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Brainworker's BLOG-Archiv:           Beiträge bis Ende 2006            [Blog 2007] [Blog 2008]

                

31.12.06: Der letzte Beitrag des Jahres 2006 handelt interessanterweise von der Normalität: Was hiesse es eigentlich, ein "normaler" Mensch zu sein? Die Frage wurde in keinem der vielen Bücher die ich in den letzten Monaten zu Psychologie und Sozialpsychologie gelesen habe, beantwortet. Nur die Krankheit scheint von Interesse. Der Beitrag war nicht geplant, die Idee kam einfach so vorbei, wie die meisten hier, entspringt aber natürlich ebenfalls einer persönlichen Betroffenheit: Die Wirtschaft findet offenbar, was ich hier tue, sei kein Geld wert, ich sei ein verquerter Aussenseiter, also "nicht normal" - was natürlich auf Gegenseitigkeit beruht, denn ich finde, die Wirtschaft sei nicht normal, was sich ja mit Leichtigkeit belegen lässt. Nichtsdestoweniger ergeben sich die "guten Vorsätze" für das nächste Jahr natürlich daraus von selbst: Eine bessere, d.h. ertragreichere Integration suchen - ohne sich dem dazu notwendigen Wahn, der "multiplen Schizophrenie" (sinnloser und falsch verwendeter, falsch veränderter, falsch umgeformter psychologischer Fachbegriff ... der vermutlich generell aber so "falsch" verstanden wird.)  in die einen das erforderliche Multi-Rollenspiel treibt, hinzugeben.

25.12.06: Die Rationalisierung der österreichischen Landwirtschaft zeigt deutlich, dass eine "wirtschaftlich erfolgreiche Kultur" nicht unbedingt eine freiheitliche Kultur ist. Im Gegenteil. Erst nachdem die Nazis die eigensinnigen Bauern dressiert hatten, konnte der Marshallplan sie auf wirtschaftliche Effizienz trimmen. Die bisher - für den Staat unberechenbar, unkalkulierbar arbeitenden Bauern sollten für die ökonomischen Erfordernisse des NS-Staates umfunktioniert, berechenbar, kalkulierbar gemacht werden. Bevor man also die wirtschaftlich erfolgreichen Kulturen so lobt wie es z.B. Kohlhammer tut, sollte man sich vielleicht mit Foucault beschäftigen, der gezeigt hat, dass dieser Erfolg auf Macht und Dressur zur Nützlichkeit und Produktivität beruht. Dieser Begriff von "Kultur" ist also ein enorm beschränkter, der zudem praktisch allen herrschenden Ideen über Kultur widerspricht. Wenn also heute manch einer einen "Krieg der Kulturen" für nötig erachtet, so sollte sich dieser vielleicht doch weniger gegen den Islam richten, sondern auf eine Entamerikanisierung unserer Einstellungen, die uns die Nazis und in deren Folge, unter erfolgreicher Nutzung der disziplinierenden Vorarbeit der Nazis, der Marshall-Plan eingebläut haben.

24.12.06: Weihnachtsgedanken anhand der Landwirtschafts- und Forstgeschichte Österreichs:

Die Analyse der land- und forstwirtschaftlichen Entwicklung Österreichs im 20. JH. ergeben leider:

Weder die Armut der Einen, noch der Reichtum der anderen, führen offenbar zu irgend was, das man als "gute Ordnung" bezeichnen könnte.

Das Standartrezept - Noch mehr Arbeiten für noch weniger Lohn - ist wenig tauglich, was bei Überproduktion ja eigentlich jedem Trottel verständlich sein sollte. Dummerweise sind hier die Bauern nicht die Lösung, sondern der Ursprung des Problems. Ihr dumpfer, unreflektierter Arbeitswille, ihre (meist erzwungene) Unterwürfigkeit unter die Herrschaft des Zinses, bildet die Basis der Industrie- und Arbeitergesellschaft, formt aber auch das Kleingewerbe, und damit die Auftragnehmer der neuen Feudalisten, der global agierenden Grossunternehmen und Kapitalhändler.

Das Ordnungsmodell "Wettbewerb" führt zu noch mehr Ungleichheit und zur Herrschaft des Kapitals, also nicht zu mehr Wohlstand, der eigentlich nicht bloss ein Mass für Gut-Haben sein dürfte, sondern ein Mass für Wohl-Sein. Der Gegenwärtige allgegenwärtige Trend zu immer schneller immer mehr ist bloss noch Zwang und beengt das erfüllte Leben:

Je besser die Bedingungen für ein erfülltes Leben, desto höher die Lebensqualität

Interessant wäre, gerade an Weihnachten, die Idee, das christliche Prinzip der Nächsten-Liebe als Ordnungsprinzip zu erwägen. Interessant insbesondere darum, weil die Liebe eigentlich bedingungslos ist, sich keiner Ordnung unterwirft, sondern, präzise wie der Mensch, nur in Freiheit gedeiht. ... aber... das war einmal ... denn heute reagieren wohl die meisten, sogar an Weihnachten, mit einem Grinsen auf eine solche Idee, denn, die Realität sieht anders aus:

18.12.06: Apropos Weihnachten ... irgendwie hab ich den Endruck, dass diese Weihnachten recht seltsam sind. Die Medien kümmert nichts als Umsatzzahlen (Gott sei Dank hoch dank enormer Boni der Banker, zumindest in Zürich). Noch seltsamer die seltsamen Filme die im Fernsehen grassieren. Ich beobachte seit Jahren, dass bereits im Oktober und November die Wiederholungen zunehmen, alte, billige, lausige Filme gezeigt werden - vermutlich um im Dezember ein grösseres Budget zu haben für besondere Filme. Dieses Jahr allerdings hat die eh schon bedenkliche Qualität richtigerweise im Oktober abzunehmen begonnen, sich aber bis heute nicht erholt. Es grassieren immer noch Halloween, Geistergeschichten, Krimis, dämliche Shows .... vorwiegend Schrott. Ist Weihnachten klammheimlich gestorben? Oder wurde es einfach von der Wirtschaft übernommen? Ist Weihnachten nur noch Shopping-Event? Nichsdestoweniger wüscht Ihnen ihr Brainworker:

Frohe Weihnachten und es guets Neuis

p.s. Warum es Weihnachten trotzdem noch gibt [pps, 343 kb]]

14.12.06: Da in "Der befreite Bauer", wie schon 4 Jahre zuvor anlässlich der versuchten Neoliberalisierung der Forstwirtschaft, wieder mal die Österreicher herhalten müssen als positives Beispiel, was da so möglich sei, musste ich die Situation bei unserm Nachbarn mal im Detail ansehen. ...über 3000 Seiten Literaturstudium ... , also erst mal ein erster Überblick:

    Österreich: [Landwirtschaft - Forstwirtschaft - Tourismus]: Landesstrukturen, Geschichte und die Entwicklung der Wirtschaft

1. Resultat:

Es besteht absolut kein Grund, irgendwie auf die österreichischen Bauern und Forstwirte neidisch zu sein wegen ihrer Wettbewerbsfähigkeit, denn sie erhalten für ihre Anstrengungen auch bloss den halben Lohn.

5.12.06: Hans Rentsch: Der befreite Bauer. avenir suisse: Mit Vollgas zurück ins 19 JH ... oder besser gleich ins feudalistische Mittelalter.

3.12.06:  Die wirtschaftlichen Veränderungen in Österreich seit dem Beitritt zur EU: Der "Dank" der Restrukturierung: Mehr Arbeit, wenige Lohn ... dafür "wettbewerbsfähig"

26.11.06:  Sozialpsychologie: Gruppenstrukturen, Gruppenmodelle, soziales Lernen, Gruppendynamik, Gruppentherapie.

Gruppe ist die Grundform unseres Lebens.
Rollen sind - ähnlich wie Normen -
                Erwartungen der Gruppe an das Verhalten des einzelnen.
Die Rolle macht das Individuum jedoch zu einem Rädchen, einem Schauspieler, oder zu einem Komplex multipler Schizophrenität, denn sie ersetzen die innere Einheit der Persönlichkeit, durch äussere Erwartungen an äusserst widersprüchliche Funktionalitäten.

23.11.06:Wirtschafts-Logik, Meldungen des Tages: Hallelujja! der grösste Geldsegen aller Zeiten. Aktionäre -Dividenden wie noch nie - so profitieren auch Sie. ... Kürzung des Umwandlungssatzes bei Renten. - 10% - Rentenklau!

19.11.06: Mobbing: Psychoterror und Hinterlist als Taktik des Ausschlusses aus Betrieb, oft gar aus Erwerbsleben.

Die wichtigste Erkenntnis aus der Erfahrung des Mobbing aber ist, dass es dafür keine Lösung gibt, solange Wettbewerb als leitendes Prinzip in Wirtschaft und Gesellschaft gilt.  Ursache der Existenzangst ist NICHT das Mobbing, sondern der dahinter stehende Wettbewerb um die schiere Existenz, ums Überleben. 

Wettbewerb muss wieder reduziert werden auf das, was es ist: Ein wichtiges, ja unentbehrliches Mittel, den Fortschritt (die Evolution) zu lenken - nicht aber deren Ziel und dominierender Inhalt.

Eigentliches Ziel der Wirtschaft muss wieder das werden, was einmal war: Das gute Leben, in einer guten Ordnung, der Genuss, in Vielfalt - als Lebensqualität durch Pluralität der Lebensstile - - also gerade nicht das was Wettbewerb um Effizienz und Mobbing fördern: Anpassung an Mehrheit, an Macht, an fremd gesetzte Ziele und Werte.

Mobbing, die Sprache des Hasses, kann nicht (nur) durch freundliche Worte, sondern auch durch die Sprache des Eros, die Sprache der Musik und des Geschmacks und die Priorität des Genusses (3) überwunden werden.

Forderung:

Wir wollen Arbeit die das Leben erfüllt statt aushöhlt!

16.11.06:  Denken in der pluralistischen Postmoderne: Analyse durch Synthese: Der Denkprozess und seine konstituierenden Elemente

14.11.06: Vorschlag für eine problem-lösende statt problem-verursachende Subventionierung von Nahrungsmitteln:

Gemüse und Obst für die Gesundheit - statt Pharma

Laut Caritas gibt es in der Schweiz rund 1 Million Arme. Diese verfügen also über ein Budget, das in etwa dem Existenzminimum entspricht, oft weniger, manchmal etwas mehr. Sehen Sie sich mal so ein Budget an und überlegen Sie sich, auch wenn Sie (zur Zeit noch) nicht selbst davon betroffen sind, welche Art Nahrungsmittel Sie sich selbst damit leisten würden. Standard ist  Reis, Nudeln, Speck, billiger "entvitaminisierter" Fleischwurst, Zwiebeln & Knoblauch, Bohnen, Käse, Brot, Butter, Milch, Tee und Kaffee ... und Gewürze - leider aber keine frischen Kräuter - obwohl gerade diese eigentlich meist Heilmittel währen, also auch für die Gesundheit präventive Wirkung hätten. Obst und Gemüse fällt flach, da ein Pfund billige Wurst oder Käse nun eben doch einiges mehr abgibt als ein Pfund Obst oder Gemüse, das schon bald gleichviel kostet.

Den Armen wird also das Leben verkürzt
durch die beschränkte Auswahl an zahlbaren gesunden Nahrungsmitteln!

Wie jedes Problem birgt aber auch dieses einige Chancen:

  1. Die Bauern gehören ja mit zu den Ärmsten. Sie müssen mit enormen Subventionen über Wasser gehalten werden - aber, der grösste Teil der Subventionen geht an die Verarbeiter, damit sie billig exportieren können, kommt also den Bauern gar nicht zu gute - und der Steuerzahler erhält auch wenig für seine Leistungen.

  2. Übergewicht ist, im wahrsten Sinne des Wortes, ein gewichtiges Problem, insbesondere da es immer weitere Kreise bereits der Jugendlichen erfasst.

    Übergewicht betrifft vor allem Arme, also die unteren sozialen Schichten. Wenn Sie sich obiges "Diätprogramm" ansehen, verstehen Sie sofort, warum dem so ist - und warum das auch so bleibt, trotz tausend Empfehlungen mehr Gemüse und Obst zu Essen an Schule, Fernsehen und in allen andern Medien.

  3. Durch Subventionen verbilligte Nahrungsmittel die in den Export gehen, ruinieren die Existenz noch ärmerer Bauern in der 3. Welt.

Nun ist es für tiefe Einkommen ja seit längerem möglich, sich einen Teil der Krankenkassenkosten erstatten zu lassen. Es gäbe aber bessere Möglichkeiten! Warum nicht die Krankheit im Keime ersticken, insbesondere diejenigen, die durch Fehlernährung entstehen?

Vorschlag:

Diejenigen Bevölkerungsschichten, die sich frisches Gemüse und Obst (von Frischfleisch * gar nicht zu reden, bei den Preisen ...) schlichtweg nicht leisten können, erhalten vergünstigte Bezugsberechtigungen / Gutscheine, die sie an lokalen Märkten oder bei ihren lokalen Bauern einlösen können. Damit wären nicht nur zwei Fliegen auf einen Schlag getroffen, sondern gleich 3:

  1. die Bauern (zumindest Gemüse und Obst-Klein-Bauern) hätten ihre Existenzberechtigung nicht nur in Worten sondern auch in Geld zugesprochen,

  2. und die Armen können es sich überhaupt erst leisten, vernünftig und gesund zu essen.

  3. Die Landwirtschaft müsste nicht mit subventionierten Billigangeboten die Weltmärkte überschwemmen und damit Landwirte in der Dritten Welt, die noch ärger dran sind, in den Ruin treiben

* Eine solche Idee scheint aufs Erste bloss Vegetarier anzusprechen. Dem ist aber nicht so. Wie die Skandale in Deutschland betr. Gammelfleisch zeigen, hat hier "billig" als Strategie schon beträchtliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Auch wenn man nicht soooo weit geht, vergammeltes Fleisch anzubieten, haben Billigwürste doch auch ihre "Nebenwirkungen".

11.11.06: Apropos CVP

Streik ist schlecht. Streik ist keine Lösung. Streik verursacht allen Beteiligten mehr Kosten als Nutzen. Streik gefährdet den Arbeitsfrieden, ist also Krieg. ... Nun gut, das stimmt alles ... allerdings wurde der Krieg längst erklärt: Jeder Arbeitslose ist eine Kriegserklärung des Kapitals gegen die Arbeitnehmer, jeder Ausgesteuerte ist ein Verwundeter auf dem Schlachtfeld der Wirtschaft, jeder "Invalide" ist eine Leiche des Wirtschaftskrieges. Der Krieg ist schon lang im Gange ... bloss hat bisher immer nur eine Seite geschossen.

5.11.06: Beziehungslehre: Ich und Du - Wir - die Andern - der Andere. Ein Panoptikum zum schwierigsten Problem der Menschen, der Beziehung des freien Individuums a) zum andern Geschlecht, dem ersten Anderen, zu dem uns die Erotik hinzieht, wozu aber die Beherrschung der Sprache der Gefühle nötig ist, b) zu den Andern als Individuen, wodurch Ethik und Verantwortung begründet werden, c) zu Masse und Dingen, insbesondere Geld: die Verquickung und Vermarktung von Bedürfnis und Begehren, d) zu dem Andern, zu Gott, der Unendlichkeit - Quelle aller Inspiration und Vielfalt, also der grössten Freiheit.

Dies ist die Definition der Freiheit:

sich trotz aller Beziehungen mit dem Anderen gegen das Andere halten,

die Autarkie eines Ichs sichern.

2. 11.06: Die Verarschung der Arbeitnehmer wurde bereits am 10.9. hier kritisiert. Inzwischen äussert sich Arbeitgebervertreter Thomas Daum mit rhetorisch verknoteter Eristik (: die Kunst, Unsinn zu erzählen, ohne dass andere es merken) wie folgt: Man kann nicht aus der Quote des Wirtschaftswachstums eins zu eins die Quote der Lohnerhöhung ableiten. Man muss immer berücksichtigen, dass ein Teil der Produktivitätsfortschritts an den Kunden geht.  Nein, im Gegenteil scheint es dem Herren und seinen Hintermännern offenbar angebrachter, im Zeichen des zunehmenden Wettbewerbes lieber die Löhne zu kürzen (ausser bei Verwaltungsräten und Managern natürlich): Wenn es notwendig ist, könnte das heissen, die Arbeitszeit zu erhöhen. Das sei sinnvoller als den Lohn zu kürzen. [Handelszeitung,  Nr  44, 1.-7. Nov. 06 S. 1, 7]

Der rot eingefärbte Satz ist ein klassisches Beispiel für die eristische Nutzung der Homonymie,. Man ersetzt ein Wort durch ein anderes, dem man (fälschlicherweise), die selbe Bedeutung zuschreibt, was in der Ökonomie einfach ist, da eh die wenigsten wissen, wie die Begriffe präzise definiert sind. Hier wird also flugs Wirtschaftswachstum durch Produktivitätsfortschritt ersetzt - und dann mit dem weiterargumentiert. Was Produktivitätsfortschritt betrifft, so hat der "gute" Daum ja recht, denn der wird normalerweise dazu verwendet, Güter günstiger anzubieten, also grössere Marktanteile zu erobern. Er kommt so weitgehend dem Kunden zu gute. Deshalb führt 1% Prozent an Produktivitätsfortschritt bloss zu 1/4% Lohnerhöhung! Wo allerdings trotz dieser günstigeren Produktion mehr verkauft werden kann, erst da entsteht Wirtschaftswachstum! Wirtschaftswachstum heisst, es wurde mehr verkauft, mehr eingekauft, mehr Umsatz und Gewinne gemacht - nicht bloss mehr produziert für weniger Geld! Es handelt sich also um klassischen Beschiss über Rhetorik. Dies gleich doppelt, da immer grössere Teile der Wertsteigerung über den Finanzmarkt erzielt werden, als Kapitalgewinne nicht versteuert werden - und so in der Statistik gar nicht aufscheinen. Daher die grosse Differenz zwischen der Entwicklung des smi z.B. und der Löhne!

Die Irreführung geht aber noch weiter. Der Arbeitsfriede, wen wundert's, scheint Daum heilig und unverzichtbar: Wir müssen vor den Risiken warnen. Ein kleines Land wie die Schweiz, ein Land, das nach aussen geöffnet ist, das abhängig ist von Exporten, kann sich Arbeitskämpfe weniger leisten als grosse Volkswirtschaften. Diejenigen, die salopp über Streiks reden, sollten die Wirtschaftsgeschichte der Schweiz konsultieren und schauen, wann wir Erfolg hatten, wann nicht. Wann ist es den Leuten gut gegangen, wann ging es ihnen weniger gut. Dann werden sie schon sehen, dass der Arbeitsfriede kennzeichnend ist für die Erfolgsperioden.

Auch dies ein klassischer Kunstgriff der Rhetorik: Das Vertauschen von Ursache und Wirkung. Es ist klar, dass in Zeiten florierender Wirtschaft, zu denen die Arbeitgeber einen gerechten Anteil an den Gewinnen nicht verweigern konnten, weil sie auf die Arbeitskräfte angewiesen waren, die Arbeitskämpfe überflüssig waren. Heute ist die Situation aber anders. Die Arbeitskräfte werden seit 1990 systematisch über den Tisch gezogen oder gleich aus dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Diese 15 Jahre Friede haben ihnen nichts gebracht, sondern der Arbeitsfriede wurde von den Kapitalvermehrern zu ihren Gunsten einseitig ausgenutzt. Wenn den Arbeitgebern der Arbeitsfriede soooo wichtig ist, dann sollen sie eben dafür sorgen, dass auch die Wirtschaft eine friedliche und gerechte ist, die niemandem einen Kampf aufzwingt.

Die Graphik rechts [Handelszeitung Nr. 44: Die Börse ist der Zeit voraus. 1.-7. Nov. 06 S. 31], zeigt deutlich, wie dringend die Lage ist für Lohnforderungen. Bereits in 1/2 Jahr befindet sich der Konjunkturzyklus der Schweiz wieder im Abschwung - und raten Sie mal, was Sie da als Antwort kriegen, wenn Sie mehr Lohn verlangen: Wollen Siee uns ruinieren? Sollen wir den Laden zumachen. Etc.etc. Da wird von den Arbeitnehmern sofort wieder Zurückhaltung gefordert, während die Manager und Verwaltungsräte vermutlich noch mehr fordern werden, weil, ja eben, die Bedingungen härter geworden sind.

 

25.10.06:  apropos Zottel -

Zufall oder Ironie des Schicksals, dass sich die SVP ausgerechnet die Ziege als Totemtier aussucht, sich also

a) heidnischer Symbolik bedient und

b) präzise das Tier auswählt, das für

  • den Teufel steht,
  • den Bockshörnigen,
  • den Bocksfüssigen,
  • den Diablos (der die Kugeln/Würfel, also die göttliche Ordnung durcheinander wirft)

 

22.10.06  Neoliberalismus nutzt faschistoide Strukturen und Methoden:

Wettbewerb um Lehrstellen, Wettbewerb um Arbeitsplätze, sind ein Wettbewerb um die nackte Existenz - also Krieg.  
 

Während dem aber Adolf Schicklgruber, der grosse Führer, noch fragte (wenn auch eher rhetorisch), ob man denn nun den wolle, den totalen Krieg,  ist Wettbewerb heute ein Diktat, dem die Kleinen unterworfen werden, während sich die Grossen ihm über Monopole entziehen. Auch in andern Belangen hat unsere Zeit weit mehr Verwandtschaft mit Nationalsozialismus als mit irgend was "Liberalem". Haben Sie "Schindlers List" gesehen? Worum ging's bei der Triage, der Selektion der Juden?
Arbeitsfähige kommen in die Fabrik - die andern in die Gaskammer! ...
Kriegswichtige Arbeitskräfte überleben - die andern sind überflüssig.
...
Da müssen wir nur eine winzig kleine Änderung einfügen, und wir haben präzise die heutige Situation:

Wirtschaftskriegswichtige (für den Wettbewerb entscheidende) Arbeitskräfte überleben - die andern sind überflüssig.

20.10.06: Netzwerke als hinter-listiges Selektions- und Herrschafts-Mittel: Die hegemoniale Vorherrschaft des neoliberalen Markt-Totalitarismus

Die neoliberale Art zu denken ist inzwischen so "normal" geworden, dass es nicht mal mehr der SP auffällt, dass sie auf der falschen Seite steht, wenn sie die Sprache und Werte der totalitären Marktherrschaft übernimmt.
Neoliberalismus ist zur führenden Ideologie geworden, obwohl er seit 1990 einen Absturz nach dem andern produziert und sein Konzept mehr als absurd ist.

Seine Herrschaft beruht auf Populismus, der sich nicht offen der Kritik aussetzt, sondern über Netzwerke der Elite verbreitet wird, allerdings einer Elite, die sich nicht durch Geist, sondern durch Geld definiert, denn die neoliberale Theorie ist von einer Dämlichkeit, die schmerzt. Das zeigt sich insbesondere am neoliberalen Freiheitsbegriff:

Eine Freiheit die auf der "Ausstattung mit Ressourcen" basiert, ist vergleichbar einem Tournier, bei dem die Bewaffnung auch nur davon abhängt, welche Waffen sich der einzelne Kämpfer leisten kann. Da tritt also der Faustkämpfer gegen den Schwertkämpfer, der Schwertkämpfer gegen die Pistole, die Pistole gegen die Kanone, und die Kanone gegen die Atombombe an - und all das ist, laut neoliberalem Kanon nicht bloss "gerecht" sondern führt auch automatisch zu optimaler Versorgung der Bevölkerung mit Gütern, zu Nachhaltigkeit, zu Demokratie, und natürlich zu mehr Freiheit.

Die grösste Waffe = die grösste Freiheit. Nordkorea hat also recht!

Die Grundlagen des Neoliberalismus sind staatsfeindlich, verfassungsfeindlich, asozial, gesellschaftszerstörend, ja tödlich. Neoliberale wären also gerechterweise vom Gesetz gleich zu behandeln wie Terroristen.

14.10.06: Die Sozialphilosophie von Martin Buber: Das WIR entsteht nur, wo Du gesprochen werden kann und eine Mitte vorhanden ist.

Der Sozialstaat ist nicht mehr finanzierbar, Eigenverantwortung, es gibt keine Gesellschaft ... Das Grundproblem der Gegenwart scheint sich relativ leicht zu fassen als Problem mit dem WIR. Es gibt offenbar nur noch ein ICH, kein WIR ... obwohl gerade die Wirtschaft das selbst widerlegt: Jeder und jede ist eingespannt in eine betriebliche Ordnung, die ihm/ihr ein künstliches, bürokratisches WIR aufoktroyiert, meist sozialethisch verbrämt als Teamfähigkeit. Es handelt sich dabei aber nicht um ein WIR das aus individuellen ICHs entsteht, die zueinander DU sagen, d.h. einander an-erkennen, sondern als Bündelung einander fremder, versachlichter, benutzter ESse, die verwertet und vermarktet werden. Die einfache Frage: Wer konstituiert das WIR, hilft in den meisten Fällen fundamentale Probleme und Missverständnisse zu klären. (s. Sozialarbeit)..

8.10.06: Eine kleine Analyse der zahlreichen Finanzkrisen Ende des letzten Jahrhunderts zeigt, dass z.B. in der Türkei die Reallöhne zwischen 1980 und 88 um 40% sanken und die Lohnquote von 27.5% auf 17%  fiel. Das schwächte den Inlandkonsum ... und erleichterte den Export, ist also präzise das, was das neoliberale Modell fordert: Exportorientierung statt Binnenmarktorientierung! Dieses kurze Sätzchen drückt das aus, was eigentlich die Basis der meisten unserer gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Probleme ist. Oekonomen und Politiker streiten sich, zumindest die intelligenteren darunter, ob nun die Angebotstheorie (Liberalismus) oder die Nachfragetheorie (Soziale Marktwirtschaft, Keynes) Ursache oder Lösung des Problems sei.

Auch dieser, bereits relativ komplexe Ansatz, der eigentlich nur noch wenigen Spezialisten verständlich ist, ist aber eine Vereinfachung, die in die Irre führt, denn das eigentliche Problem des Neoliberalismus besteht ja offensichtlich darin, dass er das WIR exklusiv definiert:

Das neue WIR dieser Wirtschaftsform ist weder das nationale, schon gar nicht das kulturelle oder gar "völkische" WIR, sondern einzig und allein das WIR derjenigen, die für ein spezifisches Angebots<>Konsum-Netzwerk von Interesse sind, womit Says Gesetz, dass jedes Angebot sich seine Nachfrage selbst schafft, eben unterlaufen wird. Die "exklusiven" Netze erlauben es, Löhne zu zahlen, die keinen Konsum erlauben, da man sich die ausreichend wohlhabenden Konsumenten woanders sucht - und damit auch gleich den Urvater des Liberalismus, Adam Smith, in die Ecke stellt:

Da diese Netzwerke für eine hoch spezialisierte Wirtschaft meistens zu klein sind, wenn sie sich auf die Nation beschränken, ist die globale Ausdehnung unumgänglich. Bei der Umwandlung der Flächenwirtschaft in eine Netzwerkwirtschaft gibt es aber logischerweise, präzise wie Thatcher sagte, keine Gemeinschaft mehr die sich an irgendwelchen geographischen Flächen orientiert.

Und hier ent- und besteht das Hauptproblem der Netzwerke: Diese lassen sich rein betriebswirtschaftlich organisieren - während für das Management der Fläche eben die Volkswirtschaft zum Zuge kommen sollte, die sich keine Löcher leisten kann - die Löcher in den Netzen aber den grössten Raum einnehmen! Wir können dieses Problem in der Praxis genauer besehen, nämlich anhand der Probleme einen flächendeckenden Dienst der Post-, Telecom-, Gesundheits-, Bildungs-, und anderer Netze zu gewährleisten ... ohne Löcher. Betriebswirtschaftlich sind es eben genau die Löcher, die Kosten sparen - Volkswirtschaftlich sind es aber genau die selben Löcher, die dann Kosten verursachen. [s. z.B. Der Sozialstaat - und seine Kosten.]

Unangenehme "Nebenwirkung": Was mit den Menschen passiert, die aus den profitablen Netzwerken entfernt wurden oder zu Löhnen arbeiten, die nicht mal mehr das Existenzminimum decken, ist kein Problem, für das die verursachenden exklusiven Netzwerke zur Verantwortung gezogen werden könnten. Das Netzwerk als Wirtschaftsprinzip beruht also auf dem selben prädatorischen (frei- und ausbeuterischen) Ansatz wie das Spinnennetz: Fangen - aussaugen - wegwerfen! Oder das Myzel, das Pilzgeflecht: Zersetzen - aussaugen - verdauen - Sporen bilden - Standort wechseln!

DAS Problem unserer Zeit ist also, trotz der ökonomischen Vorherrschaft der globalen Netzwerke auch wieder ein lokales, regionales, überregionales, vielleicht sogar nationales oder globales WIR zu finden, das flächendeckend alle umfasst - und nicht nur die profitablen Netzwerker.

: 7.10.06: Integration muss endlich ernst genommen werden. Von Integration kann aber nur dann geredet werden, wenn man ein WIR aussprechen kann, ohne wenn und aber. Für die Desintegration sind heute meist nicht die Ausgeschlossenen verantwortlich, denn sie weisen bloss Merkmale auf, die diese Diskriminierung erleichtern. Sie sind also Ausländer, wenig gebildet, falsche Bildung, zu intelligent, Frauen, Muslime, zu jung, zu alt, was auch immer. Apropos Frauen: Hier lief die Emanzipation schief, weil kein neues WIR definiert wurde, sondern dem Patriarchat ein "Emanzipiat" gegenübergestellt wurde, also zwei getrennte WIR, was a) nicht funktionieren kann, und auch b) nur eine geringe Verbesserung brachte (Lohnmässig ja praktisch gar keine).

  1. Kapital: Der einzige Markt der heute wirklich lukrativ ist, der Finanzmarkt, dienen weitaus mehr der Spekulation als der Investition. Der sog. "Marktpreis", der geheiligte, basiert also auf wenig mehr als Spekulationen.

  2. Arbeit: Auf der Seite der Arbeit findet heute die generation p die erste feste Stelle etwa mit 38, ist mit 40 zu alt, und mit 50 definitiv überflüssig. Obwohl die politische Diskussion eine Verlängerung der Arbeitszeit bis 67 oder 68 verlangt, finden nur 30% der ausgesteuerten Arbeitslosen über 50 je wieder eine Stelle. Auch insgesamt sind es bloss 47% der Ausgesteuerten, die vom Arbeitsmarkt wieder angenommen werden.  30% werden von der Sozialhilfe abhängig, ein Anteil der doppelt so hoch ist wie vor 10 Jahren!

  3. Gesellschaft: Durch die kombinierte List des Populismus und des Neoliberalismus wird sie zerlegt, denn der insbesondere in der Schweiz grassierende Rechts-Populismus wird nicht angewandt um Probleme des Volkes, der Gemeinschaft, der Nation oder wie immer das entsprechende WIR definiert sein mag, zu lösen, sondern dieser Populismus wird von den charismatischen Führern einzig und alleine dazu verwendet, ihre Position, d.h. ihre Macht und ihr Einkommen zu sichern und zu verbessern. Dazu bedienen sie sich natürlich, als absolute Egozentriker, der Methoden des Neoliberalismus, der nun überhaupt kein WIR kennt, sondern nur das egoistische ICH. Das heisst, Moment mal, es gibt ein typisch neoliberales WIR, es ist präzise das exklusive WIR der Netzwerke. Dass die Anhänger hier natürlich über den Tisch gezogen werden, ist dem charismatischen Führer in etwa so lang wie breit. Das neoliberale Wirtschaftsmodell orientiert sich nach der Spitze, an den Gewinnern, an der technokratischen Elite - ist also zutiefst undemokratisch.

Wo diese Kreise also Slogans propagieren wie: Integration vor Rente - Leistung - Selbstverantwortung, sollte man sie wirklich beim Wort nehmen, und mal sehen, wer denn für den Ausschluss verantwortlich ist. Es ist höchste Zeit, die Spiesse umzukehren, und von der Wirtschaft die Chance sich beruflich zu integrieren zurückzuverlangen! Dazu braucht man keinen Marx oder Lenin, dazu reicht es, Adam Smith, den Übervater des Liberalismus beim Wort zu nehmen:

Jeder Einzelne, der so viel wie nur möglich danach trachtet, sein Kapital zur Unterstützung der einheimischen Erwerbstätigkeit einzusetzen ... fördert in der Regel nicht bewusst das Allgemeinwohl ... denkt eigentlich nur an die eigene Sicherheit ..., strebt lediglich nach eigenem Gewinn. Und er wird in diesem wie auch in vielen anderen Fällen von einer unsichtbaren Hand geleitet, um einen Zweck zu fördern, den zu erfüllen er in keiner Weise beabsichtigt hat, nämlich sein Kapital dort einzusetzen, wo es auch dem ganzen Land den grössten Nutzen bringt.

Das Kapital wird heute aber NICHT zur Förderung der einheimischen Erwerbstätigkeit eingesetzt, ja nicht mal generell zur Förderung der Erwerbstätigkeit, sondern immer ausschliesslicher zur Förderung der Gewinne ohne Erwerbstätigkeit. Die Exponenten des Liberalismus verstossen also gegen die eigenen Regeln.

20.10.06: Netzwerke als hinter-listiges Mittel: Die hegemoniale Vorherrschaft des neoliberalen Markt-Totalitarismus

Der Wille ist frei, diese Verantwortung zu übernehmen, wie es ihm gefällt; er ist nicht frei, diese Verantwortung selbst abzulehnen, er hat nicht die Freiheit, die vernünftige Welt, in die ihn das Antlitz des Andern eingeführt hat, nicht zu kennen.

Emmanuel Levinas: Totalität und Unendlichkeit

: 6.10.06: Blocher Verunglimpft das in der Schweiz demokratisch akzeptierte Antirassismus-Gesetzes in der Türkei! In der den Rechtspopulisten eigenen Sprache müsste Blocher nun eigentlich als Landesverräter bezeichnet werden, da er im Ausland die vom Land gemeinsam gestaltete rechtliche Basis angreift - und das gleich noch als Justizminister! Es zeigt sich an dem Falle typisch, dass Populisten eben den Volkswillen nur so lange repräsentieren, als er dem Willen ihrer eigenen Klientel entspricht. Und gerade was den Antirassismus betrifft, so kann es eben kaum Rechtspopulismus geben ohne Rassismus. Darum ... Hat man davon, wenn man den Bock zum Gärtner macht.

Die Beschränkungen, die das Antirassismus-Gesetz der Meinungsfreiheit auferlegt, lassen sich einfach begründen:

  1. handelt es sich dabei nicht um Beschränkungen der Meinungsfreiheit, sondern bloss Beschränkungen der Lügenfreiheit und der Dämlichkeitsfreiheit.

  2. liessen sich die Lügen betr. des Holocaust oder der Massaker an den Armeniern in der Türkei auch über andere Gesetze einklagen, denn die Meinungsfreiheit erlaubte es nie, andere zu beleidigen oder schon nur zu verunglimpfen. Die Lüge des Holocaust wie des Armeniermassakers ist aber eine kollektive Beleidigung der Opfer und ihrer Nachkommen, denn die Lüge dieser Vorgänge bezichtigt somit all diejenigen der Lüge, die geflohen oder gestorben sind, also die Opfer. All diese könnten also mit Leichtigkeit eine Sammelklage wegen Verleumdung einreichen.

    1. Wer aber, was es offenbar auch gibt, dann gleich ein "Menschenrecht" auf Lügen einfordert, kann meines Erachtens bloss noch als Arschloch betrachtet werden. "Du sollst nicht lügen", steht immerhin bereits im alten Testament, ist also die Grundverfassung der Islamischen, Christlichen und Jüdischen Gesellschaft. Alle drei halten sich nicht so genau daran - alle drei wissen aber, dass jede Gesellschaft zerfällt, wenn man sich auf Aussagen anderer nicht verlassen kann. Mit einem "Menschenrecht auf Lügen" zerfällt jedes Gesetz und jede Ordnung zu Staub.

  3. Was die Dämlichkeitsfreiheit betrifft, so ist die Rechtslage etwas problematisch. Weil das aktive und passive Wahlrecht in Demokratien allen zusteht, unabhängig von materiellem und/oder geistigem Wohlstand, kann Dummschwätzerei genau so wenig verboten werden wie einseitige Propaganda der Reichen für ihre Anliegen. Zwar sagt das Gesetz: Unwissen schützt vor Strafe nicht - aber man muss dennoch annehmen, dass bei einem IQ von sagen wir unter 70 oder 80 das Verständnis für solche Katastrophen fehlen kann. Da nun eben präzise dies das Stratum ist, in dem die SVP ihre Stammwähler hat, muss man ein bisschen tolerant sein und diese nicht zu tragisch nehmen. Eine antiintellektuelle Partei zieht halt nicht die brillantesten Köpfe an.

Wer der Meinung ist, Blocher habe doch recht, soll bitte etwas warten, bis Calmy-Rey mal anlässlich eines Besuches in Afrika oder im Nahen Osten verlauten lässt, das Asyl- und Ausländergesetz verursache ihr Migräne, sei so unhaltbar und müsse dringend angepasst werden. Wenn dann gleich viel Verständnis herrscht ... OK, dann können wir drüber reden.

30.9.06: Leserbrief zu Mohammeds Ideologie. Tagesanzeiger Magazin S. 18. No 39. 2006

28.9.06: apropos Bildungstheater sollte Ivan Illich wieder mehr gelesen werden. Er forderte bereits vor 35 Jahren einen gesetzlichen Schutz vor obligatorischer Bildung und vor Bildungszwang. Der Bildung darf kein prioritärer Status zugemessen werden - denn der beschränkt die Freiheit der Menschen, insbesondere derer mit geringeren Bildungsmöglichkeiten, sei es aus unverschuldeter Beschränktheit des eigenen Bildungsvermögens (s. IQ und Vererbung), sei es auf Grund fehlender finanzieller Möglichkeiten. Illich optiert für einen Bildungsgutschein, der allen ermöglichen würde, die ihnen entsprechende Aus-Bildung gemäss den eigenen intellektuellen Möglichkeiten zu nutzen. Die Bürger müssen davor geschützt werden, auf Grund schulischer Beurteilung keine Arbeit finden zu können, da dies nicht bloss ihre Freiheit, sondern sogar ihre Existenz beeinträchtigt. Die Überbewertung von Bildung, von schulischen Qualifikationen, führt also zu einem Verstoss gegen das erste und wichtigste Menschenrecht, das Existenzrecht.

25.9.06: DER SCHREBERGÄRTNERFÖDERALISMUS: Globale Freiheit dem Kapital - (im Rahmen des Reglementes) freie Gestaltung des Schrebergartens dem Arbeiter.

Dass sich die Schweizer mit einer Zweidrittelsmehrheit für das neue Asyl- und das Ausländergesetz ausgesprochen haben, ist keine Niederlage der Linken, sondern eine Blamage für die Schweiz. Das Resultat zeigt, wie ausgeprägt die Reduitmentalität noch vorhanden ist. Trotz höchster Gewinne bei wenigen (Banken und Pharma) durch die Globalisierung, wird geistig eine Gartenzwerg-Mentalität vertreten, nach der alle Probleme bloss von Ausserhalb stammen können und sich durch Ausgrenzung lösen lassen. Eine äusserst verzerrte Sicht der Realität, aber offensichtlich leider mehrheitsfähig. Schweiz führend in der Diskriminierung von Flüchtlingen. Strengstes, und mit Europäischen Normen nicht kompatibles Ausländerrecht -  Ein übles Zeichen im Zeitalter der Globalisierung. Ein guter Schritt zur Förderung des Terrorismus ... Am Schweizer Bank- und Pharmawesen soll die Welt genesen ... aber aussen bitte, aussen bleiben; zahlen - nicht reden; kaufen - nicht Arbeiten und dafür noch bezahlt werden wollen. So gesehen wäre ein Minarett in all den Schrebergärten gar nicht übel, das jeden Morgen um 4 diese verschnarchten Zwerge aus dem Bett holt.

Uebel ist dieser Entscheid nicht bloss für die Mehrheit der Flüchtlinge, die weder in krimineller noch betrügerischer Absicht in der Schweiz Zuflucht suchen, sondern weil er belegt, dass inzwischen 2/3 der Schweizer vom neoliberalen Freiheitsbegriff verseucht sind:

Alle Freiheiten der grenzüberschreitenden Bewegung für das Kapital, das die profitabelste Anlage sucht -

2 Jahre Gefängnis für Menschen, die das selbe tun.

Für ein global agierendes Land, das sehr stark vom Import ausländischer Steuerfluchtgelder und vom Export von Hightec abhängt und das über drei global cities verfügt, also Machzentren, die über das Schicksal von Menschen in andern Ländern entscheiden, ist diese isolationistische Ideologie gelinde gesagt "unpassend", deutlicher ausgedrückt: ein Betrug.

24.9.06: Abgestimmt wie die SVP: NEIN-NEIN-NEIN.NEIN. (Warum nein bei der AHV? Weil eine gewinnorientierte Nationalbank die gesamte Schweizer Wirtschaft ruiniert, womit niemandem gedient ist..) Warum nein zur Überbauung des Stucki-Areals, obwohl ich das Projekt aus wirtschaftlicher Sicht eigentlich gut finde? Weil dieser Architektenklotz und die zusätzlichen 4000 Autos pro Tag für das Quartier eine Zumutung sind und weil ich in Kleinhüningen wohne - wenn auch ausserhalb des Einflussbereiches dieser Störungen. Also aus Solidarität. Wenn die Bewohner des Quartiers nicht nein stimmen ... wer dann?

Neue Beiträge: Sozialstaat:

Mit Beratung lässt sich die Arbeitsmarktsituation nicht verbessern!

[Der Satz sollte verpflichtend über jedem Eingang zu einem Arbeitsamt hängen!

Die Frage, ob wir uns den Sozialstaat noch leisten können, kann so also gar nicht gestellt werden, sondern muss auch in der Form gestellt werden: Können wir es uns leisten, auf das Soziale im Staat zu verzichten?


 

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16.9.06: Der Papst hat das Recht über den Islam zu lästern, denn immerhin ist er der von Gott erwählte PR-Manager der katholischen Kirche. Die Al Azhar möchte wohl auch kein Lob der Christenheit singen .. Dass er sich dafür entschuldigt zeigt, dass er eben nicht bloss leitender PR-Agent der Kirche ist, sondern auch ein weiser Mann. Wer sonst würde einen Aufruhr auf Grund eines Fliegenschisses ernst nehmen ...

Ein wichtiges Element der Toleranz ist auch eine gewisse Gelassenheit gegenüber Kritik, insbesondere wenn die ja gar nicht zutreffen soll ...

[bevor Sie mich nun in einem Anfall öffentlicher Entrüstung anwäffeln: Ich sage das als Muslim.]

Wenn nun also der Al Qaida Vize den Papst einen Scharlatan nennt, so wird jener das eben genau so gelassen hinnehmen, wie es umgekehrt zu erwarten wäre, und nicht die Schweizer Garde nach Afghanistan senden, hoff ich doch mal ...

Im übrigen sind gerade hier die Medien erstaunlich inkonsequent: Leserbrief vom 30.9.06 zu Mohammeds Ideologie. Tagesanzeiger Magazin S. 18. No 39. 2006

Wenn der Papst über ein mittelalterliches Zitat ein bisschen Stimmung für seine eigenen Kirche machen will, dann fallen die ganzen Medien wie ein Rudel Wölfe über ihn her: Aber das darf der doch nicht! Wenn aber Ayaan Hirsi Ali Stuss über den Islam erzählt, sind genau die selben Medien zur all zu bereit, ihr dafür Platz zu bieten. Ihr Hauptargument gegen den Islam, die Klitorisbeschneidung, ist eine (zugegebenermassen üble) Stammestradition Ostafrikas, und hat mit dem Islam rein gar nichts zu tun. Dass die Somalier ihrem Clan gegenüber loyaler sind als gegenüber dem Staat, gilt doch hier für fast alle Bürger. Nur nennt man das Ding dem die Loyalität gilt nicht mehr Clan, sondern Betrieb. Dass der Islam mit Demokratie unvereinbar sei, ist kompletter Unsinn, denn, obwohl viele Islamische Staaten "oben" eher diktatorisch regiert werden, herrscht in Gemeinde und Regionen oft viel intensivere politische Beteiligung als sogar in der Schweiz. Unsere Wirtschaft, die zwar von den Angestellten Loyalität  fordert, in der aber ein paar wenige Manager über die Existenz vieler entscheiden, ist die nicht  menschenverachtender als ein Islam, der die Gemeinschaft manchmal über die individuellen Interessen stellt? Wenn der Islam eine totalitäre Ideologie ist, was ist dann das  Christentum? Sooo gross sind die Unterschiede nun doch wieder nicht. Wenn Mohammed heute als Pädophiler gälte ... was denn mit unsern geistigen Vätern, den griechischen Philosophen? Kurzum: Ayaan hat absolut nichts Neues oder auch nur halbwegs Intelligentes zum Islam zu sagen. Warum also kriegt sie dauernd eine mediale Plattform, den Islam verächtlich zu  machen?

Genau so wenig ernst zu nehmen wie Lästerungen des Papstes gegenüber dem Islam sind diejenigen von Henryk M. Broder: Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken. Sei er noch so intelligent, eloquent, klug und gebildet, rhetorisch unschlagbar - er ist Jude. Sich darüber aufzuregen, dass ein Jude über den Islam schimpft nützt so viel wie die Aufregung darüber, dass Hunde Katzen anbellen.

Apropos Papst: Der hat ja nun bei seinem Besuch in der Türkei einen derart guten Eindruck hinterlassen, dass a) gleich die Säkularen Angst kriegen, die Religion käme wieder hoch ... und b) prompt auch eine Einladung nach Israel folgte.

15.9.06: Für eine "Arena des Volkes", brauchte es eine weitaus bessere Nutzung der Möglichkeiten des Web2.0, insbesondere multilevel-multicompartment Foren mit Selbst-Moderation der Nutzer über tagging.

12.9.06: Wer die 90er Jahre formte und wie es dazu kam, dass heute unsere Wirtschaftselite in einer derartig egomanischen Verfassung ist, dass Top-Löhne mit Leistung wirklich nur noch auf Grund ihre etymologischen Verwandtschaft mit dem Wort List etwas zu tun haben.

11.9.06: Lebenslauf mit Hindernissen: Ein CV aus der Perspektive des Prekariats, der Generation P: 26 Jahre Projekte, keine Pensionskasse, kein Cash, Miete nicht bezahlt, Telefon kurz vor dem Aus. ... aber immer eine Riesenidee für das nächste Projekt  ...

 

Der Bericht des Geheimdienstausschusses des US-Senats vom 8. September 2006 macht nun definitiv klar [denn die Mehrheit der Kommissionsmitglieder sind Republikaner], dass der Krieg im Irak auf nichts als hinterlistiger Strategie, Lügengespinsten und Erfindungen basierte.

 

Massenvernichtungswaffen

Schlussfolgerungen:

Beziehungen des Irak zur Al Qaida

übeltäterische, gemeine, hinterlistige, gewalttätige, bösartige Absichten des Regimes:
1. Irak hatte kein nukleares Programm
4. Es wurden keinerlei versteckte biologische Waffen aus alten Beständen oder Produktionsanlagen gefunden.
7. Es wurden keine chemischen Waffen gefunden
1. Saddam traute Bin Laden nicht über den Weg, sah ihn als Bedrohung an und verweigerte jegliche Unterstützung
7. Obwohl die Suche weitergeht, ist das Komitee überzeugt, dass kaum noch schlüssige Dokumente auftauchen werden, die diese Statements widerlegen könnten.
1. Saddam hätte sicher gerne Massenvernichtungswaffen besessen - hatte aber keine!

2. Irak wollte eine Regionalmacht werden - auf Kosten der Nachbarn Iran und Israel. Insbesondere sah sich der Irak im Süden vom Iran bedroht

 

Reell gesehen ist die Sache noch ärger, denn um 1990 waren noch rund 400'000 Angestellte im Baugewerbe tätig.

10.9.06: Die Arbeitnehmer werden seit 10 Jahren verarscht. Während der smi, also der Wert börsenkotierter Firmen in dieser Zeit auf das Dreifache stieg, blieb der Anteil der Arbeiter und Angestellten daran konstant. Konstant niedrig. Sie wurden also über 10 Jahre um ihren gerechten Anteil am Mehrwert beschissen. Und was meinen die Medien dazu? Unisono, voneinander abgeschrieben: Die starke Konjunktur in der Schweiz schlägt sich zunehmend im Portemonnaie nieder! Und das wegen 1.8% Lohnerhöhung bei 1.6% Inflation. Scheissmedien ... Wie CASH allerdings in Nr. 40 zeigt (5. Oktober 2006) rächt sich dies nun, denn die Betriebe laufen heisst, können nicht liefern, da sie überlastet sind, oder auf Lieferungen überlasteter Zulieferer warten. Das "on demand"-System kommt also mit Zyklen nicht all zu gut zu Rande. Trotz hoher Arbeitslosigkeit stehen die Fachkräfte, die ohne Einschulung und Einarbeitungszeit einfach grad an eine Maschine gestellt werden können, gerade in der Zeit der Hochkonjunktur eben nicht zur Verfügung sondern sind beschäftigt. Das kurzfristige Spar-Denken hat also nicht bloss Vorteile sondern verursacht auch den Verursachern der Arbeitslosigkeit jetzt Probleme. Am seltsamsten ist allerdings der Bereich Bauwirtschaft, denn obwohl diese  mit 50 verbauten Milliarden mehr boomt als irgend wann in der Geschichte, hat dieser Boom weder eine Auswirkung auf die Holzpreise (was sonst normal war) - und lässt inmitten dieses Booms immer noch 2.4% arbeitslose Bauarbeiter auf der Strecke. Irgend was ist  hier oberfaul ...

Kern des Problemes ist auch hier der sog. Strukturwandel, die Konsolidierung, d.h. die Vernichtung der Kleinen und das Wachsen der Marktanteile der Grossen ... die gerade hier allerdings total nicht funktioniert. Der Wettbewerb ist zu hoch und wird finanziell schwach dotierte Betriebe vernichten, da auf Grund der tiefen Margen fast alle zur Zeit von der Substanz leben - trotz Boom. Die Effizienzsteigerung, die das möglich macht, beruht vor allem auf der immer stärkeren Verwendung von Fertigelementen, ein Prozess der das Bauen in Werkhallen verlegt und industrialisiert - mit der entsprechenden Vernichtung handwerklicher, und vor allem niedrig qualifizierter Arbeitsplätze auf dem Bau selbst.

Arbeitsvermittlung - Arbeitsmotivation - Arbeitsverpflichtung - Arbeitszwang - Arbeitslager? Arbeitsvermittlung nimmt die Probleme der Betroffenen und damit die Funktion der Beratung zu wenig ernst. Da Arbeitslosigkeit der erste Schritt beim sozialen Abstieg ist, sollten Auswege aufgezeigt werden und nicht die Betroffenen mit noch mehr Zwangsmassnahmen in die Abwärtsspirale des Prekariats gezwungen werden.

6.9.06: DAS Dilemma des Internet: Wer ins Internet geht, hat meist eine Frage, sucht also nach Informationen. Die Qualität der Informationen (gegenüber der in den Medien) wird meist angezweifelt, da im Internet niemand die Richtigkeit von Aussagen kontrolliert, noch weniger falsche Behauptungen sanktioniert werden können (mit wenigen Ausnahmen). Man könnte also meinen, dass die Qualität der Informationen im Internet ein Punkt wäre, der für die Nutzer, also die Gesellschaft, doch von Belang wäre. Pustekuchen - zeigt eine Untersuchung der grössten Foren. Am meisten Zulauf haben Foren, in denen Einzelpersonen sich selbst, ihr Kind, ihren Hund oder ihr Hobby präsentieren, was meist kein Schwein interessiert. Dann fällt die Teilnehmerzahl rapide ab, von Schritt zu Schritt:

  1. Mitmachen: Sich selbst mitteilen

  2. Auf Andere im Gespräch eingehen

  3. Argumente einbringen in die Diskussion

  4. Wissen schaffen: Denken - Synthetisieren - Lernen

  5. Handeln, also Wissen anwenden zur gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und geistigen Entwicklung

Werbeeinnahmen und Teilnehmerbeiträge hängen also direkt ab von der Banalität (s.u) der angebotenen Informationen - und sind damit gerade invers zur Qualität des angebotenen Wissens.

3.9.06: Das "Banale" ist etymologisch ein Synonym für gemeinschaftlich, geteilt, gemeinnützig, Gemeinsinn, common sense, gesunden Menschenverstand.  Das Banale ist also der Inbegriff des bürgerlichen Allgemeinwissens. Was darüber hinaus geht, hat beim Durchschnittsbürger Schwierigkeiten anzukommen und weckt leicht antiintellektuelle Abwehr. ... Hier der Hauptgrund, warum ein qualifizierter Dialog über politische und wirtschaftliche Entwicklung derart schwierig ist, und nur wenige Zeitungen über Banalitäten hinaus kommen - und die Zeitungen, Fernsehshows - talk - talk -talk - Parteien ... mit den banalsten Inhalten die meisten Interessenten finden - aber präzise aus dem Grund für den Dialog über mögliche und erwünschte Entwicklungen/Zukunft unbrauchbar sind. Und präzise aus dem Grunde nennen sich Parteien, die eigentlich gar nichts entwickeln wollen, sondern die Interessen derer wahren wollen, denen es gut geht so wie es ist, (Neo-)Konservative. Das banale Wissen ist das Fundament des Konservativismus - und die wirksamste Barriere gegen alles Progressive und Alternative, welches sich erst verständlich machen muss.

2.9.06: Seine Ignoranz Bush II., verbreitet ja zur Zeit gerade, er führe einen Kampf gegen den Islamischen Faschismus. Da begibt er sich wieder mal gewaltig auf das Glatteis. Wenn wir 10 Faktoren ansehen, die Faschismus definieren, so führen die USA als Hort des Faschismus 4 / 1 vor dem Islam (bei 5 "Enthaltungen/Unentschieden"). Bush sollte als das Maul also nicht zu voll nehmen, denn die USA stehen dem Islam in Sachen faschistoider Tendenzen in Nichts nach, im Gegenteil!

1.9.06: Introversion-Extroversion: Der Vergleich des innenorientierten, konzentrierten Denkens, wie es extrem bei Autisten und beim Asperg Syndrom auftritt, mit dem Denken von völlig aussenorientierten zeigt, dass fehlende Kommunikation mit der Umwelt genau so problematisch ist wie ein fehlender eigener Kern des Denkens, früher mal Charakter genannt. Während dem jedoch eine listige Aussenorientierung (= hohe soziale Intelligenz) Tür und Tor öffnet, wird hohe Sachintelligenz sehr leicht deklassiert, da sie eigentlich immer wieder Widerstand bieten müsste, was aber zumeist mit Schlagworten wie Querulant, unzureichende soziale Intelligenz, unkollegial, nicht teamfähig, nicht anpassungsfähig etc gebrandmarkt wird. "Erfolgreich" mogelt sich da eigentlich nur der durch, der, während er seine eigenen Ziele verfolgt, gegen Aussen eine andere Rolle vortäuscht, die Rolle, die von ihm (oder ihr) erwartet wird. Währenddem aber nach wie vor sämtliche Medien nach mehr Bildung schreien, hab ich noch nie gehört von einer Bildung die List und Gerissenheit vermittelt. Diese wird den Herrschenden überlassen die das Wissen innerhalb der Familie weiter geben.

30.8.06: Apropos Kapitalismus und Islamfeindlichkeit, der sog. Krieg der "Kulturen": Beide haben ihre Wurzeln weit zurück, viel weiter als die meisten von uns vermutlich annehmen, nämlich bei der Entwicklung der Stadt im Mittelalter.

In der wirtschaftsorientierten europäischen Stadt konzentriert man sich auf die Weckung und Befriedigung feinerer Bedürfnisse. Man entdeckt also die moderne, von Kauflust und Werbung getriebene Wirtschaft, die längst die "Versorgung mit notwendigen Gütern" ersetzt hat.

Im arabischen Stadttyp (wobei ich natürlich von der vor-Dubai-Palm-City und dergleichen rede), generell im Islam, fehlt im Mittelalter die Spannung zwischen Stadt und Land, Bürger und Bauer, weil die Stadt eher ein riesiges Dorf war und nicht eine völlig anders geartete Organisation, die sich rechtlich, sozial, politisch und geistig vom Umfeld abhob. Riad und Dschiddah hatten diesen Charakter 1980 noch, obwohl sie damals schon enorme Flächen bedeckten. Die Städte Jemens und Iraks haben alle auch heute noch den Charakter des grossen Dorfes, sogar Bagdad mit seinen über 4 Millionen Einwohnern. Vielleicht ist dies ein weiterer Grund, warum die irakischen Strukturen und gesellschaftlichen Prozesse von den USA so schlecht verstanden werden.

Ab dem 14. JH. wurde Macht in Europa immer stärker durch Geld, statt durch Waffen gesichert. Man sieht das am besten anhand der Geschichte von Basel-Stadt, dass praktisch nichts durch Kriege erobert, sondern alles Land gekauft hat. Dies ist auch der Grund, warum das wirtschaftlich nicht so ganz ebenbürtige Solothurn heute über einen Kanton mit recht zerfledderten Grenzen regiert, dem Resultat eines Wirtschaftskrieges.

Damit war die Grundlage für ein kapitalistisches Herrschaftssystem bereit und es fehlte nur noch Luther, der die Arbeitspflicht heiligte und Calvin, der Gewinn und Reichtum als Zeichen von Gottes Wohlgefallen interpretierte, um die katholische Wirtschaft mit ihrem Potlachsystem durch ein kumulatives System zu ersetzen.

Der Schritt war wahrlich revolutionär! In der christlichen Tradition, belegt durch die Bibel, war derjenige von Gott ausgezeichnet, der seine Leiden geduldig trug, wie insbesondere Hiob, aber auch seine Nachfolger, die Aussätzigen. Diese Hochschätzung wurde aber bereits im 14. JH. gebrochen, als man "Aussenseiter", Juden und Aussätzige der Brunnenvergiftung, der Hungersnot und aller Übel beschuldigte: Aussätzige sind Sündenböcke, die sich kaum wehren können; sie sind unentbehrlich, weil sie alles Abstossende im Menschen plastisch verkörpern und damit anderen vom Halse schaffen. Nachdem die Absperrungsmassnahmen seit dem 14. JH zu wirken begannen und die Lepra allmählich ausstarb, mussten andere Gruppen diese sozialhygienische Rolle übernehmen, zunächst die Hexen und Zauberer, später Geisteskranke, aber ihnen sah man die Verderbtheit nicht so augenscheinlich an. [Arno Borst: Lebensformen im Mittelalter. Nikol Verlagsgesellschaft Hamburg 2004. S. 599]

Die Aussenseiter waren seit dem 11. Jahrhundert politisch notwendig geworden, da sich nur in der Abgrenzung von einem "Andern" die christliche Lebensform durchsetzen konnte. (Falls Sie das für absurd bis blödsinnig halten, überlegen Sie mal, was man in 800 Jahren von unserem Jahrhundert des Antikommunismus - und sich "erfolgreich" durchsetzenden Kapitalismus halten wird ....). Dazu trugen aber nicht nur die "Feinde" im Innern, damals Verfehmte, Ketzer, Juden etc - heute "Terroristen" bei, sondern auch die am Rande des Reiches: Byzantiner, Mohammedaner und Mongolen, meist als Tataren bezeichnet, die Leute aus dem Tartarus, der Hölle.

Nach der neuen Auslegung der Bibel waren nun diejenigen von Gott ausgewählt, ja ausgezeichnet, die wirtschaftlichen Erfolg hatten - oder sich zumindest unablässig und ohne Klagen als Arbeitnehmer darum bemühten. Der Gott der Christen ist in der Moderne und insbesondere der Postmoderne immer "menschlicher" geworden, d.h. leider vor allem älter, selbstgerechter und kurzsichtiger: Er belohnt diejenigen, die sich selbst belohnen, er bestraft diejenigen, die eh gestraft sind.

Diese Auslegung teilt kein einziger Muslimischer Staat, bei aller Geldgier, die auch dort herrscht!
- und präzise hier dürften die Verständigungsprobleme, und deren Folgen, ihren Ursprung haben.

26.8.06: Geheimes Wissen, verschwiegenes Wissen, nur halbpatzig publiziertes Wissen ....  - sich dauernd änderndes Wissen: Die Grundlage der Pharmaindustrie und Biotechnologie.

23.8.06: Unsere Politik ist eine Fehlkonstruktion, wo es um die Entwicklung von Stadt und Land geht. Ein paar hundert Meter von hier liegt ein Industriebrachland (Stücki-Areal), dass seit Jahren nicht genutzt wird und nun mit einem Science Center, Hotel und einem gigantischen Einkaufszentrum überbaut werden soll, das jeden Tag 4000 Autos in ein Wohnquartier bringen wird. Natürlich ist man da rechts dafür, links dagegen - aber: eigentlich wäre das a) Science Center nicht mal so eine schlechte Idee, im Bio-Wissencluster Basel. Darum braucht es b) das Hotel, das sonst, mit Ausblick auf Hochtemperaturgefahrenkehrichtverbrennungsanlage etwas seltsam scheint. c) kommt in der Nähe, also in Fussdistanz, auch noch die Überbauung Erlenmatte dazu (Ehemaliger Deutscher Güterbahnhof). Nun macht aber die Wirtschaft eben dass, was sie machen muss: Sie nutz die Baufläche maximal aus, um eine maximale Rendite zu erzielen - während den Anwohnern, abgesehen von den erwünschten Arbeitsplätzen, eigentlich der Ausblick auf ein ruhiges Brachbiotop mit zirpenden Grillen und Zikaden lieber wäre. Die einzige Chance aber die sie haben, die Entwicklung zu beeinflussen, ist, nun nein zu sagen zu diesem Gigantismus - wobei sie allerdings nicht mit einem kleineren Einkaufszentrum rechnen können, sondern unter Umständen ein 40m hohes Lagerhaus hingeklotzt kriegen, das den Bauvorschriften entspricht, also keine Einsprache mehr erlaubt. Scheisspolitik. Es wundert wenig, dass den meisten Menschen dieselbe verleidet. Das selbe passierte bei der Erlenmatte. Jahrelang wurden (hochgradig unbrauchbare) Vorschläge geliefert. Dann steht ein Projekt, mit langweiligen Blocksiedlungen und einem Verwaltungshochaus. Da die langweiligen Blocksiedlungen den Vorschriften entsprechen steht nur noch das Hochhaus zur Diskussion. Kommt auch hier ein nein, haben wir eine weitere langweilige Siedlung mit langweiligen Häusern und vermutlich gelangweilten Bewohnern.

Die 4892 Millionäre Basels, d.h. natürlich vor allem die Milliardäre darunter, kontrollieren 78.9% aller Vermögen, während 69.9% nichts besitzen. Während die Wohneigentümer in der Schweiz eh eine Minderheit von 34% sind, im Durchschnitt, sind es in Basel Stadt sogar nur 12.5%. Die andern 87.5% haben zu ihrer Wohnsituation also eh nix zu melden. Es wundert also wenig, dass die Stadtbevölkerung, trotz beträchtlichem politischem Gewusel, auch sehr wenig zu sagen hat zur Stadtentwicklung.

Fazit: Die Bevölkerung sollte sich von Anfang an beteiligen, denn wo nur noch ja oder nein zur Diskussion steht, passiert notwendigerweise jede Menge Leerlauf. Der Abbau der Einsprachemöglichkeiten dagegen würde bloss klar machen, wer das Sagen hat und wer eben nichts zu sagen hat ... Vielleicht auch nicht schlecht, könnte aber böse Folgen haben ...

21.8.06: Das Streben nach Glück im Duett ....oder Duell:  14 Geschichten über Machtspiele, gegenseitige Herrschaftsansprüche, Anspruchshaltungen, Forderungen - und (leider meist mangelnde) Dialogbereitschaft

Die Geschichten zeigen, dass eine geschlechtsspezifische Schuldzuordnung, vor allem was Treue oder Untreue betrifft, nicht zulässig ist. +:

19.8.06: Die Aufgabe, also die eigentliche Funktion der Wirtschaft ist die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen:  Produktion > Arbeit > Einkommen > Konsum, das ist die wirtschaftliche Funktionskette. Wird die durch Strukturänderungen zerbrochen, müssen die Strukturänderer erklären, wie sie die Funktion anders gewährleisten wollen - ganz im eigenen Interesse. - Basisaufgabe der Politik, also ihre Funktion, wäre es, eine gute Ordnung herzustellen und zu erhalten.  / Sozialarbeit zwischen Auftragserfüllung und politischer Gestaltung.

17.8.06: Post-Kapitalismus: Effiziente Netzwerke statt teuerer Strukturen auf der einen - Motivation durch Sachzwang und Angst auf der andern Seite.

Der neue Kapitalismus, der Post-Kapitalismus, nutzt Netzwerke. Diese sind aber nicht flächendeckend, sondern löcherig, löchriger als ein Emmentaler. Gerade weil Strukturänderungen meist als Strukturanpassung an maximal mögliche Profite durchgeführt wird, fallen eine Menge Strukturen durch dieses grobe Raster, Strukturen die eigentlich nicht entbehrlich sind.

13.8.06: Das Streben nach Glück in der Wettbewerbsgesellschaft - Lebensgeschichten vom hintern Ende des long tail

12.8.06: London: Grossangriff auf Luftverkehr. - Massenmord in unvorstellbarem Masse. Verhinderter Mega-Terrorismus - oder Mega-Medienpropaganda?

Bei der Meldung, die stimmen kann - aber auch nicht *, sollte man sich daran erinnern, dass die selben Leute noch vor 4 Jahren ganz genau wussten, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt und in ein bis zwei Jahren eine Atombombe. Das einzige was wir von den gestrigen "Anschlägen" wissen, ist, dass 21 "mutmassliche Terroristen" verhaftet wurden. Es wurde keine Bombe gefunden, keine Bestandteile, und schon gar nicht im Flughafen. Das Ganze könnte also genau so gut eine medial pompöse Propagandaaktion sein, um den Blick der Massen wieder vom Staatsterrorismus, den Israel zur Zeit auf seine Nachbarn ausübt, auf den "normalen", d.h. islamischen Terrorismus zu lenken. Da der Kommunismus als Feindbild nicht mehr taugt, besteht da offensichtlich ein "echter" Bedarf. Nach Irak, Iran, Syrien, Somalia (und Nordkorea) wurde nun erfolgreich die Bevölkerung eines weiteren islamischen Landes zu terroristischen Schurken erklärt, die emigrierten Pakistanis, am Markt gescheiterte 2. oder gar 3. Generation.

* Das Gerücht, dass etwas Grosses in Vorbereitung sei, geht schon seit ca. 1/2 Jahr durch die islamische Kommune. Die Frage, ob nun allerdings dieses "Grosse" ausgehoben wurde - oder der Effekt eines "gerüchteweise geplanten Terroranschlags" nun einfach vorweggenommen und medial-theatralisch zu Gunsten der Terrorjäger umgekehrt wurde, ist offen.

10.8.06 Der Megadeal von myspace.com (Murdoch-Medienimperium) mit Google zeigt ein weitaus grösseres Problem der Internetwerbung als der kürzlich erwähnte clickfraud (s. 2.8.06). Auch im Internet dominieren damit heute die Medienriesen, da sie das Publikum auf ihre Seiten lenken können: Massenindividualismus gefördert durch Massenmedien - mit trivialen Inhalten. Die Milliarden an Clicks pro Monat die myspace bringt, dürften Preise, und das für kleine Websites verbleibende Werbeangebot, weit mehr drücken als clickfraud. Die Idee, dass das Internet auch den Kleinen Platz bietet, ist also längst beerdigt.

8.8.06: Nach dem die EU die Diskriminierung von Rauchern bei der Stellensuche legalisiert hat, welcher Dressurakt (s. auch 7.8.06) folgt als nächster? Höhere Steuern für Kleine, weil sie weniger oft Führungspositionen einnehmen? Eine Energiesteuer für Dünne, weil sie eher frieren? Höhere Prämien bei der Arbeitslosigkeit für "Unhübsche", weil ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt beeinträchtigt sind? Der Ausschluss von Kranken aus den Krankenkassen, von Arbeitslosen aus den Arbeitslosenunterstützung und von Bedürftigen von der Sozialhilfe? / Die Zentren der Globalen Unternehmen, insbesondere die Internationalen Finanzzentren, betreiben genau das, was sie als grösstes Problem der Wirtschaft überhaupt ansehen: Zentrale Wirtschaftsplanung. Aus der Perspektive sind die gelobten Global Cities nicht viel anderes als regionale Vertretungen eines Wirtschaftskremls. Die Renditen, die sie dabei rausschlagen, gehen genau so zu Lasten anderer, wie die geschmähten Sozialbeiträge des Staates. an die von ihnen aus der Wirtschaft verdrängten. Noch aus anderem Grunde ist die ebenfalls geschmähte Anspruchshaltung oder Vollkaskomentalität eigentlich eher bei den Börsenteilnehmern zu beobachten als bei den Arbeitern, denn Börsenaktivitäten dienen zum grössten Teil bloss der Absicherung des eigenen Kapitals.

7.8.06: Auch der Liberalismus, präzise wie der Kommunismus, will sich seine Gesellschaft schaffen. Er tut dies über seine Basisideologie: Markt ist gut - Staat ist schlecht. Durch die Heiligung von Eigennutz und die Verdammung gemeinsamen Engagements für die Gesellschaft kreiert er erst die für seine Theorie nötige Gesellschaft.  / Wie in der griechischen Militärdiktatur der Versuch der Lateinamerikanisierung (: diktatorische Regierung sorgt für Ruhe und Ordnung - ausländisches Kapital betreibt die Geschäfte)  Südosteuropas scheiterte - und wie früh sich die US-Interessen bereits am Erdöl des Nahen Ostens ausrichteten. Erfolgreich waren aber die Dressurstrategien insofern, als heute kaum jemand etwas negatives auffällt an einem Satzteil wie: Es wurde ein Dienstleistungsbewusstsein erzeugt. Wir sind inzwischen so gut als Wirtschaftssklaven dressiert, dass das heute kaum noch jemand als Freiheitsberaubung verstehen dürfte. Hier definiert sich der Neofeudalismus: Freiheit für das Kapital - Diensteistungsbewusstsein für die Lehensnehmer undVasallen, die Angestellten, wie auch für die Fronpflichtigen, die Arbeitslosen und die sozialhilfeabhängigen Ausgesteuerten. / Heute Pro Israelitische Propagandaorganisationen waren oft vor kurzem noch ausgesprochen antisemitisch. Das ganze Geheimnis diesen Wandels vom Saulus zum Paulus liegt im der heute angebrachteren/moderneren Antiislamismus und Araberhass, der als Antiterrorismus verbrämt wird.

6.8.06: Apropos Fortschritt der Forschung:  Im "Städtebaulichen Portrait" wird einfach eine Herrschaftsideologie genommen, die Herrschaft des globalen Kapitals, die sich in global cities konzentriert - und man macht daraus ein "wünschbares Modell" für die Stadtentwicklung - ohne im geringsten zu Fragen, ob und wie lange dieses Herrschaftsmodell von den Beherrschten wohl akzeptiert wird: Global City als die Burg der Herren der Welt(wirtschaft). Im Vergleich dazu gehörte 1972 die Ideologiekritik noch zur Grundsubstanz der Wissenschaft. Hier ist eindeutig ein schwerer Rückschritt in Sachen Wissenschaftlichkeit - Fortschritt in Sachen Propaganda - zu verzeichnen.

4/5.8.06: Eine interessante etymologische Entdeckung: Leistung stammt von der selben germanisch-indoeuropäischen Wurzel ab wie Lernen ... aber auch wie List. Da Leistung in erster Linie Folgen, Befolgen, Nachstreben und Erfüllen (von Aufträgen) bedeutet, leistet eine leistungsorientierte Wirtschaft eben nichts in Sachen wirklicher Innovation, dafür um so mehr in Rationalisierung und Restrukturierung - was die Kluft zwischen potentieller Produktion in den Betriebswirtschaften und Kaufpotential in der Volkswirtschaft vergrössert. Da sich Leistung nur auf bestehende Produkte und Prozesse in bestehenden Wirtschaftskreisläufen beziehen kann, erschwert dies die Erbringung neuer Leistungen durch Arbeitslose zusätzlich - nebst den bestehenden Hürden wie economy of size, sunk costs etx.  / Erich Fromm hat in <Haben oder Sein? bereits Zustände kritisiert, die immer akuter werden, nämlich die "Leistung" der Anpassung des Menschen an den Markt - statt umgekehrt:

  • Der Mensch kümmert sich nicht mehr um sein Leben und sein Glück, sondern um seine Verkäuflichkeit.

  • Das oberste Ziel des Marketing-Charakters ist die vollständige Anpassung, um unter allen Bedingungen des Persönlichkeitsmarktes begehrenswert zu sein. ... Ich bin so, wie du mich haben möchtest.

  • Menschen mit einer Marketing-Charakterstruktur haben kein Ziel, ausser ständig in Bewegung zu sein und alles mit grösstmöglicher Effizienz zu tun. Fragt man sie, warum alles so rasch und effizient erledigt werden muss, erhält man keine echte Antwort, nur Rationalisierungen wie: "Um mehr Arbeitsplätze zu schaffen" oder: "Damit die Firma weiter expandiert". Und dies wurde, wohlgemerkt, vor 30 Jahren geschrieben, eine Zeit die im Vergleich zu heute noch gemütlich schien. Was würde Fromm wohl heute sagen?

Das Resultat nach 700 Seiten Lektüre ist allerdings, dass die Macht des Wissens offensichtlich eben nicht dort steckt, wo das Wissen ist, sondern eher dort, wo Macht und Möglichkeit vorhanden sind, Glauben oder Meinen zu Wissen zu erklären - und Wissen als inexistent, überflüssig, langweilig zu deklarieren, sowie es nach eigenen Interessen zu verbiegen.

2.8.06: Walmart beweist am besten, dass billige Produkte auch zu "billigen", oder gar gar keinen Löhnen mehr führt. / 15% Betrügereien (clickfraud) bei Google adsense sind peanuts, verglichen mit den miserablen Preisen für Bannerwerbung bei dem Giganten. / Teak (s. auch 15.7.06) bringt nun, nach weiteren 20 Jahren, doch nur eine Rendite von 3% - während beim Zerlegen und Zusammenpappen von Firmen - auf Kredit - 40 bis 60% rausschauen. Wen wundert's da noch, dass die Welt einigermassen am Arsch ist.

31.7.06: Die Macht des Wissens: Die Entstehung der modernen Wissensgesellschaft. Das hierbei verwendete monumentale Werk (700 S.  A4) von Dülmen/Rauschenbach gibt einen hervorragenden Überblick über die Entwicklung der Wissenschaften, hervorragend vor allem, weil weder auf unverständlichen Selbstdeklarationen der Hüter der Wissenschaft noch auf den eben so unverständlichen philosophischen Möchtegern-Lehrern, den Wissenschaftsphilosophen basierend, sondern quasi "ganz normal" historisch beschrieben. Deswegen hat es eigentlich den umgekehrten Titel verdient: Wer hat Angst vor Wissenschaften? Kein Grund ..., denn es zeigt, dass die Wissenschaften meist nicht von hehren philosophischen oder wissenschaftlichen Grundsätzen ausging, sondern eben von ganz normalen alltäglichen Problemen, die sie meist auch mit ganz normalem Denken löste. Dazu musste sie sich allerdings erst von der Vorherrschaft der Theologie befreien, und genau so vor den alten Alleswissern, den Autoritäten, insbesondere Aristoteles (von dem man allerdings mehr vergessen hat, als gut war). Insbesondere wird dann deutlich, das Wissenschaft weitaus weniger vom "Todernst" der Verpflichtung - als vom Spieltrieb und Unterhaltung getrieben wurde.  Wichtig für den immer noch akuten Dialog über Staat oder Freiheit ist die unterschiedliche Entwicklung der Wissenschaften in Deutschland, Frankreich und England. Seit über 300 Jahren ist England eine wirtschaftlich und sozial liberale Monarchie, legt Frankreich vor allem Wert auf den Rum des Staates - und Deutschland (wie die Schweiz, als Sonderfall eines Ministaates, der dazu noch eine Konföderation von Mikrostaaten darstellt), auf die strukturelle und funktionelle Autonomie seiner Teilstaaten. Es handelt sich hier um ein drittes und eigenständiges Modell (s. Funktionspolitik), nebst dem angelsächsischen Liberalismus und dem Nordischen Sozialismus, das nicht, von Geldgier und Marktmachtgeilheit besoffen, einfach über Bord geworfen werden sollte. In Anbetracht dieser Gegebenheiten, die auf  mehrhundertjähriger Entwicklung beruhen, sind die Beiträge von Köppel, eben bloss Köppeleien. (s.u.)

Interessant ist auch, dass sich die ETH, unsere führende Forschungs- und Lehrstätte, bereits 1968 betriebswirtschaftlich ausgerichtet hat, obwohl sich damals bereits der Postindustrialismus abzeichnete und die Postmoderne längst da war. Auch heute produziert die "Zukunftsmaschine" bloss technisches Wissen, ohne dieses mit dem notwendigen integrativen Orientierungswissen zu verknüpfen. Und vor allem weist sie ein gewaltiges Demokratiedefizit auf.

 

28.7.06:  Eigentlich ist Terrorismus heute doch nichts anderes, als die entstaatlichte, also privatisierte, effiziente, günstige - also "marktgerechte" Form von Gewaltanwendung.

26.7.06:  Die Köppelei des Tages. [Handelszeitung Nr. 30, 26. Juli, S. 5] Roger Köppel, neuer Eigentümer und Chefredakteur der Weltwoche, hat herausgefunden (nachdem es im letzten Jahr bereits durch sämtliche Zeitungen und Zeitschriften ging ...), dass es zwei Arten von Liberalismus gibt, den angelsächsischen "rechten" und den kontinentaleuropäischen "linken". Er führt das zurück auf zwei unterschiedliche Freiheitsbegriffe:

a) wie angelsächsisch: Freiheit von, worunter vor allem die Freiheit vor staatlicher Macht verstanden wird, also die Freiheit des Stärkeren ungehindert zu tun und zu lassen, was ihm beliebt. Dieses Freiheitsverständnis ist emanzipatorisch und hält das Unternehmertum hoch.

b) wie bolitisch: Freiheit zu, worunter die Freiheit der Teilnahme, der politischen Mitbestimmung verstanden wird, und auch die Pflicht derer, die sich überdimensional Güter aneignen können, denen die dazu nicht in der Lage sind, etwas abzugeben (die ach so verpönte Umverteilung). Dieser Liberalismus ist defensiv, abwehrend und kollektivistisch.

"Zwischen diesen Positionen dürften die Debatten der Zukunft ausgetragen werden."

Sie haben hier gleich die Definition von Neokonservatismus:

Neokonservatismus erklärt die wichtigste Debatte des 19. Jahrhunderts zur Debatte der Zukunft.

Köppel nennt sich Journalist, verwendet aber ein in dem Zusammenhang absolut unbrauchbares Wort. Debatte (s. Eristik, Polemik)  bedeutet nämlich Schlagabtausch. Dieser ist nur sinnvoll, wenn es schon fest steht, dass eine Seite recht und die andere vermutlich unrecht hat. Dem ist hier aber nicht so, sonst gäbe es die "Debatte" nach über 150 Jahren nicht immer noch, immer noch so unfruchtbar. Nötig wäre aber eine optimierende Synthese, die normalerweise über Dialektik oder Maieutik erreicht wird, nicht über Debatte. Aber auch diese wäre unter den geschilderten Vorgaben sinnlos, da diese schlichtweg falsch und längst nicht mehr gültig sind. Haben wir einen mächtigen Staat, der Bürger und Wirtschaft zu was zwingen kann? Jööööö, really? Zwingt er Sie zu irgend was, das nicht demokratisch akzeptiert ist? Wie aber steht es in der Firma? Herrscht dort kein Zwang? Herrscht dort  Freiheit vor Macht? Wer hat Macht, also wer kann machen, ohne auf andere hören zu müssen? Der Staat oder das Kapital? Des einen Macht ist des andern Unfreiheit. Anstatt dauernd über die Macht des Staates zu faseln, sollte man erst sehen, wer über andere verfügen kann, also Macht ausübt.

Ein dritter gewichtiger Fehler ist die "rechte" Definition von Freiheit, denn sie gilt nur für die Überlebenden. Die absolute individuelle Freiheit ohne ausgleichende Gerechtigkeit, sei sie freiwillig durch Solidarität, wie bei den Anarchisten stipuliert, sei es durch staatliche Gesetze wie in der sozialen Marktwirtschaft (dem Resultat von 100 Jahren Debatte zwischen rechtem und linkem Modell der Freiheit) führt zu extrem einseitiger Verteilung der Güter - und zur 80/20 Gesellschaft - also zu Bürger-Krieg. Das zu verhindern stipuliert die Europäische Sozialcharta im ersten Paragraphen:

Jedermann muß die Möglichkeit haben, seinen Lebensunterhalt durch eine frei übernommene Tätigkeit zu verdienen.

Köppels "rechte Freiheit" beinhaltet also auch die Freiheit, Menschen ihres Existenzrechts zu berauben und ist dadurch, vorerst noch, gegen die Verfassung.

 

Also sprach Nietzsche:

Sowenig als möglich Staat! - Alle politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse sind es nicht wert, dass gerade die begabtesten Geister sich mit ihnen befassen dürften und müssten. ... Es sind und bleiben Gebiete in der Arbeit für die geringen Köpfe, und andere als die geringsten Köpfe sollten dieser Werkstätte nicht zu Diensten stehen: Möge lieber die Maschine wieder einmal in Stücke gehen! ... Unser Zeitalter, soviel es von Oekonomie redet, ist ein Verschwender: Es verschwendet das Kostbarste, den Geist. [Morgenröte 179]

Geschäftsleute. - Euer Geschäft ist euer grösstes Vorurteil, es bindet euch an euren Ort, an eure Gesellschaft, an eure Neigungen. Im Geschäft fleissig - aber im Geiste faul, mit eurer Dürftigkeit zufrieden und die Schürze der Pflicht über diese Zufriedenheit gehängt: So lebt ihr, so wollt ihr eure Kinder! [Morgenröte 186]

25.7.06: Die Welt geht unter ... Herjeminee .... Die WTO konnte sich nicht auf noch mehr Liberalisierung einigen. Die Bauern sollen schuld sein, weil sie an ihrem Land und ihrer (zudem extrem unterbezahlten) Arbeit hängen: "Die Verbraucher zahlen so über hohe Preise die Zeche", so das Fazit. Dieses Medientheater beweist, dass Fortschritt nicht automatisch mit mehr Wissen verbunden ist, sondern eher mit mehr vergessen. Marx wusste bereits vor 150 Jahren, dass Handel nicht nur Wohltaten vollbringt, sondern eben oft bestehende Strukturen vernichtet, oder den Aufbau nötiger Strukturen verunmöglicht: "Der Handel wirkt deshalb überall mehr oder minder auflösend auf die vorgefundenen Organisationen der Produktion, die in allen ihren verschiedenen Formen hautsächlich auf den Gebrauchswert gerichtet sind." [Karl Marx. Das Kapital VI/3.3: Geschichtliches über das Kaufmannskapital. S. 83]. Und präzise sind die Probleme:

24.7.06: Die Türkei steht mit 240'000 Soldaten bereit, in den Nordirak einzufallen, um in Sachen PKK Ordnung zu schaffen, ev. gemeinsam mit dem Iran, der schon länger auf Kurden schiessen darf. Das erklärt vermutlich, wie die Iranischen Raketen nach Syrien und in den Libanon kommen. [Manchmal wundert man sich, dass sich niemand wundert ....].Das ordnungspolitische Vorbild der USA (Irak) und Israels (Libanon) wirkt offenbar.  Die Türkei marschiert im Irak ein, um bei den "kurdischen Terroristen" Ordnung zu schaffen, Äthiopien marschiert in Somalia ein (Baidoa) um bei den Islamisten Ordnung zu schaffen, ... vielleicht sollte die Schweiz die Gelegenheit nutzen und mal das liechtensteinische Volk aus feudaler Herrschaft befreien und zu Demokratie und Freiheit führen ...

23.7.06: Beschreibung eines Booms und Absturzes von Besucherzahlen

  1. Kapitaleigentümer leben von Kapitalerträgen - Arbeitnehmer haben keine Einkünfte ausser eben aus der Arbeit.

    Werden Stellen oder Löhne abgebaut, bedeutet das: Abbau von Existenzen. Das sog. shareholder right darf also nicht das Augenmass verlieren:

    Es gibt kein Recht auf Totschlag, also Existenzvernichtung, durch Anspruch auf Kapitalerträge!

  2. Je mehr er Arbeitet und Bildung im Angebot, um so tiefer die Löhne! (Begründung s. Spezialisierung und Arbeitsteilung)

22.7.06: Einer der wichtigsten Denkfehler des Wohlstands durch immer schneller immer mehr ist, dass sich durch die Beschleunigung, ganz ähnlich wie bei der Annäherung an die Lichtgeschwindigkeit, die Zeit verkürzt. Da wir in immer kürzerer Zeit immer mehr Informationen verarbeiten müssen um Entscheide fällen zu können, diese Informationen aber immer schneller veralten, d.h. durch neue ersetzt werden, verkürzt sich die Zeit, in der "Wissen" gilt und wir damit arbeiten können. Nicht nur der Raum, sondern auch die Zeit, in denen wir leben (sollten), die Spanne an Gegenwart, zwischen einer immer schneller entschwindenden Vergangenheit und einer zwar drängenden, aber unbekannten Zukunft, wird immer knapper. [s. Hermann Lübbe: Gegenwartsschrumpfung] Präzise weil nichts und niemand sich mehr mit dem geforderten Tempo an den sich immer schneller ändernden "Markt" anpassen kann - ausser dem Geld - kam es zur Entwicklung des "Kapitals ohne Investitionen" mit assets light (keine Verantwortung) und cash heavy (viel Marktmacht). [s. Naomi Klein: No Logo]

GOOD NEWS:

Köppel übernimmt die Weltwoche wieder als Chefredaktor - und gleichzeitig als Eigentümer.

Was daran gut sein soll? Das wird die Weltwoche als Zeitung die Informationen verkaufen will, nicht lange überleben. Dann haben wir Ruhe vor dem Propagandablatt der SVP, des neokonservativen Neoliberalismus. Oder wann haben Sie zum letzten Mal was gehört von einer Zeitschrift Namens "work"? Das wäre das linke Pendant zur Weltwoche. Genau so autoritär geführt und mit dem selben Glauben, DAS Wissen mit Löffeln gefressen zu haben. Wenn also die Weltwoche bald die selbe Verbreitung und Wirkung hat wie work, dann bin ich's zufrieden. Fast hätte ich zugefügt: "Oder wenn work den selben Einfluss hat wie die Weltwoche ..." Hier aber kommt das Problem der Wahrheit ins Spiel. Wenn man eine als widerlich empfundene Ideologie durch eine persönlich akzeptable ersetzt - bleibt das Resultat eben doch: Ideologie - von denen die eine so wenige Entwicklungspotential hat wie die andere.

20.7.06: GUTE ARBEIT II: Hintergründe der geistigen Verwirrung um die Arbeit: Arbeit ist Plage, Mühsal (bereits etymologisch betrachtet), Mobbing, Unterordnung, Ohnmacht. Man kann sich nur wundern, wie erfolgreich Protestantismus und Kapitalismus die "Verhausschweinung" der Untergebenen betrieben haben, so dass diese heute unisono und ohne dabei rot zu werden, dinge sagen wie: Man muss sich halt verkaufen können, also etwas, das weder Römer noch Griechen oder das finstere Mittelalter ihren Sklaven zugemutet hätten.

17.7.06:  Die NZZ meldet am 16. Juli: Hizbullah nimmt Libanon als Geissel. Ach nee ... really? Ich dachte das war Israel? Wegen 2er, im Libanon verloren gegangener Soldaten ... Äusserst "verhältnismässige" Reaktion. Kaum 3 Jahre seit dem letzten Debakel, kaum 1 Jahr seitdem sich vor allem die US-Presse wegen permanenten Lügens und trotzdem unauffindbarer Massenvernichtungswaffen entschuldigen musste, unterstützt genau die selbe Presse wieder mit den selben dämlichen Lügen wieder die Kriegstreiber: Iranische Raketen mit syrischem Treibstoff, hat am 16.7.06 abends CNN gemeldet. Wenn auch für die meisten US-Bürger Syrien vermutlich an den Iran grenzt ... so wäre da eigentlich eine US-besetzter- und kontrollierter Irak dazwischen, und unendlich lange Strassen, alle von Satelliten überwacht. .... Herrgottnochmahl, Welt, wie blöd bist du eigentlich? Wenn hier irgendwer eine Gefahr für die Welt ist, dann Bush & Co. s. Irak - Krieg - Lügen

15.7.06: Seltsames vom Teak-Business: Bäume als Finanzprodukte ... Sind Investitionen wirklich nur noch dazu da, das Geld ohne jegliches Risiko zu vermehren? Warum ist ein Spieleinsatz an der Börse erlaubt, wenn es darum geht, das Resultat eines Wirtschaftskrieges zu schätzen, nicht aber, wenn es um den Einfluss eines Fussballmatches auf den Kurswert geht?

13.7.06: Krieg ums Erdöl: Vielleicht sind im Irak nicht diejenigen die Terroristen, die man als solche bezeichnet. Vielleicht liess sich die Koalition der Willigen über den Tisch ziehen, und hat auf der falschen Seite gekämpft? / Bildung ist wichtig für Innovation, Bildung verhindert Arbeitslosigkeit, sagt man, aber den Absolventen, die 18 Jahre "gebildet wurden, keine Einkünfte, keine Reserven sondern eher Schulden haben und keine Jobs finden, sagt man: Dann müsst ihr halt nehmen, was kommt.

12,7.06 Eine Serie neuer Cartoons (Beziehungen (mutal attraction, Alleinsein), Gentechnologie

11.7.08: Der Wilde kommt aus dem Walde - schon rein etymologisch betrachtet.

10.7.06: Haltet Designer von Texten fern!

8.7.08: Das Raubrittermodell: Der Manager als Typ des Eroberers und Abenteurers, des Korsaren, dessen wirtschaftliche Zukunft jedoch rundum abgesichert ist, entspricht doch eigentlich dem Idealbild der Frauen: Abenteurer ... aber ohne Risiko, mit Häuschen, Familie, Auto, garantiertem sozialem Status etc. Ob da die Frauen nicht doch ganz kräftig zu dem beigetragen haben, was und wie heute Manager eben sind? / Konsolidierung im Private Banking dank des Verlustes der Retrozessionen / Neuartige Probleme der Forschungsfreiheit

7.7.06: Spitäler schuld an Teuerung der Krankenkasse / Karte der Holzerntekosten der Schweiz / Der Bedarf an praktischer Forschung ist kaum zu decken, wenn sich Forschung danach ausrichtet, was am meisten einbringt. / Die Kolonialisierung des Kongo - und seine andauernden Probleme.

6.7.06 zu Globalisierung: Der komparative Vorteil gilt nur bei Vollbeschäftigung - ohne Marktsättigung.

5.7.06: Das wichtigste Problem mit den Spitzenlöhnen ist vermutlich nicht mal Ungerechtigkeit, Demotivation (all derer, die sich umsonst bemühen) und die sich daraus ergebenden sozialen Spannungen, welche übermässige Lohnunterschiede erzeugen, sondern der Effekt dieser Einkommen auf die eh schon ungenügenden frei verfügbaren Einkommen. 40% der Schweizer Haushalte benötigt entweder Transferzahlungen über den Staat, oder zumindest bleibt ihnen kein Cent zum Sparen. Der dämliche Spruch: Wer viel Geld hat spart viel, wer wenig Geld hat spart halt wenig greift eben so wenig, da sich die Lebenskosten nicht unter ein gewisses Mass senken lassen, bedingt durch Miete, Steuern, Krankenkasse und den Bedarf für's tägliche Leben. Von der grossen Freiheit, die der Liberalismus verkündet, bleibt den einkommensschwächsten 40% der Schweizer Bevölkerung nichts ausser die Freiheit, andauernd einem Job oder anderweitigen Unterstützung hinterher zu rennen. Je stärker und exklusiver die "Spitzenökonomie" gefördert wird, desto höher werden die Kosten am "untern" Ende.

4.7.06: Def. Kommentar, Reportage & Der nicht-sachliche ideologische Diskurs (PR - Migros z.B)

                                                                        3.7.06: Eröffnung des BLOG

2.7.06: Managerlöhne 2005 (update zu Löhne, Spitzenlöhne, unverschämte Löhne. s. Denkanstoss zum Problem der Managerlöhne (Einschub Juni 06):

27.6.06 ff: Die SP wird zur überflüssigen Wirtschaftspartei - 0.1 Begründung: Wachstum ist nicht Wohlstand, Wohlstand ist nicht Glück, ja nicht mal Zufriedenheit

20.6.06:  Ergänzungen zu Sasia Sassen's Global Cities: In globalen Städten gedeiht nicht nur der Reichtum, sondern auch sie sozialen Unterschiede und Spannungen wachsen überdimensional. Da die dort ansässigen hochproduktiven Wirtschaftszweige Miet- und weitere Kosten in die Höhe treiben, werden die in traditionellen Branchen tätigen, die unter hoher Konkurrenz stehen und keine entsprechenden "Monopolgewinne" ausweisen können, wirtschaftlich abgehängt. Dies betrifft zwar Frauen stärker, aber oft tragen diese durch ihre Arbeitstätigkeit zur Verschärfung des Problems bei. Haushalte ohne Hausfrau delegiern die zu erledigenden Aufgaben wie Reinigung, Kinderpflege, Kindererziehung, Kochen etc. zunehmend an den Markt. Die Immigrantin die der weissen Frau dient hat längst das Immage der schwarzen Sklavin die ihrem weissen Herrn dient ersetzt.

14.6.06: Wirtschaftsethik und Wirtschaftsphilosophie (in Bearbeitung)

11.6.06: Das "Abfallproblem" Kleinhüningens.

                Strukturwandel / Restrukturierung (neues Sub-Portal): Hochproduktive Wirtschaftszweige sind die Peitsche, die die Wirtschaftenden zu immer grösseren Anstrengungen zwingt, obwohl die Zufriedenheit dadurch dauernd abnimmt, weil die Spitze immer höher Wächst, und die Basis immer weniger Chancen hat, emporzukommen.. s. dazu auch Sören Kierkegaards Bemerkungen zum Problem der Langeweile, die einen ähnlich wirtschaftstreibenden Einfluss hat.

8.6.06: Das andere, das praxisorientierte strategische Wissen: List und Tücke, Schlauheit, Gerissenheit: Kommunikationsanalyse - Listige und aggressive Strategien der Sozialarbeit - Hüte dich vor den Architekten - Das Dilemma des zwischengeschlechtlichen Dialoges zwischen Ehrlichkeit und Verführung

Juni-Juli 06: Ergänzungen zum Problem junger Akademiker in Italien: Generatione 1000 Euro

22.5.06: Frühenglisch, Frühfranzösisch, ... Frühverblödung (zum Thema Bildung und Arbeitslosigkeit)

Juni 2006:  Lokalpatriotismus beim Tagesanzeiger -  und in Basel (Schlägereien in Basel / Kritik von Novartis Campus unerwünscht  ...) - und das Problem Fussball generell betrachtet

                3, 2, 1, 0 … Wie die Bedeutung der Landwirtschaft schwand … und wiederkehrt

20.5.06: Leserbrief Tagesanzeiger (nicht abgedruckt) zu Elsbeth Gugger: Die Gleichgültigkeit der Niederländer. S. 7, 20. Mai 06

Nicht jede Frau, genauso wenig jeder Mann, der aus der Masse heraus ragt, ist als Vorbild geeignet. Das müsste doch auch die Frauenbewegung inzwischen gemerkt haben. Ayaan Hirsi Ali hat mit ihrer antiislamischen Lügenpropaganda vermutlich jeden Muslim aufs Blut geärgert - dabei aber selbst gelogen und betrogen. Die Holländer sind nicht bloss ein tolles, sondern auch ein tolerantes Völk'chen - aber sie verwechseln Gott sei Dank Toleranz nicht mit totaler Verblödung. Ayaan dürfte mit ihrem Ansatz nun in Bush's USA am absolut richtigen Ort sein. Dort kann sie mit ihrer Einstellung reich und berühmt werden ... also gönnt es ihr ... und den Holländern, dass sie sie los sind.

14.5.06 Think Clubs: Show, awareness-raising or propaganda?

10.5.06 Die forschungspolitische Lage spitzt sich zu: Universitäres Wissen prostituiert sich. s. auch WSL-Birmensdorf: Forschung ohne Praxisbezug = Praxis ohne Forschungsresultate, economiesuisse verzapft Unsinn,

22.4.06: Leserbrief Tagesanzeiger (nicht abgedruckt) zum Thema Holzengpass

Der Titel "Droht der Schweiz ein Holzengpass" (22.4.06. S. 25) ist nicht nur Stuss, sondern dürfte das Gegenteil von dem bewirken, was notwendig ist. Die Schweiz erntet seit Jahrzehnten nur die Hälfte des Holzes, das Jahr für Jahr nachwächst. Nötig wäre also eine Verdoppelung der Ernte - zu Preisen, die Ernte und Pflegekosten decken. Dies versucht die Waldwirtschaft sogar über die Begünstigung von Grosssägereien, obwohl sie damit den Teufel mit Beelzebub austreibt. Die Probleme, die seit Jahren in der Forstpolitik diskutiert werden, jedoch ohne Resultat, sind Art und Methode wie der Wald genutzt werden soll. Das bewährte Verfahren heisst "naturnaher Waldbau". Dieser wird allerdings von Seiten des Naturschutzes als "wirtschaftsorientiert" und damit zerstörerisch kritisiert. Man hätte da lieber mehr "Biotoppflege". Aber er wird genau so kritisiert von der Wirtschaftsseite her, als zu aufwändig, weil Waldpflege eben kostet. Dummerweise war von der Waldwirtschaft in den letzten 5 Jahren vor allem recht unverdautes und unverdauliches neoliberales Gesülze über Restrukturierung, Halbierung der Anzahl der Angestellten etc. zu hören und wenig Konstruktives. Die ehemals pflegerische und nachhaltige Waldwirtschaft nun aber durch Erntemaschinen privater Forstunternehmer zu ersetzen, weil diese bereits vorausschauend mal einen Holzengpass prognostizieren, hiesse 1. das Pferd vom Schwanz aufzäumen und dürfte 2. (in dem Falle Gott sei Dank) bei der "neuen" Forstdirektion, die nun unter der Obhut von Biotoppflegern steht, eh keine Chance haben.

Details und umfassende Dokumentation der letzten 6 Jahre s. http://www.brainworker.ch/WAP/Beitraege.htm

14.4.06: summit for the future: Trade - Asian Leadership: Global Trade in Open Source as well as Public Goods and Services. From "Economy of Power" to a sustainable "Wise Economy"

Februar 06: Der dänische Karikaturenstreit

21.1.06 Die Situation im Irak: Wahlen (wird kontinuierlich ergänzt.)

seit Nov 05 (erstellt Sommer 04): Keiner besucht Pornoseiten ... warum liefern sie also das Maximum an Besuchern? / rechtliche Probleme im Pornobereich

12.9.05: Holz - die vergessene Energie

...

 

FORUM:     W
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Die Beträge werden von mir von Zeit zu Zeit zusammengefasst und geordnet werden.

Herzlichen Dank für Ihren Beitrag.

Martin Herzog

Martin Herzog hewww.brainworker.ch Basel 3.7.06