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Die organisierte Plutokratie:

Corporatocracy - die Herrschaft der Firmen

Nach: John Perkins: Confessions of an Economic Hit Man. Berret-Koehler Publishers Inc. San Francisco. 2004

Ich bin bekannt für meine Ironie. Aber auf den Gedanken, im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten, wäre selbst ich nicht gekommen.

(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)

Die moderne Sklaverei:

Heute gehen Prospektoren der globalen Unternehmen (the economic hit men)  nach Thailand, in die Philippinen, Botswana, Bolivien und jedes andere Land, wo sie hoffen Menschen zu finden, die verzweifelt Arbeit suchen. .

Es gibt heute immer noch Sklavenhändler. Sie haben es allerdings nicht nötig, in Afrikas Urwald die stärksten Individuen auszulesen, die an den Auktionen von Charlston, Cartagena und Havana die besten Preise erzielen. Sie brauchen bloss Fabriken zu bauen und Menschen anzustellen, die da Jacken, Jeans, Tennisschuhe, Autobestandteile, Computerbestandteile und mehr produzieren, dass die Herren dann dort verkaufen, wo es am meisten bringt. Ja sie brauchen die Fabriken nicht mal selbst zu bauen; sie mieten einen lokalen "Businessman" der die Drecksarbeit für sie erledigt.

Der alte Sklavenhändler beruhigte sein Gewissen, wo vorhanden, indem er sich sagte, dass es sich nicht um richtige Menschen handle und dass er ihnen eine Chance böte, zu Christen zu werden und ihr ewiges Leben zu retten.

Der moderne Sklavenhändler argumentiert, dass die von ihm ausgebeuteten .... pardon, angestellten, besser dran seien mit einem Dollar pro Tag, als ohne denselben - und dass sie so die Chance hätten, in den Weltmarkt integriert zu werden.

Korporatismus ist Feudalismus ohne Boden-Haftung. [mh]

1. Der korporatistische Imperialismus als Hintergrund des Terrorismus

1.1. Islamische Länder mit Erdöl

Das amerikanische Empire fing nicht mit dem Irak an. Bereits in den frühen Siebziger Jahren wollte man das erdölreiche Indonesien an sich binden - unter dem Vorwand der Dominotheorie und der notwendigen Abwehr des Kommunismus. Nach einem Attentat auf Sukarno 1965 wurde die Verantwortung dafür auf die Kommunisten geschoben, insbesondere diejenigen, die Beziehungen zu China hatten. 3-500'000 Menschen wurden massakriert und General Suharto wurde 1968 zum Präsidenten. Die USA erhofften sich, Suharto würde ähnlich dem Schah sein Land zu einem US-Modell machen.

Apropos Chinesen: Diesen liess sich der schwarze Peter leicht zuschieben, wie später in einigen afrikanischen Ländern, da sie sich durch harte Arbeit (wenn auch nicht immer bloss die eigene) einigen Wohlstand erworben hatten und dadurch, wie in Europa meist die Juden, aus der Masse herausragten. Populismus, obwohl meist selbst von Grossmäuligen Schwätzern betrieben, droht meist damit, denen, die ihren Kopf höher erheben als ihre Brüder, denselben abzuschlagen. [Eigene Erfahrung aus dem Sudan].

Ein weiteres Erdölland, das früh ins Visier der USA kam, war der Iran. Der Schah wurde früh gefördert als Alternative zu den US-feindlichen Regierungen in Irak, Libyen, China, Korea. Premierminister Mohammed Mossadegh, logischerweise sofort als Kommunist apostrophiert, verstaatlichte allerdings 1951 die nationalen Erdölvorkommen. Durch vom CIA inszenierte Demos wurde er 1953 abgesetzt und eingesperrt, und der Diktator Rezah Shah, treuer Diener der Interessen der USA wie der eigenen und einer Klientel von Pfeffersäcken, sorgte dafür, dass statt dem Volk die Erdölfirmen vom Erdöl und den Aufbauprojekten profitierten. Reza Shah hatte das Wohlwollen der USA erworben, da er bereits in der Anfangszeit seiner Regentschaft (1941) die UDSSR aus dem Nordiran zurückdrängte. Der Unterschied zwischen Hof und Klientel auf der einen, Volk auf der andern Seite, war bereits 1975 (mein erster Besuch der Region) so gross, dass eine Revolution folgen musste. Sie erfolgte allerdings erst 4 Jahre später und war mehr als begründet. Auch hier haben die USA nichts begriffen, so offensichtlich die Lage war, und total versagt.

Eben so früh hatte man sich in Saudi Arabien engagiert, oder besser, Engagements Grossbritanniens übernommen. Saudi Arabien war ein interessanter Fall für die US-Corporatocracy. Man versuchte in dem Falle nicht, das Land durch Verschuldung abhängig zu machen. Hier reichte es, dafür zu sehen, dass die enormen Einnahmen aus dem Erdölverkauf, über (nicht immer sehr sinnvolle) Projekte wieder in die USA zurückflossen [Ich war 1980 selbst mal Tätig als Landvermesser im Palast von Prinz Abdullah]. . Die Regierung war (und ist) im Dilemma. Wurden die Angebote akzeptiert, waren sie unter dem Schutz der USA, lehnt sie ab, so drohte ihnen das Schicksal Mossadeghs, Arbenz' (s.u.), etc. Zusätzlich zur Infrastruktur der Erdölgewinnung und Verarbeitung musste Stromversorgung und Verteilung, Wasserversorgung, Abwasser- und Müllentsorgung (1980 bei meinem eigenen ersten Projekt in Saudi-Arabien noch kaum vorhanden), Autobahnen, Pipelines, Kommunikation, Transportsysteme, Flug- und Seehäfen, Dienstleistungszentren etc. aufgebaut werden. MAIN, Bechtel, Brown&Root, Halliburton, Stone&Webster und viele andere, einige davon immer noch aktiv, heute im Irak, verdienten kräftig. Die Saudische Wirtschaft sollte von der Amerikanischen Abhängig, und durch vielfache Verbindungen eine integrierte, westlich orientierte Gesellschaft geschaffen werden.

Auch dies ging total daneben, denn Bin Laden ist präzise das Produkt dieser Strategie der Verwestlichung des Ursprungslandes des Islam. Usama bin Laden war, sogar auf Ersuchen der USA, von den Saudis finanziert worden, als er noch in Afghanistan als Widerstandskämpfer gegen die Russen kämpfte. Dass er nicht dumm genug war, die Spiele der USA zu verkennen, änderte die Positionen radikal. Aus dem Agenten gegen den bösen Kommunismus wurde ein Agent gegen den westlichen Imperialismus. Den USA kann also eine Mitschuld am Entstehen der Al Qaida nicht abgesprochen werden.

Europas Südosten: Griechenland und die Türkei

Diese Verwestlichung, besser als "Vermarktwirtschaftlichung", noch besser als "Kapitalisierung" ist übrigens expressis verbis Ziel der US-Aussenpolitik des Kulturkrieges. Vorstufen dazu war der Einbezug von Griechenland und der Türkei in Europa, über die NATO. Als 1951 Persien die Anglo-Iranische Oelgesellschaft verstaatlichte und Aegypten kurz darauf seine Verträge ebenfalls kündigte, wurde die Aufnahme Griechenlands und der Türkei in die Nato forciert. Es war also damals bereits das Oel im Spiel, nicht bloss der Kommunismus. 1944 etwa rückten Englische Truppen in Athen ein, um die Proklamierung einer Volksrepublik zu verhindern. (So wie heute die Demokratie auch nur so lange hochgehalten wird, als keine Islamische Gruppe an die Macht kommt). Verstärkt wurde das Engagement in Südosteuropa durch die Truman Doktrin: Der Feind meines Feindes ist mein Freund, also wer gegen den Kommunismus ist ... Der Marshall Plan, der heute meist als Hilfe zum Wiederaufbau verstanden wird, hatte allerdings auch starke militärische Ambitionen. So wie jüdische Politiker der USA Deutschland in einen Agrarstaat rückverwandeln wollten (s. Morgenthau Plan), wollte man auch Griechenland in dem Zustand belassen. Griechische Politiker und Wissenschaftler wollten die reichlich vorhandenen eigenen Ressourcen, vor allem die Energie, besser nutzen, die Industrie aufbauen, während dem die Amerikaner auf extensive Agrarproduktion drängten. Noch Anfang der fünfziger Jahre übten sie diktatorische Kontrolle aus. Auf allen wichtigen Dokumenten musste nebst der Unterschrift des griechischen Ressortministers auch die des Chefs der amerikanischen Wirtschaftsmission erscheinen. Den selben Satz können Sie heute über den Irak schreiben. Was ebenfalls ähnlich sein dürfte ist die Verwendung der Hilfsgelder. Von den 4 Milliarden Dollar wurde mehr als die Hälfte (53.5%) für Militärzwecke ausgegeben.

1963/64 wurde die Zentrale Union (Georgios und Andreas Papandreou), eine Vereinigung liberaler zentraler Politiker (Mitte), mit 52.72%, also der absoluten Mehrheit gewählt. Die Rechte und die Armee schienen gelähmt. Der in 30 Jahren aufgebaute Terrorapparat zusammen gebrochen. Der Sieg war so gewaltig, dass nicht an Intervention zu denken war. Die Ausgaben für Erziehung und Forschung wurden um 35% erhöht. Am 21. April 1967 kam es zum Militärputsch der Obristen (Georgios Papadopoulos). Dieser hatte offensichtlich die Zustimmung sowohl des Königs wie der CIA und gelang, obwohl der grösste Teil der Armee, der Marine und der Luftwaffe gegen die Putschisten war. Obwohl die Zentrale Union beileibe keine linke Organisation war, sah sich die Rechte und das Militär bedroht, da diese von der US-Militärhilfe abhängig waren. Bis in die 70er Jahre wurden mehr als 12'000 griechische Offiziere in den USA ausgebildet. Diese Abhängigkeit wurde von der ZU in Frage gestellt. Nach dem Putsch wurden sofort sämtliche demokratischen Institutionen abgeschafft. Die Wirtschaft Griechenlands allerdings litt, denn die EWG strich Kredite, stoppte die Harmonisierung in Sachen Agrarprodukte, zog Griechenland nicht mehr in die Entwicklung der Währungsunion ein und liess Griechenland generell rechts liegen.

Das wurde wettgemacht durch die Bevorzugung ausländischer Investoren, die Steuererleichterungen erhielten, Steuerfreiheit für Investitionen über 3 Millionen $. Parallel dazu begünstigte man die Bildung grösserer Wirtschaftsunternehmen durch Fusionen und Aufkauf. Vor allem das amerikanische Kapital (71.3% der 330 Millionen Dollar die von 1957 bis 1970 nach Griechenland flossen stammten aus den USA) sah Griechenland als Sprungbrett in die EWG und den afroasiatischen Mittelmeerraum. Von 1966 bis 71 erhöhte sich die Zahl der Industriebetriebe um 30%, die Nettogewinne vervierfachten sich - die Löhne stiegen um 35% - was der Inflation entspricht. Das ausländische Kapital dominierte nun alle Schlüsselindustrien, zu 90% über multinationale Unternehmen, so 54.6% der elektronischen Industrie, 64.8% der Werften, 78% des Bergbaus und 100% der Petrochemie. Die Schwerindustrie wurde durch den belgisch-französischen Konzern Pechiney-Confinidis dominiert.

Für das Land hatte das verheerende politische, ökonomische und psychische Folgen. Es wurde ein Dienstleistungsbewusstsein erzeugt und jegliche eigene Entwicklungsmöglichkeit blockiert. ... (Mussten Sie kurz stocken beim Lesen? Haben Sie sich gewundert, was am Dienstleistungsbewusstsein schlecht sein soll? .... Et voilà. Das wäre dann präzise die Deformation des Bewusstseins, die sich in den letzten 30 Jahren verbreitet hat. Damals war das Ziel noch ein freier Mensch - nicht der Mensch, der sich gleich selbst verkauft). Dienstleistungsbewusstsein, so unentbehrlich es dieser Wirtschaftsform ist, repräsentiert in der mitleidlosen nachzietzscheanischen Gesellschaft das Pendant zur ehemaligen Sklavenmoral. Der freie Bauer der Stammeszeit hielt sich eh fern von Geschäften, die ihn zu unterwürfigem Umgang mit Kunden zwangen. Der freie Handwerker hatte ein künstlerisches und ein Qualitätsbewusstsein. Der frühe Angestellte ein Verantwortungsbewusstsein. Aber das Dienstleistungsbewusstsein wäre etwa vergleichbar mit der Einstellung eines Hausschweins, dass es erst als Schlachtplatte oder Wurst seine wahre Erfüllung und Bestimmung finde.

Die Verfassung von 1968/73 stellte den erstmaligen Versuch dar, die strukturelle Krisenhaftigkeit eines Systems durch ein Ein-Mann-Regime zu überwinden. Heute ist dies in der Wirtschaft gang und gäbe, dass Verwaltungsräte oder gar Verwaltungsratspräsidenten gleichzeitig als CEOs amtieren.

Mit einigen Mordanschlägen auf Makarios und Terror wurde Zypern in den Bürgerkrieg getrieben - der das Eingreifen der Junta notwendig machte. Dies führte zur Abspaltung des Nordens und dessen Unterstützung durch die Türkei - also zu Problemen, die bis heute nicht gelöst sind. Die Lateinamerikanisierung (diktatorische Regierung sorgt für Ruhe und Ordnung - ausländisches Kapital betreibt die Geschäfte) dieser Peripherie Europas war damit gescheitert.

Reagan und Bush wollten den Irak zu einem weitern Saudi-Arabien machen ... zu einem sicheren, denn nach Saudi-Arabien trauen sich die Amis inzwischen nur noch in Tanks rein. Irak ist, na ja, wäre, ein grosser Markt für Amerikas Technologie und Konsulenten ... dachte man und handhabt es auch heute so. Allerdings kommt dabei nix raus, zumindest nicht für den Irak, nicht mal Strom und Wasser.

Es wurde allerdings bereits 1980 klar, dass Saddam auf dieses Geschäft nicht einsteigen wollte. Saddam liess, nicht bloss in den Augen einer Mehrheit der Araber, Bush oft als Schwächling und Knalltüte aussehen. So war denn die Antwort entsprechend gewaltig, als Saddam 1990 Kuwait besetzte. Obwohl die Besetzung Panamas durch die USA erst ein Jahr zurück lag, tauchte dies als Gegenargument kaum auf.

Im Irak hatten die USA bei der Drucklegung des Buches bereits  über 87 Milliarden Dollar ausgegeben, während die UN schätzt, dass die Hälfte dieses Betrags ausreichen würde, jeden Menschen der Welt mit sauberem Wasser, Nahrung, sanitären Anlagen und einer Grundausbildung zu versorgen. - Und da wundern wir uns, dass uns Terroristen angreifen? - [S. xii]

Irak wurde zwar zum politischen Desaster, offenbar aber nicht für Bush, wohl aber für die lokale Bevölkerung. Bushs Freunde bei Bechtel erhielten die grössten Aufträge. Für den befreiten Irak kommt dabei allerdings wenig raus, denn die Vergaben sind seltsam, die Ausführung ist seltsam und die Produkte sind seltsam. [s. Irak, Krieg, Kultur etc.]

1.2. Der Vorhof der USA: Zentral- und Südamerika

Jaime Roldos, der Präsident von Ekuador, und Omar Torrijos, Präsident von Panama, wurden ermordet, weil sie sich der Bruderschaft der Firmen, Regierungen und Banken widersetzten, die nach dem globalen Imperium streben.

Guatemala 1954:  Jacobo Arbenz, demokratisch gewählt, führte eine Landreform durch, da 3% der Bevölkerung 70% des Landes für sich beanspruchten. 1954 orchestrierte die CIA einen Coup, bombardierte Guatemala City und setzte den rechten Diktator Colonel Carlos Castillo Armas ein. 200'000 Zivilisten starben.

Panama war für ein halbes Jahrhundert durch eine Oligarchie reicher Familien, mit starken Verbindungen nach Washington, beherrscht worden. Die US-Armee intervenierte ein Dutzend mal zu deren Gunsten. Rockefellers Standard Oil und United Fruits, gekauft von George H.W. Bush, unterstützten auch aus ihren Privatschatullen die CIA und antikommunistische Aktivitäten. Die United Fruit Company ist in Guatemala das Äquivalent zum Suezkanal und eine der mächtigsten Kräfte in Zentralamerika. Sie ist, wie das Erdöl im Irak, das "nationale Interesse"  das im Rahmen der Monroe Doktrin ein Eingreifen der USA in die Belange souveräner Staaten erlaubt.

Omar Torrijos hatte die USA gezwungen, den Kanal den rechtmässigen Eigentümern zurückzugeben und stand weiter fest gegen Reagan, als Vertreter der Menschenrechte und sozialer Gerechtigkeit. - Er starb bei einem Flugzeugabsturz am 31. Juli 1981. Er wollte die Zerstörung des Urwalds verhindern und die Zerstörung lokaler Gesellschaften durch internationale Profiteure. Was Washington heute als Krieg gegen Drogen und Terrorismus bezeichnet, waren für ihn Handlungen verzweifelter Menschen, die versuchten ihre Familien und ihr Heim zu schützen.

Noriega, der Nachfolger Torrijos, hatte Pläne, den Panamakanal mit Hilfe der Japaner tiefer zu legen, wenn machbar gar auf Meeresniveau. Bechtel würde Milliardenaufträge verlieren, sollte dieses Bauwerk durch die Japaner ausgeführt werden. Die CIA begann 1986 mit einer Destabilisierungskampagne. 1989 wurde Panama durch die USA besetzt - unter dem Deckmantel, einen Drogenbaron eliminieren zu müssen.

Venezuela: Als 1973 die Erdöleinkünfte dank des OPEC-Embargos in die Höhe schossen, vervierfachte sich Venezuelas Budget - und die ehm (economic hit men) flogen ein: Die höchsten Hochhäuser des Kontinents entstanden, Infrastruktur und Industrie wurden aufgebaut. ...

Als die Ölpreise 1989 die Kosten nicht mehr deckten, musste sich Venezuela dem Austerity-Programme des IMF unterziehen und die Corporatocracy kräftig unterstützen. Härterer Wettbewerb hiess, die Mittelklasse wurde von den Reichen erdrückt - die Mittelklasse beutete die Armen aus. Jeder gegen Jeden.

Hugo Chávez, zugegeben nicht einer der sympathischsten Zeitgenossen, sprach deutlich gegen die Globalisierung und verdoppelte die Abgaben der Erdölfirmen. Der ebenfalls von der CIA angezettelte Aufstand konnte, anders als bei Mossadegh im Iran, in weniger als 3 Tagen niedergeschlagen werden, denn Chávez hatte die Unterstützung des Militärs nicht verloren (wird aber von den protestantischen Fundamentalisten um Bush als derartige Bedrohung betrachtet, dass der christliche (!) Sektenguru Pat Robertson zu dessen Ermordung aufgerufen hat.

Ekuador: Der Oelboom seit 1970 führte dazu, dass der Anteil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von 50 auf 70% wuchs, Arbeitslosigkeit von 15 auf 70%, öffentliche Schulden von 240 Millionen $ auf 16 Milliarden Dollar - während der Anteil der öffentlichen Ausgaben für die Armen von 20 auf 6% sank. Von 100 $ die Ekuador für sein Erdöl erhält, gehen 75 an die Ölfirmen. Von den verbleibenden 25 $ müssen drei-viertel als Zinszahlungen abgeführt werden, der Rest geht zum grössten Teil an Militär und Regierung. 2.5 $ bleiben für Gesundheit, Bildung und Förderung der Armen.

Präsident Jaime Roldós Aguilera warnte ausländische Firmen, dass sie gezwungen würden, das Land zu verlassen, wenn ihre Aktivitäten nicht hülfen, die Lage des brasilianischen Volkes zu verbessern. - Er starb in einem Helikopterabsturz am 24. Mai 1981.

Chile: 1973 stürzt die CIA Salvador Allende und stützt General Pinochet von 1973 bis 1990, dann Alberto K. Fujimori, der als demokratischer Retter und Erneuerer an-, als korrupter Diktator abtrat. Was war da noch gleich die Definition von Terrorismus?

2. DAS System

Das System wird durch etwas weitaus Gefährlicheres angetrieben als eine Verschwörung, es wird nicht durch eine kleine Gruppe von Männern angetrieben, sondern durch ein Konzept, das allgemein als Evangelium anerkannt wird: Die Idee, dass wirtschaftliches Wachstum Wohlstand bringt und dass der Wohlstand um so breiter geteilt werde, je grösser das Wachstum sei. 

Wir wissen, dass in vielen Ländern das wirtschaftliche Wachstum nur einer kleinen Schicht zugute kommt.

Wenn Männer und Frauen für Geiz belohnt werden, wird Geiz zum korrumpierenden Motiv. Wenn wir verschwenderischen Konsum von Ressourcen mit einer Aura von Heiligkeit dekorieren, wenn wir unsere Kinder dazu erziehen, Menschen die unausgeglichene Leben leben zu Vorbildern zu nehmen, wenn wir grosse Teile der Gesellschaft zu Dienern einer elitären Minorität erklären, dann suchen wir Probleme. Und wir kriegen sie.

[S. xii]

Ein kapitalistisches System braucht Hierarchien mit strengen Befehlsabläufen, eine Handvoll an der Spitze welche absteigende Klassen von Untergebenen kontrollieren, und eine massive Armee von Arbeitern an der Basis, die in ihrer relativen wirtschaftlichen Stellung als Sklaven bezeichnet werden können. [S. 57]

Sie (die corporatocracy)  hat uns zu einem Punkt gebracht, wo unsere globale Kultur eine monströse Maschine ist die exponentiell wachsenden Input an Treibstoff und Unterhalt braucht, so dass am Ende alles was in Sichtweite ist konsumiert sein wird und sie sich selbst auffressen muss.

Die Lebensstile derer, die es geschafft haben, und ihre Ausstaffierung - ihre Villen, Yachten und Privatjets - werden uns als Modell präsentiert das uns inspiriert zu Konsum, Konsum, Konsum.

Sie heissen: Monsanto, General Electric, Nike, General Motors, Wal-Mart ...

Wie ihre Kollegen, die Maffia, verteilen die EHMs (economic hit men) Vergünstigungen: Kredite zur Erstellung von Infrastruktur - Stromerzeugung, Autobahnen, See- und Flughäfen, Industrieanlagen. Die Darlehen allerdings sind oft so gross, dass nicht mal die Zinsen zurückgezahlt werden können - worauf die Entwicklungsmaffia ihr Pfund Fleisch vom begünstigten Land verlangt: Die Kontrolle der UN-Stimmen, Zugang zu wertvollen Ressourcen wie Oel, Wald, den Panama-Kanal, Militärbasen etc. Natürlich bleiben die Schulden so bestehen - und ein weiteres Land Teil des globalen Imperiums.

Die Schulden der Dritten Welt sind auf über 2.5 Billionen Dollar angestiegen - was 2004 jährliche Zinskosten von 375 Milliarden $ bedingte. Dieser Betrag ist mehr als die gesamte Dritte Welt für Gesundheit und Bildung ausgibt, das Zwanzigfache dessen, was die Entwicklungsländer jährlich an Hilfe erhalten.

Schulden dienen der Corporatocracy als Mittel, Länder in Abhängigkeit zu bringen - und in ihrer die peripheren Situation zu halten.

Entwicklungsprojekte der Weltbank & Co sind nicht möglichst gut an die lokalen Bedürfnisse und an die Ausbaumöglichkeiten lokaler Kapazitäten angepasst, sondern möglichst gross und damit einfach zu verwalten für die Bürokraten der Bank. Dabei fallen grössere Brosamen ab für staatliche Stellen, gute Stellen für ausländische Experten, relativ gute für inländische, während dem Fussvolk vor allem die Aufgabe bleibt, die Schulden zu tilgen.

Perkins erzählt da etwa als Beispiel, wie er selbst in seine Karriere einstieg: Sein Vorgänger wurde entlassen, weil er nicht willens war, für Indonesiens Elektrizitätskonsum ein Wachstum von über 8% pro Jahr zu prognostizieren. Perkins' Prognose liegt bei 17 bis 20% - also hat er den Job. Seine Freundin überzeugt ihn: Die haben auch keine besseren Daten. Sei überzeugend, das ist alles.

Wie im Mittelalter die Katholische Kirche begründen sie ihr Heilsversprechen oder die Verdammung in einer Sprache, die den meisten unverständlich ist: Markov-Modelle für ökonomische Prognosen. Wer traut sich bei so was, schon zu sagen: Versteh ich nicht. Könnten Sie mir das mal einfach erklären? Auf die Art trickst uns die Wirtschaft in einige Abenteuer auf die wir gerne verzichten würden, wären sie in verständlicher Sprache formuliert. Das selbe Prinzip, wie es die Kirche im Mittelalter verwendete, eine herrschsüchtige und Schätze hortende Kirche, die ihre Macht durch Drohung mit ewiger Verdammnis, dank unverständlicher Lateinischer Texte, so lange erhalten konnte, bis Luthers Übersetzung den Spuk auflöste .... und Calvin ihn durch das generelle Streben nach Reichtum, der nun für alle als Zeichen göttlichen Wohlwollens galt, ersetzte und damit die Grundlage für unsere gegenwärtigen Probleme schuf.

 

2.1 Konsolidierung - Das System wird zum Empire - Wettbewerb wird an die Peripherie delegiert.

Beispiel Bierbrauereien: Feldschlösschen kaufte 1970 die Brauerei Gurten,, 1989 Warteck, 1991 Cardinal - damals die zweitgrösste Brauerei der Schweiz, nicht viel kleiner als Feldschlösschen, der einzige echte Konkurrent ... hätte es nicht schon sein Urzeiten das Bierkartell gegeben - 1996 Fusion mit Hürlimann - 2000 übernommen von Carlsberg, zieht sich zurück auf Immobilienverwaltung (# [Das Zeichen steht für Idee, sollte ich mal bearbeiten ...] Landbesitz alter Unternehmen in den Städten - ehemals stadtnahe Lagen. Pensionskassen: Löhne wieder reinholen).

Interbbrew hat mit dem südamerikanischen Brauriesen AmBev zu einem neuen Giganten InBev fusioniert. Zur Zeit (Mai 08) versucht InBev, der zeitgrösste Bierkonzern der Welt, Anheuser-Busch zu kaufen, der mit Budweiser die meistverkafte Biermarke der Welt besitzt.

SAB schluckte Miller, den südafrikanischen Getränkekonzern, und wird zur Nummer 1 im Biergeschäft, durch Übernahme des kolumbianischen Biergiganten Bavaria für 7.8 Milliarden Dollar. Bavaria hat eine Gewinnerwartung (Ebita) von 804 Millionen Dollar, was einer Marge von 40.7% entspricht! Mit Wettbewerb ist da nicht viel. Bavaria beherrscht den Biermarkt in Kolumbien und Peru zu 99%, Ecuador zu 93% und Panama zu 77%.

Christoph Fehr: Weniger Flaschen im Angebot. HandelsZeitung Nr. 30, 27. Juli 2005, S. 30
Graphik aus: Judith Wittwer: Preise für Hopfen, Malz und Bier klettern. 24.7.07. S. 21
Warum? Die Chinesen trinken erst 25 Liter pro Kopf und werden durstiger.)

Dem entgegen wirkt allerdings der Luxuseffekt: Je seltener und schwieriger ein Bier zu erhalten ist, desto geiler sind die Konsumenten drauf. Wer, in einer Gesellschaft, die sich indiviualistisch nennt, Individualismus aber auf Konsum beschränkt, will schon ein Massengebräu ...  Ist auf der einen Seite die Konzentration enorm gestiegen (Carlsberg beherrscht mit Feldschlösschen 42% des Schweizerischen Biermarktes, Heineken mit Calanda, Haldengut und Ittinger Klosterbräu 18%, Eichhof (Ziegelhof( 11%, Kronenbourg (Fosters, Guinnes, San Miguel) 5%, Schützengarten/Löwengarte und Unidrink (Fenaco) je 4%, 16% sind Importe) - ist auf der andern ist die Zahl der Brauereien eher am Steigen. Das restliche Viertel (na ja, irgend wer ist da ein statistischer Hirsch, oder hat zu viele Bierchen gekippt, denn die Zahlen ergeben schon 100% ...) - wird von ca. 125 Kleinbrauereien geliefert. Deren Zahl ist in den letzten 20 Jahren von 50 doch beträchtlich angestiegen. Der grösste unter den Kleinen ist zur Zeit Locher, Appenzell, Brauer des Vollmond- und Halbmondbieres (54'000 hl).

Ueli Abt: So bunt ist die Bierwelt in Zürich. Tagesanzeiger, 4. August 2005. S. 15

 

Dieser Prozess läuft unter dem Titel Konsolidierung, denn trotz der Dominanz riesiger Brauereien gilt der weltweite Biermarkt als stark fragmentiert. 2003 produzierten die 10 grössten Bierbrauer weniger als 45% des gesamten Volumens an verkauften Bier - während bei den Softdrinks bereits die 5 Grössten (Coca Cola, Pepsi Cola, Cadbury Schweppes,  COTT Corporation, Dr. Pepper) den halben Markt bedienen (andere Quellen behaupten, dass dies bereits Coca Cola alleine schafft).

Konsolidierung ist ein Begriff aus der Finanzwelt (Umwandlung kurzfristiger in langfristige Schulden oder Eigenkapital), der auch in der Computertechnik Einzug gehalten hat und für Vereinheitlichung und Umwandlung steht. Im Aktienmarkt wird damit der Prozess bezeichnet, der nach anfänglichem euphorischem Überschiessen der Kurse diese iterativ auf ein angemessenes Mass senkt, also stabilisiert.

Im Rahmen der Optimierung der Gesamtkapitalrentabilität, des return on investment (roi) werden vier Stufen unterschieden: die logische Konsolidierung, die physikalische, die Konsolidierung der Arbeitslasten und der Anwendungen:

Die unterste Ebene der Konsolidierung, die logische Konsolidierung, bezieht sich auf die Vereinheitlichung und Vereinfachung von Verwaltungsaufgaben, auf die Wartung und den Benutzersupport. Die physikalische Konsolidierung umfasst die Computertechnik, die Konzentration von Storage-Systemen oder Servern hin zu Blade-Servern in einem Rechenzentrum sowie die effiziente Nutzung der Rechner- und Speicherressourcen. Die Konsolidierung der Arbeitslast bezieht sich auf die Vereinheitlichung der Betriebssysteme, die Nutzung von Standards und Standardkomponenten sowie auf die Performance und Multiprozessorfähigkeit.

http://www.itwissen.info/index.php?id=31&ano=01-005671&no_cache=1

Hier wird Konsolidierung also quasi synonym zu den Begriffen Rationalisierung, Restrukturierung, Reengineering gebraucht. Ziel ist es, einen möglichst grossen Teil der Nachfrage über möglichst wenige, also entsprechend grosse, Betriebe zu decken. Diese profitieren 1. von der Marktmacht, 2. vom Effekt der economy of scale, 3. von der Erhöhung der Eintrittsbarriere durch die sunk costs etcetc.

Der "freie Markt", durch Rationalisierung, Restrukturierung, Reengineering und Konsolidierung aktiv gestaltet als Gigamaschine,

macht die Teilnehmer zu Rädchen - und die Nichtteilnehmer zum 4. Rad am Wagen, also zu Sozialfällen.

Die Konstruktion und Optimierung dieser Gigamaschine "Weltmarkt" ist eben der Job, für den sich die Finanz- und Kapitalmarktexperten so fürstlich bezahlen lassen. Sie richten die Welt ein nach dem Gebot der Rentabilität, wobei sie uns nicht fragen, ob wir wirklich Rädchen in einer Maschine sein wollen, oder gar das 5. Rad am Wagen. Auch dieses Problem können wir in der Schweiz sehr gut analysieren. Wir müssen dazu nicht in die USA:

  1. Schweizer Banken verwalten mit 3 Billionen Franken (3'000'000'000'000) fast die Hälfte der globalen Offshore-Anlagen, also der vagabundierenden Gelder, die der Steuerhoheit der eigenen Regierung entzogen wurden. Das liegt einerseits am Bankgeheimnis, andererseits muss es den Schweizer Banken aber offensichtlich auch gelingen, für diese Gelder Einsatzmöglichkeiten zu finden, was zur Zeit ja wirklich nicht einfach ist.

  2. Die Schweiz hat mit 1/6303 Einwohner entsprechend die zweithöchste Dichte an Finanzexperten weltweit. Geschlagen wird sie nur vom Stadtstaat Singapur, wo 1 Finanzexperte auf 2342 Einwohner kommt.

  3. Des weitern hat kein Land der Welt eine so hohe Dichte an global tätigen Grosskonzernen. Die an der Börse kotierten Schweizer Firmen haben einen Wert von 830 Milliarden Dollar, was dem 2.3-fachen des BIP entspricht. Die USA haben zwar kotierte Firmen im Wert von 12.8 Billionen $, aber das liegt nur leicht über dem BIP der USA (11.7 Billionen $).

Die Schweiz wäre also der falsche Ort, um Globalisierung zu beklagen,
denn das sind nichts als Krokodilstränen -
aber absolut der richtige, um sie kritisch zu analysieren.

 

2.2 Das System und seine Agenten

Die Aktionärsdiktatur

Kaufen Sie Aktien, dann gehört ein Teil des Betriebes Ihnen und Sie können mitbestimmen!

Tönt gut, ist aber Schwindel. Judith Wittwer hat die Verhältnisse in der Schweiz untersucht (Tagesanzeiger, 28. Juli 2005, S. 21) Dies hier sind die Hürden, die ein Aktionär überwinden will, nicht mal um Einfluss auszuüben, nein bereits um an der Generalversammlung einen Antrag stellen zu dürfen:

Die zehn Firmen mit den grössten Hürden der Aktionärsbeteiligung Die zehn Firmen mit den  tiefsten Hürden der Aktionärsbeteiligung    
  Schwelle in % des Anteils Kapitalbedarf in Fr.   Schwelle in % des Anteils Kapitalbedarf in Fr.
Nestlé
Ems Chemie
Lindt&Sprüngli
Roche
Schindler
Phonak
Novartis
Straumann
Swatch Group
Swiss Re
  0.25
10
  7.14
  0.63
  5
  5
  0.7
  2.58
  0.73
  0.31
335 750 000
283 097 431
204 400 000
191 700000
183 276 778
161 424 768
126 000 000
108 400 000
  85 000 000
  81 900 000
Synthes (1 Aktie)
Bank Coop
Swiss Prime Site
Allreal
Converium
Unaxis
Ascom
St.Galler Kantonalbank
ABB
Swiss Life
0.00
0.03
0.16
0.25
0.14
0.11
0.51
0.20
0.02
0.06
         136
  311 000
1 944 443
2 242 000
2 310 000
2 796 000
3 163 636
3 300 000
3 364 000
3 660 000

Es wird hier sofort deutlich, dass ich selbst das Stratum der Plutokraten, definiert als die 3% der Bevölkerung, die Vermögen von mehr als 1 Million aufweisen, masslos überschätzt habe. Mit solchen Vermögen können Sie in zwei Firmen mitreden ... Um bei den Grossen dabei zu sein, ja nur mal pieps sagen zu dürfen, brauchen Sie sogar bei unserem nationalen Superdemokraten Blocher (Ems Chemie) fast 300 Millionen. Da die Schwelle bei 10% liegt, kommen hier keine 10 Leute in Betracht, da die Verteilung der Aktien vermutlich höchst ungleich ist. Hier muss man schon sagen: Wer im demokratischen Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

 Die Auswahl der 300 Reichsten (0.075 Promille der arbeitenden Bevölkerung) von Bilanz (Auswahl, spez. betr. der Situation der Presse in der Schweiz) dürfte die Plutokraten weitaus präziser fassen.

Das System und die US-Politiker

Zwischen 1980 und 1990 schwenkte der Schwerpunkt der Wirtschaft von Unternehmertum zu Deregulierung (s. Restrukturierung & Reengineering). Reagan glaubte, der rechte Platz für die USA sei die Spitze der Pyramide, gehalten durch militärische Macht und dass der Schutz der eigenen Interessen auch auf Oelfelder beinhalte. Als Schauspieler war er ja gewohnt, nach Anweisungen zu spielen. Sein global empire diente der Corporatocracy, dirigiert durch Vice George Bush, Staatssekretär George Shultz, Verteidigung Caspar Weinberger, Richard Cheney, Richard Helms und Rober McNamara + ein internationales Banksystem dass die Rolle der USA als globalem CEO stützt.

Beispiel: 1989 verhandelte Amoco mit Bahrain über Offshore-Bohrrechte. Bush wurde Präsident, Charles Hostler der neue Botschafter in Bahrain. Harken, mit dem neuen Verwaltungsrat Bush jun., ersetzte Amoco - und erhielt exklusive Bohrrechte, was in den arabischen Ländern nie zuvor zugesprochen wurde Zudem hatte Harken noch nie ausserhalb der Südstaaten der USA gebohrt ... Bush und Enron sind neue globale Feudalherren, denen die Consulting Firmen das Terrain geebnet hatten.

 

Hilfsorganisationen, Missionare und Medien als Agenten von Politik und Wirtschaft

Ziel der Corporatocracy ist es, alle Menschen unter ihren Einfluss zu bringen. In Südostasien hat die USA gelernt, dass manche Probleme leichter durch "Agenten" als durch Krieg zu lösen sind. Als Agenten gelten halt aber nicht nur die seltsamen Gestalten, die wir aus Spionagefilmen kennen, sondern das fängt an beim Peace Corps, über Hilfeorganisationen, Botschaften, Forschungsinstitute, Firmen bis hin zu religiösen Missionen. Erwähnt wird insbesondere SIL.eine evangelikale Missionsgruppe mit düsteren Verbindungen zur Ölindustrie. Im Amazonasbecken ermutigte diese Organisation die dort lebenden Indios, die einer Erdölförderung abgeneigt waren, ihr Land zu verlassen und sich in einem Missionsreservat niederzulassen. Man versprach ihnen freie Nahrung, Unterkunft, Kleider, medizinische Behandlung und missionarische Ausbildung.

Entwicklungsorganisationen "meinen es also gut" ... aber, wie mein Mathematiklehrer am MNG vor 35 Jahren lehrte: Plus und Minus ist Minus: Gut gemeint ist negativ! Entwicklungsorganisationen bereiten aber das Terrain für den globalen Kapitalismus vor.

Die Medien sind Teil dieses Systems, denn 1. werden immer mehr zentralisiert und 2. sind sie zum grossen Teil von Werbeeinnahmen aus eben dieser Geldherrschaft angewiesen: NBC gehört General Electric, ABC Disney, CBS Viacom, CNN dem Giganten AOL (Time Warner). Dazu hängen die Medien ab von der Werbung, also dem Wohlwollen der grossen Unternehmen.

Das Empire selbst ist jedoch auf Sand gebaut

Bekanntermassen importieren die USA weitaus mehr als sie exportieren, trotz mächtiger, grosser und reicher Unternehmen. Sie leben und herrschen also auf Kredit. Sie können sich das leisten, weil die überschüssigen Dollars vom Weltmarkt aufgesaugt und als internationale Währung benutzt werden. Würde der Euro, der japanische Yen, oder in einigen Jahren vielleicht der chinesische Yuan/Renminbi den Dollar ersetzen, wird es für die USA finster (allerdings auch für die Schuldner und für die andern Überschussexporteure, deren Wirtschaft von den kauflustigen USA abhängig sind).

Martin Herzog, Basel, 25. Juli 2005

Lösungsansatz:

ILO: DREIGLIEDRIGE GRUNDSATZERKLÄRUNG ÜBER MULTINATIONALE UNTERNEHMEN UND SOZIALPOLITIK


Eine non-solution ist offensichtlich das US-System, obwohl es mit seiner "katholischen" Ausgabefreude eine notwendige Korrektur zur europäisch-protestantischen und chinesischen Sammel- und Hortwirtschaft darstellt.

Die Firmen verdienen - aber

 

 

 

 

 

 

 

die Privaten verlieren Jobs, Arbeit, Märkte des Kleingewerbes. Die Sparrate ist unter Null, d.h. Reserven werden aufgebraucht.

 


Nur die obersten Einkommensklassen, die zudem die einzigen sind, die von Steuererlassen wirklich profitieren, können ausreichend Geld für die Altersvorsorge beiseite legen: 45 Millionen Amerikaner können sich keine Krankenkasse leisten. Mehr als die Hälfte der jährlich 1.5 Millionen Privatkonkurse sind auf nicht bezahlbare Arzt- und Spitalrechnungen zurückzuführen.
 

und der Staat geht eh drauf. Unter Bush, ein Republikaner, also einer Partei zugehörig, die nicht gerne mehr Geld ausgibt als der Staat einnimmt - und seine Einnahmen gerne kürzt, hat Clintons (Demokrat, also Linker) Budgetüberschuss von 236 Milliarden $ in dein Defizit von 337 Milliarden $ verwandelt ... Irak-Krieg und Katrina nicht mal eingerechnet!