Galileo: Und sie rotieren doch …

Neo - (abernichtwirklich)liberale Strategien zur Rettung des Waldes

zu Galileo - Lösungen

Falls Sie diesen Beitrag für einen Scherz halten so haben Sie irgendwie recht, allerdings ist es ein bitterböser Scherz, der bereits den ersten "Querulanten" die Stelle gekostet hat. Sollte dies ein Muster für die verlangte "Freiheit der Wirtschaft" sein, dann sollen wir offenbar alle zu Querulanten werden.

Die Berner Forstverwaltung (Forst in dem Sinne absolut richtig verwendet, s. Def.) publiziert höchst seltsame Expertenansichten. Diese lassen eigentlich nur einen Schluss zu: Hütet Euch vor den Experten – und denkt lieber selber.

Der Kanton Bern hat 24 Stellen abgebaut im Jahr 2002, denen bis 2006 weitere 47 folgen sollen. Dieser Abbau von 2/5 der forstlichen Kapazitäten wird von Zölch als zukunftsorientiertes, wirtschaftlich verantwortliches Handeln verkauf. Während präzise dieser Kanton, ehemals Symbol für Gemütlichkeit, offenbar bei der Wald-Wirtschaft auf Strukturvernichtung setzt, kreiert eben der selbe Kanton eine zusätzliche Ausbildungsstufe für die Waldwirtschaft an der Fachhochschule Zollikofen (Rapperswil, ZH, zieht nach). Wir haben also zur Zeit in der ganzen Schweiz ca. 8000 Angestellte im Wald. Dazu bereits 5 Hierarchiestufen: Ungelernte/Bauern, Forstwart, Meister, Förster (Maienfeld, Lyss), Forstingenieur ETH. Nun soll der Arbeitsmarkt auf 4000 Stellen schrumpfen - aber dafür noch eine zusätzliche, einigermassen überflüssige Hierarchiestufe hoch qualifizierter Befehlsempfänger hinzukommen - mit 2 Ausbildungsstätten. Motto: Verdienen auf dem Bildungsmarkt - sparen bei den Stellen. Hier wird offenbar verkannt, dass Wettbewerb nicht nur Chancen, sondern auch Risiken bietet, dass Wettbewerb nicht nur Kosten und Preise senkt, sondern dadurch auch Firmen und Existenzen vernichtet. Wenn der internationale Wettbewerb belegt, dass sich in der Schweiz weder Land- noch Forstwirtschaft wirtschaftlich betreiben lassen - was ist dann wohl zu korrigieren? Die Wirtschaftstheorie oder die Realität? (Belege s. http://www.brainworker.ch/Arbeit/agrarplattform.htm)

http://www.vol.be.ch/kawa/d/start/aktuelles/aktuelles/Galileo_fertig.pdf (total fertig ...). Wer übrigens hier mehr Lust auf neoliberale Fiesheiten kriegt, sollte sich auch den ansehen: Wirtschaftsliberales Halali gibt Waldgesinnung zum Abschuss frei

Ergänzung vom 8. Oktober 2003:

In der Zwischenzeit ist Galileo mächtig unter Druck gekommen und das kantonale Amt für Wald des Kantons Bern hat nun doch eine um einiges intelligentere und so akzeptablere Formulierung gefunden. Es steht allerdings zu hoffen, dass sich nicht nur die Formulierung, sondern auch die Gesinnung entsprechend geändert haben.

Der Expertenbericht unter http://www.vol.be.ch/kawa/d/start/aktuelles/galileo/ExpertenberichtGalileo.pdf hat in etwa den selben Inhalt wie Galileo fertig. Die zusätzliche Graphik zu den kosten der als unzumutbar erklärten Auflagen, die der nachhaltigen Bewirtschaftung dienen, zeigt allerdings, dass das Geschrei darum vermutlich grösser ist als das wirkliche Ausmass solcher Kosten:

Nur zustimmen kann man Aussagen wie: Soll mittel- bis längerfristig die heutige Produktionsmenge gehalten werden oder sogar eine Mehrnutzung stattfinden, so wird zwingend ein Technologiesprung benötigt, der es ermöglicht, grössere Mengen zu gleichen oder sogar tieferen Kosten bereitzustellen. Was auch aus unserer, eher kritischen Sicht, bereits am 7. September 2002 bestätigt wurde. Allerdings - nicht als Zerschlagung von Strukturen die in 150 Jahren geschaffen wurden, sondern gebunden an eine Erhöhung des Holzverbrauchs! (Die berühmte HuhnundEi-Situation offenbar: Erst die teuren Strukturen zerschlagen, die eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder erst möglich macht, dann wird das Holz billiger, dann investiert die Industrie in Holzverwertungsanlagen, dann muss mehr geliefert werden, dann entstehen neue Strukturen, aber billigere, welche gemäss WTO-Norm die Wirtschaft nicht behindern sondern die hemmungslose Ausbeutung erleichtern. (Zugegebenermassen eine leichte und etwas zynische Uebertreibung, aber in Anbetracht der Situation der Waldwirtschaft weltweit wirklich nur eine leichte)).

Kritsch muss man auch bei dieser Version sein, wo die Tradition des naturnahen Waldbaus geschmäht und verlangt wird: Die im Gesetz verankerten Minimal-standards, welche jeder Holzproduzent zur Sicherung einer nachhaltigen Bewirtschaftung einhalten muss, dürfen nicht über jene der Nachbarländer bzw. der internationalen Konkurrenz hinausgehen. Diese internationalen Standards sind Standards, die durch Ausbeutung bestimmt werden, nicht durch nachhaltige Nutzung. Hier liegt der Hase im Pfeffer, was die Globalisierung betrifft. [s. Das Nordamerikanische Modell profitabler Waldwirtschaft - Von Plünderung der Naturwälder zur industriellen Holzplantage]. Müssen wir unsere Wälder plündern, einfach weil andere auf dem Weltmarkt dies auch so tun? Was hier konkret verlangt wird, bestätigt aufs peinlichste, was Umweltschützer und Globalisierungskritiker seit Jahren bloss befürchten: Eine globale Nivellierung für Soziales und Umwelt und auf tiefstem Standard.

Positionsbericht des KAWA http://www.vol.be.ch/kawa/d/start/aktuelles/galileo/PositionsberichtGalileo.pdf , das sich voll hinter die Experten stellt, die vermutlich, wie das Experten ja gerne tun, eh bloss das berichtet haben, was bestellt wurde. Eine diskussionswürdige Ergänzung ist allerdings das Konzept der Vorrangsflächen und der Cluster:Cluster ist ein Gebiet oder eine Region, in welchem die Bündelung der Waldbewirtschaftung durch einen professionellen Anbieter erfolgt. Die Waldeigentümer können freiwillig Dienstleistungen wie den Holzverkauf, die Durchführung von Holzschlägen oder die gesamte Waldbewirtschaftung gleichsam à la carte bei dieser Organisation oder diesem Dienstleister bestellen. Anbieter bzw. Träger solcher Cluster können Waldeigentümer, ihre Verbände und
Organisationen, Forstunternehmer, Holzhändler, Säger oder andere Dritte sein.

Schutz vor NG hat im Uebrigen nichts mit den gefürchteten NGOs zu tun, sondern meint Naturgefahren.

Vernehmlassungsbericht http://www.vol.be.ch/kawa/d/start/aktuelles/galileo/VernehmlassungsberichtGalileo.pdf

Auf Grund der Vernehmlassung muss das Konzept Galileo in einigen Punkten massiv korrigiert werden. Während die Probleme der Waldwirtschaft von den meisten Befragten rückhaltlos anerkannt werden, gilt dies für das hier vorgeschlagene Konzept ganz und gar nicht: Die vorgeschlagene Umsetzung von Galileo, verbunden mit den entsprechenden Konsequenzen, löst grossmehrheitlich Ablehnung aus. Insgesamt wird der vorgeschlagene Systemwechsel als zu radikal und mit erheblichen Risiken verbunden beurteilt. Eine sanftere Entwicklung, aufgebaut auf Bewährtem, wird mehrheitlich bevorzugt.

An der Vernehmlassung teilgenommen haben:

Fragen Antworten
1.1 Wirtschaftlichkeit: Halten Sie eine wirtschaftliche Holzproduktion im Berner Wald grundsätzlich für erstrebenswert? Einhellig ja
1.2 Vision Nutzwald: Sind Sie mit der Vision (S. 7) einverstanden? Frage an Forstdienst: Sind Sie mit der Vision für den Nutzwald / Holzproduktionswald einverstanden? Mehrheitlich ja, es wird allerdings befürchtet, dass eine Umsetzung der Vision zu einer nicht nachhaltigen Bewirtschaftung und zu Ökowüsten führt.
1.3 Halten Sie die Entwicklung, wie sie im „ersten Bild“ (S. 8 ???) beschrieben worden ist, für
erstrebenswert?

Die Meinung der Verbände zum Bild über die wirtschaftliche Holzkette ist geteilt. Zwar
scheint eine wirtschaftlich funktionierende Holzkette den Vernehmlassern grundsätzlich
erstrebenswert. Das Bild sei jedoch einseitig, nur auf Wirtschaftlichkeit und Effizienz
ausgerichtet, die öffentlichen Leistungen zu wenig beachtet.
Auch kleinen Betrieben (im
Wald und bei der Verarbeitung) wird ihre Berechtigung als Nischenproduzenten
zugesprochen. Grösse allein wird nicht nur als Vorteil gesehen.

Meinung des bernischen Forstvereins: Nach Abbau des staatlichen Forstdienstes wird die Bildung von Clustern wohl kaum möglich sein.

1.4 Unter der Annahme, dass die im Bericht beschriebenen oder von Ihnen absehbaren
Konsequenzen eintreffen: Halten Sie die Vision immer noch für erstrebenswert?
Die im Bericht aufgezeigten oder von den Vernehmlassern selbst befürchteten
Konsequenzen lassen die Zustimmung zur Vision beim Forstdienst und bei den Verbänden
zurückgehen
. Insbesondere die Umweltverbände können der Vision unter diesen
Bedingungen nicht mehr zustimmen.

2 Heutige Situation

2.1 Wirkung der Förderbeiträge

Stimmen Sie den Thesen zur Wirkung der Förderbeiträge (S. 16) grundsätzlich zu?

Den Thesen zur Wirkung der Förderbeiträge wurde insgesamt eher zugestimmt. Es wird
aber darauf hingewiesen, dass die Strukturen vielfach auch aus sozialem Antrieb (Arbeitsplätze) erhalten werden. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Subventionen auch Anreize schaffen, die die Waldbesitzer dazu bewegen, ein von der öffentlichen Hand gewünschtes Ziel zu verfolgen. Dieser positive Aspekt der Subventionen wird bei den Thesen ausgeklammert.
2.2 Teilen Sie die Meinung der Experten, dass die heutige Regelungsdichte im Wald zu
hoch ist?
Während sich eine Mehrheit des Forstdienstes und der Verbände dafür ausspricht, dass die heutige Regelungsdichte im Wald zu hoch ist, wehren sich die Umweltverbände, der Bernische Forstverein und eine Minderheit der Angehörigen des Forstdienstes gegen diese Aussage. Es wird aber darauf hingewiesen, dass bereits mit den heutigen gesetzlichen Grundlagen „die Freiheiten eigentlich gross sind“, jedoch nicht ausgeschöpft werden.
2.3 Sind Sie mit der Aussage (Kapitel 3.8, S. 16) einverstanden, dass die heutige Forstdienstorganisation auch auf die erste Verarbeitungsstufe (Sägereien) eine
strukturerhaltende Wirkung ausübt?
Die Aussage des Berichtes, dass die heutige Forstdienstorganisation mit den regionalen
Interessenbindungen strukturerhaltend auf die Sägereien wirke, wird von der Mehrheit der
Vernehmlasser so nicht akzeptiert.
2.4 Halten Sie die Weiterführung des Status Quo für erstrebenswert?

Die Mehrheit der an der Vernehmlassung teilnehmenden Forstdienstmitarbeiter stimmen mit den Experten insofern überein, als dass die Weiterführung des Status Quo nicht erstrebenswert ist und Veränderungen immer stattgefunden haben. Hingegen müssten Tempo und Ausmass noch ausdiskutiert werden.
Mehrheitlich wird festgehalten, dass die wirtschaftliche Situation heute für viele Waldbesitzer schwierig ist.

Wichtig scheint die Antwort des Berner Forstvereins: Die Forstfachleute haben sich eine grosse Fach- und Sozialkompetenz angeeignet. Damit man auch künftig auf Veränderungen im Wald reagieren kann, braucht es ein institutionelles Gedächtnis und Leute, die den Wald und die Bevölkerung kennen.

2.5 Sind Sie mit den Konsequenzen, wie sie hier für die Beibehaltung des Status Quo
beschrieben werden, einverstanden?
Die Konsequenzen für die Weiterführung des Status Quo werden von den meisten Vernehmlassern anders beurteilt als von den Experten. Es wird davon ausgegangen, dass die Kosten insbesondere im Bereich Ökologie nicht zwingend immer weiter steigen, wie dies vom Bericht postuliert wird. Auch die Aussage, dass die Weiterführung des Status Quo zu einem Strukturbruch führen könnte, wird zumindest für den Bereich Wald bestritten.
Wichtig ist den Vernehmlassern auch, dass sich die Branche verändert hat und weiter
verändern wird, weshalb es nicht angemessen sei, von einem Status Quo zu sprechen.
3.1 Unterstützen Sie die (implizite) Forderung der Experten nach Abschaffung der Subventionen für die Waldbewirtschaftung (Finanzhilfe; S. 17)?

Die Antwort ist eher als ja, aber... zu interpretieren, da hinsichtlich des Wortes „Subvention“
Unklarheiten bestehen. Die Mehrheit der an der Vernehmlassung teilnehmenden Mitglieder des Forstdienstes und eine Mehrheit der Verbände sprechen sich zumindest tendenziell für eine Abschaffung der Subventionen für die Holzproduktion aus. Sie betonen aber gleichzeitig, dass ein Unterschied besteht zwischen Subventionen und den Abgeltungen für „öffentliche Leistungen“.

Der Forstpersonalverband macht darauf aufmerksam, dass Randregionen dadurch Arbeitsplätze verlieren werden.

3.2 Stimmen Sie der Beschränkung [der staatlichen Regelungen] auf die folgenden drei
Punkte (S. 23) grundsätzlich zu?
• Erhaltung der Waldfläche
• Umweltverträgliche Bewirtschaftung
• Verbot grossflächiger Schläge über 5 ha

Die Vernehmlasser stimmen zwar den vorgeschlagenen Minimalstandards grundsätzlich für
den „reinen Nutzwald“ eher zu. Insbesondere die grossflächigen Schläge finden wenig Zustimmung. Bemängelt wird auch, dass die standortsgerechte Baumartenwahl keinen Eingang in die minimalen Standards gefunden hat und das ausdrückliche Gebot zur Nachhaltigkeit fehlt.

Kernaussagen aus Diskussionsrunden Forstdienst
• Marktgerecht steht im Widerspruch zu naturnah, standortsgerecht, gepflegt und nachhaltig aufgebaut
• Der Plenterwald wird verschwinden
(s. dazu Leserbrief zum Thema sunk costs)

3.3 Soll die Pflicht zur nachhaltigen Bewirtschaftung im Gesetz verankert werden? Was verstehen Sie unter Nachhaltigkeit?
Wenn ja: auf welcher Fläche?
Die gesetzliche Verankerung des Nachhaltigkeitsgebots bei der Waldbewirtschaftung ist unbestritten.
3.4 Soll das Gesetz weiterhin eine Beratung für Waldbesitzer vorsehen?

Entgegen dem Vorschlag der Experten muss die Beratung gesetzlich verankert bleiben. Das finden über 90% der Vernehmlasser aus dem Forstdienst und praktisch alle an der Vernehmlassung teilnehmenden Verbände.
Insbesondere von den Waldbesitzern wird die Dienstleistung der Förster sehr geschätzt. Aber auch die Umweltverbände erachten eine Beratung der Waldbesitzer als sinnvolles und deshalb weiterhin zu erhaltendes Instrument, das zur Umsetzung der gesetzlichen Ziele dient.

Heureka, womit eine der grössten Stümpereien des Expertenberichts vom Tisch wäre.

3.5 Soll der kantonale Forstdienst die Waldbesitzer weiterhin selber beraten oder soll die
Beratung an lizenzierte Berater (Freierwerbende) übertragen werden?

Umweltverbände: Der Staat muss die Qualität der Beratung garantieren.
.
Waldbesitzer: Waldbesitzer sehen Beratung grossmehrheitlich durch kantonalen Forstdienst

Forstdienst und Forstverbände: Beratung ist Staatsaufgabe, mindestens für
hoheitliche Aufgaben. Betriebliche Aufgaben können durch lizensierte Berater übernommen werden.

3.6 Muss die Anzeichnung und Beratung für die Waldbesitzer Ihrer Meinung nach kostenlos bleiben? Die Vernehmlasser sind der einhelligen Meinung, dass die Beratung weiterhin kostenlos
sichergestellt werden muss. Insbesondere im hoheitlichen Bereich wird die
Kostenpflichtigkeit der Beratung abgelehnt.
3.7 Muss die Anzeichnung im Holzproduktionswald obligatorisch bleiben? Die an der Vernehmlassung teilnehmenden Mitglieder des Forstdienstes wollen an der Anzeicnungspflicht festhalten, da sie ein gutes Kontroll- und Führungsinstrument ist. Es wird aber auch darauf hingewiesen, dass die Anzeichnung insbesondere in den Gemeinderevieren an die Betriebsleiter delegiert worden ist, sich also keine wesentlichen Rationalisierungseffekte durch die Abschaffung dieser Aufgabe ergeben dürften.
Die Umweltverbände hingegen sehen die Anzeichnungspflicht nicht mehr als zwingend an.
Die Beratung durch eine Fachperson ist für sie ein viel zentraleres Anliegen als der formelle Akt der Anzeichnung.
3.8 Sollen die (heute gültigen) pauschalen Abgeltungen durch eine leistungsgebundene
Finanzierung öffentlicher Leistungen ersetzt werden?
(Antworten Kontrovers, unklar. Wurde zu wenig diskutiert)
3.9 Soll dort, wo eine leistungsgebundene Finanzierung nicht möglich ist, die
Pauschalabgeltung durch ein Ausschreibeverfahren ersetzt werden?
do, kein Thema
3.10 Sind Sie der Meinung, dass mit den hier beschriebenen Massnahmen die
Holzwirtschaft in der Schweiz erhalten und ihre Konkurrenzfähigkeit genügend
verbessert werden kann?
Die von den Experten vorgeschlagene Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Holzindustrie stösst vor allem bei den Umweltverbänden auf Widerstand. Auch der Bernische Forstverein äussert sich kritisch.
Die Waldbesitzer und die Förster hingegen sind der Überzeugung, dass die Holzindustrie mit den vorgeschlagenen Massnahmen zukunftsfähiger wird. Sie bezweifeln allerdings, ob ein solches Massnahmenpaket überhaupt realisiert werden könnte.
3.11 Müssten zur Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit der Holzwirtschaft zusätzliche
Massnahmen von Seite der öffentlichen Hand ergriffen werden?
nur einzelne Stellungnahmen, kein Thema (Hier fehlte offenbar ein Vertreter der Holzenergie).
3.12 Sind Sie mit den Konsequenzen, wie sie hier für die Umsetzung der Strategie
beschrieben werden, einverstanden?
Die Strategie wird von den Vernehmlassern mehrheitlich hinterfragt. Deshalb ist man mit den beschriebenen Konsequenzen nicht einverstanden. Insbesondere die Rolle des Forstdienstes als reines Aufsichtsorgan wird nicht akzeptiert.
Die Umweltverbände kritisieren, dass die Konsequenzen auf die Natur und Landschaft zu
wenig berücksichtigt worden sind.
3.13 Sehen Sie eine weitere Alternative [zur vorgeschlagenen Strategie]?

Die Mehrheit der Befragten sieht einen anderen, aus ihrer Sicht besseren Weg für eine zukunftsfähige Waldwirtschaft. Häufig wird von „Mittelweg“ gesprochen. Die Vernehmlasser möchten langsamer und sozialer vorgehen, als sie dies mit einer Umsetzung von GALILEO befürchten, und auf bestehenden Strukturen aufbauen. Es wurden sehr viele Alternativ- Vorschläge gemacht (45 offizielle Vernehmlasser und 5 inoffizielle haben Vorschläge eingereicht).

Womit der Käse hoffentlich definitiv vom Tisch wäre.

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Richtige Probleme

Vermutlich müssen wir uns lösen von der Art Waldpflege, bei der der Förster seine Bäumchen vom Saatbeet über Dickung, Stangenholz und Baumholz bis zum Lager am Wegrand persönlich kennt und begleitet. Vermutlich ist es auch schon länger an der Zeit, das Forstbeamtentum zu entsorgen und durch ein zeitgemässeres Management zu ersetzen.

Richtige Lösungen – die allerdings von Fall zu Fall anzupassen wären:

Scheinprobleme

Ganz im Stile der Wissenschaften wird eine ganze Serie echter Probleme der Schweizer Wirtschaft einfach mal ausgeklammert: Währungsdifferenzen, Bevölkerungsdichte, hoher Lebenshaltungskosten und damit hohes Lohnniveau sind ökonomische Rahmenbedingungen im weiteren Sinne, auf die in der Folge mangels möglicher Einflussnahme nicht weiter eingegangen wird.

Dazu passen auch falsche Aussagen wie: Ausländische Investoren meiden in der Regel die Schweiz infolge hoher Landpreise und aufwändiger Bewilligungsverfahren sowie hoher Auflagen während der Betriebsphase.

Blochers Attisholz wurde doch eben gerade von Borregaard übernommen, die nicht nur ausländisch tönt sondern auch ist. Sie wird im Übrigen nicht nur den traditionellen Zellstoff herstellen, sondern weitere innovative Holzprodukte wie Chemiezellstoff, Fasern und Hefe für die Nahrungsmittelindustrie. Dies sind präzise die höherwertigen Verwendungszwecke (höherwertig zumindest als Brennholz) für den nachwachsenden Werkstoff Holz. Es sind also nicht die hohen Auflagen, Landpreise und Bewilligungsverfahren welche die Entwicklung der Holzwirtschaft bremsen, sondern eher die Phantasielosigkeit, Geldgier und Risikoaversion einheimischer Investoren.

Im Folgenden macht der Report einige forstliche Grundsätze zu Scheinproblemen, zu informell einschränkenden Rahmenbedingungen:

Das Waldzerstörungsparadigma: Wald muss gepflegt werden - Wälder sind grundsätzlich schützenswert. Fremdwörter sind Glückssache, denn ein Paradigma ist eigentlich das vollständige Set wissenschaftlicher Erfahrungen und Grundsätze einer Disziplin. Die beiden kritisierten Sätze bezeichnen aber Werthaltungen, nicht wissenschaftliche Grundhaltungen. Bei beiden Sätzen sehe ich beim besten Willen nicht, wieso das eine unzulässige einschränkende Rahmenbedingung sein soll?

Naturnaher Waldbau - dem natürlichen Zustand möglichst nahe kommen. Dies wäre nun ein Paradigma, das aber bisher nicht widerlegt wurde, denn die Natur lässt sich nur bewirtschaften, wenn man ihre Kräfte weise einsetzt, nicht wenn man sich dagegen sperrt.

Traum von der Wildnis - Wald als letzte Oase der Natur. Na und? Was ist falsch daran? Sollen Wälder durch vergammelte Industriequartiere ersetzt werden?

Waldgesinnung - Vorsichtige Nutzung, Ablehnung der gewinnorientierten Denkweise, Einschränkung der Eigentumsrechte.

Dazu passen auch folgende Ausführungen: Besonders ins Gewicht fallen dabei Bewirtschaftungsvorschriften wie das Gebot des naturnahen Waldbaus und das Kahlschlagsverbot in seiner heutigen Auslegung. Diese Vorschriften entfalten ihre Wirkung durch die Notwendigkeit dichterer Erschliessungsnetze, die Verteuerung der Ernte durch längere Fahr- bzw. Rückedistanzen für die gleiche Holzmenge,(hier scheint den Experten die Logik etwas abhanden gekommen zu sein, denn entweder ist das Erschliessungsnetz dichter – oder die Rückedistanzen grösser) die Notwendigkeit zur sorgfältigeren und aufwändigeren Arbeit zur Schonung des verbleibenden Bestandes (der offenbar keine Rolle mehr spielt) oder durch Mehraufwand zu Gunsten der Naturnähe des verbleibenden Bestandes.

Hier werden die Experten nun echt seltsam. Eine liberale Forstwirtschaft soll also auf dem Recht gründen, Holz so zu ernten, dass der verbleibende Bestand bei der Ernte ruhig ruiniert werden darf? Da wär’ ich nun nicht bloss als Forstamtsvorsteher, sondern gerade als Waldbesitzer auf der Hut vor derartigen Unternehmern. Als Beispiel nehmen wir an, Sie lassen sich vom Gärtner ein Bäumchen pflanzen, für 1000.- Fr. (statt 2000.- wie üblich). Der Gärtner macht das schnell und effizient, mit einem Bagger. Das Bäumchen steht gerade und ist unverletzt – aber der Rest des Gartens umgepflügt und platt gewalzt.  Würden Sie diesen Gärtner bezahlen, oder ihm links und rechts eine … pardon, ihn auf Schadenersatz verklagen? Der schonende Umgang mit dem verbleibenden Bestand, dem Kapital des Waldbesitzers, ist ein Grundprinzip nachhaltiger Nutzung, das, wie obiges Beispiel zeigt, wohl nicht nur im Wald gilt. Es fragt sich sogar, wieso ein Experte der derartigen … vertritt als Professor an der einzigen (laut Report filzbildenden, pardon, esprit de corps - bildenden) Forstschule tätig sein kann?

Vehikel für Naturschutz- und Landwirtschaftspolitik? Je mehr die Natur unter Druck gerät, desto wichtiger ist es, ihr Freiräume zu belassen. Naturschutz wird heute von weiten Kreisen der Bevölkerung als notwendig und sinnvoll anerkannt – auch wenn (oder gerade weil) er verhindert, dass das ganze Land verbaut und verbraucht wird. Zur Zeit haben sich Wald und Naturschutz geeinigt auf ca. 10% Naturschutzflächen + 10% besondere Wirtschaftformen (Mittelwald, Niederwald). Letztere entsprechen perfekt dem Wunsch nach der Aufhebung des Kahlschlagverbots und könnten so maschinell beerntet werden. Hier hat der Naturschutz Vorleistungen erbracht, die für die Wirtschaft gewinnbringend sind. Man sollte also nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Was die Landwirtschaftspolitik betrifft, so ist der Vorwurf als Stuss zu betrachten. Die Fakten sind genau umgekehrt. Da Forst am Buwal und Landwirtschaft am BLW, also in zwei recht unterschiedlichen Organisationen angesiedelt sind, weiss der eine kaum was der andere tut. Bauernwald z.B. fällt völlig zwischen Tisch und Bank.

Das gesamte forstliche Kader hat die selbe Schule absolviert. Stimmt. Aber wie steht das bei Bankkadern, ms buzzinäss-management Yale, Harvard etc.? Wie steht’s mit der bei den älteren Kadern so geschätzten militärischen Schulung? Der Vorwurf stimmt, es ist ein Filz – dem aber z.B. auch Heinimann, Mitverfasser und Professor an eben dieser Schule, angehört. Oder steht er neben dem Filz? Dann wär’s allenfalls noch ein ¾ Filz? Das Hauptproblem ist aber nicht die Schule, das Hauptproblem ist der Status. Beamte haben getreu ihren Auftrag zu erfüllen. Es ist etwas schwach, ihnen dass dann zum Vorwurf zu machen, wenn sie’s tun, denn wenn sie’s nicht tun, werden sie gefeuert.

Holzverwendungsparadigma - Absatzförderung als zentrales Thema - möglichst inländische Verwendung: Besteht kein Markt, muss dieser (durch die öffentliche Hand) hergestellt werden über Appelle ans ökologische Gewissen. [Def. Paradigma s. unter Waldzerstörungsparadigma]

Während hier der Wunsch, Holz möglichst im Inland zu verwenden, als einschränkende Rahmenbedingung fungiert, stellen die Experten weiter hinten im Text dann zwar nochmals fest, dass sich die vermarktete Holzmenge im heutigen Umfeld nach dem internationalen Preis und nicht nach der Inlandnachfrage richtet und sich eine Steigerung der Holznutzung nur realisieren lässt, wenn rationalisiert oder die Nachfrage gesteigert wird. Eben, was denn sonst als die Steigerung der Nachfrage wollte und will das Holzverwendungsparadigma?

Verteuernde Rahmenbedingungen in der Verarbeitung bestehen vor allem in Bezug auf den Lärmschutz (Zweischichtbetrieb an vielen Orten unmöglich), Umweltauflagen wie Gewässerschutzvorschriften, die Gebundenheit der Anlagen an teure Industriezonen.

Die Holzindustrie möchte also zwar das industrielle Denken fördern und mehr Konkurrenz - aber selbst wie eine Mimose behandelt werden: Das selbe Recht für alle – aber für uns bitte ein etwas günstigeres!

Seltsame Lösungen

1 Das Denken soll industrieller werden

… während das Handeln seit längerem dienstleistungsorientierter wird. 

2 Der Markt soll entscheiden

sagen ausgerechnet die autoritären Experten der Führungsgremien die dieses …Papier veranstaltet haben.

Welche Organisationsformen, Wertschöpfungsketten, Produkte und Absatzkanäle für die Branche zukunftsfähig sind und welche Holzmengen fliessen werden, entscheidet letztlich der Markt.

Märkte machen sich nicht selbst, Märkte werden gemacht: Die Pharmazie investiert 1/3 des Budgets in Werbung, um ihre ach so unentbehrlichen, lebensrettenden, das Leben erleichternden, neuen Wirkstoffe an Männer und Frauen zu bringen. Holz wächst aber nicht weil es der Markt bestellt, sondern weil der Wald aus Bäumen besteht und die Bäume aus Holz. Man könnte es natürlich, ohne Schaden für Wald und Natur, dort liegen lassen – aber die Wirtschaft würde damit einen der wenigen und zugleich den wertvollsten und wichtigsten nachhaltig produzierten Rohstoffe und Energieträger verrotten lassen.

3 Im Ausland ist alles besser: Die Schweiz soll sich (zumindest der Gesetzgebung) der EU anschliessen – weil die Vorschriften dort viel legerer sind.

Die Rahmenbedingungen der Schweizerischen Wald- und Holzwirtschaft sind sowohl beim Rohstoff als auch bei der Weiterverarbeitung produktionsverteuernd und investitionshemmend. Sie sind die Hauptursache für die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit dieser Branche.

Das Dokument ist einer der sonst kaum greifbaren Belege dafür, dass die Globalisierungsgegner in ihren Befürchtungen recht haben: Globalisierung geht auf Kosten der Umwelt und der Gesellschaft, denn sie nivelliert umwelt- und soziale Standards auf dem tiefsten Level.

In allen Nachbarländern geht es offenbar Wald- wie Holzwirtschaft besser. Das Dokument ruft also auf, sofort diese Standards anzunehmen – womit wir dann eigentlich gerade der EU beitreten könnten. Bis anhin war ja die Meinung immer, dass man keine fremden Vorschriften und Herren wolle. Heute lautet der Ruf:

4 Die Reviere sollen fünf bis zehnmal so gross sein wie heute.

Die Waldflächen sollen über Betriebszusammenschlüsse zu Clustern gebündelt werden, denn sie müssen mindestens 5-10'000 ha umfassen, d.h. das 30 bis 60-fache des heutigen Betriebsdurchschnitts. Die Vermarktungsmenge muss mindestens 50'000 m3 umfassen.

Das bedeutet also erstens eine enorme Reduktion der Arbeitskräfte: Bei einer Umsetzung der Strategie würden die Beschäftigtenzahlen massiv nach unten korrigiert. (S. 30)und es bedeutet zugleich eine enorme Zentralisierung der Verwaltungstätigkeit, also eine Entfernung von Wirkungsort der Verwaltung wie von Bürger.

5 Freie Wahl des Beraters

Ein Unternehmensberater ist jemand, der Ihr Geld kassiert und Ihre Mitarbeiter belästigt, während er unermüdlich Wege sucht, den Beratervertrag zu verlängern.

Scott-Adams

Ich mag keine Berater: Sie sind wie kastrierte Bullen. Alles was sie können, ist darüber zu reden.

Victor Kiam

Jeder Ausschuss, der zu etwas nütze ist, besteht aus Mitgliedern, die zu beschäftigt sind, um sich auch ur eine Sekunde länger hinzusetzen, als sie müssen.

Katharine Whithorn

Hierzu ein klares jein. Ein Waldbauer muss eine ganze Menge an Prinzipien kennen und verfolgen, soll der Wald stabil bleiben, soll sein Wert erhalten oder gar gefördert werden. Liest nun der Nutzer den Berater nach Gusto aus, so erhalten diejenigen Berater am meisten Aufträge, die Entscheide treffen, die für den kurzfristig denkenden Nutzer (Forstunternehmer) am günstigsten sind. Waldplanung hat aber einen Zeithorizont von bis zu 300 Jahren. Genau aus diesem Grund wurde die Bewirtschaftung Beamten übergeben, die getreu ihres öffentlichen Auftrags zu handeln haben. Einerseits. Andererseits muss man wohl zugeben, dass dieses Beamtentum doch ein ziemlich alter Zopf ist, der schon lange nach Mottenkugeln mieft. Zudem zeigt es sich seit längerem, dass Beamte weder klüger noch dümmer, weder ehrlicher noch korrupter sind als andere öffentlich oder privat Angestellte, oder z.B. als Wirtschaftsführer … na ja.

Je mehr in der Wirtschaft gilt: Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, solange es die selbe ist wie die des Chefs, um so mehr nähert sich das Verhalten der Angestellten eh der getreuen Diensterfüllung der Beamten an: Vollziehen ohne zu hinterfragen.

Hier gilt es eine unserer Zeit angepasste Lösung zu finden, die aber nicht gerade ins Gegenteil, in Beliebigkeit, umschlagen sollte. Die freie Wahl der günstigsten Bedingungen, der freie Markt der Kontrollinstanz (vorsichtigerweise bereits in „Berater“ umbenannt, wird eigentlich auch heute schon geboten, im Staat wie in der Wirtschaft. Man nennt das Verfahren heute noch „Korruption“. Wie schwierig es ist, eine verlässliche und tragfähige soziale Gruppe zu finden, welche die Verantwortung für eine nachhaltige Bewirtschaftung übernehmen kann, zeigen die Erfahrungen der sozialen Forstwirtschaft.

6 Aufgehoben werden sollen:

6.1 Einspracherecht der Verbände und NGOs bei Baubewilligungen

6.2 Grenzschutz und Gewichtslimite bei einheimischen Gütertransporten

7 Der Staat soll (s. S. 33):

  1. Einen Fonds zur Finanzierung von Produktentwicklung innerhalb der Betriebe schaffen. Wobei es sich natürlich fragt, warum denn der Staat? Wo doch der Markt die Produkte definiert. Warum innerhalb der Betriebe? Wo doch die Betriebe von neuen Produkten profitieren. Warum nicht z.B. an Fachhochschulen, woraus sich Spin-offs ergeben könnten?

  2. Die Verfahren Beschleunigung für Um-, Aus- und Neubauten

  3. Holzlager ausserhalb der Industriezone ermöglichen

  4. Eine gross angelegte Kampagne bei den Konsumenten und Endverkäufern zur Förderung des Absatzes von einheimischem Holz als Beitrag zur inländischen Wertschöpfung Unterstützen.

  5. Motion Lustenberger annehmen

  6. Aus- und Weiterbildung mit finanzieren

  7. Vorstoss mit dem Ziel, Holz(produkte) im Rahmen der Entwicklungshilfe an bedürftige Länder weitergeben zu können. Am besten mit einer gehörigen Portion Käse und Rahm dazu. Die Leute sind’s ja gewohnt arm zu sein, wozu also sollen sie ihre eigene Wald- und Holzindustrie entwickeln? Im übrigen schützen wir so den Tropenwald!

Ein kleiner entwicklungspolitischer Abstecher nach Zentralasien: Zu Punkt 7 läuft gerade Empfehlung Hess: Schweizer Holz für den Wiederaufbau in Afghanistan! Das tönt gut, das sieht sozial aus. Was aber würden z.B. die Schweizer Bauern sagen, wenn z.B. die Neuseeländer bei jeder Überschwemmung oder Lawinenniedergang in der Schweiz gratis Holz (oder Fleisch) schicken würden? Ja präzise - es zerstöre die lokalen Produktions- und Handelsstrukturen. Und das Selbe gilt auch in einem armen Land wie Afghanistan.

Diese Region hat ein beträchtliches Potential an Holzhandel, das auf Grund der Situation in Afghanistan bis anhin nur schlecht genutzt werden konnte. Indien und speziell auch Kaschmir haben einen immensen Bedarf an Holz (allerdings zu Preisen, denen die Schweiz kaum gerecht werden kann). Dieser Holznotstand trägt auch einiges bei zu Waldzerstörung in Nepal und Butan.

Zentralasien (Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan) deckt seinen Holzbedarf vor allem aus Sibirien, während Kirgisien selbst über beträchtliche Ressourcen verfügt, die es allerdings noch wenig effizient nutzt. (Hierbei leistet die Schweiz über Intercooperation (IC) Unterstützung).  Ein riesiges Potential besteht vor allem bei Nussbäumen, die einen wichtigen, natürlich vorhandenen Waldtyp bilden.

Entwicklungspolitisch richtig wäre es also, man unterstützte den Aufbau eines regionalen Holzhandelsnetzes, das endlich erlaubt, die wertvollen Nussbäume aus Kirgisien und Tadschikistan nach Kaschmir zu liefern, und selbst billigeres Konstruktionsholz aus Sibirien zu beziehen, dessen Wälder noch weniger genutzt werden als unsere.

Empfehlung Hess ist (vielleicht) gut gemeint, vielleicht auch nur reiner Eigennutz - auf jeden Fall aber so ziemlich das Gegenteil von dem, was Afghanistan und der Region entwicklungspolitisch gut täte.

Fiese Methoden

Es braucht ein eigentliches Initiieren des Wandels durch die Führungskräfte S. 34:

Strategischer Wandel, der Jahre bis Jahrzehnte dauert, ist für alle ein sehr schwieriges Unterfangen. In mehr als der Hälfte der Fälle scheitert der Wandel oder bleibt mitten im Veränderungsprozess stecken. Trotz dieser Erkenntnis wollen sich diese „Experten“ offenbar nicht auf den Dialog mit den Betroffenen einlassen, denn sie sind es ja, die wissen wie’s geht:

Erfahrungsgemäss lohnt es sich nicht, mit grundsätzlich Widerständischen lange Debatten zu führen.

Wie sieht der fachliche und soziale Hintergrund des Expertenteams aus:

1.    Dr. Jens Borchers, Leiter Fürstlich Fürstenbergische Forstverwaltung Donaueschingen: Auf der Schwäbischen Alp gibt es eine Menge bäuerlicher Forstbetriebe, die rentieren und belegen, dass nicht nur mit Grösse und Maschinen rentabel gearbeitet werden kann. Die Wälder der Fürstenbergischen Forstverwaltung sind in einem guten Zustand, was Holz wie Natur betrifft, können von daher also schon ein Vorbild sein. Der Fürst produziert allerdings auch Erntemaschinen, und dürfte von daher nicht gerade eine neutrale Instanz sein.

2.    Prof. Dr. H. Heinimann, ETHZ: Forstwissenschaften. Karriere: Eidg. Amt für Militärflughäfen (aha), Forstliches Ingenieurwesen, Transport und Erntemaschinen, technische Optimierung. Eifriger Kongressbesucher und Erntemaschinenförderer.

3.    Dr. A. Rösti, stv. Generalsekretär der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern, Projektleiter GALILEO

4.    Jürg Schneider, Vorsteher Waldabteilung 7 des kantonalen Amts für Wald, Bern (KAWA).

5.    Hansruedi Streiff, Geschäftsführer Holzindustrie Schweiz

6.    Hansruedi Walter, stv. Amtsvorsteher KAWA

7.    Franz Weibel, Forstbetrieb der Burgergemeinde Bern, dessen Starkholzrep. http://www.forest.ch/ag/wuh/berichte/starkh.pdf eine wertvolle Grundlage bildet.

8.    Pius Wiss, Forstunternehmer, Dietwil.

Wir haben  es also mit einem Experten zu tun, der einen fürstlichen Forst bewirtschaftet, einem mit offenbar militärisch technischem Hintergrund, einem Wirtschaftspolitiker, einem Ober und zwei Unter der Berner Forstverwaltung, die das Konzept schliesslich auf dem Internet publiziert hat, also vermutlich dafür ist, sowie je einem Vertreter der davon profitierenden Forstunternehmer und der Holzindustrie. Alles klar?

Der Forstdienst wird Schwierigkeiten haben, die vorgeschlagene Strategie aus eigenem Antrieb umzusetzen, weil sich vermutlich viele Beschäftigte auf der Verliererseite sehen und entsprechend Widerstand leisten werden. S. 35:

Die Strategie ist bis hierher von Experten entwickelt worden. Dies entspricht im Ansatz einer „rationalen Veränderungsstrategie“, die zwar rasche, logische und schlüssige Resultate zulässt, aber als typischer TOP_DOWN-Ansatz den Betroffenen Schwierigkeiten bereiten wird, die Lösungen zu verstehen und zu akzeptieren.

Darauf, dass ihre Lösung ganz einfach Schrott ist, kommen die Experten nicht. Ernst zu nehmende Argumente gegen die von den Experten vorgelegte Strategie gibt es offenbar nicht, denn solche werden zum Vornherein als Widerstand deklariert, der basiert auf Inkompetenz, mangelnde Qualifikation, Macht der Gewohnheit, Angst (vor Macht-, Prestige- oder Einkommensverlust, Angst, in der neuen (schönen Welt-)Ordnung nicht zu bestehen, Angst vor ungewohnten Risiken, Angst, das Gesicht zu verlieren (die bei den Experten offensichtlich nicht vorhanden ist, sonst hätten sie ein … Dokument wie dieses wohl kaum veröffentlicht.)

Die Experten definieren was richtig und wichtig ist, diejenigen die das nicht akzeptieren können oder wollen, sind Verlierer und haben deswegen Angst oder sind ganz einfach zu dumm um die hehren Strategien der Führer zu verstehen.

Wer in dem Masse die Führung an sich reisst und andere Meinungen - im wahrsten Sinne des Wortes - eliminiert, der muss auch voll die Verantwortung für die Folgen einer solchen Strategie übernehmen und kann sich nicht auf "Volkswillen" oder Demokratie herausreden. In dem Sinne ist die Entwicklung im Kanton Bern im Auge zu behalten.

p.s: Die in Galileo gemachten Vorschläge sind nicht nur ärgerlich weil neoliberal, also asozial, sondern zudem auch rein sachlich betrachtet falsch. Galileo wie die 8 Thesen gehen vom nicht hinterfragten Denkmodell aus, privat ist effizienter, besser, billiger, ertragreicher etc. als staatlich. Genau diese Grundhypothese der Ueberlegenheit von Privatbesitz, hat aber die Aktiengesellschaft längst, lange und erfolgreich widerlegt. Wer in einer Kapitalgesellschaft Besitzer ist ist relativ bedeutungslos - wichtig ist wer den Betrieb nach welchen Grundsätzen managed. Im Aktienmodell gibt der Eigentümer nicht nur Nutzungs-, sondern umfassende Verfügungsrechte an das Management ab. Es handelt sich also um ein Modell mit optimal eingesetzten Agenten - ein Modell, dass sich durch Staat, Kommune, Genossenschaft oder irgend eine Eigentumsform genau so gut umsetzen lässt.

Privatisierung ist also Betrug, denn sie fördert nur die Bereicherung einzelner, während sich die Bewirtschaftung gemeiner, geteilter, kommuner, öffentlicher Ressourcen nach dem selben, vom Kapitalisten angewandten Prinzip der Spezialisierung und des Auftrags genau so effizient durchführen liesse.

Die Lösung des Problems der Tragedy of the Commons wäre also:

Das professionelle Management im Auftrag der Eigentümer, im Falle der Allmend also der Gemeinden. Ein Modell mit alter Tradition, s. Bannwart, Forstwart, Wildhüter, Jagdaufseher etc.

Da drehen wir uns allerdings nun etwas im Kreise, denn mit eben dem Modell sind wir ja in die Breduille geraten. Anyhow, der Denkansatz zeigt, dass Privatisierung rein gar nichts löst, notwendig ist eine Umwertung der Werte. Wirtschaft kennt nur ein Ziel, und ist sogar noch stolz darauf:

Die Fokussierung auf eine oder einige wenige Funktionen -
die Beschränkung der Kernkompetenzen -
bringt fast immer Vorteile mit sich.

Diesen Luxus an Dummheit kann sich die Waldwirtschaft nicht leisten, weil der Wald multifunktional ist. Die Reduktion auf die Funktion der Gewinnerbringung führt direkt, wir sehen's an den Diskussionen, zur Industrialisierung des Waldes, zur Zerstörung einer Vielzahl an Biotopen, zur Vernachlässigung aller anderen Waldfunktionen etcetc. Gerade aus der funktionellen und Werte-Komplexität des Waldes heraus liesse sich aber ein Managementmodell ableiten, ev. als Stakeholder Management Modell, dass eben in der Lage ist, "mehreren Herren" zu dienen und nicht bloss dem Gott Mammon.

Wir sind also doch nicht nur "so klug als wie zuvor, denn aus der Konstellation ergibt sich eine eindeutige Forderung an ein nachhaltiges Waldmanagement, die Forderung nach einer mehrdimensionalen, mehrwertigen Zielsetzung. Ein solches Management kann eben nicht in der Literatur gefunden werden, sondern wäre neu und selbständig zu entwickeln ... eigentlich eben eine Aufgabe für Forscher und Wissenschaftler. Würden diese ihr Renommée nicht all zu gerne an Konformität mit allgemein anerkanntem und bewährtem hängen, könnten sie hier einen innovativen neuen Ansatz entwickeln.

Mehr dazu in: Der Erfolg der Kapitalgesellschaften widerlegt Überlegenheit des Privatbesitzes über Staats- oder Gemeinschaftseigentum.

Die Selbstüberschätzung der Kapitalmärkte

Ein mehrwertiger (wertepluralistischer) Management Ansatz. (In Bearbeitung)

Politisch-sozialer Gehalt des Konzepts und militärisch-politische Taktik des Konzepts

s. 46: Es müssen die Kräfte verringert werden, die den Status quo stützen ....

Die Führung sollte dabei Top-Down entscheiden, welche Ziele und welche Rahmenbedingungen gelten, während die Beteiligten BOTTOM UP entscheiden, wie die Ziele erreicht werden sollen.

Was zu Deutsch bedeutet: Wir sagen euch, was ihr zu tun habt - ihr seht zu, wie ihrs hinkriegt!

Gefügig machen der Abhängigen und Widerspenstigen

Hier wird der heutige Filz zum System. Einige wenige entscheiden, die andern dienen zu. Mit den Zudienern sind in diesem Modell allerdings nicht Handlanger und Maschinisten gemeint, sondern vor allem die wissenschaftlichen Dienste, die gerade im Forst- und Umweltbereich schon lange Ausgelagert sind und auf eigene Verantwortung, oft nahe am Existenzminimum, arbeiten müssen.

Die Freierwerbenden tragen schon lange die Kosten des Outsourcing. Nun kommen die offiziellen dran, die Beamten:

Die Stützbeiträge nützen nicht nur den Anbietern, die mehr absetzen können als bei sauberer Kostenrechnung, sondern auch den Abnehmern im In- und Ausland, die von der Preisreduktion profitieren (was vermutlich ein Argument dagegen sein soll).

Der Wegfall der öffentlichen und ideellen Finanzierung würde kurzfristig zu einer Verringerung der Rundholzproduktion durch die Waldwirtschaft führen, wodurch Rundholz importiert werden müsste.

Die Wohltaten der Betriebsvernichtung (Restrukturierung): Durch den Wegfall (das Wegfallen, sagte man früher) der Beiträge müssten viele Forstbetriebe die Produktion einstellen (Sie gehen Bankrott). Die so nicht mehr bewirtschaftete Fläche würde dann Unternehmern, die mit kompetitiver Technologie (nicht mit Arbeitern, wohlgemerkt, mit Grossmaschinen aus den USA) arbeiten und heute infolge fehlendem Flächenzugriff diese Technologie nicht genügend auslasten können, zur Verfügung stehen. Diese könnten zu internationalem Preis produzieren (und, s.o. zu internationalen Bedingungen und Schäden) auch grössere Holzmengen für den Export produzieren. Dies nennt sich Technologiesprung, bedeutet aber nichts anderes, als dass Arbeit durch Kapital ersetzt wird. Die Gewinne werden ebenfalls ans Kapital gehen und kaum an den Boden, d.h. den Waldbesitzer.

[Die Produktion öffentlicher Güter]

Ein Markt besteht nur bei Gütern die knapp sind und von deren Nutzung diejenigen ausgeschlossen werden können und dürfen, die dafür nicht bezahlen. Bei den öffentlichen Gütern besteht aber (noch) kaum Knappheit und vor allem keine Ausschlussmöglichkeit. Da das Gut durch die Nutzung auch nicht verbraucht wird, besteht einerseits kein Grund, für die Nutzung zu bezahlen. Da nicht bezahlt wird, besteht für den Einzelnen auch kein Grund (ausser Altruismus), hier etwas anzubieten.

Oeffentliche Güter sind heute kaum von den privaten zu trennen – allerdings könnte die Bereiststellung öffentlich nachgefragter, und auch durch die Öffentlichkeit bezahlter Güter, durch marktorientiertes Vorgehen, also Leistungsaufträge die öffentlich ausgeschrieben werden. günstiger durchgeführt werden.

Dies ist präzise das Ziel von effor und WAP, die als Hilfsmittel um Nachfrage und Organisationswünsche und -möglichkeiten aufzudecken die partizipativen und demokratischen Waldentwicklungspläne [WEP] nutzen – statt fürstlich-professoraler Top-Down-Strategien, die hier absolut nichts neues oder ergiebiges einbringen. Sehr geehrte® LeserIn, falls Sie Interesse an der weiteren Entwicklung des Waldes haben, verpassen Sie es nicht, sich an den lokalen und regionalen WEPs zu engagieren, sowie Ihren Beitrag zum WAP zu leisten.

Empfehlungen für eine partizipativ-demokratische (statt fürstlich-elitäre) Entwicklung der Waldwirtschaftsbetriebe

Richtig ist, dass in der sehr traditionellen Waldwirtschaft oft einfach die bisherige Methoden als bewährt übernommen wird, Vergangenheit wie Branche glorifiziert wird, die Probleme verniedlicht oder umgangen werden, dass eine Innovationskultur fehlt und dass Konformität eher belohnt wird als innovativ-kritische Beiträge.

Das hier diskutierte Konzept sieht jedoch die Waldwirtschaft aus der Perspektive fürstlich-militärisch-politischer Elite und denkt aus dieser Perspektive. Da Eliten aber meist in erster Linie an ihr eigenes Wohl denken, wäre eine etwas weniger elitäre Perspektive einer Demokratie vielleicht zuträglicher. Es wird rasch klar, wenn man sich Rationalisierungspotentiale und ihre Folgen ansieht, dass auf den meisten Gebiete noch viel rationaler, also mit viel weniger Aufwand viel mehr erzeugt werden könnte, würde der mögliche technische Fortschritt voll eingesetzt. Dies wäre ganz im Sinne der angebotsorientierten Ökonomie. Dummerweise stellt sich dann aber eine Situation ein, in der erstens die höhere Menge auf die Preise drückt, und zweitens dem Volk dann (wegen der fehlenden Löhne unter anderem) das Geld ausgeht, und es die Konjunktur nicht mehr stützen kann, so gerne es das eigentlich täte.

20% der Bevölkerung würden ausreichen um alle mit den notwendigen und erwünschten Gütern zu versorgen. Das ist rational. Die Frage ist nur, was erstens die andern 80% tun sollen um an Geld zu kommen? Das Problem daran ist, dass eine Wirtschaft nicht funktionieren kann, in der nur 20% verdienen.

Der grösste Denkfehler der Marktexperten ist allerdings der:

Der Holzmarkt ist kein nachfragegesteuerter Markt sondern angebotsgesteuert.

So lange Wälder aus Bäumen und Bäume aus Holz bestehen, ändert sich daran wohl wenig.  

Wald und Holz brauchen also eher Promotoren als Motoren.  

Holz ist der weltweit wichtigste nachwachsende Rohstoff

und ein bedeutender Sonnenlichtkollektor und Energielieferant.

Der Wirtschaft fehlen aber Rücksicht auf und Respekt vor der Natur, denn das kostet Geld. Ohne Rücksicht und Respekt, alle 3 Faktoren betreffend (Natur, Wirtschaft, Gesellschaft) gibt es aber keine Nachhaltigkeit.

Naturschutz seinerseits, ohne optimale Nutzung der Produkte ist jedoch eben so wenig nachhaltig wie eine rein industrielle Nutzung des Waldes. Für Ökosystemmanagement sind die Produkte meist zu entsorgende Abfälle (schlagendes Beispiel s. http://www.grande-caricaie.ch/allemand/index2.html)  Dem Naturschutz fehlt hier die wirtschaftliche Ader total, obwohl sie nachwachsenden Rohstoffen wie Energie hohe Bedeutung zumessen.

Öffentliche Dienstleistungen des Waldes werden zur Zeit im WAP partizipativ,  offen und demokratisch diskutiert. Die Waldbesitzer kommen dort vielleicht etwas wenig zu Wort, dafür um so mehr Vertreter derselben, die jedoch meist ihre eigenen Interessen vertreten, also Absatz von Erntemaschinen, Aufträge für Erntefirmen, günstige Bedingungen für Holzhandel und  Holzindustrie – Ein schlagendes Beispiel dafür liefert die eben diskutierte Expertengruppe.

Chancen bei dezentralem Vorgehen

Vielleicht sollte man sich die Sache mal von unten her durchdenken statt von oben, auch was die Ausbildungskonzepte betrifft:

Jede Stadt und jedes Dorf braucht einen oder mehrere Fachkräfte die mit Bäumen, Motorsägen, Traktoren und anderem schwerem Gerät umgehen können.  Der nächste Schritt wäre dann, zu erwägen, auf wie viele Fach- und Hilfskräfte ein Förster, auf wie viele Förster ein Akademiker nötig sind. Was heute noch fast undenkbar scheint sollte zumindest langsam angedacht werden, nämlich dass sich solche Wald- und Baumbewirtschaftungskreise eigentlich nicht nach uralten Gemeinde- und Kantonsgrenzen richten sollten, sondern nach Bewirtschaftungsräumen.

Jede Stadt und jedes Dorf haben einige Ökosysteme zu managen und brauchen dazu Fachleute wie Ausführende. Die lokalen Kapazitäten sind also nicht zu minimieren sondern optimal einzusetzen.  Forstunternehmer wären die Ergänzung zu diesen unverzichtbaren Infrastrukturen. So betrachtet wird die Sache schon viel weniger heiss gegessen als von den Experten gekocht – und es lassen sich auch Ausbildungskonzepte schaffen, die durch einen ausreichend grossen Stellenmarkt erst interessant werden. Die ganze Diskussion lässt bisher jeglichen Zusammenhang und jegliche Verantwortung diesbezüglich vermissen.

Statt neoliberaler herrschaftlich-professoraler Anweisungen wäre hier eine saubere empirische Strukturanalyse – von unten her – dienlicher. Gerade weil der Planungshorizont der Waldnutzung über hunderte von Jahren sich erstreckt, braucht der Wald ein langfristig funktionierendes System – nicht nur eine rentable Holzernte. Eine von oben (egal ob von oben links oder oben rechts) geworfene Bombe reicht dazu nicht.

Martin Herzog, Dipl. Forsting. ETH, webdesign, Rheinfelden, 9. Dezember 2002

Bestandteil von www.brainworker.ch/WAP/

 

p.s: Was ist ein Konsulent? Lustiger Mensch, der einem die Armbanduhr abnimmt, einem die Uhrzeit sagt, und dann noch Honorar dafür berechnet.