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Webmaster und Internet-Redaktor Martin Herzog
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Hilft Bildung gegen Arbeitslosigkeit? Die (höhere) Bildungspolitik der Schweiz |
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5 Gehirn und Gedächtnis (dies ist eine erste und alte Version von 2003. Eine neue, umfassendere unter Das Gehirn und der Geist: Kybernetik des Geistes)
5.1 Der
präfrontale Cortex
unterstützt die Aufmerksamkeit auf ein Ziel und unterdrückt störende
(zusätzliche, ablenkende) Komponenten bei der Verhaltensausführung. Er führt
Geruchs-und Geschmacksinformation mit visueller zusammen. Wahrscheinlich
reguliert er auch das Gefühl der Angst.
Dabei kommt ihm allerdings oft das limbische System in die Quere,
das durch die Aussicht auf rasche Belohnung, insbesondere Geld, oder
Bestrafung zu übereilten Entscheidungen führen kann.
5.2 Das limbische System ist die Zentralstelle des endokrinen, vegetativen und psychischen Regulationssystems. Es verarbeitet Reize aus dem Körperinneren und von außen. Das limbische System steuert das emotionale Verhalten und damit das Motivationsgefüge von Mensch und Tier.
Das limbische System ist ein Gedächtniszentrum für emotional geladene Informationen - das rascher reagiert als das bewusste Denken. Entschlossenes Handeln zum rechten Zeitpunkt erfolgt durch das limbische System, das Informationen filtert und Denkprozesse verkürzt

Störungen des
limbischen S.s führen zu Störungen der emotionalen Verhaltensweisen
und beim Tier zu Störungen des artspezifischen Verhaltens. Bei Epilepsien
und Psychosen lassen sich häufig Störungen des limbischen S.s nachweisen,
wobei deutliche Verhaltensänderungen (z.B. Wutanfälle, Angstgefühle,
Geruchshalluzinationen usw.) auftreten. Begleitet werden diese von vegetativen
Reaktionen wie z.B. Änderungen des Blutdrucks
http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/Projekte/PLex/PLex/lemmata/l-Lemma/limbisch.htm
Das limbische System sollte unser Leben nach innen und Aussen stabil und konstant halten. Dies tut es immer noch, durch Verdrängung unserer biologischen Konkurrenten von dem von uns beanspruchten Territorium. Der Drang nach Beherrschung, der Drang nach Oben, stellt letztlich ein animalisches Überlebensprinzip dar.
Es handelt sich hier also um das Organ, das die berühmte Verbindung zwischen Geist und Körper herstellt und somit hinter dem Ausspruch: Mens sana in corpore sano steht.
Hier herrscht der alte Affe über den Intellekt. Warum sonst verbringen die Kaderleute die meiste Zeit damit, Positionen und Territorien gegenüber ihren Konkurrenten zu verteidigen oder zu vergrössern?
Emotionen besiegen meist rationale Entscheidungen. Auf dieser Basis beruht die meiste Werbung, die meist auf Bewunderung, Angst, Neid, Missgunst, Aggression, Angst, schlechtes Gewissen, Solidaritätsgefühl oder ähnliches beruht.
Hier liegt die Ursache, dass die Masse sinnlosen Modetrends folgt, dass die Wirtschaft nicht stabil, sondern zyklisch verläuft, dass wir beim Essen, Trinken und andern Hobbys oft über die Stränge schlagen und uns in der Freizeit weiter konkurrieren, statt zu entspannen.

5.3 Der "anterior cingulate cortex" (E) nimmt die Ratschläge des präfrontalen Cortex und des limbischen Systems auf und wählt aus, welchem zu folgen ist. Verändert sich nur eine Bedingung ein klein wenig, so kann dies die Wahl komplett verändern und eine abrupte Verhaltensänderung zur Folge haben. Hier also entsteht das Problem des intuitiven Denkens. [Ich entscheide - und dann erst begründe ich. Interview von Christoph Koch durch Bruno Affentranger. CASH 1. Sept. 05. S. 36-39]
5.4 Interessant sind auch noch folgende Hirnregionen:
Corpus
striatum: Gewöhnt sich rasch an neue Anregungen und reagiert auf neues,
unerwartetes. Spricht auf überraschende Belohnungen (Bonus, Geschenke) an.
Hier dürften Langeweile und der Drang zum Event ihren Sitz haben.
Mandelkern (Amygdala): Signale vom Auge laufen z.T. über den Mandelkern, der rascher, wenn auch weniger präzise, reagiert. Wichtig ist der Mandelkern z.B. dafür, dass man sich erinnert, wovor man sich zu fürchten hat. Wir einer Versuchsratte der Mandelkern herausoperiert, so geht sie munter auf eine schlafende Katze los und knabbert an deren Ohr.
Anterior Insula: Reagiert heftig auf Ungerechtigkeiten, Ablehnung und Verletzungen. Regt also an, Betrüger zu bestrafen, sich fair zu verhalten - kann aber auch Überreaktionen wie Wutausbrüche veranlassen. Hier logiert also der Ursprung von Ethik und Gesetz.
Nucleus accumbens: Ist ein Element des eingebauten Belohnungssystems, das, wer hätte das gedacht ... mit Drogen arbeitet. Der Nucleus accumbens verarbeitet z.B. Alkohol und Rauchen zu Glücksgefühlen - aber auch, und hier haben wir ein Problem, Geld. Geld stellt offenbar für den Nucleus accumbens einen ähnlichen Anreiz dar wie Sex oder Kokain. Das erklärt, warum Geld weitaus mehr Bedeutung usurpiert hat als ihm auf Grund seines Tauschwertes zukäme. Das macht aber auch deutlich, besonders bei Betrachtung der Zustände in Hongkong, dass der wirtschaftliche Wettbewerb den Sex, und damit die Erhaltung der menschlichen Rasse, von zwei Fronten her angreift: Vom Nucleus accumbens her, der Sex durch Geld ersetzt, und durch den Wettbewerbsstress, der, ähnlich dem Krieg, die Prioritäten so verschiebt, dass die Erhaltung der Rasse gegenüber der Selbstherhaltung im Nebel einer unsichtbaren, unwägbaren und vermutlich unbezahlbaren Zukunft verschwindet. Die sexbesessene Psychoanalyse nach Freud sollte also dringend ersetzt werden durch eine Denk-Analyse, welche offen ist für alle Denk-Stücke und Denk-Bestandteile, wie sie nun eben bei Menschen vorkommen. Je nach dem mit was er sich grad vorzugsweise rumärgern muss, scheint er Sex dabei fast völlig vergessen zu können.
Hier, im Nucleus accumbens liegt die Basis für Spiel- wie Geldsucht.
Gott sei dank gibt es aber auch noch den
Neokortex [Hirnrinde]. Hier ist der Sitz des Denkens, das Zentrum, in dem alles was die Sinne wahrnehmen, zusammengefügt und begriffen wird, in dem Gefühle um das bereichert werden, was wir darüber denken, in dem Vorstellungen und Ideen, Kunst, Symbole und Imaginationen sich entwickeln. Langfristige Planung, intellektuelle Tricks, Kunst, Zivilisation, Kultur sind allesamt Früchte des Neokortex.
Martin Herzog, Dipl. Ing.ETH, WEBDESIGN, Rheinfelden. 24.7.03