktiven Konfliktmanagements.

Rechts- und Wirtschaftswissenschaften

  • Connaissances juridiques

  • Economie internationale

  • Droit international

Wie in 32. Réflexion COMAC (Commission d'accompagnement AR-WSL, voir http://wslar.epfl.ch/rubrique/year2000/Rubr1100.html)/ situation EPF, 19.02.03 [word] erwähnt, währen allerdings nicht nur Kenntnisse der "traditionellen" Wirtschaft nötig, sondern eine spezielle Ökonomie gemeinschaftlich genutzter und bestellter Ressourcen. Hier verpasst die ETH eigentlich eine grosse Chance zur Entwicklung einer dringendst nötigen Form der Oekonomie: 

Malgré les « nouvelles » théories économiques qui demandent l’internalisation des coûts externes, le domaine de la gestion de l’environnement reste quasiment l’exclusivité des collectivités publiques et ne trouve pas la place qu’il mérite dans les grands processus économiques mondiaux, qui sont mus pas les principes de l’économie privée. Par exemple, la gestion du paysage en milieu périurbain (Raumordnung), bien que faisant partie des priorités, n’a que peu de chances de trouver des financements privés. .

In Anbetracht dieser Missverhältnisses läuft in dieser Diskussion zwischen Praxis und Theorie offenbar mehr schief, als eh schon zu ahnen war. Trotz über 10-jährigem Engagement vieler Mitarbeiter stimmt der Kommentar unter Die Resultate der zwei Waldgipfel leider immer noch, denn die vom WAP übernommenen Empfehlungen der ETH weisen enorme Defizite auf:

Etwas flau sind die Empfehlungen zur Bildung,

die eigentlich bloss die Empfehlungen der ETH, Fachhochschulen und Försterschulen aufnehmen.

Hier ist noch einiges mehr an Denkarbeit nötig.

Martin Herzog, Dipl. Forsting.ETH, WEBDESIGN für Wissensanbieter, Rheinfelden, 22. Sept. 03