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Die Liberalisierung rettet den Wald aus der Not …

zumindest den, der sich mechanisch bewirtschaften lässt.

 

Alice: … would you tell me please, which way we should go from here?

The cat: That depends a good deal on where you want to get to.

Lewis Carroll: Alice in Wonderland

Koreferat vom 7. Sept. 2002 an der gemeinsamen Diskussion der Arbeitsgruppe Waldwirtschaft und der Arbeitsgruppe Internationale Beziehungen des Schweizerischen Forstvereins in Estavayer-le-Lac. Ein gemeinsames Kommuniqué zuhanden des Waldgipfels ist in Vorbereitung.

 

Martin Herzog, Rheinfelden, 4. September 2002

 

 

Der Schweizer Wald bedeckt 12'716 km2, also  31% der Fläche, die Landwirtschaft 9'873km2 (24%). Der Anteil der gesamten Primärproduktion an der Wertschöpfung betrug im Jahr 2000 weniger als 1.3%. Wald und Holzwirtschaft (2. Sektor) trugen 1.6% zum BIP bei, die Landwirtschaft 1,5%. Die landwirtschaftliche Produktion sank in den letzten 10 Jahren um ein volles Viertel, vor allem auf Grund fallender Preise!

 

Was nichts bringt - bringt nichts – würde da der Ökonom vermutlich sagen.

 

Unser Problem heisst also: Wie schaffen wir es, damit der Wald – und generell die Primärproduktion - mehr bringt?

 

Was die Liberalisierung in Land- und Forstwirtschaft betrifft, so stehen sich drei Ländergruppen mit stark divergierenden Meinungen gegenüber:

·        Pro: Die Agrarexportländer (Cairns-Gruppe)

·        Contra: Die Entwicklungsländer

·        Kompromiss: Die Multifunktionalisten – zu denen die Schweiz gehört

 

 

THEMEN:

 

  1. Der Marktmechanismus – ein komplexes Gebilde mit oft schlecht vorhersagbaren Wirkungen.
  1. Subventionen und Reglement wirken marktverzerrend <> Der Markt subventioniert sich selbst durch Plünderung sozialer und natürlicher Ressourcen.
  1. Der freie Markt ist gut für die Gewinner, aber schlecht für die Verlierer.

Der Markt schliesst aus, er begünstigt einzelne Firmen, Personen, Regionen. Der Markt verteilt weder gerecht noch auf Grund von notwendig zu vollbringenden Funktionen – es sei den die Gesellschaft sorge über politische oder anderweitige Organisationen dafür.

  1. Öffentliche Güter, gemeine Güter, service public: Von der Gesellschaft bestellt, von der Gesellschaft bezahlt!

 


1. Der Marktmechanismus – ein komplexes Gebilde mit oft schlecht vorhersagbaren Wirkungen.

 

Holz aus Osteuropa, Skandinavien und Neuseeland wird in absehbarer Zeit die Preise auf dem internationalen Holzmarkt bestimmen. Es ist sogar mit weiterem Preiszerfall zu rechnen, bis hin zu Halbfertigprodukten. [Schoop, Baden.]

 

Andererseits nimmt weltweit (leider nicht in der Schweiz) der Holzverbrauch überproportional zur Bevölkerungsentwicklung zu. Er stieg von 1.5 Milliarden m3 1950 auf 3.5 Milliarden m3 1995 - die Weltbevölkerung hat im gleichen Zeitraum „nur“ von 2.6 auf 5 Milliarden zugenommen. Mehr als die Hälfte dieses Holzes wird, laut FAO, als Brennholz und Holzkohle verbraucht.

Obwohl die Meinung eindeutig ist, dass die Holzpreise auf Grund dieses zunehmenden Ungleichgewichtes von Angebot und Nachfrage steigen (sollen, werden, können) müssen, kann der Markt zwischendurch auch das gegenteilige Resultat erzeugen. Nasses Wetter und Schwierigkeiten bei der Ernte in Südostasien drückten z.B. im Jahr 2000 auf die Menge. Da aber die Arbeitslosigkeit in Japan zunahm, konnte diese Verknappung gerade noch Einbussen verhindern. Die tiefen Preise in Südostasien drückten auch die Preise für Holz aus Afrika, das zudem unter der Rezession in Europa litt.

Da sich Handeln und Transportieren von teuren Gütern eher lohnt als von billigen Massengütern wie Holz, könnten Schwierigkeiten bei den Transporten auftreten, was zu mehr lokaler Verarbeitung und Mehrwertschöpfung führen könnte ... so die Einrichtungen und/oder die Finanzierung dafür vorhanden sind.

 

Dies also bereits eine erste Warnung davor, die Produktion billiger Massengüter zu sehr zu loben. Eine weitere Warnung mögen die Zustände in den Ländern selbst sein, welche die Globalisierung der Holzwirtschaft antreiben:

Nach 1984 wurde in Neuseeland der Forstsektor privatisiert und dereguliert, die Staatswälder größtenteils an große Holzkonzerne verkauft und umfangreiche Neuaufforstungen, häufig mit exotischen Hölzern, durchgeführt. Die eingesetzten Kapitalmengen, die Einschlagrechte und Infrastruktureinrichtungen befinden sich nun zu einem großen Teil in den Händen transnationaler Unternehmen, die als Absatzmarkt den pazifischen Raum im Auge haben und denen auch die steigenden Einkünfte aus der neuseeländischen Forstwirtschaft zugute kommen. Daraus könnten nach Ansicht des Autors als Folge neue quasi-koloniale Abhängigkeiten resultieren, wie sie in einer früheren Phase bereits durch die Beziehungen Neuseelands zum Mutterland Großbritannien gekennzeichnet waren. Prognosen zufolge soll durch die jüngsten Aufforstungen und die kurze Umtriebszeit der Holzplantagen Neuseeland bis zum Jahr 2025 zum weltweit fünftgrößten Holzerzeuger und zur zweitgrößten Holzhandelsnation anwachsen, wobei 90 % des dann erzeugten Holzes in den Export gehen sollen. Es handelt sich beim ‚neuseeländischen Weg’ in der Forstwirtschaft um Entwicklungen, die von den mitteleuropäischen Konzepten einer multifunktionalen Forstwirtschaft fundamental abweichen.

Werner Klohn (Vechta)

 

http://www.die-erde.de/html/hauptteil_rezensionen.html#ratusny Ratusny, A.: Entwaldung und Aufforstung in Neuseeland. Räumliche Entwicklung und Steuerungsfaktoren.- Passau: Fach Geographie der Universität 2000.- Passauer Schriften zur Geographie 16.- ISBN 3-00-006565-2

[Hervorhebungen durch den Autor.]

 

1 b Gefahren einer liberalisierten, also nach rein marktwirtschaftlichen Prinzipien betriebenen, Forstwirtschaft.

 

Die Waldwirtschaft macht, wie jede andere Wirtschaft, das, wofür sie bezahlt wird.

Wird Waldwirtschaft nicht mehr als Ganzes betrieben, sondern einzelne Funktionen angeboten, so ist die Wahlmöglichkeit nach Preisen einerseits gut für Konkurrenz und günstigere Preise – sie ist aber eben so gut für den Produktionszynismus des freien Marktes: Dort maximieren wo am meisten bezahlt wird, liegenlassen was nichts einbringt. Die freie Wahl des Eigentümers nach Preisen könnte also den Status quo noch verschärfen: Produktive Wälder werden noch intensiver genutzt, was heisst: mehr Eintönigkeit - mehr Maschinen - Kahlschlag. Unproduktive Wälder werden zu Reservaten erklärt, d.h. man macht nichts – und lässt sich dafür noch bezahlen. (Waldränder und Biotope sind hier nicht gemeint, denn die bleiben nur durch dauernde Pflege in dem gewünschten Zustand.)

 

Liberalisierung unter der Führung der Finanzanalytiker führt zudem zu einer unerhörten Beschleunigung der Wirtschaft (man darf es oft auch als ein Durchdrehen im Leerlauf ansehen), die der Wald nur äusserst beschränkt mittragen kann. Waldbau ist eine äusserst langfristige Angelegenheit und deshalb für die Erfüllung kurzfristiger privater Interessen nicht geeignet. Diese Beschleunigung durch weitere Liberalisierung macht die Waldwirtschaft modeabhängig: Sind lichte Wälder in Mode, wird gelichtet, sind dunkle Wälder in Mode, werden Tannen gepflanzt, schwingt die Bau-Wirtschaft obenaus, wird Holz produziert, droht der Weltuntergang, wird der Wald zum letzten Hort der Natur. Unsere Bäume brauchen aber 60 bis 300 Jahre um zu reifen. Die Waldwirtschaft täte gut daran, etwas mehr langfristiges Denken in Politik und Wirtschaft zu bringen, als sich auf die von den Finanzmärkten angetriebene Unrast einzulassen, um so mehr, als sich diese schon mittelfristig betrachtet nicht ausgezahlt hat. (Die 1998 bis 2000 erwirtschafteten Gewinn des damals so gelobten Finanzmarktes sind wieder weg … Leerlauf.)

 

2 Subventionen und Reglement wirken marktverzerrend

 

Die Behauptung ist nicht falsch. Subventionen können effektiv zu Konflikten und wenig nachhaltigen Resultaten führen. Beipiele:

Baumwolle: Der Preis der Baumwolle liegt heute mit 42 cents gleich hoch wie 1972/73 und ist 31 cents zu tief, weil die USA die Baumwollproduktion mit 2.1 Milliarden $ subventionieren, also 12 cents pro Pfund weltweit.

Soyabohnen: Brasilien produziert 33 Millionen Tonnen, einen Fünftel der Weltproduktion, einen Zehntel seiner Exporte. Deswegen wird dieser Wirtschaftszweig subventioniert – und steht im Konflikt mit einer notwendigen Landreform die für eine gerechtere Verteilung des Bodens notwendig wäre – der ökonomisch optimalen Pareto-Verteilung aber widerspricht, denn: je ungleicher das Kapital verteilt ist - desto effizienter (mit den geringsten Transaktionskosten belastet)  lässt es sich wirtschaftlich einsetzen.

Subventionen der Landwirtschaft führen oft zu höherem Rodungsdruck auf die Wälder. Schutz hilft zudem  meist nicht (mehr) wettbewerbsfähigen Wirtschaftszweigen.

Wo der Marktmechanismus fehlt, ist es schwieriger, die Leistungen effizient zu erbringen. Es geschieht sowohl Fehlallokation von Ressourcen durch Ineffizienz (zu hohe Kosten), wie die Vernachlässigung des Gemeinwohls durch individuellen Egoismus. Der erste Fehler ist nur ein finanzielles Problem – der zweite kann durch Umweltruin, Kriminalität und Gewalt für alle existentiell werden.

So betrachtet „subventioniert“ sich der so genannte freie Markt eben meist selbst - durch die rücksichtslose Plünderung sozialer und natürlicher Ressourcen

 

Hier liegt die Begründung für viele staatliche Reglemente, die der Wirtschaft hinderlich scheinen. Gesetzlicher Schutz wurde ja meist aus bestimmten ökonomischen und sozialen Gründen erstellt. So war präzise diese Ausgangslage Mitte des 19. JH gegeben. Die Zerstörung des Waldes mit ihren katastrophalen Wirkungen auf Gewässer und Siedlungen machte eine Regulierung des Marktes ja erst notwendig:

 

Die wichtigsten Gebote und Verbote der Waldwirtschaft

 

Ø      Rodungsverbot

Ø      Zugänglichkeit für Allgemeinheit

Ø      Bewilligungspflicht für grosse Veranstalter

Ø      Motorfahrzeugverbot

Ø      Mindestabstand von Bauten

Ø      Verbot umweltgefährdender Stoffe

Ø      Bewilligungspflicht von Holznutzungen

Ø      Kahlschlagverbot

Ø      Grundsätzliche Pflicht zur Widerbestockung

Ø      Pflicht zur Verwendung von gesundem und standortgerechtem Saatgut

Ø      Bewilligungspflicht von Eigentumsänderungen

Ø      Auskunftspflicht für nationale Erhebungen

Ø      Verbot der Zweckentfremdung forstlicher Bauten und Anlagen.

 

Ziele der Förderungsmassnamen

Ø      Walderhaltung: Fläche und räumliche Verteilung

Ø      Waldfunktionen: Naturereignisse, Wohlfahrt, Nutzung – durch ausreichende Waldpflege

Ø      Erhaltung und Förderung der Waldwirtschaft und der Holzproduktion.

 

 

Nicht jeder diese Punkte wird sich heute allerdings noch verteidigen lassen. Obwohl die Holzpreise für die Erhaltung des bestehenden Systems der Waldbewirtschaftung zu tief sind, und kurz bis mittelfristig vermutlich auch nicht stark ansteigen, ist vor einer vollständigen Anpassung an den Markt zu warnen, denn die heutigen Holzpreise sind auch weltweit zu tief für eine nachhaltige Produktion. Der Erlös deckt nur die Erntekosten, zudem Kosten einer Ernte welche den Produktionsstandort meist in üblem Zustand hinterlässt.

Einschub: Im Herbst 2005 sprechen die enorm gestiegenen Kosten für Erdöl und seine Derivate stark für die These einer intensiveren Nutzung von Holz als Energieträger und Rohstoff! Der Energiewert des Holzes übersteigt jetzt sogar Werte der schlechteren bis mittleren Klassen von Wertholz! Das macht eine deutliche Anhebung der Holzpreise nun möglich.

Von Seiten der Liberalisten lautet der Vorwurf: Die Land- und Forstwirtschaft ist von einem engmaschigen Geflecht staatlicher Regulierungen zur Sicherstellung verschiedenster politischer Ziele durchzogen, welches für wirksamen Wettbewerb sehr wenig Spielraum übrig lässt.

 

Umgekehrt hat jedoch der Liberalismus keine Antwort auf die Frage, wie sich ohne Regulierungen z.B. folgende, durch die FSC-Regeln stipulierten, Ziele erreicht werden könnten. Immerhin geniessen diese mittlerweile eine recht breite Anerkennung in der Bevölkerung:

  1. Forstwirtschaft hat Gesetzeskonform zu erfolgen
  2. Langfristige Eigentumsrechte müssen klar definiert, dokumentiert und legal sein
  3. Traditionelle Rechte der einheimischen Bevölkerung in Nutzung, Management, Eigentum sind zu respektieren
  4. Die forstliche Bewirtschaftung soll langfristige die soziale und wirtschaftliche Wohlfahrt der Angestellten und der lokalen Kommunen fördern.
  5. Die forstliche Bewirtschaftung soll die effiziente Nutzung der verschiedensten forstlichen Produkte und Dienstleistungen, sowie deren positive Wirkung auf Umwelt und Gesellschaft, sichern.
  6. Die forstliche Bewirtschaftung soll die biologische Vielfalt, Wasserressourcen, Boden, einzigartige Ökosysteme und Landschaften bewahren.
  7. Ein Wirtschaftsplan, an den sich die Bewirtschaftung halten soll, fixiert die langfristigen Ziele und Mittel.
  8. Der Zustand des Waldes, Verantwortlichkeiten, Ernte, Managementmassnahmen und ihre Wirkung sollen periodisch überprüft werden.
  9. Wälder von hohem Wert für den Naturschutz sollen im besten Zustand erhalten werden.
  10. Pflanzungen sollen dort ausgeführt werden, wo sie, nebst wirtschaftlichen Vorteilen, den Druck auf die bestehenden Wälder mildern und zu deren Schutz beitragen können

 

Wenn dergleichen Regeln wirtschaftsschädlich sein sollen, dann drängt sich hier doch vielleicht die Fragen auf, ob nicht vielmehr diese Art von Wirtschaft Umwelt- und gesellschaftsschädigend ist?

 

3 Der freie Markt ist gut für die Gewinner, aber schlecht für die Verlierer.

 

Wir wissen zwar nicht wo wir hinwollen, wollen aber als erste da sein.

Der Widerstand des so genannten freien Marktes gegen staatliche und korporative Einflüsse ist zwar absolut logisch und verständlich. Jedes Gesetz, jede Kosten, jeder Minderertrag durch Subventionierung der Konkurrenz mindert Chancen und Erträge. Weder Gesellschaft noch Natur funktionieren aber ohne Grenzen. Sie können es nicht, auch wenn sie wollten, da diese einseitige Begünstigung der Starken für die Natur eben so zerstörerisch wirkt wie für die Gesellschaft. Das wichtigste Problem ist die immer ungleicher werdende Verteilung sein. Der Markt sorgt nicht automatisch für Ausgleich. Einerseits herrscht hier das alttestamentarische Gesetz: Wer hat dem wird gegeben: Wer Vermögen hat kriegt Zinsen und mehr sein Vermögen – wer Schulden hat zahlt Zinsen, und mehrt die Schulden. Die optimale Verteilung für den Markt ist eine äusserst ungleiche Verteilung, die so genannte Pareto-Optimalität. Eine Gesellschaft in der 20% Alles und 80% Nichts besitzen, ist mit weniger Aufwand (Transaktionskosten) zu bewirtschaften, als eine Gesellschaft in der alle einen fairen Anteil haben. Hier liegt der oft kritisierte Systemzwang - dem sich allerdings alle freiwillig unterwerfen – egal ob oben oder unten. Es gibt nicht nur den Unterschied zwischen oben und unten, hoch und tief. Jeder versucht die Differenz selbst für sich zu nutzen, gegen oben wie gegen unten. Je weiter unten eine® ist, um so härter kämpft er oder sie (s. SBB: gegenseitige Leistungsbewertung  der Angestellten). Präzise das selbe Prinzip gilt auch bei Organisationen, wo wir es kaum erwarten würden, nämlich den Organisationen der Entwicklungzusammenarbeit.

 

Der Markt verteilt also weder gerecht noch auf Grund von notwendig zu vollbringenden Funktionen – Es ist Aufgabe der Gesellschaft, über politische oder anderweitige Organisationen dafür zu sorgen.

Dass die Sache bei der Holzwirtschaft nicht anders liegt, zeigt sich bereits, wenn wir uns ansehen, wer denn hier die Befürworter der Liberalisierung sind. Es handelt sich vor allem um Neuseeland (APEC-Präsidium), the American forest and paper association sowie die Canadian pulp and paper association. Deren Ziele sind: weniger Zölle für Ausfuhr wie Einfuhr, weniger Beschränkungen – vor allem auch durch technische, soziale oder Umwelt-Standarts, mehr Wirtschaftswachstum und mehr economy of scale (Synergien, Rationalisierung, „die Grossen fressen die Kleinen“).

 

Der Abbau von Handelshemmnissen macht zwar das Handeln leichter und verbessert dadurch die ökonomischen Kennziffern (BIP) – aber, er lässt die Frage offen, wer davon profitiert. Die WTO z.B. erlaubt keine Beschränkungen zu Gunsten der nachhaltig bewirtschafteter Wälder – statt dies zu unterstützen. So werden jedes Jahr weitere 10 Millionen ha Wald vernichtet

Landwirtschaftliche Liberalisierung (s. www.twnside.org.sg/title/pro-ch.htm) zeigt, dass bei einer Liberalisierung, also der Reduzierung der Betrachtungsweise auf rein ökonomische Prinzipien, die Ziele Nachhaltigkeit und Erhaltung, sowie die sichere Nahrungsversorgung und auch die Beteiligung der Bevölkerung vernachlässigt werden. Vananda Shiva's „amüsante“ Definition von bottom-up: Die Privatisierung des Wassers ist ganz klar ein „bottom up“ Ansatz. Er geht von unten nach oben da die Kontrolle über die Wasserressourcen von Kleinbauern zu grossen Korporationen und zum Agribusiness übergeht, die dafür bezahlen können und so ein Monopol erhalten. Dies vertreibt die Bauern von ihrem Land und aus ihrem Unterhalt.

Die Regierung muss sicherstellen, dass gemeine Ressourcen für das allgemeine Wohl genutzt werden.

 

Die Resultate verschiedenster Liberalisierungsprogramme zeigen das Problem:

 

Eine neoliberale Wirtschaft

subventioniert sich selbst

durch die Ausbeutung

natürlicher

und sozialer

Ressourcen.

 

Als klärendes Beispiel für diese Aussage mag der Zustand der Wälder in vielen Entwicklungsregionen dienen, ein Zustand, der demnächst auch dem Schweizer Wald droht: Wenn ein Land Waldschutz betreibt und seine Holzproduktion nachhaltig durchführt (sei es nach den Regeln des FSC oder andern), führt das zu höheren Betriebskosten als reine Ernte ohne Aufwand für Pflege und Schutz. Im Namen der Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Holzindustrie könnte also genau das Gegenteil des Erwünschten gefördert werden. Statt die Tropenwälder zu erhalten durch Schutz und nachhaltige Nutzung, werden die bis anhin natürlich und pfleglich behandelten nur noch genutzt, da sich der Aufwand nicht mehr bezahlen lässt.

Wo bereits keine effektive Forstpolitik besteht, kann sich kaum mehr eine etablieren, die über das Minimum hinausgeht.

 

4 Öffentliche Güter, gemeine Güter, service public:

Von der Gesellschaft bestellt, von der Gesellschaft bezahlt ...

 

Drei FUNKTIONSSYSTEME bestimmen über die Entwicklung mit ihren Vor- und Nachteilen[1]:

 

1 Der Marktmechanismus: individuelle Interessenverfolgung in politisch geschütztem und garantiertem Rahmen

2 Das Gemeinwohlmoral, die über Ethik und Politik den kollektiven Nutzen verfolgt

3 Die Machtverhältnisse in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

 

Gesetze widerspiegeln solch multiple Forderungen oft gerechter als wirtschaftliche Aktivitäten: Hat der Bund dafür zu sorgen, dass die Landwirtschaft einen wesentlichen Beitrag leistet zu einer sicheren Versorgung der Bevölkerung, zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und zur Pflege der Kulturlandschaft sowie zur dezentralen Besiedelung des Landes.  (Art. 31 octies BV) http://www.parlament.ch/D/Pressemitteilungen/00_02/PM37_29_02_00_D.htm?servlet=get_content

 

Da wir den Markt und die von ihm verursachten Probleme wie Vorteile nun ausreichend gewürdigt haben, ist es an der Zeit, sich zu fragen was das Gemeinwohl ist und wie es zu fördern wäre:

 

Gemeinwohl liegt dort vor, wo keiner von der Nutzung ausgeschlossen werden kann, wo die Leistung sich nicht an einzelne Verkaufen lässt wie saubere Luft und Wasser, Sicherheit, Volksgesundheit und Hygiene, das kulturelle Niveau der Gesellschaft, das öffentliche Verkehrsnetz, die Meinungsvielfalt in den Medien

Die Finanzierung kann nicht über Marktmechanismen erfolgen, da jeder als Trittbrettfahrer von Leistungen anderer schmarotzen kann. Gemeinwirtschaftliche Leitungen müssen also entweder über Steuern oder über Spenden bezahlt werden.

 

Was den Wald betrifft, so haben die Ansätze des New Public Management bereits einige Resultate gezeitigt, die zeigen, wie sich öffentliche Güter als Produkt formulieren und anbieten lassen. Dazu die Meinung von Forstmeister Schoop (tel. Interview), Baden, der sich sehr intensiv mit Theorie und Praxis des NPM (auch WOF) auseinander gesetzt hat:

Der traditionelle, territoriale Forstdienst als Forstpolizei entsprach einem hohen öffentlichen Interesse am Schutz des Waldes. Heute ist das Interesse immer noch hoch – aber es überwiegen ganz andere Waldfunktionen als diejenige, die als Basis der Waldpolizei diente. Marktwirtschaftliche Ansätze werden möglich – bedingen aber Freiraum, also eine Loslösung von veralteten und unnötig einengenden Vorschriften.

 

Während die Schweiz über eine international äusserst wettbewerbsfähige Exportindustrie verfügt,  ist der gewerbliche Binnenmarkt geschützt und sklerotisiert. Dringende Änderungen sind nötig im Gesundheitswesen, als grösstem Block, aber auch in der Land- und Forstwirtschaft.

 

Wichtig ist, dass die Produkte abgrenzbar sind, dass Massnahmen und Ziele scharf definiert werden. Beispiele von Produkten aus Baden:

 

Naturschutz

 

Reservate

Altholzinseln

Lichte Wälder

Nassstandorte

Trockenstandorte

Waldränder

Baumdenkmäler

Totholz

Seltene Baumarten

Naturdenkmäler

 

Holzproduktion

 

Furnierholz

Sägeholz

Industrieholz

Energieholz

Erholung

 

Konventionalisten-

Traditionalisten-

Idealisten- und

Instrumentalisten-Wege

Wegweiser

Rastplätze

Bänke

Vita-Parcours

Kosmetische Schlagräumung

Waldführungen

Umwelterziehung

Benefiz-Weihnachtsverkauf

Leistg. für 3.

 

Gemeinden

Beförsterung

Leitung

Holzernte

Jungwaldpflege

Naturschutz

Beratung

Vermietung

 

Finanzen

 

Forstreservefonds

 

Da Holz ganz offensichtlich seine dominante Stellung als DAS Waldprodukt verliert, wird nun zuerst für jeden Wald geklärt werden müssen, welche Produkte er anbieten kann, welche Produkte das Volk will und braucht und für welche es bereit ist, wie viel zu bezahlen?

In Zukunft werden vermehrt andere Leistungen, wie sichere Trinkwasserversorgung, Hochwasser-, Lawinen-, Steinschlagsschutz, Luftreinhaltung, CO2, Biodiversität, Erholung, Sport und dergleichen Dienstleistungen zu vermarkten sein.

 

Problematisch ist hier nicht nur, wer darüber bestimmt, sondern in erster Linie die vorhandene Multifunktionalität des Waldes selbst. Insbesondere gilt:

 

Es gibt keinen Wald ohne Holz!

 

Ein Wald der zum Reservat erklärt wird, hört deshalb nicht auf zu wachsen und älter zu werden. Ähnlich wie bei einem Ried oder Tümpel werden sich Eingriffe zur Erhaltung der „natürlichen“ Dynamik aufdrängen.

Des weitern sind die zur Steuerung und Abgeltung notwendigen Indikatoren zum grössten Teil noch nicht vorhanden. Indikatoren sind aber oft nur recht beschränkt aussagefähig. Besonders besteht die Gefahr, dass der Einsatz nach der Erträglichkeit einzelner Indikatoren optimiert wird statt nach reellen Gegebenheiten und Notwendigkeiten.

 

Korporationen:

Sind sie die Wirtschaft behindernde Interessenvertretungen?

Oder effiziente Akteure am Markt? [2]

 

Der Liberalismus hat eine Abneigung gegen Interessenvertretungen, da sie den freien Markt beeinträchtigen. Gnädig vergisst er dabei meist, dass die stärkste Beeinträchtigung des Marktes durch die wirtschaftlichen Grossmächte, Oligopole und Monopole, selbst passiert. [Bauernverband schlecht – Migros und Coop gut].

 

Allerdings darf man die Korporationen nicht zu sehr  idealisieren. Häufig sind sie nämlich, ähnlich den Betrieben, nichts anderes als Organisationen zur Sicherung des kollektiven Eigennutzes. Hierzulande genau wie heute bei den erfolgreichsten Modellen von Waldschutz in den Tropen, wo das primäre Ziel ist, den eigenen Wald vor Fremden schützen – gilt es, die Andern von der Nutzung auszuschliessen und, so möglich, für Kosten aufkommen zu lassen. Viele erfolgreiche Gesetze sind also vermutlich genau so auf Eigennutz gebaut, wie wirtschaftliche Aktivitäten. Ist der Zwist zwischen Politik und Wirtschaft also ein Schattenboxen?

 

Marika Kiss hat dies in einer Semesterarbeit klar hervorgehoben: Die Landgemeinden hingegen waren ursprünglich Marktgenossenschaften mit gemeinsamem Nutzen von „Wunn und Weid“. Der Ausgangspunkt der Weiterentwicklung dieser Dorfgemeinschaften war die Bettlerordnung von 1551 durch die Tagsatzung von Baden: jede Gemeinde wurde darin verpflichtet, selber für die Armen zu sorgen. Es wurde so wichtig für die Gemeinde zu wissen, wer ihre Armen waren. Somit wurde das unabhängige Heimatrecht geboren, ein persönliches, vererbliches oder durch Einkauf erwerbbares. Zur Zeit der Helvetik (1798-1803) wird dies durch ein einheitliches Bürgerrecht abgelöst.

 

Von dieser Herkunft erklärt sich zum Teil, weshalb das Spital und Sozialwesen in manchen Kantonen (Luzern, Basel) bis heute in den Händen der Burgergemeinde ist. Andernorts haben sie andere Aufgaben, wie Tourismus, Natur- und Alpenschutz im Berggebiet oder z.B. Waldunterhalt in Solothurn, dessen Burgergemeinde die Erste war, die ihren Wald mit fsc zertifizieren liess! Es zeigt sich, dass alte und einer innovativen Wirtschaft hinderlich erscheinende Institutionen manchmal wieder Entwicklungen anführen können.

 


Fazit

 

Die Politik setzt den Rahmen: WELCHEN WALD WOLLEN WIR?

 

Die Wirtschaft liefert das Produkt, kostengünstig.

 

Staat und Gesellschaft sind nicht optimalen Produzenten. Es braucht den Mix zwischen Lenkung durch die Gesellschaft, über die Politik, und Produktion durch die Wirtschaft. Diesen Anforderungen entsprechen die Vorschläge des neuen Waldprogrammes [WAP] eigentlich recht gut: Der Staat bestellt von der Waldwirtschaft Produkte für die Gesellschaft. Wirtschaftlich wie sozial handelt es sich um eine recht optimale Lösung. Es braucht aber vermutlich noch einige Diskussionen, bis es möglich ist, zwischen Subventionen und staatlichem Dirigismus, Defizitwirtschaft – und einer Wirtschaft im öffentlichen Interesse – zu unterscheiden. Heute werden Ausgaben des Staates diesem ganz einfach als Ausgaben belastet. In einer Firma stünden diesen Ausgaben – oder diesem Aufwand, die Werte der Investitionen und Erträge gegenüber. Die staatliche Buchhaltung bewirkt einen falschen Eindruck.

 

Es braucht eine verantwortliche, verlässliche, lokal gut verankerte Organisation die auch fachlich qualifiziert ist, langfristig Bestand hat, langfristig planen kann. Diese muss nicht unbedingt staatlich sein – dürfen sich aber nicht alleine nach Profitoptimierung richten, sondern sollten im Konsensverfahren multifaktoriel optimieren.  

 

LIBERALISMUS LÄSST SICH DORT ERFOLGREICHE EINSETZEN, WO ES KEINE ROLLE SPIELT, WER, WO WAS WIE PRODUZIERT!

 
Diese Bedingungen treffen beim Wald eindeutig nicht zu,
denn es gibt keinen Wald ohne Holz. Steile oder anderweitig wenig produktive oder aufwändig zu nutzende Wälder lassen sich, ganz ähnlich wie die Landwirtschaft, nicht einfach extensivieren.

 

Was Denken und Dialog betrifft, ist etwas Liberalisierung in der Schweizer Forstwirtschaft dringend nötig. Die Forstwirtschaft war hier für über 150 Jahre (um nicht zu sagen 4200 Jahre) die Domäne von Beamten. Beamte handeln im Auftrag. Beamte haben daher, auch wenn sie die Veranlagung und die Begabung dazu hätten, nur selten das Recht auf Fantasie und Initiative. Vor daher ist es verständlich, dass Kritik und Änderungsvorschläge von aussen kollektiv abgeblockt werden. Lösung für Probleme, die sich nicht mehr per Staatsauftrag erteilen lassen, bedingen aber eine offene Kommunikationsstruktur und freiere Entscheidungsfindung. Bis heute ist es in diesem Verein fast unmöglich, Kritik anzubringen, nicht mal am Internetauftritt ... Nötig wäre aber noch einiges härtere Kritik. Z.B:

 

 


Lösungsansätze

 

So wie die Dinge zur Zeit liegen (oder laufen), bleibt uns vermutlich nichts anderes, als uns den Zwängen zu fügen. 1930 sagte Keynes: For at least a hundred years we must pretend to ourselves and to everyone that fair is foul and foul is fair; for foul is useful and fair is not. Avarice and usury and precaution must be our gods for a little longer still. For only they can lead us out of the tunnel of economic necessity into daylight." [Dass dieser dümmliche Spruch leider auf einem reellen Gutmenschen-Problem aufbaut, zeigt die Geschichte].

Für Keynes schien eine Besserung dieser Verhältnisse erst in 100 Jahren erreichbar, also bis 2030. Die letzten 72 Jahre haben uns allerdings diesem Ziel wenig näher gebracht. Der gelobte globale Markt erwartet, dass wir einen m3 Holz, das sind immerhin rund 900 kg, für 30 Franken an die Strasse stellen. Möglich ist dies nur bei mechanisierter Ernte. Möglich ist mechanisierte Ernte von Schwach- und Billigholz nur bei sehr guter Befahrbarkeit, d.h. Strassen oder Kahlschlag. Mehr Maschinen, weniger Arbeitskräfte. Weniger lokale Kleinbetriebe, mehr Grossunternehmen.

Doch auch wenn wenig darauf hindeutet, dass wir diesen Sachzwängen entkommen und frei entscheiden können, wie wir den Wald bewirtschaften wollen, so besteht absolut keinerlei Veranlassung dazu, diesen Zwangsapparat für seine Leistung auch noch zu loben.

Die wirtschaftlichen Bedingungen werden die Forstwirtschaft zwingen zur:

 

Zu empfehlen wäre auch die Erstellung und Bewirtschaftung eines Produktes Landschaftspflege und Landschaftsgestaltung gemeinsam mit den Bauern. Eine bessere Kooperation dieser doch recht verwandten Tätigkeiten wäre eh seit längerem angebracht. Heute ist sie es um so mehr, als beide unter den selben Problemen leiden und die Lösung ebenfalls ähnlich aussehen dürfte: Regionalisierung, Lokalisierung, Selbstversorgung, Subsistenz.

 

Im übrigen fällt es auf, dass:

 

Erfolg HPB/m3

stehend

liegend

Alpen

+ 17.56

- 9.73

Jura

+  1.21

- 5.30

Mittelland

-  6.92

- 6.86

 

Man rate, wer wohl in den Alpen und im Jura die Differenz von 7 (resp. 6) Fr./m3 bezahlt? (Kleiner Tip: Es sind die selben, die bereits die Milch zu Stundenlöhnen produzieren müssen, für die sich kein Hilfsarbeiter anstellen liesse.)

 

Realistischer Ansatz:  Die bereits unproduktiven Querelen zwischen linker und rechter Politik, vielmehr Politikern, die mit der zunehmenden Dominanz der SVP vermutlich noch zunehmen werden, rufen nicht nach einem linken Think-Tank, sondern nach neuen Kooperationsmechanismen und einem neuen Verständnis für und Umgang mit politischen Ideologien. Bis anhin schliessen sich die rechte, weniger Staat - mehr Markt, und die linke Perspektive: mehr Gerechtigkeit durch Umverteilung, eigentlich aus. Jede Partei sucht sich ihre Nische, in der sie sich profiliert. Eine Lösung für das Gesamtsystem bleibt, egal ob Oppositionssystem oder quängelige Konkordanz, eigentlich auf der Strecke. Dabei liegt die Sache eigentlich relativ einfach. Es dürfte wohl kaum einen Rechtsaussen geben, der so weit geht, zu sagen, es brauche für die (nachhaltige) Entwicklung nur individuelle wirtschaftliche Interessen,  Gesellschaft und Natur seien Ressourcen die sich im Wirtschaften selbst generieren, Politik zur Abstimmung unterschiedlicher Interessen sei überflüssig, das geschehe über Preise. Die Unterschiede sind also eher graduell und beruhen vor allem auf unterschiedlichen Einschätzungen der Bedeutung von Wirtschaft und Gesellschaft, als auf der viel zitierten Freiheit. Rechts benutzt den Staat genau so für ihre Interessen wie links. Rechts soll er den Status quo erhalten und den Hablichen ihr Eigentum sichern, links soll er für Ausgleich und Gerechtigkeit sorgen, die Ressourcen pflegen:

  • Rechts, wirtschaftsfreundlich: Natur und Gesellschaft sind Ressourcen der Wirtschaft

  • Links, gesellschafts- und umweltfreundlich: Natur und Wirtschaft sind Ressourcen der Gesellschaft, mit denen es pfleglich (kultiviert) umzugehen gilt.

Genau so wie durch rechte Ideologie Natur und Gesellschaft nicht derart ausgebeutet werden dürfen, dass sie Schaden nehmen, kann die Linke die Wirtschaft nicht derart belasten, dass sie unter der Last versagt. Das System funktioniert nur, wenn alle 3 Komponenten intakt bleiben. Die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems beschränkt also ideologische Maximalforderungen von allen Seiten.

 

 

Einige „utopische“ Ansätze:

Der Begriff Utopie wird hier nicht despektierlich genutzt. Von den Ökonomen hören wir seit zehn Jahren genau das Selbe, dass sich zuvor die Kommunisten dauernd anhören mussten: Es sind harte Zeiten, der Restrukturierung wegen. Wir müssen Sparen, wir müssen das durchstehen … aber dann wird alles besser und es kommt der allgemeine Wohlstand.

Nehmen wir z.B. das Auto oder das Flugzeug. Vor 200 Jahren waren beide Utopie – heute sind beide ein lästiges Problem.

Wenn Menschen an etwas glauben und daran arbeiten, so erreichen sie manchmal mehr als sie eigentlich wollten. Wissen wir aber, wohin wir wollen? Und können wir dahin? Falls nein, falls es Sachzwänge sind, die unser Handeln bestimmen, dann wäre mal zu überlegen, ob eine Wirtschaftsform die uns ständig zum Reagieren zwingt nicht eigentlich zutiefst undemokratisch ist – und ob sie sich nicht durch etwas besseres ersetzen lässt:

 

s. Richard Douthwaite: Oekologie des Geldes

 

 

Literatur zu Alternativen in der Ökonomie:

 



[1] Gemeinwohl in der Modernisierung Prof. Ernst Gehmacher www.oeffentlicherdienst.at/gemeinwohl/gehmacher03.html

[2] Die Schweizer Bürgergemeinden: Ihre Herkunft – ihre Zukunft.

Marika Kiss. www.ipw.unibe.ch/ladner/dokumente/seminarvortraege/ws98vor06.html

 

Martin Herzog, Dipl. Forstingenieur ETH, WEBDESIGN, Rheinfelden 5. September  2002

Bestandteil von www.brainworker.ch/WAP/