Strukturierte Produkte & Derivate/Derivative

[Swiss Derivative Guide 2009
Swiss Derivative Map 2007/08]

Ein Strukturiertes Finanzprodukt ist ein Produkt, bei dem Finanzanlagen, wie beispielsweise Obligationen oder Aktien, mit Derivaten (meist Optionen) kombiniert und in einem eigenständigen Wertpapier verbrieft werden. Der Rückzahlungswert eines Strukturierten Produktes hängt von der Entwicklung eines oder mehrerer Basiswerte ab.

Derivatives sind bereits als Begriff ein bisschen irreführend, denn im englischen, woher der Begriff kommt (und weshalb niemand so recht weiss ob nun von Derivaten (eher in der Biochemie gebräuchlich, gerade Petrochemie) oder Derivativen zu reden sei ...), bezeichnet er die mathematischen Differentiale. Während nun zweitere eine ziemlich präzise und berechenbare Angelegenheit sind, die der grösste Teil der Mathematik eben, sind nun die Derivative der Finanzwirtschaft, wie die Börse und damit ihre zugrundeliegenden Werte, alles andere als präzise und berechenbar, sondern von allen whimsicalities (also Launen) der Märkte abhängig.

Dieser Markt hat sich in den letzten Jahren gewaltig entwickelt. Die BIZ schätzte das ausstehende Volumen auf 600 Billionen Dollar. Alleine 2007 hat sich die BIZ-Schätzung um 50% erhöht. Nebst Forwards, Futures und Swaps zählen vor allem Optionen zu den bedeutendsten Vertretern dieser Gattung. Derivative erlauben eine präzise Anpassung der Investition an das vom Kunden vorgezogene Risikoniveau:

Einteilung der Risikoklassen nach Anlagestrategie
Risikoklasse Risiko Anlagestrategie
1 tief Festverzinsliche
2 moderat Einkommensorientierte
3 mittel Ausgewogene
4 erhöht Kapitalgewinnorientierte
5 hoch Anlage in Aktien
6 sehr hoch Hebelprodukte

http://www.4finance.ch/literatur/derivatgeschichte.pdf

Eigentliche Ursache der Krise ist eine Unterschätzung der Risiken, getrieben von Ueberschätzung der Gewinnchancen, einem Uebertreiben der Gewinnsucht. Historisch tiefe Volatilität brachte immer weniger Prämien, so dass an der Risikoschraube gedreht wurde. Zuletzt wurde das titelspezifische Risiko von bis zu fünf Basiswerten gebündelt. Anstatt Diversifikation entstand aber bei diesen Konstrukten genau das Gegenteil. Wenn ein Wert davon einbricht, bricht das ganze Paket ein, wertmässig (worst-of-five. s. Multi-Barrier-Reverse-Convertibles). Stammte insbesondere nur eines der fünf Basiswerte aus dem Finanzsektor hatte das verheerende Wirkungen auf den Kursverlauf des Instrumentes.

Wie hoch das Risiko heute geschätzt wird zeigen die Preise der Credit Default Swaps (CDS), die die Bonität quasi in Geld festlegen, statt in AAAs

Es wird damit gerechnet, dass abendteuerliche Strukturen an Marktanteilen verlieren, bewährte Instrumente aber weiter an Bedeutung gewinnen werden.

Dies insbesondere auf Grund der Kernvorteile Strukturierter Produkte:

http://www.svsp-verband.ch/download/news_content/264_cdokumente_und_einstellungengeissbuehlerdesktopswiss_derivative_map_2008.pdf

Nach, vielmehr mit 2008 ging die Begeisterung dann doch etwas flöten:


Derivate sind Finanzinstrumente, deren Wert sich von andern, darunter liegenden Finanzwerten ableitet. Der wichtigste Begriff hier ist

die Option: Ein Geschäft mit Wahlrechten

options: Häufig auch Oberbegriff von Derivativen: Das Recht, ein Papier zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen

Eine Option ist ein Termingeschäft, bei dem der Verkäufer der Option dem Käufer am Tage des Abschlusses das Recht einräumt:

Der Käufer kann den Kauf oder Verkauf auch unterlassen, verliert dann einfach das für die Option ausgegebene Geld, den Optionspreis - der Verkäufer allerdings muss dann die entsprechenden Wertpapier kaufen oder verkaufen, zum festgelegten Preis ... was zu beträchtlichen Verlusten führen kann, insbesondere wenn er sie noch gar nicht hat. Dies hat mit zum Absturz der Bearings Bank geführt, da Nick Leasson erst auf steigenden Nikkei 225 gesetzt hatte, der aber, besonders nach dem Kobe Erdbeben, ins Bodenlose fiel und er die Produkte weit überteuert einkaufen musste, dann setzte er auf fallenden Japanese Government Bond Future - der hingegen stieg. Das führte zum Untergang von Barings, der ältesten Investment Bank von England. Man darf also die in Derivativen festgehaltenen Verpflichtungen nicht unterschätzen, denn "pacta sunt servanda". Ein: Ja eigentlich hab ich mir das anders vorgestellt ... hilft da nicht raus.

Eine Voraussetzung für diesen Handel war ein allgemein anerkanntes Modell der Preisfindung, das durch Fischer Black & Myron S. Scholes 1973 geschaffen wurde. Mit der Möglichkeit, den Preis einer Option anhand eines mathematischen Modells exakt zu berechnen, nahm das Interesse an Optionen ab 1976 sprunghaft zu. In den USA findet der Handel mit Optionen vor allem an der Terminbörse statt, besonders an der Chicago Board Options Exchange (CBOE), in Europa nimmt die Deutsch-Schweizerische Eurex hier eine dominierende Stellung ein.

Das Black-Scholes Modell

V: Wert einer Option
 

  • S0: Aktueller Aktienkurs, wobei fraglich ist zu welchem Zeitpunkt dieser beobachtet wird
  • K: Basispreis ist festgelegt und eindeutig
  • r: Zinssatz, neben zeitlichen Unterschieden auch hinsichtlich der Wahl des Zinssatzes gleicher Laufzeit nicht eindeutig
  • σ: Die Volatilität ist schwierig zu bestimmen
  • T: Zeitkonvention, Gegenstand von Festlegungen

Der Einfluss der Volatilität lässt sich graphisch relativ leicht zeigen: Je höher die Schwankungen der Preise, desto grösser die Chance, dass sehr niedrige oder sehr hohe Preise erreicht werden, die Kauf (call) oder Verkauf (put) auslösen.

Volatilität bedeutet Unsicherheit, niemand weiss wirklich, was läuft, weshalb die Absicherung mehr kostet. In Zeiten in denen alles "normal" und "ruhig" verläuft, sieht niemand viel Grund, viel Geld für Absicherung auszugeben. Diese Unruhigen Zeiten sind auch die Zeiten, in denen Extremspekulanten (day trader) Geld verdienen (oder verlieren ....) können.

Der Optionspreis wird ausschliesslich durch 6 Parameter bestimmt:

  1. die Volatilität
  2. der Kurs/Preis des Basiswertes
  3. das Zinsniveau
  4. die Restlaufzeit
     
  5. der Ausübungspreis
  6. die Dividenden

Die erwartete Rendite des Basiswertes spielt hier keine Rolle.

Die ersten vier sind sehr variabel und werden durch Kennzahlen gemessen, die mit griechischen Buchstaben gekennzeichnet sind:

Sensitivitäten und Kennzahlen - die sog. „Griechen“

Delta Δ: Zeigt die absolute Veränderung des Optionspreises für eine gegebene Veränderung des Basiswertes um eine Einheit: So bedeutet ein Delta von 0,5, dass eine Veränderung des Basiswertes um zwei Euro eine Veränderung des Optionspreises von einem Euro hervorruft. Es ist üblich, diese zwischen 0 und 1 liegende Zahl mit 100 zu multiplizieren.

Gamma Γ: Das Gamma einer Option gibt an, wie stark sich das Delta des Optionsscheins ändert (bezeichnet also das mathematische Integral), wenn sich der Kurs des Basiswerts um eine Einheit ändert und alle anderen Größen sich nicht verändern. Sowohl für Long-Call-Optionen als auch für Long-Put-Optionen gilt: Gamma ≥ 0. Die Kennzahl findet auch bei Absicherungsstrategien in Form des Gamma-Hedging Berücksichtigung.

Theta Θ: Das Theta einer Option gibt an, wie stark sich der theoretische Wert einer Option ändert, wenn sich die Restlaufzeit um einen Tag verkürzt. Für Call und Put Option ist das Theta immer negativ, da eine kürzere Restlaufzeit immer einen geringeren theoretischen Wert bedeutet, also die Werte positiv korrelieren.

Das Vega (manchmal auch Lambda Λ, da Vega eigentlich gar kein Buchstabe des griechischen Alphabets ist) einer Option gibt an, wie stark sich der Wert der Option ändert, wenn sich die Volatilität des Basiswerts um einen Prozentpunkt ändert.

Rho Ρ: Das Rho einer Option gibt an, wie stark sich der Wert der Option ändert, wenn sich der risikofreie Zinssatz am Markt um einen Prozentpunkt ändert. Für Call-Optionen ist Rho positiv, für Put-Optionen negativ.

 

Wird erworben, wenn ein potentieller Käufer von steigenden Kursen ausgeht und sich gegen zu hohe Preise absichern will. Wird erworben, wenn der Käufer von fallenden Kursen ausgeht, ev. von totaler Wertvernichtung, wo er am meisten verdient, da er die entsprechenden Aktien auch dann noch zu dem vorher festgelegten Wert verkaufen kann. Der Käufer der Option (= potentieller Verkäufer der Aktien die dahinter stehen) sichert sich also gegen zu tiefe Preise ab.
Der Verkäufer der Option hingegen erwartet stagnierende bis leicht sinkende Kurse. Steigen die Kurse allerdings über den erwarteten Bereich, muss er teure Aktien günstig abgeben.

 

Der Verkäufer der Option hingegen erwartet stagnierende bis leicht steigende Preise und sichert sich diese. Verlieren allerdings die Akten an Wert, muss er vielleicht für viel Geld wertlose Aktien erwerben.

 

KOMMENTAR:

Wir sehen hier sehr schön, warum dieses Spiel <Spekulation> genannt wird: Es werden Erwartungen gehandelt, oft mit der Absicht, Gewinne zu machen, oft bloss, Verluste zu vermeiden, also sein Kapital abzusichern. Keine dieser Absichten könnte aus ethischen Gründen "böse" genannt werden. Die Börse ist also keine Erfindung des Teufels - aber da hier das selbe Geld verwendet wird mit dem Bewertungen an den Märkten passieren, von denen wir leben (Nahrungsmittel, Rohstoffe, etc.), da hier mit dem selben Geld gespielt wird, mit dem Investitionen getätigt werden sollten, da hier das selbe Geld angelegt wird, das als Spargeld für Notzeiten zur Verfügung stehen sollte, können Verwerfungen und Verbiegungen der Wertstrukturen am Markt entstehen, die dann ganz andere treffen als ihre Verursacher. So sind einmal die Preise so tief, dass die Produzenten aussteigen (Bauern) - und dann so hoch, dass die Konsumenten nicht mehr bezahlen können. Grundproblem hier ist die Multifunktionalität des Geldes, d.h. der ungewollte aber doch vorhandene negative Einfluss einer Verwendungsart von Geld auf eine andere (Tauschmittel, Wertmassstab, Wertaufbewahrungsmittel). Unser Geld ist zu banal für solch komplexe Anwendungen und müsste dringend anders gestaltet werden. Man müsste z.B. Spekulationsgelder der Börse als Blaugeld bezeichnen (weil man schon ziemlich besoffen sein muss, um sich mit so was auseinander zu setzen / weil es einem im Glücksfall viele blaue Tage (Freitage) verschaft, im Unglücksfall aber auch ein blaues Ausge), so dass klar wird, dass Börsenwerte nicht wirklich das selbe ausdrücken wie reelle Werte sondern bloss Erwartungswerte.  Einige (recht alte) Grundideen dazu s. unter Die Oekologie des Geldes. Dass Geld zudem ein sehr untaugliches Mittel ist, den Wert des Lebens zu messen und darüber zu bestimmen, wie ein Menschenleben zu gestalten ist,  käme hier noch hinzu. (Fazit &, z.B. Kranke Kassen)

Anhand der geschätzten Entwicklung (sehr starke Korrelation mit M2) der Geldmenge M3 in den USA, die seit März 2006 nicht mehr veröffentlicht wird (ja warum wohl ...), zeigt sich das Problem: Trotz relativ tiefen Produktionswachstums steigt die Geldmenge überproportional weiter. Inflation wurde bisher nur verhindert, da dieses Geld in den quasi "virtuellen" Märkten der Finanzwirtschaft (eben quasi als <Blaugeld>) angelegt wurde. Allerdings führt es dann eben dort zu Inflation, zu einer Inflation der Werte. Hier schlägt aber die Realität recht schnell zurück, wenn nämlich die Bürger, die nicht über bisher immer steigende virtuelle Einkommen verfügen diese hohen virtuellen Erwartungen mit ihren niedrigen reellen Löhnen bezahlen sollen. Resultat: Immobilienkrise, Reis-, Weizen-, Mais- etc. Krise. Man kann, wie das zur Zeit intensiv geschieht, hier nach mehr Kontrolle rufen - man könnte aber auch bloss darauf aufmerksam machen, dass die Finanzmärkte bloss Erwartungsmodelle bauen, die dann eben oft von der Realität zu Kartenhäusern erklärt werden und zusammenfallen. Viel mehr ist da nicht ... Auch hier ist das Böse recht banal.

 

Die Schweizer Nationalbank zeitigt da ein vorsichtigeres Verhalten. Aber auch hier wird eine gewisse Diskrepanz deutlich: Während dem sich der Bedarf an Bargeld  (M1) offensichlich in den letzten 5 Jahren stabilisiert hat (quasi Nullwachstum der Löhne) und die Spareinlagen sogar zurückgegangen sind (M2), nimmt M3, die Termineinlagen, auch hier grösseren Raum ein. Und gerade diese dürften zum grössten Teil in Aktienmärkten, Hedgefonds und Derivaten aktiv sein. Auch auf Grund dieser Voraussetzung sollten in der Schweiz eigentlich keine grösseren Probleme zu erwarten sein (... ausser jenen, die sich eben in einer international abhängigen (= globalen) Wirtschaft ergeben. ... Allerdings sind im Vergleich dazu die 350 Milliarden Geldwert der in Bankdepots liegenden Strukturierten Produkte doch leicht beängstigend, denn die können eben relativ leicht von "Blaugeld" zu "normalem" Geld werden und so ziemlich unerwünschte Wirkungen zeitigen.

... andererseits ist der Anteil Strukturierter Produkte am gesamten Finanzkapital, d.h. bereits bloss an dem, das verbrieft auf Banken deponiert ist, eigentlich minim:

Womit allerdings auch in der Schweiz zu rechnen ist, ist ein Nachgeben von Immobilienpreisen in gewissen Regionen (bis 25%. 25% und mehr heisst, dass das heutige Preisniveau um den Betrag über dem steht, der für 2010 geschätzt wird, was vor allem in den bisherigen Boomlagen der Fall ist. )

Generell hat die Schweiz aber hier noch einigermassen Schwein, wofür vor allem die immer zahlreicheren hochqualifizierten Deutschen Einwanderer verantwortlich sind, denn die kaufen im Durchschnitt Häuser, also präziser Stockwerkeigentum für 890'000 Fr., während der Durchschnittsschweizer sich nur670'000 leisten kann, der Durchschnittseinwanderungstürke sogar bloss 450'000 Fr. [Handelszeitung 28. Jan. 09. S. 30: Zuwanderung lässt Eigenheimpreise steigen.] Dass dies allerdings nicht allen Schweizern einen guten Eindruck macht, dürfte ebenfalls verständlich sein.

"Moneyness" von Optionen

 

Weitere Hebel Produkte

Eignen sich zur kurzfristigen spekulativen Umsetzung von eigenen Markterwartungen:

Der Hebel wird errechnet, indem man den aktuellen Kurs des Basiswerts durch den aktuellen Preis der Option dividiert. Bezieht sich die Option auf ein Vielfaches oder einen Bruchteil des Basiswerts, muss dieser Faktor in der Rechnung entsprechend berücksichtigt werden. Man spricht hierbei vom Bezugsverhältnis.

\text{Hebel} = \frac{\text{aktueller Aktienkurs}}{\text{aktueller Optionspreis}}  \cdot \text{Bezugsverh}\mathrm{\ddot{a}}\text{ltnis}

Omega Ω: Man erhält durch Multiplikation des Deltas mit dem aktuellen Hebel eine neue Hebelgröße, die sich in den Kurstabellen meist unter der Bezeichnung Omega oder Lambda („Hebel effektiv“) findet. Eine Option mit einem aktuellen Hebel von 10 und einem Delta von 50% hat also „nur“ ein Omega von 5, der Schein steigt also etwa um 5%, wenn die Basis um 1% steigt. Auch hier ist jedoch wieder zu beachten, dass sowohl das Delta und das Omega und die meisten anderen Kennzahlen sich ständig ändern. Trotzdem bietet das Omega ein relativ gutes Bild von den Chancen der entsprechenden Option.

 

Strukturierte Produkte

Strukturierte Produkte sind Kombinationen vo Derivaten und herkömmlichen Anlagen wie Aktien und Obligationen. Die einzelnen Elemente werden in einem Finanzinstrument kombiniert und als Wertpapier verbrieft. Der Einbezug derivativer Komponenten bewirkt, dass auch das Strukturierte Produkt über derivative Eigenschaften verfügt.

http://www.scoach.ch/DE/MediaLibrary/Document/RZ_Anlage_20seiter_CH.pdf

Strukturierte Produkte lassen sich in 3 Haupttypen klassieren:

Partizipation: Zertifikat: Zweitverbriefung eines Wertpapieres, Schuldverschreibung. (Das "zweit..." macht deutlich, warum diese Märkte so viel Kapital absorbieren können).
 

    Tracker-Zertifikate: lineares Auszahlungsprofil, wenn also die Basiswerte um 5% steigen (oder bei tracker bear fallen), erhalten Sie auch 5%. Tracker werden benutzt, um Anlegern einen effektiven Zugang zu einer bestimmten Branche, Region (z.B. Standort Basel bei der BKB) oder Thema zu bieten. Ein Tracker auf einen breit diversifizierten Aktienkorb reduziert das Risiko, in dynamischen Branchen aufs falsche Pferd zu setzen. Als Basis dienen Aktien, Indizes, Währungen, Rohstoffe, Zinsen - oder Kombinationen derselben. Tracker können Märkte mit einer einzigen Transaktion abdecken (E-commerce, Netzwerkausrüstung, Infrastruktur, erneuerbare Energien, Rohstoffe ..), aktuelle Anlagethemen wie Nachhaltigkeit aufnehmen, Zugang zu Rohstoffmärkten oder aufstrebenden Ländern (emerging markets) ermöglichen. Der Korb erlaubt auch individuell angepasst Gewichtung einzelner Werte. Die Laufzeit beträgt üblicherweise 5 Jahre. Denkbar sind auch Tracker die anhand von Indikatoren dynamisch von kaufen auf verkaufen wechseln. Die Laufzeit beträgt 1 bis 5 Jahre.
    * Bei einer Anlagesumme von weniger als 10'000 Franken ist es meist nicht effizient, einzelne Aktien zu kaufen, da die Mindestcourtage die Transaktionskosten erhöht.

    Weiteres über emerging markets: Emerging Markets, Warnungen, Biodiesel, Infrastruktur (Wohnungen, Strassen, Wasser, Abfallentsorgung, Energie ..., Transporte und Logistik,  ...

     

    Bonus-Zertifikate: Auch hier werden die Dividenden durch einen Preisabschlag erstattet. Im Gegensatz zum Tracker-Zertifikat, das meist verwendet wird um mehrere Aktien zu einem Korb zu verbinden, basiert das Bonus-Zertifikat meist auf einer einzigen Aktie. Bieten einen bedingten Kapitalschutz, der entfällt, wenn eine bestimmte Grenze (knockout) unterschritten wird. Das Bonus-Zertifikat eignet sich für Anleger die überzeugt sind, dass ein Basiswert die Talsohle erreicht hat, also während der Laufzeit nie mehr die knock-out-Schwelle erreichen wird. Er ist bereit, die künftige Dividendenzahlung zugunsten einer attraktiven Bonuszahlung aufzugeben, die ihm auch bei einer Seitwärtsbewegung zugute kommt und bei fallenden Kursen einen gewissen Kapitalschutz bietet. Dieser versagt jedoch bei stark fallenden Kursen. Wird die Knockout Schwelle erricht, trägt der Inhaber des Zertifikats (in dem Falle zu Gunsten des Inhabers der Aktie), das volle Kurs- (sprich Verlust-)  Risiko.
     

    Outperformance-Zertifikate: Erlauben eine überproportionale Partizipation an steigenden Kursen - die auch hier durch Verzicht auf die Dividende bezahlt wird. Die erhöhte Partizipation setzt zudem erst mit dem Strike ein. Wird dieser bei Verfall des Zertifikats unterschritten, trägt der Inhaber den Verlust. Diese Form ist also zu empfehlen, wenn eine Aktienbewert als günstig empfunden wird und ein Kursanstieg zu erwarten ist. Die Laufzeit beträgt im Normalfall mehr als 1 Jahr. Sie sind zu empfehlen bei steigenden Kurse und der Einschätzung einer Aktie als unterbewertet. Der Anleger trägt allerdings das selbe Risiko wie ein Aktienbesitzer wenn die Kurse abwärts gehen.
     

    Outperformance-Bonus-Zertifikate: Eine Kombination der beiden oben, finanziert über hohe Dividendenrentiten. Teilschutz bis zum knock-in.
     

    Airbag-Zertifikate: Verfügen über einenpartiellen Kapitalschutz, der Kursverluste abfedern kann. Wird also eingesetzt wo zwar Hoffnung besteht auf steigende Kurse, aber Kursrückschläge in Kauf genommen werden müssen. Dämpft nur bei moderaten Ausschlägen, starke schlagen auch hier voll durch.
     

    Twin-Win-Zertifikate: Eine positive Rendite ist mit steigenden wie fallenden Kursen möglich, bei fallenden allerdings nur, solange sie eine gewisse Schwelle (durch long- und short-put gedeckt) nicht unterschreiten! Das Auszahlungsprofil hängt auch hier stark ab von der Dividendenrendite (es gibt nichts gratis, vor allem nicht von Banken ...).

 

Renditeoptimierung: Hier verzichtet der Anleger ab einer gewissen Schwelle (cap) auf das Gewinnpotential des Basiswertes. Dafür erhält er das Paket für einen geringeren Einstandswert (Diskount Zertifikat) oder mit deutlich höheren Coupons (reverse convertibles). Den grössten Schaden hinterliess die Finanzkrise bei den Multi-Barrier-Reverse-Convertibles, die dummerweise vor der Krise am meisten "en vogue" waren.
 

    Discount-Zertifikate: Sollte man nur von den Aktien erwerben, die man auch direkt erwerben würde. Bei stark sinkenden Kursen können Verlust kaum mehr abgefedert werden. Der Discount kann auch hier nur gewährt werden dank der Dividende. Es handelt sich also nicht um eine Ausverkaufsaktion.
    Hier der Auszahlungsmodus eines Discount-Certifikates, das seine Wirkung besonders bei stagnierenden Kursen entfaltet.

    Reverse convertibles-Zertifikate(Aktienanleihe): Eigentlich das Selbe wie ein Discount Zertifikat, nur anders verpackt. Bei schwachem Kurs erhält der Inhaber die Papiere geliefert (sichert also den Emitenten gegen Wertverfall ab indem er sich verpflichtet, den unterliegenden Titel bei fallenden Kursen zu übernehmen). Darum reverse-convertible, denn beim convertible kauft der Anleger das Recht, bei steigenden Kursen eine Aktie zu erwerben - hier übernimmt er die Pflicht, eine solche bei fallenden Kursen zu kaufen. Er wird das natürlich nur tun, wenn er zumindest von stagnierenden Kursen ausgeht. Fällt die Aktie nicht, behält er die Prämie. Gerade dieses Derivat führte 2001-2 zu grossen Verlusten und wurde deshalb weiter entwickelt zum:

    Barrier-Discount-Zertifikate: mit einem down-and-out-Put als Verlustbarriere, d.h. Kapitalschutz .... die allerdings nur so lange funktioniert, als der Kurs nicht zu tief fällt. Sonst resultiert auch hier die Pflicht zur Uebernahme des - entwerteten - Papiers.

    Multi-Barrier-Reverse-Convertible-Zertifikate: Ist die Konjunktur auf dem aufsteigenden Ast, die Volatilität also tief, fallen die Risikoprämien ... und damit die Lust der Anleger. Deswegen wurden riskantere Multi-Barrier-Reverse-Convertibles geschaffen die mehrfache Risiken abdecken, normalerweise 3 oder 5. Nach dem Prinzip "worst of" entscheidet der Kursverlauf des lausigsten Titels im Paket. Der Anleger muss sich dann genau diese Titel liefern lassen (wie immer gegen Bezahlung natürlich ...).  Dieses Risiko wurde in den "guten Jahren" etwas vergessen, kann aber in Rezessionszeiten zu beträchtlichen Verlusten führen.
    Entscheidend für die Anleger ist hier auch die Besteuerung. Während dem bei Discount-Zertifikaten der Gewinn als Kapitalgewinn gilt und nicht besteuert wird (bei unterjährigen Produkten), muss bei den Reverse-Convertibles der verzinsliche Teil des Coupons als Einkommen versteuert werden.

    Express-Zertifikate / Sprint-Zertifikate / Uebersicht Typen: Diese verfügen über ein vordefiniertes Gewinnpotential, das bereits bei einer Seitwärtsbewegung des Basiswertes erreicht wird. Der Zeitpunkt der Auszahlung ist vom Erreichen einer Barriere beim Basiswert abhängig, der automatisch zur Kündigung führt (weshalb die Dinger auch "autocallables" genannt werden. Damit wird eine Zielrendite erreicht die über dem Kapitalmarktzins liegt - aber nicht mehr als die angestrebte Rendite. Bei negativer Entwicklung der Börsenmärkte drohen auch hier Verluste.

    Capped-Bonus / Capped Outperformance-Zertifikate

 

Kapitalschutz Hier kann der Anleger auf eine bestimmte Mindestrückzahlung (floor) zählen und partizipiert gleichzeitig an der positiven Wertentwicklung. (Geht allerdings der Aussteller des Zertifikats kaput, ist das Kapital samt Schutz dennoch flöten. S. Lehman Brothers. Das kann sogar bei noch traditionelleren Gefässen passieren wie etwa den Total (oder Absolut)-Return-Fonds, von denen CS gerade 6 liquidieren musste, mit beträchtlichen Verusten für die Anleger). Der UBS ging's allerdings nicht besser, auch sie musste ihre "Absolute-Return-Fonds" liquidieren. Gerade hier zeigen die Bewegungen, warum selbst absolute return zum relative desaster werden kann (wenn auch nicht gleich absolute desaster). Ende 2007 lagen bei der UBS 2.369 Milliarden Franken in diesen Fonds - jetzt, Nov. 08, sind es noch 280 Millionen. Mit dem Rückzug des Kapitals mussten natürlich auch wieder die unterliegenden Aktien abgestossen werden, was dann gleich nochmals zum Preiszerfall bei denselben beitrug. Als zusätzliche Absicherung bietet nun z.B. DWS zusätzliche eine Depot-Sicherheit an, die dem Zugriff der Konkursverwalter entzogen ist. Auch dies natürlich nicht gratis ... Günstiger wäre auch hier eine Diversifikation, also nicht alle Eier in einen Korb legen, sondern Produkte unterschiedlicher Anbieter mischen.
Alle Kapitalschutzprodukte sind ein Kompromiss zwischen garantierter Rückzahlung (floor: meist bei 95%) und Beteiligung an der Wertsteigerung der unterliegenden Aktie (Partizipationsrate, meist 100%). Je höher der floor und das Zinsniveau, je tiefer die Volatilität, desto höher die Partizipation. Kapitalschutzprodukte werden vor allem eingesetzt als Absicherung gegen kurzfristige Kursrückschläge, bei Investitionen in Märkten in denen der Investor zu wenig Erfahrung hat und als Beimischung zu Obligationen-Portfolios.
 

    mit Cap: Erhöhung der Partizipation oder des Kapitalschutzes durch Begrenzung

    mit Coupon:

    mit Knockout (shark notes): Sobald der Kurs die Bariere berührt, verfällt die Option als wertlos. Dem Anleger bleibt der Zero-Bond, also die Rückzahlung des vollen Kapitals (aber, wohlgemerkt, nur solange der Aussteller der Note noch zahlungsfähig ist ...).

 

Offensichtlich fällt mancher Entscheid für Derivative präzise auf die falschen. So etwa bei Hebelproduktein, Diskontzertifikaten und Kapitalschutz. [Bilanz 17, 2009, S. 84]. Kapitalschutzprodukte müssten dann gekauft werden, wenn die Börse hoch steht, es also absehbar ist, dass mal wieder der Zyklus nach unten zeigt. Hebelprodukte dagegen sind in der Baisse angezeigt, da sie ihre Wirkung nur dann positiv entfalten, wenn die Kurse steigen, was bei einer Hausse zwar lange so war, empirisch ... aber eben nicht mehr für sehr lange anhalten dürfte, ebenso empirisch. Mit einem Diskontzertifikat kann der entsprechende Wert zu einem, eben dem Diskont entsprechenden Wert, günstiger eingekauft werden. Bei Nullentwicklung wird also dennoch verdient.

Wer bei einer Hausse immer weitere Steigerung erwartet, verursacht a) eine Blase, beteiligt sich b) an der sog. Hausfrauenhausse, wird c) also zu denjenigen gehören, die für die sog. Börsenexzesse bezahlen. Das Dumme daran ist bloss, dass man nie weiss, wann eine Hausse dem Ende zuneigt ... Fest steht nur: Die letzten beissen die Hunde.

Bedeutung und Verteuerung der credit default swaps:

Aus diesem Grund sind Kredit-Rating der Emittenten äusserst wichtig, um so wichtiger, je mehr der ganze Finanzmarkt in einer Krise steckt [S. 93: CDS - Credit Default Swaps]. Mit Bear Sterns begannen sie zu steigen und erreichten einen ersten Gipfel beim Bankrott, der allerdings dann von den scheiternden Lehmann und AIG in den Schatten gestellt wurde.


Dazu kommt die Deflation auf den Rohstoffmärkten, die erst kurz zuvor, spekulative, nie gekannte Höhen erreicht hatten.

 


Checkliste Derivatekauf [Handelszeitung Nr. 49, 3. Dez. 08, S. 49]

Anlagegrundsätze: Spezifisch für alle strukturierten Produkte im allgemeinen: Produktspezifisch:
  • Markterwartung
  • Basiswert
  • Risikostreuung
  • Funktion im Gesamtportfolio
  • Nutzung aller Informationsquellen

Jeder Anleger sollte sich vor dem Kauf im Klaren darüber sein, wie das Produkt funktioniert

  • Chancen und Risiken
  • Emittent
  • Emittentenrisiko
  • Bedingungen für die Zertifikate
  • Uebereinstimmung mit Anlagevorstellungen (Laufzeit, Risikoneigung etc.)
  • Erreichbarkeit des Anlageziels
  • Voraussetzung für Gewinn
  • Marktszenarien, die Verluste bringen könnten
  • Einflussfaktoren betr. des Wertes der Zertifikate
  • Kaufen und Halten bis zum Verfall, Verkaufen vor Ablauf
  • Risiko eines Totalverlustes
  • Gebühren bei Erwerb und Verkauf vor Laufzeitende
  • Handelsplätze, Handelszeiten, Handelsbedingungen

Persönliche Randbemerkung: Wer Verluste einfährt und nach Schuldigen sucht, sollte sich erst fragen, wem er die Schuld gegeben hätte, wären Gewinne eingefahren worden. Die Krokodilstränen vieler armer, unbedarfter "Anleger" sind da nichts anderes als bloss nervig.

Eine vollständige Checkliste lautet, nach dem Crash (Erich Solenthaler: Zu wenig gerechnet, als alles rund lief. Tagesanzeiger 19.10.09):

  1. Alles von A bis Z gelesen? Auch die mathematischen Formeln und Auszahlungsdiagramme? - Und verstanden?
  2. Würden Sie die Basiswerte kaufen?
  3. Berücksichtigen die strukturierten Produkte ihre Markterwartung. Das ist eigentlich die zentrale Bedeutung derselben.
  4. Wie verhält sich das Produkt bei verschiedenen Marktszenarien: Es kann immer anders kommen, als man denkt, und auch daran sollte man denken.
  5. Stimmt die Laufzeit?
  6. Gelten Bedingungen während der ganzen Laufzeit - oder erst bei Ablauf des Produkts?
  7. Welche Faktoren beeinflussen den Marktwert? Basiswert, Zinsniveau, Volatilität ...
  8. Muss das Produkt bis zum Ende der Laufzeit gehalten werden?
  9. Ist die Risikoklasse bekannt? 4 Stufen mit abnehmendem Risiko:
    1. Hebel
    2. Partizipation
    3. Renditeoptimierung
    4. Garantie
  10. Was steht auf dem Spiel? (Value at Risk)
  11. Ist das Emittentenrisiko abgeklärt? Bei Insolvenz desselben droht Totalverlust, auch wenn das Produkt <Kapitalschutz> heisst. s. Lehman.
  12. Sind die gesamten Kosten bekannt? Bis zu 2% Kosten sind in den meisten Zertifikaten versteckt.

Fazit Derivative:

Strukturierte Produkte sind nicht per se des Teufels, denn alleine die Tatsache, dass andere eine Gewinnchance anbieten zeigt klar, dass sie etwas anderes erwarten als der Anleger, nämlich eine Entwicklung bei der sie gewinnen, oder zumindest weniger verlieren als ohne diese Absicherung (durch put oder call).

Strukturierte Produkte zeigen aber deutlich DAS Problem der Finanzwirtschaft, ja der heutigen Oekonomie generell: Es geht nur um Geld. Alles wird auf der Basis von Erwartungen in Geld berechnet. Die reale Welt bleibt aussen vor. Ob die Bevölkerung bei den angestrebten Preisen noch mitkommt, also diese bezahlen will oder kann, ist dem Markt egal ... bis sie es nicht mehr tut, wie im Falle der Immobilienkrise in den USA. Hier liegt die Schwäche des Systems, denn es ist irreal, es ist eine konstruierte Scheinwelt, die zur Vervollständigung ihres Weltbildes und der Kontrolle ihrer oft zerstörerischen Wirkung dringend der Politik und anderer gesellschaftlicher Einflüsse bedarf.

Insbesondere ist die Geschwindigkeit der Vorgänge hier ein Problem. Während dem sich Firmen an der Börse sehr schnell kaufen und verkaufen (und ruinieren oder huchjubeln) lassen, ist dies in der reellen Welt schwieriger. Da bestehen Strukturen, Verträge, Beziehungen, Mitarbeiter, Abhängigkeiten und vielleicht doch einige Verantwortungen die über das Generieren von Geld hinaus gehen. Zudem verursachen in der rellen Welt Strukturänderungen, Verkauf, Integration (Mergers) eine Menge Kosten und Probleme, welche die Börse dann erst mit beträchtlicher Verspätung zur Kenntnis nimmt (woran natürlich wieder einge gut verdienen ..).

Chuck und sein Gaul" oder: "Wie das amerikanische Finanz-System funktioniert", d.h. wie man reich wird:

Der junge Chuck will mit einer eigenen Ranch reich werden. Als Anfang kauft er einem Farmer ein Pferd ab. Er übergibt dem Farmer seine ganzen 100 Dollar und dieser verspricht, ihm das Pferd am nächsten Tag zu liefern. Am nächsten Tag kommt der Farmer vorbei und teilt Chuck eine schlechte Nachricht mit:
"Es tut mir leid, Kleiner, aber das Tier ist in der Nacht tot umgefallen."
Meint Chuck: "Kein Problem. Gib mir einfach mein Geld zurück."
Geht nicht", eröffnet ihm der Farmer. "Ich habe das Geld gestern bereits für Dünger ausgegeben."
Chuck überlegt kurz. "Na dann", fängt er an, "nehme ich das tote Biest trotzdem."
"Wozu denn?" fragt der Farmer.
Ich will es verlosen", erklärt ihm Chuck.
"Du kannst doch kein totes Pferd verlosen!", staunt der Farmer.
Doch Chuck antwortet: "Kein Problem! Ich erzähl' einfach keinem, dass es schon tot ist..."
Monate später laufen sich Chuck - fein in Anzug und schicken Schuhen - und der Farmer in der Stadt über den Weg. Fragt der Farmer:
"Chuck! Wie lief's denn mit der Verlosung des Pferde-Kadavers?"
"Spitze", erzählt ihm Chuck. "Ich habe über 500 Lose zu je 2 Dollar verkauft und meine ersten 1.000 Dollar Profit gemacht." 
"Ja... gab's denn keine Reklamationen?"
"Doch - vom Gewinner", sagt Chuck. "Dem habe ich dann einfach seine 2 Dollar zurückgegeben."
Heute verkauft Chuck strukturierte Finanzprodukte bei einer Investmentbank.
Eigentlich ganz einfach reich zu werden!

 
Dazu ist zu sagen, dass diese Geschichte zwar vorkommt, wie etwa bei den Verkäufen von Strukturierten Produkten von Lehmann ... als diese längst zahlungsunfähig war.

April 09: Derivative nach der Finanzkrise: Das Interesse an strukturierten Produkten hat mit der Finanzkrise, und entsprechenden Verlusten enorm gelitten, obohl die Dinger eigentlich genau für solche Problem gestrickt sind. Mit Calls und Puts profitieren "Anleger" überproportional von sinkenden oder fallenden Kursen, mit dem Kauf von langristigen Calls in der Nähe des gegenwärtigen Preises behalten Anleger die Cash benötigen quasi ein Recht darauf, ihre Anlagen wieder zum selben Preis zu erwerben, können diese aber während der Laufzeit der Calls versilbern, also in Cash verwandeln, der in Deflationsphasen die sicherste Anlage ist. Da die Volatilität allerdings zur Zeit überdurchschnittlich hoch ist, sind auch die eben davon abhängigen Preise für die Warrants relativ hoch ... obwohl die Nachfrage generell eher tief ist. (Man sollte den Kokolores von Angebot und Nachfrage das den Preis bestimmt also nicht als allein seelig machende Regel nehmen. Es gibt noch eine ganze Menge weiterer Faktoren, die beim Preis mitspielen.

Empfohlen werden zur Zeit Derivative im Bereich Erdöl, da hier die Knappheit eindeutig die Preise wieder in die Höhe treiben wird. Um langfristige Zertifikate quasi ohne zeitliche Beschränkung zu schaffen müssen diese <gerollt> werden. Dies geschieht durch den Verkauf eines ablaufenden Zertifikats und den Erwerb eines nächsten, mit längerer Laufzeit. Sind die neueren Kontrakte teurer, wird dies als contango bezeichnet, günstigere als <backwardation>, also positive Roll-Rendite. Hier sind die Investitionen, aufgrund der steigenden Contango-Situation, unbedingt mit einer Fristenstrukturkurve zu prüfen. Bei Gas investieren hier Strategieindizes etwa in Ergasaktien, wenn eine Contangosituation herrscht, in Ergasfutures wenn eine Backwardation vorherrscht. Die Situation entsteht bei Gas besonders gerne, da es sich schlecht lagern lässt.

Auswege aus der Contango-Falle bieten offenbar auch Spothandel und *enhanced products": Allerdings wird auch hier davor gewarnt, dass es kein Gratisfrühstück gebe ... s. Rohstoffe