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Ausgabe No 3 27. August 2002 |
NEWSFLASH WALD - INTERNATIONAL |
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Johannesburg 2002: Prinzipien der nachhaltigen Waldbewirtschaftung Books: Companies and Communities Die Anfänge des Freihandels vor 160 Jahren - per Kanonenboot-diplomatie. GV Arbeitsgruppe Internationale Beziehungen des Schw. Forstvereins.
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Wenn der Preis bestimmt.Eine kleine Präsentation finanzieller Kriterien der Waldwirtschaft gibt ein Beispiel dafür, welcher Einfluss der globale Markt auch auf sehr lokale Tätigkeiten, wie die Holzerei, haben kann: Da den US-Amerikanern vor rund 20 Jahren das Starkholz wegen Übernutzung auszugehen drohte, entwickelten sie Maschinen, die ihnen erlaubten, Holzprodukte auch aus kleineren Durchmessern zu bauen. Diese Technologie hat sich mit der üblichen Verspätung auch in Europa durchgesetzt, da es natürlich günstiger ist, aus billigen Rohprodukten teure Endprodukte zu erzeugen, als umgekehrt. Die Waldwirtschaft der Schweiz wie auch der umliegenden Länder wird dadurch doppelt betroffen: 1. werden für das seit 150 Jahren herangezogene Starkholz nicht mehr die erwarteten höheren Preise bezahlt, sondern oft sogar tiefere als für Schwachholz. 2. ist die Ernte für Schwachholz aufwendiger, es sei denn, man mechanisiere.
Mechanisierte Holzernte kann heute für weniger als 10$ eine Tonne "Rohmaterial" liefern - während die Holzernte in der Schweiz zur Zeit ca. 60.- Fr. pro m3 kostet. Der Markt verlangt nach günstigen Preisen, der Wettbewerb liefert sie. Wie aber bei jedem Wettbewerb bleiben auch beim Preiswettbewerb einige auf der Strecke. Wie beim sportlichen Wettbewerb sind es auch hier nicht immer die schlechtesten.
Probleme: Der internationale Preis wird durch die günstigsten Bedingungen gebildet. Für die Waldwirtschaft heisst das:
Der internationale Holzpreis wird zudem von Firmen gebildet, die Erntekonzessionen haben für Waldflächen, die zum Teil grösser sind als der gesamte Schweizer Wald (1.2 Mio ha). Der internationale Markt bildet einen Holzpreis, der nicht auf pflegerischer Waldnutzung, sondern auf Ausbeutung beruht. Die Holzpreise reduzieren sich so mehr und mehr auf einen Preis, der nichts mehr deckt ausser den Erntekosten. Die so genannte Wettbewerbsfähigkeit zwingt darum immer mehr Forstbetriebe, zum selben System überzugehen: Pflege vernachlässigen, Ernten was Geld bringt, liegen lassen was nicht rentiert. Nach 150 Jahren sorgfältiger naturnaher Waldbewirtschaftung kommen wir so langsam aber sicher in die selbe Lage wie die jemenitischen Bauern (und viele andere in ähnlichen Situationen), die eine halben Tag lang Holz sammeln und dieses an der Strasse für genau diesen halben Tageslohn anbieten. Wen wundert's, dass es recht schwierig ist, unter solchen Bedingungen Brennholzproduktion zu betreiben oder die Bevölkerung zu Aufforstungen, Waldschutz und -Pflege anzuhalten - denn wirtschaftlich gibt's nichts her.
Das Beispiel zeigt recht deutlich, dass die Wirtschaft zwar den Markt braucht, dass es aber eine Illusion ist, vom Markt die Lösung aller Probleme zu erwarten. Wer sagt: Der Markt entscheidet - der mag zwar recht haben, vergisst aber, dass der Markt weder denkt noch plant. Der Markt entscheidet und handelt auf Grund momentan vorhandener Informationen. Langfristige, oft sogar mittelfristige Strategien kennt er kaum. Das Beispiel des versenkten Internet-Booms zeigt es am besten: Alle wussten, dass diese neuen Firmen erst in einigen Jahren rentieren werden. Trotzdem war bei der Mehrheit bereits nach 1, höchstens 2 Jahren, die Geduld erschöpft und die Beteiligungen wurden quasi weggeworfen. Solche Entscheide gegen das eigene bessere Wissen beruhen auf der Orientierung an der Mehrheit, am Markt, an der Masse, denen Anleger gleich Lemmingen folgen. Präzise dieser Markt hat bewiesen, wie wenig rational "der Markt" ist. Darum scheint es um so absurder, dass sich alles und jeder an eben diesem orientierungslosen Markt orientieren soll. "Marktorientierung" ist das Paradoxon der Gegenwart.
Eine ausschliessliche Orientierung an Markt und Preis erlaubt es kaum, eine nachhaltige Waldwirtschaft zu betreiben, wie sie auch vom Earth Summit gefordert wird: |
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Earth Summit Statement of Principles on ForestsDiese Grundlagen zeigen, dass Multifunktionalität nicht auf Schweizerische oder Europäische Forstwirtschaft beschränkt ist oder beschränkt bleiben soll: By the time of the June 1992 Earth Summit, countries had developed a series of principles for sustainable forest use. This, the first global consensus on forests, deals with the needs of people who want to protect forests for environmental and cultural reasons and with the needs of people who use trees and other forest life for economic development. The Rio forest principles may form the basis of further negotiations toward a binding agreement.The Rio statement says that forests, with their complex ecological processes, are essential to economic development and the maintenance of all forms of life. They are the source of wood, food and medicine, and are rich storehouses of many biological products yet to be discovered. They act as reservoirs for water and for carbon, that would otherwise get into the atmosphere and act as a greenhouse gas. Forests are home to many species of wildlife and, with their peaceful greenery and sense of history, fulfill human cultural and spiritual needs.Among the forestry principles:
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Books: Company - Community Forestry PartnershipsMost partnerships between forest companies and communities end up like the
majority of marriages - in divorce. One striking example is the relatively
recent collapse of the well-known Picop paper company scheme in the Philippines
after years of seeming success. For almost three decades the company contracted
small farmers to grow trees for it. But once cheaper sources of pulp came on the
market the whole thing fell apart. [Beitrag von Willem Pleines] |
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www.alpenkonvention.orgBerggebiete sindt benachteiligt durch erschwerte Bewirtschaftung und schwierige Transportverhältnisse, gerade auch was die Forstwirtschaft betrifft. Bieten etwa Mechanisierung und Kahlschlag Möglichkeiten (wenn auch wenig geschätzte), die Ertragslage in ebenen Lagen zu verbessern, so verbieten Erosionsgefahr, Steinschlag und Lawinen diesen Ansatz für die ohnehin ertragsschwächsten Bergregionen. Freier Markt und Wettbewerb, mit höchst ungleichen Ausgangspositionen, drängen die Bergbevölkerung weltweit immer mehr ins Abseits. In Berggebieten finden sich auch äusserst selten grosse Städte. Städte sind aber seit dem Mittelalter die treibende Kraft arbeitsteiligen Wirtschaftens und vor allem auch der Finanzwirtschaft. Die
Alpenkonvention ist ein internationales Übereinkommen zum Schutz des Naturraums
und zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung in den Alpen. Die Konvention legt
ferner großes Augenmerk auf die Sicherung der wirtschaftlichen und kulturellen
Interessen der einheimischen Bevölkerung in den Unterzeichnerstaaten. Die ständig wachsende Beanspruchung durch den Menschen gefährdet den
Alpenraum und seine ökologischen Funktionen in zunehmendem Maße. Die daraus
resultierenden Schäden lassen sich zumeist nicht oder nur mit hohem Aufwand, mit
beträchtlichen Kosten und in der Regel nur über lange Zeiträume wieder beheben.
Daraus leitet sich die Notwendigkeit ab, wirtschaftliche Interessen mit den
ökologischen Erfordernissen in Einklang bringen zu müssen. |
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Freihandel - zum Wohle der Nationen - wurde bereits vor 160 Jahren mit Kanonenbootdiplomatie eingeführt:The spread of "the open market ideology" in the orient was clearly assisted by imperialism: "Egypt has been forced 1840 by Palmerstone and the British fleet to accept the contract of 1838 and Muhammed Ali had to bend under the religion of free trade. "I recognise the advantages of free trade, fixed in the existing contracts; radiating testimonies announce its achievements, and I can no longer deny, what looks now evident for me. Imperative conditions forced me to introduce the monopoly and to maintain it." [Rodinson p. 168:] Auf die Wohltaten des Freihandels, der so frei nie war und es auch nicht ist, denn er war primär zu Gunsten der Engländer ("Monopol"), so wie er heute zu Gunsten der Exportländer USA, Japan, England, Schweiz etc. ist, warten die Ägypter heute noch. Weiteres, gerade zur wirtschaftlichen Bedeutung von Städten + Bibliographie s. http://www.brainworker.ch/reports/yemen/25OEKON.HTML
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