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Brainworker's BLOG 2008 [BLOG 2007] [Archiv 2006]: Sie finden diesen Blog auch unter http://www.brainworker.ch/FORUM/ - in Ihnen vermutlich vertrautem WordPress-Format. Dort können Sie ihre eigenen Kommentare dazu abgeben.

18.6.08: Alleine an der Tatsache, dass dieser Blog für 2008 erst Mitte Juni anfängt, sehen Sie, was ich von Blogs generell halte (nämlich nichts). Dummerweise spitzt sich die Lage in verschiedenen Bereichen dermassen massiv zu, dass eine klare und zusammenfassende Meinung, begründet durch eine Vielzahl von Beiträgen auf meinem Web (und ausserhalb natürlich), not tut.

Das unsaubere Spiel des Kapitals:  

Löhne heizen die Inflation an - so titelt die Handelszeitung Nr. 24 vom 11. Juni auf Seite 1. Firmen fordern von ihren Angestellten, 2008 auf den vollen Teuerungsausgleich zu verzichten. (Unterstützt von Valora, Swisscom, Axpo, Nestlé, UBS, Credit Suisse, Novartis, Roche, Rivella - also nicht grad solche, die am Hungertuch nagen.)

Die Preiserhöhungen sind diesmal definitiv durch Mangel, durch voraussehbaren Mangel vor allem an Erdöl, also Spekulation bedingt. (s. Rohstoffpreise) Laut Experten beträgt dieser Anteil zumindest 40%. Es sind also die Spekulanten, das über-flüssige Geld, die primär Preiserhöhungen antreiben. Logischerweise müsste man also der Spekulation Geld entziehen - nicht den Konsumenten, da hier irgendwo die Sparmöglichkeiten bei Null sind.

Ebenso droht überall eine beträchtliche Mietzinserhöhung
    - obwohl von Mietsenkungen nie die Rede war, als die Zinsen tief waren
    - obwohl die Löhnen, gerade bei tieferen, ja sogar mittleren Einkommen seit Jahren stagnieren.

Das Kapital verteilt also nicht mehr an Einkommen - holt aber über Mieten mehr ab, vermehrt sich bloss selbst.

Der Stadtrat Zürich behauptet etwa, der Kanton zwinge ihn zu Mietzinserhöhung um durchschnittlich 20% - Der Kanton protestiert und zeigt klar, dass es andere Möglichkeiten gibt:

Und gerade hier wird es schwierig, insbesondere etwa bei sozial schwächeren, die ja eh auf günstige Wohnungen angewiesen sind. Da sich diese nicht vermehren, werden die von der Sozialhilfe Abhängigen vermehrt in Ghettos gedrängt (oder in den bald nicht mehr gebrauchten Euro08-Installationen deponiert?) - falls keine entsprechende Anhebung der Unterstützung erfolgt. Der Staat ist nicht primär dafür zuständig, den Reichen dabei zu helfen, ihr Kapital zu vermehren, sondern er muss "das Ganze" am Laufen halten, also Ausschluss möglichst vermeiden, also eben dann auch denjenigen über die Runden helfen, die im Wettbewerb verdrängt werden, verlieren, untergehen.

Tatsache ist, dass es weniger die Löhne, also die Wertverlagerungen an Finanzmärkten sind die heute die Spekulationen anheizen. Das Fazit lautet also anders

Zu viel Geld bei den Reichen heizt die Inflation an!
    Hohe Gewinne führen zu Inflation!
        Kapitalgewinne zeigen die selbe Folge wie Löhne - sind also ebenfalls zu kontrollieren und zu besteuern.

Eine weitere Verlagerung von "normalen" Einkommen zu Kapitaleinkommen, also ein weiterer Kaufkraftverlust (Einbusse an verfübarem Einkommen) bei den Armen und mässig verdienenden (was von Mass, Mass halten kommt, also nicht verwerflich sondern eigentlich lobenswert ist), beeinträchtig die kleine, normale Wirtschaft - in der die grosse Mehrheit Arbeit findet. Bank- und Pharmajobs sind zwar gut bezahlt, aber selten (abgesehen davon, dass 20% davon an Ausländer geht). Gespart wird bei der Menge, den einfachen Mitarbeitern, insbesondere jenen, die sich durch Maschinen (inkl. Computern) ersetzen lassen (s. die grössten Betriebe der Schweiz / Europas / der Welt)