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Forstliche Ausbildung in Europa und jenseits des grossen Teiches:
Wie sieht eine zukunftsgerichtete forstliche Ausbildung aus?
Wie sehen die Berufschancen aus?
Deutschland (u. andere Europäische nach: www.agr.kuleuven.ac.be/intorg/ica/guide/ )
Fachhochschulen (5): 3 bis 4 Jahre in Naturwissenschaften, Einführung ins Ingenieurswesen, Oekologie und Oekonomie + praktisches Training von 12 Monaten + Diplom.
Warnung: Den Ausgebildeten steht nur ein sehr enger Arbeitsmarkt offen, da die Forstwirtschaft ein sehr spezieller Sektor ist. Neben der öffentlichen Verwaltung gibt es nur einen kleinen privaten Sektor und ausserhalb des Forstbereichs ist es fast unmöglich, Arbeit zu finden.
| Kommentar: Da auch die Erhebungen der beruflichen
Tätigkeiten in Spanien, England und den USA eine eher angespannte
Situation vermuten lassen, in der 40% sich weiterbilden und/oder im
System Wissenschaft-Lehre gleich auch tätig bleiben, hier gerade kurz
die Situation in der Schweiz:
Der Job, für den die Forstingenieure eigentlich ausgebildet werden, ist der des Oberförsters, bei Stadt, Kanton oder Bund. In dem Bereich sind etwa 350 Forstingenieure tätig. Ergänzend kommen die so genannten Freierwerbenden dazu, Ingenieurbüros, die Aufträge für Kreis- und Kantonsforstämter, wie auch Waldbesitzer und Gemeinden ausführen. [So genannt eben aus dem Grunde, weil sie ihr Angebot nur einem sehr beschränkten Kreis von "Konsumenten" anbieten können, es sich also eigentlich um Outsourcing handelt. Zur Zeit gibt es ca. 130 Ingenieurbüros, mit einer unterschiedlichen Anzahl Angestellte, oft aber nur aus 1 bis 2 Personen bestehend. Bei der EAFV sind 71 Forscher tätig, allerdings sind dort die Forstingenieure schon lange in der Minderheit. An den Försterschulen finden gerade mal 9 eine Stelle. Den grössten Aderlass haben die Anstellungen in der Entwicklungszusammenarbeit erfahren. Waren 1980 noch über 200 Forstingenieure im Ausland tätig, die EZ also der zweitwichtigste Arbeitgeber für die Sparte, sind es heute gerade noch etwa 20, und die Entwicklungsorganisationen tun alles, um auch diese noch durch günstigere (Ostdeutschland) oder besser trainierte mit vielfältigerer Erfahrung (Holland) zu ersetzen. Es dürfte also in der Schweiz höchstens 700 bis 900 Forstingenieure geben, die von Ihrem Beruf leben können. Der Rest schlägt sich irgendwie sonst durch. Da es immer einige Querschläger gibt, die eigentlich was anderes suchen und nirgendwo richtig reinpassen, nehmen wir also an, es brauche etwa 1000 ausgebildete. Bei einer beruflichen Tätigkeit von 40 Jahren heisst dass, das jährlich 25 zu ersetzen sind. Die Anzahl der Ausgebildeten lag aber in den letzten 20 Jahren beträchtlich darüber. |
Es gibt 4 Universitäten, deren Kurse 9 Semester dauern, meist allerdings 11, die zum Diplom-Forstwirt führen (MS)
Freiburg: Schutz und Nutzung von Waldlandschaften der Erde. Inhalte und Ergebnisse forstwissenschaftlicher Forschung können ein Vorbild sein für jeden zukunftsorientierten Umgang mit natürlichen Ressourcen.
Forst-Uni München: Forestry is not about trees, it's about people. Ein wohltuender Unterschied zur Schweiz wo anlässlich des Dissertationskonzepts Jemen 1991die Antwort war: Aber Herr Herzog, sie studieren ja mehr Menschen als Bäume, wir hier machen aber Waldbau.
Göttingen: Das Studium bereitet auf folgende Tätigkeitsbereiche vor:
Göttingen bietet dazu Spezialisierungsmöglichkeiten in Öffentlichkeitsarbeit, Landschaftsinventur, privatwirtschaftlichem Management und Landnutzung/Ressourcenschutz.
Forstliche Ausbildungsfächer (Beispiel):
Allgemeine natur- und wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen: Mathematik/Statistik/Informatik - Chemie - Physik - Allgemeine Biologie - Allgemeinbildendes Fach - Allgemeine Betriebswirtschaftslehre - Allgemeine Volkswirtschaftslehre
Naturwissenschaftliche Grundlagen der Forstwissenschaft: Allgemeine Bodenkunde - Waldböden - Waldernährung und Standortskunde - Spezielle Botanik (Dendrologie) - Spezielle Botanik (Systematik) - Spezielle Zoologie (Forstzoologie) - Forstgenetik - Geobotanik- Geologie - Klimatologie - Phytopathologie - Wildbiologie
Produktionstechnische Grundlagen der Forstwissenschaft: Fernerkundung - Forstliche Verfahrenstechnik - Grundlagen des Holzaufbaus - Waldmesslehre - Holzverwendung - Vermessung - Waldbau- Waldinventur - Waldwachstum
Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Grundlagen der Forstwissenschaft: Arbeitswissenschaft - Forstgeschichte - Freizeit- und Erholungsplanung - Landnutzungsplanung - Raumordnung - Rechtslehre - Umweltpolitik
2. Vertiefendes Studium (Master)
Naturwissenschaftliche Aspekte der Forstwissenschaft: Geobotanik - Stoffhaushalt forstlicher Ökosysteme - Physiologie und Ökologie von Pflanzen - Pathologie II: Gehölzkrankheiten - Klimatologie II - Tierökologie bewirtschafteter Wäder - Ökologische Grundlagen des biologischen Pflanzenschutzes - Ökologische Genetik
Produktionstechnische Aspekte der Forstwissenschaft: Waldbau - Forsteinrichtung - Waldwachstum- Holzverwendung - Abiotischer Waldschutz - Zoologischer Waldschutz - Gentechnologie - Ingenieurbiologie
Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Aspekte der Forstwissenschaft: Betriebswirtschaftslehre der Forst- und Holzwirtschaft - Holzmarktlehre - Forstpolitik - Entwicklungspolitik - Umweltrecht - Rechtslehre - Landnutzungsplanung - Freizeit- und Erholungsplanung - Arbeitwissenschaft - Wildtiermanagement
Einsatzmöglichkeiten, Berufschancen
Forstlicher Bereich: Forstsachverständiger / Betriebsleitung von Forstbetrieben / (Bundes-, Landes-, Kommunal- und Privatforstverwaltungen) / Forstliche Serviceunternehmen / Baumschulen / Entwicklungshilfe (Agro-Foresty) / Holzhandel / Holzmanagement
Ökologischer Bereich: Arten- und Biotopschutz / Ingenieurbiologie / Bodenkundliche /Geobotanische Expertisen / Schutzwaldsanierung / Deponiesanierungen / Baumsachverständige / Baumpflege / Standorterkundung / Landschaftsplanung / Wildtiermanagement
Verwaltung und Recht: Naturschutzverwaltungen (Bund, Länder) / Kommunalverwaltungen (Naturschutzbeauftragte) / Raumplanung und Umweltrecht / Diplomatischer Dienst / Patentanwalt /
Wissenschaft und Forschung: Klimaforschung / Unfallforschung / Entwicklung von Simulationen und Modellen / Umweltforschung im weitesten Sinne (siehe auch Vorlesungen)
Unternehmerischer Bereich: Management / Arbeitsorganisation und -analyse / Arbeitsplanung / Consulting / Betriebsführung / Maschinenkostenkalkulation
Informationsverarbeitung: Anwendungen von Geo-Informations-Systeme (GIS) zur Analyse komplexer Problemstellungen
/
Vermessung
Luftbildauswertung und -interpertation /
Fernerkundung /
Anwendungen des Global-Positions-Systems (GPS)
Soziologisch-/Pädagogischer Bereich: Erwachsenenbildung / Umweltpädagogik / Sozialempirische Erhebungen (Meinungs- und Konfliktforschung) / Fach-Journalistik
grün die Bereiche, in denen der Schreibende, mit einem Musterexemplar einer Patchwork-career , bereits tätig war ...
Frankreich
Die Ausbildung in Forstwirtschaft geschieht hauptsächlich an der ENGREF (Ecole Nationale du Génie Rural des Eaux et des Forêts:
2-Jahreskurs: Ingénieur du Génie Rurale et des Forêts
3-Jahreskurs: Ingénieur forestier (+ 2 Jahre Nachdiplomstudien)
+ ESSTIB (Ecole >Supérieure du Bois, Nantes): Spezielle Ausbildung für die Holz- und Möbelindustrie
+ Spezialkurse ENITA, Bordeaux
Die ENSP (Ecole Nationale Superieure du Paysage) in Versaille bietet Zweijahreskures in Landscaping.
Land use management wird an den Ecoles d'Agronomie von Paris-Grignon, Montpellier und Rennes; Clermont-Ferrand, Lille und Lyon unterrichtet.
Spanien
| Ingeniero Técnico | Ingeniero Técnico superior | |
|
öffentliche Verwaltung Unterricht an Universitäten/Forschung Kooperativen und Verbände Freierwerbend Agro-Industrie technisches Management Dienstleistungen für die Landwirtschaft |
40
4 12 5 7 32 |
28 15 9 5 1 10 31 |
25 Universitäten bieten Land- und/oder forstwirtschaftltiche Ausbildung an. Dieses hohe Angebot ist auf eine hohe Nachfrage zurückzuführen, die sich ihrerseits wiederum auf Grund der enormen Variabilität der Umweltbedingungen in Spanien zurückführen lässt.
Spanien ist für die Schweiz ein interessanter Fall. 1. weil die Grundlagen betr. Vielfältigkeit in der Schweiz ähnlich aussehen, es sich aber auch betr. Spanien fragt, wie die Kosten eines derart vielseitigen Forstdienstes zu finanzieren sind. 2. weil in Spanien die scharfe Trennung zwischen Forst und Landwirtschaft offenbar nicht in dem Masse stattgefunden hat, das hier die Kooperation beinahe unmöglich macht.
Es bestehen 6 verschiedene Curriculae: Landwirtschaft und rurales Ingenieurswesen / Pflanzen- und Tierzucht / Nahrungsmittelindustrie / Forstindustrie / Gemüse- und Gartenbau / Waldbau. Spanien kennt zwei Stufen Ingeniero Técnico und IT superior, also vermutlich vergleichbar Bachelor und Master. Die Absolventen (Daten von 90-94) sind in folgenden Sparten angestellt (s. Tabelle rechts):
Dänemark
Nebst Bachelor und Master kennt auch Dänemark einen nicht-universitären Grad, den Wald- und Landschaftsingenieur: 2 Jahre Studium in Skovskolen und 2 Jahre Praktikum (mit Studien).
3 Jahre Bachelor:
1-3 Semester: Chemie, Mathematik, Statistik, Zoologie, Botanik, Volks- und Betriebswirtschaft, Produktionswirtschaft, Geologie, Bodenkunde.
4-6 Semester: Messkunde, Schutz und Management natürlicher Ressourcen, Holzanatomie und - Technologie, Forstpathologie, Oekophysiologie, Forstgenetik.
+ 9 Monate Praktikum geben Zugang zu:
2 Jahre Master
Forstpflanzenzucht, Planung, Wirtschaft, Politik + These mit experimenteller oder analytischer Arbeit.
Schweden
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Forschung und Lehre (Uni) Unterricht an Forstschulen Forst-Berater Papier und Zelluloseindustrie Holzindustrie Ausland Umweltschutz u.a. |
20 20 20 15 10 5 10 |
Die Ausbildung dauert fünf Jahre, wobei die ersten zwei Jahre: theoretische und praktische Kurse, spez. Flora und Fauna erteilt werden.
ab 3. Jahr: Chemie, Forstbotanik, Bodenkunde, Natur- und Landschaftsmanagement; Forstmanagement, Waldbau, Waldmesskunde; Marketing, Holzprodukte; Wirtschaft, business administration, Wirtschaftsanalysen.
Die Absolventen arbeiten in folgenden Gebiete (Arbeitslose ca. 10%!)
England
Bangor war die erste Universität Grossbritanniens die eine Ausbildung für Forstingenieure anbot. Sie verfügt heute über 100 Jahre Tradition, worauf sie, offensichtlich ungleich der ETH, stolz ist. Ihr Unterricht wurde 1997 als hervorragend evaluiert.
Bangor erwartet, im Gegensatz zu Europa (na ja, dem Rest von West- und Zentraleuropa) und den USA, eine Verdoppelung der Holzproduktion in England, höhere Anforderungen an die Waldwirtschaft in Stadtnähe (Town Forestry, Erholungswald) und höhere Ansprüche der Bevölkerung an die Dienstleistungen des Waldes (WAP). Dies bedeutet für Bangor auch: mehr Karrierechancen in der Holzverarbeitung. Die Absolventen von Bangor scheinen auch in einer forstlich etwas besseren Welt zu leben als der Rest von uns, da doch 80 bis 90% beim Staat oder der Privatindustrie eine Vollstelle finden.
Allerdings sind auch die Ausbildungsangebote Bangors etwas breiter als anderswo: Agroforestry, Conservation and Land Management, Environmental Forestry, Forest Industries Technology, Rural Ressources Management, Water Ressources, World Animal Production.
USA
In den USA legt die Society of American Foresters ( www.safnet.org/certified/cfprogram.htm ) die Anforderungen fest, welche ein forstliches Curriculum zu erfüllen hat. Sie ist es auch, welche forstliche Hochschulen zertifiziert, von denen es in der USA rund 47 gibt, also ca. 1 pro Staat.
Forstökologie und Biologie: Dendrologie, Physiologie, Forstökologie, Charakteristik des Wachstums jeder Baumart, Bodenkunde, Waldmesskunde, Wildkunde, Wasserspeicher- und Erntekapazität des Waldes, Photogrammetrie, Kartierung, GIS.
Forst-Management: Waldbau, Forsteinrichtung (incl. Landschaftsmanagement unter der Berücksichigung von Holz, Futter, Wasser, Wild, Fischerei, Erholung, Kultur, Bildung und Aesthetik), Forstschutz (spez. auch Feuer),
Politik und Verwaltung der Waldressourcen: Forstpolitik, Forstwirtschaft, Betriebswirtschaft. Verständnis für sozale, kulturelle, politsche, legale, wirtschaftliche und historische Einflüsse auf die Forstwirtschaft.
Auf Grund der Tatsache, dass sich das vorhandene Wissen alle 10 Jahre verdoppelt, seine Halbwertszeit aber noch tiefer liegt, wird von einem akreditieren Forstexperten auch erwartet, dass er sich weiterbildet, und zwar mindestens 60 Stunden alle 3 Jahre. Ohne Weitebildung verliert er das Zertifikat. 30 davon in organisierten Kursen zu Waldbau, Waldmesskunde, Forstschutz, Habitatmanagement, Stadtwaldbewirtschaftung (urban forestry) oder Forstpolitik. Weitere 30 können verdient werden durch Einsätze die der Persönlichkeitsbildung und -Entfaltung dienen wie Kurse und professionelle Veranstaltungen zum Immobilienmarkt, Komputerwissenschaften, Unternehmerisches Geschick und Führungsfähigkeit, öffentliche Reden. Ebenfalls bis zu einem gewissen Grad angerechnet werden selbst angebotene Kurse, Publikationen zu forstlichen Themen, Engagements in professionellen Organisationen (Forstverein, Wildlife societies, Range Management Societies ...).
Hier als Beispiel für die USA das Studienprogramm der Purdue University ( www.agriculture.purdue.edu/oap/curricula/forestry/forestry.htm ) :
1. Semester: Biologie, Chemie, sprachliche Kommunikation, natürliche Ressourcen, Analysis I
2. Semester: Planzenwissenschaften, Chemie, Englisch, Umweltschutz, Analysis II
3. Semester: Oekonomie, Dendrologie und Wildpflanzen, Wälder der Welt und die Gesellschaft. Systematik von Fischen und Säugetieren, Statistik
4. Semester: Waldböden, Oekologie, Informationsmanagement natürliche Ressourcen, Labor Oekologie und Systematik, Naturinventare, Sozial- und Geisteswissenschaften.
5. Semester: Waldökosysteme, Waldbau, Luftbildinterpretation, Botanik, Sozial- und Geisteswissenschaften (Auswahl), schriftliche und mündliche Kommunikation (Auswahl)
6. Semester: Quanttitative Methoden des Ressourcenmanagements, Thema natürliche Ressourcen - Politik - Verwaltung, Wahlfächer/Spezialisierung.
7. Semester: Oekonomie natürlicher Ressourcen und der Umwelt, Forstökonomie, Holz Management, Baumphysiologie, Ethik (Wahlfach), Watershed oder Range management, Geisteswissenschaften, Spezialfach.
8. Semester: Oekosystemmodelle und Management, Wahl- und Spezialfächer.
Wie ein rotes Band zieht sich etwas durch die forstlichen Studiengänge der USA, was auf Grund unseres Vorurteilsbehafteten Wissens wenig erwartet würde: Der Kommunikation sowie den Geistes- und Sozialwissenschaften wird ein viel höheres Gewicht beigemessen als irgendwo in Europa. Trotz späterer, z.T. extremer Spezialisierung, sind die amerikanischen Forstmeister vielleicht doch weniger technokratisch und causal desorientiert als die europäischen, die als Beamte ihr Wissen selten verkaufen mussten, sondern sich zumeist per Dekret äussern durften.
Zum selben Problem gehört die neue Ausrichtung der ETH, die allerdings hinter verschlossenen Türen stattfindet und sich so der öffentlichen Kritik weitgehend entzieht ... allerdings nur so lange, bis die Resultate ans Licht kommen. Ein erstes davon wird im Tagi vom 5. Februar auf Seite 54 diskutiert von Sabine Rotach und Guido Kalberer - der Abbau der Abteilung 12, Geistes- und Sozialwissenschaften. Bis anhin als Ausgleich und Vermittlung gedacht zum verschulten technisch-naturwissenschaftlichen Bereich, sollen sich diese Angebote nun auch noch auf die naturwissenschaftlich-technischen Hauptfächer ausrichten. Dass dies sogar vom Verein der Studierenden der ETH begrüsst wird, zeigt in welchem Masse Bildung durch Ausbildung ersetzt wurde. Anstelle einer Bildung, die es den Absolventen erlauben soll, sich in Fachgebiet und Welt zu orientieren, zielt Ausbildung nur noch auf möglichst rasche und gewinnbringende Verwendung von Wissen. Nicht für das Leben lernen wir, sondern für den nächsten Karriereschritt. Bildung, die eine klarere Sicht, ein Verständnis der komplexen Welt und eine Orientierung darin erlaubt, wurde zu Ausbildung, zum Drehbuch für den nächsten Akt auf der Bühne Markt. Während sich die Amerikaner dieser Theatralik zumindest bewusst sind, und folglich Ausbildung in Sprache, Sprechen und Agieren anbieten, wird das Angebot hierzulande immer papierner und steifer. Die treibende Kraft dahinter dürfte die immer noch anhaltende masslose Überschätzung der (Natur-)Wissenschaften sein. So treten gerade auch die neuen Fachhochschulen voll in die selbe Falle, und richten ihr Angebot nach den Vorbildern der Hochschulen und deren Wissenschaftsbegriff aus. Ein schwerwiegender Fehler. Wissenschaften dienen dem besseren Verständnis von Zusammenhängen. Die Naturwissenschaften analysieren kausale Zusammenhänge, die Geisteswissenschaften eher finale (Ziele) und die Sozialwissenschaften stehen da, zuweilen etwas unglücklich, dazwischen, je nach Professor mehr in die eine oder andere Richtung neigend. Aufgabe von Fachhochschulen wäre es aber, eher das zu betreiben, was man früher mal "Angewandte Wissenschaften" nannte. Diese stehen meist in der Achtung um einiges hinter den theoretischen, was etwas seltsam anmutet, denn in Bezug auf den Nutzen für die Menschen und die Kultur, wären die Verhältnisse eigentlich gerade umgekehrt, und sind es in manchen Ländern auch, Israel z.B. Während eines Praktikums im Volcani Center, 1978, hatte ich die Gelegenheit mich mit vielen Forschern unterschiedlichster Disziplinen zu unterhalten. Meine Absicht, praktische Forschung zu betreiben, wurde meist mit Bewunderung aufgenommen, denn: Praktische Forschung ist um einiges anspruchsvoller als theoretische. Der Theoretiker muss nur Hirsch sein auf seinem Fachgebiet, der Praktiker muss sich erklären können, muss eine Resultate an Mannen und Frauen bringen, und sollte, dies gilt speziell für den Ingenieur, dafür auch Verantwortung übernehmen. Bei den Theoretikern, man nehme zum Beispiel Genmanipulatoren, entfernt sich die Anwendung zusehends von der Gesellschaft und die Verantwortung verschwindet in irgendwelchen nebulös-wissenschaftlichen Begründungen.
Der langen Rede kurzer Sinn: Anwendung und Verantwortung sind final begründet, also Sache der Sozial- und Geisteswissenschaften. Je schärfer zwischen den beiden Hauptrichtungen getrennt wird, desto verantwortungsloser wird die Wissenschaft. Die Entwicklung an der ETH ist also beileibe kein neuer Geist, sondern die Potenzierung eines alten Ungeistes.
Oregon State University
Oregon verfügt(e) über ausgedehnte Forstindustrie, welche durch Diskussionen um die spotted owl ziemlich in Mittleidenschaft gezogen wurde Die Oregon State University bietet Kurse in:.
Forstökologie
Forstgenetik
Baumphysiologie
Integrierter Waldschutz: Entomologie, Pflanzenathologie, Diagnose & Management von Krankheiten und Befällen, invasive Pflanzen, Wildschäden
Ressourcenmanagement: Oeffentliche Politik, Forstpolitik, Policy Analyse, Agroforestry
Forstökologie: Planzen, Feuer, Boden,
1 Biologie, Oekologie; Management und Produktion: trad. Forstpolitik, Recht, Wirtschaftskunde, Verwaltungsrecht, Volkswirtschaft etc.
2 Soziale Werte, Politik und Ethik:
a) Politik und Fokus auf humane Werte und Weltanschauung in Bezug auf Natur und Umwelt - in westlichen und andern Kulturen. Institutionelle, kulturelle und ethische Systeme die solche Werte erhalten. Kurse z.B. in: Werte natürlicher Ressourcen und Gemeinschaften / Verhandlungsprozesse / Ressourcen der 3. Welt / Technologie und Wechsel / Umweltethik / Konsens und natürliche Ressourcen ...
+ Spezialthemen wie: Kapitalismus und nachhaltige Waldwirtschaft; Forstethik, social impact assessment, Oekolabel, Oekonomie der Nachhaltigkeit, soziologisches Denken.
Auch hier ein schlagender Gegensatz zwischen dem "Volkswissen" über die Amerikaner und der Realität. Meinung ist, die Amerikaner haben zwar die besten Universitäten, sind aber etwas, äh, beschränkt, um nicht zu sagen Fachidioten. Unsere Ausbildung ist viel breiter und praxisbezogener. Tatsache ist, der Autor z.B. hat seinen Ansatz zu den Jemen-Studien 1992 der Abteilung für Forstpolitik der ETH vorgelegt. Das Ziel war, Motive und Grundlagen für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder Jemens in Tradition, Kultur und Religion zu ergründen. Abgelehnt. Nicht akademisch. Wissenschaft ist nicht wertorientiert.
Unsere Wissenschaften haben hier ein extremes Problem. Natürlich soll und muss die Wissenschaft sich von der Werthaltung lösen, um objektiv analysieren zu können. Aber - sobald wissenschaftliche Resultate angewandt werden sollen, sind es schliesslich Menschen die diese anwenden sollen, und es sind Menschen, die sich mit den Auswirkungen der Anwendung herumschlagen werden müssen. Also muss sich jede Wissenschaft, sobald sie in die Anwendung geht, mit Ethik, Kultur und Gesellschaft herumschlagen, ganz egal ob ihr das passt oder nicht. Bis anhin ist es den Vertretern dieser hehren Disziplinen gelungen, sich etwas ausser- oder gar überhalb den Rest der Welt zu stellen und von aussen unangreifbar zu sein. Das Internet dürfte daran einiges ändern. Vielleicht auch die Konkurrenz zwischen den Hochschulen ...
Michigan State University: Die Universität von Michigan ist die älteste (Gründung 1902) und (nach eigener Meinung) die beste der USA. ( http://forestry.msu.edu/brochure/gstud/gradprog.htm ). Nebst den üblichen Fächern wurde hier vor allem auch ein Programm zu Gender, Justice and Environmental Change entwickelt.
Grundsatz:
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Um die Wälder für unsere Zukunft zu erhalten, muss unsere globale Gesellschaft den optimalen Ausgleich zwischen der Erhaltung von Waldsystemen und der Nachfrage nach Holzprodukten finden. |
Berufschancen für Forstingenieure im Land des freien Marktes
Die Pennsylvania State University macht seit 30 Jahren Umfragen über die berufliche Tätigkeit ihrer Absolventen (s. www.snr.missouri.edu/meetings/EMPLOYMENT_AND_FORESTRY_CURRICULA.htm )
| Forest Science: | Wildlife and Fisheries | Wood Products: | ||
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resource management general professional jobs weiteres Studium ? |
70 % 13 % 8% 9 % |
50 % 16 % 14 % 20 % |
wood industry
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90 %
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Die Ansprüche des Arbeitsmarktes haben sich auch in den USA stark geändert. * Viele Forstunternehmer stellen lieber Forsttechniker an als professionelle Förster mit Hochschulausbildung (Eine Bestätigung für eine Aussage vom 4. August 2002)*. Unglücklicherweise haben die traditionellen forstlichen Künste, wie sie noch immer unterrichtet werden, einen sehr geringen Marktwert. An die Stelle dieser (Vermessung, Holzerei, Waldbau z.B.) treten heute mehr soziales und Management-Wissen, um arbeitsmarktfähig zu bleiben. Als Berufsleute versuchen wir heute immer noch Studenten anhand eines veralteten Dinosaurier-Curriculums auszubilden. Es ist darum nichts als rechtens, dass wir Studenten darüber informieren, dass diese Ausbildung kaum zu einer dauerhaften, professionellen, forstlichen Vollzeitstelle führen wird.
Die Zeiten ändern sich wirklich schnell. Die Zeiten als der Förster noch ein aufrechter Hüter des Waldes war, mit weissem Hut, grossem Pferd und einem Feuerbeobachtungsturm, sind klar vorbei. Heute wird er öfters "Holzschlächter" genannt - deshalb der Schwerpunkt auf Kommunikation! Es ist deshalb wichtig, von den alten Curriculae wegzukommen und eine neue, umweltfreundlichere Waldnutzung zu fördern.
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... und in der Schweiz:
Dass das derzeitig vorgeschlagene Curriculum an den Ansprüchen und Wünschen der Absolventen vorbeigeht, lässt sich nachlesen in www.afv.ethz.ch/paper/5Semester.pdf Die Studenten kritisierten bereits 1999, dass der Prozesse einseitig, von oben, festgelegt wird, dass die Stärken der Forstwirtschaft nicht mal am Rande berücksichtigt sind und, dass die Kenntnisse, die im vorgeschlagenen Studium vermittelt werden, auf dem Berufsmarkt kaum gefragt sind - mit Ausnahme der Forschung, die allerdings "Modezyklen" unterworfen ist, die wiederum zu dauernder Anpassung des Studiums führen müssten (und zu "Ausverkaufspreisen" bei den Wissenschaftlern). Insbesondere fehlte bereits 1999 der Bezug zu Naturgefahren, ein Schwerpunk des WAP, wo sich das Berufsfeld des Forstingenieurs doch um einiges erweitern dürfte.
* Eine Aussage, die vom Autor bereits im August 02, eher aus dem hohlen Bauch heraus, gemacht wurde. Hier auch ein Grund, warum die meisten US-Forschulen (s. z.B. Missouri) nebst Forest Ressource Management und Industrial Forestry als Alternative heute auch Urban Forestry im Programm haben!
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Und am andern Ende der Welt, in Thailand, wurde bereits 1998 festgestellt: While the importance of wood energy is fully recognised in the region, its importance in the forestry education sector is generally not well recognized and aspects of wood energy development are often not adequately adressed in the current curricula of the region's forestry training institutions.
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Auch Thailand weiss offenbar mehr, schon vor 4 Jahren, als die Schulleitung der ETH, welche in Lausanne eine international anerkannte Abteilung für Holzbau mit der Emeritierung des Professors sich einfach in Nichts auflösen lassen will. (s.o.)
Martin Herzog, Dipl. Forsting. ETH, Rheinfelden, 02.02.03
Meldung in Wald und Holz 5/2005, S. 4: Allein am grössten deutschen Universitäts- und Fachhochschulstandort für Forstwirtschaft, in Göttingen, suchen 1278 Studentinnen und Studenten demnächst einen Job im Wald. Insgesamt werden auf Bundesebene weit über 3000 Studenten in Forstwirtschaft ausgebildet ohne eine Perspektive auf eine Stelle im Forstbereich zu haben.
Dazu ist zu ergänzen, dass Göttingen der ETH qualitativ in nichts nachsteht ... eher umgekehrt. Sie begreifen von da her vielleicht, dass ein Forstingenieur die Geschichte von der Existenzsicherung durch mehr und besseren Ausbildung für eine Mär hält
Weiteres zum Thema Bildung & Weiterbildung:
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Webmaster und Internet-Redaktor Martin Herzog
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Hilft Bildung gegen Arbeitslosigkeit? Die (höhere) Bildungspolitik der Schweiz |
Die Ingenieure und ihr Arbeitsmarkt |
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Sehen wir uns die detaillierten Analysen des britischen Handelsministeriums an (für Dokument klick rechts), sehen wir sofort, dass die Schweiz in Sachen Forschung zwar international bei der Spitze dabei ist, dies aber nur auf einem sehr limitierten Feld, nämlich Pharma und Chemie, d.h. Roche und Novartis. Nutzung nachwachsender natürlicher Ressourcen, Holz, Energie - nada, niente, nichts. Eben so wenig in Holzforschung:

Hier heissen die Hirsche:
Stora Enso: Holzversorgung, Finnland, Schweden, Baltikum, Europa, Russland, USA ... Hochtemperaturtrocknung
Value creation by innovation
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The mission of Stora Enso is to promote communication and wellbeing by converting renewable fibre into paper, packaging, and processed wood products.
Our vision is to be the leading company within these areas. The task and mission of R&D is to enable us to fulfill this ambition and to extend the boundaries of what paper can do.
R&D extends these boundaries every day by developing better products, better value and new solutions for our customers. This is achieved by developing both the processing of wood material and by enhancing its properties by combining it with other raw material. The result is more with less: More performance with less input.
You will notice the improved performance in better milk and juice packages that protect the content better, display the product more sellingly, achieved with less environmental impact.
You will notice it in printing papers that can reproduce images in true colours across the entire colour spectra. And you will notice it in better stationery and office documents.
Arizona
Chemical is a leading, global supplier of pine chemicals for the adhesives,
inks and coatings and oleochemicals markets. Its products – including fatty
acids, rosins and terpenes – are used to help make fragrances, personal care
items, adhesives, plastics, household cleaners, soaps, inks, paints, rubber
products, hydraulic fluids, roofing material and much more.
In 1930, International Paper and American Cyanamid founded Arizona Chemical to
mine saltcake in Camp Verde, Arizona. By 1936, after the mine was closed,
Arizona Chemical began processing tall oil and turpentine, which are co-products
of papermaking. The company located plants in Panama City, Florida and
Springhill, Louisiana. Arizona Chemical's aggressive global growth strategy
began in 1985, and since then, the company has significantly increased its
number of manufacturing locations through acquisitions in the United States and
Europe.
Weyerhaeuser: der grösste
Diese Firmen sichern ihr Kapital auch über Aktivitäten am Kapitalmarkt, Immobilienhandel, Transporte, Energie. Forschung hat sich mit der Globalisierung hinter die Mauern der Betriebe zurückgezogen. Wissen wurde und wird privatisiert. So akkumuliert sich nicht nur das Geld bei den Grössten, sondern auch Forschungsresultate/Wissen, was aber dazu führt, das nur noch Wissen von Interesse ist, das in Geld umgesetzt werden kann, was insbesondere dazu führt, dass kritisches Wissen kaum mehr unterdrückt werden muss, da es bereits gar nicht entsteht, da es nicht gesucht wird.
Dazu kommt, dass Wachstum in diesen Branchen offensichtlich vorzugsweise in Asien stattfindet (- was verständlich und sinnvoll ist, da wir ja bereits genügend Abfall erzeugen)..

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