Alternative Energie [Biotreibstoffe] - Energie der Zukunft - Global Warming

Es handelt sich hier um eine erste Präsentation zum Thema. Diese wird als Archiv hier belassen. Die neuere Darstellung wurde verlegt auf www.brainworker.ch/Energie/

Die Tatsache, dass innerhalb weniger Wochen dutzende von Projekten aufgetaucht sind, die nun darauf drängen, in kürzester Zeit neue Atom- und/oder Gaskraftwerke zu realisieren, zeigt vor allem eines:

 

DIE ENERGIELÜCKE GIBT ES NICHT!

 

Sie ist ein trojanisches Propagandapferd das uns den Teufel und Belzebub gleichzeitig ins Haus schmuggeln will. Dazu passen der Gratisversand des Nuklearforums: Kernkraftwerke der Welt.

 

Zur Zeit kann's offenbar gar nicht genug Energie sein ... Überproduktion scheint auf dem Gebiet kein Problem zu sein ... Der Grund dafür liegt in einem etwas vernachlässigten Aspekt des global warming, dem Verschwinden der ausgleichenden Speicherwirkung von Schnee und Gletschern in den Hochgebirgen, der einen grossen Teil wachsende Begeisterung gewisser Kreise für Atomkraftwerke erklären dürfte. Kommt im Sommer kein Wasser mehr von Schneefeldern und Gletschern, dann pumpt man es eben rauf mit Atomkraft, und spült es runter wenn Nachfrage und Preise hoch sind. Die ganzen Alpen als gigantisches Energie-WC - da soll das Geld eben so reichlich fliessen wie bisher das Wasser. Wer das nun toll findet, sollte sich aber auch bewusst machen, dass gerade die Energieproduktion zu den kapitalzentriertesten Gewerben zählt, d.h., die Investoren verdienen viel, ebenso ein paar wenige exklusive Angestellte - aber Arbeitsplätze schafft die Branche keine. Wer also an die Volks-Wirtschaft denkt, setzt auch aus diesen Gründen auf alternative, dezentrale Energie.

Aus dem selben Grund ist es auch verfehlt, die Energieproduktion zu privatisieren - auch wenn die Idee diesmal sogar von Links propagiert wird. Das Argument, dass nur Wettbewerb für günstige Energiepreise führe, funktioniert genau so gut, wenn die Wettbewerber unterschiedliche Staaten, Kantone, Regionen sind, die mit ihren unterschiedlichen natürlichen Ausstattungen unterschiedliche Strategien verfolgen. Die Versorgungssicherheit aber wäre besser garantiert ... und wenn die Kommunen und Kantone ihre Vertreter in diesen Gremien bis anhin nicht bremsen konnten in ihren Ansprüchen, dann ist das von privaten Betrieben noch weitaus weniger zu erwarten.

Am 11. Januar 2011 titeld der Tagesanzeiger: Stromkonzern sieht keine Zukunft für eneuerbare Energie. Gemeint sind damit die Berner Kraftwerke (BKW). Es ging darum, die Stimmung etwas anzuheizen zu Gunsten des Ersatzes des Atomkraftwerks Mühleberg. Da von Fukushima bis zum 11. März nichts zu hören war, stimmten die Berner dem Ersatz am 13. Februar zu. (Die Argauer Kernkraftwerke wünschen sich heute vermutlich, sie hätten auch grad damals abstimmen lassen. - Die Berner hingegen wären vielleicht froh, sie hätten später abstimmen lassen, denn nun müssen sie rechnen - und vielen wird inzwischen klar, dass die Kernenergie, rechnet man all diese Eventualitäten hinzu zu den Kosten, vielleicht, möglicherweise, unter Umständen halt doch teurer kommt als alternative Energien. 2011 dürfte ein Jahr des Wandels sein: Während sich die einen immer noch an Osterwanderungen abmühten, waren die andern, durch blosses Rechnen, längst selbst zu Atomgegnern geworden).

Mit Energie kann man Geld verdienen, also ist Geld da, also kein Problem. Die Frage ist nur: WIE. Denn die vorgeschlagenen Modelle (Gas, Atomstrom) benutzen bestehende Technologien, können rasch umgesetzt werden, ohne dass man viel denken muss, ohne dass Forschungskosten und planerische Unsicherheiten (mit Ausnahme des unberechenbaren Volkswillens) auftreten. Weder Atomstrom noch Gaskraftwerke sind aber die Energie der Zukunft. (Nachdem  der CO2-Ausstoss zu 70% im Inland auszugleichen wäre, also nicht durch irgend welche Billigzertifikate, dürfte der Vorschlag eh gestorben sein. Dafür kriegt die Erdwärme/Geothermie einen Zustupf von 70 Millionen. Basel hat das grad mit einem kleinen Erdstoss (2.8 Richter)  begrüsst.) Wir sollten also etwas mehr Gehirnschmalz darauf verwenden, wie es energetisch weiter gehen soll, denn gerade Technologien zu einer effizienten Energieproduktion und -Verwendung könnten die bereits nicht all zu schlechte Position der Schweiz auf dem Gebiet (wir wurden, was Solar- und Holzenergie betrifft, von den Österreichern etwas abgehängt) auf diesem internationalen Zukunftsmarkt stärken. Wenn wir jetzt einfach schnell ein paar Energieproduktions-Ladenhüter hinknallen, kommt das im Moment vermutlich billiger ... aber wie alles was billig ist, längerfristig gesehen recht teuer (Klimawandel durch CO2 auf der einen, ungelöste Lager- und vor allem Haftungsprobleme auf der andern Seite):

Erneuerbare Energie, unerschöpflich, soll in der EU bis 2020 auf 20% ausgebaut werden, in Kalifornien bereits bis 2010 auf den selben Level. Damit ist sie bereits für die Banker für Interesse. So bietet die UBS (jetzt mach ich noch Werbung für die ... so weit musste es kommen ...) mit Perles ein open-end-Zertifikat auf den Ardour Global Alternative Energy Index an. Empfehlung an Wald- und andere Bauern und Kleinenergie-Produzenten: Dran bleiben!

Ja, die Sanftmütigen werden die Erde besitzen.

Aber nicht die Förderrechte.

Paul Getty, ehem. Ölmilliardär

Bedarf, Entwicklung (das Ende der Globalisierung auf Grund der Verknappung des Erdöls (peak oil)) und Alternativen für die Zukunft.

 

Der World Energy Outlook 2004 der International Energy Agency sieht (und befürchtet) bis 2030 ein jährliches Wachstum des Energieverbrauchs von 2.3%, was für diesen Zeitraum eine Verdreifachung bedeutet. In den USA soll der Verbrauch "nur" noch um 1% steigen. Allerdings bedeutet dies für Indien z.B. "bloss" eine Zunahme von 538 Mtoe (Millionen Tonnen Erdöläquivalent) im Jahr 2002 auf 1026 Mtoe im Jahr 2030. In Nordamerika bedeutet das 1% Wachstum jedoch eine Zunahme von 2540 Mtoe auf 3316. Diese Steigerung um 776 Mtoe ist in absoluten Mengen um 60% höher als der Mehrverbrauch Indiens. Da diese Zunahme vor allem auf Grund der Aufholbewegung in Entwicklungs- und Transformationsländern basiert, wird vor allem mit Zunahme des Verbrauchs an leicht und damit kostengünstig zu gewinnenden Energieträgern gerechnet, also Kohle und Gas. Dies gilt insbesondere für Indonesien, das die stärkste Wachstumsrate in Sachen Stromverbrauch aufweist (> 5%), und über grosse Kohlereserven verfügt.

Mit fallenden Preisen wird kaum mehr gerechnet. Ein Teil der Preissteigerung ist sicher auf logistische Probleme und Lieferengpässe zurückzuführen. Dennoch ist niemand bereit, Abhilfe zu schaffen, da diese nur kurzfristig wirksam wäre. Das sichersten Zeichen dafür ist, dass in den USA seit 20 Jahren keine Raffinerie mehr gebaut wurde. Ein Neubau würde sieben Jahre dauern ..

 

Das folgende Diagramm zeigt erst mal, wie Schweizer Pioniere alternativer Energie die Entwicklung sehen:

 

Gemäss Axpo, die gerne ein Atom- oder Gaskraftwerk bauen würden, sieht die Perspektive allerdings so aus.

Dass die Sache nicht soooo im Argen liegt, also keinerlei Sachzwang für neue Kernkraftwerke besteht, zeigen die Perspektiven für alternative Energien der SP.

Utopisten? Dann sehen Sie sich die von Shell International: http://www.shell.com/home/media-en/downloads/peopleandconnections.pdf publizierten globalen Szenarien an. Auch der Energiegigant rechnet mit massiv zunehmendem Ersatz von Erdöl durch Wind und erneuerbare Energien. Mit einer starken Steigerung wäre hier aber erst nach 10 Jahren zu rechnen.

1.a Wasserkraft

Laut Bundesamt für Energie lässt sich die Nutzung der Wasserkraft (liefert heute 60% unserer Energie) durch Erneuerungen und Erweiterungen um maximal 16% steigern bis 2050. Unter heutigen Bedingungen allerdings bloss um 5%.

1.b Erdöl - Gas

 

Während der Club of Rome zwar zeitig darauf hingewiesen hat, dass die Erdölreserven nicht unendlich sind und sich irgendwann erschöpften werden, wurde damals das Augenmerk zu sehr auf das Ende der Erdölversorgung gerichtet. Heute findet der Ansatz eher Anerkennung, der zu Recht darauf aufmerksam machte, dass bereits der Rückgang der potentiellen Förderung mit Verknappung und Preiserhöhung einhergehen wird. The end of suburbia macht drastisch darauf aufmerksam, dass mit dieser Verknappung billigen Treibstoffs das amerikanische Modell der Vorstädte und der freien Mobilität dem Untergang geweiht ist. Die Auswirkungen der Verknappung sind leider ziemlich extrem:

http://www.lifeaftertheoilcrash.net/


Graph:.  http://www.erdoel.ch/doc/509761989223092002.pdf

Hubbert Peak

Hubbert-Peak bereits erreicht, d.h. 50% der Reserven bereits verbraucht,

seit

Libyen
USA
Venezuela
Iran
Indonesien
Gabun
Grossbritannien
Kolumbien
Angola
Australien
Norwegen
Mexiko
1969
1970
1970
1976
1977
1996
1998
1998
1999
2000
2003
2005
Hubbert-Peak noch nicht erreicht, d.h. weniger als 50% der Reserven verbraucht,

ab

Kanada
Algerien
Equador
Indien
Nigeria
Katar
China
Saudi Arabien
Ver. Arab. Emirate
Kuwait
Irak
2006
2006
2006
2006
2007
2008
2019
2012
2026
2035
2036

Die Hubbert Peak Theorie wurde von Dr. Marion King Hubbert bereis 1956 entwickelt. Er hatte erkannt, dass die Förderung bei einer Quelle einem Glockenverlauf folgte. Auf einen langsamen Einstieg (Aufbau der Infrastruktur) folgt ein exponentieller Zuwachs, der sich dann aber verlangsamt vor die maximale Fördermenge erreicht ist. Danach folgt ein rasanter Rückgang, der sich bei zunehmender Knappheit und schwieriger werdender Förderung wieder verlangsamt. Hubbert, der zwar verlacht wurde, sagte vorher, dass die Förderung in den USA ihr Maximum in den späten 60ern oder frühen 70ern erreichen würden. Aus heutiger sicht war es eindeutig das Jahr 1971. Das Modell ist etwas komplex, da einerseits die Ausbeute durch technischen Fortschritt erhöht wurde und auch immer neue Lager gefunden wurden, andererseits aber die Bevölkerung, und insbesondere der Verbrauch, in noch weitaus stärkerem Masse zunahm. Die Nordsee erreichte ihre Spitze 2002. Ergas steht nicht als Ersatz zur Verfügung, da es parallel zum Erdöl genutzt wurde und verschwand.

Dies zeigt sich auch beim Aufwand. In den vierziger Jahren musste für die Förderung von 100 Fass Oel ein Fass Oel an Energie eingesetzt werden. Heute sind es zehn. [Richard Manning: Das tägliche Oel. Lettre International. Sommer 2004. S. 46-50]

Es wird auch deutlich, dass die Eroberung des Nahen und Mittleren Ostens, inklusive Zentralasiens, durch die USA, ihnen lediglich hilft, das Problem um ein paar Jahre zu verschieben. Zudem scheint die Unterschicht der USA über Walmart & Co. vor allem von Billiggütern aus China zu leben. Diese Versorgung dürfte bei ernsthafteren Auseinandersetzungen zwischen den USA und China zum Erliegen kommen.

Wenn es ums Erdöl geht, kennt sogar die USA keine Freiheit und keinen Markt mehr. Das Übernahmeangebot Chinas für die US-Oelfirma Unocal (nebenbei mit dem Slogan: Improving peoples lives wherever we work, ein Musterbeispiel für den Marketingtrend alles mögliche an "Werten" statt Gütern und Dienstleistungen (Energie) zu verkaufen) wurde vom US-Kongress mit der übereiligen Verschärfung des Energiegesetzes torpediert - aus Gründen der nationalen Sicherheit. Ein klassisch merkantilistisches, nicht aber dem Freihandel angepasstes Verhalten. Insbesondere bei der geringen Bedeutung von Unocal, die gerade 1% des Bedarfs der USA liefert. Allerdings besitzt sie Oel- und Gasfelder in Südostasien, sowie Technologien zur Tiefwasserbohrung. Kanada hingegen steht China und Japan offen. Bei der Bevölkerung allerdings stossen die seit 15 Jahren immer stärker zunehmenden Käufe der Asiaten nicht nur auf Freude, so die private Auskunft eines Kanadareisenden.

http://encyclopedia.thefreedictionary.com/Hubbert%20peak

Erdöl-Report Oktober 2007 (pdf, 101 S.

Wichtigster Energielieferant: Gas wird aus Gründen des Umweltschutzes immer begehrter. Durch die Liberalisierung fallen die Preise immer tiefer. Da Gas allerdings meist in der Nähe zu Erdöl vorkommt und ausgebeutet wird, werden auch diese Vorräte wenige Jahre nach dem Erdöl erschöpft sein. (s. Graph rechts: NGL: natural gas liquids).

Die global Players besetzen die Schlüsselstellen der Gaspipelines nach China, Indien und in die Türkei. Bis 2020 wird Gas der wichtigere Energielieferant sein als Erdöl. Erdöl wird nur noch auf einem Tiefpreis-Heizmarkt und in der Petrochemie Verwendung finden.

Apropos Gas und die Hoffnung auf steigende Preise für Brennholz: Energie ist ein vitaler Faktor für die moderne Wirtschaft. Um eine billige Energieversorgung zu gewährleisten fasst heute sogar die älteste Demokratie der Welt militärische Präventivschläge ins Auge. Mit massiv steigenden Preisen ist demzufolge und auf Grund der Reserven, besonders an Gas, in absehbarer Zeit kaum zu rechnen.

Sollten die Erdgasreserven erschöpft sein, so befinden sich in der Tiefsee, unter 500 m, enorme Mengen an Gashydrat (Eismethan). Dieses ist nur beständig bei , 50 Bar Druck und Temperaturen. nahe beim Gefrierpunkt. Die Reserven sind allerdings enorm, denn sie betragen schätzungsweise das 2.5-Fache der heute bekannten Reserven an Erdöl und Erdgas. Beim Abbau bestehen allerdings beträchtliche Risiken grössere Mengen Methan freizusetzen. Dies könnte zu zu einer enormen Steigerung der globalen Erwärmung führen, da Methan als Teibhausgas um ein mehrfaches wirksamer ist  als CO2.

http://www.peakoil.net/uhdsg/Default.htm

Das weltweit grösste Oelfeld, Ghawar, in Saudi Arabien, das zu seinen besten Zeiten 2/3 der saudischen Produktion und damit 6% der Weltproduktion lieferte, hat die maximale Förderleistung, also sein <peak oil> überschritten, Mexiko liefert seit 2006 weniger. Die Forschungsfirma Harrison Lovegrove & Co und John S. Herold ziehen den Schluss, dass die Reserven in den letzten zwei Jahren um 2.1 % gefallen sind. Dass peak oil erreicht oder bereits überschritten ist zeigt sich insbesondere an den Kosten der Exploration und Entwicklung::

http://www.hargrove.co.uk/uploadedfiles/GUPRAbridged2007.pdf

1.c

Da in der Schweiz um 2020 gleich 3 (drei!) der zwischen 1969 (Beznau I. & II.) und 1971 (Mühleberg) erstellten Atomkraftwerke stillgelegt werden müssen, und die Sache mit dem Energiesparen ganz und gar nicht klappen will, ist es angebracht, rechtzeitig zu überlegen, wie das Problem angegangen werden soll. ürfte zum heissesten Thema der nächsten 20 Jahre werden.

Mit der Übernahme der Weltwoche durch Köppel hat die Atomwirtschaft wieder eine geeignete Propagandaplattform gefunden. Weniger gelegen kommt da Forsmark in Schweden, das bei einem Störfall gerade noch knapp von Hand runtergefahren werden konnte. Wie meist in solchen Fällen reihte sich ein "Ungeschick" ans andere - und die Rettung erfolgte nicht durch clevere, sich an Regeln haltende Computer, sondern durch einen glatten Verstoss gegen das Reglement:

  1. Ein Kurzschluss unterbricht die Stromversorgung  der Kühlungssysteme - was eine Schnellabschaltung auslöst.

  2. Die Schnellabschaltung geht in die Hosen, da die Notaggregate nicht anspringen. Bei der Revision vor 1 Jahr (!) war ein Fehler begangen worden.

  3. Dies löste Alarm und die Sprinkleranlage aus (hilft viel bei durchbrennenden Kernen ...) - aber die Monitoren blieben schwarz, und die Kontrolleure hatten keinen blassen Dunst, was vor sich geht.

  4. Die Besatzung konnte nicht gewarnt werden, da auch die Lautsprecher ausfielen.

  5. Anstatt wie vorgeschrieben zu warten bis eine halbe Stunde um war, nach der erst handgreifliche Massnahmen gestattet sind, koppelt Nicklas Sjulander eine externe Stromquelle an - Problem provisorisch behoben.

  6. Die Bevölkerung erfährt 24 Stunden später von dem Vorfall  ... über die Medien: Die Folgen einer Kernschmelze haben wir bisher nicht in Betracht gezogen, meinte der Forschungschef.

  7. proscht Nägele ...

Der ehemalige Forsmark Chef Höglund schätzt den Fall als den gefährlichsten seit Harrisburg und Tschernobyl ein. Zudem ist auch in Finnland und Schweden die Frage des Endlagers nicht gelöst. Da in Oskarsham ein ähnliches Problem mit der Stromversorgung aufgetreten war, mussten auch dort zwei Reaktoren ausgeschaltet werden - was den Strompreis auf 10 Rappen trieb, dem Doppelten von vor einem Jahr.
 

2. Zukunft / Alternativen

2.1 Geothermie / www.geopower.ch

[aus: Umwelt 02/09. bafu. Unsere Engergiezukunft. Energie aus der Tiefe. S. 36-38]

 

2.4 Erneuerbare Energien: Biomasse > Holz/Restholz/Abfälle

Biomasse könnte bis 2040 rund 10 % unseres Energiebedarfs abdecken. [s. Mitteilungen des Bundesamtes für Energie]

Dort finden Sie auch eine umfangreiche Studie zur Potentiellen energetischen Nutzung von Biomasse in der Schweiz. Wie die Graphik rechts zeigt ist die Grundlage einer besseren Nutzung natürlicher Ressourcen vor allem Holz (40%) und Ernterückstände aus der Landwirtschaft (20%). Die Studie rechnet mit einem beträchtlichen Anstieg der Ölpreise zwischen 2015 und 2020 (oil peak). Betreffend Holznutzung stellt die Studie fest:

Jährlich wachsen 11 Mio.m3 Holz nach. Davon werden derzeit 6.6 Mio. m3 pro Jahr geerntet. Von den restlichen 4.4 Mio.m3 werden 2/3 potenziell energetisch nachhaltig nutzbar eingestuft. 1/3 befindet sich auf erschwert zugänglichem Gelände oder wird als Stammholz der nicht-energetischen Verwendung zugeführt. [S. 64]

Nebenstehende Graphik zeigt aber auch, dass der grösste Teil des Schweizer Waldes in den Alpen liegt. Eine städtische Furzidee wie das Alpenreservat würde also die zukünftige Holzversorgung untergraben.

Eine weitere Anforderung ist die Ermöglichung rationeller, d.h. maschineller Nutzung - soweit natürliche und soziale Gegebenheiten diese erlauben. Gerade hier liegt aber gegenwärtig ein kritischer Punkt ... nö, Punkt ist in dem Fall masslos untertrieben, ein ganzer Felsblock, an dem die Entwicklung des Forstgesetzes ansteht. (s. Forstpolitische Kommentare).
 

Die Nutzung der Primärproduktivität der Erde, d.h. der eingestrahlten Energie

 

Nach Schätzungen der Stanford University, Stuard Pimm, nutzen wir heute bereits 40% der gesamten Primärproduktivität der Erde, die sich ergibt aus Sonneneinstrahlung und der Produktionskapazität der unterschiedlichen Land- und Wassertypen. Auf dieser Grundlage basiert auch die Schätzung, dass die Erde maximal 20 bis 25 Milliarden Menschen ernähren könnte - wenn man sämtliche nicht geniessbaren Tiere und Pflanzen eliminiert und jeden Flecken Erde wie Wasser optimal nutzt.

Zwei Drittel der Primärproduktivität werden von der Landwirtschaft umgesetzt, wiederum zwei Drittel davon durch die drei Pflanzen: Reis, Weizen und Mais. Diese werden in einer Katastrophen-Landwirtschaft angebaut, die mehr Energie verbraucht, als sie erzeugt, und dabei die Natur ruiniert. Diese Landwirtschaft entwickelte sich vor ca. 5000 Jahren, gegen Ende der letzten Eiszeit, im Nahen Osten. Dies war eine Zeit der Katastrophen, insbesondere der Flutwellen und Überschwemmungen, die immer wieder nackten Boden freilegten, der den Gräsern die Möglichkeit bot, sich zu vermehren. Genau dies wiederholt sich auf unsern Äckern Jahr für Jahr. Die schützende Pflanzendecke wird entfernt, der Boden aufgerissen, der Erosion durch Wasser und Wind ausgesetzt. Diese gewalttätige Arbeit war nur in geringem Ausmass möglich, solange sie von Hand, oder allenfalls mit Hilfe von Tieren ausgeführt werden musste, die beide wiederum von der erzielten Frucht leben mussten. Dies änderte sich durch den Einsatz von Maschinen, die zwar weder Hafer noch Weizen fressen, dafür aber Energie. Und nicht nur die Maschinen, auch Dünger sind Energiefresser. Immerhin hat Timmothy McVeigh das Federal Building in Oklahoma bloss mit einem Pickup voll Stickstoffdünger und ein paar Kanistern Diesel in die Luft gesprengt. Bei reiner Handarbeit werden pro Kalorie 8-10 Kalorien erzeugt. 1940 wurden pro verbrauchter Kalorie noch 2.4 Kalorien an Nahrungsmitteln erzeugt, 1974 betrug das Verhältnis bereits 1:1. Der Anbau von Energiepflanzen dürfte unter diesem Aspekt nur mässig interessant sein.

 

Obwohl  "Biomass to liquid", die BTL-Informationsplattform Deutschlands, damit rechnet, dass auf einem Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche umgerechnet etwa 4.000 Liter BTL-Kraftstoffe erzeugt werden können, womit sich in Zukunft etwa 20-25 % des gesamten Kraftstoffbedarfs in Deutschland ersetzen lässt - und für Europa die Potenziale noch wesentlich höher angesetzt werden - dürfte sich dies, auf Grund des enormen Energieinputs, als illusorisch erweisen.

 

Sein oder Nichtsein - Essen oder Auto-Fahren:

In den USA übersteigt der Anteil an Mais (corn), der heute für die Ethanolproduktion angebaut wird, bereits heute den Export um beinahe das Doppelte. Der Maispreis stieg von 2.60 Dollar pro Scheffel (25.4kg) im September 06 rasant auf 4 Dollar pro Scheffel im November. JP Morgan schätzt für 2007 einen weiteren Preisanstieg von 60%. Grund: Die US-Regierung verbilligt Bioethanol um 51 c pro Gallone (3.785 Liter). Den Bauern und damit den landwirtschaftlichen Regionen geht es darum massiv besser. Leiden tun bloss die Länder, die von billigen Maisexporten der USA abhängig sind, also Indonesien, Nigeria, Mexiko, Ägypten, Nigeria und China. Da sich Mais aber überall anbauen lässt wo Sonne reichlich und Wasser nicht zu knapp vorhanden ist .... Da Maisfladen (Tortillas) in Mexiko das Grundnahrungsmittel darstellen, haben die beträchtlichen Preiserhöhungen bereits zu Unruhen geführt. Auf der einen Seite wird Mais nun durch Spekulanten gehortet - auf der andern muss der Staat die Ernährungsgrundlage durch Subventionen finanzieren.

Die grösste Bioethanol-Anlage, Pischelsdorf, bei Wien, konnte nicht in Betrieb gehen, weil die Maispreise zu hoch sind.

Manche reden bereits wieder von Anbauschlacht - andere machen sich genau deswegen Sorgen um die letzten Reste Natur, insbesondere die Rest-Urwälder des Amazonas. Nicht zu Unrecht, denn die Produktivitätsbesessenheit treibt auch hierzulande ihre ersten Blüten. So verlangt in Wald und Holz 10/2007 ein Waldbesitzer aus Cortaillod (A. Vetterli), dass sich die Forstliche Versuchsanstalt (WSL) intensiver mit der Züchtung von Bäumen befasse, denn mit Hochleistungspflanzen liesse sich die Umtriebszeit auf 28 Jahre verringern (Föhren Neuseeland). Als Steuerzahler habe er Anrecht auf Gegenwert! Hier lässt die Produktionsgesinnung mal wieder alle Vernunft und alles Wissen über die Komplexität des Baum- und insbesondere Waldwachstums fahren, und will den bewährten naturnahen Waldbau durch Hochleistungsplantagen ersetzen - obwohl keine Züchtung, am wenigsten genetische Manipulation, Bäume an die langfristigen und vielfältigen Einflüsse anpassen kann. Das kann nur die Selektion ... und die dauert eben einige Baumgenerationen ... s. Risiken der Gentechnologie

2.5 Szenarien

Szenarien sind keine Prognosen, sondern Entwürfe, wie sich die Welt entwickeln könnte. Sie sind aber doch nicht reine Phantasie, denn sie müssen sich in die gegebene Komplexität einfügen, realisierbar und glaubhaft sein. Sie helfen so, die unterschiedlichen Kräfte und Einflüsse welche die Zukunft bestimmen, zu erkennen. Sie zeigen so auch, dass die Zukunft nicht vorherbestimmt und nicht vorher bestimmbar ist. Sie helfen, die Informationsflut zu kanalisieren und erfassbar zu machen, Prioritäten zu setzen und Risiken zu identifizieren.

Zwei Hauptszenarien wurden von Shell entworfen, der US-Stil Kapitalismus gegen einen eher kommunitaristischen Ansatz:

Der erstere läuft unter dem Titel Business Class oder etwas fatalistisch-beschönigend: TINA: There is no alternative:  TINA basiert auf dem ökonomisch-liberalen Grundgesetz, nach dem sich alles über Preise regeln lässt. Aber selbst die eingefleischtesten Liberalisten anerkennen, dass die stärksten Kräfte die in der Menschengeschichte wirksam waren, wie Christentum, Islam oder Buddhismus, nicht in der Wirtschaft wurzeln. (Daher vielleicht die übertriebene Furcht vor dem Kommunismus auf einem kleinen Inselchen südlich vor Florida ...).

Die globale Elite (worunter Shell alle mit einem Einkommen über 50'000 Dollar zählt, also etwa 1/3 der Schweizer, besitzen eine überproportionale Macht. Diese basiert auf ihrem Reichtum und ihrer Mitwirkung an globalen Netzwerkknoten wie Weltbank, IMF und WTO. In diesem Modell bleibt die USA die Weltmacht und die globale Elite beschreitet wirtschaftlich den selben Weg, den die USA vorgibt. Dies wird der Washington-Consensus genannt. Diese Elite ist zumeist städtisch. Sie geht dorthin, wo sich ihr die besten Möglichkeiten bieten - genau wie die ärmeren, die den weniger lukrativen, aber trotzdem beschränkten, Stellenangeboten hinterher rennen müssen.

Wie ein Fürst des Mittelalters regiert die USA - muss aber (zuweilen) die moralische Autorität der überhand nehmenden, aber wenig mächtigen Institutionen wie der UN, mit ihrem Papst, dem Generalsekretär, akzeptieren.

Diese stärkere internationale Verflochtenheit führt aber auch zu mehr Infektionsmöglichkeiten: Terrorismus, Drogen, ethnische Gewalt, illegale Immigration, Umweltzerstörung, Waffenhandel, Verbreitung von tierischen und menschlichen Krankheitserregern, Instabilität des Finanzmarktes. Die Wirtschaft wird veränderlicher, nicht stabiler. Geld kann ein Jahr hierhin, das nächste Jahr dorthin fliessen, dem Massendrang folgend. Die Reichen haben mehr Möglichkeiten, Chancen wahrzunehmen. Arme Länder und Personen bleiben in ihrer Lage stecken.

Niemand ist zuständig, niemand verantwortlich. Es wird gegen dies oder jenes protestiert, die Verursacher stellen sich drauf ein oder auch nicht (je nach Kosten, die der Protest verursacht).

Dies führt dazu, dass zwar eine Mehrheit immer noch für Liberalisierung einsteht, aber nur solange eine sichere Versorgung mit Grundgütern wie Strom, Wasser, gesunden Nahrungsmitteln zu zahlbaren Preisen gewährleistet ist.

Scenarium Prisma: Hier bestimmen die kulturellen Werte. Die Länder schliessen sich von unten her zusammen und folgen ihrem eigenen Entwicklungspfad, der auf spezifischen regionalen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen Bedingungen basiert.

Während Menschen global vernetzt sind - handeln und wirken sie in erster Linie lokal. Im Szenarium Prisma werden local knowledge und best global practice gefördert, aber an die lokalen Bedürfnisse angepasst. Da global wirksame Institutionen und Policies entweder fehlen oder weitgehend unwirksam sind, liegt das Schwergewicht auf regionalen Abkommen. Prisma gibt jeder Region die Chance, sich nach den eigenen Ideen über Erfolg, nach eigenen Werten eigene Ziele anzustreben.

Der Washington-Consensus wird aufgelöst, da er die vitale Bedeutung gewisser Dienstleistungen wie Gesundheit, Bildung, Wasser vernachlässigt. Er war wenig überzeugend beim wirtschaftlichen Umbau von Russland, wie beim Aufbau der Wirtschaft in Afrika und Südamerika. Private Monopole haben oft schwerwiegendere Folgen als ein Staatsmonopol.

Die USA bleiben auch in diesem Modell die grösste Wirtschaft - dominiert aber die Welt nicht mehr so wie zur Zeit. In China entsteht ein starker Gegenpol. Da Japans Kultur zu unterschiedlich ist von derjenigen der USA (kein sharholder value - sondern corporate responsibility, long term, not fast profits) fragt sich der US-Pragmatist: Why not try China? Zur Zeit (2006) treibt der Energiebedarf Chinas nicht nur die Oelpreise in die Höhe, sondern auch die Forschung an. China treibt intensive Forschung zur Verflüssigung (liquification) seiner Kohle, von der es riesige Reserven besitzt.

Wichtigster Energielieferant: Erdöl wird ab 2020 ein Problem (stagnierender Zuwachs des Verbrauchs), es wird zunehmend ersetzt durch Kohle, erneuerbare Energien - bleibt aber der wichtigste Brennstoff für weitere 20 Jahre.

So oder so - höhere Energiepreise bleiben vorerst ein Alb-Traum

Traum für Umwelt, Waldbesitzer und Energiebauern - Albtraum für Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Autofahrer.


3. Potentiale und Preise

 

Energieform heutige Nutzung möglicher Ausbau Kosten pro KWh
Wasser 33 TWH (Terawattstunden ( 1 TWH = 1000 Milliarden KWH) kaum mehr Grosskraftwerke, auf Grund pol. Widerstandes. Im Kleinkraftwerkbereich 2.3 TWH - aber zu höheren Kosten 3-7 Rp für Bandenergie
Atomstrom 38 (Sommer) - 45% (Winter) des gesamten Strombedarfs der Schweiz. Dürfte am Widerstand der Bevölkerung scheitern. 5 (bei einer Lebensdauer der Anlage von 60 Jahren! *) -10-15 Rp ... allerdings ohne Folgekosten und Versicherung. Langfristig dürften die Kosten beträchtlich höher liegen.
Wind 0.5% 1.2 TWH. Deutschland wird seine Winde selbst brauchen, wenn es den Ausstieg aus der Atomkraft vollzieht. 12.9 - 14.3 Rp.
organische Materie, v.a. Holz 0.9 TWH 9 TWH 15 Rp
Geothermie heute minim. s. aber Pilotprojekt Basel 2009 18 TWH 7-15 Rp.
Solarstrom/Sonnenenergie   20% des heutigen Bedarfs, d.h ca.12-16 TWH 60-80 Rp
Sparen Mangelhaft, trotz Kyoto und sehr schwachem Wirtschaftswachstum stieg der Energieverbrauch der Schweiz zwischen 2000 und 2004 um 7.3% s. Novatlantis: 2000 Watt Gesellschaft keine Kosten, Ersparnisse

 

* Genauer besehen ist es auch keine reelle Zahl, sondern die Erwartung, die durch einen kleinen Kurzschluss in einem grossen Generator von Leibstadt abgefackelt wurde. Dieser Unfall führt zu einem Preis von 9 Rappen. Man stelle sich nun vor, es hätte ein kleiner Unfall in dem Gebiet stattgefunden, der das Kernproblem der Kernenergie darstellt, Reaktor/Strahlung. Wie hoch wäre dann der KWh-Preis? 

 

Apropos Wettbewerb: Wirtschaftsfreundliche Kreise können die "Liberalisierung" des europäischen Strommarktes ja nicht genug loben, die zögerliche Haltung der Schweiz nicht genug beklagen. Mehr Wettbewerb soll günstigere Preise schaffen. Die Realität ist aber eine andere. Hier, wie bei den meisten "grossen Geschäften" wird zwar sehr gerne von Wettbewerb geredet (vor allem, wenn es um die Angestellten und deren Löhne geht), aber strategisch und taktisch setzt man voll auf Kooperation und Marktherrschaft. Man nennt das natürlich nicht so, sondern bezeichnet es als "Konsolidierung" (tönt halt schon grad viel "solider"). Gerade im Energiebereich entstehen immer mehr länderübergreifende, also dominierende Grossunternehmen, denen mit nationaler Politik kaum mehr beizukommen ist. In Deutschland hat E.ON Ruhrgas übernommen, In Spanien hat Gas Natural hat ein Übernahmeangebot für Endesa unterbreitet, in Frankreich haben Suez und Gaz de France fusioniert, um ein Übernahmeangebot von ENEL (Italien) abzuwehren. 6 bis 7 nationale Giganten (EDF, Suez-GDF, E.ON, RWE ...) dominieren den Energiemarkt von 450 Millionen Personen. [Zahlen aus Dossierpolitik 14, 18.4.06 ... wenn auch nicht ganz im Sinne der Urheber verwendet ...] Politik ist Zwang - Wirtschaft ist Freiheit? Was daran wohl "liberal" sein mag, wenn 7 gigantische Betriebe mit eben so gigantischen Gewinnen 450 Millionen "Abhängige" versorgen? Wettbewerbsfähigkeit = monopolähnliche Grösse? Rentabilität ist, mit möglichst wenig Arbeitskräften möglichst viel Geld zu machen. hejodrnoo ... 

Seltsamerweise wird die Idee auch von der SP, in Person Rudolf Rechsteiners, unterstützt und damit auch von Teilen der Grünen. Dies vor allem, weil man sich bessere Bedingungen für alternative Energien erhoffen (Durchleitungsrecht, grösserer Markt), zum Teil auch bloss, weil einige der Herren der heutigen "Energiegrossmächte" der Schweiz als .. , ähhhm nicht so angenehm als Diskussionspartner, empfunden werden. Es könnte sich allerdings auch in dem Fall um ein Austreiben des Teufels mit Beelzebub handeln. Oder, anders ausgedrückt: Wer das Zückerli nimmt, riskiert nicht bloss Karies, sondern wird auch die Zahnarztrechnung präsentiert erhalten.

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Links:

Gesetzliche Grundlagen

Statistiken: Der Energieverbrauch nahm 2003 um 2.3% zu, obwohl das Inlandprodukt um 0.5% schrumpfte. Die Energieeffizienz hat also, entgegen der Erfordernisse der CO2-Reduktion, abgenommen. Wenn Sie diese Graphik, die auf reellen Daten basiert, mit der ganz oben vergleichen, sehen Sie leicht, wie gross der Unterschied zwischen Sein und Sollen noch ist.

Global Warming [s. auch: Wird's heiss? - Ein paar Hinweise zum Global Warming ]

Apropos global warming ... wenn Sie bereits so etwa ein halbes Jahrhundert hinter sich haben wie ich, dann erinnern Sie sich sicher an die Institution der Hitzeferien, die es damals noch an der Schule gab. Bei mehr als 25°C um 10°° war die Schule aus. Während meiner ganzen Schulzeit passierte das so zwei oder drei Mal. In den letzten paar Jahren hätte man die Schulen für Wochen schliessen müssen im Sommer, wenn es das noch gäbe. Hiermit können Sie sich ihre eigenen Statistik machen.

Alle 3 Jahre ein "Jahrhundertereignis":

  • 2009: Jahrhunderthitze wäre beinahe übertroffen worden, hätten die regenlosen Wolken noch etwas gewartet. Die Trockenheit ist allerdings wieder so hoch wie damals: Fische müssen aus austrocknenden Bächen umgesiedelt werden, Bauern können an vielen Orten kein Bach- oder Flusswasser mehr zur Bewässerung nutzen, weil der Pegel eben schon so tief ist. In Russland vertrocknet das Getreide, und nicht nur in den trockenen Ebenen des Südens (Kalmykien, Wolgograd), sondern bis zum Oberlauf der Wolga (Tatarstan, Orenburg), also den südlichen Ausläufern des Ural. 9.5 Millionen ha, 20% des gesamten, wurden vernichtet. Es droht zwar keine Hungersnot, aber den betroffenen Bauern der Bankrott.

  • 2005: Jahrzweihunderthochwasser
  • Sommer 2003: Jahrhunderthitze

  • 2002: Jahrhunderthochwasser

  • Dezember 1999: Jahrhunderthochwasser + Jahrhundertsturm Lothar

  • Rheinhochwasser 93/95

  • 1990: Jahrhunderststurm Wiebke

  • 1980: Jahrhundertkaltundverseichtsommer, von April bis Juli Regen. - Ansonsten alle 3 Jahre ein Trockenjahr (Zivilschutzaufbebot: Felder Bewässern).

  • Jahrhunderthitze/Trockenheit 1947/48

Das Schweizer Klima im Trend: Temperatur- und Niederschlagsentwicklung 1864-2001. MeteoSchweiz

Einen entscheidenden Beitrag zur gesamten klimatischen Entwicklung in der Schweiz brachte der massive Klima-Umschwung ab Ende der 1970er Jahre. Die Winter- und Sommerhalbjahre erfuhren eine schnelle, zum Teil auch sprunghafte Erwärmung. Das Niederschlagsregime reagierte mit vorübergehend plötzlich erhöhten Niederschlagsmengen im Winterhalbjahr und einer deutlich erhöhten Häufigkeit von Starkniederschlägen im Sommerhalbjahr.

Ohne Zweifel durchlief die Schweiz damals einen bedeutenden klimatischen Wandel, welcher in dieser Art in der gesamten bisherigen Messperiode nie aufgetreten ist.

DER TEMPERATURVERLAUF VON 1864 BIS 2001

Langjährige Temperaturentwicklung des Winterhalbjahres.

Langjährige Temperaturentwicklung des Sommerhalbjahres.

Langjährige Niederschlagsentwicklung des Winterhalbjahres. In Basel kaum Auswirkung auf Grund seiner speziellen trocken-warmen Lage am oberen Ende des Jura - am untern aber schon, wie in der Restschweiz.

Starkniederschläge

http://www.umwelt-schweiz.ch/imperia/md/content/oekonomie/klima/dokumentation/klimatrend_meteoschweiz.pdf

Unwissenschaftliche tendenziell kann man sagen, dass sich die Sahelzone über das Mittelmeer hinaus ausdehnt (s. Trockenheit in Portugal und Spanien), und sich das "Mittelmeerklima" (feuchte Winter, trockene Sommer) bereits über die Alpen hinaus in den Norden bewegt. Belegt wird dies durch die seit Jahrzehnten zunehmenden Hartlaubgewächse im Tessin.

Kosten der verheerendsten US-Hurricanes seit 1900 (Tagesanzeiger, 30. August 2005. S. 3):

  1. 43.7 Milliarden $. 1992. Andrew. Südflorida-Südostlouisiana. Stärke: 5
  2. 15 Mrd. $. 2004. Charley. Südwest- und Zentralflorida. Stärke: 5
  3. 14.2 Mrd. $ 2004 Ivan. Florida, Alabama. Stärke: 3
  4. 12.3 Mrd. $ 1989 Hugo. South Carolina. Stärke: 4
  5. 11.3 Mrd. $ 1972 Agnes. Florida, Nordost-USA. Stärke: 1
  6. 10.8 Mrd. $ 1965 Betsi. Südflorida, Südostlouisiana. Stärke: 3
  7. 8.9 Mrd. $ 2004 Frances. Florida. Stärke: 5
  8. 8.9 Mrd. $ 1969 Camille. Mississippi, Südostlouisiana, Virginia.
  9. 7 Mrd. $ 1955 Diana. Nordost-USA
  10. 6.9 Mrd. $ 2004 Jeanne. Zentralflorida
  11. 6.3 Mrd. $ 1979 Frederic. Alabama, Mississippi
  12. 6 Mrd. $ 1938 - New England, New York, Rhode Island
  13. 5.8 Mrd $ 2001 Allison. Texas
  14. 5.8 Mrd. $ 2001 Floyd Mid-Atlantic, Nordost-USA
  15. 5.4 Mrd. $ 1944 Great Atlantic, Nordost-USA

Statistisch ergibt sich nicht viel *, ausser dass die Schäden zunehmen, was sich aber aus immer dichterer Bebauung erklärt. Auffallend ist einzig die Häufung von Schäden im Jahr 2004 (4 der 15 Ereignisse), und nach dem "Jahrhundertkostenereignis von 1992 schon wieder eines mit Katrina, dessen Kosten auf 25 Milliarden $ (inzwischen bis 100 Mrd $) geschätzt werden. Alleine der Stillstand der wirtschaftlichen Aktivitäten kostet 100 100 Millionen $ pro Tag, also in 3 Monaten, bis New Orleans wieder trocken ist, volle 9 Milliarden. Zur Zeit kosten die Einsätze 2 Milliarden pro Tag.

* Vielleicht doch. Science [Bd. 309, S. 1488] hat gezeigt, dass zwar die Anzahl der Stürme nicht zugenommen hat, aber deren Stärke.

Zwischen 1975 und 89 tobten im Nordatlantik zehn Hurrikane der Klassen 4 und 5 - im gleichen Zeitraum, zwischen 1990 und 2004 waren es bereits 25. Im Südindischen Ozean stieg diese Zahl von 23 auf 50!

Eigentlich lautet die Frage auch nicht mehr ob, sondern wie viel, d.h. zu welchem Anteil ist die globale Erwärmung vom Menschen gemacht. Hier unterscheiden sich die Schätzungen von 50% (Wanner, Geogr. Inst. Bern, Fernsehinterview 17.9.05) bis 75/80%. [Dann gibt es allerdings auch noch einige Filzläuse, die ganz in Bush'scher Manier die menschliche Einwirkung mit der des gesamten in der Atmosphäre vorhandenen Wasserdampfes gewichten und so glücklich auf eine menschliche Wirkung von 0.28 - 0.035% kommen.]

2004 war das Budget für (dringend notwendige!) Reparaturen an den Dämmen von 36.5 Millionen $ auf 10.4 Millionen reduziert worden, des Irak-Krieges wegen. Der allerdings hat bisher bloss 252 Mrd. Dollar gekostet (inkl. Afghanistan). Zum Vergleich: Die Zerstörung der zwei Türme des Trade Centers richteten einen Schaden an von 67 Milliarden, Katrina von schätzungsweise 200 Milliarden (Schätzung vom 9.9.05) - der Betrag aber, den Bush über Steuersenkungen an seine Amigos verschenkt hat lautet auf: 1600 Milliarden.

Die enorme Auswirkung die Katrina auf die Öl und Benzinpreise hat, erklärt sich damit, dass die USA aus dem Golf von Mexiko fast 30% ihres Erdöls fördern. 58 der Förderanlagen wurden zerstört, die 9 grössten Raffinerien bleiben geschlossen (Chevron, Conoco Philips, Marathon, Motiva (Shell, 2 Stk + Shell Chem), Chalmette, Valero, Murphy)  und der grösste Offshore Hafen, 36 km vor der Küste Louisianas, ist unbrauchbar. Alleine hier wurden Tag für Tag 1 Million Fass importierten Erdöls angeliefert.

Die Kosten von Andrew 1992, die vom Tagesanzeiger mit 43.7 Milliarden $ reportiert werden (Dienstag, 30.8.05, S. 3), sind zwar doppelt so hoch wie die sonst im Internet und den Medien verbreiteten 22 Millarden $ (Schäden von Katrina grösser als Andrew), stammen aber aus einer Expertenschätzung des renommierten US-Wirtschaftsblatt "Wall Street Journal". Die Sache mit "präzisen" Zahlen scheint schon so eine Sache ... Erinnert irgendwie an Food for Oil, da sind auch 20 Milliarden irgendwo verschwunden - von dem was seither "verschwunden" ist, nicht zu reden.

Zudem soll nicht die Häufigkeit der Hurrikane, aber ihre Stärke zugenommen haben. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich die Temperatur der Gewässer im Golf von Mexiko in den letzten 30 Jahren um 0.5 °C erhöht hat, was zu einer Verdoppelung der Sturmstärke führte. In diesem Jahr (2005) sind im ersten Halbjahr bereits 22 Stürme aufgetreten, doppelt so viele wie im der letzten 150 Jahre. Dies vor allem weil die Hurricanesaison zwei Monate zu früh einsetzte.

Eine Diskussion über ein eventuell doch mögliches Problem mit der globalen Erwärmung wird in der USA genau so unterdrückt wie eine Diskussion um reelle, von Saddam ausgehende, Gefahren für die USA (die annähernd bei Null lagen. Blamieren tut sich der Bush ja von selbst. Der braucht den Saddam nicht mal dazu). Renommierte Zeitungen wie die New York Times oder Wall Street beschäftigen sich kaum mit dem Thema. Im Kongress werden Rügen ausgeteilt wie: Der behauptete Bezug zwischen Sturm und Klimaerwärmung zeugt von einer eselhaften Gesinnung (Limbaugh an vanden Heuvel).

Der konservative texanische Abgeordnete Joe Barton eröffnete gar eine Untersuchung gegen drei renommierte Klimaforscher, die aufgefordert wurden, sämtliche, seit Karrierebeginn publizierten Papiere, Daten und Projektdokumente vorzulegen, um die Wissenschaftlichkeit ihrer Studien zu überprüfen. Viele Wissenschaftler, auch konservative, sehen darin eine Verwischung der Grenzen zwischen Politik und Wissenschaft: Wahr ist, was der Politik dient. Die Vorgänge dienen der Hexenjagd und öffentlichen Diskreditierung. (Sie erinnern echt an die Inquisition: Hast Du den echten Glauben an den rechten Gott, Mammon?)

Alternative Energien

  • Geothermie (ich wohn in Kleinhüningen, 200 m von den Erdbebenverursachern in Basel, im 6. Stock ... aber trotzdem. Müsste ja nicht gleich in der Stadt erfolgen, so eine Bohrung ... Man könnte ja den ländlichen Nachbarn ein Entgelt gönnen für die Erschütterungen. In Soultz, wenige Kilometer von hier, ging das offenbar relativ problemlos von statten.)

  • www.swisssolar.ch

  • Suisse Eole: Windenergie

Bis 2012 sollen auf Gotthard und Grimsel 69 Anlagen mit einer Leistung von 139 Megawatt installiert werden. Die Joche und Pässe über Jura und die Alpen sind dafür am günstigsten, da dort der Wind wie durch eine Düse gepresst wird.

  • Portal erneuerbare Energien http://www.iwr.de/  Die Suchfunktion mit "Holz" bringt hier eine: reiche Ernte an Dokumenten zu Holzenergie und Biomassenutzung – als aktiven Klimaschutz!

Die 2000-Watt-Gesellschaft http://www.novatlantis.ch/frames_d.html

Häuser / Minergie

Oekostrom Infos

Verkehr

Eher problematisch: Der Nano, Das indische Auto von TATA  für 2800 Fr. 2 Zylinder, 33 PS, 623 cm3 Hubraum, Verbrauch: 5l auf 100 km. Der Untergang der Städte?  Indiens? Chinas? Des Klimas? ...

Erdgasauto

Im Bereich Biofuels gilt allerdings: Holzauge sei wachsam! Die Gentechnologie-Industrie benutzt auch dieses trojanische Pferd, um sich unentbehrlich zu machen. Statt natürlich vorkommende Bäume, Sträucher, Pflanzen, die auch den einheimischen Tieren ein Überleben ermöglichen, zur Energieerzeugung zu nutzen, will sie auch diese - Oh Gott, was hast Du bloss gepfuscht! - "optimieren".

Biotreibstoffe

Massive Probleme der Biotreibstoffe haben sich 2008 gezeigt, als die Mais- und Weizenpreise plötzlich spekulative, noch nie dagewesene Höhen erklommen, und sich viele Mexikaner ihre Tortillas nicht mehr leisten konnten. So gesehen ist zwar das wachsende Bewusstsein der US-Amerikaner erfreulich, dass Petrol nicht unendlich vorhanden ist, allerdings belasten auch die Folgen der Umlagerung vielfach noch andere:

Effizienz: Motoren - Elektromotoren - Druckluft Energieverbrauch öffentlicher Institutionen

Betr. übler Folgen des Verkehrs, nämlich Lärm:

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M. Herzog, Dipl. Ing. ETH, Basel