Incl. Kommentare der KOK zu den 8 Thesen. Zu den 8 Antithesen - Galileo - Lösungen - Resultate Waldgipfel
| Unter 100 Leuten, die eine These vertreten, finden sich
erfahrungsgemäss an die 95, welche die These gar nicht kennen. Paul Valéry. Poet und Zeitkritiker (1871-1945) |
Die von einem neunköpfigen Team präsentierten 8 Thesen werden in No 3 von Wald und Holz , März 2003, präsentiert, sind aber auch beim Waldwirtschaftsverband als pdf-File zu beziehen. Diese Ausgabe von Wald und Holz liefert aber auch noch einen ganzen Strauss unterschiedlicher Aspekte zu diesem Thema:
Die Grundlage zu den 8 Thesen bilden reelle Probleme, die sich nicht wegdiskutieren lassen: Gehen die Einkünfte aus der Holzwirtschaft weiter zurück, muss die Bewirtschaftung der Wälder vielerorts aufgegeben werden. Dies gefährdet die Multifunktionalität der Wälder, gefährdet Arbeitsplätze im ländlichen Bereich und läuft Strategien zur Senkung des CO2-Ausstosses völlig entgegen.
Die über 8 Forderungen vorgestellten Lösungen lassen allerdings einiges zu wünschen übrig und können in der Form nicht akzeptiert werden:
1. Klare Rechte und Pflichten für alle Waldbesitzer
Investition in die Pflege der Wälder sind wichtig für Kinder und Grosskinder. Um der Anspruchsinflation aus der Bevölkerung effizient begegnen zu können braucht es klare und einfache Spielregeln. Konkrete Ansatzpunkte und vertrauensbildende Massnahmen gibt es viele: Vereinfachung der Vorschriften und Kontrollinstrumente für die nachhaltige Waldbewirtschaftung, Klärung der Haftpflichtigkeit und Bewirtschaftungspflicht, Rückzug der eidgenössischen und kantonalen Verwaltung aus strategischen und operativen betrieblichen Entscheidungen der Waldbesitzer.
Man hat sich in den letzten Jahren an derartiges gewohnt und mag dies als angepasste Forderung empfinden. Sind Sie auch dieser Meinung? Dann ist auch Ihnen entgangen, dass im Gegensatz zu ähnlichen Forderungen im Laufe der NPMisierung, die eine klare Trennung zwischen strategischen Entscheiden der politischen Behörden und operativer Betriebsführung der Verwaltung forderte, hier nun auch noch die strategischen Entscheide privatisiert werden sollen. Das bedeutet eine völlige Privatisierung der Waldbewirtschaftung - die Öffentlichkeit, deren Interesse ja die eidg. und kantonale Verwaltung vertreten, soll ausgeschlossen werden.
Die KOK (Wald & Holz 8 / 2003 / S. 7/8) unterstützt klare Rechte und Pflichten für alle Waldbesitzer - allerdings nicht den völligen Ausschluss der eidgenössischen und kantonalen Verwaltung aus strategischen wie operativen Entscheiden der Waldbesitzer (s. speziell Punkt 3)
2. Mehr Freiheit und Eigenverantwortung für die Waldbesitzer
Da die Holzpreise international bestimmt werden, decken sie die Kosten der Waldpflege, zum Teil sogar der Ernte, oft nicht mehr. Einfuhr aus dem Ausland mag volkswirtschaftlich (so geschrieben, gemeint ist vermutlich: wirtschaftlich/betriebswirtschaftlich, ohne Volk, eine Verwechslung die zum dem Liberalismus gehört wie das Weihwasser in die Kirche) sinnvoll, ökologisch (und volkswirtschaftlich) jedoch kaum klug sein.
Eine langfristig glaubwürdige Lösung dieses Dilemmas kann nur darin bestehen, einheimisches Holz wieder zu international konkurrenzfähigen Preisen zu produzieren und zu verarbeiten. ... Konkrete Ansatzpunkte für mehr Freiheit sind die Abschaffung der Holznutzungsbewilligung, die Abschaffung der Bestockungspflicht, die Abschaffung aller Betriebsplanungspflicht und die örtliche Lockerung des Kahlschlagverbots.
Bestockungspflicht: Da zur Zeit das Angebot weltweit höher ist als die Nachfrage (was allerdings in vielen Ländern auf zerstörerischem Raubbau beruht), kann man hier für eine gewisse Zeit ruhig ja sagen, allerdings im Bewusstsein, dass sich dies in nicht all zu ferner Zukunft ändern wird, denn Raubbau liefert dem Weltmarkt zwar vorübergehend billiges Holz - zerstört aber die Grundlagen der Holzproduktion, die Wälder.
Kahlschlagverbot: Obwohl wenig geschätzt, ist dies unumgänglich, wenn mechanisiert werden soll (oder muss oder will ..). Kahlschlagwirtschaft sollte sich aber auf diejenigen Standorte beschränken, wo eine maschinelle Bewirtschaftung möglich ist ohne zu Schädigungen von Boden und Waldfunktion, speziell Wasserqualität, zu führen. Dies Bedarf der betrieblichen Planung, der Zuordnung von bestimmten Parzellen zu bestimmten Nutzungen. Dass die Verpflichtung zur betrieblichen Planung gerade auch noch in Bausch und Bogen verworfen wurde, zeigt entweder eine massive Inkonsistenz des Dokuments, oder glatte Hinterlist, die auch andere Vorschläge aus dieser Gruppe auszeichnen. (s. Abbau der Waldgesinnung).
Holznutzungsbewilligung: Die Waldwirtschaft hat das Grundkonzept der Nachhaltigkeit geliefert. Sie richtet sich mancherorts seit hunderten von Jahren danach: Es darf nur so viel genutzt werden wie nachwächst. Um diese Kontrolle zu ermöglichen, Bedarf es der Kontrolle. Da Wald seeeeeehr lange Produktionszeiträume hat, Eichen z.B. eine Planungsperiode von bis zu 300 Jahren, kann es nicht sein, dass in Jahren mit guten Preisen der ganze Wald kahlgeschlagen wird, und dann lange Zeit nur Kosten anfallen. Holz wächst an Holz, Holz wächst dauernd, das Angebot kann sich also eh nicht auf kurzfristige Nachfrageschwankungen einstellen. Eine gewisse Lockerung und Dynamisierung der nutzbaren Holzmenge ist sicher zu befürworten, eine Aufhebung der Planung, ein planloses Wirtschaften, ein Wirtschaften in den Tag hinein - im Wald sicher nicht.
Beide Vorschläge zur Abschaffung der Betriebsplanungspflicht sind ein Witz, aber keiner zum Lachen. Beide sind ein Schritt von nachhaltiger und geregelter Waldbewirtschaftung, von Silvi-Kultur, zu rein kommerzieller Ausbeutung der Ressource Wald.

Die KOK bemerkt dazu, dass bereits heute die Holznutzungsbewilligung durch die Kantone, nicht durch den Bund erteilt werden, dass also kantonales und nicht Bundesrecht gilt. Eine Vergrösserung der maximalen Schlagfläche wird als möglich erachtet, dort wo nicht Waldfunktionen von öffentlichem Interesse, wie Erosionsschutz und Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit dem entgegen stehen. Es wird zwar auch von der KOK kaum befürchtet, dass die Waldeigentümer den Waldgrossflächig kahl schlagen würden, aber ein minimaler Qualitätsstandard muss für die Waldbewirtschaftung gesichert bleiben. Die Aufgabe der Erfassung und Berücksichtigung öffentlichen Interesses (speziell Schutzwaldpflege) ist Aufgabe des Forstdienstes (und kann kaum privatisiert werden [Bemerkung des Autors]).
3. Aufgaben entflechten
Wurde in Punkt 1 und 2 alles was nach Strategie und Planung aussieht eigentlich schon abgeschossen, redet man hier doch wieder nur von Entflechtung zwischen Hoheitsaufgaben und Betriebswirtschaft. Das Gesetz soll von der Wirtschaft getrennt werden. Wirtschaften als pure Produktion - soll ohne Behinderung wirken können (Gesetze sind also nicht nur überflüssig, sondern stören - so der liberale Ansatz.)
Etwas realistischer wäre es, ein Konzept öffentlichen Wirtschaftens zu entwickeln, dass neben der Produktivität und den Interessen der Shareholder, dem einzigen worum es dem Liberalismus geht, auch noch die Interessen der Stakeholder berücksichtig, wie sie für Waldfunktionenpläne, Waldnutzungspläne und Waldbewirtschaftungspläne bereits erhoben werden.
Unbestritten
ist, dass sich die Forstkader von Beamten und Verwaltern mehr in Richtung Manager
bewegen müssen. Allerdings haben die Liberalen den besten Zeitpunkt verpasst,
denn Schufen die Manager vor 4 Jahren noch Werte, haben sie dieselben seither
vernichtet, sich selbst aber einen tüchtigen Anteil vom Kuchen abgeschnitten,
dem Staat die Kosten für Arbeitslosen, den Angestellten die Kosten für die Sanierung
der Pensionskassen, grosszügig überlassen.
Die mehrfache Betonung von Sozialplänen zeigt hier deutlich, wess' Geistes Kind die 8 Thesen sind. Wird auf der einen Seite eine Halbierung der Stellen in der Waldwirtschaft (von ca. 8000 auf 4000) gefordert, sind die selben Leute sofort dabei, wenn es um die Errichtung einer staatlich subventionierten Schule für Forsttechniker geht (Zollikofen): Ausbilden ja, solange es ein Geschäft ist, Anstellen eher weniger, denn das verursacht schliesslich Kosten. Für den Liberalisten braucht es in der Wirtschaft keine Strategie, keine Pflege, keine Institutionen und keine Gesinnung, es braucht nur noch willige und fähige Ausführende die günstig produzieren. Dieses produktions- und betriebswirtschaftliche Ideal ist ganz offensichtlich untauglich für eine volkswirtschaftliche Betrachtung.
Die KOK wird die Möglichkeiten für eine Entflechtung der Aufgaben prüfen - besteht aber darauf, dass der Forstdienst, soll er seinen Auftrag, die Sicherstellung der qualitativen und quantitativen Walderhaltung weiterhin erfüllen können, auch in Zukunft über griffige Kontroll-, Förder- und Interventionsmöglichkeiten verfügen muss.
4. Optimierung der Waldbewirtschaftung
Die Waldarbeiten zu privaten Forstunternehmen ausgelagert werden, die mit modernsten Maschinen ausgerüstet, Waldpflege und Holznutzung ... mit gewaltigen Verarbeitungskapazitäten zu günstigen Preisen durchführen.
Maschinen statt Arbeitsplätze - die Hälfte der ca. 8000 noch in der Waldwirtschaft tätigen wird durch Maschinen ersetzt, die Ausbildung der Maschinenführer verbessert ... für die andern (nicht alle, nur die sozialen Härtefälle) werden Sozialpläne errichtet. Auch dieser Punkt zeigt die absolut rücksichtslose Optimierung nach rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Zudem belegt er, dass Liberalismus und Globalisierung nicht funktionieren können, da der Trend zu Selbstzerstörung durch Überkapazitäten, eben durch die hemmungslose Anwendung der economy of scale und weiterer markt- und finanzwirtschaftlicher Kriegstaktiken, ins Extreme treiben. (s. insbesondere: Wenn Denkfehler zum System werden ... Neoliberalismus? - Bitte spülen!) Präzise dieses, an immer tieferen Preisen, an immer tieferen Standards und an immer höherer Produktivität ausgerichtete Verhalten hat zu schwersten Störungen der Waldwirtschaft Japans - und gleichzeitig der weltweiten Holzwirtschaft - geführt.
KOK: Die Optimierung der Waldbewirtschaftung durch horizontale(Bewirtschaftungsgemeinschaften) und vertikale (Holzwertschöpfungskette) Kooperation sind wichtig. Es hapert hier allerdings häufig am Willen der Waldeigentümer, so dass der Schritt zu grösseren, besitzübergreifenden Wirtschaftseinheiten zu wenig Fortschritte macht.
5. Unternehmensaufsicht im öffentlichen Wald
Die öffentlichen Wälder sollen nicht mehr verwaltet, sondern wie viele andere erfolgreiche schweizerische Firmen als Unternehmen der öffentlichen Hand gemanaged werden.
Ob die Verfasser etwa an die Swissair denken ... ? Oder an die SBB, die bereits bei den Pensionskassen ein Loch von 2.7 Milliarden aufweist? Es fehlt leider, und gerade wegen des liberalen und antialleswasmit kombeginntismus an Modellen für eine öffentliche Wirtschaft. Hier wäre eine Rosine, wenn ....
Wo soll ein Waldreservat geschaffen, ein Veloweg eingerichtet oder ein junger Eichenwald gepflegt werden? Nur die Bürgerinnen und Bürger sind letztlich legitimiert, solche Fragen zu beantworten.
Radio Eriwan antwortet: Im Prinzip ja, aber - in der Form wird die Waldwirtschaft aufwändiger als alles was wir in der Forstwirtschaft je hatten oder im Sinne hatten. Es ist klar, dass der Wunsch der Bürger über Velowege entscheidet. Bereits beim Waldreservat kommen aber sachliche Gründe ins Spiel, die mit beträchtlichem Aufwand erklärt werden müssten, was von den Naturschutzorganisationen (noch) ehrenamtlich erledigt wird. Die Idee aber, über die mögliche Pflege eines Eichenbestandes abzustimmen, führt ins Absurde. Eichen brauchen zwei bis dreihundert Jahre bis sie erntereif sind. Sie haben eine höchst eigene Wachstumsdynamik die waldbauliche Eingriffe in gewissen Phasen nötig macht - ansonsten der Bestand gefährdet, und Jahrzehnte an Investitionen in kurzer Zeit entwertet werden. Hier steckt eine Menge an Wissen über Wachstumsdynamik dahinter, dass den Förstern eigen ist, aber bereits den Oekologen grossenteils fehlt. Das Beispiel macht auch deutlich, dass mit einem an kurzfristigen Erfolgen orientierten Management im Wald mehr zerstört als gewonnen wird. Hierin liegt präzise der Grund, warum die Forstbeamten Beamte sind, denn nur ihnen, nicht den gewinnorientierten Managern noch den sich an Wahlperioden orientierenden Politikern wurde ausreichend Unabhängigkeit zugetraut, langfristige Ziele konsequent zu verfolgen, auch wenn sie kurzfristig Probleme verursachen. Dieses Problem wird durch keine der 8 Thesen gelöst, im Gegenteil. Sämtliche Absichten zeigen gerade für den Wald viele berechtigte Vorbehalte gegenüber der rein wirtschaftlichen Betrachtungsweise des Liberalismus, in seiner alten wie neuen Form. Ein derart langlebiges und komplexes Gebilde wie der Wald bedarf einer verlässlichen Institution, die sich um seine Pflege und Erhaltung kümmert. Waldbewirtschaftung kann nicht aufbauen auf den andauernd schwankenden Moden, auf denen die gegenwärtige Wirtschaft basiert.
KOK: Mehr Demokratie in der Waldbewirtschaftung wurde durch die Waldentwicklungspläne bereits erfolgreich eingeführt. Eine Weiterentwicklung, die in Richtung einer direkten Beteiligung der Bevölkerung an der Zielsetzungen der Forstbetriebe zielt, müsste eine Abwägung privater und öffentlicher Interessen durch zweckmässige Verfahren sichern.
6. Unternehmerischer öffentlicher Wald
Oeffentliche Wälder sollen als selbständige Unternehmen der öffentlichen Hand geführt werden und über eine zeitgemässe Unternehmensaufsicht verfügen. (s.o.) ... Diese neuen dynamischen Waldunternehmen sollen so mit den gleichen Möglichkeiten wie die ausländische Konkurrenz ihre Ziele verfolgen können.
Die ausländische Konkurrenz verfolgt ihre Ziele über Kahlschlag, Mechanisierung, Bodenvernichtung, Plantagen, Ausbeutung statt Pflege. Warum wohl geben sich Umweltschutzorganisationen in den USA nicht mehr damit zufrieden, dass 20% der Wälder unter Schutz gestellt werden, sondern verlangen 70%? Eben, weil die nach wirtschaftsliberalen Prinzipien bewirtschafteten Wälder zum Industriegelände werden. Natur adé. Der in der Schweiz, Deutschland und Österreich entwickelte und angewandte naturnahe Waldbau, einzigartig in der Welt, kombiniert äusserst geschickt wirtschaftliche Produktion mit Erhaltung der Natur. Natürlich lässt sich billiger produzieren, wenn man die Natur opfert, aber dann noch von zukunftsfähiger Waldwirtschaft zu reden ist eine bodenlose Frechheit.
Das Problem Wald zeigt überdeutlich durch globalisierung verursachte Probleme: Durch den Bezug der Produktivität jeglicher Wirtschaftseinheit auf die Welt wird ein völlig falscher Referenzrahmen geschaffen. Die ganze Welt konkurriert mit den Grössten und Schnellsten - während der grösste Teil der Welt vermutlich über viel ungünstigere Produktionsbedingungen verfügt als eben die Grossen und Schnellen. Ist das bei der Produktion von Chips (egal ob Kartoffel- oder Komputer-) einigermassen egal, so geht es bei bodengebundener Produktion, präzise bei der Land- und Forstwirtschaft, nicht auf. Hier lässt sich die Produktion nicht einfach irgendwohin verlagern, denn jede Region soll und will ihre Wälder haben, nutzen und pflegen.
Konkrete Ansatzpunkte gibt es mehrere, die wichtigste Alternative heisst Verselbständigung und Zusammenschluss kantonaler und kommunaler Forstbetriebe durch Gründung eines neuen Unternehmens der öffentlichen Hand (öffentlich-rechtliche Aktiengesellschaft, Stiftung). Wichtig ist, Die öffentlichen Waldbesitzer können schon heute mit der Transformation ihres Eigentums beginnen und damit einen überaus wichtigen Beitrag für eine zukunftsfähige Waldwirtschaft erbringen.
Eine Rosine wäre, wenn hier nicht von etwas geredet würde, dass es ja weder gibt noch geben soll (laut Liberalismus), das: Unternehmen der öffentlichen Hand. Es besteht hier aber ein grosses, schwarzes Loch - es sei denn, man sei ein Freund von NPM und dergleichen. Es wäre aber eine echte Rosine, wenn die Waldwirtschaft hier Konzepte entwickeln könnte, bei denen die Öffentlichkeit wirklich für Strategien und Ziele zuständig ist, und die Betriebe die Ausführung optimieren, ohne auf leere Versprechungen all zu einseitiger Wirtschaftstheorien hereinzufallen. Interessant zu vermerken ist hier doch, dass es die Kooperation zwischen Betrieben und Gemeinden wäre, die eine effizientere Bewirtschaftung erleichtert, nicht die Konkurrenz ... Auf dieser Ebene ist die Eigenverantwortung zu haben, wenn man sie nur will. Dem steht kein Gesetz im Wege.
Die KOK unterstützt diese Bestrebungen und bemerkt, dass dafür eigentlich auch von Staat und Bund Unterstützung gewährt wird, dass solche Unternehmen des öffentlichen Waldes aber viel zu wenig gegründet werden, weil die meisten Waldeigentümer aus emotionalen (oder lokalpolitischen, der Autor) Gründen den Wald weiterhin selbst bewirtschaften wollen.
7. Wirksame staatliche Hilfe zur Strukturanpassung
Das heutige Subentionssystem ist offenbar nicht dazu geeignet, die wirtschaftliche Lage der Forstbetriebe substanziell zu verbessern Vielmehr trägt es zu deren desolaten finanziellen Situation bei, indem es Strukturreformen verhindert und unwirtschaftliches Denken und Handeln richtiggehend fördert.
Erstens wird präzise dieser Punkt effizient durch effor und wap behandelt. Zweitens zeigt sich auch hier, dass das Konzept mässig konsistent ist. Es werden Starthilfen und billiges Kapital für Waldunternehmen der öffentlichen Hand, Unterstützung für Kooperationsmodelle in der Wertschöpfungskette, Beiträge an Sozialpläne oder die Förderung der Zusammenarbeit im Privatwald gefordert.
Zweitens: Anstatt die Situation und die Bedürnisse an Strukturen und Funktionen einmal von der Gemeinde her durchzudenken, die nicht primär ein Wirtschaftsbetrieb ist, sondern das Zusammenleben organisieren soll, werden mehr Zwitterwesen zwischen Betriebswirtschaft und Staatsunternehmen ausgebrütet. Wie soll dieses Waldunternehmen der öffentlichen Hand aussehen? Ist mehr privatwirtschaftlich - mehr öffentlich? Wie kann staatliches Unternehmertum optimal funktionieren? Wie lassen sich politische Aufträge auf breiter demokratischer Basis formulieren, absichern und bezahlen? Wer gibt den Auftrag? Hier ist noch vieles auszuarbeiten, bis wir überhaupt mal wissen, welche Strukturen denn optimal wären, bis Strukturanpassung zum konstruktiven Ansatz wird, statt zum Synonym für Abbau und Monopolisierung.
Die KOK unterstützt Beiträge an strukturelle Verbesserungen, da diese sehr zeit- und kostenaufwändig sind. Welche Subventionen allerdings strukturerhaltend sind, wäre erst noch zu klären.
8. Mehr Schutz zum gleichen Preis
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Issawi's Law of Frustration: One cannot make an omelette without breaking eggs - but it is amazing how many eggs one can break without making a decent omelette. |
Die Idee wäre, dass öffentlich erwünschte Leistungen gezielt bei den Waldbesitzern beschafft werden - und dass mit der Zeit die Kunden der Waldwirtschaft nicht nur im Waldamt, sondern auch im Tiefbauamt oder Umwelt- und Naturamt sitzen und sich die Behörden ihre benötigten Leistungen mittels Ausschreibungen und Vergaben beschaffen. So werden allmählich neue Märkte für Waldleistungen entstehen und wohlstandsfördernde Wettbewerbsprozesse in Gang gesetzt.
Hier wird nichts Neues geboten, dass nicht bereits im Rahmen des WAP in Diskussion wäre. Auch hier liegt der Fokus alleine auf effizienterer Produktion. Es wird noch keine Antwort gegeben, wie sich öffentlich erwünschte Waldleistungen finanzieren lassen, ohne die Staatskasse zu belasten. Denn ganz gleich ob die Nachfrage vom Waldamt, Tiefbau-, Umwelt- oder Naturamt kommt, bezahlt wird diese Art von Wirtschaft mit Steuergeldern, der Beitrag der hier angetönten wohlstandsfördernden Wettbewerbsprozesse zur Lösung des Problems - wie lässt sich die Bewirtschaftung des Waldes finanzieren (ohne den Staat zusätzlich zu beanspruchen) - ist also gleich Null.
Die KOK unterstützt grundsätzlich die Ablösung der aktuellen Subventionspraxis durch die Bezahlung von geforderten und erbrachten Waldleistungen. Allerdings bestehen betr. der Preise für solche Leistungen noch kaum ausreichende Unterlagen aus der Buchhaltung. Ein weiteres Problem: Wer koordiniert die Waldleistungsverträge und sichert die Kompatibilität? Wer formuliert und bezahlt öffentliche Waldleistungen? (s. auch Punkt 5)
Max Binder, Zentralpräsident des Waldwirtschaftsverbandes, hat die:8 Thesen für eine zukunftsfähige Waldwirtschaft, als erfrischend, innovativ und visionär bezeichnet. Persönlich würde ich da sagen:
Die Autoren:
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Bei den Autoren ist zu bemerken, dass es sich erst mal um eine reine Wirtschaftsgruppe handelt ("Umweltberater" Hostettler ist Ökonom , stolzes Mitglied der Friedrich von Hayek Gesellschaft Freiburg i.Br. und damit Propagandist der liberalen Richtung). Da also 8 von diesen vom Wald leben, und gemäss den besetzten Posten nicht all zu kärglich, könnte man vielleicht sagen: Heureka! Es gibt doch noch Sparpotenzial in der Waldwirtschaft.
Martin Herzog, Dipl. Forsting. ETH, Rheinfelden, 14. März 2003 (update KOK 17.8.03)
