Arbeit für Markt, Staat oder Gesellschaft: 1., 2. und 3. ArbeitsmarktDies, als Element der Bürgergesellschaft/Zivilgesellschaft, ist Thema des Wissenscafes vom Mi 2. September, Stadthelferzentrum, Vogesenstrasse 110, 4056 Basel - St. Johann Wer interessiert ist und Zeit hat ist als Gast willkommen. |
15. Nov. 06: Bericht an den Grossen Rat
Anzug Christine Keller (Gerichtsschreiberin, SP) und Konsorten betreffend Schaffung von Anreizen für soziales oder ehrenamtliches Engagement von Sozialhilfeempfänger/innen Der Grosse Rat, Sitzung vom 21. Oktober 2004:
"Eine soziale Tätigkeit, z.B. in der Nachbarschaftshilfe, ein ehrenamtliches Engagement in einem Verein (z.B. Quartier- oder Sportverein) und ähnliche Aktivitäten beugen einer Isolation oder gar einem drohenden sozialen Abstieg von Sozialhilfeempfänger/innen vor und können deren Selbstwertgefühl stärken.
Konkret steigen durch die verbesserte soziale Integration aber auch die Chancen der Betroffenen auf dem Arbeitsmarkt, etwa durch den Erwerb von zusätzlichen Qualifikationen oder durch die Schaffung eines Beziehungsnetzes. Es macht also unter der Prämisse eines aktivierenden Sozialstaates Sinn, ein entsprechendes Engagement von Menschen, die Sozialhilfe beziehen, zu fordern. Das Basler Sozialhilfegesetz sieht heute vor, dass Eigenleistungen bedürftiger Personen zu fordern sind. In den darauf basierenden Unterstützungsrichtlinien wurde dementsprechend ein Anreizsystem für die Aufnahme einer Erwerbsarbeit neben dem Sozialhilfebezug verankert. Ebenso wird ein Bonus für die Erbringung unentgeltlicher Betreuungsaufgaben im Interesse der Gemeinschaft entrichtet. Nach Ansicht der Unterzeichnenden des vorliegenden Anzuges sind entsprechende (finanzielle) Anreize auch für die Übernahme eines sozialen oder ehrenamtlichen Engagements im oben umrissenen Sinne zu schaffen. Wir legen dabei Wert darauf, dass sich derartige Anreize nicht dazu eignen und aus unserer Sicht ausdrücklich nicht dazu dienen sollen, kurzfristige Einsparungen zu erzielen. Mittel- und langfristig kann eine Reform mit der genannten Stossrichtung aber dazu beitragen, den Anteil von Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, zu senken – im Interesse der Betroffenen selber wie auch des Staates. Die Unterzeichnenden bitten daher die Regierung, zu prüfen und zu berichten, wie Anreize für ein soziales oder ehrenamtliches Engagement von Sozialhilfeempfänger/innen im oben genannten Sinne geschaffen werden können.
Antragsteller: Christine Keller, Gabi Mächler, (SP), Dr. Philippe P. Macherel (SP), Christoph Brutschin (SP), Susanna Banderet- Richner (SP), Bruno Suter (keine), Christian Klemm (SP), Noëmi Sibold (keine), Doris Gysin (SP), Dr. Eva Herzog (SP), Martin Lüchinger (SP), Beat Jans (SP), Bernadette Herzog (keine), Heidi Hügli (SP), Yolanda Cadalbert (SP), Maria Berger- Coenen (SP), Brigitte Heilbronner-Uehlinger (SP), Eva Huber-Hungerbühler (SP), Gisela Traub (SP), Katharina Herzog (SP), Dr. Hermann Amstad (keine)"
> Es handelt sich also um einen Antrag der SP + einiger zugewandter Parteiloser. Man kann deshalb annehmen, dass es weder primär ums Sparen noch um Bestrafung von Versagern ging, sondern echt um Reintegration.
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| Motive in der Schweiz: |
| Motive in Deutschland: [Freiwilliges Engagement in Deutschland 1999–2004] |
Interessanterweise (oder logischerweise ...) sind die Motive ziemlich ähnlich. Freiwillige Arbeit muss in erster Linie Spass machen - sollte aber auch sinnvoll sein (etwas entwickeln, Einsatz für das Gemeinwohl ...), und womöglich gemeinsam mit andern erfolgen ... die einem sympathisch sind - und da liegt doch bei vielen NGOs der Hase gleich mit mehreren Punkten im Pfeffer...
Eben so interessant, dass das Hauptmotiv der organisiert-administrierten Freiwilligkeit der Arbeits- und Beschäftigungsprogramme, der Nutzen für Beruf und Widereingliederung, als recht tief eingestuft wird.
Dieser Punkt kommt eigentlich nur zum Tragen bei den "Interessenorientierten", und das wären in Deutschland die Ostdeutschen und die Jungen, bei uns also vor allem die Jungen, die noch Erfahrung suchen. Von da her verpasst die vorwiegende Selektion von älteren Semestern für die Stadthelfer bereits eine Chance.
[Bericht der Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“* Bürgerschaftliches Engagement: auf dem Weg in eine zukunftsfähige Bürgergesellschaft]
Allerdings, und hier schon wieder Hase im Pfeffer, das passiert nicht einfach so, weil irgend wo jemand über die hehren und positive Wirkung von Freiwilligenarbeit für Individuum, Gesellschaft und Staat palavert, das braucht Organisation, und meist eben auch etwas Geld, also Investitionen. Es ist ganz klar von Wohlfahrtsmultiplikator die Rede, nicht von "Urzeugung" von Wohlfahrt. Details s. Kapitel 4.2 Potentiale
Neben der wirtschaftlichen Grundversorgung hat die Sozialhilfe den Auftrag, die bedürftigen Menschen zu integrieren. Dieser Auftrag soll in erster Linie durch Integration in Arbeit erfolgen. Dafür wurden in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen. Dieser Ansatz kann jedoch nicht in allen Fällen verfolgt werden: der Arbeitsmarkt setzt Anforderungen, die unter dem Wettbewerbsdruck ständig steigen und denen zunehmend weniger Menschen genügen. Besonders betroffen von diesen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt sind Menschen mit einer schlechten Schul- und Berufsbildung sowie ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Massnahmen der Sozialhilfe zur Integration in Arbeit müssen zudem effektiv sein und in einem vertretbaren Kosten-Nutzenverhältnis stehen. Das führt zu einer internen Auswahl mit dem Ziel, möglichst nur diejenigen Klientinnen und Klienten in die teuren Massnahmen der beruflichen Integration zu schicken, bei denen eine realistische Erfolgsaussicht besteht. Bei dieser Triagierung müssen aber Menschen unberücksichtigt bleiben, die zwar willens sind, etwas zu leisten, die aber vom Arbeitsmarkt nicht mehr aufgenommen werden. Auch wenn die Sozialhilfe bei allen Schwierigkeiten nicht vom primären Ziel der Integration in Arbeit abweicht, müssen auch Massnahmen zur sozialen Integration entwickelt werden. Dazu gehören seit jeher Programme der Sozialhilfe, die flankierend zur wirtschaftlichen Hilfe angeboten werden, so beispielsweise Sprachkurse, um Deutschkenntnisse zu verbessern, eine Schuldensanierung, Stützung eines funktionierenden Familiensystems durch entsprechende Beratungen usw.. Eine deutlich verbesserte soziale Integration und Stabilisierung der persönlichen Situation kann dadurch nicht immer erreicht werden. Die Sozialhilfe hat sich daher bereits 2003 weitergehende konzeptionelle Überlegungen gemacht, welche die im Anzug erwähnten Ziele anvisieren. Kerngedanke der sozialen Integration ist es, den Menschen Aufgaben zu geben, denen sie gewachsen sind und die für sie, wie auch für die Gesellschaft von einem eindeutigen Nutzen sind. Im Rahmen einer solchen Aufgabe können ausserdem wichtige soziale und emotionale Kompetenzen gefördert werden:
Nur Programme, welche diesen Anforderungen genügen, leisten einen Beitrag zur Stabilisierung und ermöglichen im besten Falle, dass die betroffenen Menschen wieder arbeitsmarktfähig werden. Gestützt auf diese Überlegungen hat die Sozialhilfe die Entwicklung eines entsprechenden Projektes in Auftrag gegeben.
Neben der wirtschaftlichen Grundversorgung hat die Sozialhilfe den Auftrag, die bedürftigen Menschen zu integrieren. Dieser Auftrag soll in erster Linie durch Integration in Arbeit erfolgen.
Besonders betroffen von diesen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt sind Menschen mit einer schlechten Schul- und Berufsbildung sowie ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Hier wurde also Integration in Arbeit übersetzt als Integration in Freiwilligenarbeit. Zum zweiten Punkt fehlen jegliche Anstrengungen seitens des Projektes. Unser Vorschlag der Bildungsbörse dümpelt so dahin, vor allem im Internet, obwohl er einige der angesprochenen Probleme lösen würde.
Voraussetzungen dazu (zur Reintegration in den Arbeitsmarkt) sind:
7 wird hier versucht, 6 do, 5 ist problematisch, da immer innerhalb des Verliererzirkels, do 1 bis 4. Insbesondere 2 entspricht eigentlich eher der Perspektive SVP als SP. Es ist offenbar nicht der Markt, der gewisse Menschen ausschliesst, sondern es sind soziale Begehrlichkeiten, die Menschen dazu treibt, sich lieber dauernd verarschen und betutteln zu lassen, als selbst tätig zu sein. 3 ist in dem Zusammenhang ein Witz, da präzise dieses Konzept die Menschen ja zusammen fasst zu einem Club der Verlierer, Versager, Aussenseiter. 4 ist ein Witz, da genau dies von den meisten Betroffenen eigentlich gewünscht wäre, dafür aber wederr Experten, noch Geld, noch Zeit, noch Strukturen, noch Informationen oder sonst irgend was zur Verfügung steht. Die Teilnehmer sollen sich anpassen, ihre Situation hinnehmen so wie sie ist, sich ruhig verhalten. Die Identität als Helfer würde eine gewisse Anerkennung bedingen, noch mehr allerdings Interesse, und das ist nun mal eben da oder nicht, das kann man nicht per Dekret verlangen.
Sieht man sich die Projektziele genau an, kriegt man doch ein bisschen Zustände:
Die Annahme, dass sich der Übergang vom Stadthelfer zum ‹normalen Freiwilligen› im Projektverlauf für die Teilnehmenden selbstverständlich nach sechs bis neun Monaten ergeben würde, war wohl eine der relevantesten Fehleinschätzungen der Projekt- und Teilnehmerdynamik. Die Erfahrung zeigt, dass nur ein sehr kleiner Prozentsatz von Stadthelfern den Schritt aus dem Projekt tut und weiterhin in der Freiwilligenarbeit bleibt. Es scheint trotz aller Kritik, welche die Stadthelfer an ihrer eigenen Gruppe, an der Projektleitung, den Methoden usw. haben können, ein grosses Bedürfnis zu sein, über längere Zeit und ‹auf Nummer Sicher› zu dieser Gruppe gehören zu können.
Hier waren die Ziele offenbar doch um einiges höher gesteckt, aber von den grandiosen Projekten in die man sich abmelden könne, war allerdings kaum was zu hören.
Es geht offenbar nicht darum, Strukturen und Pläne für den Einsatz von Sozialhilfeabhängigen zu schaffen, sondern bloss, diese in bestehende Strukturen zu vermitteln. Das wirft ein tragisches Bild auf die Sozialhilfeabhängigen ... aber vielleicht auch auf diejenigen, die dieses Projekt geplant haben, denn, anzunehmen, dasss so ein Projekt nötig sei, heisst auch anzunehmen, dass Sozialhilfeabhängige unfähig sind, sich selbst zu engagieren, selbst Einsatzmöglichkeiten zu finden - wenn man sie darauf hinweist, dass das vielleicht etwas wäre ...(is ja immer noch freiwillig).
Das zeigt sich auch im Umgang mit denselben. Ich kenne einige davon, und die meisten waren ziemlich frustriert, dass sie da von einem Schamanen (mit Dr. der Psychologie) darauf getrimmt wurden, die Erwerbsarbeit zu vergessen und in Zukunft nun in diesem etwas halbgar organisierten Freiwilligenbereich hängen zu bleiben. Die meisten mit denen ich zu tun hatte, hätten gerne selbst ein Projekt gestartet, oder gemeinsam mit andern Interessierten. Aber genau in dem Bereich ist die Unterstützung = 0, obwohl von älteres Semestern mit einiger Berufliche wie Lebens-Erfahrung eben nicht erwartet werden kann, dass sie jeder neuen Furzidee mit Hurrah hinterherrennen. Dies dürfte der Hauptgrund sein, warum die Chancen für einen Wiedereinstieg ins Berufsleben bereits mit 40 zu kriseln beginnen - ausser man entwickle selbst was. Die Statistiken zeigen, dass um so länger gearbeitet wird, je mehr man selbst in seinen Arbeitsplatz investiert hat, je mehr man auch von seiner Arbeit überzeugt ist. Der Zwang, der auf die meisten Sozialhilfeempfänger ausgeübt wird, selbständige Tätigkeiten zu unterlassen und sich um Stellenausschreibungen zu bewerben, ist meines Erachtens unsinnig:
Entsprechend der Projektziele handelt es sich bei den Tätigkeiten, die von den Stadthelfern ausgeführt werden, zumeist um eigentliche Dotteliarbeit, z.B. Naturranger: dekoriert mit eigenem Gewand, tatsächlich aber immer noch: den Dreck einsammeln, den andere liegen lassen, und dank des Einsatzes, Gratiseinsatzes, vermutlich noch mehr tun werden. Auch bei andern Einsätzen, etwa "Betreung" der Notküche, da machen die "Freiwilligen" die Dotteliarbeit, also Karotten und Kartoffeln rüsten, bereits Kochen wird von "Spezialisten" erledigt ... die allerdings offensichtlich noch nie was von Gewürzen oder gar Kräutern gehört haben. Die Pflege der "Beziehungen" zu Obdachlosen ist natürlich qualifizierten Sozialarbeitern vorbehalten ...
Weniger dottelihaft, sondern anspruchsvoll aber ergiebiger, wären Anstrengungen (gewesen) die über den Hauptsatz der Selbstbeschränkung für Beschränkte hinausgeht: Soziale Kompetenz, lebenspraktische Kompetenzen und Selbstkompetenz erwerben:
Kerngedanke der sozialen Integration ist es, den Menschen Aufgaben zu geben, denen sie gewachsen sind und die für sie, wie auch für die Gesellschaft von einem eindeutigen Nutzen sind. Im Rahmen einer solchen Aufgabe können ausserdem wichtige soziale und emotionale Kompetenzen gefördert werden:
Dem letzten Punkt haben übrigens gerade die Selektionskriterien für die Stadthelfer selbst widersprochen, da sie sich kritische (die Gruppe störende) Mitglieder gleich von Anfang an verbot. (Vermutlich ein Grund, warum eine Bewerbung Meinerseits bereits 2005 abgelehnt wurde).
Dabei ist die Sache vom Grundproblem her eigentlich banal:
3.3 Zu starke Selbst-Begrenzungen Gerade wenn man Sozialhilfeempfänger entweder für Betrüger oder dann für Volltrottel hält, ist es natürlich schwierig, ein sinnvolles Konzept zu erarbeiten. Dieses hier war aber eindeutig zu sehr auf Volltrottel ausgerichtet ... und hat offenbar zu wenige davon gefunden.
Hilfe an Einzelne und Familien ist zwar NICHT per se gemeinützig - sondern nur wenn es Steuern spart ... Gerade diese Möglichkeit ist hier aber oft gegeben. In dem Bereich gibt es allerdings ein sehr altes Netz mit viel Erfahrung in Nachbarschaftshilfe, insbesondere NachbarNET von Peter Zemp, Erfahrung und Netzwerk sind auch vorhanden bei der GGG und koop, Quartierzentren und Ausländervereinen..
Ziel des Projektes Stadthelfer war die Eingliederung von Sozialhilfeempfängern ... nein, nicht primär in den Arbeitsmarkt, sondern ... in den 4. Arbeitsmarkt. Dies ist gescheitert, da kaum ein Teilnehmer nach 1 Jahr ohne "Betreeung" selbständig bei einer NGO (whatsoever) weiter gemacht hat. Daran ist vor allem eine gewaltige Illusion schuld, nämlich die, dass der gemeinnützige Bereich, gemeinnützige Institutionen, Organisationen, Vereine, NGOs quasi heilige seien, vor allem aber nur nette und sozial denkende, handelnde, engagierte Menschen. Pustekuchen. In dieser Welt ist der Anteil an herrsüchtigen, Arschlöchern, verträglichen, netten, ruhigen, lauten, besoffenen und nüchternen genau so hoch oder tief wie in der "normalen" Welt des 1. Arbeitsmarktes. Wer sich also engagieren will, hat genau die selben Integrationsprobleme wie in einem Betrieb (weshalb die Mehrheit der Schweizer lieber Spenden bezahlt als selbst was zu tun). Raten Sie mal, wie die ganze Serie von Artikeln, heute sehr gut besuchten Artikeln, mit dem Thema Gruppendynamik, Sozialpsychologie, Netzwerke, Cliquen, Clans und Clubs - Herrschaftsstrukturen über die Masse, Persönlichkeit und Persönlichkeitstests entstanden sind? Tja, eben ... 1 Jahr Erfahrungen als Mitglied eines dieser Saftläden (Planet 13), 1 Jahr als Raumnutzer (Computerkurse) eben der selben Struktur.
Dazu kommt, dass die Gründer von NGOs und ähnlichen Organisationen genau wie Selbständige dauernd Selbstausbeutung betreiben, und genau wie der kleine Gewerbler, der für ein Butterbrot 60 Stunden pro Woche in "seinem" Betrieb arbeitet ... und das selbe von seinen Angestellten erwartet, so erwartet die NGO natürlich von ihren "Mitarbeitern" Freiwillig und gratis jede Art von Überzeit und Extraarbeit zu leisten - zum Wohle der Gemeinschaft, was die Angelegenheit hier noch um einiges fieser macht.
Für die Klientinnen und Klienten ist der Einsatz freiwillig. Er steht grundsätzlich allen Sozialhilfebeziehenden offen. Die Projektteilnehmenden erhalten während der Projektdauer eine monatliche Integrationszulage von CHF 100.-.
Das ergab viele Diskussionen: a) sei es ja nicht mehr freiwilig, wenn dafür 100.- bezahlt würden. b) seien 100 zu wenig für so wichtige und grandiose Einsätze. c) seien 100 Fr. zu viel für 6 Stunden pro Woche. Tatsache ist, dass die 1000 Fr. bereits aufgebraucht werden durch die nötigen Fahrten hin zum Arbeitsort + die paar zusätzlichen Bierchen die man dort mit den Kollegen zu sich nimmt.
Der Einsatz soll in der Regel nicht mehr als vier bis sechs Stunden pro Woche in Anspruch nehmen.
Dies begründet sich a) in der erwünschten Beschränkung der Konkurrenz zum 1. Arbeitsmarkt, belegt b) dass es sich um absolut zulässige und zumutbare Einsätze handelt, die nicht mal am Rande auf Fron- oder Zwangsarbeit deuten lassen (ich übertreib halt manchmal gerne, sonst hört ja auch niemand hin ...) und c) sind die 6 Stunden eben doch eindeutig zu wenig für die Menschen, denen es wichtig ist, beschäftigt und in Gemeinschaft zu sein, etwas zu erleben, weil sie die andern 162 Stunden der Woche allein zu Hause verbringen.
Nach sechs bis 12 Einsatzmonaten des einzelnen Stadthelfers, der Stadthelferin, wird die Begleitung durch das Projekt beendet und der Stadthelfer, die Stadthelferin bleiben als normale Freiwillige in der Organisation im Einsatz.
Wozu also der ganze Kokolores? Dann sollten sich die Leute bewusst sein, dass die Sache länger dauern kann, und sich eine Organisation wählen, der sie die nächsten 2, 5, 10 oder gar 20 Jahre dienen möchten. Die Aufspaltung zwischen Stadthelfer und Einsatzorganisation ist hier eher unglücklich.
Vor einem Einsatz werden die interessierten Klientinnen und Klienten in einem Gruppencoaching und Gruppentreffen auf ihre künftigen Tätigkeiten vorbereitet und erhalten die nötigen Informationen über die Organisationen, die konkreten Einsätze und die benötigten Anforderungen.
Informationen über Anforderungen, ja woll, aber wo bleibt die Förderung, Ausbildung, Weiterbildung? Da hapert das ganze Ding ganz enorm bei dem Punkt, vor allem eben weil man bei den Kunden der Stadthelferei eigentlich Hopfen und Malz eh als verloren ansieht (wo man ehrlich ist ... und wo man unehrlich ist kann eben kein funktionierendes Projekt entstehen, weil die Basis dann nichts ist als Sand, Gefasel.).
So hat es sich gezeigt, dass es vor allem Institutionen im Altersbereich sind, die von sich aus auf das Projekt zugehen und Helfer anfordern. Von den Teilnehmenden zeigt jedoch nur eine kleine Zahl ein Interesse, sich in diesem Bereich zu engagieren. Ziel muss es daher sein, in den Bereichen Natur und Umwelt sowie Gastro und Events weitere Einsatzplätze zu schaffen. Es geht dabei nicht um das Schaffen eines Bedarfs, sondern um die Kontaktaufnahme und gute Positionierung des Projekts Stadthelfer bei den zuständigen Institutionen.
Viele Interessenten scheinen vor der Veranstaltung der Meinung zu sein, dass Freiwilligenarbeit hauptsächlich in Altersheimen oder im Forst passiert.
> Darum die umfassende Darstellung hier, denn diese beschränkte Phantasie herrscht nicht nur bei Besuchern der Stadthelfer-Infoveranstaltung. Den Stadthelferei geht es also eigentlich nur darum, Sozialhilfeempfänger bei gemeinnützigen Organisationen zu platzieren. Wären die Projektplaner ehrlich gewesen, hätten sie sich also sagen müssen: Wir müssen das Ding als Stellenvermittlung für problematische Personen in Arbeit ohne Bezahlung organisieren. Statt dessen wurde lang und breit über Soziales schwadroniert.
Bedingung der freiwilligen Einsätze:
Nicht marktfähige Tätigkeiten - keine Marktverzerrung, keine Subvention bestimmter Tätigkeiten, Produkte, Funktionen, Dienstleistungen.
Daraus ergäben sich Überlegung grundsätzlicher Art:
Wo und wie könnten "überflüssige", aber leistungfähige und leistungswillige eingesetzt werden?
Gerade anhand des Namens Stadthelfer Basel lässt sich einiges der Problematik erklären:
1. Schritt beim Aufbau eines Programmes Stadthelfer: Wo kann der Stadt geholfen werden – und wie hilft (wo möglich) das auch den Helfern aus ihrer Situation?
Die Privatwirtschaft verlegt Gewinne aufs Private, möglichst steuergünstig, also in die Kantone Zug & Co. Die Kosten für die Einsparungen, speziell für die eingesparten Arbeitskräfte bleiben dem Staat, sprich der Gemeinschaft, d.h. der Gemeinde. Diese soll aber ihrerseits diese Überflüssigen weder durch Transferzahlungen (Sozialhilfe) "Verwöhnen", sondern in den Kreislauf zurück zwängen, aus dem sie von der Wirtschaft entfernt wurden. Dabei darf sich Staat, Kanton und Gemeinde aber keinerlei wirtschaftlicher Mittel bedienen, keine spezifischen wirtschaftlichen Aktivitäten begründen, die ausserhalb des Marktes primär den Betroffenen zugunsten kämen: Keine Staatswirtschaft!
Die Ausgestossenen sollen also was sinnvolles tun - aber nichts, wofür sich Betriebe gern bezahlen lassen würden. Nun gibt es eigentlich einen solchen Bereich in dem das möglich wäre. Allerdings wurde auch der in den letzten Jahren vom Markt mindestens zum Teil erobert (NPM):
4.2.2 Die Allmend, das Gemeinschaftliche, das Volkseigentum und -vermögen.
Keine leichte Aufgabe, und dementsprechend sind auch die meisten Freiwilligeneinsätze eher seltsam und nicht besonders interessant s. Einsätze
Der Bereich in dem z.B. die ganzen Strukturen <Freiwilligkeit> der Stadtregierung (wie meist auch in Frankreich) angegliedert sind, Quartierentwicklung, kommt als Motiv zum freiwiligen Einsatz erst ganz am Ende vor. Es dürfte also relativ ungeschickt sein, soziale Freiwilligenarbeit hier zu situieren.
Die Reihenfolge der Motive lautet:
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Die Allmend als kommunale, gemeinsame Infrastruktur gesehen, würde folgende Art von Einsätzen erlauben:
Freiwillige, NGOs, NPOs, gemeinnützig Arbeitende vollbringen Leistungen, genauer meist Dienst-Leistungen ohne Gewinnorientierung, also ohne wirtschaftliche Ziele. Nun, bezahlen müssen sie ihre Ausgaben und Infrastruktur dennoch. Wie also tun sie das? Dafür gibt es drei Möglichkeiten:
Genau das Zielpublikum der Stadthelfer ist am wenigsten erpicht auf Freiwilligkeit:
Arbeitsose wie Migranten (mit Ausnahme Kindergarten/Schule) beteiligen sich unterdurchschnittlich an Freiwilligenarbeit, weil:
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Gut mit Menschen umgehen können, hohe Einsatzbereitschaft (ohne Bezahlung), Organisationstalent, Belastbarkeit, Fachwissen, Führungsqualitäten ... ja mei, da fragt es sich doch, wie denn unter Sozialhilfeabhängigen wohl solche Genies zu finden wären ... oder, warum diese trotz all der Begabungen bei der Sozialhilfe landen.
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Die Anforderungen sind in einigen Gebieten doch beträchtlich. Vor allem bei Rettungsdiensten, Gesundheit und Politik. Hier ergeben sich also vermutlich wenig Einsatzmöglichkeiten für unqualifizierte ältere Arbeitslose, die auf Sozialdienst getrimmt werden sollen.
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Auch bei den fachlichen Anforderungen sind Rettungsdienste, Gesundheit, berufliche Interessenvertretung, Jugend-Bildungsarbeit äusserst anspruchsvoll
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Dazu kommt, dass in eben diesen Bereichen die Nähe zur bezahlten Arbeit, also zu Arbeitsmarkt I, sehr hoch ist, das Risiko, durch gut gemeinte" Freiwilligenarbeit noch mehr Arbeitslose zu schaffen eben so hoch.
Die Anforderungen im 4. Sektor (Bürgergesellschaft, Freiwilligkeit) sind also genau so selektiv wie die am Arbeits-Markt. Die zum Helfen befriedeten (oder verdammten ...)geraten also in einen Bereich, in dem sie auch sonst nicht zuhause sind. Bei erfolgreicher Bewerbung und Einsatz können sie sich (andern meist weniger) die Markttauglichkeit bestätigen, bei Misserfolg, Scheitern, bestätigen sie sich allerdings ihre Untauglichkeit sogar für Freiwiligeneinsätze, also eigentlich ihre marktwirtschaftliche Invalidität (Unwert) ... was seltsamerweise aber ebenfalls als missbräuchlicher Grund für einen Antrag bei der IV gilt.
Soll der wohlmeinende Ansatz zum Tragen kommen: Bürgerschaftliches Engagement kann Erwerbsarbeit nicht ersetzen, aber es kann zur sozialen Integration Arbeitsloser beitragen, müssen zumindest in einem, eher abser mehreren der folgenden Punkte Erfolge erziehlt werden:
> Anerkennung
> Bildung / Qualifikation
> soziales Lernen
> Stärkung des Sozialen Kapitals - für Stadt wie Teilnehmer
+ soziale Integration
+ Selbstmanagement
Nun weicht hier allerdings auch die Bürgergesellschaft oft gerne aus, macht ein Schläufchen, und behauptet (weil sie eben doch präzise weiss, dass Arbeit im 4. Sektor nichts bringt, wenn die dort Arbeitenden nicht irgendwie zu Geld kommen): Im Zentrum steht allerdings die Engagementförderung und nicht eine Arbeitsmarkt- oder Beschäftigungspolitik.
Nun gut, dann würden die betroffenen eben für ihr Engagement bezahlt, nicht für ihre Arbeit ... Im Prinzip sind das ja Wortklaubereien, aber so oder so wird mit der Erweiterung des Denkens um dies paar Schlaufen etwas klarer, was zu tun ist:
Mit Blick auf die Zukunft des Engagements geht es daher um mehr als um Fragen angemessener Organisationstechniken, die die an einem Engagement interessierten Einzelnen bei ihren Motiven und Bedürfnissen „abholen“. ... Dabei geht es sowohl um den Neuerwerb von Fähigkeiten und eine mit dem Engagement verbundene Qualifizierung als auch um die Verwirklichung zentraler biografischer Pläne und Zielsetzungen. ... Die andere Variante dieser Motivstruktur besteht darin, dass mit dem Engagement ein „biografisches Thema“ verfolgt und umgesetzt wird (vgl. Jakob 2002a). Dies kann die Aufnahme einer Bildungslaufbahn, die Ausübung eines geliebten Hobbys oder die Erfahrung mit einem fremden Land und seiner Kultur sein. (Freiwilliger Einsatz Entwicklungszusammenarbeit. Realistischerweise aber kaum möglich aus der Position eine/r/s Arbeitslosen.)
Nichts davon war Ziel der Stadthelferei. Es ging kaum um die Bedürfnisse der Teilnehmer, mehr um das Bedürfnis, ihnen ein Angebot schmackhaft zu machen. Es ging nie um den Erwerb neuer Fähigkeiten. Abfall einsammeln, Velos betreuen, Katzen braten und Würste hüten ... pardon, umgekehrt natürlich, zähle ich definitiv nicht zu einer erwerbenswerten Fähigkeit. Obdachlose und Kinder betreuen kommt da schon etwas mehr hin, käme, denn hier würde das Kind (wie die Obdachlosen) vom betreuenden Sozialhelfer betreut, der Freiwillige aus der Sozialhilfe darf allenfalls Windeln wechseln und den Abfall raustragen.
Das hier wär dann schon etwas übertrieben für das gegebene Zielpublikum, stammt aber aus Empfehlungen gaaanz wichtiger Experten und Politiker für die Entwicklung der Bürgergesellschaft:
Für die Organisationsentwicklung ebenso wie für die Stärkung der Bürgergesellschaft sind Initiativen und Konzepte zur Qualifizierung, zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit und zur Organisation lebenslangen Lernens notwendig. Dabei geht es nicht nur um die Stärkung des Humankapitals für eine wettbewerbsfähige Qualitätsproduktion, sondern vielmehr soll durch den Aufbau neuer Fähigkeiten des Selbstmanagements eine neue Form der wirtschaftlichen Sicherheit mit den Erfordernissen einer flexiblen Ökonomie in Deckung gebracht werden.
Die Bahnhofspaten Liestal absolvieren immer zu zweit Präsenzdienst auf dem Bahnhofsgelände. Sie stehen den Reisenden mit Rat zur Seite und sollen besonders abends und nachts der Angst der Reisenden, allein auf dem unbemannten Bahnhof zu sein, vorbeugen. Die Bahnhofspaten werden in einem speziellen Kurs von den SBB in Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei geschult und erhalten für ihre Einsätze als kleine Anerkennung Tageskarten für das Bahnnetz. Das Projekt gibt es in Liestal und Biel und steht allen Freiwilligen offen.
In der Offenen Kirche Elisabethen leisten die Stadthelfer mit anderen Freiwilligen Präsenzdienst für die Kirchenbesucher. Sie sind Auskunftsperson, Ratgeber, Postkarten- und Kerzenverkäufer und haben auch immer ein offenes Ohr für die Trost und Rat suchenden Kirchengäste.
Im Alters- und Pflegeheim Johanniter sind Stadthelfer im Besuchs- und Fahrdienst tätig. Sie gehen mit Heimbewohnern im Park spazieren, einkaufen oder auch nur zum hausinternen Gottesdienst. Die Fahrdienstleistenden bringen einzelne Heimbewohner zum Arzt, zur Therapie oder fahren mit einer ganzen Gruppe auch mal ein paar Tage an den Thunersee.
Naturranger bei Pro Natura erstellen und pflegen Naturschutzreservate in der Region Basel. Sie werden bei ihrer Tätigkeit von einem Biologen angeleitet und lernen in der praktischen Arbeit viel über die heimischen oder zugewanderten Pflanzen- und Tierarten. Bei Pro Natura arbeiten die Stadthelfer immer in Gruppen, was von ihnen sehr geschätzt wird. Der Wunsch der Stadthelfer nach Einsätzen in der Natur und explizit auch im Naturschutz ist sehr verbreitet und die Möglichkeiten sollten ausgebaut werden.
Im Tageshaus für Obdachlose leisten Stadthelfer Tageseinsätze als Gastgeber und Mittagsköche. Sie achten darauf, dass sich die Besucher an die Regeln halten, verkaufen einzelne Zigaretten und bereiten ein einfaches Mittagessen zu. Die Stadthelfer im Einsatz müssen Zigarettenrauch aushalten, sozial kompetent sein und dürfen selber keine Suchtproblematik aufweisen.
Beim Mittagstisch und bei der Aufgabenhilfe der Robi-Spiel-Aktionen betreuen Stadthelfer zusammen mit dem Mittagsteam die Kinder beim Mittagessen und unterstützen sie nachher beim Erledigen der Hausaufgaben. Sie lesen aber auch eine Nachmittagsgeschichte vor, schlichten Streit und beantworten Hunderte von Fragen der bis zu 30 Kinder.
Auf dem Sportplatz Rankhof unterstützen die Stadthelfer das Gastroteam bei Sportanlässen und den Fussballspielen. Hier sind besonders diejenigen im Einsatz, die das runde Leder und die dazugehörigen Vereine lieben, gerne am Grill stehen und auch in hektischen Zeiten immer noch wissen, wer zuerst seinen Hot Dog bekommt.
Im Katzenhaus gehören Putzen und Streicheln zum Alltag der Stadthelfer. Aber auch Besuche beim Tierarzt, das Füllen all der Futternäpfe oder das Reparieren des Kletterbaums stehen auf dem Programm. Hier fühlen sich besonders Stadthelferinnen wohl, die auch schon mal eine Ferienkatze mit nach Hause nehmen.
Der Ansatz hier ist zur Abwechslung mal wieder theoretisch, zivilgesellschaftstheoretisch (Theorien haben den Vorteil, dass sich niemand persönlich angegriffen, übergangen oder missverstanden fühlen muss):
Organisationen der Zivilgesellschaft können folgende Funktionen erfüllen:
Hier würde natürlich die Beamtenschaft, insbesondere des verantwortlichen Sozialdienstes, die Funktion auf eine reine Dienstleistungsfunktion (Arbeitsfunktion) festlegen. Den Betreuern träumt zur Zeit davon, das Lokal zu vermieten ... worauf das Problem der Finanzierung auf die Mieter verlagert wäre, die Nutzung aber auch. Das 1. Management setzte den Fokus auf Selbsthilfe. Aber wo alle in einem Loch sitzen, ist keiner da, der raushelfen kann, sondern lauter kleine Münchhausens, die sich gegenseitig am Zopf aus dem Sumpf ziehen sollen.
Eigentlich besteht kein Grund, eine der Funktionen vorzuziehen oder wegzulassen. Einiges davon wurde im Text angetönt und wird in einer Kurzfassung für den Vorstand (Sitzung 10. August) nochmals zusammen gefasst und später hier publiziert werden. Von besonderem Interesse für viele der aktiv Mitwirkenden ist die Frage, wie weit von "Oben", das zurzeit äusserst diffus und unklar ist (Tarnmodus Selbsthilfeverein), ein themenanwaltschafltiche Meinungsbildung toleriert würde, wie weit der Ausbau einer Wissendatenbank betr. bürgergesellschaftlicher Institutionen und möglicher freiwilliger Einsätze finanzierbar und überhaupt wünschbar wäre, wie und ob die Vermittlungstätigkeit in die Zivilgesellschaft auf- und ausgebaut werden sollte, oder die Betreuung Lädierter vorrang hat (wobei man dann allerdings mal darüber diskutieren sollte, warum eigentlich so überhaupt noch eine Vorselektion stattfindet - und was den auch hier Deselektierten noch übrig bleibt, ausser in Alkohol und Depressionen - oder absolute Gleichgültigkeit - zu versinken.
Information, Reflexion, Entscheidungsfindung sind komplexe Abläufe.
Insbesondere würde sich das Stadthelferzentrum sehr als Ort eignen, an dem Aufgaben wie Beratung, Schulung, Information, Vernetzung, Absicherung, Anerkennung erst mal diskutiert, und dann aber auch angeboten werden könnten.
Da die Schule dem Auftrag der Erziehung mündiger Bürger nur beschränkt nachkommen kann, und auch das nur, solange die zukünfigen Bürger noch in der Schule sind, wäre gerade in Sachen demokratischer Mitentscheidung und Mitgestaltung der Erwachsenenbildung mehr Gewicht beizumessen:
Die Schule hat mit ihrem staatlich erteilten Bildungs- und Erziehungsauftrag in mehrfacher Hinsicht Bedeutung und Verantwortung für die Herausbildung bürgerschaftlicher Kompetenzen. Im Mittelpunkt des schulischen Bildungsauftrags, wie er in den Schulgesetzen der Länder formuliert ist, steht die Vermittlung kognitiver Wissensbestände. Genauso wichtig ist allerdings auch das Bildungsziel des mündigen Bürgers in einer demokratischen Gesellschaft.
Speziell auf die Stadthelferei zugeschnitten wäre hier der Ansatz von John Dewey, das kommunikative Problemlösen und die praxisorientierte kollektive Folgenabschätzung.
Dank grosszügigen Sachspenden des Theater Basel und der Fondation Beyeler (32 Theater-Freibillets und 10 Museumspässe), können interessierte Stadthelfer mal wieder ins Theater oder ins Museum. Für die Stadthelfer waren diese Beiträge wichtige Anerkennungssignale ihrer Einsätze. In den Gruppentreffen konnte eingeführt werden, dass sich jemand konkret um das Theaterprogramm kümmert und man sich für den Theater- oder Museumsbesuch organisiert. Auch hier können in der sozialen Gemeinschaft Schwellenängste zum Kulturangebot abgebaut werden, da für viele der letzte Theaterbesuch oft mehr als zehn Jahre zurückliegt. Die Teilhabe am kulturellen Leben stellt für die Stadthelfer somit ein erstrebenswertes Ziel dar, dessen Zugangsschwelle aber erst sozial (und finanziell) überwunden werden muss.
Ein Antrag darauf, Seitens des Wissenscafes, ist aber schon im ersten Anlauf gescheitert. Wo Ausgeschlossene zu Bürokraten werden, wird die Sache meist ziemlich haarig ...
Hier ist generell in Basel nix zu meckern, denn es gibt derart viele Möglichkeiten, dennoch bleibt immer noch eine Menge zu tun. Auch hier gäbe es beträchtliche Einsatzmöglichkeiten von Freiwilligen jeder Art. Der starke soziale Zusammenhalt von Familie und Gesellschaft, über den die meisten Imigranten verfügen, hilft ihnen zwar, nicht unter zu gehen vor lauter Frust und Ablehnung, sich selbst zu bleiben - nicht aber, diese seltsame Gesellschaft besser zu verstehen, in der sie gelandet sind. Sprachkurse, einfachste Kommunikation, also Konversation, Helfen bei der Förderung gegeneitigen kulturellen Verständnisses. s. Vorschläge Bildungsbörse
Basel ist eine Kulturstadt, in der sich gerade die Reichsten immer gerne hinter dem Humanismus verstecken. Sieht man Kultur nicht nur als Theater, Kino, Fastnacht und FCB, dann wäre da eine Riesenarbeit zu leisten, die eh meist nicht bezahlt wird, und bei der die vielen, von Sozialhilfe abhängigen Künstler, grad am richtigen Ort eingesetzt werden könnten.
Es ist», sagt Anette Stade, «wie ein Rennen auf einer Autobahn, auf der nie eine Raststätte kommt». Wer Stadthelfer werden will, muss den Mut haben, dieses Rennen aufzugeben und in einem viertägigen Gruppenseminar zu sich selbst zu kommen: Was möchte ich eigentlich? Wo liegen meine Stärken? Wie kann ich sie in die Gruppe einbringen und in die Gesellschaft, also in die Stadt Basel? Das Gros der Teilnehmenden sind Männer um die 50.
DAS Problem der Berufswahl ist hier sehr kurz gefasst: Was kann ich, was interessiert mich - wofür bezahlt mich der Markt. Bezahlt der Markt nicht mehr: Was kann ich - was interessiert mich - was interessiert die Stadt? So weit immer noch ein positiver und akzeptabler Ansatz, der nicht unter das fällt, was ich als Fronarbeit bezeichne. Allerdings lautet das Problem am Markt eben heute ganz anders: Was kann ich (lernen) - wofür bezahlt der Markt - und wie lange? Das erfordert eine ganz andere Lebensplanung als die, mit der unsere Eltern aufgewachsen sind und wir (also ich sag das als Jahrgang 55). Dies erfordert noch einen ganz andern Ansatz wenn man über 40 oder gar 50 ist, und der Markt am liebsten gar nichts mehr bezahlt.
Hier war die Stadthelferei allerdings extrem inkonsistent. Einerseits redet man dauernd von Integration und/oder Gemeinnützigkeit, also Arbeit die dem Staat (Steueramt) Geld wert ist, andererseits werden die Betreuten betuttelt und auf Sinn, Wert, Wirkung, Bedeutung der "neuen Arbeit" eingeschworen, die sie nun für die Allgemeinheit leisten sollen: Als Seminarleiter holte sie den Psychotherapeuten Carlo Zumstein. Der 59-Jährige befasst sich mit schamanistisch-spirituellen Denkweisen.
Hier passierte eben der Schabernack, den viele schon bloss des Titels wegen befürchten würden: Eine Phase eures Lebens ist vorbei ... etwas Neues ... Die Verpflichtung auf <nie mehr bezahlt werden für Arbeit>, also permanent Sozialfall im Dienste der Stadt Basel, der Bürgergesellschaft, bis zur Pension, war für die meisten die das mitgemacht haben nicht grad erfreulich. Gut gemeint, aber eben ... .
Die Wünsche der Stadthelfer nach interessanten, verschiedenen Einsatzplätzen und der Anspruch der Projektleitung, sich möglichst nicht konkurrenzierend zu Lohnarbeitsplätzen zu positionieren, stellt eine ständige Gratwanderung dar, die nie zur Zufriedenheit aller Seiten gelöst werden kann. Trotz des Festhaltens an den Standards der Freiwilligenarbeit von Benevol Schweiz passieren immer wieder Vermischungen. Dies besonders, wenn einzelne Institutionen merken, dass ‹ihr Stadthelfer› gerne noch mehr als vier bis sechs Stunden in der Woche helfen möchte, und man dann auf die Idee kommt, ihn einfach an Stelle von Stundenarbeitern einzusetzen, ihm aber weiterhin dafür keinen Stundenlohn zahlt. Schwierig wird es dann, wenn der Stadthelfer diesen Einsatz gerne macht und die Projektleitung einen guten Weg für alle Beteiligten finden muss.
STATISTISCHE DATEN 2006 [S. 44]:
125 Personen wurden für eine Infoveranstaltung eingeladen
80 Personen haben eine Informationsveranstaltung besucht
57 haben den Einstieg ins Projekt gemacht
Von den vierzig Stadthelfern, welche erfolgreich die Vermittlungsphase durchlaufen haben, sind
28 im Einsatz
4 (wieder) in der Vermittlungsphase
8 ausgetreten
Austrittsgründe
3 persönliche Gründe
3 gesundheitliche Gründe
1 Ausschluss durch Projektleitung
1 Unstimmigkeit mit den Projektinhalten
> Die Anzahl der Vermittelten wie die Dauer der Einsätze sind schlicht und einfach Pipifax. Das ganze ist sehr kleinkarriert, organisatorisch aufwändig - wirkungsmässig minim.
Die Massnahmen der Sozialhilfe zur Integration in Arbeit müssen zudem effektiv sein und in einem vertretbaren Kosten-Nutzenverhältnis stehen. Das führt zu einer internen Auswahl mit dem Ziel, möglichst nur diejenigen Klientinnen und Klienten in die teuren Massnahmen der beruflichen Integration zu schicken, bei denen eine realistische Erfolgsaussicht besteht. Bei dieser Triagierung müssen aber Menschen unberücksichtigt bleiben, die zwar willens sind, etwas zu leisten, die aber vom Arbeitsmarkt nicht mehr aufgenommen werden.
Stade sucht ihre Stadthelfer aus, als wäre sie eine Headhunterin. Die Einstiegshürden legt sie ziemlich hoch: gute mündliche Deutschkenntnisse, keine akute Sucht- oder psychische Erkrankung, intakte Selbstkompetenzen.
Wir haben hier, genau wie bei den längst als wenige erfolgreich erkannten Projekten des sekundären Arbeitsmarktes das Problem des creaming off: Die Projektleiter wählen sich die Personen aus, von denen sie am ehesten denken, dass die rasch wieder Arbeit finden - was sie dann sich oder dem Projekt als Erfolg anrechnen können. Diese Selektion wird verstärkt durch den <Marktplatz>, an dem sich auch hier die Beteiligten "verkaufen" müssen.
Man kann allerdings nicht verneinen, dass es effektiv Probleme, d.h. konkret, Personen mit Problemen gibt, die einen die glatten Wände hinauf jagen. Dazu gehören insbesondere Drogensüchtige, also auch Alkoholiker, die oft ihr Hirn dermassen weggesoffen haben, dass eine Diskussion nicht mehr möglich ist, sondern bloss noch endlose Schlaufen der Konfabulation durchlaufen werden.
Die selbe Inkonsistenz, die nur verwirren kann, und die Angelegenheit unglaubwürdig macht, ist die Tatsache, dass für Sozialhilfeabhängige die älter als 43 (?) sind, Kurse und Weiterbildung kaum finanziert werden. Die Sozialhilfe findet sich also damit ab, das sich Aufwand hier kaum mehr lohnt, weil die Leute sowieso keine anständige Stelle mehr finden - setzt aber Druck auf bis 63, dies trotzdem zu tun. Das ist zwar nicht grad Tier-, aber doch Sklavenquälerei.
Was die Stadthelferei betrifft, so ist inoffiziell absolut klar und deutlich zu hören, dass die dort engagierten eigentlich als abgeschrieben gelten, man also nicht erwartet und auch nicht erwarten kann, dass sie wieder eine bezahlte Stelle finden. (Nebenbemerkung: Es handelt sich um ein Resultat der im Jemen trainierten qualitativen Soziologie, die wieder mal meine alte These bestätigt, das Auskünfte die man privat, ohne Fragebogen, bei einem Bier oder so erhält, ehrlicher sind als Antworten auf offizielle Befragungen, also ergiebiger für die Auswertung des Problems.)
Ein Drittel der Nichterwerbspersonen betreut Familienangehörige (in einem anderen Haushalt), Nachbarn oder Kinder von Drittpersonen (Erwerbstätige: 23% im Jahr 2006). Dagegen engagieren sie sich nicht häufiger in Institutionen, Vereinen, oder politischen Parteien. Im Gegenteil: Lediglich 23% der Nichterwerbspersonen üben eine solche Tätigkeit aus, verglichen mit 30% der Erwerbstätigen. [S. 18]
Man ersieht daraus zweierlei: a), dass die Arbeitslosen NICHT weniger freiwillig tätig sind, aber lieber informell, was auch daran liegen könnte, dass die formelle Freiwilligenarbeit immer höhere professionelle Ansprüche stellt. b), dass die meisten Statistiken betr. Abbaus oder gar internationalen Vergleichs von Sozialkapital ganz einfach nichts taugen, weil sie unscharf, falsch oder gar nicht unterscheiden zwischen formeller und informeller freiwilliger Tätigkeit, wobei erstere eben der Statistik (besser den Statistikern) viel leichter zugänglich ist, zweitere einen enormen Aufwand bedingt.
Stadthelfer will ältere aussichtslose Arbeitslose motivieren, formell freiwillig tätig zu werden. Vielleicht war das ja das Problem ... nebst der Tatsache, dass niemand wirklich ehrlich sagt, worum's eigentlich geht.
[BFS Aktuell. Erwerbstätigkeit der Personen ab 50 Jahren. Neuchâtel, Februar 2008]
Von der Erwerbslosenquote her - eigentlich kein Problem. Als Freiwilligeneinsatz wäre von hier aus eigentlich die Weitergabe von Erfahrungen an die <Neu-in-die-Arbeitswelt-eintreten-Sollenden> zu empfehlen, aber womöglich trifft hier bloss Frust auf Frust und fördert Frust.
[Wichtigste Ergebnisse der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung SAKE 2008 in Kürze]
Thomas Kessler, Leiter Kantons- und Stadtentwicklung im Präsidialdepartement: http://www.entwicklung.bs.ch/links-stadtentwicklung.htm
Einrichtung der Koordinationsstelle Freiwilligenarbeit anfangs 2009: http://www.entwicklung.bs.ch/stadtteilentwicklung-freiwilligenarbeit
Projekte:
Andere Anlaufstellen und Infos:
Martin Herzog, Dipl. Ing. ETH., Basel, 22.7.09