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Die grössten Firmen Europas nach Branchen und Ländern

Sie sehen anhand der Zahlen zu Europa tendenziell die selben Merkmale wie in der Schweiz. Dominant sind hier allerdings die Erdölfirmen, die mit viel Geld und wenig Mitarbeitern sehr viel Geld machen - wozu sie allerdings den Markt eher beherrschen als bedienen. Die Details zeigen, dass hier nur sehr wenige Mitarbeiter von der Monopolpfründe etwas abgekommen. In ähnlichem Masse gilt dies auch für die Grossen Energielieferanten oder Händler. Auf der andern Seite stehen die Firmen, die mit vielen Mitarbeitern eher mässige Erträge erwirtschaften, also der Detailhandel und die Autoindustrie.

Wir sehen aber auch deutlich einen wichtigen Unterschied zwischen den dominanten wirtschaftlichen Strukturen der Schweiz und Europas. Während in der Schweiz der Kern des neofeudalen Herrschaftssystems durch Banken und die Pharmaindustrie gebildet wird, sind es in Europa - wie übrigens in der USA, und damit für die Welt, die Energieversorger (ein interessanter Unterschied besteht hier offensichtlich zwischen Frankreich und dem Rest der Welt). Aus der Perspektive fragt es sich nun doch, ob Privatisierung entwicklungspolitisch und insbesondere was die "Freiheit" der Menschen betrifft, richtig war. Fast alle Energiefirmen konnten in den letzten Jahren massive Gewinne erzielen - bezahlt hat diese Gewinne aber die Bevölkerung. Zudem sind diese Gewinne vorübergehend. Es stehen massive Investitionen in Sachen Umbau der Energiewirtschaft ins Haus. Werden diese Gewinne dafür eingesetzt ... oder werden sie thesauriert, verschoben, genossen? Stehen sie für den notwendigen Umbau zur Verfügung? Während dem der Staat gegenüber den Bürgern eine Verpflichtung hat, hat diese das private Eigentum nicht. Niemand kann von den Energiegiganten fordern, sie müssen diese Gewinne für eine nachhaltige Entwicklung investieren. Sie können sie auch ganz einfach verbraten, oder "das Geld arbeiten lassen", also weitere Börsenballons damit aufblasen.

Dass sich die SPs wortgewaltig für die Privatisierung einsetzen, will nichts heissen. Sie kommen ja aus einer Tradition, die auf zentrale Herrschaft setzt, und haben nun vielleicht einfach umgesattelt von der zentralen Herrschaft des Bürgerstaates auf die zentrale Herrschaft des Grosskapitals, wie auch andere Beamte und Kader. Hauptsache gut gefüllte Futtertröge für die Kader ... [s. Forstwirtschaftlicher Umbau zum Neoliberalismus ]

 

Die Graphik macht deutlich, dass die Probleme DaimlerChryslers wohl kaum etwas mit zu viel oder zu teurem Personal zu tun haben, sondern sonst wo zu suchen sind. Ebenfalls deutlich wird aber, dass einige Mitarbeiter von Bosch ihre Arbeitsplätze vermutlich bald in Osteueropa, Indien oder China suchen müssen.

Die Zahlen von 2006 zeigen allerdings, dass sich in dem Jahr nur wenig geändert hat.
 

Die Baubranche scheint nach wie vor eine Arbeitsintensive - die zunehmende Fertigung in Serienbau von Elementen, also die Industrialisierung der Baubranche, führt aber auch hier zu starkem Verlust an Arbeitsplätzen. Logischerweise sind diese Grossen hier (fast) alle aus Frankreich, wo der Neoliberalismus sich noch nicht voll durchsetzen konnte.

Der Verlauf 05-06 zeigt, dass die Umsätze zunehmen - die Arbeitskräfte tendenziell aber ab.
 

Es ist deutlich, dass hier mit bedeutend mehr Kapital als Mitarbeitern viel Geld verdient wird. Wie BASF, Celesio und Phoenix zeigen, lässt sich die Verteilung des erarbeiteten Mehrwerts offenbar auf noch weniger Personen beschränken, als eh schon der Fall. Für die Entwicklung des Marktes, insbesondere des Arbeitsmarktes, kein erfreuliches Omen.

Phoenix ist Grosshändler mit Standort (nicht rechtlichem, der ist in Deutschland) in Polen, dort sind vermutlich die hier fehlenden Arbeitskräfte. Auch BASF ist weltweit tätig, greift also auf günstigere Arbeitskräfte zurück als die Deutschen.


 

Der Detailhandel ist, weit vor der Baubranche, der personalintensivste Wirtschaftszweig. Aber auch hier ziehen finstere Wolken über den Arbeitsmarkt, wenn Sie sich ansehen, mit wie wenig Personal Edeka und Lidl ihren Umsatz machen.

Während dem die Konzentration und Macht einzelner in den USA noch grösser ist (s. Walmart), wird auch die Schweiz von den rel. "kleinen" Migros und Coop überdimensional beherrscht, denn in keinem Land erreichen die zwei grössten Händler diese Konzentration an Marktanteilen (70%!).

Die Präsenz grosser Detailhändler, die also viel Personal anstellen, trägt absolut nichts bei zur Verbesserung des Arbeitsmarktes, denn natürlich arbeiten auch hier die Grossen effizienter, sparsamer, mit viel weniger Personal pro Umsatzpunkt als die Kleinen, die KMUs.
 

Erfreulich am Elektronikbereich: Er ist offensichtlich personalintensiv. Unerfreulicher: Wird immer stärker nach Fernost und zunehmend Osteuropa verlagert.

Die Elektronik zeigt eindeutig Schwäche, vermutlich auf Grund der Abwanderung in den Osten.
 

Während dem Energiebetriebe typischerweise zu den Feuden gehören, die ihre Pfründen auf die wenigsten Vasallen verteilen müssen, zeigt sich hier ein interessanter Unterschied zwischen Frankreich und Deutschland, GB, ES, IT. Auch hier verteilt Frankreich die Einkünfte grosszügiger auf eine breitere Anzahl Angestellter.


 

Hier zeigt sich das Problem noch deutlicher. Jeder Bürger zahlt - aber nur sehr wenige erhalten eine Pfründe aus diesen Monopolen.


 

Hier gerade das Gegenteil der Energiebranche - eine äusserst arbeitsintensive Branche, allerdings weit weniger arbeitsintensiv als die Nahrungsmittelproduktion, also die Bauern - die als Zulieferer von diesen wie vom Detailhandel massiv unter Druck gesetzt werden. Da beide, die Verarbeiter wie die Detailhändler, über riesige zentralistische Organisationen verfügen - die Urproduzenten aber allenfalls über einen Verband und eine etwas überdimensionale Vertretung in der Regierung, ist die Aufteilung des Mehrwerts dennoch suboptimal.
 

Die Telekommunikation ist offenbar weitaus personalintensiver, als ich mir das gedacht hätte. Also vielleicht sollte man da Swisscom & Co doch etwas besser Sorge tragen.


 

 

Die grössten Unternehmen nach Ländern - und die entsprechende Politik (nicht ganz ernst zu nehmende Klassifikation)

 

Energie- und Handels-Imperialismus

 

Petrol-Imperialismus - bei guter Versorgung der eigenen Klientel.

 

Autoproduktion dominiert: Verlagerung in Billiglohnländer bestimmt Billig-Arbeitsmarkt-Politik - Umsatzwachstum scheint aber noch zu funktionieren.

 

Erdöl ... wird knapp und teuer ...

Energie & Handel: Lebensfreude trotz Feudalismus

 

Handel dominiert: stabiler Franken, keine Inflation, monetaristische Politik

 

Energie und Autos: Machismo

 

Energie dominiert: Feudalismus


 

Die Bescheidenen: Produzieren Spitzentechnik, aber in kleinem Massstab.

 

 Wirtschaft und Politik für den Hausgebrauch, also so, wie's eigentlich gedacht war mit der Oekonomie, der "Ordnung im Hause".

Mit der Elektrotechnik ist allerdings auch hier offenbar nicht mehr viel Kohle zu machen.

Obwohl die Nachkriegsentwicklung Oesterreichs durch staatsmonopolitische Grossbetriebe geprägt war, blieben diese im internationalen Vergleich sehr klein.

Auffällig sind die arbeitsintensiven Betriebe SPAR und REWE (Detailhandel) sowie die Bundesbahnen. Nach harten kapitalistischen Effizienzkriterien scheint sich nur Porsche Holding zu orientieren.

Martin Herzog, Basel, 27.10.06

Die Verschiebungen bei den 10 Grössten der Welt zeigen einiges, nämlich:

Tja ... allerdings sind unter den grössten Banken der Welt 3 chinesische, die 3., 4. und 10. grösste, also ein beträchtliches Potential. Die UBS ist vergleichsweise bloss auf Platz 8. (vergl. Die grössten Bank-Fusionen)
 

So sieht Goldman Sachs die 10 Grössten Wirtschaftsländer für 2050 wie folgt:

p.s: Ch steht hier vermutlich für China, nicht für die Schweiz .... Damit ändert sich auch die politische Dominanz signifikant, wobei der Osten allerdings, wie die USA, noch das Problem zu bewältigen hat, wie er das Energieproblem löst, so dass es wieder heissen kann: Ex oriente lux ... nicht aber ex oriente Russ.

 

p.s: Apropos Grösse.

Der Grund, warum Firmen immer grösser werden können, ja sogar aus Teilen zusammengefügt werden können, die räumlich recht weit auseinander liegen (s. Globalisierung) - ohne dass ihnen die Transaktionskosten ein Bein stellen, liegt in der Kommunikationstechnologie. Dass diese nicht einseitig den Grossen zugute kommte, können die Kleinen (sprich Arbeitnehmer) nur verhindern, indem auch sie sich dieser Organisationsmittel besser bedienen um ihre Interessen zu vertreten.