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Martin Herzog

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  1. Gedanken zum IQ
  2. Was ist das eigentlich, der IQ ?
  3. Intuition und Kreativität
  4. Intelligenz, Präsentation, Erfolg
  5. Gehirn und Gedächtnis
  6. Zur Vererbung der Intelligenz
    1. Der Flynn-Effekt
  7. Die Abhängigkeit des regionalen IQs von der Wirtschaftslage

7 Die Abhängigkeit des regionalen IQs von der Wirtschaftslage

 Dass der IQ vorwiegend erblich bedingt ist, führt zu einigen sozialen und politischen Problemen, wie sie insbesondere der ... Volkmar Weiss www.volkmar-weiss.de aufgegriffen hat. Seine Thesen vom regionalen brain drain wurden nun von Heinz J. Ebenrett / Dieter Hansen / Klaus J. Puzicha, in: Verlust von Humankapital in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit, s. http://www.bpb.de/popup_druckversion.html?guid=LENL2A & http://www.bpb.de/publikationen/LENL2A,0,0,Verlust_von_Humankapital_in_Regionenmit_hoher_Arbeitslosigkeit.html#art0 bestätigt.

Inzwischen belegte Thesen:

  1. Schlechte ökonomische Rahmenbedingungen beeinträchtigen die Qualität des Bildungsangebots und die Lebensqualität der in den betroffenen Regionen wohnenden Menschen, fehlen doch die Mittel für förderliche Investitionen.
  2. Fehlende Wirtschaftskraft hat Defizite im Bildungswesen und in der Lebensqualität der Menschen zur Folge. Diese wiederum wirken sich negativ auf die intellektuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus.
  3. Wirtschaftlich starke Regionen sind eher Zuzugs-, wirtschaftlich schwache Regionen eher Fortzugsgebiete. Zu einer innerdeutschen Mobilität sind besser gebildete, für die intellektuelle Förderung ihrer Kinder aufgeschlossene Familien eher bereit.
  4. Das regionale Intelligenz-Niveau hängt in unerwartet hohem Ausmaß von der jeweiligen Arbeitslosenquote ab.
  5. Abwanderung aus einer Region - wesentlich bedingt durch Arbeitslosigkeit - verstärkt die Tendenz zu einem unterdurchschnittlichen Intelligenzniveau.
  6. Wirtschaftskraft und Urbanität bedingen nur mittelbar (über die Arbeitslosenquote und die Binnenwanderung) die Unterschiede im Intelligenzniveau.
  7. Mit höherer Wirtschaftskraft und Urbanität steigt auch die regionale Abiturientenquote. Diese zeigt jedoch keine nennenswerten Auswirkungen auf das durchschnittliche Intelligenzniveau.
Die Ethologie widerspricht hier allerdings. Kanadische Ornithologen haben herausgefunden, dass Vögel mit grossen Hirnen eher zu Hause bleiben, was sie sich leisten können, da sie in der Futtersuche kreativer sind. Die Kleinhirnigen müssen jedes Jahr eine Wanderung von tausenden von Kilometern unternehmen. Die von der Wirtschaft gerne geforderte Mobilität treibt also offenbar eher die Kleinhirnigen zur Wanderung an. Selber schuld, muss man da der Wirtschaft antworten.

Die Untersuchungen stimmen darin überein, dass Mobilität "primär eine Wanderung von Höherqualifizierten" ist. In erster Linie sind es junge und gut ausgebildete Menschen, die Arbeitsplätze außerhalb ihrer Wohnregion suchen und finden. Bezogen auf die Wanderungsbewegungen zwischen Ost und West stellt Hartmut Wendt hierzu fest, dass der typische Westwanderer " jung, gut gebildet und qualifiziert, von Arbeitslosigkeit bedroht oder bereits Westpendler" ist.

Umso bemerkenswerter ist die Feststellung, dass trotz der sehr großen Schwankungsbreite die jeweilige Abiturientenquote in unserer Untersuchung so gut wie keine Auswirkung auf das regionale Intelligenzniveau zeigt. Entgegen unseren Erwartungen gibt es viele Regionen, in denen hohe Abiturientenquoten mit niedrigen RDI einhergehen und umgekehrt.

Die Etikettierung dieses Phänomens als "brain drain" im Sinne von Volkmar Weiss[21] scheint uns angemessen. Die absehbare Entwicklung ist ein Circulus vitiosus von kontinuierlicher Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der beruflichen Qualifikation der (übrig gebliebenen) Bevölkerung.

Insbesondere sprechen die Ergebnisse dafür, in Arbeitslosigkeit und Abwanderung nicht weniger bedeutsame Bedingungsfaktoren für Schulleistungsunterschiede zu sehen als z.B. in Schulformen, Klassengrößen und sonstigen Rahmenbedingungen des Bildungs- und Ausbildungssystems.

Ländervergleiche sind also mit einiger Vorsicht zu geniessen. Auch hier deutet die direkte Beziehung von IQ zu Prüfungsresultaten darauf hin, dass nebst dem IQ die Qualität und das Anspruchsniveau der Ausbildung dafür entscheidend sind (s. Flynn-Effekt). Auch Ländervergleiche belegen, wie die Pisa-Studie, dass Fernost massiv am Aufholen ist. Asiatische Kinder liegen durchschnittlich um 7 Punkte über Kindern der USA (Hongkong sogar um 17 - was gleich das Problem zeigt, denn hier handelt es sich um statistischen Humbug. Hongkong ist ein Stadtstaat. Es fehlen also die ländlichen Regionen die generell über tiefere IQs verfügen. Shanghai etwa verfügt über bloss 1% Bauern, in Hongkong dürften die Verhältnisse ähnlich sein.). Holland und Deutschland liegen 13 Punkte über Frankreich, die Schweiz, für einmal kein Sonderfall, liegt im Mittelfeld. [Um ein klares Bild zu erhalten, müssten man die Werte nach Stadt- und Landbevölkerung stratifizieren.] Offenbar scheint ihr das nicht zu liegen, so sollen nun sogar die Kindergärtnerinnen über eine Matura verfügen müssen, damit bereits bei Vorschulkindern damit begonnen werden kann, sie mit "Wissen" abzufüllen. Der nächste Schritt ist dann vermutlich der Gentest am Fötus, über den bereits bestimmt wird, bis zu welcher Selektionsklasse das Kind es schaffen kann, was dann dazu führt, dass die 55% Föten mit IQ unter 115 entfernt werden, da man in dieser Gesellschaft ohne Matur offenbar eh zu nichts mehr zu gebrauchen ist.

Martin Herzog, Dipl. Ing.ETH, WEBDESIGN, Rheinfelden. 24.7.03

Kürzlich wurde wieder mal ein politisches Theater geliefert um eine pisa-ähnliche Studie mit Ländervergleich:  Adult Literacy and Lifeskills Survey (ALL).

Kommentar: Bevor wir kollektiv wieder in die Knie gehen wegen eines weiteren überflüssigen Tests und das Geschrei von wegen unzureichender Bildung verstärken, sollte man sich mal die Fragen ansehen [ http://nces.ed.gov/surveys/all/items.asp ] , auf denen der Test beruht. Diese sind derart banal, dass sie jedem mit einem IQ über 100, also der Hälfte der Bevölkerung, so langweilig sind, dass er die Fragen vermutlich schon gar nicht ernst nimmt. Sie sind mit minimalem Bildungsniveau zu beantworten. Die Unterschiede zwischen den Ländern dürften also auf unzureichende Stratifizierung und Stichprobenumfang zurückzuführen sein, eine Vermutung, die dadurch bestätigt wird, dass für Alter und insbesondere Herkunft kein Unterschied gefunden werden konnte. Die Interpretation, dass dieser Test ein Beleg für ungenügende Bildungsanstrengungen sei, belegt dazu noch, dass die hervorragende Position der Schweiz in Mathematik offensichtlich unverdient ist, da nicht mal bei der Elite der Interpretatoren ein ausreichendes Verständnis für Statistik vorhanden ist.
Das schlechtere Absagen der Welschen ist sicher nicht auf ein schlechteres Bildungsniveau zurückzuführen, denn dieses ist einges höher als in der Deutschschweiz [ http://www.brainworker.ch/Bildung/bildung&arbeitslosig.htm ], sondern darauf, dass die Welschen nicht jede Befragung todernst nehmen und damit etwas leger (unkonzentriert) umgehen. Und die Jüngeren haben vermutlich besser abgeschnitten, weil sie noch an die Autorität von Befragern glauben (müssen).