Grundlagen: Betriebe und Beschäftigte der Wald- und Holzwirtschaft 1995 s.

Kurzporträt der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft Von Frank Martin Kessler, Basler & Hofmann, Zürich und Thomas Grünenfelder, BUWAL/Eidg. Forstdirektion, Bern http://www.statistik.admin.ch/stat_ch/ber07/forst/d-forst3.htm

Die Anzahl Arbeitsstätten und Beschäftigten ist nach der Spitze zu Beginn der 90er Jahre auf das Niveau von 1985 gesunken, und die geleisteten Personenjahre haben durch eine geringere Zahl von Teilzeitbeschäftigten im Vergleich leicht abgenommen.

1.4 Wirtschaftliche Situation und Bedeutung der Branche
Die wirtschaftliche Lage der Wald- und Holzwirtschaft ist eng mit der Entwicklung der Baukonjunktur verbunden. Auf die prosperierenden 80er Jahre mit wirtschaftlichem Wachstum und reger Bautätigkeit im öffentlichen und privaten Bereich setzte zu Beginn der 90er Jahre eine bis heute andauernde Rezession ein, die bei Sägereien und Schreinereien zu Betriebsschliessungen führte. Gleichzeitig entstanden laufend wieder neue kleine Schreinereibetriebe. Der Aderlass der Bauwirtschaft fiel noch stärker aus, so dass sich das Beschäftigtenverhältnis der Bau- zur Holzwirtschaft von früher 4:1 auf heute 3:2 reduzierte
[Eine auf Liberalisierung angelegte Wirtschaft würde hier kritisieren, dass die notwendige Restrukturierung offenbar verhindert wurde. M.H.]. Der Holzanteil am Kubikmeter umbauten Raum konnte bei rückläufiger Bautätigkeit weiter gesteigert werden. Dies ist ein Hinweis auf den Trend zu mehr Naturprodukten und zum Erfolg der Holzförderung. In der Holzwirtschaft verzeichnet heute nur die Papierproduktion Wachstumsraten. Sie konnte ihren Ausstoss in den letzen Jahren sogar ausbauen.

Die ungenügende Ertragslage der Forstbetriebe wurde lange Zeit als vorübergehender Zustand betrachtet. Obwohl mit dem neuen Waldgesetz von 1991 neue Subventionskategorien geschaffen wurden, neutralisierten die Kürzungen des Bundesbudgets und die Finanzknappheit der Kantone die erhoffte Wirkung auf die Waldwirtschaft und die Defizite konnten nicht abgebaut werden. Dies führte zu Restrukturierungen wie vermehrter betrieblicher Zusammenarbeit oder Arbeitsvergaben an Dritte.

Statistisches:

Die wöchentliche Arbeitszeit im 1. Sektor (Gartenbau und Forstwirtschaft) liegen mit 43.1 Stunden um 3.4% über dem schweizerischen Mittel von 41.7 [BfS B9.2]

1999 waren rund 1 Million Angestellter (26%) in 75'000 Betrieben des zweiten Sektors (Industrie, Verarbeitung) tätig, während der Tertiärsektor (Dienstleistungen) 2.683 Millionen (69%) beschäftigte. Die Primärproduktion, die nebst Land- und Forstwirtschaft auch die ein bisschen lukrativeren Gartenbaubetriebe umfasst, wird seit Jahren nur noch am Rande statistisch erfasst, derart unbedeutend ist sie mit noch 5% aller Beschäftigen geworden.

1992 waren noch 30% im zweiten und 66% im dritten Sektor tätig. Dienstleistungen weiten sich also dauernd - zu Lasten der Produktion - aus.

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