Was sagt die Buchhaltung zur Lage der Schweizer Forstwirtschaf?

+ ein kurzer internationaler Ausblick

[Waldwirtschaftsverband Schweiz: www.wvs.ch ]

1 Aufwand und Ertrag

Während von 1970 bis 1980 Aufwand wie Ertrag absolut identisch anstiegen (die Förster sind hier ökonomische Musterschüler: alles was erwirtschaftet wurde, wurde gleich wieder investiert) stagnierte die Entwicklung bis 90. Seit 1990 befindet sich die schweizerische Forstwirtschaft in einer Auflösungsphase - was meist etwas euphemistisch als "Restrukturierung" bezeichnet wird.

Diese Karte aus dem Nationalen Forstinventar 2 zeigt die regionale Verteilung der Erntekosten in Fr/m3 für Fällen, Entasten und Transport an die nächste Strasse. Dummerweise sind die höchsten Vorräte eben dort, wo's am rötesten ist. Eben so dummerweise sind die Erntekosten praktisch überall höher als die internationalen Preise für Massenware.

Bis 1980 stiegen auch die Holzpreise. Bereits damals deckten sie allerdings die Aufwendungen eher schlecht als recht. Dann drückten Zwangsnutzungen und der internationale Markt die Preise um über 20%. Die Situation blieb aber auf dem Preismarkt dann einigermassen stabil bis 1990 die böse, pardon, die Böe, Vivian nicht nur Bäume sondern auch den Holzmarkt umwarf. Ihr Kollege Lothar sorgte 2000 dann dafür, dass sich die Preise auf das Niveau von 1970 zurückentwickelten.

2 Zahlen

 
Holzerlös 2000 [www.wvb.ch]

alle Betriebe des schw. Waldwirtschaftsverbandes

Sortiment Nutzungsanteil in % Fr./m3 ab Strasse
  2000 2001 2000 2001
Nadelstammholz 65 59 70 62
Laubstammholz 9 9 104 109
Nadelindustrieholz 6 10 32 30
Laubindustrieholz 5 6 33 33
Nadelbrennholz 4 5 33 32
Laubbrennholz 8 10 54 55

Entgegen den Erwartungen (und Behauptungen) sind die Preise für Laubstammholz attraktiver als für Fichten. Vielleicht trägt dies mit der Zeit zu einer Rückkehr zu mehr Produktion von Laubholz bei.

 


Traurig sind die Ertragszahlen. Die viel geschmähten Aufwände für naturnahen Waldbau sind auf einem kaum weiter reduzierbaren Niveau angekommen. Die meisten Kosten (70%) entstehen durch die Holzernte. Die Erträge aus dem Holzverkauf vermögen aber nicht einmal mehr die Kosten für Holzernte und Rücken zu decken. Dies trifft vor allem auf die Alpen und Voralpen zu, wo jeder geerntete m3 einen Beitrag ans Defizit leistet statt an die Deckung von Fixkosten und dringend nötiger Pflegemassnamen.



  2000             2001        
Aufwand nach Betriebsstellen Aufwand Zeiteinsatz Liegendverkäufe Aufwand Zeiteinsatz Liegendverkäufe
    Fr./ha % Std./ha % Fr./m3 Std./m3 Fr./ha % Std./ha % Fr./m3 Std./m3
Strassenbetrieb 64.35 8 0.3 4 8 0.04 70.05 10 0.36 6 13.32 0.07
Verbauungsbetrieb 5.07 1 0.01 0 0.63 0 6.07 1 0.01 0 1.15 0
Bestandesbegründung 8.18 1 0.1 1 1.01 0.01 14.76 2 0.17 3 2.81 0.03
Pflegemassnahmen 42.98 5 0.8 11 5.33 0.1 53.35 8 0.97 15 10.15 0.18
Forstschutz   11.21 1 0.17 2 1.39 0.02 11.77 2 0.18 3 2.24 0.03
Wildschadenverhütung 4.98 1 0.09 1 0.62 0.01 7.43 1 0.11 2 1.41 0.02
Schlagräumung 9.51 1 0.16 2 1.18 0.02 10.56 2 0.17 3 2.01 0.03
Anzeichnen   2.99 0 0.05 1 0.37 0.01 5.43 1 0.09 1 1.03 0.02
Uebriges 1 PS 4.11 1 0.05 1 0.51 0.01 4.44 1 0.06 1 0.84 0.01
Total 1. Produktionsstufe 83.96 10 1.42 20 10.41 0.18 107.74 16 1.75 27 20.49 0.33
Holzhauerei & Rücken 480.79 59 4.53 63 62.07 0.58 335.64 50 3.59 55 68.13 0.71
Einmessen & Holzschutz 20.68 3 0.26 4 2.56 0.03 12.51 2 0.16 2 2.38 0.03
Holztransport zu Lagerort 51.36 6 0.11 2 6.63 0.01 34.58 5 0.11 2 7.02 0.02
Holztransport ab Lagerort 12.98 2 0.05 1 1.68 0.01 12.38 2 0.04 1 2.51 0.01
Uebriges 2 PS 9.19 1 0.13 2 1.14 0.02 8.15 1 0.12 2 1.55 0.02
Total 2. Produktionsstufe 575 70 5.08 70 74.08 0.65 403.26 60 3.95 61 81.6 0.8
Nebennutzungen 3.86 0 0.07 1 0.48 0.01 3.44 1 0.06 1 0.65 0.01
Verwaltung   76.38 9 0.23 3 9.47 0.03 72.71 11 0.2 3 13.83 0.04
Aus- und Weiterbildung 7.93 1 0.1 1 0.98 0.01 9.33 1 0.1 2 1.77 0.02
Total Holzproduktion 816.73 100 7.2 100 104.05 0.92 672.6 100 6.43 100 132.81 1.27

2001 hat im Vergleich zu 2000 der Aufwand für die Primärproduktion zeitlich wie finanziell stark zugenommen. Im gleichen Masse fielen die Aufwendungen für Holzerei und Rücken. Dies ist auf zurückhaltenden Nutzung nach Lothar zurückzuführen.

Mit einem Verwaltungskostenanteil von 9% unterbietet die Forstwirtschaft sogar die ZEWO-zertifizierten Gemeinnützigen, denen 15% erlaubt sind. Man beachte aber insbesondere, dass die Forstbetriebe der Schweiz 70% von Zeit und Geld für die Holzernte - und nur noch 10% der Zeit und 20% der Mittel für Verjüngung und Pflege aufwenden. [Waldwirtschaftsverband Schweiz: Alle BAR-Betriebe.]

Folgende Graphik zeigt deutlich, dass die Waldwirtschaftbetriebe nicht mal mehr um 0 schwanken, sondern dass Median wie Mittelwert aller Betriebe deutlich ins Negative gerutscht sind. Man könnte sich nun vorstellen, die Betriebe per mulitivariater Analyse (Faktoranalysen, multiple Regressionen, Clusteranalysen, Diskriminanzanalysen, Kovarianzanalysen, Korrelationsmatrix) darauf zu prüfen, welche Faktoren [Grösse, Region (Mittelland - Alpen), Geländeneigung, Fixkosten (Maschinenpark, Verwaltung)] für Ertrag oder Verlust verantwortlich sind.

Zur Zeit werden diese Daten leider nicht statistisch erfasst, aber mit dem neuen Bar werden 2004  vollständige Datensets von 50 Betrieben, 2006 von 200 Betrieben, zur Verfügung stehen. Zur Zeit lässt sich allerdings bereits durch qualitative Analyse zeigen, dass Erfolg beruht auf:

  1. besseres Unterstützungsmanagement (Subventionen)
  2. ertragreiche Nebenbetriebe (wie die allseits beliebte Kiesgrube ...)
  3. Arbeiten für Dritte (Einsatz bei Gemeinde, Naturschutz, ...)
  4. gute Erschliessung, die relativ starke Mechanisierung erlaubt
  5. extensive Betriebe, mit minimalen Aufwendungen und Fixkosten.

Also kein Faktor, der sich ohne Vorbehalt zur Nachahmung empfehlen liesse, was insbesondere für 1 und 5 gilt. Was 4 und die Mechanisierung betrifft, so ist hier zu beachten, dass mit der anlaufenden Initiative "Rettet den Schweizer Wald" das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet wird. Eine stärkere (keine absolute) Mechanisierung ist nötig, würde aber durch die Reetablierung eines absolutistischen Kahlschagverbots verunmöglicht! Deswegen ist auch Faktor 5, die Extensivierung, nicht all zu empfehlenswert, denn um geeignete Zonen auszuscheiden, die eine beschränkte Kahlschlagswirtschaft überhaupt erlauben, wo also weder Erosion, Steinschlag noch Grundwasserverunreinigung droht, braucht es nicht nur qualifizierte und erfahrene Fachleute, sondern auch die in der Waldwirtschaft übliche langfristige und verlässliche Planung.

Es gibt aber doch Möglichkeiten, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern: s. Dorneckberg-Süd, das den Schlauen-Fuchs 2004 erhält: http://www.wvs.ch/de/presse/aug1_04.html


 

3 Problemzone Alpen

Der Zuwachs pro ha ist zwar in den Hochlagen geringer, aber nicht in dem Masse, wie die Ernte. Auf Grund hoher Erntekosten werden vor allem in den steilen Lagen der Voralpen, Alpen und Alpensüdseite nur die wertvollsten Bäume, die Filetstücke, geerntet. Der letzte Punkt, 2001, zeigt, dass die Ernte trotz tiefer Marktpreise nicht zurückgefahren werden konnte, sondern auf durchschnittlichem Niveau blieb.
 

4 Rationalisierungsmassnahmen: Arbeit, Löhne, Mechanisierung

 

Die Graphiken links und unten zeigen die erstaunlichen Leistungen in Sachen Rationalisierung der Forstwirtschaft. Der totale Aufwand, incl. Pflanzungen, Pflege, Verwaltung, hat sich in den letzten 30 Jahren auf einen Fünftel reduziert, der Aufwand für die Holzernte auf einen Viertel - Der Aufwand bei den Sägereien hingegen bloss auf einen Drittel. Vorwürfe von dieser Seite, wegen mangelnder Rationalisierung in der Forstwirtschaft, haben also eine äusserst mässige Berechtigung. Der letzte Punkt (2001) deutet bereits an, dass sich die Rationalisierung nach Lothar weiter intensiviert.


 

Aufgehoben wurde allerdings beinahe der gesamte Rationalisierungserfolg durch den Anstieg der Löhne bei den fest Angestellten. (Bevor Sie neidisch werden: Es handelt sich um Bruttolöhne inkl. Ferien, Absenzen, Krankheit + Anteil Arbeitgeber).

Nachdem aber zwischen 1995 und 2000 auch beim Forstpersonal die Löhne stagniert hatten, legten sie 2001, mit dem allgemeinen Trend, wieder etwas zu.

Dies hatte mit zur Folge, dass Arbeitskräfte durch Maschinen (der Forstunternehmer) ersetzt werden. (s.u.)

Eine weitere Ursache dieser Verlagerung liegt in der Betriebsgrösse. Dem durchschnittlichen Forstbetrieb einer durchschnittlichen Schweizer Gemeinde bleiben heute 1 Förster und 2 Forstwarte. Da die Waldarbeit gefährlich ist, müssen immer 2 zusammen arbeiten. Da die Arbeit immer anspruchsvoller wird, da diese Leute fähig sein müssen, verschiedenste technische Geräte in oft schwierigem Terrain zu bedienen, diese Geräte auch zu unterhalten und reparieren, erfordert dies beträchtliche Kenntnisse und einen entsprechenden Bildungsaufwand. Zudem umfassen die Löhne hier nur diejenigen Betriebe, die dem Waldwirtschaftsverband angeschlossen sind und ein entwickeltes Buchhaltungssystem betreiben, also die rentableren. Betriebe aus den Alpen und Jura sind untervertreten, Tessin fehlt völlig. Hier liegt auch die Begründung, warum die Schweizer Forstbetriebe zu klein seien. Um von der Mechanisierung profitieren zu können, braucht es grössere Verbände die mit weniger Personal arbeiten können. So einfach ist das ... wirtschaftstechnisch betrachtet.

Was an der Graphik auffällt, sind die Gegenbewegungen nach 1990 (Viviane) und nach 2000 (Lothar). Da in beiden Fällen die Holzernte auf Grund der Übernutzung durch den Sturm, wie der zerfallenden Preise, reduziert werden musste, widmete sich das Personal mehr der Waldpflege (u.a. vermutlich auch grösseren Aufräumarbeiten.)
 

Wohin steuert der internationale Holzmarkt, was treibt ihn, wer sind die Akteure?

Eine einzige Erntemaschine war in Skandinavien bereits 1990 fähig, 50'000 ha Gehölz mit einem durchschnittlichen Stammvolumen von 0.2m3  pro Jahr zu beernten. Da ergibt eine Produktivität von 15m3 pro Mannstunde - also bereits vor 10 Jahren das 15-fache dessen, was in der Schweiz heute möglich ist. Die Kosten für Ernte und Rücken betrugen 15 bis 17 Dollar pro m3! (Schweiz:  rund 60 Fr./m3). Die Produktionskosten in der Schweiz müssten also, um international konkurrenzfähig zu sein, nochmals die selbe Leistung erbringen wie in den letzten 30 Jahren, und auf 1/4 fallen. Dies wird kaum möglich sein, ohne eine gewisse Lockerung des Kahlschlagverbots (... allerdings vermutlich bloss, um in einigen Jahren festzustellen, dass "die andern" immer noch gleich viel Vorsprung haben).

Falls Sie nun den Einwand erheben möchten: Ja, aber dicke Stämme sind doch schwieriger und teurer zu ernten als dünne? - so ist die Antwort: Nein, im Gegenteil. Die Verlagerung von Starkholz- zu Schwachholzproduktion beraubt die Waldwirtschaft nicht nur der Preise für Qualitätsholz, sondern belastet sie zusätzlich mit höheren Ernte und Rückekosten. Bei Stämmen mit Mittendurchmesser um 60 cm können in der Schweiz pro Stunde 3 m3 geerntet werden, bei einem Mitteldurchmesser von 35cm reduziert sich die Leistung um rund 30% auf etwa 2 m3 /h (s. Schw. Forstkalender S. 199).

Der uns durch die Entwicklung in den USA aufgezwungene Übergang von Starkholz zu Schwachholz zwingt auch uns zu einer Mechanisierung der Ernte. Versuche mit Hartholzplantagen (Platanen) mit einer äusserst kurzen Umtriebszeit von 5 Jahren in den USA, ergaben für den  Mitteldurchmesser von 7.6 cm 25 bis 35 Tonnen frisches Holz pro Stunde - bei Erntekosten von 9 bis 14 Dollar pro Tonne grün, je nach System, inklusive Häckseln. [ www.woodycrops.org/mechconf/mcdonald.html / http://flash.lakeheadu.ca/~repulkki/equicost.htm / http://www.unbf.ca/forestry/centers/biomass.htm ]

Diese Spitzenleistungen werden allerdings auch in den USA und Skandinavien nur auf gut befahrbaren Böden mit geringer Neigung (max. 50% Steigung) erreicht - und bei Nutzung des Kahlschlagverfahrens. So kamen andere Untersuchungen für die Produktionskosten von Energieholz auf 45$ pro Tonne, während Restholz (Schadholz)  aus dem Wald bereits für 31.-, Holz aus Pflanzungen für 26.- und Reste aus der Holzverarbeitung sogar für nur 22$ pro Tonne trocken zu haben waren. [Chapter III. Woody Biomass Harvesting Equipment ]

Dass Umweltschutz Jobs kostet ist also ein Mythos. Arbeitsplätze werden nicht in erster Linie durch "antiliberale" Umwelt- und andere Vorschriften vernichtet, sondern durch technischen Forstschritt. Menschen werden durch Maschinen ersetzt. In der Forstwirtschaft gilt dies genau wie in andern Branchen. Das Beispiel Forstwirtschaft gehört sogar zu den eindrücklicheren.

In den USA gingen durch den Schutz der Spotted Owl zwar 9300 Arbeitsplätze verloren. Unabhängig von Natur- und Umweltschutz gingen im Pacific North West (PNW) der USA  zwischen 1979 und 1989 27'000 (=20%) der Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft verloren. Dies durch die Einführung automatischer Holzernte und Verarbeitung. Zudem wurden Sägereien welche bis anhin Starkholz verarbeitet hatten geschlossen und durch automatisierte Anlagen ersetzt, die vorwiegen mittlere und schwache Durchmesser verarbeiteten. Die Löhne fielen um 18%. Offenbar bringt es der Arbeitsmarkt in den USA sogar hin, das höhere Anforderungen schlechter bezahlt werden können. Vielleicht liegt dies aber daran, dass Forst-Bewirtschafter und Wald-Pfleger durch Maschinisten ersetzt wurden, die nichts weiter tun, als Bäume ernten.

Kommentar: Letzere Aussage vom 4. August 2002, eher aus dem hohlen Bauch als aus wissenschaftlicher Analyse stammend, findet ihre Bestätigung durch Aussagen von US-Hochschulen, die Forstpersonal ausbilden.

Dieser Prozess begann in den 80ern, als immer mehr Firmen die alten Bestände (old growth) vollständig aus-genutzt hatten. Dies zwang sie zu Pflanzungen und der Nutzung geringerer Durchmesser (raschere Umtriebszeit), die aber nur noch bei mechanisierter Ernte Erträge brachten. Mit ein bis zwei Jahren Verspätung begann sich dies auch auf die Holzverarbeitung und die Holzpreise in Europa auszuwirken. Diese Entwicklung, die Produktion von tiefpreisiger Massenware auf einem Markt mit hoher Konkurrenz wird weiter gehen. Im östlichen Kanada schlossen in den frühen 90ern 24 alte Papierfabriken. 4 neue produzierten zwar nur 2/3 der vorherigen Produktion, mit viel weniger Angestellten, setzen dem Wettbewerb aber neue Massstäbe. Finnland hat im Vergleich dazu fast doppelt so hohe Kosten bei der Holzernte, aber nur die Hälfte der Kosten bei der Papierproduktion, ist also immer noch 6% im Vorteil.

Nebenbei: In British Columbia trägt die Forstwirtschaft 7% zum BSP bei und beschäftigt 5% der Bevölkerung. Die Verhältnisse sind also um einiges forstwirtschaftsfreundlicher als hierzulande. [http://bc.sierraclub.ca/Campaigns/Forest_Policy/pamph_2.pdf ]

Betriebs-Grösse und Macht

Die Schweizer Betriebe sind zu klein. Wir haben gesehen (Betriebsgrösse), dass in der Schweiz nur 4% der Betriebe einen Fläche von mehr als 1000 ha bewirtschaften - dabei allerdings bereits 1/3 der Waldfläche der Schweiz. Einerseits. Mit dem was international so als Forstunternehmen fungiert haben wir allerdings eh keine Chance, es sei denn, wir lassen den gesamten Schweizer Wald von zwei bis drei Firmen bewirtschaften. Wenn Sie sich z.B. die gut dokumentierte Situation in Kamerun ansehen: http://www.globalforestwatch.org/english/cameroon/allocation_paper/cameroon_imagemap.htm Dort sind die Grössen der Konzessionen um die 100'000 ha bis 600'000 ha:. http://www.globalforestwatch.org/common/cameroon/english/map.7.jpg

In Kambodscha z.B. erhielt die indonesische PANIN Gruppe 1995 eine Bewilligung für die Beerntung (logging concession) von 1.4 Mio ha. In Nicaragua die Koreanische  SOLCARSA 62'000 ha, ASB Timber in Papua Neuginea 380'000 ha. Konzessionen, die oft die Grösse des gesamten Schweizer Waldes haben, werden oft vergeben, ohne die lokale Bevölkerung zu informieren, geschweige denn, sie zu befragen. Von da her ist der (leider oft generelle) Widerstand der meisten Entwicklungsgruppen gegen die Bewirtschaftung von Wäldern verständlich, denn diese Grosskonzerne ernten, wo sie nicht gesät, und sie sähen nicht, wo sie geerntet.

Weiter Grossfirmen: PT Djayanti Group, PT Barito Pacific Timber Group, PT Porodisa Group, PT Kayo Lapis Indonesia Group, PT Mutiara Group, PT You Lim Sari, PT Astra (Indonesia), Marubeni, Sagindo (Japan), and Mamberamo (Australia). Lavalin (Canada)

Martin Herzog, Dipl. Forstingenieur ETH, Rheinfelden 4. August 2002

Update: 17. September 2002  he www.brainworker.ch

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