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Ausgabe No 4 24. September 2002 |
NEWSFLASH WALD - INTERNATIONAL |
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Der grösste Sonnenkollektor der Welt: Der Wald Forstliche Entwicklung in Bulgarien Rumänische Forstwirtschaft auf dem Internet Literatur: Umfangreiche Suchmöglichkeiten bei der Uni Bern.
Ausdruck diesmal auf Grund der Graphikgrösse nur als A4 quer Arbeitsgruppe Internationale Beziehungen des Schw. Forstvereins.
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Wald ist der grösste und wirksamste existierende Sonnenenergiekollektor. In einem ausgewachsenen, dichten Wald wird jeder Sonnenstrahl ausgenutzt und in pflanzliche Substanz umgewandelt. Das Chlorophyll nutzt das rotgelbe und das blaue Spektrum, so dass nur grün übrig bleibt und reflektiert wird. Deshalb sind Pflanzen übrigens grün. Holz ist vielleicht der wichtigste Rohstoff der Erde, denn er lässt sich als Baustoff, Werkstoff, Energieträger und chemischer Rohstoff verwenden. Zur Zeit werden weltweit ca. 1,8 kg Holz pro Tag und Kopf verbraucht, dies im Vergleich zu 600 g Zement, 350 g Stahl, 50 g Kunststoffen und 10 g Aluminium. [Prof. Wegener, Technische Universtät Darmstadt: http://www.cellulose-papier.chemie.tu-darmstadt.de/Deutsch/Vorlesungen_und_Veranstaltungen/Vorlesungen/Nachwachsende_Rohstoffe/PDF/08_Holz.pdf ] Cellulose und Lignin, also Holz, stellen rund 70% der organischen Materie der Biosphäre. Eine schnell wachsende Fichte produziert an einem sonnigen Tag bei ausreichender Wasserversorgung ca 28g Trockensubstanz, bestehend aus 14g Zellulose, 8 g Lignin, 6.5 g Polyosen und 0.3 g Extraktstoffen.
Auch wenn Holz gegenüber dem Erdöl zwei Nachteile hat:
so hat es den unaufwiegbaren Vorteil, dass es sich einerseits lokal und nachhaltig produzieren lässt, wobei Nebennutzungen entstehen, die heute bald höher gewertet werden als das Produkt Holz, als da wären: Erholung, Landschaft und Biodiversität.
Holz hat verschiedene Strukturebenen - und jede davon lässt sich nutzen, vom Atomaren und molekularen Bereich über Fasern bis hin zum Feststoff Holz. Die Nutzungskaskade:
Je einfacher die Produkte, desto eher sollten sie aus Resten und Abfällen erzeugt werden. Der herrschende Trend, die Waldnutzung auf kleinere Durchmesser und kürzere Umtriebszeiten umzustellen, da Zerspanung und Verleimung enorme Forstschritte gemacht hat, dürfte aus dem Grund vielleicht doch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Holz hat 10'000 Anwendungsmöglichkeiten - und jede Holzart eine andere: Esche eignet sich vorzüglich für Sportgeräte, Ahorn, Ulme u.v. andere für Möbel, die wetterfeste Lärche für Wände und Dächer, die Eiche für Möbel wie für dauerhaften Einsatz in Gärten - wozu sich auch die stark unternutzte Edelkastanie eignet und die Robinie. Durch Verleimen zu Brettschichtholz lassen sich heute Spannweiten bis zu 150 m überbrücken. Baumhöhe und -dicke sind also keine Beschränkung mehr für die Dimensionierung von Balken und Brettern. Holz ist aber weit mehr, als ein Rohstoff für Schreiner und Zimmerleute. Grosse Entwicklungspotentiale bieten vor allem die mittleren Stufen Cellulose - Fibrillen - Fasern. Aber auch als Rohstoff für die Chemie hat Holz einiges zu bieten. Durch trockene Destillation entstehen Holzkohle, Gas, Teer, Essigsäure und Oel. Diese entsprechen Produkten die aus Steinkohle gewonnen werden, sind aber viel reiner. Die chemische Verarbeitung von Holz ist übrigens keine Hochtechnologie. Vor ca. 10 Jahren im Jemen beobachtete ich die Produktion von Holz-Teeröl in einem Weiler der Tihama. Die Destillationsanlage bestand aus alten Fässern und einigen Rohren. Das Produkt wurde für die lokale, traditionelle Tiermedizin benötigt: Gegen Hautinfektionen von Schafen und Ziegen. Holz lässt sich auch Verzuckern (s. Ems-Chemie im zweiten Weltkrieg), zu Alkohol vergären oder mit der Hilfe von Hefen in Proteine verwandeln. Wälder könnten also ziemlich direkt zu einer besseren Versorgung mit Nahrungsmitteln beitragen. Ein enormer Vorteil aller Holzderivate ist der, dass sie sich am Ende des Lebenszyklus immer noch zum Verbrennen oder Kompostieren eignen. Holz spart also fossile Rohstoffe. Auch was die bessere energetische Verwendung von Holz betrifft ist noch einiges zu tun. Das Paul Scherrer Institut z.B forscht z.B. zur Zeit nach besseren Methoden zur Herstellung von reinem Wasserstoff aus Holz. Wasserstoff aus Holzgas, also Wasserstoff aus Sonnenenergie, wäre der ideale Energieträger für Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen im Leistungssegment von 100 bis 1000 kW, H2-Tankstellen, Chemie und Metallurgie. Trotz dieser unbestreitbaren Vorteile ist das Produkt Holz ein schlecht genutzter und schlecht bezahlter Rohstoff.
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In der Schweiz wachsen pro Jahr ca. 10 Millionen m3 nach. Davon liessen sich
ca. 7.5 Millionen wirtschaftlich nutzen. Effektiv genutzt werden aber
nur rund 5 Millionen m3. Holz aber, dass im Wald verfault, ist zwar eine
Freude für Käfer und Pilze, trägt aber nicht das geringste dazu bei, fossile
Energieträger zu schonen und weniger CO2 freizusetzen. Auch vermoderndes
Holz produziert CO2. Substantiell mehr genutzt wird zur Zeit eigentlich nur in Estland und Lettland, dem einzigen Land in Europa, dass die Produktivität seiner Wälder voll ausnutzt. Grosse Reserven bestehen vor allem in einigen Republiken der ehemaligen UDSSR sowie im Ostblock. (s. Bulgarien / Rumänien)
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Forstliche Entwicklung in Bulgarien 3.9 Millionen ha, etwa ein Drittel Bulgariens ist bewaldet. Zumeist handelt es sich um steile Berghänge, also mit wichtigen Schutzfunktionen für den Wasserhaushalt. 90% des Holzes wird im Lande selbst verbraucht. Holz deckt 40% der Energieversorgung. Eines der dringendsten Probleme sind die mangelnden Durchforstung der in den letzten 40 Jahren zahlreich gepflanzten Aufforstungen. Diese produzieren so nur Massenware. Zudem herrscht dort eine grosse Waldbrandgefahr, die noch begünstigt wurde durch die Trockenperioden der vergangenen Jahre ... wie auch das Abfackeln privatisierter Wälder und unabsichtliche Brandstiftung beim Verfeuern von Ernteresten der Land- und Forstwirtschaft. Da 45% der Waldfläche aus relativ jungen Nadelholzpflanzungen besteht, ist mit dem Anfall grosser Mengen an Schwachholz zu rechnen, die vor allem fossiler Brennstoffe ersetzen sollen. Organisatorisch sind einige Probleme neu geschaffen worden, da bei der Privatisierung viele Kleinstbetriebe von durchschnittlich 1.5 ha geschaffen wurden. Diese müssen sich nun erst zu Eigentümervereinigungen oder -Genossenschaften zusammenfinden. Auch die Gemeinden, die durch die Privatisierung zu Wald gekommen sind, müssen Forstverwaltungen aufbauen. Es fehlt zur Zeit also an Personal, Finanzen, Ausrüstung und Infrastruktur. Der Strassenbau muss gefördert werden, zur Verringerung von Schäden die bei der Ernte gerne am verbleibenden Bestand entstehen. Die Holzindustrie muss modernisiert und die Vermarktung professionalisiert werden. Ähnliche Verhältnisse finden sich in Rumänien, Polen, der Slovakei und Kroatien. |
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Rumänische Waldwirtschaft auf dem Internet: Keine Angst, die Römer haben die rumänische Sprache so nachhaltig beeinflusst, dass Sie dem Sinn nach schon mitbekommen worum's geht, wenn Sie Italienisch oder Französisch beherrschen: http://www.rosilva.ro/oferte/index.html Diese einfache aber hübsche Site zeigt, dass die Waldwirtschaft Rumäniens nicht bloss ein reichhaltiges Sortiment an Holz anbietet http://www.rosilva.ro/oferte/lemn.html , sondern dass die Nebenprodukte wie Waldfrüchte http://www.rosilva.ro/oferte/fructe.html , Pilze http://www.rosilva.ro/oferte/ciuperci.html und sogar Körbe http://www.rosilva.ro/oferte/impletituri.html fast eben so wichtig sind. |
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Literatur: Der INFO-Servise des Centers for Development and Environment der Uni Bern: http://www.cde.unibe.ch/info/index.html bietet verschiedene Möglichkeiten nach Infos aus den Bereichen Entwicklung, Umwelt und Nord-Süd zu suchen. |
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AGIB-NEWS:
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