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Beiträge aus Brainworker's Denkwerkstatt zum Thema WISSEN |
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Google scheint aus dem hier das Einstiegsportal zum Wissen von Brainworker gemacht zu haben. Immerhin belegt der Beitrag Platz 9 unter 10 Millionen Einträgen zum Stichwort WISSEN. War so eigentlich nicht gedacht ... aber: Der Mensch denkt, Google lenkt. Um einen wirklichen Überblick zu erhalten, was hier alles zum Thema WISSEN geboten wird, sollten sie also entweder search benutzen oder site:www.brainworker.ch wissen (299 Texte) und site:www.diskussionsforen.ch wissen (+ 93 Texte) |
Die Frage nach dem Wissen: Was kann ich wissen? - gehörte für Kant zu den Grundfragen der Vernunft.
Der deutsche Begriff Wissen geht auf die indogermanische Wurzel vid zurück, die mit Sehen und Licht verbunden ist (veda: gesehen haben, Evidenz, Idee). In der Antike und im Mittelalter wurde dieses Sprachfeld, zu dem auch Phronesis, Sophia und Gnosis gehören, allerdings durch zwei Begriffe bestimmt, die nicht selbst zum Wortfeld gehören, nämlich Episteme und Scientia. Techne dagegen wird von Platon noch als Synonym für Episteme gebraucht.
| Die Kritik oder die Philosophie ist das Wesen des
Wissens. Emmanuel Levinas: Totalität und Unendlichkeit |
Bei Aristoteles hat das wissenschaftliche Wissen die Aufgabe, den Wahrheitsgehalt von anerkannten Meinungen zu klären und abzusichern. Wissen steht im Dienste der richtigen Lebensführung (nicht von Wachstum, für die Wissen nur noch Produktions- und Verkaufswissen bedeutet). Für Platon ist das richtige Ziel der Wissenssuche das richtige Handeln, also ein ethisches.
Das Bemühen von Descartes, den Wissenschaften einen Status zukommen zu lassen, der von keinem Argument geschwächt werden kann, führte schliesslich auch dazu, dass wissenschaftliche Aussagen eine Macht, die Macht der Wahrheit, an sich rissen, und dies oft auf Gebieten, auf denen sie gar nichts zu melden haben, nämlich dort wo eben Gefühle, Wertungen und frei wählbare finale Ziele eine grössere Rolle spielen als kausale Bedingtheiten.
Der Erwerb von Wissen erfordert hohe Anstrengungen - und man kann sich des Wissens nie sicher sein. Xenophanes (s. Skeptiker) kritisierte, dass Erfahrung nicht zu sicherem Wissen führt. Er setzt die Suche an Stelle des Wissens. In der Suche nach Einsicht findet der Mensch Besseres. Dagegen wiederum wendet sich Heraklit, der lehrt, dass empirische Vielwisserei keine Einsicht nicht zu Einsicht führe. Dementsprechend darf ob lauter Lernen, lebenslangem Lernen, nicht das Denken vergessen werden. Das Lernen und Wissen von Unmengen an widersprüchlichen Daten führt sonst irgendwann zum psychischen Kollaps und postmodernen Nihilismus.
Wissen ist wandelbar - und nur das Denken vermag ihm auf den Fersen zu bleiben.
Auch erregten die Stoiker den Widerstand und Zorn der Skeptiker, da sie ihren Weisen eine besondere Art der Erkenntnis zuschrieben, die wahre, katalepische Vorstellung, die gegenüber allen Einwänden, Argumenten und Zweifeln resistent ist (eine Art präpapaler Unfehlbarkeitslehre - also eher Unsinn. bei allem Respekt für die Stoiker).
Hierbei handelt es sich allerdings um ein äusserst beschränktes Konzept von Wissen - so komplex und vielfältig all dies Wissen auch sein mag, das mehr oder minder epistemisch und logisch er-und gefasst werden kann. Man könnte, wäre man leicht zynisch, die gesamte Kategorie wissenschaftlichen Wissens nämlich auch als Sachzwangwissen bezeichnen, denn es erlaubt keine Freiheit, es ist mechanisch, starr - oder vom Massen-Zufall (stochastisch) regiert - was es natürlich zu Wissen macht, das Prognosen erlaubt, das sich damit produktiv und gestalterisch nutzbar machen lässt (= engineering). Wissenschaftlich korrekt muss es als kausales Wissen, Wissen über kausale Zusammenhänge, bezeichnet werden.
Unbedingt davon zu unterscheiden ist das Wissen über Ziele, also final orientiertes Wissen. Man könnte dieses auch Entwicklungswissen nennen, da wir uns daran orientieren, wenn wir die Zukunft gestalten (was deutlich zeigt, dass es meistens fehlt).
Entwicklungswissen wäre das Wissen über Potentiale, Chancen, Möglichkeiten und Werte, also kein starres und verlässliches Wissen, sondern ein fluides Wissen das der Freiheit (dem Zufall), der Gestaltung Raum lässt.
Entwicklungswissen basiert auf Wünschen, Hoffnungen, Glaube - und auf jeden Fall aus Träumen und Utopien, der noch raumlosen Zukunft.
Entwicklungswissen ist die 3. Stufe der menschlichen Erkenntnis: Woher
kommen wir? - Wer sind wir? - Wohin gehen wir?
Die erste Frage beantworten uns die verschiedenen Varianten der
Geschichte (Naturgeschichte, Evolutionsgeschichte, Kulturgeschichte,
Geistesgeschichte etcetc, die zweite muss sich jeder selbst beantworten (s. Ich,
Persönlichkeit,
Identität) und die dritte können wir gemeinsam gestalten (s.
Demokratie). Dazu müsste der Mensch allerdings wissen, was er will, was er
sucht, wohin er will. Wer nicht weiss, wohin e will, muss auch nicht nach dem
Weg fragen. Weil mit der Religion und andern verbindlichen Traditionen dieses
Entwicklungswissen verloren ging, und nicht alle sich konservativ damit abfinden
können, dass die Welt so wie sie ist die beste sei,
ersetzte die Droge Geld alle
andern Ziele. Wer dennoch weiter dachte, verlor sich in der Unbestimmtheit und
Orientierungslosigkeit der Postmoderne. Und, wie immer wenn eine kopflose Zeit
einen Führer und ein Ziel sucht, wurde dies auch prompt gefunden, im
besinnungslosen
Produktivismus. Heute scheint der einzige Weg die unendliche Vermehrung von
Reichtum, also die Produktion, gelenkt durch Markt und Wettbewerb.
Wie entstehen solche Pfade, solch kollektives Orientierungswissen? Vermutlich liege ich nicht weit daneben, wenn ich es zumindest als verwandt betrachte mit dem kollektiven Unbewussten von Jung, zum Teil also mit dem Ueber-Ich Freuds:
Da das Orientierungswissen Antwort gibt auf die Frage: Wohin gehen wir (wohin wollen wir gehen)? müsste eigentlich die Funktionsanalyse und Bewertung des Konstruktionserfolges auf Grund dieser Ziele erfolgen. Nehmen wir aber z.B. die Entwicklungszusammenarbeit, so wurde die zwar längst zur Entwicklungszusammenarbeit erklärt, und man wird erbarmungslos verbal niedergemacht, hält man sich nicht an diese politisch korrekte Formulierung. Auf der andern Seite aber - wird heute genau so missioniert wie die letzten paar hundert Jahre, bloss dass wir heute nicht mehr den richtigen Gott propagieren, sondern die richtige wirtschaftliche und politische Einstellung, und diese Geisteshaltung auch schulen. Unsinn? OK - woran wird der Zustand von Entwicklungsländern gemessen? An ihrem Wohlseinsgefühl - oder an dem in $ gemessenen Wohl-stand, also am Haben? (rhetorische Frage, es ist das BIP, immer noch, obwohl dessen Unsinnigkeit seit zumindest einem Vierteljahrhundert bekannt ist.). Wo noch nicht absolute Produktionsgesinnung herrscht, wird diese Exportiert, obwohl auch dieses Modell längst nicht mehr funktioniert, d.h. der Mehrheit nicht mehr Wohlstand bringt, nicht mal finanziell, geschweige denn in Form von wohl sein. Die ganze Missionstätigkeit hat kaum Entwicklungswissen geschaffen, sondern bloss ein aufgeblähtes Expertenwesen. s. Entwicklungszusammenarbeit, Wissen und Wissensvermittlung oder: Wie könnten wir selbst aus den Erfahrungen der Entwicklungszusammenarbeit mehr lernen?
Es gibt zwei Mittel, die Gesellschaft zu ändern: Politik und Bildung.
Steht die Politik für Strukturen und Organisation(en), steht, besser stand, die Bildung für den leitenden Geist.
Da sich die Politik meist auf Parteigezänk beschränkt, die Bildung auf Schulung produktiver Fähigkeiten, wundert es wenig, dass unser Zeitgeist zur Zeit geistig ein wenig beschränkt ist.
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Aktuelle Weltbankberichte und die Millenniums-Entwicklungsziele
„Integriertes Management“ |
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Document-, Content- und Knowledge Management sind Werkzeuge, die helfen Wissen besser zu ergründen und zu nutzen.
Leider besteht noch kein einheitlicher Sprachgebrauch. So ist die Terminologie oft verwirrend. Sie finden hier einige Beispiele zu:
Document Management dient dazu, Texte gemeinsam zu bearbeiten, zu durchsuchen, zu diskutieren und geordnet abzulegen. Für das Document Management liegt der Sinn des Textes im Dokument als ganzem, nicht in den einzelnen Bausteinen. Untersucht und gemanagt werden hier Wissensbestände, nicht Daten oder Informationen.
Content Management hilft Web-Bausteine und -Inhalte rational zu managen.
Knowledge-Management soll helfen aus Daten und Informationen Wissen zu bilden und Wissen produktiv einzusetzen..

Daten sind bloss bedeutungslose, da beziehungslose, Punkte in Raum und Zeit. Ohne Kontext sind sie nicht zu verstehen. Bedeutung erhalten sie erst, wenn sie zueinander und zu weiteren Daten in Beziehung gesetzt werden. Damit entsteht:
Information: Diese enthält zwar ein Verständnis der Beziehungen zwischen den Daten, aber keinerlei Hinweis darauf, wie sich diese über die Zeit entwickeln. Information ist statisch in Raum und stark abhängig vom Kontext.
Informationen geben meist Auskunft über was, wo, wann und wer. Es sind also Definitionen, Beschreibungen und Perspektiven.
Wissen (knowledge) beruht auf dem Verständnis von Informationsmustern und Strukturen, die hinter den Informationen verborgen sind. Es beinhaltet den Kontext zum grossen Teil bereits selbst. Da Text und Kontext aber immer aus verschiedenen Perspektiven gesehen werden können, ist auch Wissen nie absolut. (s. Internet und Dialog)
Wissen ist die Antwort auf die Frage wie, umfasst also Strategien, Praxis und Methoden. Da es auch zeitliche Abläufe erfasst und in gewissem Masse Ganzheitlich ist, erlaubt es auch gewisse Voraussagen.
Wissen bietet höhere Sicherheit als Glauben, "Für-Wahr-halten", Meinen, Vermuten, Ahnen, Nichtwissen, da es an der Spitze dieser Reihe steht.
Wissenschaftliches Wissen zeichnet sich aus durch die Kohärenz der Systeme - durch die es aber auch begrenzt wird. Im 18. JH. wurde der Philosooph durch den Forscher ersetzt, der nun primär "brauchbares" Wissen zu liefern hatte. Verfügungswissen wurde von Orientierungswissen entkoppelt, letzteres dann im Laufe des 20. JH. - durch die Oekonomie - für völlig obsolet erklärt, also usurpiert.
WARNUNG: Wissenschaft ist nur, solange das Wissen in ein System gefasst werden kann. "Postmoderne Wissenschaft" wäre also ein Oxymoron, da in der Postmoderne nur noch Kleinsysteme, Teilsysteme (Cogito-tope oder gar Meme) von Interesse sind.
Weisheit erkennt ihrerseits die Muster des Wissens.
Als Frage nach dem warum finden sich hier ewige Wahrheiten, fundamentale
Prinzipien, Einsichten und Moral.

Weisheit ist umfassende theoretische und praktische Daseinsorientierung, auf Sachkunde und Wissen beruhende Tüchtigkeit. Sie kommt also nicht bloss Philosophen zu, sondern auch Handwerkern, Bauern - jedem der versteht, dass er nichts weiss, aber damit gekonnt (nicht gerissen) umzugehen weiss. Rechthaberei, sophistische Rededuelle, Alleswisserei gehören nicht dazu. Weisheit ordnet das Wissen - und Nichtwissen so, dass wir in der Wirklichkeit weiter wirken können, trotz der enormen Löcher in unserem Wissen.
In unterschiedlichen Schulen der Philosophen wurde Philosophie als Weisheit. im Sinne einer umfassenden theoretischen und vor allem praktischen Daseinsorientierung - und damit Lebensform - gelehrt.
Weisheit ist das Ergebnis und der Lohn - Philosophie der Weg.
Schopenhauer nahm den ersten Zweck der Philosophie wieder auf und definierte Philosophie als eine Form der «Lebensweisheit», als eine Kunst, «das Leben möglichst angenehm und glücklich durchzuführen».
[nach: Historisches Wörterbuch der Philosophie: S. 49621].
Alle Schritte von Daten zu Information, zu Wissen und zu Weisheit haben auch mit zunehmender Komplexität, d.h. gleichzeitig zunehmender Differenzierung und Integration, zu tun.
Hohe Differenzierung ohne Integration ist kompliziert, hohe Integration ohne Differenzierung ist banal und uninteressant. Was uns - und das Knowledge Management - beschäftigt ist das Band dazwischen.
Nehmen wir als Beispiel die heute vielseits beliebten blogs (Internettagebücher). Da diese in zeitlicher Ordnung vorgelegt werden, enthalten sie zwar Wissen über den zeitlichen Ablauf. Belassen ihre Integrations- und Ordnungsfunktion aber meist dabei und kommen kaum zu einer systemischen Integration, also der höheren Komplexität des Wissens oder gar dessen ethischer Wertung. (mit Ausnahmen natürlich). Um Wissen so zu präsentieren, dass die Muster dahinter verstanden werden, braucht es mehr als chronologische Aufreihung.
Obwohl ein estnisches Sprichwort lautet: Die Kraft von neun Männern und der Rat von einem Mann sind dasselbe, sind zwischen Wissen und Handeln einige Schritte zu bewältigen, die dem Denken oft zu langsam sind:
Sage es mir, und ich vergesse es;
zeige es mir, und ich erinnere mich;
lass es mich tun, und ich behalte es.
| Sei dir bewußt, was du weißt. Was du hingegen
nicht weiß, das gib zu. Das ist das richtige Verhältnis zum Wissen. (Konfuzius, chin. Philosoph, 551-479 v. Chr.) |
Konfuzius hatte erkannt, dass Menschen für das Lernen ihre Sinne brauchen, dass sie diese unterschiedlich benutzen, und dass diese Sinne für das Behalten des Erlernten auch unterschiedlich wirksam sind. Für das Lernen sind vor allem das Sehen, das Hören und das Fühlen wichtig.
Wer von seinen Sinnen das Sehen bevorzugt, braucht Texte zum Lesen, Graphiken zum Anschauen, braucht Bilder und Illustrationen, um einen Lernstoff zu verstehen. Solche Menschen lernen am besten mit Überblickstafeln, Übersichten, Lernplakaten Sie brauchen meist auch eine schöne Lernumgebung, um sich beim Lernen wohlzufühlen
Wer das Hören bevorzugt, lernt am besten, wenn er den Lernstoff hören kann, wenn er ihn auf Tonbandkassetten spricht, sich selbst den Text laut vorliest oder einem anderen zuhört. Solche Menschen führen oft Selbstgespräche und fühlen sich durch Geräusche in der Lernumgebung schnell gestört.
Manche Menschen lernen durch das Tun am leichtesten, also durch Ausprobieren, Rollenspiele, Vorzeigen, Erklären oder in Zusammenarbeit mit anderen. Typisch für diese Menschen sind viele Gesten und auch der innere Drang, sich viel zu bewegen.
Wichtig für das Lernen ist schließlich auch noch das Sprechen. Es liegt irgendwo zwischen Hören und Tun, denn beim Reden hören wir uns selber und bewegen gleichzeitig unsere Lippen.
Allerdings lässt sich bei den Menschen ein bevorzugter Lernstil meist nicht eindeutig bestimmen. Fast alle Menschen sind Mischtypen. Genau das hat Konfuzius nun entdeckt: beim Lernen ist eine Verbindung der verschiedenen Sinne am günstigsten, ganz unabhängig davon, welcher Typ man ist. Schließlich sollten wir alle unsere Sinne möglichst auch nutzen.
Nach Forschungen der wissenschaftlichen Psychologie wächst also der Lernerfolg, wenn wir unsere Sinne beim Lernen sinnvoll zusammenarbeiten lassen. Am einfachsten lässt sich das in einer Tabelle darstellen:
| Lernerfolg |
Prozent |
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Hören |
10 bis 20 |
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Sehen |
15 bis 30 |
||
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Hören + Sehen |
25 bis 40 |
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Hören + Sehen + Reden |
30 bis 50 |
||
|
Hören + Sehen + Reden + Tun |
bis 90 |
||
Martin Herzog, Webdesign, Rheinfelden, 26. Januar 2003
| Ich glaube, Gerda, dass ich die Wissenschaft jetzt aufgebe. Ich gehe also zur neuen Generation über. Genügt es Ihnen, wenn ich beschwöre, dass das Wissen mit der Habsucht verwandt ist? |
Apropos Wissen ist Macht (s. auch Bildung hilft nicht gegen Arbeitslosigkeit, sie fördert nur den Wettbewerb): Schopenhauer hatte dazu eine ganz klare Meinung, die ich, aus eigener Erfahrung, weitgehend teile:
Knowlege is power. Den Teufel auch! Einer kann sehr viel Kenntnisse haben, ohne darum die mindeste Macht zu besitzen, während ein Anderer die höchste Gewalt hat, bei blutwenigen Kenntnissen.
Michael
Wesoly zeigt uns in seiner Diplomarbeit (2001):
Kriterien
für den Einsatz von Wissensmanagementinitiativen zur Bildung und Steuerung
intraorganisationaler Netzwerke, zwar ungewollt aber eben um so
glaubhafter, was "Wissen" bedeutet, wenn es zu einem entscheidenden Faktor
der Wirtschaft wird, zum Wettbewerbsvorteil. Diese Wissenstreppe ist
ideologisch "gestreckt", denn ihr höchstes Ziel ist nicht das umfassendste
und beste Wissen das der Realität am besten entspricht, sondern Wissen, dass
sich zum Vorteil der eigenen Firma einsetzen lässt. Die Kurve müsste als,
gemessen an der objektiven Qualität des Wissens, beim "richtigen Handeln
kulminieren, so lange richtiges Handeln ethisches Handeln ist. Wo sich
richtiges Handeln aber darauf reduziert, für das Ego, die Firma, die eigene
Gruppe richtig zu handeln, ist dieses Wissen "minderwertig" und seine
überhöhte Einschätzung gegenüber Orientierungswissen die Ursache für die
meisten Probleme der Gegenwart.
Da eben dieses Wissen, das Wissen, das dem eigenen Vorteil
dient (= Wettbewerbsfähigkeit) auch DAS Wissen ist, das im knowledge
management gepflegt wird, muss man sich nicht wundern, dass sich das
gesellschaftliche wichtige Wissen, das Orientierungswissen, trotz
allgegenwärtigen knowledge managements, kaum verbessert hat.
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• Im Jahr 2015 wird die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt (ERK) noch 26’000 Mitglieder haben. 1960 waren es noch 137’000, heute rund 40’000. • Im Jahr 2015 wird die Evangelisch-reformierte Kirche noch 18,5 Millionen Franken ausgeben können. Das sind 6,6 Millionen weniger als 2005. • Im Jahr 2015 wird die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt entsprechend weniger Stellen besetzen können sowie Kirchen und Gemeindehäuser schliessen müssen. «Perspektiven 15» der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Basel-Stadt |
Wettbewerbsfähigkeit, Einzigartigkeit, besser als andere - hat die gesellschaftliche Ausrichtung untergraben. Die Institutionen, die für gemeinsame Werte verantwortlich und tragend waren, zerbröseln am selben Riff. Kirchen werden geschlossen, Schulen kämpfen gegen Gewalt statt gegen Unwissen, die Politik fördert Wettbewerb statt Solidarität und die Philosophen ... ja was die wohl machen ... die holen sich immer noch am liebsten einen runter mit den alten Griechen, wenn sie nicht bereits dazu übergegangen sind, die armen Unternehmer zu trösten, weil ihre Arbeit so hart ist und sie mehr aufs Geld als aufs Volkswohl sehen müssen.
Nicht, dass ich ein Freund der Kirchen wäre, insbesondere der protestantischen ... aber bei aller Kritik darf man doch nicht vergessen, dass hier nicht nur transzendental-geistige Orientierung, sondern auch Orientierung am Wohle des Nächsten verloren geht, ein Orientierungswissen, dass von keiner anderen Institution geliefert wird, zur Zeit glaubhaft geliefert werden kann.
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