Alternative Energien - Energie der Zukunft - Global Warming

 

Womit werden die Forstbetriebe Geld verdienen?

Wertholz - Industrieholz - Brennholz ?

Biotreibstoffe/Bioenergie - neue Märkte für die Land- und Forstwirtschaft:

Zucker wird knapp. Nicht nur weil China zu wenig davon produziert und sein Einkaufspotential zu nutzen beginnt, und dies bereits vor einer eigentlich geforderten Erhöhung des Wertes des Yuan (Renminbi), sondern auch weil Brasilien immer grössere Mengen an Rohrzuckern in: Ethanol verwandelt, um das teure Benzin zu ersetzen!

http://images.energieportal24.de/dateien/downloads/brennstoffzellen/eez-report_2006.pdf

Dazu kommt, dass die Energieerzeugung für viele Bauern bereits heute mehr einbringt, als die Produktion von Nahrungsmitteln. Die Energieerträge pro Hektar schwanken zwischen knapp 3000 l und über 6000 l Heizöl-, d.h. auch Benzinäquivalent. Und dies obwohl 1 L Aethanol nur  dem Energiewert von 1/2 Liter Benzin entspricht.

http://www.inaro.de/Deutsch/Forschun/itada10.htm  mit vielen technischen Details

Manfred Steiner, Pionier der schw. Zuckeralkoholrüben (Betalcool), versucht der Zuckerrrübenproduktion neuen Schwung zu verleihen. In den besten Jahren erhielten die Bauern von den Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld 170 Fr. pro Tonne, zur Zeit sind es 10 bis 11 Fr. In drei Jahren werden es, dank der Reform des EU-Zuckermarktes, nur noch 5 bis 6 Fr. sein, was nicht mal mehr die Produktionskosten deckt. Betalcool war im letzten Jahr, als der Benzinpreis noch 1.20 Fr. betrug, in der Lage, 80 Fr./t zu bezahlen, das Ziel wären 10.- Fr.

Das Potential ist beträchtlich. Würde man dem in der Schweiz verbrauchten Benzin 5% Äthanol beisetzen, ergäbe das einen Bedarf von 250'000 Millionen Litern, d.h. 25'000 ha Zuckerrüben. Zur Zeit werden nur 18'000 ha mit Zuckerrüben bepflanzt. Das Interesse der Treibstoffhändler ist allerdings minim bis inexistent. Wen wundert's: Höhere Preise, höhere Margen

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http://www.bauernzeitung.ch/file/Bio-Treibstoffe.pdf

Bewertet man die Bruttoenergieerträge nach DEHLI et al. (1989) mit dem Heizwert von Heizöl Extra Leicht (circa 35,6 MJ/l), ergeben sich bei den einzelnen Kulturen auf der Basis der Großparzellenerträge Heizöläquivalente von durchschnittlich circa 2600 Liter pro Hektar beim Gras, 2.900 l bei Sommerroggen bzw. 3900 bis 4700 l/ha beim Wintergetreide und über 6800 l/ha bei Miscanthus (s. Abb. 16).

 

 


 

Interessant ist hier insbesondere, dass der notwendige Input von Energie längst nicht bei allen produzierten Energieträgern höher ist als der Ertrag. Minimal ist er insbesondere bei forstnaher Produktion, also Weiden- und Pappelplantagen:

 

 Was die Kosten pro kWh betrifft, liegen allerdings dennoch Getreidesorten und Miskanthus etwas vorne weg.

 

http://www.fnr-server.de/pdf/literatur/pdf_25ethanol2003.pdf

Zieht man die gesamte Oekobilanz in Betracht, wird allerdings klar, dass sich zur Energiegewinnung primär organische Abfälle und, wen wundert's, Holz, eignet. Bereits Gras, Zuckerrüben und Zuckerrohr tendieren zu übermässiger Umweltbelastung, von Getreide gar nicht zu reden.

Oekobilanz von Energieprodukten

http://www.mwv.de/download/energiemarkt.pdf

http://gabe.web.psi.ch/pdfs/Energiespiegel_Nr.9_April_2003.pdf

http://www.eere.energy.gov/tribalenergy/guide/biomass_power.html

Potentiale

http://rael.berkeley.edu/eolss.pdf

Diese detaillierte Prognose [http://rael.berkeley.edu/eolss.pdf] macht allerdings auch gleich deutlich, dass Geothermie und Windenergie die günstigeren und ergiebigeren Alternativen sein dürften. Dies gleich als Vorwegnahme der folgenden Kritik: Cervelats und Filets

p.s d.h. grosses p.s: Bei aller Euphorie über die Chancen die Biotreibstoffe der Land- und Forstwirtschaft bieten, darf nicht vergessen werden, dass diese oft nicht sehr "biologisch" bewirtschaftet werden. Gerade hier drohen Grosstechnologie, Ueberduengung, Chemieeinsatz ... und insbesondere auch genetisch modifizierte Baumarten. Also: Holzauge, sei wachsam. s. Outreach 2015, 12. Mai 2006, S. 7-8.

Nur noch Cervelats und Filets Wald und Holz 8/03, S. 27/28, Ch. Rutschmann: Geschäftsführer Holzenergie Schweiz

Die Förderung grösserer Holzenergieprojekte schafft langfristig sichere Holzabsatzkanäle mit stabilen Preisen.

Die nachhaltige Nutzung natürlicher, eigener Ressourcen, die Substitution CO2-trächtiger Bau-, Roh und Brennstoffe, wird vernachlässigt. Es wird zwar viel geredet, aber zu wenig getan.

Holz verrottet in den Wäldern, da es zu den herrschenden Marktpreisen nicht kostendeckend geerntet werden kann.

2002 nutzten die in der Schweiz installierten 664'000 Holzfeuerungen rund 2.6 Millionen m3 Holz, womit sie eine halbe Million Tonnen Erdöl ersetzten. Der Erdatmosphäre blieben damit 1.5 Millionen Tonnen CO2 erspart.

Das Nutzungspotential des Schweizer Waldes liesse sich aber verdoppeln, nachhaltig, nicht nur kurzfristig. Es stehen 6 bis 7 Millionen m3 an Brennholz (und/oder Industrieholz) zur Verfügung.

Da laut Rutschmann die Bereitstellung (Entasten, Transportieren, Sortieren) von Platten- und Papierholz, Schwellen, Drittklasträmeln, ja sogar von  Langholz 2. Klasse, mehr Aufwand verursacht als es Ertrag einbringt, formuliert er folgende 6 Thesen:

  1. Es sollen nur noch Energieholz und erstklassige Stammholzqualitäten bereit gestellt werden, denn bei diesen Sortimenten ist eine kostendeckende Aufbereitung möglich.

  2. Naturnaher Waldbau, ökologische Waldrandgestaltung, Waldschäden durch klimatische Extremereignisse erhöhen den Anteil an standortsgerechten Laubhölzern (Buche) - mit massiv höherem Anteil an Ästen und mit Holzqualitäten, die sich nur als Energieholz absetzen lassen.

  3. Forstbetriebe sollen sich an ihrem Standort aktiv für den Bau grösserer Holzfeueranlagen einsetzen. Diese schaffen stabile Absatzmärkte und die Möglichkeit, Waldbau "durch den Ofen" zu finanzieren.

  4. Forstbetriebe sollten vermehrt als Energiedienstleister auftreten.

  5. Damit sich die Aufarbeitung von Energieholz rentiert, sollten sich Forstbetriebe vermehrt zu Pools zusammen schliessen. In diesen lässt sich das Personal überbetrieblich einsetzen, und insbesondere können die teuren Maschinen (seien es die eigenen oder die der Unternehmer) besser ausgelastet werden. Der Aufbau regionaler Versorgungsorganisationen mit gemeinsam genutzter, kleinstmöglicher Infrastruktur (Schnitzellager oder Energieholzzentralen) erspart Arbeit und Kosten.

  6. Die Forstleute sollten selbstbewusster auftreten und die Rolle des Holzes als Baustoff und Energieträger besser kommunizieren. Sie leisten damit einen substantiellen Beitrag zur Klimapolitik.

In die gleiche Kerbe schlägt Kantonsoberförster beider Basel, Ueli Meier [Wald und Holz 10/04. S. 15]. Während des letzten Jahrhunderts, vor allem des letzten halben Jahrhunderts, war Wertholzzucht die wichtigste Aufgabe des Waldbaus. Die Masse des Holzes sollte sich vor allem im hochwertigen, geraden, möglichst astfreien Stamm konzentrieren. Dies war Hauptzweck der Durchforstungen (weitere s. Waldbau).

Wer heute Holz nutzt, legt allerdings drauf (s. Erfolg/m3). Nicht zu ernten ist ebenfalls keine Lösung, da dank der Sparsamkeit der Waldbesitzer (oder Spekulation auf höhere Preise?) die Schweizer Wälder Rekordvorräte aufweisen. Auch das Liegenlassen von aktiv gefälltem Holz ist umweltpolitisch und volkswirtschaftlich betrachtet Unsinn. Niemand kann sich längerfristig das Nichtnutzen eines vorhandenen Rohstoffes leisten. Zit. Ueli Meier, der darum fragt, ob es sinnvoll sei, weiterhin den Fokus auf Wertholzproduktion zu legen - oder die Produktion von Massensortimenten in den Vordergrund zu rücken, die energetische Verwendung zu forcieren, und qualitativ gutes Stammholz zum Nebenprodukt zu machen.

Die These (wohlgemerkt ohne Rutschmanns Überbetonung der Energieholzproduktion, wird gestützt durch die Entwicklung in Italien. BMassivholzbalken werden verdrängt durch Leimbinder, die von österreichischen Werken, ohne Zwischenhandel (!) direkt an italienische Zimmereien geliefert werden. Der Möbelbau aus Buchenholz in der Region Udine ist nach Kroatien und Rumänien abgewandert, das über ausreichend Holz verfügt.

 Eine Entgegnung: Nur noch Energie und Wertholz? Wald und Holz 8/03. S. 30/31. W. Riegger, Geschäftsführer IG Industrieholz)

Es ist so, dass die Preise für Industrieholz gesunken sind. Der Markt für Spanplatten, Papier und andere Zellstoffe ist eben kein geschützter und auch, im Gegensatz zu Brennholz, kein lokaler Markt, sondern Weltmarkt. Der weltweite Preiswettbewerb, bei dem mit äusserst ungleich langen Spiessen gefochten wird (s. Kanada/USA/fiber farms), führt zu Strukturänderungen (die Grossen fressen die Kleinen) und zwang die Kleinbetriebe Jago, Novopan, Fideris und Rondchâtel zur Aufgabe.

Einen Tiefpunkt erreichte der Absatz von Industrieholz in der Schweiz 1997 mit 1.5 Millionen m3 , 2002 dagegen wurden wieder 2.5 Millionen m3 verarbeitet, allerdings nur 1 Million aus dem Wald und 1.5 als Wiederverwertung von Restholz der Sägereien, was schliesslich auch sinnvoll ist.

Des weitern verarbeitet die Holzindustrie Dimensionen und Qualitäten die für andere Verarbeitungen (Hausbau, Möbel) nicht geeignet sind, vor allem geringe Durchmesser, zunehmend aber auch überstarke (s. Probleme mit Starkholz). Die Ansprüche an das Rohmaterial sind für Zellulose etwas höher als  für Spanplatten oder gar Holzwolle.

Für die Waldwirtschaft ist es wichtig, dass die verschiedenen Sortimente und Qualitäten der Holzproduktion einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden können. Der Markt muss entsprechend aufnahmefähig sein. Um Marktschwankungen zu mildern, braucht es eine Vielzahl von Abnehmern. Der Absatz von hochwertigen Sortimenten ist relativ klein. Die "Wertholzpoduktion" hat an Bedeutung verloren, denn heute können über 95% der bereitgestellten Holzmenge als Massenprodukte bezeichnet werden.

Die Wertschöpfungskette ist beim Industrieholz länger als beim Brennholz!

(auch wenn diese zum Leidwesen des Waldes primär ausserhalb desselben anfällt.)

Waldholz das für Brennzwecke verwendet werden kann, gibt es ohnehin schon genug.

Fazit:

Für einen Forstbetrieb, der eine kontinuierliche Auslastung und einen ausgeglichenen Absatz (Flexibilität) anstrebt, gehört das Industrieholz auch zum Sortimentsmenü. Es wäre sogar zu begrüssen, wenn durch Innovationen neue Produkte und zusätzliche industrielle Verarbeitungsmöglichkeiten für Holz geschaffen würden. Das würde die Absatzmöglichkeiten sowohl für den Wald wie auch für die Sägereien erweitern und verbessern. (s. dazu auch Holz - der wichtigste Rohstoff der Erde)

M. Herzog, Dipl. Forsting. ETH, Rheinfelden, 18. August 2003

p.s: Im Herbst 2005 sprechen die enorm gestiegenen Kosten für Erdöl und seine Derivate stark für die These einer intensiveren Nutzung von Holz als Energieträger und Rohstoff! Der Energiewert des Holzes übersteigt jetzt sogar Werte der schlechteren bis mittleren Klassen von Wertholz! Das macht eine deutliche Anhebung der Holzpreise nun möglich.