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Konkurrenz |
Was mit dieser Welt
gemeint, Scheint mir keine Frage, Alle sind wir hier vereint Froh beim Festgelage. Setzt Euch her und schaut Euch um, Voll sind alle Tische, Keiner ist von uns so dumm, Daß er nichts erwische.
Wilhelm Busch (1832-1908)
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Und endlich schwieg der Kampf, da es an Kämpfern fehlte. |
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Welche Welt wollen wir? Herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Martin Herzog |
Wettbewerb findet sich in vielen Bereichen. Bei unsern Vorfahren, den Affen, war es vor allem ein Wettbewerb um Nahrung, Lebensraum und Weibchen, bei uns Modernen ist es ein Wettbewerb um Geld, Karriere, Macht und Frauen. Was die Propheten des Wettbewerbs als Jungbrunnen vergessen ist aber, dass der Wettbewerb immer strukturiert war. Auch Affenväter lassen ihre Familien nicht verhungern, obwohl sie stärker wären. Auch Affenhorden organisieren Nahrungssuche und Verteidigung gemeinsam. Wettbewerb kann es also nicht ohne seinen ergänzenden Kontrapunkt und Gegenpart geben, die Kooperation, das andere Ende der Wurst. Oder, wie Epikur sagte: Die wichtigen Dinge des Lebens sind einfach zu erreichen - und brauchen keinen Wettbewerb! Keiner der griechischen Philosophen war je besoffen genug, Wettbewerb zum Grundprinzip von Staat und Gesellschaft erklären zu wollen. (s. Stoa).
Definition Wettbewerb:
Wettbewerb bedeutet, andere von den besten Plätzen zu verdrängen.
Das übelste Mittel dazu ist Mobbing
Mehr Wettbewerb heisst also nicht, mehr Wachstum und Wohlstand für alle, sondern nur für diejenigen, denen es gelingt, andere zu verdrängen, Menschen verdrängen von gut bezahlten Arbeitsplätzen - Firmen verdrängen von lukrativen Märkten.
Die Probleme, die es in der Welt gibt, können nicht mit der gleichen Denkweise gelöst werden, die sie erzeugt hat. Albert Einstein
Wettbewerb in der Wirtschaft bedeutet vor allem, die Rivalität um Marktanteile. Die klassische Ökonomie forderte freien Wettbewerb zur Befreiung aus den Fesseln feudaler Herrschaft auf der einen, zur Befreiung von den durch die Zünfte gebildeten Kartellen auf der anderen Seite. Zum Lob des freien Wettbewerbs gesellten sich aber, selbst bei Adam Smith, gewissen Befürchtungen über Monopolbildungen, die den freien Wettbewerb durch ihre Machtkonzentration genau so behindern wie Politik, Zünfte oder ähnliche Organisationen. In der anschliessenden Vulgarisierung der klass. Nationalökonomie wurden dem Wettbewerb geradezu wundersame Wirkungen im Sinne einer sich optimal, rasch und harmonisch entwickelnden Wirtschaft zugeschrieben. Als Antwort auf die zunehmende Konzentration und damit ungleiche Verteilung des Kapitals, die selbst wirtschaftliche Krisen auszulösen vermag, wurden die Modelle des Kommunismus und Sozialismus entwickelt. Auf Grund ihres Scheiterns wurde erst in der Sozialen Marktwirtschaft ein Mittelweg gesucht, der Wettbewerb und Ausgleich beinhaltet. Nach dem Zusammenbruch der UDSSR allerdings predigen wieder alle Quacksalber und Wunderheiler, Politiker, Wirtschafts"fachleute" und Journalisten, denen selbst nichts einfällt, die uralten Rezepte vom Allerweltsheilmittel Wettbewerb. In den boomenden Jahren der Jahrtausendwende wurde sogar Fusionen als wettbewerbsfördernd verkauft, obwohl sie ganz klar das Gegenteil sind, nämlich ein weiterer Schritt in Richtung Monopol und wirtschaftlicher Dominanz.
Obwohl die Ökonomie wohl eine der komplexesten "Wissenschaften" ist, werden meist recht simple Rezepte als Lösungen geboten: Mehr Innovation, mehr Bildung, tiefere Löhne, mehr Wettbewerb, mehr Export ... Wirtschaft ist aber ein Kreislaufsystem (Merke: Kreislauf & System). Damit es funktioniert, müssen auf der einen Seite Ideen und Produkte (Innovation), auf der andern aber Geld vorhanden sein. Da Geld kumuliert auf Seiten der Produzenten vorhanden ist, können sich diese mächtig fühlen, denn sie alleine bestimmen darüber, was wie und wo produziert wird, es braucht also nur ausreichend Kredit für Produktionsanlagen. Dabei vergessen sie aber, dass die klassische ökonomische Grundformel: Ohne Moos nix los in dem Falle voll auf den Konsum durchschlägt und dass Arbeiter mit Tiefstlöhnen auch nichts anderes kaufen können als Billigstprodukte. Der sichere Weg in die Deflation führt über Horten.
Definition Konkurrenz:
He who understands the limits of life knows that things which remove pain arising from need are easy to obtain, and furnish a complete and optimal life. Thus he no longer needs things that are troublesome to attain - deeds which involve competition. Epikur, Doktrin No 21) Zusatz aus R.W. Scharpless: Stoics, Epicureans ans Sceptics. Routledge 1996.
Wettbewerb zwischen Menschen, Gruppen oder Staaten im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel. (Im Geschäftsleben zum Beispiel bei der Anwerbung von Kunden durch Unterbieten der Preise des Nebenanbieters.) Das Konkurrenzprinzip spielt in unserer
Gesellschaft eine entscheidende
Rolle. So müssen zur Zeit schon Kinder in der
Schule um angestrebte Ausbildungsplätze miteinander konkurrieren, das heißt, sie müssen mit Leistungen versuchen, sich gegenseitig "auszustechen".
Toleranz und demokratisches Denken werden so behindert Ursprünglich war Konkurrenz Grundlage und Antrieb für den
Kapitalismus.
Genossenschaft,
Solidarität
http://www.sociologicus.de/lexikon/lex_soz/k_n/konkurre.htm
Weitere Definitionen:
Der
Formkalkül von
Spencer-Brown
macht bereits in seiner allereinfachsten Anwendung klar, dass der unmarkierte
Raum des Begriffs Wettbewerb weitaus mehr beinhaltet als der markierte, der sich
auf die wenigen Sieger beschränkt.
Eine weitere Differenzierung
der Bedingungen die Verlierer (und Sieger) machen, führt sofort darauf, dass
wirtschaftlicher Wettbewerb eine Rangordnung der Firmen nach Geldmacht erstellt,
eine Rangordnung, die hauptsächlich auf der Produktivität beruht, also der in
Geldwert formulierten Leistung pro Person und Zeiteinheit. Nach Sinn, Zweck,
Gerechtigkeit fragt diese Rangordnung nicht.
So löst sich auch ein altes Missverständnis der Kapitalismuskritik, nämlich, dass die Ausbeutung längst kein Problem mehr sei. Sicher können sich die meisten Angestellten heute einen mehr oder minder fairen Lohn sichern - ABER - immer mehr Menschen werden entlassen, gar nicht eingestellt, als nicht Erwerbs- oder Vermittlungsfähig klassiert - und präzise das ist die neue Form der Ausbeutung. Sie funktioniert nicht mehr über Arbeit, sondern über den Ausschluss gewisser Menschenschichten von der Arbeit, sowie über die Verlagerung der Kosten an Private und den Staat. (s. Post-Kapitalismus: Netzwerk statt Strukturen. Sachzwang statt Motiv.)
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Robinson Crusoe und Freitag Gunter Heim Ich sah alles Mühen an und alles
geschickte Tun: [27] Es ließen sich noch viele weitere Alltagsbeispiele finden, die etwas über die gesellschaftliche Einstellung zu Kampf, Egoismus und der Fixierung auf Gewinner unter gleichzeitiger Verdrängung der Verlierer können. Sicherlich gab es all diese Phänomene auch schon zur früheren Zeiten und es dürfte schwierig sein, einen Nachweis zu führen, dass Kampf und Verdrängung als Grundhaltungen über die letzten Jahrzehnte zugenommen haben. Es ist mein subjektiver Eindruck, immer mehr soziale Signale wahrnehmen zu können, dass das Prinzip der Konkurrenz in immer mehr Lebensbereiche vordringt und zunehmend einen gesellschaftlichen Konsens darstellt. Die Einteilung von Menschen in Gewinner und Verlierer, eine Akzeptanz von kampfesfreudigem Egoismus und eine Vernachlässigung von Verlierern entsprechen dem Zeitgeist. Uns fehlt die Phantasie, erfolgsversprechende Alternativen zu konkurrenzbasierten Gesellschaftsentwürfen auszudenken und so versuchen wir das Beste daraus zu machen. http://www-users.rwth-aachen.de/gunter.heim/HTMLarchiv/04konkurrenz_grenzen.htm |
Wettbewerb um Arbeit, Wettbewerb um Stellen, Wettbewerb ums Überleben
Wettbewerb schafft nicht nur Gewinner, sondern, insbesondere dort wo es keinen zweiten Sieger gibt, viele Verlierer.
In einem Arbeitsmarkt, der auf Konkurrenz basiert, in dem also Arbeitskräfte nach ihrer Leistung entweder entlohnt oder ausgeschieden werden, stellen sich zwei überlebenswichtige Fragen:
Was heisst Leistung?
Wie gehen wir um den den Leistungsschwachen oder ausgeschiedenen?
Dass Leistungslohn fauler Zauber ist, da er auf "Leistungen" basiert, die vom Leistenden kaum zu beeinflussen sind, nämlich auf dem potentiellen Pro-Kopf-Mehrwertserzeugung jeder Branche, wurde von mir schon vor 4 Jahren gezeigt. Von den Gewerkschaften wird diese Lohnstruktur aktiv ignoriert, von Politiker waren erst letztes Jahr einige leicht zynische Kommentare dazu zu hören, wie "Preis der Freiheit", blablabla. Die Leute die am Härtesten arbeiten in der Schweiz, also die höchsten Löhne haben müssten, nämlich die Bauern, haben die tiefsten Löhne.
| Nachdem sie indessen ungefähr eine halbe Stunde lang
gelaufen und wieder ganz trocken geworden waren, rief der Brachvogel
plötzlich: Ende des Wettlaufs! Und alle drängten sich, noch ganz ausser
Atem, um ihn und fragten: "Aber wer ist Sieger?" Dies konnte der Brachvogel
nicht ohne tieferes Nachdenken beantworten und so sass er längere Zeit
hindurch da und legte den Zeigfinger auf die Stirn, während ringsum alles
schwieg und wartete. Endlich sagte der Brachvogel: "Alle sind Sieger, und
jeder muss einen Preis bekommen." Alice im Wunderland |
Mit dem Schlagwort Strukturwandel, Restrukturierung, strukturschwache Regionen, wird glaubhaft gemacht, dass man die Wirtschaft insgesamt produktiver gestalten könnte, wenn eben mehr Betriebe aus den produktiven Branchen aufgebaut würden. Dem Bauern oder Handwerker nützt dies nichts, er kann mit seinem Geschäft weder mit Banken noch mit international tätiger Chemie konkurrieren. Der wirtschaftsschwachen Region nützt es genau so wenig, denn strukturstarke Betriebe sind eben finanziell so ertragreich, weil sie eine Nische oder einen Sektor exklusiv bearbeiten können. Exklusiv beanspruchen können sie ihren Sektor insbesondere auf Grund des extrem hohen Investitionsbedarfs. Während der Bürger vielleicht noch einen Kleinbetrieb oder ein Restaurant finanzieren kann - wer hat ausreichend Geld eine Bank oder eine moderne Fabrik zu gründen? In diesem Wettbewerb spielt nur das Grosskapital. Arbeitslose und Kleingewerbler mit dem Slogan von mehr Wettbewerb anheizen zu wollen, ist Betrug. Dem Bürger vorzugaukeln, Strukturwandel sei gleichbedeutend mit einer besseren Wirtschaft, ist ebenfalls Betrug. Sicher brauchen wir innovative Firmen die immer wieder was ganz Neues machen, etwas an das zuvor niemand gedacht hat [weitaus eher als eine vorhandene Marktnische zu entdecken ...], aber - diese können viele alte, strukturschwache und wenig rentable Betriebe nicht ersetzen, da diese Aufgaben erfüllen, die für Gesellschaft und Umwelt überlebenswichtig sind. Ich denke hier insbesondere an die Aufgaben der Landschaftspflege wie sie von Forst- und Landwirtschaft übernommen werden.
Wettbewerb hat wie die Wurst zwei Enden:
Am einen die Sieger,
die Überlebenden, die Tollen, die die's bringen, die Elite -
am Andern die
Verlierer, die Ausgestossenen, die Überflüssigen.
Da wir uns meist lieber zu den Ersteren zählen, mag mancher sagen: Na und? Wenn Sie sich aber ansehen, wer zu den Verlierern gehört, sind Sie vielleicht auch dabei. Verlierer in der Gewinnerwirtschaft sind wenig produktive Zweige wie Land- und Forstwirtschaft, Kleingewerbe, KMUs. Die Wettbewerbswirtschaft beschränkt sich auf die Produktion der Dinge, die die grösste Rendite erzielen, der Rest fällt unter den Tisch ... und genau hier entstehen massive Probleme. Wirtschaften wird immer mechanischer und abstrakter, es entfernt sich noch mehr von den täglichen Bedürfnissen der Mitarbeiter wie der Konsumenten. Zudem ist diese Lenkung über den Wirtschaftlichkeitswettbewerb nicht nachhaltig, da sie sich immer an sehr kurzfristigen Zielen, speziell dem Börsenwert, ausrichtet. [Details s. Die Dominanz betriebswirtschaftlichen Denkens in der Politik ruiniert Volkswirtschaft, Volk und Kultur. ... und die Dominanz finanzwirtschaftlichen Denkens über die Betriebswirtschaft ruiniert auch noch die Betriebe.]
Wettbewerb schliesst aus.
| Das grundlegende Prinzip unseres Daseins ist der
Ausschluss der anderen. G.M. Oswald in: Alles was zählt. |
Das Problem des Umgangs mit "Leistungsschwachen", die präziser als Erbringer tiefer wirtschaftlicher Leistungen bezeichnet werden müssten, ist ein ungelöstes. Als Arbeitsloser kriegt man während Wirtschaftskrisen jeweils den Eindruck, dass von einem anständigen Arbeitslosen eigentlich erwartet wird, dass er gefälligst still und leise Selbstmord begönne. Allerdings hülfe ihm auch dieses nicht, denn spätestens beim nächsten Konjunkturaufschwung, wenn seine Arbeitskraft, oder zumindest sein Effekt als Lohndrücker durch Tieflohnangebot, fehlt, dann würde wieder auf sein Grab gespuckt. Wettbewerb um Stellen, Wettbewerb um Arbeit, ist oft Wettbewerb um die pure Existenz - und damit eigentlich nicht human. Arbeitslose mit Anreizen zum Arbeiten bringen zu wollen, ohne dass die entsprechenden Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, ist Vulgärzynismus übelster Art.
Am härtesten waren die Diskussionen in der Mitte der 90er Jahre, als die Schweiz plötzlich zu unerwartet hohen, früher nie da gewesenen, Arbeitslosenquoten kam (... da man keine Fremdarbeiter mehr exportieren konnte). Heute steht einerseits in der Verfassung, Art 41:
1 Bund und Kantone setzen sich in Ergänzung zu persönlicher Verantwortung und privater Initiative dafür ein, dass:
d. Erwerbsfähige ihren Lebensunterhalt durch Arbeit zu angemessenen Bedingungen bestreiten können;
Andererseits beharrt die Wirtschaft nach wie vor darauf, dass es ihr Job sei Gewinne zu erzielen, nicht Jobs zu schaffen. Gleichzeitig will sie aber die Regierung abschaffen, die für Jobs offenbar zuständig ist. Wie diese Art Freiheit aussieht, von der autoritäre Wirtschaftkapitäne so gerne reden, versteht man am besten anhand einiger Zitate von 1996:
Laut Hasler [Präsident des Arbeitgeberverbandes] ist es nicht die Aufgabe der Unternehmer, die Lebenskosten der Arbeiter zu decken. Firmen, die im knallharten Wettbewerb bestehen wollen, müssen Marktlöhne zahlen. Und Arbeitnehmer, denen der Lohn zum Leben nicht mehr ausreicht, sind nach Hasler ein Fall fürs Sozialamt: "Dafür bezahlen wir ja Steuern." [Sonntagszeitung, 3. November 1996]
Wir sollten diese Sprüchemacher beim Wort nehmen. Was sagen uns diese? Offenbar dürfen sich Betriebe ethisch das Recht heraus nehmen, Existenzen zu gefährden, eben weil die Allgemeinheit, Bund und Kantone, dafür die Verantwortung übernehmen. Dafür zahlen wir Steuern! Nun kommen aber die selben Leute, wollen noch mehr Wettbewerb ... und gleichzeitig weniger Steuern, also 1. noch weniger Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und 2. Bund und Kantonen dazu noch die Mittel entziehen, derer sie bedürfen, um diese Verantwortung mit tragen zu können. Ein weiterer Betrug der neoliberal-autoritären Polit-Wirtschafts-Elite der Schweiz.
Wettbewerb mag zu mehr wirtschaftlicher Effizienz führen, aber zu einem führt er sicher nicht, zu mehr Gerechtigkeit, denn eine wirtschaftlich effiziente Verteilung ist per se ungerecht (s. Pareto, 80/20, Gewinner und Verlierer).
| Der Ruf
nach mehr Wettbewerb bedeutet steilere
Machttreppen,
grössere Betriebe, grössere Umsätze,
grössere Top-Gehälter, grössere Unterschiede,
kurzum, eine Konzentration von Macht. Die Machttreppen werden steiler, die
Ohnmächtigen zahlreicher.
Da Ohnmacht die wichtigste Ursache von Gewalt ist, führt mehr Wettbewerb zu mehr Gewalt. |
Die Versprechung, dass mehr Wettbewerb mehr Wohlstand schaffe, kann nur erfüllt werden, wenn die Ausgeschiedenen schnell und erfolgreich Alternativen entwickeln, wenn also neue Machttreppchen geschaffen werden, d.h. neue Strukturen und neue Berufe, die länger bestehen als es braucht, die Ausbildung zu absolvieren. (s. Gute Arbeit: Spezialisierung und Arbeitsteilung mildern den Wettbewerb)
Wettbewerb wird heute so beschrieben, wie die Geschichte das über Jahrhunderte tat - aus der Perspektive der Sieger. Daten, Schlachten, Feldherren schienen entscheidend, die Perspektive der Verlierer, der Geschlagenen, der normalen Bürger oder gar der Bauern und anderer Untertanen wurde systematisch vernachlässigt. Eben so fehlt heute eine Betrachtung des Wettbewerbs aus der Perspektive derjenigen die als Spezialisten aus dem Wettbewerb ausscheiden, derjenigen, die als ungelernte über gar keine Spiesse in diesem Wettbewerb verfügen, derjenigen, die nach Abschluss ihrer Lehre oder ihres Studiums erfahren, dass der Wettbewerb in ihrer Branche eingestellt wurde, das Tournier also längst gelaufen ist.
Franz Schandl:
Eine andere Welt ist
möglich, ein anderer Kapitalismus nicht: Man
bleibt nur übrig, wenn dem anderen möglichst wenig übrig bleibt.
Wettbewerb um Wissen und Bildung
| Unabdingbar ist Wettbewerb allerdings, trotz zunehmender
Unübersichtlichkeit, in den Wissenschaften, in der Philosophie, generell,
überall dort, wo Wahrheit gesucht wird: Theories should compete. It keeps them fit and trim. Left unchallenged, theories, like people, grow fat and lazy, and they eventually decay into shapless blobs. Sandra Scarr 1997 |
Während die Halbwertszeit des Wissens immer kürzer wird (zur Zeit liegt sie bei ca. 2 Jahren), vermehren sich Ausbildungen für Spezialisten und Diplome wie Kaninchen. Lebenslanges Lernen ist ein weiterer der einseitigen Slogans, wie mehr Wettbewerb, und macht aus Lernfreude einen Bildungszwang. Von den Stellensuchenden wird immer mehr und immer spezifischeres Wissen erwartet. Sie sollen ohne Reibungsverlust (Einarbeitungskosten) in der Firma eingesetzt werden können. Erwartet wird also nicht nur Bildung, sondern auch Erfahrung, und zwar in präzise den Dingen, die der Betrieb nun braucht. Je spezifischer und spezieller die Arbeit in einem Betrieb und damit die dafür notwendige Ausbildung, um so schwieriger jedoch die ebenfalls so gelobte Flexibilität.
Während also unser Wissen zwar exponentiell zunimmt, verlieren wir immer mehr den Überblick und die Orientierung:
Wir wissen immer mehr - und je mehr wir wissen, um so mehr vergessen wir. Zudem basiert unser Wissen immer mehr auf "wissenschaftlichen" Analysen, und die sind per Definitionem sehr spezifisches, aus disziplinärem Wettbewerb geschaffenes, also frakturiertes (kleinbröseliges), Detailwissen. Die grossen Zusammenhänge fehlen, denn auch die Philosophie traut sich offenbar nicht mehr, dieses Chaos anzugehen um Ordnung und Orientierung zu schaffen. Philosophie wird immer wichtiger, aber nicht als Schulphilosophie die zum millionsten Male Platon interpretiert, sondern als Philosophie, die Überblick schafft und Orientierung bietet.
Robert Kurz: DER TODESTRIEB DER KONKURRENZ, Amokläufer und
Selbstmordattentäter als Subjekte der Krise
http://members.blackbox.net/oebgdk/_kurz_todestrieb-konkurrenz.html |
Der Wettbewerb um Wissen beeinträchtigt die Freiheit der Bürger und ihre Chancen auf ein Leben in Würde, weil naturgegebene, durch eigene Anstrengungen kaum zu überwindende Unterschiede, zur Deklassierung nicht nur von Minderheiten, sondern einer substantiellen Mehrheit verwendet wird. Ivan Illich fordert deshalb einen gesetzlichen Schutz vor obligatorischer Bildung und vor Bildungszwang. Der Bildung darf kein prioritärer Status zugemessen werden - denn der beschränkt die Freiheit der Menschen, insbesondere derer mit geringeren Bildungsmöglichkeiten. Die Bürger müssen davor geschützt werden, auf Grund schulischer Beurteilung keine Arbeit finden zu können, da dies nicht bloss ihre Freiheit, sondern sogar ihre Existenz beeinträchtigt. Die Überbewertung von Bildung, von schulischen Qualifikationen, führt also zu einem Verstoss gegen das erste und wichtigste Menschenrecht, das Existenzrecht.
Von
Sombart wird der
Ursprung des wirtschaftlichen Wettbewerbs in Jagd und Sport gesehen. Es sind
auch die jüngsten Berichte zur zunehmenden Verfettung unserer Jungend und zum
Nachlassen nicht bloss sportlicher Leistung, sondern bereits der
Bewegungsfähigkeit, die zu diesem Artikel geführt haben. Obwohl ich, der ich von
morgens 8 bis abends 15 Uhr mit meinen 130 kg am Computer sitze, obwohl
mein einziger Sport der ist, ab und zu einkaufen zu gehen, Kunden oder eine
Ausstellung zu besuchen, möchte ich das keinesfalls als Vorbildhaft sehen. Wir
haben hier ein Problem.
Wenn ich mir nun allerdings überlege, warum ich, oder andere Dicke, keinen Sport treiben, so ist die Antwort relativ einfach: Sport ist Wettbewerb, im Sport lautet die Devise: Es gibt keinen zweiten Sieger. Um Sieger zu züchten, um eine Elite anzuspornen, mögen die die rechten Sprüche sein, was jedoch die Volksgesundheit betrifft, so erreichen sie präzise das Gegenteil dessen was erwünscht und nötig wäre. Soll das Volk das es nötig hat, also ich und meine fetten Artgenossen, mehr Sport treiben, so kann es ganz sicher nicht um Wettbewerb gehen, denn präzise weil wir hier ja null Chancen haben, versuchen wir's nicht mal am Rande. Wer lässt sich schon gerne belächeln oder gar bemitleiden ? Wettbewerb erzeugt nicht nur Sieger. Wettbewerb erzeugt sehr wenige Sieger, aber viele Verlierer. Dies gilt im Sport genau so wie in der Wirtschaft.
Zudem ist Wettbewerb immer Stress, und der kann ja wohl kaum gesundheitsfördernd sein. Also sollten wir die Strategie ändern und, zumindest für die Massen, Sport weniger als Wettbewerb präsentieren sondern als Gelegenheit zur täglich notwendigen Bewegung zu kommen.
| Gewinnen ist alles. Die Einzigen, die sich an einen
erinnern, wenn man als Zweiter ins Ziel kommt, sind Frau und Hund. Damon Hill |
Ein extremes Beispiel dafür, wie recht Churchill mit seinem: Sport ist Mord hatte, bot der Engadiner Marathon 2006. Reihenweise klappten Teilnehmer zusammen, manche darunter, die bereits zuvor mehrfach einen Herzinfarkt erlitten hatten. Noch blöder geht's wohl nicht mehr, als wenn Herzinfarktkandidaten sich dem Wettbewerb um den schnellsten Tod stellen.
Was einen wettbewerbsfreien Sport betrifft so hätten wir ja z.B. das Vorbild der Chinesen, das Tai-Ji: Wichtig bei allen Übungen sind das richtige Atmen, meditative Konzentration und eine ausgeglichene Balance. Tai-Ji-Quan soll die Verbindung mit den Energien des Universums schaffen. Durch regelmäßiges Üben (meist morgens) sollen Körper, Geist und Seele in ein Gleichgewicht zueinander kommen. Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind vergleichbar z.B. mit denen der Meditation, dem Yoga oder anderen Formen der Gymnastik. In China machen allmorgendlich Millionen von Menschen aller Altersgruppen auf öffentlichen Plätzen ihre Tai-Ji-Quan Übungen, um so Kraft für die Arbeit zu sammeln.
http://www.f-a-r.de/was_ist.htm
Eine ausgewogene Beziehung zu Wettbewerb und Sport hatte die Stoa. Sie empfahlen Nahrungsmittel, die man ohne Feuer essen kann, insbesondere die Früchte der verschiedenen Jahreszeiten, Gartengewächse, Milch, Käse und Honig. Aber auch Getreide und Gemüse, das gekocht werden muss. Fleischliche Nahrung hingegen mache angriffslustig und passe daher eher zu wilden Tieren. Sie sei schwer verdaulich und verlangsame das Denken. (Musonius, 20-85 a.D. Vegetarismus ist also ebenfalls keine neue Erfindung.)
Die Briefe von Seneca (an Lucillus, 15,1-7) zeigen auch deutlich, dass mit mens sana in corpore sano eigentlich präzise das Gegenteil von dem gemeint war, was heutige Sportpropheten predigen:
Ohne Philosophie ist die Seele krank, und auch der Körper ist, selbst wenn er grosse Kräfte besitzt, nur so gesund wie der eines Rasenden oder Geisteskranken.
Viel Beschwerden müssen die in Kauf nehmen, die sich nur um ihren Körper kümmern: Zunächst die körperlichen Uebungen, deren Anstrengungen den Geist schwächen und ihn unfähig macht für geistige Anspannung und anspruchsvolles Studieren. ... Dazu kommen noch eingekaufte Leute von der übelsten Sorte, die man für den [Sport-]Unterricht braucht. Leute, deren Tätigkeit sich auf das Einölen und Weintrinken beschränkt. Die sind mit ihrem Tag zufrieden, wenn sie nur tüchtig geschwitzt und die verloren gegangene Körperflüssigkeit durch reichliches Trinken ersetzt haben. ... Trinken und schwitzen aber ist das Leben eines Magenkranken.
Es gibt Uebungen, leichte und kurze, die den Körper sofort entspannen und ausserdem nicht viel Zeit beanspruchen, auf die man schliesslich achten muss: Laufen, Armbewegungen mit Gewichten und Springen ... Wähle irgendwas davon aus, etwas Einfaches und Leichtes. ...
Auch "Innovationen" im Kurswesen waren damals offenbar bereits ein rechtes Unwesen: Willst du etwa auch noch lernen, wie man richtig spazieren geht? So lass es dir von jenen vormachen, die der Hunger neue Künste gelehrt hat. Du wirst schon jemand finden, der dir deine Schritte vorschreibt und auf deine Art zu essen achtet und sich so weit vorwagt, wie du seine Dreistigkeit durch Geduld und Leichtgläubigkeit gefördert hast.
Zum Problem Krankenkassen:Des weitern zeigt sich gerade an der Pharma-, als Teil der Krankheitsbranche, dass hier Markt und Wettbewerb eben nicht funktionieren. Diese Branchen werden durch die Öffentlichkeit in extremem Masse subventioniert - über die Krankenkassen. Sie profitieren von der (berechtigten) Angst eines jeden Arztes, jeden Krankenkassensachbearbeiters und jeden Politikers, eine Forderung einer Person nach Unterstützung gesundheitlicher Massnahmen abzulehnen, denn wenn die Ablehnung Folgen hätte, kämen sie moralisch wie finanziell an die Kasse. Der Zusammenbruch des Systems begann dort, wo sich die Idee der Krankenkasse umwandelte von einer solidarischen Leistung der Gesunden zu Gunsten der Kranken, in einen Wettbewerbstopf, aus dem jeder mehr rauszuholen sucht als er einwirft. Freiheit? Freiheit der Dummheit? Freiheit der Profiteure und Freiheit der Selbstsucht? Seltsame Definition von Freiheit. Die Grenzen dieses
Wachstums zeigte Prof. W. Krämer bereits 1996 (Die Zeit
Nr. 51, 13. Dezember 1996, S. 35: Gefangen in der Fortschrittsfalle. Der Arzt
der Zukunft muss entscheiden, wer leben darf und wer sterben soll.) Waren
früher Spitäler und Ärzte oft gefährlicher als die Krankheiten (eine
Beschreibung die heute noch gilt für Irak und den Jemen ...), so ist hier und
heute weit mehr möglich als bezahlbar. Herzverpflanzungen, Tomographen,
künstliche Gelenke, Organverpflanzungen, Frühgeburten, Dialysen ... das sind
alles extrem teure Angelegenheiten. Der Amerikanische Medizinprofessor Richard Corlin meinte gar, es sei möglich das gesamte Bruttosozialprodukt allein für
medizinische Therapien und Diagnosen auszugeben. Wollen wir uns also im Namen
der Gesundheit Krankheiten ein-, und Ferien ausreden lassen? Hier muss man doch
sagen: Gott sei Dank, gibt es einen Wettbewerb zwischen Zielen! Wenn Novartis eine Werbekampagne startet, ohne Namen und Produkt zu nennen,
was ja unzulässig wäre: Pack Deine Nagelinfektion an der Wurzel! - dann
verdoppeln sich (Beobachtung 2002-2003) Arztbesuche und Rezepte, und
dementsprechend die Kosten der Krankenkassen. Die Krankheitsindustrie (um Gesundheit kümmert man sich immer noch viel weniger ...) ist ein exemplarischer Fall der Say'schen Angebotstheorie - „Jedes Angebot schafft (s)eine Nachfrage", der sämtliche neoliberalen Strukturanpasser, Spar- und Billig-propheten anhängen. [Zur Erklärung und Kritik von Says Theorie s. http://www.memo.uni-bremen.de/docs/m2804.pdf ]. Die Grundidee der Theorie scheint richtig: Produktionskosten entsprechen kaufkräftigen Einkommen in der selben Höhe. Auch die Folgen die sich daraus ergeben sind in den letzten Jahren der Arbeitslosigkeit vielen klar geworden. Wer nichts anzubieten hat, kann auch nichts nachfragen. Die Theorie stimmt allerdings dort je länger desto weniger, wo sie annimmt, kaufkräftige Einkommen würden auch zum Kaufen, also für den Konsum, eingesetzt. Das bei der Produktion ausgegebene Geld kann aber in andere Verwendungsarten fliessen, speziell Sparen und Horten, Investitionen, Börsenspielereien und auch staatlich verordneten Zwangskonsum. Steuern, Versicherungen, spez. Krankenkasse, sind also nur ein kleiner Teil der Probleme, die zu Marktungleichgewichten und -Störungen führen können.
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Wettbewerb ums andere Geschlecht
Warum brauchen Männer Autos die sie sich nicht leisten können? Warum bauen Männer Häuser, die sie sich nicht leisten können? Warum quälen sich Männer mit Jobs ab, die keinen Spass machen? Warum quälen sich Männer und Frauen gegenseitig? ... Wenn nicht aus dem selben Grunde aus dem dies fast alle Männchen seit Jahrmillionen tun, nämlich um ein Weibchen anzulocken. Der Urzweck: ... um sich fortzupflanzen fällt allerdings immer mehr dahin. Bei ach so manchem was Männchen tun, handelt es sich um konditionierte Reflexe, die ihnen über Jahrmillionen von ihren Müttern und Weibchen andressiert wurden. Bei allem Verständnis für die Anliegen der Emanzipation sollte man (besser Frau) sich vielleicht auch mal fragen, wie gross ihre Bedeutung ist bei der Gestaltung männlichen Verhaltens. Anders gefragt: Tragen die Dressierten höhere Verantwortung als die Dresseusen? Müssten erstere oder zweitere sich der Dressur verweigern, um der Emanzipation eine Chance zu geben? Die Frage ist die Antwort. Sie bedeutet allerdings, dass da noch harte Zeiten auf uns zukommen ...
Einerseits .... Andererseits zeigt der Fall Hong Kong, dass Geld und Wirtschaftswettbewerbsstress den Sex als wichtigsten Faktor der Psyche längst ersetzt haben Freud müsste also dringend korrigiert werden um besser verstehen zu können, was beim Denken vor sich geht, und wie stark es bereits vom wirtschaftlichen Wettbewerb in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Wettbewerb unter Frauen
Frauen haben mit Konkurrenz mehr Probleme als Männer. Gründe:
http://www.antjeschrupp.de/konkurrenz.htm
Zicken unter sich von Anja Busse und Catfight von Leora Tanenbaum sind da weit weniger sanft, was Konkurrenz zwischen Frauen betrifft, die offenbar die grössere Rolle spielt, als Konkurrenz zwischen Frauen und Männern. Frauen ziehen offenbar männliche Vorgesetzte vor und räumen Kolleginnen wenig Karrierechancen ein - was mit ein Grund sein dürfte, warum es für Frauen schwerer ist als für Männer, in Toppositionen zu kommen. Dieser Fraueninterne Konflikt wird dadurch noch verschärft, dass Frauen, wenn sie in Toppositionen gelangen, sich of überanpassen und männliches Machtgehabe in noch einmal steigern (s. Thatcher & Co).
Dies ist ein heikles Thema, eigentlich ist es tabu. Trotz Emanzipation bleibt quasi als ehernes Gesetz: Frauen müssen gefördert werden, Frauen werden unterdrückt, Frauen sind die leidenden. Da dem so ist, ist Kritik an Frauen quasi verboten.
Frauen werden in unserer Gesellschaft einfach nicht geschätzt. (Julia Onken)
Aus mangelndem Selbstvertrauen schlagen sie sich deshalb oft auf die Seite der Männer, der Sieger.
Hinter jedem starken Mann steht eine Frau kann also auch so interpretiert werden: Keine starke Frau stellt sich vor oder neben einen schwachen Mann - was umgekehrt natürlich von Männern als selbstverständlich und ritterlich erwartet wird.
Auch die Position steht symbolisch absolut richtig für unterschiedliches Verhalten bei Männern und Frauen. Während Männer schnell mal in einen Fight geraten, also Konflikte offen austragen, gehen Frauen emotionaler, d.h. aber meist nicht gefühlvoller, sondern intriganter mit Konflikten um. Sie heucheln Freundlichkeit, betreiben aber Mobbing hintenrum.
Die aktuellen Wahlstrategien in den USA belegen diese Aussagen: Kerry wird von Bush als Weichei hingestellt, Schwarzenegger tituliert seine Wahlhelfer als Girlie-Gruppe, und prompt zelebriert Kerry seine Männlichkeit durch Kriegsgeschichten, Medaillen, Tapferkeitsorden, Machismo, Fasanenjagd, Tontaubenschiessen und Radrennen. Da in den USA wie überall die weibliche Bevölkerung, besonders in den Altersklassen über 30, in der Mehrheit ist, wundert man sich doch, wie diese Strategie aufgehen kann. Oder haben uns da die Emanzen über den Tisch gezogen und hängen eigentlich weiterhin dem Ideal der starken Männer nach? Das Problem sind hier allerdings nicht nur die Frauen. Auch bei den Männern ist der Prozentsatz an Donald Ducks, also Verlierertypen, weitaus höher als der an Geld scheffelnden Dagoberts. Wieso also setzen selbst permanente Verlierer ständig auf Gewinner, die sich selbst bloss für Gewinner einsetzen? Obwohl, bis in die USA muss man da ja nicht mal gehen. Auch bei uns eilte ja die SVP in den letzten Jahren von Sieg zu Sieg ... obwohl sie dauernd nach starken Männern schreit, von starken Frauen aber nicht viel hält.
Der Satz von Julia Onken: Frauen werden in unserer Gesellschaft einfach nicht geschätzt wurde rot eingefärbt, nicht um wieder mal auf die Mitleidsdrüse zu drücken, sondern weil er mit andern Worten das formuliert, was ich als Kernproblem von Zufriedenheit und gesellschaftlicher Ordnung ansehe. (s. Freiheit, Macht, Herrschaft und Gewalt): Wichtig ist, dass jeder zumindest ein Treppchen hat, auf dem er nicht ganz unten steht, denn Ohnmacht führt zu Gewalt, Gewalt gegen sich selbst oder Gewalt gegen andere. - Dabei würde ein kleines bisschen eigene Macht, Beteiligung oder schon bloss Anerkennung als psychischer Ausgleich meist genügen.
Hier zeigt die Offenlegung der Probleme vielleicht aber, wie so oft, auch schon die Lösung: Da das Problem des Verlusts an persönlicher Bedeutung, an Selbstwert oder Macht, wie immer man das nennen will (früher hiess das Problem auch mal Entfremdung), gerade die Lösung, denn davon sind beide Geschlechter gleichermassen betroffen, sie reagieren bloss unterschiedlich. Die Lösung erfordert also
dass das Problem klar an- und ausgesprochen wird (ein reelles Problem, da Frauen definitiv anders, intuitiver, denken als Männer) und dass
die Geschlechter, wie die betroffenen generell, sich gemeinsam an die Lösung machen.
Denn
kann keine(r) Achtung erwarten, der selbst andere nicht achtet, und
ist es eine absurdes Verfahren, den starken Partner vorzuschieben, um ihn dann in den Hintern zu treten, weil er eben vorne steht.
Die ökonomischen Beziehungen der Geschlechter sind verzwickt. Männern wird die wirtschaftliche Übermacht, der höhere Verdienst, zwar vorgeworfen, aber wenn es um die gegenseitige Unterstützung geht, so ist die Erwartungshaltung doch nach wie vor die, dass der Mann bezahlt und die Frau unterstützt wird. Das dürfte nicht nur von Araberinnen so gepflegt werden: Dein Geld ist unser Geld, mein Geld ist mein Geld. (Wobei man allerdings, was Araberinnen betrifft, positiv ergänzen muss, dass diese sogar Ex-Ehemännern noch mit Rat und Tat und sogar Kredit zur Seite (nix von hintendran) stehen.)
Kleiner Ausflug in die aktuelle politische Lage der Schweiz aus der Sicht Bemächtigung - Entmächtigung: Das Problem der Entmachtung der Massen wird in der Schweiz zur Zeit äusserst akut: Durch die Bedrohung des Konkordanzprinzips. Blocher und die SVP argumentieren dauernd mit dem Willen des Volkes, den sie zu vertreten angeben. Das ist Schwindel, denn auch wenn es ihnen durch ihre populistische Propaganda gelingt, alle mit einem IQ von unter 101, also eine Mehrheit von 51% hinter sich zu scharen, so redet hier nicht DAS VOLK, sondern bloss eine Mehrheit des Volkes. Demokratie ist aber die Herrschaft des Volkes - mit Rücksicht auf die Minderheit, insbesondere, wenn es sich um eine Minderheit von 49% handelt. Was hier von der SVP angestrebt wird ist nicht Demokratie, sondern Demokratur, die Diktatur der Mehrheit oder, ich denke, man darf das bei der Art und Weise wie diese Partei Wahlwerbung betreibt sagen: Die Diktatur des Mobs.
Dass die Argumente der SVP nur mässig intelligent sind, lässt sich wissenschaftlich belegen. Die Anhänger Blochers sind begeistert von seiner Fähigkeit, aus dem Bauch heraus zu entscheiden, also nicht auf intellektuelle und komplexe Analysen zurückgreifen zu müssen. Dabei wird allerdings vergessen, dass:
Das Bauchhirn nur 1% der Kapazität des Kopfhirns hat.
Das Bauchhirn nur persönliche Erfahrungen verarbeiten kann, also nichts liefert, was irgendwie von allgemeinem Nutzen wäre.
Das Bauchhirn sehr stark davon beeinflusst wird, was einer gerade gegessen oder getrunken hat (bei Konsum von Bier entstehen eben die sog. Bierideen!)
Details s. unter Denken
Wettbewerb und die christliche Religion
Nachdem wir bei genauerer Betrachtung des von Rechts so oft zitierten Wertes Freiheit bereits gesehen haben, dass hier eindeutig Betrug und Volksverdummung vorliegen, zeigt sich nun auch noch, dass es mit den andern Werten dieser wertkonservativen Parteien nicht weit her ist. Hier zählt nur Stärke und Sieg. Verlierer sind selbst schuld und sollen ihre im Wettbewerb erlittenen Wunden gefälligst in Eigenverantwortung pflegen. Wie verträgt sich das mit dem nationalen Emblem, dem weissen Kreuz auf rotem Grund, das gerade diesen Parteien so teuer ist? Das stand doch mal für eine christliche Schweiz? Warum also versammeln sich vor allem Schlägertruppen darunter? Das Christentum aber steht für Dienst am Schwachen, Dienst an der Gemeinde - nicht für Dienst im Streben nach Geld und Macht:
Ich habe selbst all die harte Arbeit und all die Tüchtigkeit in der Arbeit gesehen, dass es Wetteifer des einen gegenüber dem andern bedeutet; auch das ist Nichtigkeit und Haschen nach dem Wind.
[Der Weise Salomon in Könige 4:4]
Wer immer unter euch gross werden will, soll euer Diener sein, und wer immer unter euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.
[Mathäus 20:26,27]
Diese christliche Grundhaltung wäre auch aus der rein wissenschaftlichen Perspektive der Steuerung und Abstimmung komplexer Systeme sinnvoller, wirkungsvoller und angebrachter als eine Überbewertung von Wettbewerb. Teilsysteme können nicht die Steuerung des Ganzen übernehmen, sie müssen sich selbst zurücknehmen, für die andern Teilsysteme erträglich bleiben und sich mit ihnen abstimmen, also optimieren, nicht maximieren. (s. Komplexe Systeme erlauben keinen Fundamentalismus)
Konfuzius und der Taoismus, wie die meisten fernöstlichen Philosophien, setzen auf Harmonie, nicht auf Wettbewerb.
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Die Welt erobern und behandeln wollen, ich habe erlebt, dass das misslingt. Die Welt ist ein geistiges Ding, das man nicht behandeln darf. Wer sie behandelt, verdirbt sie, wer sie festhalten will, verliert sie. Die Dinge gehen bald voran, bald folgen sie, bald hauchen sie warm, bald blasen sie kalt, bald sind sie stark, bald sind sie dünn, bald schwimmen sie oben, bald stürzen sie. Darum meidet der Berufene das Zusehr, das Zuviel, das Zugross. ------------------------------ Wer das Lernen übt, vermehrt täglich. Wer den Sinn übt, vermindert täglich. Er vermindert und vermindert, bis er schliesslich ankommt beim Nichtsmachen. Beim Nichtsmachen bleibt nichts ungemacht. Das Reich erlangen kann man nur, wenn man immer frei bleibt von Geschäftigkeit. Die Vielbeschäftigten sind nicht geschickt, das Reich zu erlangen. Laotse |
Wettbewerb in der Politik
Auch
politisch wird das Heil in modernen Demokratien im Wettstreit der Parteien
gesucht. Ideologisch müsste diejenige Partei am meisten Wähler gewinnen, welche
das beste Konzept hat, die besten Lösungen bietet und diese auch argumentativ am
besten vertreten kann. Praktisch handelt es sich leider meist eher um ein
Gerangel um Macht, bei dem Argumente und Konzepte weniger als Problemlösungen
denn als Stimmwerbung benutzt werden. Ebenso bietet der Politzirkus oft mehr
Emotionen als sachlichen Gehalt. Für die politische Elite nicht mal ein
unerwünschter Zustand, denn je weniger Durchblick das Volk hat, je passiver es
sich verhält, desto freier kann die Elite schalten und walten. Dies gilt für
Rechts genau so wie für Links, ohne Unterschied.
Fazit:
Dass Wettbewerb nicht das bringt, was erwartet wird, hat die vom seco bei Prof. George Sheldon, Uni Basel, in Auftrag gegebene Studie gezeigt. Liberalisierung des Binnenmarktes ist für viele liberale Meinungsführer zum Kernthema geworden.
Unterschiedliche kantonale Vorschriften für Zulassungen, vom Spengler bis zum Arzt und Rechtsanwalt, führen zu erschwertem Marktzutritt, also zu Wettbewerbsbehinderung, damit zu hohen Löhnen und zu (sic!) Effizienzverlusten. Diesem Bock sind offenbar auch eher links tendierende Zeitschriften aufgesessen. Annetta Bundi: Ein tiefer Graben durchzieht die Schweiz. Tagesanzeiger 16. Februar 2004, S. 23) lobte dort die liberale Haltung der Pharmaindustrie über alles und beklagte Heimatschutz bei der Sanitärbranche - übersah aber offensichtlich den massiven Unterschied von Kapitaleinsatz, die Tatsache, dass Pharma 1/3 ihres Budgets für Werbung einsetzen, ihren Markt also machen kann, die Tatsache, dass diese Pharma ein dominanter global Player ist, die Tatsache, dass die Pharma über mancherlei Schutz verfügt, wie Patente und Markennahmen - und dass sie eher kartellähnlich funktioniert (s. Fall Vitamine u.a.).
Die mit dem say'schen Modell meist verknüpfte Billigpreisstrategie steht ebenfalls auf wackeligen Beinen, denn erfahrungsgemäss werden nicht nur teure Produkte zu Ladenhütern!
Allerdings lässt sich aus dem Satz von mir auch gleich ein Missverständnis erkennen, dem die meisten Angebotstheoretiker unterliegen. Die Aussage von Say ist nämlich quasi identisch mit dem Theorem von Michael Kalecki (1899-1970):
"Die Kapitalisten verdienen, was sie ausgeben, und die Arbeiter geben aus, was sie verdienen."
Wenn wir Handelsbilanzen unter dem Aspekt betrachten, so sehen wir, dass die Schweizer Industrie (inkl. Banken) mit ihrem grossen Überschuss offensichtlich ihre Arbeitskräfte vom Ausland bezahlen lässt, während die Arbeitskräfte der USA mit ihrem noch grösseren Handelsdefizit von ausländischen Krediten leben. Handelsbilanzen sollten aber ausgeglichen sein. Überschüsse der Handelsbilanz (CH) zeigen also eine Geiz-Ökonomie, Defizite (USA) eine Verschwender-Ökonomie. Warum der Markt so was toleriert? Im Falle der USA alleine auf Grund der Bedeutung des Dollars als Welthandelswährung. Der gesamte ferne Osten kann sich einen zu tief fallenden Dollar nicht leisten und finanziert so lieber das Defizit der USA. Im Falle der Schweiz? Die Branchen welche den Überschuss der Schweiz erzeugen sind nicht einfach gut und wettbewerbsfähig, die Branchen, nämlich Banken, Versicherungen und Pharma, sind dominante global players. Sie sind damit Belege dafür, dass der Slogan vom "freien Wettbewerb" vorwiegend als Deckmäntelchen für Machtausübung verwendet wird. Unsinn? Alleine die UBS betreibt in der Schweiz 1/3 der Bankgeschäfte. Zusammen mit der CS und den Kantonalbanken beherrschen (merke: beherrschen, nicht bewerben!) diese 85% des Schweizer Marktes!
Says Gesetz funktioniert zudem bloss, wenn der Geldmarkt quasi ein Spiegelbild des Waren- und Dienstleistungsmarktes ist, wenn Geld also etwas zumindest halbwegs Reales entgegen steht. Produktion schafft nur Kaufkraft (das ist der Inhalt von says Gesetz), solange Produktion mit Arbeit verbunden ist. Mit dem Aufkommen der Idee, dass Geld arbeite, wurde Geld quasi zum Zwitter und hat begonnen, sich inzestuös selbst zu befruchten und zu vermehren - was auch in der Natur generell zu Degenerierung führt. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden von der Finanzindustrie allerdings immer mehr "Investitionsformen" entwickelt (Derivate z.B.) die sich immer weiter von der realen Wirtschaft entfernen, sich praktisch von selbst vermehren ... (oder vernichten) und z.B. von Werner Vontobel als Spielgeld (von mir als Blaugeld) bezeichnet werden. Je mehr Geld nun in die Spielkasinos fliesst, desto weniger stimmen sowohl Says Regeln wie auch die Sache mit der Freiwirtschaftlichen Umlaufsicherung. Beide werden unterlaufen. Dazu kommt, dass auch reelle Investitionen zum grössten Teil so getätigt werden, dass sie Arbeitskosten sparen, also ebenfalls primär Kapitaleinkommen erzeugen. Das saysche Gesetz; Kalecki und die Freiwirtschaft werden mit der Befreiung des Kapitalmarkts (von der Realität) obsolet.
Keynes Nachfragetheorie ist die offizielle Antithese zur says'schen Angebotstheorie. Da die praktischen Auswirkungen von Keynes einigermassen sozial sind, ist er als linker Wirtschaftstheoretiker eher berüchtigt als berühmt. Die (neo-)liberale Kritik an Keynes Konzept beruht vor allem auf der damit zunehmenden Staatsverschuldung - und der Wirkungslosigkeit staatlicher Investitionen, da sich letztere meist erst entfaltet, wenn die Konjunktur eh wieder im Aufschwung begriffen ist. Geflissentlich übersehen wird von dieser Seite aber der "rechte" Typ von Keynesianismus: Die USA fördern den Konsum seit langem, insbesondere aber seit Bush's imperialer Regierung, durch Staatsverschuldung wie durch private Verschuldung. Der Staat "investiert" in Armee und Macht, die Privaten, und nicht nur die Ärmsten, sondern immer breitere Kreise der Mittelschicht, fördern die Wirtschaft, indem sie ihren Konsum durch Kredite "decken". Längst hat diese Schuldenwirtschaft auch auf die Schweiz und Deutschland übergeschlagen. Während aus der Anwendung von Keynes aber längerfristige Infrastruktur resultiert, dürfte das Resultat des liberalen Keynes, also des schuldfinanzierten Konsums, sooner or later ein Crash sein.
Wenn also alle nur Sparen und mit der Börsenlotterie Geld verdienen wollen, verdient keiner mehr.
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Vollkommene Märkte MÜSSEN nicht zu Wohlstandsgewinnen führen – und deswegen SOLLTEN sie nicht unumschränkt gelten und wirken Say und die Folgen. Eine Kritik DER theoretischen Grundlage der Angebotstheorie und des neoklassisch-marktradikalen Mainstreams der Wirtschaftswissenschaften. http://www.memo.uni-bremen.de/docs/m2804.pdf Egbert ScheunemannArbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik |
Sheldons Studie zeigte nun, was die Förderung des Binnenmarktes durch mehr Wettbewerb betrifft, dass es sich bei den dort zu beklagenden "Verlusten" um gerade mal 5.5 Millionen Fr. handelt, also 0.0013 % des Schweizerischen Bruttoinlandprodukts, womit das Geschrei nach mehr Wettbewerb und Liberalisierung keine ökonomische Basis hat. Wo allerdings die wirklichen Gründe für erschwerten Marktzugang liegen, nämlich im selben Prinzip Macht, dass die Korsen Asterix erklären, [s. Bild oben], hat sich keiner getraut zu analysieren und mitzuteilen. Dies insbesondere weil es sich um die Macht der Wirtschaft, der Grosskonzerne handelt, nicht der Politik. Und gerade hier riskieren eben auch unsere grösseren Zeitungen, egal ob links oder rechts, liberal oder sozial, sich selbst ins Bein zu schiessen, da sie nach präzise den selben Gesetzen arbeiten und kleine, unabhängige verdrängen. Meinungsfreiheit ist heute nicht mehr durch Politik gefährdet (zumindest in demokratischen Staaten), dafür um so mehr durch die Marktorientierung der Meinungsmacher, die sich lieber als Meinungsnutzer (Umsatz, Umsatz, Umsatz ...) betätigen und den Lesern das bieten, was diese erwarten. In dem Bereich wo Wettbewerb sinnvoll wäre, nämlich als Wettbewerb von Meinungen und Argumenten, dort geht er unter. [s. http://www.brainworker.ch/Dialog/argumentation.htm Politik als Wettstreit um das beste Argument], oder wird zumindest bi-polariert und unwirksam gemacht.
Kritik am Wettbewerbsglauben wurde auch vom Ökonomen Mathias Binswanger (Prof. Volkswirtschaft, FH Solothurn) angebracht:
| Meist bleiben kurz
nach der Liberalisierung nur wenige Grossfirmen übrig, die dann den liberalisierten Märkten den Preis diktieren.
Ein Wettbewerb, der diesen Namen
verdient, |
Während unsere rechtsautoritären Wirtschaftsauguren bloss noch nach Wettbewerb rufen und die Ausgeschlossenen der Eigenverantwortung überlassen wollen, während unsere Wirtschaftsheilpropheten heute keinen Gedanken an und keinen Cent für Gerechtigkeit verschwenden wollen, war es selbst dem härtesten Urgestein des Liberalismus klar, dass das ethisch nicht angeht. Die Idee des Existenz sichernden Grundlohnes (social credit, negative income tax, Transferzahlungen ... ) war nämlich kein linker Furz, sondern stammt von Milton Friedman. Ebenso ist auch die Idee, eine potentielle Bildungsrendite bereits vorweg abzuschöpfen (s. 50'000 Fr. - Lehre) nicht auf seinem theoretischen Mist gewachsen. Er schlug nämlich vor, dass jeder Bürger nebst dem garantierten Existenz sichernden Einkommen auch einen Bildungsgutschein erhält. Bildung ist nämlich eine unverzichtbare Ressource jeder Wirtschaft. Dass er auf der andern Seite natürlich auch für die einkommensunabhängige flat tax einsteht, liegt daran, dass Gerechtigkeit nicht das Feld ist, auf dem Ökonomen brillieren wollen ... und dass eine ungerechte Pareto-Verteilung eben wirtschaftlich effizienter und viel einfacher zu managen ist ... genau so wie sich ein hierarchisches Regiment viel besser eignet für die Geschäftswelt als eine Demokratie. [s. Freiheit]
Eine weitere Kritik am individualistischen Wettbewerb, meist wirksamer als aus dem eigenen Land, bahnt sich in den USA an. Da eh die meisten politische, wirtschaftlichen und andern Moden über den grossen Teich geschwappt kommen, empfiehlt sich ein Blick in Jeremy Rifkins neustes Buch: Der europäische Traum. Die Vision einer leisen Supermacht. Laut Rifkin unterscheiden sich die Vorstellungen in den USA und Europa in folgenden Punkten:
| USA | Europa |
Freiheit ist:
|
Freiheit ist:
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Rifkins Charakterisierung des Amerikanischen Modells bestätigt also oben formulierte Kritik an der grassierenden Unfreiheit im liberalen Wirtschaftssystem: Nur wer ausreichend Geld hat, kann es sich leisten, frei zu sein, indem er sich Autonomie kauft, indem er sich frei kauft! Früher mussten sich bloss Sklaven freikaufen ... Dabei wäre die Sache so einfach: ZEIT IST GELD. Die Zeit war aber vor dem Geld da. Und warum müssen wir erst Geld verdienen, um dann damit feie Zeit wieder er-kaufen zu können? In diesem einfachen Grund-Satz liegen noch einige Absurditäten unseres Wirtschaftssystems verborgen - aber damit auch einige, eigentlich einfache, Lösungen.
Es stellt sich also die Frage: Liebe Schweiz, wo stehst Du dann? Wenn sich diese Einschätzung durchsetzt. Kein Teil Europas - kein Freund der viel gelobten USA mehr? Wirst Du auf DAS CHINESISCHE MODELL setzen, das dir so gefällt?
Wenig Herren, von Damen schon gar nicht zu reden ...
viele herrschaftlich -dämlich sich gebärdende (s. Mobbing / Definition),
und eine Masse an Feiglingen ohne Zivilcourage,
die gehorsam produzieren und konsumieren.
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Weitere Beträge zum Thema Wirtschaft und Macht
Wie hirnlos das dauernde Geschwätz von immer mehr Wettbewerb ist, zeigt insbesondere die Suche nach Freiheit in plan- wie marktwirtschaftlichen Strukturen. Richtig schön Geld verdienen kann man nur, wenn man Andere für sich arbeiten lässt, möglichst viele, möglichst billig. Oder noch besser, in dem man Maschinen für sich arbeiten lässt. Hier ist die Marktwirtschaft der Planwirtschaft zwar überlegen - Freiheit schafft sie damit aber nicht, die für die Gesellschaft notwendigen Strukturen auch nur dort, wo es rentiert.
Kleiner Entwicklungsfehler mit grossen Folgen: Die moderne Technologie macht den alten Traum des Schlaraffenlands möglich. Allerdings erfordert das moderne Schlaraffenland Zugangschips - und diese werden nur an diejenigen verteilt, die am Schlaraffenland mitarbeiten.
Dort wo es nicht darum geht, andere für sich arbeiten zu lassen, sondern zusammen etwas zu erreichen, wird der Aufwand für Planung und Organisation höher, weshalb alternative Betriebe die mittels partizipativer Strukturen arbeiten, den hierarchisch organisierten wirtschaftlich meist unterlegen sind. Besonders interessant ist aber die Analyse desjenigen Sektors, in dem wirklich vollständiger Wettbewerb herrscht, jeder gegen jeden, denn der ist beinahe leer. Dort können Sie sich nur halten, wenn Ihre Ich-Aktie einen wirklich überdurchschnittlichen Wert hat. D.h. der Sektor ist Künstlern und Spezialisten vorbehalten. Zur Entwicklung des 4. Sektors s. GUTE ARBEIT.
Martin Herzog, WEBDESIGN, Rheinfelden, 19. Juli 2004
p.s: Falls Sie sich fragen, woher ich denn das alles wissen will, ohne Dr. der Wirtschaftswissenschaften zu sein ... ganz einfach, weil ich mitspiele. Mit einigem Erfolg (leider nicht wirtschaftlichem ...). Das vereinte Herzogtum www.brainworker.ch & www.diskussionsforen.ch ist inzwischen zu einer beachtenswerten Streitmacht in der öffentlichen Meinungsbildung geworden - zum Ärger all derer, die immer noch besser wissen, wie man eine Website betreibt, die öffentliche Wirkung erzielen soll. Und dies als Leistung eines Einzelgängers und Aussenseiters, ohne Team und, vor allem, ohne Chef. Die beiden Websites decken inzwischen beträchtliche Bereiche des Themas "öffentliche Güter" ab, speziell Wald; Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Forschung und vieles mehr.
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Wo und wie ich
hier selbst im Wettbewerb stehe, und was diese Position |
Apropos Wurst und zwei Enden: Wenn also die Gewinner durch hierarchisch organisierte Zwangskooperation in Firmen siegen, sollten sich die Verlierer durch freiwillige Kooperation ihren Anteil an der Wurst zurückholen.
p.s: Zur (nicht ganz ernst gemeinten) Geschichte des wirtschaftlichen Wettbewerbs
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Wenn Sie von der herausragenden und "mächtigen" Position von Brainworker im Internet profitieren wollen: Brainworker's WEBDESIGN für Wissensanbieter Durch
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