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ie
aktuelle Finanzkrise und einige Schlüsse die daraus zu ziehen sind
Investition oder Spekulation? Was treibt das Geld an die Börse
Die Selbstüberschätzung der Kapitalmärkte (= Finanzmärkte)
Wie lässt sich Ethik in die dazu eher antagonistische Wirtschaft einbringen?
Ansätze zum unmöglichen Dialog zwischen Wirtschaft und Ethik
[Wolfgang Bessler/ Wolfgang Drobetz/ Jacqueline Henn:
Hedge
Funds: Die „Königsdisziplin“ der Kapitalanlage ca. 2005
Eidg. Bankenkommission:
Hedge-Fonds Marktentwicklung, Risiken und Regulierung. Sept. 2007]
Hedge-Fonds (von engl. to hedge [hɛdʒ], „absichern“, engl. hedge fund;) sind eine spezielle Art von Investmentfonds, die durch eine spekulative Anlagestrategie gekennzeichnet sind. Hedge-Fonds bieten dadurch die Chance auf sehr hohe Renditen, sind aber dementsprechend auch mit hohen Risiken behaftet.
| Unter einem
Leerverkauf (auch: Blankoverkauf, Short Sale) versteht man den
Verkauf einer
Ware, eines
Währungsbetrages oder eines
Wertpapiers, das der Verkäufer zum Verkaufszeitpunkt noch nicht
besitzt. Der Verkäufer profitiert von dem Leerverkauf, wenn der
verkaufte Wert im Preis sinkt. Ein Leerverkauf kann als
Kassageschäft oder als
Termingeschäft ausgestaltet sein. Die Position, die dem Verkäufer durch einen Leerverkauf entsteht, wird als Short-Position (to be short of = ermangeln. Gegensatz: Long-Position) bezeichnet. |
Typisch für Hedge-Fonds ist der Einsatz von Derivaten und Leerverkäufen. Hiervon rührt auch der irreführende Name, da diese Instrumente außer zur Spekulation auch zur Absicherung (Hedging) verwendet werden können. Außerdem versuchen Hedge-Fonds über Fremdfinanzierung eine höhere Eigenkapitalrendite zu erwirtschaften (Hebeleffekt oder Leverage).
Der erste Hedge-Fonds wurde von Alfred Winslow Jones im Jahre 1949 gegründet. Jones verkaufte Aktien leer (s. rechts), um sie später auf einem niedrigeren Kursniveau wieder zu erwerben. Mit dem Erlös des Leerverkaufs kaufte er andere Aktien in der Erwartung, dass diese Aktien im Kurs steigen. Damit erfand er gleichzeitig die erste Strategie für Hedge-Fonds (Long-Short).
Charakteristisch für Hedge-Fonds sind die folgenden Merkmale, wobei nicht alle auf jede Erscheinungsform von Hedge-Fonds zutreffen müssen:
Nachteile:
Der Erfolg von Hedge-Fonds ist in hohem Maße vom Geschick des Fonds-Managers und den verwendeten finanzmathematischen/ökonometrischen Modellen, wie zum Beispiel dem Black-Scholes-Modell, abhängig. Die Vorgehensweise des Fonds-Managers kann durch das hohe Maß an Risiko bzw. Spekulation die Form einer Wette haben. Die Aufnahme von Fremdkapital bis zu einem mehrfachen des Eigenkapitals ist üblich, um die Rendite weiter zu steigern (Leverage-Effekt). Von Fonds-Managern wird erwartet, dass sie sich an dem Fonds beteiligen und gegebenenfalls persönlich haften. Im Gegenzug werden die Manager sehr gut bezahlt, es wird oft von der 2/20 Regel gesprochen. Hierunter werden 2% Verwaltungsgebühr (vom Fondsvolumen) und 20% Gewinnbeteiligung verstanden
Die
USA sind für Hedgefondsmanager weiterhin der bei weitem führende
Anlageplatz, gemessen an den verwalteten Vermögen verwalten US-Manager 63 %
des Marktvolumens. Im Jahr 2002 waren es allerdings noch 83 %. Der größte
Umschlagplatz für Hedgefonds ist New York, wo nach Berechnungen von
International Financial Services im Jahr 2006 36 % der weltweiten
Anlagen verwaltet wurden. 2002 waren es noch 45 %. Der Rückgang beruht
hauptsächlich auf der Verbesserung der Position Londons als nunmehrige klare
Nummer 2 in der Hedgefondsbranche.
Ein beträchtlicher Teil der dort angelegten Gelder kommt allerdings aus der Schweiz, d.h. vermutlich vor allem aus den dort angelegten Privatvermögen.
Hedge Fonds: benutzen Derivate intensiv, + Leerverkäufe, um ihre Strategie abzusichern (to hedge)
Registriert
sind die meisten Fonds allerdings überwiegend an sogenannten
Offshore-Plätzen, also abgelegenen Ländern, wo die Verwalter der Fonds
eigentlich gar nicht sitzen. Die Gründe, warum sich viele Hedge-Fonds
offshore angesiedelt haben, sind einerseits steuerlicher Natur, liegen
andererseits aber auch in den geringeren Einschränkungen der jeweiligen
Kapitalmarkt-Gesetzgebungen, was die in den Fonds erlaubten
Finanzinstrumente betrifft.
| Der Begriff Kurssicherung oder Hedgegeschäft (kurz
Hedging; von
engl. to hedge [hɛdʒ],
„absichern“) bezeichnet ein Finanzgeschäft zur Absicherung einer
Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise
Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den
Rohstoffpreisen. Die
Person
oder
Unternehmung, die eine Transaktion hedgen möchte (auch
Hedger genannt), geht zu diesem Zweck eine weitere Transaktion
ein, die mit der zugrunde liegenden Transaktion gekoppelt ist. Dies
findet gewöhnlich in der Form eines
Termingeschäfts statt. Ein perfekter Hedge eliminiert
jegliches Risiko, ist aber in der Praxis fast unmöglich. Stimmen Kursrichtung und das Ausmaß der Kursänderungen in Spot- bzw. Kassamarkt und Terminmarkt vollständig überein, so lässt durch die Einnahme einer Gegenposition im Terminmarkt die Ungewissheit über die zukünftige Kursentwicklung des Grundgeschäftes vollständig beseitigen. Durch eine Parallelbewegung der Terminkurse zu den Spot- bzw. Kassakursen eines Marktgegenstandes gleichen sich Kursgewinne und Kursverluste mithin idealerweise vollständig aus. |
Hedge-Fonds sollten in der Theorie das Vermögen bei Risiken durch Hedging (engl.: to hedge = einhegen, umzäunen) absichern, haben aber in ihrer heutigen Form wenig mit Absicherung zu tun. [Bei Equity Hedges kann der Manager durch gezieltes Einsetzen von Derivaten, wie z.B. Futures, Forwards, Optionen etc., sein Aktienportfolio absichern.]
Die erste Hedge-Fonds-Strategie (marktneutrale Strategie) stammt von Alfred Winslow Jones und sollte ein Instrument zum Schutz vor Widrigkeiten bei Zins- und Währungsänderungsrisiken sein. Die ersten beiden Strategien wurden bereits von ihm eingesetzt:
Neue Strategien (Global-Macro-Strategie) wurden von George Soros und Jim Rogers mit ihren Quantum-Funds-Hedge-Fonds entwickelt. Durch neue Finanzinstrumente spekulierten sie in neuen Bereichen, wie dem Devisenmarkt, Zinsen, Rohstoff- und Aktienmärkten.
1) Relative Value Strategies [Make money on spreads]: Vertreter von Relative Value- bzw. Arbitrage-Strategien generieren ihre Profite, indem sie Preisunterschiede zwischen verbundenen Wertpapieren ausnutzen Spread. Ein Manager kauft beispielsweise an einer Börse kurzfristig unterbewertete Aktien, um sie gleichzeitig an einem anderen Handelsplatz zu einem höheren Kurs zu veräußern.
Vertreter der Global-Macro-Strategie setzen zahlreiche Finanzinstrumente wie Futures und Optionen in den Bereichen Währungen, Rohstoffe, Zinsen und Aktienindizes, festverzinsliche Produkte und weitere Derivate ein. Global-Macro-Strategien lassen sich unterteilen in Currencies (Währungen), Emerging Markets (Volkswirtschaften an der Grenze zur Industrienation bspw. Korea), Market Timing und Commodities (Rohstoffe).
Da das grundlegende Motiv bei diesem Stil die Spekulation ist, kann es
bei Anlage von größeren Volumina zu einem Einfluss auf die Märkte und das
Finanzsystem in der Weise kommen, dass
die Funds die prognostizierte Entwicklung erst durch ihre Strategien
erzeugen („Self-Fulfilling Prophecy“). Ein Beispiel hierfür ist die
erfolgreiche Währungsspekulation auf das Britische Pfund von GEORGE SOROS
mit seinem Quantum Funds im September 1992. Seine Spekulation auf einen
Dollaranstieg gegenüber dem Yen kurze Zeit später (1994) war dagegen weniger
erfolgreich und führte zu erheblichen Verlusten.
Im Allgemeinen muss man davon ausgehen, dass die Aktien-, Renten-, Devisen-
und Rohstoffmärkte zu groß und zu liquide sind und bestimmte Positionen nur
schwer durchzuhalten sind, um längerfristig die Märkte in eine bestimmte
Richtung zu bewegen.
Das Fondsvermögen von Hedge-Fonds befindet sich im Gemeinschaftsbesitz der Investoren und des unbeschränkt haftenden Gesellschafters (Komplementär, General Partner, Sponsor). Ein grosser Anteil der Hedge-Fonds ist in Finanzplätzen, wie den Cayman Islands, den British Virgin Islands und den Bermudas, aber auch den USA domiziliert. Ein attraktives Hedge-Fonds-Domizil in den USA ist der Bundesstaat Delaware.
Lobhudelei:
Die Bedeutung der Hedge-Fonds ist in den letzten Jahren – analog zum Anstieg der von ihnen verwalteten Vermögen – stark gewachsen. Vor ein paar Jahren beachtete der breite Markt die Nischenprodukte kaum. Heute sind sie unumgängliche Markteil-nehmer. Hedge-Fonds weisen eine Reihe positiver Aspekte auf, welche an dieser Stelle erwähnt werden sollen. Sie besitzen eine grosse und für die Finanzbranche als Ganzes wichtige Innovationskraft. Durch ihre aktiven und flexiblen Handelsstrategien fördern sie die Preisfindung auf den Finanzmärkten. Liquidität und Effizienz dieser Märkte wurden dadurch verbessert. Im Bereich der Kreditderivate konnte dieser Aspekt besonders deutlich beobachtet werden. Hedge-Fonds zeichnen nämlich für einen grossen Teil des Handelsvolumens in diesen Produkten verantwortlich. Dies erhöhte die Liquidität dieses für alle Marktteilnehmer bedeutungsvollen Marktes stark. Dies wiederum fördert die Effektivität des Risikotransfers, welcher mit Kreditderivaten erreicht werden kann. Letztlich profitieren davon alle Investoren, da sich ihnen dadurch weitere Möglichkeiten zur Risikodiversifikation und zur Absicherung eröffnen. Die positiven Aspekte von Hedge-Fonds können mit „Liquidität, Effizienz und Effektivität“ zusammengefasst werden. Natürlich gehen von Hedge-Fonds auch Risiken aus.
Kritik:
Auch indirekt können Hedge-Fonds mit ihren aktiven Handelsstrategien ein Risiko für die Finanzmärkte darstellen. Erleiden einer oder mehrere grosse Hedge-Fonds signifikante Verluste, kann dies zu einer Krisensituation auf den Finanzmärkten und zu einem abrupten Rückgang der Liquidität führen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn viele Hedge-Fonds (und Banken) in einer sich anbahnenden Krise ähnliche Positionen hal-ten. Die ähnliche Positionierung von Hedge-Fonds wird auch damit erklärt, dass der Erfolg einer Strategie Nachahmer anzieht (herding behaviour). Dadurch entstehen so genannte „crowded trades“ oder „one-way-markets“. Das Auftreten solcher Situationen kann leicht zu einem Versiegen der Marktliquidität führen, vor allem dann, wenn die Markteilnehmer gleichzeitig versuchen, ihre (ähnlichen) Positionen zu schliessen. Ne-ben dem steigenden Gegenparteirisiko gegenüber Hedge-Fonds würde dies auch das Handelsbuch der Banken in Mitleidenschaft ziehen und könnte unter Unständen auch die Banken und letztlich die Stabilität des Finanzsystems ins Wanken bringen.
Bei einem Ausfall eines Hedge-Fonds könnten sich die bei der Bank hinterlegten Sicherheiten als ungenügend erweisen. In diesem Fall würde der Prime-Broker den Hedge-Fonds mit neuen Forderungen nach Sicherheiten (Margin Calls) konfrontieren, was diesen in einer Krise dazu bringen könnte, seine Positionen zu ungünstigen Konditionen zu veräussern. Dies beschleunigt potenziell den Abwärtssog. Geschieht diese Liquidation in einer überhasteten und ungeordneten Weise und sind mehrere Fonds und Banken betroffen, kann sich die Krise schnell ausweiten und auf ursprünglich unbeteiligte Akteure überschwappen.

Trotz der aktuellen Euphorie, die insbesondere durch die Suche nach
rentierlichen Anlagealternativen in dem aktuellen Umfeld fallender Märkte und
niedriger Zinsen begründet ist, betragen die derzeit in Hedge Funds angelegten
Beträge weltweit nur gut ein Prozent aller Geldanlagen (Aussage von 2005, neuere
Daten nur schwer zu erhalten). Im Rahmen der Asset
Allocation wird neuerdings allerdings empfohlen, 5% oder mehr der Assets in
Hedge Funds zu investieren.
Sie erfordert deshalb sowohl auf der Anlegerseite als auch beim
Fondsmanagement sehr viel Kenntnis und Verständnis über die komplexeren
Zusammenhänge
dieser Assetklasse.
Hintergrund und Grundvoraussetzung für viele Strategien ist, dass Ineffizienzen in der aktuellen Bewertung vorliegen können, die entweder auf Informationsineffizienzen (nicht alle bewertungsrelevanten Informationen sind in den aktuellen Kursen enthalten) oder auf der nicht korrekten oder vollständigen Verarbeitung dieser Informationen (die aktuellen Marktbewertungen insbesondere für komplexe Produkte weichen von den eigenen Modellbewertungen ab) beruhen. Dazu muss die Überzeugung der Manager kommen, dass diese „privaten“ Informationen früher oder später an die Märkte gelangen werden und es dadurch zu einer Bewertungskorrektur kommen wird, bzw. dass die mit den eigenen Modellen errechnete Bewertungen sich als Preise am Markt längerfristig durchsetzen werden.
Hier ist eine eminente Kritik des Marktes enthalten: Offenbar ist Information ein Problem, eben dadurch, dass sie nicht allen gleichermassen zugänglich oder verständlich ist. (s. Die Market-Efficiency Hypothese ... so effizient wie der Wetterbericht). Wären alle Marktteilnehmer gleich informiert, gäbe es Handelsgewinne (welche eine gerechte Aufwandsentschädigung übersteigen) weder in reellen noch in spekulativen Märkten. Umgekehrt setzt sich richtiges Wissen offenbar auch erst durch, wenn es richtig inszeniert wird - was wiederum belegt, dass Märkte nicht einfach da sind, sondern gemacht werden.
Aber auch ein Preisanpassungsprozess, der nur durch wenige kleinere Schocks gestört wird, kann sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Die Länge des Zeitraums, in dem die Anpassung stattfindet, kann immer dann zu einem Problem für Hedge Funds werden, wenn Liquiditätsprobleme oder vorübergehende Verluste entstehen, die eine Auflösung der Position und damit eine Realisierung von Verlusten erzwingen. Man spricht in der Literatur auch von „Limits of Arbitrage“. Die Probleme von Long Term Capital Management (1998) sind nur ein Beispiel dafür, dass prognostizierte und erwartete Preisanpassungen nicht immer wie erwartet unmittelbar stattfinden. Auch andere Beispiele deuten darauf hin, dass Liquiditätsprobleme Erfolg versprechende Strategien zunichte machen können (z.B. Herstatt oder Metallgesellschaft). Alle diese Unternehmen mussten die Erfahrung machen, dass die Ungleichgewichte an den Märkten länger bestehen bleiben können als die eigene Liquidität und insbesondere die Solvenz es erlauben, diese Positionen aufrecht erhalten zu können
Es gibt noch eine ganze Reihe von anderen Problembereichen oder Trugschlüssen im Zusammenhang mit der Anlage in Hedge Funds, die hier kurz erwähnt werden sollen. So wird immer wieder angeführt, dass die Hedge Funds durch ihre Transaktionen (Spekulation) erst die Volatilität und die Preisungleichgewichte an den Märkten erzeugen. Vereinzelte Beispiele hierfür sind sicherlich zu finden und werden in diesem Beitrag später erwähnt. Dagegen könnte man aus finanzierungstheoretischen Überlegungen heraus aber auch argumentieren, dass die Hedge Funds durch ihre Strategien (Arbitrage) dazu beitragen, die Finanzmärkte insgesamt effizienter zu machen, weil sie versuchen, die Ineffizienzen bei den Informationen und der Bewertung auszunuten und dadurch Preisdiskrepanzen eliminieren. Empirische Untersuchungen deuten aber darauf hin (BRUNNERMEIER/ NAGEL (2004)), dass Hedge Funds beispielsweise die erheblichen Kursschwankungen an den Technologie-Märkten wie NASDAQ für sich genutzt haben, indem sie im Aufschwung in Aktien investierten und im Abschwung ihre Positionen reduzierten. Aus Sicht der Hedge Funds kann es daher schon eine sinnvolle Strategie sein, Ungleichgewichte oder Trends zu verstärken, um dann durch rechtzeitiges Drehen der Position Gewinne zu realisieren.
Aus der Sicht der meisten Betroffenen ist dies allerdings eine Zumutung. Obwohl Wirtschaftszyklen eigentlich so normal sind wie Ebbe und Flut, Winter und Sommer, setzt jedes Mal ein Riesengeschrei ein, wenn sich ein Zyklus wieder mal im Abschwung befindet. Aehnlich wie früher die Sonnwendfeuer verhindern sollten, dass die Tage noch kürzer würden und endlich der Sommer wieder kehre (Sächsilüüte z.B.), so kehren heutzutage die Befürchtungen und Empfehlungen von Experten betr. Konjunturabschwungs immer wieder, immer wieder, immer wieder .... Und während dem sich die Finanzbeschwörer loben dafür, die Liquidität zu fördern, erzielen sie bei Abstürzen regelmässig das Gegenteil, insbesondere 2008, als das Mîsstrauen so gross war, dass der Staat Banken übernehmen und deren Rückzahlung von Konten garantieren musste. Anspruch und Wirklichkeit stimmen hier eindeutig nicht überein:
Uebertriebenes Eigenlob und der Survivorship Bias (Systematischer Fehler durch "vergessen" der Opfer. Wird gerne verwendet beim Eigenlob von Bildungsinstituten betr. der Erfolgsrate ihrer Absolventen.): Ein Survivorship Bias entsteht immer dann, wenn nur die Renditen von Fonds betrachtet werden, die am Ende des Untersuchungszeitraums noch aktiv und in der Datenbank vorhanden sind. Ein Ausscheiden eines Hedge Funds aus der Datenbank kann zwei Ursachen haben: Entweder wurde der Fonds aufgelöst (z.B. nach längeren Verlustperioden oder gar einem Bankrott) oder das Management entscheidet sich, keine Daten mehr zu veröffentlichen (z.B. weil der Fonds mangels Investitionsmöglichkeiten künftig keine neuen Investorengelder mehr anziehen möchte). Dadurch wird für Hedge Funds bzw. Hedge Fund-Indizes in der Regel eine zu hohe Rendite ausgewiesen. Es kommt tendenziell also zu einer Überschätzung der Renditen von Hedge Funds.
Abzockerschimpfe ist im Schwung. Allerdings werden damit meist die Manager gemeint, die trotz mässiger oder gar desaströser Leistung Boni beziehen und/oder exorbitante Löhne. Vergessen wird dabei, dass diese selbst bloss Angestellte sind, Auftragnehmer des Kapitals. Manager, wo Abzocker, sind also höchstens Abzocker 2. Art, diejenigen der 1. Art sind diejenigen, die mit der Macht des Geldes arbeiten. Hedge Fonds sind hier ein beliebtes Vehikel und zeigen einige der dabei (bei der Abzockerei) verwendeten Methoden:
Beispiel Beeinflussung/Herdentrieb:
Im Gegensatz zu Private Equity sind Hedge-Fonds aktivistischer und in der Regel nicht daran interessiert, die Kontrolle über die Zielfirma ganz zu übernehmen. Ihr Ziel ist meist das Erreichen kurzfristiger Kapitalgewinne auf Aktien- oder Derivatinvestitionen. Sie bauen z.B. eine Beteiligung an einer Firma auf, bei der sie Probleme orten und der sie eine strategische Änderung vorschlagen, welche sich positiv auf die Aktienrendite auswirken soll. Dabei versuchen sie teils massiven Einfluss auf das Management der betroffenen Unternehmung auszuüben. Häufig reicht für dieses Unterfangen eine relativ kleine Beteiligung. Findet der Hedge-Fonds mit seinem Vorhaben Nachahmer, oder ergibt sich aus seinen Vorschlägen eine Verbesserung der Situation dieser Firma, kann er bei steigenden Aktienkursen Kapitalgewinne realisieren. Häufig sucht der Fonds aktiv Gleichgesinnte, um seinem Argument mehr Gewicht zu verleihen und die Kurse in die Höhe zu treiben. Dieses Vorgehen hat den Hedge-Fonds auch massive Kritik eingetragen
Beispiel Verdienen durch Steueroptimierung
[Rudolf Strahm: Kolumne - Heikler Kampf gegen Abzocker:]
Minder's Abzockerinitiative (die allerdings eben nur nationale Abzocker II. Art aufs Korn nimmt (internationale), die Diener des Kapitals) fordert, dass die Aktionärsversammlung über die Gesamtentschädigungen und Boni der Verwaltungsräte wie die der Geschäftsleitung bestimmen kann. Die Verwaltungsräte haben nämlich oft die für Entschädigungen Zuständigen selbst ernannt. So hat Vasella etwa eine Statutenänderung durchgebracht, nach der auch Verwaltungsratsmitglieder mit mehr als 70 Jahren gewählt werden können, weil Helmut Sihler, der den Lohn von 20 Millionen im Dreiergremium mitbestimmt, bereits 74 ist. Sihler erhält für ein paar Sitzungen 980'000 Franken. ...
Kritisch sieht Strahm hier den Satz: Die Generalversammlung wählt jährlich den/die Verwaltungsratspräsidente/in, und einzeln die Mitglieder des Verwaltungsrates und des Vergütungsausschusses.
Denn das würde weiteren Angriffen von Raider (Private Equity) erleichtern, wie den auf SIG, Sulzer, Sauerer, Oerlikon (Unaxis), Implenia, Ascom, Rieter, Valora - angegriffen durch Laxey (London), Victory (Wien: Pecik, Stumpf, Wekselberg ....), Renova (Zürich: Wekselberg), Golden Peaks (Zug) - oder andere russische Oligarchen.
Um eine grosse Aktiengesellschaft mit breiter Aktienstreuung zu manipulieren und zu beherrschen, braucht eine aktivistische Investorengruppe oft nur 10 bis 20 Prozent Aktienanteil. Die Kleinaktionäre die man zu schützen vorgibt, sind Zuschauer oder gar Manipulierte im Gerüchtespiel. Die einzige Instanz, die in einer langfristigen, industriellen Optik Widerstand leisten kann, ist der Verwaltungsrat. Genau dessen Mitglieder will die Abzocker-Initiative nun dem Spiel der Raider ausliefern. Genehmigungspflicht des Vergütungspakets durch GV ja - Einzelabschuss-Paragraphen streichen.
Um eine Firma zu destabilisieren und gefügig zu machen, wurden Gerüchte gegen den Verwaltungsrat in Umlauf gesetzt. Missliebige VR-Mitglieder oder Firmenchefs, die Widerstand leisteten, wurden persönlich denunziert und mit Verantwortlichkeitsklagen eingedeckt. Sonderprüfungen wurden verlangt, aussserordentliche Aktionärsversammlungen einberufen, Strohmänner in die Verwaltungsräte eingesetzt, um Vorausinformationen zu gelangen. Firmenteile wurden abgestossen, Fusionen erzwungen, das Eigenkapital gesenkt, um die Eigenkapitalrendite rechnerisch kurzfristig zu erhöhen. Die Firmen wurden mit enormen Bankschulden belastet, um Aktienrückkäufe zu finanzieren.
OK ... Fazit aus Finanzkrise, Derivativen und hedge fonds:
Ein System das sich nur an Geld, vielmehr
Geldvermehrung, orientiert
ist per se kein lebenstaugliches Orientierungs- und Ordnungssystem.
... und nun lesen Sie mal den vorweihnachtlichen Schrott den "DAS MAGAZIN" zur Frage "Macht der Kapitalismus unsere Moral kaputt? publiziert. Die Islam-Basherin Ayaan Hirsi Ali wird zur Philosophin oder Wissenschaftlerin hochstilisiert, denn solche sind offenbar an der John Templeton Foundation tätig, einem typisch rechtskonservativ propagandistischen Thinktank der USA, finanziert durch ein Legat, das eben durch "Investmentfonds" ermöglicht wurde, und dessen "Forschung" hier publik gemacht wird:
Martin Herzog, Basel, 8.11.08

Nach der Finanzkrise ist den Meisten die Lust am Gartenzaun-Strukturalismus vergangen.
Vermutlich zu unrecht, denn nach wie vor spielen hier die Geschicktesten der Zunft (nebst anderen natürlich).