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DEFINITIONEN:
http://www.afv.ethz.ch/paper/waldbau1.pdf (umfassendes Script ETH)
Nach SCHÜTZ betrifft Waldpflege alle waldbaulichen Eingriffe zwischen Bestandesbegründung und den ersten Verjüngungseingriffen. Waldpflege wird damit als Bestandespflege definiert.
LEIBUNDGUT
(1978) erweitert diese Definition um die Pflege des Waldbodens und des Waldinnenklimas
und meint somit eine umfassende Pflege des gesamten Ökosystems Wald.
Aus den
verschieden gefassten Definitionen ergeben sich verschiedene Möglichkeiten
der Ausführung
und unterschiedliche Vorraussetzungen für die Wahl des Waldbausystems.
Die Waldpflege hat vor allem folgende Zielsetzungen:
Standortsgerechte Baumartenmischung
Stabilität
Vitalität
Qualitätserziehung
< Waldpflege als strategische Zielsetzung bedeutet die bestmögliche Weiterentwicklung der jeweils vorhandenen Bestände. >
http://homepage.boku.ac.at/h9940376/Kapitel8.pdf
Waldbau (Waldbaulehre), ein Teil der Forstwissenschaft: die Lehre von der An- und Auszucht von Holz in Beständen. Gegenstand der Waldbaulehre ist: das Verhalten der Holzarten, die Zusammensetzung der Bestände in Bezug auf Holzarten und Betriebsarten (s. Betriebsarten), die Bestandsgründung und die Bestandspflege.
Meyers Konversationslexikon 1888 http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/meyers/servlet/showSeite?SeiteNr=0342&BandNr=16&textmode=true
Ähnlich wie der Feldbauer, muss der Waldbauer wissen, was wo wächst, welche
Baumarten er auf welchem Boden und bei welchem Lokalklima einsetzen kann. Aus
der Erkenntnis heraus, dass sich die Natur nicht beherrschen lässt, dass man mit
ihr und nicht gegen sie arbeiten muss, lenkt er das natürliche Waldwachstum im
Einklang mit ihr.
Die Lenkung von Wald- und Bauwachstum geschieht in erster Linie mittels Schatten und Licht. Auf Grund der natürlichen Wachstumsdynamik werden lichte Pionierwälder, die dort entstehen, wo der Wald geschlagen oder durch den Wind geworfen wurde oder auch abgebrannt ist. Lichtholzarten, wozu speziell die Birken und Weiden zu zählen sind, verbreiten sich auf Grund ihrer leichten und in Massen produzierten Sämlein sehr leicht und rasch. Sie ertragen es auch, bereits im Sämlingsalter voll der Sonne ausgesetzt zu sein.
Durch die natürliche Sukzession wachsen später im Schatten dieser Pioniere Baumarten an, die eher darauf spezialisiert sind, mit dem Restlicht der Waldesdämmerung auszukommen. Hierzu gehört insbesondere Tanne, Buche und Fichte.
Aufgabe des Waldbaus ist es nun, diese recht langfristigen natürlichen Vorgänge zu beschleunigen und das dabei produzierte Holz effizienter Nutzung zuzuführen. Beginnen wir beim:
Altbestand: Diese besitzen meist, zumindest bei Schlussgesellschaften (Klimaxgesellschaften) ein geschlossenes Kronendach. So bildet etwas die Schattenbaumarten Buche im Alter den sogenannten Hallenwald, in dessen Dusterheit nur noch wenige Kräuter und Sträucher gedeihen können. Aus diesem Grunde blühen hier die Kräuter und Sträucher im Frühling als erste, bevor sie im Schatten versinken. Noch finsterer sind manche Fichtenplantagen, deren Schatten (= effiziente, produktive Lichtnutzung ... that's why!) keinem Kraut und Strauch eine Ueberlebenchance lassen.
Um einen solchen Altbestand wieder zu verjüngen, braucht es Licht am Boden,
damit die Sämlinge spriessen können. Dies kann durch Ernte, Alterszerfall oder Brand
geschehen. Die danach entstehende Ansamung kann bei
günstigen Bedingungen aus zehntausenden von Sämlingen
bestehen. Wenn Sie sich eine natürliche Ansamung ansehen, oft Pflänzchen neben
Pflänzchen, so wird ihnen leicht klar, dass in der Sämlingsphase sich weit über
10'000 oder gar über 100'000 Bäumchen pro ha (10'000 m3) ansiedeln können.
Im Altbestand hingegen haben nur noch wenige Platz. (s. z.B. Ertragstafel Fichte,
Bild rechts anklicken zur Vergrösserung).
Die Aufgabe der Waldbauer ist es nun, die Entwicklungsprozesse zwischen Ansamung und Ernte so zu lenken, dass das dabei produzierte Volumen an Holz auf möglichst wertvolle, kräftige und lange Stammstücke entfällt, und nicht auf viele, kleine, krumme Stücke und die Krone. Der Waldbauer probiert, durch Beeinflussung der Lichteinstrahlung, die Astbildung und die Verteilung zwischen Stamm und Krone zu beeinflussen. Dies kann er eigentlich nur durch andere Bäume, die er bewusst pflanzt, stehen lässt oder entfernt. Computerisieren und mechanisieren lässt sich diese Tätigkeit nicht, da sie sich mit Individuen unterschiedlichster individuellen Charaktere auseinander setzen muss. Je nach Wuchskraft der bestandesbildenden Bäume sehen Durchforstungsverfahren und das Resultat ganz anders aus (s. Graphik rechts, durch Anklicken vergrössern).
Was ist das Zielobjekt waldbaulicher Eingriffe? Wie macht den idealen Baum aus?
Nadelhölzer |
Weihnachtsbaum,
Freilandbaum, Garten |
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| Der ideale Baum für Massenprodukte mit langem, ziemlich astfreiem, gleichmässigem und geradem Stamm - wenn es sich um Fichte handelt. Föhre wird etwas geringer geschätzt, auf Grund der häufigen Harzeinschlüsse. | Dieser Modellbaum zeigt einen wunderschön gleichmässigen und geraden Stamm, ohne Drehung, Krümme, Abholzigkeit (konische Form, s.u.), wie sie bei Freilandbäumen üblich ist. Das Verhältnis Krone/Stamm ist hier mit 1:1 vielleicht noch etwas suboptimal | Während diese Baumform ideal ist für Gärten und Weihnachtsbäume, ist das Holz auf Grund der vielen Äste und des praktisch nicht vorhandenen astfreien Stammteils nur als Industrie- oder Brennholz zu verwerten. |
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Abholzigkeit |
Für Schreiner und Zimmerleute hätte der Wunschbaum einen langen graden Stamm (möglichst viereckig), der sich auf auf Knopfdruck gemäss Bestellliste von selbst in die erwünschten Bretter oder Balken zerlegt. Zudem sollte er möglichst gratis zur Verfügung gestellt werden, um den Kunden günstige Produkte ... zu marktfähigen Preisen ... anbieten zu können (Was bei einer derartigen Wirtschaft, in der Sparen und Billig die höchsten Ziele sind, auch nötig ist, da all diejenigen die gratis produzieren sich ja früher oder später beim Sozialamt melden müssen und sich dann echt nur noch das Billigste leisten können).
Scherz beiseite und zurück zum marktwirtschaftlichen Zynismus: Bis vor 15 Jahren setzten sich die Forstleute als Waldbauer dafür ein, möglichst dicke und lange Schäfte zu produzieren, da bei starken Durchmessern weniger Abfall entsteht beim Einschneiden. Seither werden jedoch Durchmesser von über 30 cm sogar mit Abzug belastet, da erstens die heute angewendeten Profilzerspaner keine grösseren Durchmesser bearbeiten können und da zweitens die Abschnitte und Abfälle praktisch vollständig weiter verarbeitet werden (Schnitzel für Spanplatten, Zellulose oder Energie). (s. Starkholz)
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| Auf Licht und Schatten reagieren insbesondere die Lichtholzarten (Pappel, Nussbaum z.B) sehr stark. Bei diesen kann bereits eine weitaus geringere Schattierung als in diesem Bild ausgedrückt zu Schiefwuchs führen. |
Jungwuchs: Die wichtigste waldbauliche Aufgabe bei der Begründung des Jungwuchses ist die Auswahl standortsangepasster Baumarten. Ein Fehler hierbei kann sich oft erst nach Jahrzehnten bemerkbar machen, womit diese Jahrzehnte verloren sind. Die Baumartenwahl muss sich in erster Linie nach den Möglichkeiten und Bedingungen des Standorts richten. Wenn der Markt schreit, Fichten seien marktgerecht, der Waldbauer aber hauptsächlich über vernässte Böden verfügt, dann kann er eben trotzdem keine Fichten pflanzen. Hier bestimmt die Natur, nicht der Mensch und nicht der Markt.
In der Anwuchsphase bestehen die Probleme vor allem darin, dass Verunkrautung, pardon, die Dominanz von Gräsern, Kräutern und Sträuchern, Ansamung und Entwicklung der Jungbäume verhindern. Es gilt also, ohne Einsatz von chemischen Mitteln wohlgemerkt, den Baumschösslingen den notwendigen Vorsprung zu verschaffen, was über Moderbäume, Pflügen, Mähen oder auch einen Vorbau geschehen kann. Zudem gilt es in dieser Phase Mäusen, Rehen, Kaninchen, Mehltau, Käfer ... also den ganzen Heerscharen an Viechern die sich an den schmackhaften Setzlingen verlustieren, Schach zu bieten..
http://www.wsl.ch/forest/waldman/vorlesung/images/ww_fig53_14.gif
Das wichtigste waldbauliche Ziel der nächsten Phase, der Dickungspflege, ist die
Formung der Schaft- und Qualitätseigenschaften durch Erziehung. Im
Dickungsalter berühren sich die Kronen bereits gegenseitig. Die Kronendecke wird
geschlossen. Während bei Schattbaumarten durch dichte Bestände die Äste fein und
die Krone kurz gehalten werden kann, brauchen Lichtbaumarten zur rechten Zeit
ausreichend Raum.
Die Dickungspflege erfolgt bei der Läuterung im wesentlichen über:
• Verringerung der Baumzahlen - Stammzahlreduktion (unumgänglich bei Fichte)
• Steuerung der Zusammensetzung der Baumarten (Mischungsregelung)
• Negative Auslese vorwüchsiger Protzen und Zwiesel (bes. bei Laubholz)
• Schaffung einer genügenden Zahl von Anwärtern für die Auslese
zukünftiger Wertträger.
Dickungspflege auf der ganzen Fläche ist meist sehr aufwendig, sodass rationellere Konzepte (der Mechanisierung) für die Waldpflege entwickelt wurden.
Die Bestandestypen werden wie folgt definiert:

http://homepage.boku.ac.at/h9940376/Kapitel8.pdf
Im Stangenholz richtet sich die Pflege vor allem auf die Aufteilung zwischen Krone und Stamm. Diese beeinfluss auch die Stabilität. Der Waldbauer muss auf die richtige Gewichtung von Krone zu Stamm achten. Ist die Krone zu klein, wird das Wachstum eingeschränkt, hat die Krone zu viel Platz, wird der Stammanteil zu klein. Ist der Stamm zu schwach, können Nassschnee und Wind zum Kippen oder Bruch der Bäume führen.
http://waldbau.boku.ac.at/lehre/pdf/teil6.pdf
Die Durchforstung erfolgt hier nun primär durch positive Auslese, d.h. es werden nicht "schlechte Bäume" entfernt, sondern man versucht diejenigen mit dem besten Potential zu begünstigen, indem man ihre schärfsten Konkurrenten entfernt.
Im Baumholz wird die positive Auslese wie die Formung der Krone fortgesetzt, bis zur Erntereife. Wenn die Bäume geerntet werden, müsste allerdings auch er Nachwuchs bereits vorhanden sein, da Balken und Bretter nur höchst selten Samen erzeugen. Der Holzschlag dient nun nicht mehr primär der Formung der verbleibenden Bäume, sondern der Verjüngung. Hier gibt es verschiedene Hiebsmethoden mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Eines der gewichtigeren Probleme wird hier nun der Wind. Um zu verhindern, dass sich dem Wind durch die Öffnung des Bestandes plötzlich zusätzliche Angriffsflächen bieten und dadurch den Bestand zu gefährden, wird das Kronendach längs zur Hauptwindrichtung geöffnet.
Hiebsarten
Kahlschlag
"Ein Kahlschlag kommt dadurch zustande, daß auf einer gegebenen Fläche alle aufstockenden Bäume in einem oder wenigen einander in kurzen Intervallen folgenden Hieben entnommen werden. Dadurch geht der Waldcharakter auf der betroffenen Fläche verloren."
Weltweit gesehen ist Kahlschlag die verbreitetste waldbauliche Betriebsform.
| Vorteile | Nachteile |
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Schirmschlag: Als Schirmschlag bezeichnet man die Verjüngung eines Bestandes unter dem durch Holzernte aufgelichteten Kronendach des Altbestandes. Von Schirmschlagbetrieb spricht man, wenn der Altbestand auf einer größeren Fläche ziemlich gleichmäßig aufgelichtet wird. Lichtet man unregelmäßig über die Fläche verteilt auf, spricht man von Femelschlagbetrieb.
Femelschlag ist eine Form des Schirmschlages, bei der von Anfang an ungleichmäßig gruppen- und horstweise geerntet wird. Ziel sind Mischbestände aus Schattenbaumarten und Halbschattenbaumarten dadurch zu erreichen, daß den Baumarten mit langsamer Jugendentwicklung ein ausreichender Wuchsvorsprung gesichert wird.
Der Femelschlag ist eine Verjüngungsform des Altersklassenwaldes, bei der die Verjüngung des Bestandes unter dem unregelmäßig aufgelichteten Kronendach des Altholzes vorgenommen wird. In der Folge werden die Auflichtungen vergrößert und verstärkt. Je länger der Verjüngungszeitraum ist und je kleinflächiger eingegriffen wird, desto fließender sind die Übergänge zum Dauerwald.
Die Vorbereitung des definitiven Hiebes kann 10 bis 30 Jahre dauern. Folgende Phasen werden dabei unterschieden:
I = geschlossener Altbestand
II = Vorbereitungshieb
III = Besamungshieb: Durch Freistellen der Kronen wird die Samenproduktion
angeregt. Da dadurch auch mehr Licht auf den Boden gelangt, erleichtert dies die
Keimung der Sämlinge.
IV = Lichtungshieb: War die Ansamung erfolgreich, gilt es nun die
Keimlingen durch mehr Licht zum Wachstum anzuregen, damit sie möglichst rasch
der Gras- und Krautschicht entwachsen.
V = Räumungshieb: Der Nachwuchs hat sich erfolgreich etabliert. Die
alte Generation muss der neuen weichen.
VI = Verjüngung (s.o.)
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Plenterwald stellt für Naturschützer wie auch viele Förster das Idealbild von Wald und Waldwirtschaft dar. Allerdings - Plenterwald sieht zwar natürlich aus, ist aber das am schwierigsten und intensivsten zu bewirtschaftende Modell des Waldbaus. Dies drückt sich am besten durch die französische Bezeichnung dieses Modells aus: forêt jardinée - der begärtnerte Wald. Ein vernachlässigter, d.h. der natur überlassener Plenterwald zeigt rasch einige schwerwiegende Irrtümer der Ideen über Naturwald und Waldwachstum auf, denn die mittleren Bäume wachsen sehr rasch in die Höhe, schliessen das Kronendach und verhindern das weitere Aufkommen und Wachstum von Jungwuchs.
Geschaffen wurde dieses Bewirtschaftungsmodell, so anspruchsvoll sein
Unterhalt ist, nicht durch Forstprofessoren, sondern durch die Bauern im
Emmental, Val de Travers, der schwäbischen Alp wie auch an verschiedenen Orten
in Bayern. Durch die Entnahme, je nach Bedarf des Hofbetriebes, von Starkholz,
Brennholz oder Stangen, verblieben stufige Bestände. Da die Bäume aber bereits
in der Form aufwuchsen, als Mittelding zwischen schlankem Waldbaum und
abholzigem Feldbaum, verfügen sie über ausreichende Stabilität und sind
widerstandsfähiger gegenüber dem Wind, als ihre
schlankeren
Artgenossen in einschichtigen Hochwäldern, die sehr anfällig auf Wind reagieren
können, bieten sich diesem durch Schläge oder Windwürfe neue Angriffsflächen.
Die Kurve rechts zeigt die Bestandesstruktur eines Plenterwaldes nach Anzahl Bäume und Brusthöhendurchmesser. Auf ca. 100 Bäume mit BHD 18, kommen 10 mit BHD50 und noch einige wenige mit stärkeren Durchmessern. Im Vergleich zum flächenhaft bewirtschafteten Wald (Plenterung, Femel- oder Kahlschlag), verfügt der Plenterwald offenbar über tiefere Schwachholz und stärkere Starkholzanteile.
Diese knappen Angaben zum Muster eines stufigen Waldes zeigen auch deutlich, dass die Idee, die Hand des Försters (oder seine Maschinen) etwa durch Kühe oder Schafe zu ersetzen, den Zweck nicht erfüllt. Beweidung ist allenfalls dazu geeignet, Grasflächen im Wald offen zu halten, also lockere Bestände wie im Jura oder wie die Kastanienselven im Tessin in der Form zu erhalten. Die Struktur des Waldes an und für sich, kann durch Beweidung jedoch nicht erhalten und noch weniger gestaltet werden, denn dazu ist die Ernte der richtigen Anzahl Stämme des richtigen Durchmessers am richtigen Ort nötig, womit Kühe doch etwas überfordert sein dürften.
(s. umfangreiches und detailliertes Script
Plenterwald, Prof. Waldbau ETH
Mittelwald
besteht aus zwei Schichten, einer Oberschicht aus so genannten Kernwüchsen,
d.h. aus Bäumen, die durch Pflanzung oder Ansamung entstanden sind und einer
Unterschicht aus Stockausschlägen. Diese Bewirtschaftungsform wurde hunderte
von Jahren insbesondere bei Eichen angewendet. Da Eichen ein recht hohes Alter
erreichen können (und müssen, soll die Kernbildung möglichst weit fortgeschritten
sein), da Eichen zudem recht lichtbedürftig sind, also keine Schattierung durch
die in unsern Breitengraden dominierende Buche ertragen, lässt sich der Unterbau
während einer Umtriebszeit mehrfach nutzen. Zur Brennholznutzung kam bei Eiche
natürlich noch die früher für die Schweinemast wichtige Nutzung der Eicheln
hinzu.
aus http://www.payer.de/cifor/cif04060.gif
Niederwald besteht zumeist aus
Stockausschlägen. Diese produzieren zwar nur selten Wertholz, da die sie für
Fäule anfällig sind, eigenen sich aber auf Grund des rasanten Wachstums und der
einfachen Bewirtschaftung ausgezeichnet zur Brennholzproduktion. http://www.payer.de/cifor/cif04.htm
wo Sie auch weitere detaillierte Darstellungen unterschiedlicher waldbaulicher
Methoden finden.

Von 10'000 standortsangepasste Winzlingen unbekannter individueller Eigenschaft zu 100 Baumriesen mit Wertholz - dafür setzen sich 3 bis 10 Generationen von Forstleuten ein, bis das Holz auf den Markt kommt, dem es dann gerecht werden soll. Sie ersehen aus den Zeiträumen, dass marktorientierte Waldbewirtschaftung eher Oekonomenpropaganda als ein ernst zu nehmendes Konzept ist. Wir sehen daraus auch, dass die Holzernte, das einzige was zur Zeit durch die Holzpreise noch gedeckt wird an forstlicher Arbeit, nicht auf das Absägen und Transportieren von Bäumen beschränken lässt. Holzernte hat immer einen Einfluss auf den verbleibenden Bestand, auf das zur Verfügung stehende Licht. Nein, eigentlich nicht nur Einfluss, denn Holzernte ist immer zugleich das wichtigste waldbauliche Instrument, da sie Licht in den Bestand bringt.
Da Waldbau eher intuitive Kunst der Lenkung widerstreitender Naturkräfte
ist als berechenbare Wissenschaft, kann er ganz offensichtlich nicht Maschinen
und ihrer Propheten überlassen werden. Da umgekehrt aber der Waldbau sich
den Prinzipen wirtschaftlichen Handelns nicht völlig entziehen kann, ist der
Einsatz technischer Mittel und die teilweise vollständige Einsparung von Massnahmen
an ihren Auswirkungen auf den verbleibenden Bestand zu wägen. Es handelt
sich hier um Optimierungs-, nicht um Herrschaftsprobleme! Da Optimierungsprobleme
meist mit gesellschaftlichen Werten und Wertungen zu tun haben, tun sich hier
die wertfreien Wissenschaften etwas schwer. (Lösung noch kaum absehbar.
Denkanstösse unter System
der Wissenschaften
Was heisst wissenschaftlich?
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Vorzügliche und äusserst umfangreiche wie detaillierte Präsentation zu Waldbauthemen - auch der Tropenwälder: http://www.payer.de/cifor/cif04.htm#3.3.1. |