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Folgende Tabelle, aus den selben Zahlen [FAO] wie obige Graphik, zeigt, dass der Holzverbrauch in entwickelten Ländern nicht mehr zunimmt, schlimmer noch, dass das für Waldbesitzer und Säger ertragreiche Sagholz weniger wird, billigere Massenware wie Spanprodukte und Papier aber zunehmen. Das weltweite Wachstum des Holzerbrauchs liegt bei nur 1% pro Jahr.
| Produkt | Zunahme der verbrauchten m3 von 1968 bis 1998
in % pro Jahr |
Anteil an Holzverbrauch der entwickelten Länder | Totaler Holzverbrauch weltweit 1998 in Millionen m3 | Totaler Holzverbrauch weltweit 1998 in Milliarden $ | ||
| Welt | entwickelte Länder | Entwicklungsländer | ||||
| Papier Sagholz Platten Holz für obige Produkte |
3.2 0.3 2.5 0.8 |
2.4 -0.4 1.7 0.1 |
7.1 3.3 8.3 3.5 |
72 73 76 72 |
386 435 153 1540 |
231 90 48 145 |
aus: Judy Clark: The global wood market, prices and plantation investment: an examination drawing on the Australian experience.
Environmental Conservation 28(1):53-64. 2001. http://cres.anu.edu.au/publications/clark%20j%202001%20ec.pdf
Diese
Zusammenfassung oben lässt allerdings bereits den gewichtigsten Bereich aus,
das Brennholz. Die graphische Darstellung zeigt die enorme Zunahme des Brennholzbedarfs
vor allem in Asien. Allerdings - Brennholzpreise richten sich nach Erdölpreisen
und decken oft kaum die Erntekosten. (s. Yemen).
Mit der enormen Steigerung der Erdölpreise seit 2004 hätte sich das
eigentlich ändern sollen. Allerdings sind die Holzpreise heute noch so hinter
dieser Entwicklung her, dass sie oft nicht mal den Energiewert decken.
Der Energiegehalt von Brennholz ist direkt abhängig vom Gehalt an Trockensubstanz per m3. Da jede Tonne Trockensubstanz des Holzes einen Energiegehalt von 18.5 GJ/t TS hat, Erdöl aber einen von 42 GJ/t oder 3.8 GJ/100 L, lassen sich die entsprechenden Heiz- und Geld-Werte, je nach Trockengehalt, einfach bestimmen. Laubhölzer haben fast den doppelten Gehalt wie Nadelhölzer, insbesondere Hagebuche und Kastanie gehören zu den besten Brennstoffen. Die Verfichtung rächt sich nun etwas, nicht nur in der Schweiz. Dafür erhält die eigentlich hier dominante Buche vermutlich wieder mehr Raum. Zustand 2005 [Buwal, Waldbericht 2005. S. 31]:

Der Zuwachs des Holzverbrauches in den entwickelten Wirtschaften ist unbedeutend und wurde zum grossen Teil durch effizientere Nutzung aufgefangen. Wurden 1990 noch 1.8 m3 Holz verbraucht für 1 m3 an Holzprodukten (Spanplatten, Faserplatten, Papier), wo waren es 1998 noch 1,6 m3.
Das stärkste Wachstum findet beim Papierverbrauch statt. Der zunehmende Bedarf wird hier allerdings zumeist durch Recycling gedeckt. Wurden 168 noch 81% des Papiers aus Holz hergestellt, waren es 1998 nur noch 58%.

Die Preisentwicklung beim Holz wird je länger je mehr bestimmt durch seinen Charakter als Rohstoff und die technische Entwicklung. Der Wettbewerb im Rohstoffhandel findet zumeist über den Preis statt, für die Firmen die wichtigste Unterscheidung zwischen Produkten. Einzelne Produzenten fördern ihre Produkte, indem sie günstig anbieten und so zu höheren Marktanteilen kommen wollen. Deswegen besteht ein konstanter Druck auf die Preise und die Produzenten sind gleichfalls gezwungen, durch neue Technologien die Kosten zu senken.
Graphik:
Eine Erhöhung der Einkommen (BIP, Wachstum) erhöht die Nachfrage nach
Holzprodukten von . Die davon abgeleitete Zunahme der Nachfrage nach Holz ist
allerdings, dank zunehmend rohstoffsparender Technologie, etwas geringer (Dw1
und Dw2).
Die Nachfrage nach Holz ist recht preis-inelastisch, d.h. sie reagiert nur wenig auf Preisänderungen. Im Gegensatz dazu ist das Angebot elastischer. Die Holzversorgung kann flexibler auf Preise reagieren als die Verarbeiter, da diese hohe Fixkosten zu tragen haben und ihre Betriebe nicht einfach stilllegen können. Dies gilt um so mehr, je grösser die Betriebe werden - daher vermutlich der Wunsch nach langfristigen Verträgen. Kleine Sägereien können eher auf andere Produkte oder Tätigkeiten ausweichen, oder die Produktion hochfahren, als komplexe Industrieanlagen.
Da auf der Angebotsseite jedoch noch viele bisher nicht oder zu wenig bewirtschaftete Wälder vorhanden sind, führt eine Preiserhöhung rasch zu einem grösseren Angebot. Wenn dies auch nicht für die einzelne Waldparzelle zutrifft, so funktioniert es doch am Markt, über den Handel. Die FAO schätzte 1999, dass 43% der Wälder zusätzliche Nutzung erlauben würden, von da her also noch länger nicht mit einer Verknappung von Holz zu rechnen ist, was sich auch anhand der laufend sinkenden Preise zeigt. Dies bedeutet abernicht, dass sie Situation problemlos ist, im Gegenteil, denn dies zeigt vielmehr, dass viele Wälder (noch) nicht nachhaltig genutzt werden.
Australien ist mit einem Anteil von 25% einer der grossen Akteure auf dem Schnitzelexportmarkt. Von 1995 bis 1999 nahmen die Aufforstungen um 343% zu. Die Erwartungen nach höheren Preisen wurden aber auch hier enttäuscht, denn von 1981 bis 1998 sanken Preise jährlich um 1.1% im Schnitt, und dies obwohl das Holzdefizit von Südostasien jährliche Zuwächse von 12.3% bringt.
Sinkende Preise verhindern in Australien die Aufforstung von verlassenem Landwirtschaftsland und verleiten dazu, Naturwälder stärker zu nutzen, die Umtriebszeiten zu verkürzen, die Ernte durch landwirtschaftsnahe Techniken zu vergrössern und nicht einheimische Arten für Aufforstungen zu verwenden. Clark zieht daraus den Schluss, dass sich kommerzielle Rohstoffproduktion nicht mit ökologisch nachhaltiger Waldbewirtschaftung verträgt, und demzufolge in Pflanzungen zu erfolgen hat. Dies wiederum ist eh notwendig, falls Naturwälder in zunehmendem Masse der Bewirtschaftung entzogen werden, d.h. unter Schutz gestellt werden. Kurve Sw3 in obiger Graphik zeigt den Effekt: Das Holz-Angebot wird knapper, also teurer, und zugleich, auf Grund der reduzierten Fläche, weniger flexibel, d.h. die Elastizität nimmt ab. Aus der Sicht der Waldeigentümer ist Naturschutz also eine Erfolg versprechende Massnahme, auch was die kommerziellen Aktivitäten auf den Restflächen betrifft.
Aus; The Price-Elasticity of Stumpage Sales from Federal Forests. AMy Whritenour Ando. Discussion Paper 98-06. November 1997
Der Nationale Forstdienst der USA verwaltet etwa 28% des totalen Holzvolumens der USA, 41% des Weichholzvolumens. Er verfügt allerdings nicht über eigene Holzernteequipen, sondern vergibt Erntelizenzen über Auktionen am Markt an private Firmen. Ausmessen und Abrechung erfolgen nach der Ernte.
Der Stehendverkauf zeigt wenig Zusammenhang mit Preisen der laufenden Periode. Die Ernte hängt eher vom Verhalten der Firmen ab. Sind die Preise für Sagholz tief, wird das Holz zwar eher im Wald stehen gelassen, aber je nach Umfang der Vorräte der bereits erworbenen Konzessionen, kann sich der Konzessionär frei entscheiden, diese Aufzustocken wenn die Preise tief sind oder abzubauen wenn die Preise hoch sind. Der Unternehmer übernimmt also ein gewisses Risiko der Lagerhaltung im Wald - erhält aber auch die Chance, das Holz qualitätssichernd zu lagern, nämlich am stehenden Baum.
Generell scheint der Anteil an geerntetem Holz gegenüber Vorratshaltung seit 1960 abzunehmen. Verkäufe und Ernte litten jedoch besonders unter den Konflikten mit dem Naturschutz, betr. der Spottet Owl, in der Pazifik-Nordwest- (Washington, Oregon) und Pazifik-Südwestregion (Kalifornien). Diese Konflikte haben von 1989 bis 1995 nicht nur die geerntete Holzmenge verringert, sonder generell die Verkäufe beeinträchtigt. Profitiert davon haben die Exporteure von Pinus radiata in Neuseeland.
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Präsentation: he www.brainworker.ch
1.11.02