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Webmaster und Internet-Redaktor Martin Herzog
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Hilft Bildung gegen Arbeitslosigkeit? Die (höhere) Bildungspolitik der Schweiz |
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7 Die Abhängigkeit des regionalen IQs von der Wirtschaftslage
Dass der IQ vorwiegend erblich bedingt ist, führt zu einigen sozialen und politischen Problemen, wie sie insbesondere der ... Volkmar Weiss www.volkmar-weiss.de aufgegriffen hat. Seine Thesen vom regionalen brain drain wurden nun von Heinz J. Ebenrett / Dieter Hansen / Klaus J. Puzicha, in: Verlust von Humankapital in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit, s. http://www.bpb.de/popup_druckversion.html?guid=LENL2A & http://www.bpb.de/publikationen/LENL2A,0,0,Verlust_von_Humankapital_in_Regionenmit_hoher_Arbeitslosigkeit.html#art0 bestätigt.
Inzwischen belegte Thesen:
| Die Ethologie widerspricht hier allerdings. Kanadische Ornithologen haben herausgefunden, dass Vögel mit grossen Hirnen eher zu Hause bleiben, was sie sich leisten können, da sie in der Futtersuche kreativer sind. Die Kleinhirnigen müssen jedes Jahr eine Wanderung von tausenden von Kilometern unternehmen. Die von der Wirtschaft gerne geforderte Mobilität treibt also offenbar eher die Kleinhirnigen zur Wanderung an. Selber schuld, muss man da der Wirtschaft antworten. |
Die Untersuchungen stimmen darin überein, dass Mobilität "primär eine Wanderung von Höherqualifizierten" ist. In erster Linie sind es junge und gut ausgebildete Menschen, die Arbeitsplätze außerhalb ihrer Wohnregion suchen und finden. Bezogen auf die Wanderungsbewegungen zwischen Ost und West stellt Hartmut Wendt hierzu fest, dass der typische Westwanderer " jung, gut gebildet und qualifiziert, von Arbeitslosigkeit bedroht oder bereits Westpendler" ist.
Umso bemerkenswerter ist die Feststellung, dass trotz der sehr großen Schwankungsbreite die jeweilige Abiturientenquote in unserer Untersuchung so gut wie keine Auswirkung auf das regionale Intelligenzniveau zeigt. Entgegen unseren Erwartungen gibt es viele Regionen, in denen hohe Abiturientenquoten mit niedrigen RDI einhergehen und umgekehrt.
Die Etikettierung dieses Phänomens als "brain drain" im Sinne von Volkmar Weiss[21] scheint uns angemessen. Die absehbare Entwicklung ist ein Circulus vitiosus von kontinuierlicher Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der beruflichen Qualifikation der (übrig gebliebenen) Bevölkerung.
Insbesondere sprechen die Ergebnisse dafür, in Arbeitslosigkeit und Abwanderung nicht weniger bedeutsame Bedingungsfaktoren für Schulleistungsunterschiede zu sehen als z.B. in Schulformen, Klassengrößen und sonstigen Rahmenbedingungen des Bildungs- und Ausbildungssystems.
Ländervergleiche sind also mit einiger Vorsicht zu geniessen. Auch hier deutet die direkte Beziehung von IQ zu Prüfungsresultaten darauf hin, dass nebst dem IQ die Qualität und das Anspruchsniveau der Ausbildung dafür entscheidend sind (s. Flynn-Effekt). Auch Ländervergleiche belegen, wie die Pisa-Studie, dass Fernost massiv am Aufholen ist. Asiatische Kinder liegen durchschnittlich um 7 Punkte über Kindern der USA (Hongkong sogar um 17 - was gleich das Problem zeigt, denn hier handelt es sich um statistischen Humbug. Hongkong ist ein Stadtstaat. Es fehlen also die ländlichen Regionen die generell über tiefere IQs verfügen. Shanghai etwa verfügt über bloss 1% Bauern, in Hongkong dürften die Verhältnisse ähnlich sein.). Holland und Deutschland liegen 13 Punkte über Frankreich, die Schweiz, für einmal kein Sonderfall, liegt im Mittelfeld. [Um ein klares Bild zu erhalten, müssten man die Werte nach Stadt- und Landbevölkerung stratifizieren.] Offenbar scheint ihr das nicht zu liegen, so sollen nun sogar die Kindergärtnerinnen über eine Matura verfügen müssen, damit bereits bei Vorschulkindern damit begonnen werden kann, sie mit "Wissen" abzufüllen. Der nächste Schritt ist dann vermutlich der Gentest am Fötus, über den bereits bestimmt wird, bis zu welcher Selektionsklasse das Kind es schaffen kann, was dann dazu führt, dass die 55% Föten mit IQ unter 115 entfernt werden, da man in dieser Gesellschaft ohne Matur offenbar eh zu nichts mehr zu gebrauchen ist.
Martin Herzog, Dipl. Ing.ETH, WEBDESIGN, Rheinfelden. 24.7.03
Kürzlich wurde wieder mal ein politisches Theater geliefert um eine pisa-ähnliche Studie mit Ländervergleich: Adult Literacy and Lifeskills Survey (ALL).
Kommentar: Bevor wir kollektiv
wieder in die Knie gehen wegen eines weiteren überflüssigen Tests und das
Geschrei von wegen unzureichender Bildung verstärken, sollte man sich mal die
Fragen ansehen [
http://nces.ed.gov/surveys/all/items.asp ] , auf denen der Test beruht.
Diese sind derart banal, dass sie jedem mit einem IQ über 100, also der Hälfte
der Bevölkerung, so langweilig sind, dass er die Fragen vermutlich schon gar
nicht ernst nimmt. Sie sind mit minimalem Bildungsniveau zu beantworten. Die
Unterschiede zwischen den Ländern dürften also auf unzureichende Stratifizierung
und Stichprobenumfang zurückzuführen sein, eine Vermutung, die dadurch bestätigt
wird, dass für Alter und insbesondere Herkunft kein Unterschied gefunden werden
konnte. Die Interpretation, dass dieser Test ein Beleg für ungenügende
Bildungsanstrengungen sei, belegt dazu noch, dass die hervorragende Position der
Schweiz in Mathematik offensichtlich unverdient ist, da nicht mal bei der Elite
der Interpretatoren ein ausreichendes Verständnis für Statistik vorhanden ist.
Das schlechtere Absagen der Welschen ist sicher nicht auf ein schlechteres
Bildungsniveau zurückzuführen, denn dieses ist einges höher als in der
Deutschschweiz [
http://www.brainworker.ch/Bildung/bildung&arbeitslosig.htm ], sondern darauf,
dass die Welschen nicht jede Befragung todernst nehmen und damit etwas leger (unkonzentriert)
umgehen. Und die Jüngeren haben vermutlich besser abgeschnitten, weil sie noch
an die Autorität von Befragern glauben (müssen).