Die Resultate der zwei Waldgipfel

... und der Naturschutz anerkennt so langsam die Leistungen des Forstdienstes

550 Förster, Forstingenieure, Experten aus Holzwirtschaft und Naturschutz haben an den zwei Workshops teilgenommen. Die Resultate wurden in Wald und Holz 8/03, S. 9/10 wie folgt zusammengefasst:

Schutz der Waldfläche

Schutzwald

Organisation der Waldbewirtschaftung

Effiziente Holzkette

Biodiversität

Bildung für Wald und Landschaft

Freizeit im Wald

[Heinz Kasper, Pierre François Raymond, Hans Beereuter, Stefan Brülhart, Rolf Ehrbar, Yves Kazemi, Fredy Lienhard, Marcel Murri, Erwin Rebmann]

Kommentare:

Es ist besonders erfreulich zu vermerken, dass das ganze Gedöns um finanzielle Aspekte und neoliberale Lösungen, also Privatisierung und Erhöhung der Rentabilität für die Eigentümer, weder bei der KOK noch bei den Teilnehmern der 2 Waldforen übermässig Spuren hinterlassen hat. Immerhin hatte es die Wirkung, dass heute auch die Naturschützer wissen, dass Wald sich kaum zum Spielfeld für Biotoppfleger eignet, sondern dass eine übermässige Betonung wirtschaftlicher Interessen dem Wald um einiges schädlicher sein könnte, als es die einheimische Forstwirtschaft je war. In Naturschutzkreisen macht sich bereits die Meinung breit, es sei vielleicht geschickter, das Waldgesetz so zu lassen wie es ist, als eine weitere Amerikanisierung zu riskieren. Ein erfreulicher Fortschritt gegenüber der Quasiüberflüssigkeitserklärung des Forstdienstes seitens pro natura vom August 2002.

Pro Natura 4, August 2003, S. 5: Seit über einem Jahr erarbeitet der Bund eine neue Waldpolitik. Was gut begonnen hat, sieht inzwischen düster aus. Trotz Beteiligung von Umweltverbänden am Prozess, droht die Natur im Wald auf der Strecke zu bleiben.

Die Wald und Holzwirtschaft schreibt rote Zahlen, Tendenz dunkelrot. Vor diesem Hintergrund regieren einmal mehr die ökonomischen Aspekte. Um die Waldwirtschaft so rasch wie möglich wieder rentabel zu machen, sollen vermeintlich hemmende Vorschriften gelockert werden. Diese werden vor allem - wen wundert's - in den Naturschutzvorschriften geortet.

Moderne Forstbetriebe arbeiten heute schon rentabel - und gleichzeitig naturfreundlich! Pro Natura sieht daher keinen Grund zur Änderung der bestehenden Waldpolitik. Die Strukturprobleme der Forstwirtschaft lassen sich so nicht lösen und der Wald würde unnötig für Experimente missbraucht, die ihn auf lange Zeit schädigen könnten. (KA)

Etwas flau sind die Empfehlungen zur Bildung, die eigentlich bloss die Empfehlungen der ETH, Fachhochschulen und Försterschulen (?) aufnehmen. Hier ist noch einiges mehr an Denkarbeit nötig. Der Grund dafür liegt in der eher mangelhaften Organisation, d.h. der einseitigen Perspektive der Tagung in Maienfeld, bei der die Ausbildung an der Hochschule eh nur am Rande zur Sprache kam.

Martin Herzog, Dipl. Forsting. ETH, Rheinfelden, 17.08.03

Inzwischen stehen auch die gesamten Unterlagen zur Planung der forstlichen Bildung zur Verfügung. Die Analyse zeigt leider, dass die Empfehlungen der ETH sich am falschen Produkt orientiert haben, denn sie sind nicht dauerhaft und hart wie Holz, sonder so löcherig wie ein Schweizer Käse. Weder bieten sie eine Antwort auf das dringendste Problem des Waldes, die fehlende Wirtschaftlichkeit, noch beinhalten Sie eine Lösung der spezifischen wissenschaftlichen Probleme eines anwendungsorientierten und multidisziplinären Studiums.