Beiträge und Meinungen zu WAP (neues, d.h. inzwischen gestorbenes Waldprogramm), Wald- und Forstgesetz

Aktuelles:

November 08:

April 08: WAP ist gestorben, nun auch mit Segen des Ständerates. Holz ist wieder was wert. In Anbetracht der internationalen Entwicklung wundert das Theater eh etwas, denn dort ist Wald längst zum Spekulationsobjekt von Finanzinvestoren geworden:

Holz wird quasi verschenkt!

... und das haben die Finanzmärkte längst gemerkt und sich engagiert. Calpers, die weltgrösste Pensionskasse, will 2.4 Milliarden $ in nachhaltige Forstwirtschaft investieren. Harvard und Yale, die erfolgreichsten Investoren überhaupt, machen das schon lange. Die Ueberlegungen sind folgender Art:

[Christian Kaiser und Erich Solenthaler:Lebender Rohstoff mit Zinseszinseffekt. Holz als alternative Anlage wird publikumsfähig. Die Aussichten für den Rohstoff sind gut. Aber die Bewertungen sind schon hoch.Tagesanzeiger 07.04.2008. S. 29
 

Dezember 07: Immer häufiger wird in der Presse berichtet (neuste Meldung Handelszeitung Nr. 49, 5.-11. Dezember 07) dass zu wenig Fichtenholz angeboten werde, oft und gerne ausgedrückt als: Mehr Fichten in die Schweizer Wälder! Tja ... wenn dem Herrn Stallinger die Fichten fehlen, weil die Schweiz hauptsächlich mit Buchenwäldern bedeckt ist, dann liegt der Fehler wohl kaum beim Wald, sondern beim falsch konzipierten Werk. Die Fichtenmanie hatten wir schon mal von Ende des 19. bis weit ins 20. JH - und haben ein halbes Jahrhundert gebraucht, die damit geschaffenen Probleme auszumerzen. Nun bitte nicht das Selbe nochmals!

Dass die Holzindustrie in corpore diese Meinung unterstützt, mach nachdenklich, denn derartige Forderungen können eigentlich nur von totalen Waldbanausen vertreten werden, wozu die Holzindustriellen ja eigentlich nicht gehören sollten, wollen sie nicht ihr eigenes Substrat vernichten. Also eigentlich brauchte es eher Laubholzsägereien (nicht Laubsägereien!).
 

Die Fichte ist ursprünglich ein Baum des Gebirges - oder des Nordens. Da sie ein idealer Nutzholzproduzent ist, wurde sie im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr stark gefördert. Praktisch alle Fichtenwälder des Mittellandes sind künstliche Aufforstungen, zudem mit Samen, von denen heute kein Schwein mehr weiss, woher sie kamen. Die Fichte hat hier die ursprünglich dominante und ökologisch passende Buche ersetzt. Dies führte bereits in der Periode des "Waldsterbens" zu grossen Verlusten, und tut dies weiter bei jedem halbwegs anständigen Sturm. Auch marktwirtschaftlich gibt es nicht viel her, in der Schweiz die natürlichen Baumarten durch Fichte zu ersetzen, denn mit den Bedingungen wie sie in den riesigen Borealen Nadelwäldern Skandinaviens, Russlands, Sibiriens und Kanadas herrschen, können wir eh nie konkurrieren. Man darf der Holzindustrie also gerne den selben Spruch zuhalten, mit dem früher Linke abgekanzelt wurden: Ab nach Russland!   [Standortstypen]

Schlussresultat ... von 7 Jahren Arbeit:
DAS WALDGESETZ BLEIBT WIE ES IST:
  • Die Holzpreise sind wieder auf einem Niveau, die einen halbwegs normalen, d.h. für die Schweiz <naturnahen> Waldbau ermöglichen.
  • Der Wald kann weiter Holz produzieren - statt zu entsorgende Abfälle, wie das bei der Bewirtschaftung als Biotop wäre.
  • Also kein grösseres Unglück geschehen ... ausser dass auch hier immer weniger immer mehr leisten müssen. Die neoliberale Umwandlung konnte nur zum Teil abgewendet werden, da sie von einigen übereifrigen führenden Untertanen bereits umgesetzt wurde.

Inzwischen hat auch der Ständerat so befunden und die Initiative Rettet den Schweizer Wald wurde zurückgezogen.

31.3.07: Die von den Medien verbreitete Botschaft.zur Revision des Waldgesetzes als Alternative zur Initiative: Rettet den Schweizer Wald. Die "Botschaft" ist nun eben die berühmte Maus, die der Berg unter schwerem Stöhnen und Ächzen geboren hat. (Also nichts Neues seit Juli 06 ... Ob dies DAS Geheimnis der Politik ist? Die Dinge so lange zu verwursteln oder liegen zu lassen, bis es keinen mehr interessiert und die Meinung bloss noch ist: Macht was ihr wollt ... aber macht endlich!). Der naturnahe Waldbau soll bleiben, Kosten die dadurch entstehen aber nicht entschädigt werden. Damit wäre der Kahlschlag und leichtere maschinelle Nutzung vom Tisch, nicht zum Vorteil rationaler Waldnutzung. Die Waldbesitzer können Vorrangflächen ausscheiden zur Sicherstellung öffentlicher Leistung, im speziellen Schutz vor Naturgefahren auf der einen, Naturschutzgebiete auf der andern Seite, aber auf Wunsch ebenfalls Erholungszonen, Trinkwasser, "Holznutzung". Der Punkt wäre zu klären, denn hier könnte unter Umständen doch noch Flächen ausgeschieden werden, die kurze Umtriebszeiten und maschinelle Ernte erlauben, was für Massenrohstoff- und Energieproduktion unerlässlich wäre - aber natürlich nur dort möglich ist, wo weder Naturschutz, Wasserschutz, Erholungs- oder Schutzpriorität dies verbieten.

Langsam kommen wir zurück zum eigentlichen Thema dieser Webseite, dem neuen Waldprogramm. "Für Bundesrat geht Waldinitiative zu weit", tituliert der Tagesanzeiger am 5.7.06, er will darum als Gegenvorschlag sein neues Waldgesetz lancieren. Obwohl die Beiträge hier ziemlich vermischt und unsortiert sind, geben Sie die wichtigsten Standpunkte wieder - und machen zugleich und absolut klar, dass das schlimmste für eine neue Waldpolitik wäre, wenn sie sich zu sehr an einem der der dominierenden Perspektiven ausrichtet;

Wir sehen daraus, dass das, was von Interessenvertretern, als Vertreter der reinen Interessen und Ideologien, meist als "fauler Kompromiss" dargestellt wird, eigentlich eher einer sinnvollen und ganzheitlichen Würdigung unterschiedlicher Ansprüche und Perspektiven entspricht. Das wäre Politik als Kunst: Trotz überbetonter Widersprüche die gemeinsame Basis zu finden.

Die Entwicklung der Holzpreise erleichtert dies, denn, obwohl die Preis den Vor-Lothar-Stand nicht wieder erreicht haben, sind sie zur Zeit so, dass wieder viel mehr Holz kostendeckend, ja sogar mit Profit, geerntet werden kann. Nun scheinen eher wieder die Waldbesitzer zögerlich. Holz wird bereits wieder knapp. Da aber die Vorräte aus waldbaulicher wie ökologischer Perspektive bereits zu hoch sind, wäre es angebracht, das Holz nun langsam aber sicher auf den Markt zu bringen, denn die Nachfrage steigt unaufhaltsam:

Wenn nun in dem Umfeld allerdings pensionierte Buchhalter >(Rolf Hartmann, Zürich) sich zu "Waldschützern" deklarieren und bereits bei kleinsten Blössen im Wald von "Baummassaker" und Kahlschlag reden und bereits die Idee kritisieren, Holz dann zu verkaufen, wenn die Preise zumindest die Erntekosten decken, dann ist das ... na ja, einigermassen lächerlich. Um so mehr, wenn diese Kritik dort geäussert wird, wo eigentlich die höchste Expertise in Sachen Waldbewirtschaftung vorhanden ist, nämlich beim Lehrwald der ETH. Die Lage der Waldwirtschaft und des Waldes wird dadurch nicht verbessert.

Praktisch jeder Forststudent ist mit der Ideologie (der einzeltammweisen Nutzung) in den Beruf eingestiegen, und musste dann über Jahre hinweg lernen, unter welchen Bedingungen und mit welchen Baumarten Einzelbaumnutzung (Plenterung) überhaupt möglich ist. (s. Waldbau)

Bestehende Kapazitäten:

Neue Kapazitäten:

Holzenergie (die generell erst an letzter Stelle kommen sollte, da Holz sich auch nach anderer Verwendung noch energetisch nutzen lässt!):

Bereits die Zahlen hier (die vorhandenen) summieren sich auf fast die Hälfte der gegenwärtigen Holzernte der Schweiz von 5.3 Millionen m3 - und das Verarbeitungspotential sogar darüber. Es scheint nun eher, dass die Lieferbereitschaft der Waldwirtschaft gefordert ist - und, vor allem, dass der Grund für die "abverheite" Übung mit dem neuen Waldprogramm weg ist, dieses also kompostiert werden kann. Da bisher kaum bessere Vorschläge vorhanden sind als das alte Forstgesetz, dieses vor allem unter Druck stand, wegen der mangelhaften Rentabilität des Waldes - und diese heute nicht mehr generell gilt, könnte man also mal entspannt aufatmen - und die Sache neue angehen, sehen, wo wirklich Änderungen nötig sind, Verbesserungen möglich sind - ohne gleich den ganzen naturnahen Waldbau auf den Mist zu werfen - was er nicht verdient.

_______________________________

Interpellation Max Binder: Waldwirtschaftliche Forschung und Entwicklung an der WSL Birmensdorf

 
Der Waldwirtschaftsverband betrachtet die Antwort des Bundesrats als dürftig. Da die Ausrichtung der Forschung an der WSL weitgehend dem ETH-Rat überlassen wird, und der mit Nobelpreisträchtiger Forschung Furore zu machen gedenkt, geht die wald- und holzwirtschaftliche Forschung unter.

Die Querele ist interessant und die Entwicklung sollte aufmerksam verfolgt werden. Sie ist zwar uralt (bereits während meiner Studienzeit 75-80 akut), da die Praxis die Forschung immer als "unpraktisch" kritisiert hat - was ja nicht anders zu erwarten ist. Einerseits (s. öffentliches Wissen). Andererseits haben der Wald, die Waldwirtschaft und die Holzwirtschaft  so viele Probleme zu bewältigen, dass sich die Forschung schon einiger davon annehmen sollte. Dummerweise handelt es sich zumeist um Probleme in diffusen Gebiet zwischen Wissen und Handeln, wobei sich die traditionelle Forschung eben gerne und ganz (wertfrei heisst dann hier eben oft auch wertlos) auf ersteres beschränkt. Da in der Forschung doch alles hochintelligente Menschen arbeiten (...) ist es um so erstaunlicher, dass dieser Dialog in den letzten 30 Jahren noch immer nicht über die banale Zweiparteien-Polemik hinaus gekommen ist.

Man könnte die Entwicklung als Problem einer falsch verstandenen Forschungsfreiheit sehen. Diese wurde von den Wissenschaften gefordert und ihnen gewährt, da sie sie untauglich ist, wenn ihr Religion, Politik oder Wirtschaft schon vorgeben, was die Resultate aussagen sollen. Dass sie mal so interpretiert würde: Wir sind frei, die Forschung zu betreiben die uns berühmt und reich macht, war wohl nicht im Sinne der Erfinder. Wie unbrauchbar Wissenschaft werden kann, wenn sie sich zu weit von der Praxis entfernt, zeigt gerade die Leistungen die die FH Zürich für Kunst und Gestaltung für den Tagesanzeiger-Kulturteil verbrochen hat.

Vielleicht ist aber die Praxis nicht ganz unschuldig an der Entwicklung. Da sie nur die Forschung als des Geldes wert betrachtet, die Geld bringt - betreibt die ETH halt heute "innovationsorientierte" Forschung - statt Probleme zu lösen die wenig Ertrag in Geld bringen.

Der Bundesrat wird gebeten, zu folgenden Fragen Stellung zu nehmen:
1. Hat er Kenntnis vom geplanten Kapazitätsabbau an der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) im Bereich Waldwirtschaft und Holznutzung?
2. Erachtet er diesen Abbau angesichts der forstpolitisch verfolgten und immer wieder bekräftigten Zielsetzung, die Ressource Wald und Holz besser zu nutzen, als richtig, zielführend und zweckmässig?
3. Erachtet er diese Entwicklung als konform mit dem von der Bundesversammlung erteilten Leistungsauftrag 2004-2007 an den ETH-Bereich?
4. Ist er bereit, im Leistungsauftrag 2008-2011 an den ETH-Bereich, die Prioritäten an der WSL in Richtung angewandter forstlicher Forschung zu verschieben und die notwendigen finanziellen sowie personellen Ressourcen dauerhaft zu sichern?
5. Gedenkt er, beim ETH-Rat in der Angelegenheit zu intervenieren, bevor die Abbaumassnahmen vollzogen sind?

Begründung
Im Zuge einer erneuten Reorganisation der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf sollen massive Kapazitäten bei der praxisnahen Waldforschung abgebaut werden. Dies widerspricht der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Waldes und des erneuerbaren Rohstoffes Holz. Dieser erneute Abbau reiht sich in eine kontinuierliche Gewichtsverschiebung von waldwirtschaftlichen Themenstellungen hin zu ökologischen in den letzten Jahren. Dazu wurden auch schon verschiedentlich parlamentarische Vorstösse eingereicht und in der Folge beschwichtigende Antworten des Bundesrates abgegeben.
Der Rückzug der Forschungsanstalt aus praxisorientierten Disziplinen widerspricht den Erkenntnissen aus dem Waldprogramm Schweiz (WAP-CH), in dem in einem breit angelegten Evaluationsprozess grosse Defizite bei der Nutzung und Verwertung des Rohstoffs und Energieträgers Holz in unserem Lande ausgemacht wurden.
Auch dem Leistungsauftrag des Bundesrates an den ETH-Bereich für die Jahre 2004-2007 (von der Bundesversammlung am 1. Oktober 2003 genehmigt) wird nicht genügend Rechnung getragen. Dort wird verlangt, die Forschungsanstalten hätten ihre langfristige themenorientierte Forschung zu verstärken und ihre technologischen Kompetenzen auf die Bedürfnisse der Praxis auszurichten. (Ziel 6!)

Wo er recht hat, da hat er recht. [s. Biotoppflege statt Wald-Wirtschaft]

Nach der selben Mode richtet sich die Fusion BWG & BUWAL zu BAFU, die in den meisten Forstkreisen höchst mässige Begeisterung auslöst. s. Kommentare Fabian Dietiker, und Auszug aus Leserbrief Christoph Stark in Wald und Holz 4/06. S. 6:

Wie sich eine konsequente Holzförderung in einem Organigramm umsetzen lässt, welches die ehemalige Forstdirektion in mehrere Einzelteile zerlegt, die nicht mehr direkt aus einer Hand geführt werden, ist eine offene Frage. Hinter der Aussage, die Waldpolitik erhalte durch die Zuteilung von Waldbereichen ins Artenmanagement und in die Gefahrenprävention mehr Gewicht ... gehört zumindest ein Fragezeichen.


Das WAP, jetzt in Vernehmlassung (Kommentare),

ist der Entwicklung heute bereits wieder um zwei Jahre hintendrein:

Holz-Energie - Energie-Holz [s. auch: Biotreibstoffe - neue Märkte für die Land- und Forstwirtschaft]

Bis anhin war es ein Problem, dass sich Brennholzpreise nach den Erdölpreisen richten, weil so oft kaum die Erntekosten zu decken waren. (s. Yemen). Mit der enormen Steigerung der Erdölpreise seit 2004 hätte sich das eigentlich ändern sollen.

Allerdings sind die Holzpreise heute noch so hinter dieser Entwicklung her, dass sie oft nicht mal den Energiewert decken.

1 m3 (2.8 m3 Schnitzel) Nadelholz hat in etwa den selben Energiewert wie 250 l Heizöl, 1 m3 Laubholz hat den Heizwert von 330 l Heizöl (s. http://www.wald-online-bw.de/3holz/6holzverwendung/holzenergievorort.htm ). Eine Tonne Holzpellets hat gar den Brennwert von 500 l Oel!. Da jede Tonne Trockensubstanz des Holzes einen Energiegehalt von 18.5 GJ/t TS hat, Erdöl aber einen von 42 GJ/t oder 3.8 GJ/100 L, lassen sich die entsprechenden Werte, je nach Trockengehalt, einfach bestimmen. Der Energiewert von Holz beträgt also, in Abhängigkeit vom Preis des Erdöls ( http://www.tecson.de/pheizoel.htm:)

Heizölpreis in Euro/100 L Energiewert pro m3 Nadelholz in Euro aktueller Preis Energiewert pro m3 Laubholz
2003: 35 E

2004: 45 E

2005: 60 E )(vor Katrina!)

         80-90 nach    "

87.5 (131 Fr.)

112.5 (169 Fr.)

150 (225 Fr.)

212.5 (319 Fr.)

 

  < 90 / 110 Fr > / Ster ab Wald. ZH

115.5 (173 Fr.)

148.5 (223 Fr.)

198 (297 Fr.)

280.5 (421 Fr.)

Bei den Preisvorstellungen der schw. Holzproduzenten erhalten Sie Energie hier immer noch für Peanuts.

In der Schweiz ist zwar Heizöl offenbar etwas günstiger als bei den Nachbarländern (die Preisunterschiede von Land zu Land sind recht beträchtlich. Vergl. Heizölpreise Basel), dennoch liegt der Preis für 100 Liter zur Zeit (14. Sept. 05) bei 80 bis 84 Fr., was einem Energiewert von 200 Fr/m3 Nadelholz und knapp 300 Fr. / m3 Laubholz entspricht. Auch wenn wir den Äquivalenzfaktor zugunsten des Erdöls auf die Lehrbuchformel: 1m3 Holz = 200 l Heizöl reduzieren, bleibt ein Energiewert von 160.- / 240.- was weit über dem ist, was Holz sogar als Sagholz heute löst (s. Energieholz, Industrieholz, Wertholz.) Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Waldwirtschaft hier ganz schlicht und einfach massiv über den Tisch gezogen wird .. und ganz sicherlich, trotz "schlauem Fuchs", auch nicht besonders schlau agiert. Oder finden Sie das "normal", dass ein Kubikmeter Kirschbaum mittlerer Qualität (3b) geradeso viel kostet (240.- Fr) wie sein (minimalistisch gerechneter) Energiewert beträgt? Dazu kommt, dass pro Tausend Kubikmeter,  die zur Energiegewinnung geerntet werden, also einem Umsatz von 150-200'000 Fr, 1 Arbeitsplatz entsteht [Waldbericht 2005. S. 123], wären bei der angestrebten Verdoppelung der Erntemenge auf 10 bis 12 Millionen m3 doch immerhin 5-7000 Stellen, ohne diejenigen in Transport und Weiterverarbeitung, wie auch Ofenbau. Allez-y, enfants de la patrie! Für dieses Geschäft brauchen wir keine Grosssägerei!

Die Verarbeitungs- und Transportkosten können den Preis für den Endkunden verdoppeln, etwa bei gespaltenen Scheiten zu 20cm. D.h. man müsste auf Grund obiger Äquivalenzpreise vom Kunden her rückwärts rechnen. Machen die Logistikkosten bei Erdöl nur 20% des Preises aus, sind es bei Kohle bereits 60% - und dürfte bei Holz sogar noch etwas höher liegen, insbesondere beim aufwändigsten Produkt, den gespaltenen Scheiten. Trotzdem machten diejenigen, die auf Holzenergie setzen, bereits vor Katarina ein Schnäppchen, insbesondere beim Laubholz - denn Holz-Energie, gespalten und geliefert, kostet bei den meisten Lieferanten immer noch so viel wie es einem Barrelpreis von 30$ oder dem entsprechenden Preis für 100 L Heizöl von 35 E. Die Ölpreise sind zwar zur Zeit recht spekulativ und bereits am zurückgehen ... allerdings kaum unter 60 Euro/100 L Nun müssten bald auch die stursten Konservativen anerkennen, dass der Club of Rome nur etwas übereilig, nicht aber total neben den Schuhen stand mit seinen Warnungen. Die Erdölpreise werden wegen des Überschreitens des Oil Peak, der maximalen Förderungsmöglichkeit, kontinuierlich (wenn auch wellenförmig) ansteigen. Bereits mit den Vor-Katrina-Energieholzpreisen dürften sich die wirtschaftlichen Probleme, die eigentlich Anlass zum WAP gegeben haben, eigentlich in warme Luft auflösen. Nicht?

Die Holzpreise entwickeln sich seltsamerweise nach wie vor gegenläufig. 2004 betrug der durchschnittliche Erlös für Rundholz ab Waldstrasse 74.- Fr pro m3, für Industrie-, Energieholz und Schnitzel 65.-, in beiden Fällen 6 Fr. weniger als im Vorjahr! Ein beiden Fällen deckt der Holzpreis nicht mal den Energiewert (eben so wenig wie die Erntekosten)! (s. Vergleich von Erlös und Erntekosten 2001. Seither hat sich diese Situation kaum verändert.) Die leicht gehässigen Vorwürfe gegenüber den Gaslieferanten, die ebenfalls von der Preishausse profitieren wollen, liessen sich zwar theoretisch mit dem selben Argument begründen. Allerdings waren die Gaslieferanten schon länger klüger (oder gerissener) und verkauften Gas bereits seit für 50-55 Euro für die entsprechende Energiemenge als Heizöl noch 30 Euro kostete. Die Gashändler haben den Trend also längst vorweggenommen und eine Kritik an ihren gegenwärtigen zusätzlichen Preiserhöhungen scheint gerechtfertigt. Was Holz betrifft, so scheint eher eine Kritik am offensichtlich mangelnden wirtschaftlichen Verständnis bei den Holzhändlern berechtigt. Auch diese eines der wichtigsten Anliegen des WAP, die Verbesserung des wirtschaftlichen Verständnisses bei den Kadern - ging in der Zwischenzeit total flöten. Weder bei Förstern, noch bei der Fachhochschule noch an der ETH sehen die Lehrgänge eine einigermassen qualifizierte Ausbildung in Betriebs- wie Volkswirtschaft vor. Man bildet weiterhin gehorsame Beamte aus, die tun was man ihnen sagt ... weil ihnen eh die Wissens-Grundlagen für eine substantielle Kritik fehlen. Obwohl wirtschaftliche Fragen das Grundproblem waren, das zum WAP geführt hat, bleibt Ökonomie auch heute den Absolventen ein Fremdwort. Hauptsache sie kennen die Bäume ... so der Tenor der FH.

Bei der Entwicklung der Energiepreise und der richtigen Reaktion der Waldunternehmer scheint die Gefahr gering, dass die Waldwirtschaft eingeht. Es könnte eher sein,  dass die Waldbesitzer zu den neuen Ölbaronen werden (... weshalb gewisse Kreise auf Privatisierung drängen). Bei der Entwicklung hat sich das WAP von selbst erledigt und es wird eher darum gehen, dafür zu sehen, dass nicht zu viel Holz als Energieholz verquantet wird, sondern eine optimalere Verwendung als chemischer Rohstoff findet - und dabei weiter in ausreichendem Masse als Sagholz für Bau und Möbel zur Verfügung steht. Gewisse Lockerungen für Kahlschlag (mechanische Ernte) sind weiterhin sinnvoll, müssen aber kontrolliert und beschränkt werden können.  Unter diesem Aspekt fragt es sich grad nochmals, ob langfristige Lieferverträge zu Billigstpreisen an Grosssägereien (die "seltsamerweise" beide neben Chemieanlagen stehen ...) gegenwärtig wirklich wirtschaftlich sinnvoll sind. Die Differenz zwischen Holzpreis und Energiewert sind zur Zeit zu hoch.

Vermehrte Energieholzproduktion hätte nicht nur negative Auswirkungen auf den Wald, wie etwa die leichtere Mechanisierung, sondern auch äusserst positive. Mittel- und Niederwald liessen sich wieder rentabel betreiben. Da beide um einiges lichter sind als die heute herrschenden Hochwälder, wäre das ein beträchtlicher Gewinn in Sachen natürlicher Vielfalt (Biodiversität).

M. Herzog, Dipl. Forsting. ETH, Basel, 12.9.05

Chnuppesager & Co: Heute, am 30. November 05, bringt die Handelszeitung mehrere Beiträge zu Pellets, u.a. dass AEK Energie AG nur noch die halbe Nachfrage decken kann und eine Ausdehnung der gegenwärtig 26'000 T auf 80'000 T in Luterbach plant. Dazu brauchte es vermutlich die geschätzte Grosssägerei, könnte man denken. Allerdings ist Pelletierung keine Hochtechnologie und lässt sich auch von relativ kleinen Firmen, also dezentral durchführen. Allerdings, suchen Sie Pelletiermaschinen, müssen Sie dies vermutlich im Ausland tun, denn die Adresse die Google als 1. und einzige in der Schweiz liefert, besteht a) aus einem toten Link und b) aus einer Liste nicht mehr funktionierender Links und c) aus einem Mail, mit dem man nicht mal protestieren kann, da dieses sogar nicht funktioniert. Es wundert wenig, dass die Schweizer Holzwirtschaft derart am Arsch ist, bei dem "Engagement." Herrgottsackzement ...

Im Kanton Zürich verkaufte Sägerei Konrad Keller, der einzige Produzent, mit 4500 Tonnen rund 25% mehr als im Vorjahr. Der Dachverband der Holzenergie Schweiz korrigierte den Verbrauch von 25'000 auf 40'000 m3/Jahr. Auch hier kann nicht der volle Energiepreis eingefahren werden, da die Pelletsheizung für ein Einfamilienhaus 10-15'000 Fr. teurer zu stehen kommt als eine Ölheizung. Die Pellets werden darum mit 25% Nachlass auf Energiewert abgegeben.

In den USA läuft das Geschäft bereits. Der "Cord" Brennholz, ca. 3.5 Ster, kostet dort heute 150 bis 300 Dollar. Die 18 Staatsforste Kaliforniens haben bereits diesen Winter eine um 71% erhöhte Nachfrage zu decken.

Was Feinstaub betrifft, so entsteht der vor allem bei der Verbrennung eh unerlaubter Stoffe wie Verpackungen, Abbruchholz und gar Kehricht. Die Schweizerischen Fabrikanten und Importeure von Holzheizungen [SFIH] liefern seit 2003 Stückholz- und Pelletsheizkessel deren Staubausstoss die gesetzlichen Grenzwerte um 60% unterschreitet, 40% bei Schnitzelheizungen. Ruegg hat auch einen Partikelabscheider für Cheminees entwickelt, der sich nachträglich einbauen lässt (Kosten 1500 bis 2250 Fr.)

Am stärksten steigt die Pelletsproduktion gegenwärtig in Deutschland. Von 385'000 t heute soll die Produktionskapazität bis 2007 auf 1.4 Millionen t erhöht werden, die Anzahl der Pelletskessel erhöhte sich 2005 um 14'000 auf ca. 45'000, 2006 sollten mindestens 30'000 dazu kommen. Eine weitere jährliche Zunahme um 80-100'000 wären möglich, womit der Bedarf bis 2010 auf 2 Millionen t erhöhen würde. In Holland, GB und Dänemark werden Kohlekraftwerke zunehmend ebenfalls mit Pellets beheizt. Ein einziges davon braucht 2 Millionen Tonnen pro Jahr. Allerdings liegen die Preise noch entsprechend tief, nämlich bei 100-110 Euro/t. In Italien werden bereits ca. 100'000 Cheminés mit Pellets beheizt. In Deutschland hat sich der Bedarf 2005 verdoppelt. Bezahlt werden 250.- Euro/t, in Oesterreich 210.- Euro/t, in Italien 200 Euro/t. Erwartete Preis- und Mengenentwicklung s. Deutscher Energie-Pellet-Verband.

In Thüringen führt der steigende Bedarf an Energieholz bereits zu einem Zustand, von dem viele Waldbesitzer seit Jahrzehnten träumen: Das Brennholz ist ausverkauft! [Wald und Holz 4/06, S. 20]

Resultate der Vernehmlassung: Doch lieber das alte Forstgesetz als das neue!

Lignum tituliert (Wald & Holz 12/2005): Zurück an den Absender - weil von den ursprünglichen Absichten des WAP, also Sicherstellung der Waldleistungen, Erhaltung der Biodiversität, Verhinderung der Gefährdung von Waldböden, Bäumen und Trinkwasser, Stärkung der Wertschöpfungskette Holz und Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Waldwirtschaft, jetzt nur noch Biodiversität und Schutzwald übrig seien, insbesondere die Investitionskredite fehlen und keine neuen Profilierungsmöglichkeiten für die Waldwirtschaft geschaffen werden.

Die Umweltorganisationen WWF, Pro Natura, SVS/BirdLife Schweiz und Stiftung Landschaftsschutz Schweiz hingegen befürchten (d.h. es ist nicht direkt und substantiell so im Gesetz formuliert), dass die Natur im Wald auf weniger Flächen zurückgedrängt wird. Eigentlich habe sich das alte Gesetz doch sehr bewährt. (Hier hat sich also die Meinung um 180 Grad gedreht, denn während der WAP-Verhandlungen hörte man praktisch nur: Nieder mit dem Waldgesetz, dem (naturnahen!) Waldbau, dem Forstdienst und der ganzen Forstwirtschaft.

Dass der naturnahe Waldbau so übel nicht ist, wie damals von Naturfundis eingeschätzt, haben sie erst gemerkt, als im Laufe der wap-Ausarbeitung klar wurde, wie "wirtschaftlich effiziente Alternativen" aussehen könnten, eben wie Industriegelände. Die Umweltorganisationen machen also einen vollen Schlenker retour und setzen nun ganz auf naturnah: standortgerechte einheimische Baumarten, natürliche Prozesse (womit unter Fichtenmonokulturen weitere Fichtenmonokulturen folgen und ein Grossteil der lichtbedürftigen Laubhölzer durch die Buche ersetzt werden), Förderung der Artenvielfalt, Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, Verzicht auf Dünger, chemische Hilfsmittel und gentechnisch veränderte Organismen und Stoffe (sehr zu begrüssen ...). Den letzten Wunsch: Aus- und Weiterbildung der im Wald beschäftigten Personen in Standortskunde, Waldbau und Naturschutz würde ich ersetzen durch: Aus- und Weiterbildung der im Wald lamentierenden Personen in der nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen.

Der Verband schweizerischer Forstunternehmer macht, zu Recht, darauf aufmerksam, dass das alte Forstgesetz, egal ob gut oder schlecht, die Forstwirtschaft in rote Zahlen gebracht hat. Die Bemerkungen, dass die Schweiz einen höheren Stand in Biodiversität anstrebe, dass ein künstlicher, und zu grosser Gegensatz zwischen privaten und allgemeinen Interessen konstruiert wird, sind unbelegte Behauptungen. Ebenso diejenige, dass der naturnahe Waldbau zu hohe Anforderungen an die Bewirtschaftung stellt. Diese Behauptung lässt sich sehr leicht umkehren: Eine nicht naturnahe Waldbewirtschaftung stellt zu hohe Anforderungen an die natürlichen Regenerationskräfte der Natur, womit diese ge- und zerstört wird. Ein "nicht-naturnaher Waldbau" wäre dann ja wohl ein "industrienaher Waldbau", der vor allem den Anforderungen des "supply chain managements" gehorcht.

Die Erfahrung mit einer Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen gegen die Gesetze der Natur, im Einklang mit den Anforderungen des Profits, wurden aber längst, ausdauernd und in aller Härte gemacht, nämlich über die Reinertragslehre, der wir die massive Verbreitung von Fichtenmonokulturen verbreiten, die zum Teil heute noch Probleme bereiten.  Eine Neuauflage dieses Konzepts wäre also mehr als idiotisch. Kurzum: Der naturnahe Waldbau steht nicht zur Disposition. Weder gegenüber den Anforderungen des Naturschutzes, der am liebsten auf Bewirtschaftung pfeift und nur noch Biotoppflege betreibt, noch im Interesse der Wirtschaft, deren Denk-Horizont so kurz ist, dass ihnen schwindelig wird in Anbetracht der forstlichen Planungsaufgaben, die einen Zeitraum von 300 Jahren beinhalten. Ein Verzicht auf naturnahen Waldbau spart kurzfristig, verursacht aber bereits mittelfristig mehr Schäden als er Nutzen bringt. Dass man nur mit der Natur, aber nicht gegen sie arbeiten kann, war bereits den römischen Bauern bekannt. Dass zwischendurch der Eindruck aufkam, der naturnahe Waldbau stehe zur Disposition, liegt daran, dass weite Kreise der forstlichen "Elite" zumindest gegen Aussen den neoliberalen Stuss der 8 Thesen und Galileo mittrugen. (s. Der Fisch stinkt vom Kopf), und dabei "wissenschaftlich" unterstützt wurde von Wirtschaftswissenschaftspredigern - die es eigentlich seit Max Weber nicht mehr geben sollte. Jeder Mitarbeiter der Forstdienste, auch wenn er die Grundlagen seines Berufes (die doch etwas über die Kenntnis von Bäumen und Sträuchern hinaus gehen sollte ... ) nur halbwegs begriffen hat, müsste schon aus Selbstachtung solchen Ansinnen die Gefolgschaft verweigern.

Der naturnahe Waldbau an und für sich steht gar nicht zur Disposition! Es geht darum, ihn effizienter auszuführen, allenfalls auf die Wertholz-, insbesondere die Starkholzzucht zu verzichten, die enorme Anstrengungen notwendig machte, aber nichts brachte. Als Ersatz scheinen zur Zeit mechanische Bewirtschaftungskonzepte von Massensortimenten mehr Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg zu haben - allerdings nur, wenn sie die von der Natur gesetzten Grenzen nicht überschreiten. Diese Änderung der naturnahen Waldbewirtschaftung gilt es nun zu implizieren - und den Minderertrag durch stärkere Nutzung, die nicht nur möglich sondern notwendig ist, aufzufangen. That's it, as simple as that - und noch lange kein Grund für Weltuntergangszenarien.

Im Gegensatz zu den Umweltorganisationen sieht der VSFU eine Verschärfung bez. der Reservate. Aus dem offensichtlichen Widerspruch zum Eindruck, den die selben Paragraphen bei den Umweltorganisationen erwecken, ist zu schliessen, dass der Gesetzgeber zumindest hier so ziemlich präzise die Mitte getroffen hat.

Interessanterweise werden von dieser Seite die Forstinvestitionskredite kritisiert, die oft zur Anschaffung später nicht ausgelasteter Maschinen führe .... äh, tjia ... aha, natürlich: Der VSFU will natürlich lieber seine Maschinen vermieten. That's it. Wenn's nicht so ein Filz wäre, wäre diese Lösung auch die günstigere ... Dummerweise spielt der Wettbewerb hier irgendwie nicht so, wie von den Theoretikern gedacht.

Unbestritten recht hat der VSFU jedoch bei der Forderung nach besserer Holzpromotion. Ebenso haben die Diskussionen zwischen Bern und Luzern gezeigt, dass sich das Käferproblem auch nicht so ganz von selbst löst, wie Ökologen das gerne postulieren.

Der Schweizerische Bauernverband - ist mit den Privatwaldeigentümern der einzige der ja sagt ... zur mageren Waldgesetzrevision (eigentlich braucht's kein neues ... aber eine bessere Vertretung der Interessen der Waldeigentümer), da auf die Einzelbaumanzeichnung verzichtet wird und die Bauern etwas selbständiger Wirtschaften dürfen. Ebenfalls begrüsst wird die Möglichkeit, bis zu 2 ha kahl zu schlagen, Investitionskredite und die Lockerung der Realersatzpflicht, da diese einigen Druck von der Landwirtschaft nimmt.

Hier wird's nun etwas heisser. Die Lockerung des Kahlschlagverbots ist zur Ermöglichung mechanischer Ernte von Billigsortimenten wie Energie- und Industrieholz dringend nötig - muss aber auf die Waldgebiete beschränkt werden, wo Kahlschlag keine der (man muss es zugeben: vorhandenen) negativen Auswirkungen auf Grundwasser, Stabilität des Restbestandes, Erholung, u.a. wichtige Funktionen hat. Die potentiellen Kahlschlaggebiete müssen also von den Fachleuten als solche bestimmt und kartiert werden, womit sie auch über den Waldnutzungsplan öffentlich diskutiert werden können.

Die Lockerung der Realersatzpflicht ist mit Vorsicht zu geniessen, denn hier besteht das Risiko, dass der Wald aus Stadt- und Industrienähe in unzgängliche Hochlagen in den Alpen und im Tessin verdrängt wird. Hier unterstütze ich voll die Volksinitiative mit der Forderung, die Erhaltung des Waldbestandes wieder in der Verfassung zu verankern. Die Gesetzgebung sollte diesmal allerdings die Ausnahmefälle, die zu Rodungsbewilligungen führen können, um einiges klarer festlegen als es bisher der Fall war, um zu vermeiden, dass hier Horden von Juristen angefüttert werde.

Fazit: Der WAP-Prozess hat also präzise DAS Problem nicht gelöst, auf Grund dessen er gestartet wurde: Die Finanzierung der nötigen und erwünschten Waldleistungen sichern - im Falle dass der Holzpreis dazu nicht ausreicht.

Von daher kann man logisch schliessen:

  1. Aufgabe nicht erfüllt

  2. Änderungen minim bis überflüssig oder gar schädlich

  3. Resultat weder von Waldbesitzern noch von Waldbewirtschaftern oder Naturschutz wirklich herzlich begrüsst.

Logische Folge: Das war ein Kack. Zurück an den Anfang - aber mit anderer Leitung und Organisation!

Aus eben diesem Grund, weil das Grundproblem, das zu wap geführt hat, nicht gelöst wurde, ist der Regierungsrat des Kantons Bern auch nur mässig mit dem neuen Vorschlag einverstanden. Verlangt wird: eine Lockerung der Bewirtschaftungsvorschriften - und/oder gezielte staatliche Förderbeiträge für Waldfunktionen, die im öffentlichen Interesse liegen. Dazu müssten auch erst mal die Wälder klassiert werden in eben solche, wo ein öffentliches Interesse dominiert und andere, wo eine "effizientere", d.h. weniger regulierte Bewirtschaftung möglich ist.

Weitere Meinungen:

M. Herzog, Basel, 13.12.05


Der Entwurf zur Waldgesetzrevision ging nun doch in die Vernehmlassung! [Juli 05] Resultat Nov. 05: Alle frustriert. Tenor: Übung abblasen, Status quo weiterziehen [ZH].

Wenn die hier engagierten Verbände nun keine taugliche Lösung hinkriegen sondern weiterhin mit Maximalforderungen blockieren ... sind sie selber schuld. ... Allerdings handelt es sich um eine eher ökologische Vorlage, mit Subventionsbedarf - und dergleichen hat bei der aktuellen Konstellation des Bundesrates einige Probleme. Mein idealistischer Aufruf an den Bundesrat, die unergiebigen Querelen zu beenden und einen weisen Lösungsvorschlag zu bringen, beruhte auf der ebenso idealistischen, aber offenbar veralteten Vorstellung, beim Bundesrat handle es sich so quasi um 7 Weise, die, über den Alltagsproblemen und dem kindischen Gezänk der Parteien stehend, optimale und realitätstaugliche Lösungen vorschlagen.

Vorgeschichte:

Kein Ausverkauf des Schweizer Waldes -
auch nicht unter einer Rechtsregierung!

Ein Hoch dem Wald - und nieder mit den neoliberalen Bundesräten, die ihn verscherbeln wollen.

politische Begründung

Nun kommt die Scheisse aber ganz dicke (12.5.05): Alle Vorschriften im Wald streichen. Der Bundesrat (wenn ich von Bundesrat rede, meine ich das ganze Gremium, nicht Einzelpersonen) hat offenbar das neoliberale Gebrösel, das ihm "Wald"-"Wirtschafts"-"Experten" in den letzten Jahren selbst geliefert haben, zusammengepackt und haut  nun damit der Waldwirtschaft voll eins aufs Maul. Die Vernehmlassung zum neuen Waldgesetz wurde vertagt und Umweltminister Leuenberger damit beauftragt zu prüfen, ob die Waldwirtschaft auf Subventionen verzichten könne, wenn sämtliche Vorschriften zur Waldbewirtschaftung aufgehoben würden. Bei dem Bundesrat (nicht beim Leuenberg, aber bei denen, die vermutlich dahinter stehen) wundert das wenig, was aber frustriert, ist die Meinung des WWF, der dies als Chance sieht, die naturnahe Bewirtschaftung des Waldes zu stärken. Die Leute haben wirklich rein gar nichts begriffen und von Waldwirtschaft keinen blassen Dunst. Je sorgfältiger und naturnaher die Bewirtschaftung, desto aufwändiger die Pflege. Die "natürlichsten" Wälder, die naturnahesten Wälder, die schönsten und stabilsten Wälder sind stufige Wälder, insbesondere die Plenterwälder. Plenterwälder werden aber gerade nicht von der Natur geliefert, sondern bedingen einzelstammweise Nutzung. Diese wiederum erfordert ein teures Stumpen (Entasten), damit beim Fall nicht der Nachwuchs zerschlagen wird. Nicht umsonst nennt sich Plenterwald auf französisch "forêt jardinée", der "begärtnerte Wald". Banal. Aber für Naturschutzfritzen offenbar zu hoch. Schmeisst den WWF aus dem Wald!

Die Volksinitiative "Rettet den Schweizer Wald" hat die notwendige Zahl an Unterschriften erreicht und wird am Freitag, 14. Oktober 2005 eingereicht.

Das nützt allerdings nix, aber die Kerle ärgern mich ... Das Problem sitzt leider tiefer und macht einiges klar heute. Der Bundesrat erteilt dem Buwal einen Auftrag. Das Buwal ist ein Bundesbetrieb, der nach Auftrag seines Auftraggebers arbeitet. Viel Widerstand ist da nicht zu erwarten, denn Beamte sind ja dazu da, dass zu tun, was ihnen der Chef sagt. [Der Abgang von Roch erscheint hier nun auch in einem etwas anderen Licht ...] Wie schwer es da ist, von aussen Einfluss zu nehmen, haben die Mitarbeiter am WAP ja selbst gemerkt (die sich heute total verkohlt vorkommen müssen, denn in der Form wie nun vom Bundesrat gefordert, war ein neues Waldprogramm in keiner WAP-Sitzung je konsensfähig. Aber dieser Bundesrat scheisst offenbar auf die jahrelange partizipative Arbeit der Experten, der Interessierten und Engagierten. Es gilt also, Einfluss auszuüben auf den Auftraggeber des Buwal, den Bundesrat selbst. Die vor einem Jahr gestartete Initiative "Rettet den Schweizer Wald" erhält heute eine ganz andere Bedeutung, und vermutlich wird sie heute, und den neuen Bedingungen, ihrem damals leicht übertriebenen Anspruch, eben doch noch gerecht. Es ist seltsam, dass gerade diese Kreise, die die Schweiz durch Probleme von Aussen, durch Fremde, bedroht sehen, nun gleich selbst einen Drittel der Schweiz zur Plünderung freigeben wollen. Schickt die Bundesräte die dafür stehen in die Wüste.

Muss die Waldbewirtschaftung selbsttragend werden, ohne Vergütung der Erholungs- und anderer gemeinnütziger Leistungen [s. Studie des BUWAL: Der monetäre Erholungswert des Waldes: 10 Milliarden Fr. pro Jahr!], bleibt nur die Rationalisierung, d.h. mechanische grossflächige Ernte auf der einen, Extensivierung auf der andern Seite. Es dürfte letztere sein, die dem WWF so viel versprechend scheint. Da Wälder aber auch Schutzwirkungen zu erfüllen haben, die sie nur erfüllen können, wenn sie gepflegt werden, lässt sich dieses Konzept nur einführen bei einer Entsiedelung der "unrentablen" (zu Oekonomendeutsch: strukturschwachen) Randregionen (s. Naturreservat Alpen).

Ganz so "vercharet" sieht's jedoch wiederum nicht aus, wenn man sich die Meinung von Nationalrat Max Binder, Zentralpräsident der Waldwirtschaft Schweiz, ansieht (Publiziert in Wald und Holz, 6/2005, S. 19).
  1. Strengere Auflagen wären abzulehnen - die sind ja auch kaum vorgesehen.
  2. Mehr Einschränkungen des Waldeigentümers wären abzulehnen -    "
  3. Nachhaltige Bewirtschaftung ist seit Jahrhunderten eine Selbstverständlichkeit - na ja, Mitte des 19. JHs war der Schweizer Wald kurz vor dem Absturz, da sogar Gemeinden ihren Wald oft am Stück verkauften und der Übernutzung kaum Einhalt gebieten konnten.
  4. Waldwirtschaft ohne Bundesbeiträge ? ... Schutzwald ohne Bundesbeiträge, dieser wie Erholungswald nur über Holzerlös finanziert? Der Wald erbringt anerkanntermassen beträchtliche Leistungen, die über die Holzerzeugung hinaus gehen - aber eben über die Holzerzeugung alleine nicht mehr zu finanzieren sind. Hier liegt die neoliberale Ideologie etwas schief. Sonst wettert sie gegen Quersubventionierungen - im Wald soll Holz aber alles bezahlen.
  5. Ein Wald ohne Vorschriften wäre für die Waldeigentümer ideal. Der Schweizer Wald wäre nicht gefährdet. - Hier weiss aber Binder selbst, dass er entweder übertreibt, oder dass ihm zumindest ein grosser Teil der Bevölkerung das so nicht abkauft. Das Volk ist Eigentümer von ca. 2/3 des Schweizer Waldes. Würde dieser durch nicht nachhaltige, zerstörerische Nutzung gestört, würde das Volk der Waldwirtschaft auf die Pelle rücken. Allerdings - Wo kein Gesetz, da keine Klage! That's the problem.

Das Problem steckt also zur Zeit offenbar eher irgendwo zwischen Bundesrat und Buwal (bei dem sich auch Binder fragt, ob der Wald dort wirklich (noch) gut vertreten ist. Anyhow. Die Erwartungen der Holzwirtschaft sind hier um einiges weiser formuliert, als das, was zur Zeit vom Bundesrat kommt. Optimale Lösungen sind also immer noch möglich. Die Wald- und Holzwirtschaft kann sich ja, ehrlich, auch nicht all zu sehr darauf verlassen, dass der Staat diese Probleme löst (finanziert), also muss sie im Rahmen des Möglichen, möglich unter der Perspektive einer nachhaltigen Waldwirtschaft, selbst nach wirtschaftlicheren Lösungen suchen. Ich hoffe, meine Kommentare stören sie nicht all zu sehr dabei ...

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates hat sich am 27.6.05 entschieden gegen diese Extremvariante ausgesprochen. Wegen der beträchtlichen Kostendifferenzen zwischen Wäldern in Berg- und Tallagen würden wichtige Funktionen einzelner Wälder, insbesondere Schutz und Erholung, gravierend in Mitleidenschaft gezogen.

_________________________________________

Kurzkommentar: Schweizer Holzimporte aus illegalen Quellen [wwf ... aha, dacht ich mir's doch ... keine Ahnung die Leute]- ein Schuss in den Ofen. Diese Importe sind unbedeutend - was die Schweiz betrifft, sehr bedeutend aber ist der Einfluss illegaler Holznutzung (Plünderung) auf den Weltmarktpreis. Es hilft hier wenig, sich mit den paar illegalen Brettern zu befassen, die allenfalls in die Schweiz gelangen. Die zerstörerischen Praktiken müssen dort angegangen werden, wo sie stattfinden, also vor allem in den Tropenwäldern, nicht zu vergessen aber auch in den Urwäldern des östlichen Sibiriens.

Waldwirtschaftsdialektik:

Wenn ich nun wählen müsste zwischen einem Wald ohne Forstdienst/Forstwirtschaft und einem Forstdienst/Forstwirtschaft ohne Wald, so würde ich sicherlich ersteres vorziehen. Aber ich bin professioneller Zyniker, der auf Missstände aufmerksam macht - und es gibt bessere Lösungen:

Kompromissvorschlag zum WAP und zur Initiative Rettet den Schweizer Wald:
  • Walderhaltung wieder in die Verfassung!
  • Auf den Mist mit den 8 Thesen und Galileo.
  • Mechanische Bewirtschaftung von Massenprodukten (Brennholz, Späne, Zellstoff ....), also Kahlschlag, wird auf dazu geeigneten Flächen erlaubt. Die Flächen auf denen Kahlschlag möglich ist ohne Schäden für Grundwasser, Boden, Restbestand, Wild, Erholung, Klima etc. werden durch den Forstdienst ausgeschieden. Die Auswirkungen werden überwacht und wo negative Auswirkungen auftreten wird die Bewilligung wieder entzogen.
    • Begründung: In den nächsten 5 bis 15 Jahren wird die Erdölförderung ihre Kulmination überschreitet (peak oil), was zu dauernd steigenden Preisen führen wird. Holz wird damit zum wichtigsten nachwachsenden Rohstoff wie Energielieferanten. Diese Rohstoff-Massenproduktion wird sich nur marktgerecht betreiben lassen, wenn sie mechanisiert wird.
  • Die eh neu zu bestallende Professur für Forstökonomie an der ETH wird auf eine Ökonomie gemeiner Ressourcen ausgelegt. Für das Nachbeten (neo-)liberaler Rezepte braucht es keine Professur, da reichen die gläubigen Ministranten des Liberalismus, die Schulökonomen.
  • Die Professur für Forsteinrichtung wird, in Zusammenarbeit mit Waldbau, Landwirtschaft, Ökologie, Landnutzung und Landschaftsplanung (etc.) zu einem Denkzentrum für die Nutzung natürlicher Ressourcen.
  • etc. etc. (Ich bin ja nicht bezahlt, um der Forstwirtschaft ihre Probleme zu lösen ...)


 

Nieder mit dem BUWAL und rüber damit ans Volkswirtschaftsdepartement!

Im Bericht: Waldeigentümer zuerst geschädigt, danach georfeigt!  macht der Verband Bernischer Waldbesitzer zu recht darauf aufmerksam, dass die Waldbesitzer enorme wirtschaftliche Verluste erlitten haben und dauernd weiter erleiden. Die Preise sind fast auf die Hälfte gefallen - und haben sich zum Teil immer noch nicht erholt. Das BUWAL hat den Zorn der Waldbesitzer zusätzlich angeheizt, durch einige Berichte aus recht einseitiger ökologischer Perspektive:
  • So wurde festgestellt, dass ja nur 3-4% des Holzvorrates betroffen sei - was aber einer vollständigen Jahresnutzung der gesamten Schweiz entspricht!
  • So wurde festgestellt, dass Lothar zur Erneuerung des Waldes und zur Förderung der Artenvielfalt beigetragen habe - die qualitative Entwertung der Bestände, die Zerstörung des Werkes von 3 Förstergenerationen, aber kaum erwähnt.
  • So wurde festgestellt, dass sich der Wald eigentlich selbst erhält und die vom Bund zur Schadensminderung eingesetzten 390 Millionen Fr. eigentlich nutzlos seien - während die wirtschaftliche Funktion und Bedeutung des Waldes weitgehend unerwähnt blieb.

Der Waldwirtschaftsverband zieht daraus den Schluss, dass dem Buwal die Waldeigentümer egal seien, dass dem BUWAL ganz offensichtlich die wirtschaftliche Kompetenz fehle und vor allem: zieht es das BUWAL vor, die im Waldprogramm Schweiz postulierte Nutzungssteigerung dem nächsten Sturm zu überlassen, statt durch geeignete Rahmenbedingungen eine eigenwirtschaftliche Nutzung des Rohstoffes Holz zu fördern. Volkswirtschaftliche Wertschöpfung anzustreben wäre besser, als Wertvernichtung runterzuspielen.

Weiter Vorwürfe wurden in einem offenen Brief an den BUWAL Direktor Philippe Roch formuliert [Der Offene Brief im Wortlaut (PDF-Datei]. Der interessanteste Punkt, der uns ein gutes Stück weiter bringen könnte im Verständnis der Aufgaben der Politik, wenn wir ihn einigermassen gelassen betrachten und diskutieren, statt grad mit fundamentalistischen links-rechts Polemiken drauf zu schlagen.

  • Die Anstrengungen zur Strukturverbesserung sind OK - aber:

Dagegen unternimmt das BUWAL für eine Erhöhung der Kapazitäten der Holzindustrie überhaupt nichts. Eine Förderung der Nutzung wird entgegen der Neuausrichtung gemäss Waldprogramm nicht berücksichtigt.

Abschliessend wird die Abgehobenheit der Führung des Bundesamtes (Roch) kritisiert und angedroht, Druck auszuüben betr. eines Wechsels des BUWAL an das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement  von Joseph Deiss.

Analyse und Kommentare:

Wirtschaft und Staat - ergänzen sich gegenseitig

Es mutet seltsam an, dass nun Freunde der wirtschaftlichen Freiheit und der kantonalen Unabhängigkeit (SVP) nun auf staatliche Autorität bauen wollen: In Zukunft kann es nur eine Strategie zur Bewältigung von Sturmschäden - auf Bundesebene - geben, die von Sachverständigen vorbereitet worden ist und von den Kantonen befolgt werden muss. Dies ist nicht bloss inkonsequent, sondern auch inkonsistent als Strategie. Gerade in Katastrophenfällen ist rasches und gut koordiniertes Handeln nötig, aber lokales Handeln, und das kann nun Bern wirklich nicht liefern. Einige Kantone und Regionen haben rasch reagiert und konnten ihr Holz noch zu günstigen Konditionen absetzen, während die zu spät gekommenen gerupft wurden. Daher der Ärger. Hätten aber alle gewartet auf die Planung aus Bern, wären vermutlich alle gerupft worden.

In eine ähnliche Richtung (von Problem ...) geht die Forderung: Der dazu notwendige Prozess erfordert einen tief greifenden gedanklichen Wandel bei den Holzproduzenten - indem zum Beispiel die konsequente Orientierung auf die Abnehmer des Produktes Holz in die vorderste Linie rückt. [Holz 21, 22. Oktober, Olten]. Hier handelt es sich nun eindeutig um Kurzschlussdenken bei den Wirtschaftspraktikern - und einen weiteren Verstoss gegen die von ihnen sonst so geliebte Freiheit. Die Abnehmer des Produktes Holz sind als Unternehmer an billigen Rohstoffen interessiert. Woher die kommen, wie sie erzeugt wurden, was nach dem Abbau geschieht, das lässt den Unternehmer einigermassen kalt. Unternehmerisches Denken, denken das zu Reichtum führt, ist beschränktes Denken. Es beschränkt sich auf das Minimum an notwendigen Informationen - aus der Perspektive des Betriebes. Wäre der Markt frei, gäbe es Wettbewerb unter vielen, mit unterschiedlichen Ansprüchen an das Holz, dann könnte dieses liberale Modell funktionieren. Der Holzmarkt ist aber von Oligarchen beherrscht:

Die gelobten Abnehmer, an denen sich die Waldwirtschaft und offenbar auch die Waldpolitik orientieren sollen, sind aber Oligarchen, die ihre Märkte beherrschen. Muss sich der Wald den Oligarchen mit ihren beschränkten Zielen unterwerfen? Bevor sie all zu begeistert ja schreien, sollten Sie sich vielleicht den Artikel Warum sind reiche Leute meist nicht besonders Intelligent? ansehen: Weil sie das und nur das wissen, was sie für ihre beschränkten Zwecke wissen müssen. Gerade dafür ist Bush berühmt, für seine no nonsense Politik! Dass diese für Andere oft keinen Sinn hat ist das Problem der Anderen. - Genau so wie die Ausnutzung der sozialen und natürlichen Umwelt und die entstehenden Schäden nicht Sache der Wirtschaft sein sollen.

Präzise aus diesem Grund, weil wirtschaftliches Denken beschränkt ist und sich um die Auswirkungen die andere Betriebe, Gesellschaft und Umwelt betreffen nicht kümmert, braucht es den Ausgleich durch Politik. That's all the secret. Präzise aus diesem Grund braucht die Politik absolut nicht das zu tun, was die Wirtschaft fordert. Täte sie dies, wäre sie wirklich überflüssig und Blocher kriegt recht. Politik muss sich um diejenigen Probleme kümmern, die von der Wirtschaft links (symbolisch, nicht? liegen gelassen werden.

Kann und soll der Staat Wirtschaftsförderung betreiben?

Laut aller Theorie (na ja, rechter Theorie) soll sich der Staat aus der Wirtschaft heraus halten. Auch hier verstossen unsere rechten Gesellen gegen ihre eigene Ideologie. Verständlich, wenn's ums eigene Hemd geht, aber die Frage ist ernst zu nehmen: Ist es, kann es, Aufgabe einer politischen Verwaltung sein, wirtschaftliche Kapazitäten zu erhöhen? Auch hier sollten Sie nicht leichtsinnig ja rufen, denn: Des einen Freud, des andern Leid. Wird die Verwendung von Holz gefördert, was äusserst sinnvoll wäre, überall dort wo sich Erdöl ersetzen lässt, so leiden nebst der Erdölwirtschaft auch Beton und Stahl. Sie werden sich also wehren gegen staatliche Förderung des Holzes.

Was die Konkurrenz mit dem Erdöl betrifft, so lässt sich argumentieren, dass dieses eben so subventioniert wird wie ein grosser Teil des Holzes auf dem Weltmarkt, nämlich durch Ausbeutung. Durch die einseitige Orientierung der Wirtschaft an Preisen und nur Preisen wird vom Wald erwartet, dass er den selben Bedingungen gehorcht, sich also ausbeuten lässt. Was das Erdöl betrifft so warten grosse Probleme auf uns - die andererseits dem Wald entsprechende Chancen bieten. Es ist leicht einzusehen, dass die Probleme mit der Erdölversorgung nicht erst einsetzen, wenn es kein Erdöl mehr gibt, sondern dann, wenn der Punkt der maximalen Förderung überschritten wird (peak oil). Danach steht dauernd weniger Öl zur Verfügung als nachgefragt wird. Die Preise werden also konstant steigen. Dieser Punkt wird schätzungsweise 2010 erreicht, vielleicht 2015, vielleicht auch 2020. Während aber diese 5 bis 15 Jahre für Wirtschaftsbetriebe eine kleine Unendlichkeit darstellen, sind sie für den Umbau einer ganzen Volkswirtschaft bloss ein Augenblick. Von Seiten der Holzwirtschaft liegt aber meines Wissens kein schlüssiges Konzept vor, in welcher Art die Nutzung zunehmen und sich verändern könnte. Daraus aber ergäben sich die so gesuchten Möglichkeiten zur Förderung der Holznutzung. Die Funktion des Staates dürfte dabei eine relativ geringe sein, durch Förderung von Forschung, alternativer Energie und alternative Rohstoffe für Erdöl.

Holzpolitik wird zudem heute über Energiepolitik und insbesondere CO2-Politik betrieben. Hier zeigen sich auch bereits deutlich Probleme und Grenzen. Der Widerstand gegen die CO2-Abgabe ist Massiv und der Klimarappen (s. Faktenblatt UVEK) wird von der WEKO als Beschränkung des Wettbewerbs betrachtet. Strittig ist auch die Verwendung der so sich häufenden Gelder. Der Vorschlag, damit die Krankenkasse zu beglücken ist nur mässig sinnvoll, da so die Krankheitswirtschaft noch mehr subventioniert wird.

Positive Ansätze zur Holzpolitik (auch dafür ist das "vermaledeite" Buwal zuständig): s. Holzenergie  & Holz 21

Der Ansatz: Nieder mit dem BUWAL ist also eher populistisch als rational. Wenn die unter Holzenergie und Holz 21 unternommenen Anstrengungen als unzureichend betrachtet werden, dann brauchte es dort mehr Anstrengungen, d.h. auch mehr Geld, nicht mehr Sparanstrengungen. Wenn vom BUWAL erwartet wird, dass es sich für eine bessere (Wertholz zu Wertholz, Industrieholz zu Industrieholz, Brennholz zu Brennholz!) und intensivere Holzverwendung einsetzt, müsste es eigentlich, entgegen seiner Funktion als Verwaltung, politisch aktiver tätig werden - wodurch es allerdings noch mehr Staub aufwirbeln wird. Zudem immobilisieren sich gerade in der Energiepolitik mit ihren "billigen" Forderungen die Parteien gegenseitig: Billige Energie ist gut für die Wirtschaft - billige Energie ist gut für das Volk - billige Energie ist gut für Arbeiter und Angestellte: Mehr Wachstum, mehr billige Energie!

Forst-Wirtschaft und Ökologie:

Der Schlagabtausch zwischen BUWAL und Waldwirtschaft zeigt auch, dass es die alte Feindschaft zwischen den "lieben" Naturschützern und den "bösen" Waldbewirtschaftern, die aus dem Wald Geld machen wollen, die offiziell ja längst begraben wurde, offenbar immer noch gibt. Dabei wäre eine Lösung der Zwistigkeiten sachlich recht einfach, denn auch Naturschutz braucht Pflege und verursacht dadurch Kosten. Die einseitige Orientierung am Biotop und seiner Pflege macht so das wichtigste Produkt des Waldes, das Holz, leider zum Entsorgungsproblem - statt es als wertvollen Rohstoff zu behandeln. Der traditionellen naturnahen Forstwirtschaft der Schweiz ist es während beinahe 150 Jahren gelungen, hier einen gesunden Kompromiss zu schaffen. 

Obwohl Ökoterror zum Unwort des Jahres  2004 gewählt wurde, oder gerade deshalb, darf die Art und Weise wie im Naturschutz argumentiert wird, sich nicht der Kritik entziehen (- aber natürlich auch nicht jegliche Beschränkung der Nutzung der Natur als Ökofaschismus bezeichnet werden. Die Umwelt braucht eine starke Stimme, aber nicht in der Sprache eines autoritären Fundamentalismus). Der Zweck heiligt auch hier nicht die Mittel. Ungesund, nicht mehr grüner sondern eher brauner Ökofaschismus, sind die Thesen die im Pro Natura Magazin vom Januar 2005 verbreitet werden: Die Schweiz könnte aus ihren Alpen ein einziges Naturreservat machen. [Rico Kessler. S. 10]. Offenbar hat man auf Seiten des Naturschutz rasch vergessen, warum das Urwaldreservat Bödmeren nicht zu Stande kam. Es war präzise dies, dass die Einheimischen nicht zu einem "Indianerreservat" werden, ihre Selbständigkeit an die Städter und Naturschutzexperten abgeben und allenfalls zum "jöööö - wie härzig" Tourismus-Faktor verkommen wollten. Pro Natura ist allerdings nicht Urheber dieser Furzidee, sondern die stammt aus dem Studio Basel der ETH, an dem die renommierten Schweizer Stararchitekten Roger Diener, Jacques Herzog, Marcel Meili und Pierre de Meuron beteiligt sind. [Detaillierte Diskussion unter:  Städtediktat und Alpenreservat].

Ihre Thesen wurden breit und kritiklos aufgenommen, was bei der Weltwoche wenig wundert, sehr aber bei Pro Natura und noch mehr bei der WOZ. Weder Architekten noch Naturschützer merken offenbar (oder es ist ihnen egal), dass sie hier in die Hände der neoliberalen Spar- und Machtökonomen spielen: Weg mit allem, was kostet. Fördert den Profit. Keine unrentablen Bergdörfer, keine Unterstützung unrentabler Bergkantone, keine unrentablen Poststellen, Verkehrsverbindungen, Telefon-, Strom-, Wasser-, Abwasser- etc. Infrastrukturen. Was nicht rentiert, wird sich selbst überlassen, sei es Mensch (Eigenverantwortung) oder Natur (Reservat). Weg mit Land- und Forstwirtschaft, weg mit unrentablen Kleinbetrieben, weg mit zu teuren einheimischen Betrieben, weg mit teuren Arbeitern - her mit Maschinen etcetc. Alles ein und das selbe Lied. Wenn nun der Naturschutz derart unbedarft auch noch darauf abfährt, haben die Bushtrommeln auch hier ihr Ziel erreicht, das Ziel der totalen Volksverdummung, der traditionellen Methode der Faschisten:

Alle Freiheit den Hühnern im Naturschutzgebiet "Alpen" -

Arbeitskräfte sind günstiger in den Wohnsilos im Mittelland zu halten. [s. Käfighaltung von Arbeitskräften]

Firlefanz? Die Abstimmung zur Landschaftsinitiative vom 5. Juni 05 hat's belegt. Während die Städte Zürich und Winterthur mit über 50% annahmen, das Stadtzentrum von Zürich gar mit über 60%, wurde die Idee um so stärker verworfen, je weiter weg von der Stadt (Durchschnitt 44%). Landschafts- und Umweltschutz hat also in der Schweiz das selbe Problem, wie sagen wir Urwaldschutz weltweit. Ich war selbst während 6 Jahren im Jemen als Waldschutzmissionar, - Prophet oder -Propagandist unterwegs, und musste mir sagen lassen: Hör mal, ihr habt Eure Natur überbaut, Eure Wälder zernutzt, Städte, Häuser und Industrie aufgebaut - und nun wollt Ihr uns das Selbe verwehren? Also müssen sich Landschafts- und Umweltschutz auch hier in der Argumentation der Kategorien und Werte der Betroffenen bedienen, denn die sind zu überzeugen, nicht die Überzeugten. Während man dem Land die Landnutzung verwehren will, treiben sich die Städte gegenseitig in die Höhe. Wenn man also in Betracht zieht, woher die Initiative kommt, nämlich aus Basel, wird einem die Sache schon klarer. Basel bezieht sein Gemüse aus dem Elsass und kauft seine Entrecôtes in St.Louis (20 Minuten zu Fuss) ein, zum halben Preis den die Migros während einer Aktion verlangt. Da kann man natürlich leicht auf die Schweizer Bauern verzichten ...

Eine fundierte(re) Replik zu den städtischen Ideen der Raumentwicklung finden Sie in ETH Alumni No 2, Sept. 2005: Felix Würsten: Boomende Städte, verlassene Täler. Dort wird z.B. auch darauf hingewiesen, dass sogar beim NFP 48 niemand als Anwalt der Schwächeren auftritt. + Interview mit Cla Semadeni: Man muss die betroffenen Menschen einbeziehen: Wenn Sie der Bevölkerung einfach sagen, sie habe keine Zukunft, dann blockieren Sie die Diskussion.

Auch die CVP ist auf den Spar- und Straf-Wagen gesprungen: Dicke sollen höhere Krankenkassenprämien bezahlen. Aus Gründen der "Gleichbehandlung" ist also demnächst damit zu rechnen, dass mittelalterlich-fundamentalistische Moralvorschriften wieder durchgesetzt werden, diesmal über den "Markt". Wer zu viel raucht, trinkt, isst, bumst - wird bestraft. [Also ich würde, wär' ich dabei, der CVP, die offenbar zur CAVP, der christlich asozialen Volkspartei, wird, einen kräftigen Tritt in den Hintern geben und austreten.]

Der Herzog hört wieder mal die Flöhe husten? Sehen Sie sich an, wie "erfolgreich" die Spar- und Machtökonomen die Swiss(ohne Air) saniert haben: Personal von 11'400 auf 6050 runter, Flotte von 164 auf 67 reduziert, ehemals erfolgreiche Crossair praktisch liquidiert ... und kein Ende der Tragödie absehbar. Sparen ist notwendig und sinnvoll aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Wenn aber eine Volkswirtschaft als ganzes spart, schrumpft sie, da der Kreislauf gestört wird. Wenn der Rubel nicht rollt - steht die Wirtschaft still. Das ist das ganze Geheimnis. Ich habe hier den Verdacht, dass die modernenÖkonomen mit dem Verbot der Quersubventionierung (z.B. Telecom-Post) selbst einen Stecken in die Speichen der Wirtschaft gesteckt und sich durch die Vermischung betriebswirtschaftlicher mit volkswirtschaftlichen Gesetzen selbst sabotiert haben.

Die Forstingenieure sind an und für sich keine Geldjäger, was mit ein Grund ist für ihren schwierigen Stand heute. Sie suchen eine verantwortbare Nutzung des Waldes, sind geschult für langfristiges Denken - auch was Kosten und Erträge betrifft. Die traditionelle Forstwirtschaft pflegte ein langfristiges Denken, wie es von Umweltschützern zwar gerne zitiert, aber bei weitem nicht in dem Masse vorhanden ist. Ein forstlicher Wirtschaftsplan umfasst einen Zeitraum von bis zu 300 Jahren - während Politiker in Wahlperioden und Naturschützer vermutlich in Feuchtbiotopzyklen von einigen Jahren denken.

Der diktatorisch vorgetragene Schluss: Entweder das BUWAL denkt von selbst wirtschaftlicher oder wir verschieben es an Volkswirtschaftsdepartement, ist ein Kurzschluss. Eine Verschiebung des BUWAL macht die Leute nicht intelligenter (hoffentlich auch nicht blöder). Es macht aus Ökologen keine Ökonomen. Zudem entsprechen die Ziele des BVG zum Teil den Fakten, die dem Wald die Probleme eigentlich erst verursacht haben, nämlich internationaler Wettbewerb und die Ausrichtung auf Weltwirtschaft, statt auf Volkswirtschaft. Zum andern sind sie unwirksam, was die wirtschaftliche Situation der Waldwirtschaft betrifft (hohe Erwerbsbeteiligung - Stellen im Wald sollen halbiert werden), Begrenzung der Staatsausgaben, Bildung, Wirtschaftsrecht ...)

Die Lösung wäre eigentlich im Haus vorhanden, denn die Forstingenieure werden seit 150 Jahren als Betriebswirtschafter ausgebildet! (Ja, ich weiss, ich bin selbst einen und wundere mich ab und zu, wo diese Ausbildung wohl stattfand ... anyhow). Präzise hier liegt ja die Kluft zwischen Forstingenieuren und Ökologen. Offensichtlich wurden Erstere von Zweiteren in den letzten 20 Jahren einfach ziemlich untergebuttert, was um so leichter ist, als sie sich hierarchisch selbst dauernd auf den Füssen stehen Da traut sich eben keiner einen Pieps zu sagen, wenn er den Chef nicht vorher gefragt hat, ob er wohl piepsen dürfe. (Sie verstehen daraus auch sofort, warum ich in dem Club kaum je eine Chance hatte ...). Es besteht eine gewisse Gefahr, die sich in Galileo bereits Gestalt angenommen hat, dass der ganze autoritäre Club einfach auf die neoliberale Schiene umkippt und nun statt Beamten zu gehorchen sich den Wünschen der Finanziers unterwirft.

Fazit:

Das BUWAL steht nun also zwischen den Extremen:

Dies ist ein typisch politisches Minenfeld in dem mehrere Faktoren von Bedeutung und verschiedene Gruppen von Einfluss sind. Während es einigen Waldwirtschaftsverbänden und Waldbesitzern primär um wirtschaftliche Probleme geht, und die Mechanisierung des Schweizer Waldes nicht schnell genug durchgeführt werden kann, so geht es dem Personal nicht bloss um die Stellen (s. 8 Thesen, eine ziemliche Zumutung aus der Perspektive des Personals wie des Waldes) sondern auch um die Erhaltung einer pfleglichen Waldwirtschaft. Und dies ist ein heiliges Ziel, ein hehres Ziel (würd' ich nun schreiben, wär' ich grad an einem Pamphlet ...). 

Die Einführung einer Waldbewirtschaftung, wie sie der Weltmarkt fordert, also einer Waldbewirtschaftung bei der nur noch die Erntekosten zählen, und die Wüste, die nach der Ernte zurückbleibt, einfach der Natur überlassen wird, stösst nicht nur beim Buwal auf Widerstand, sondern in breiten Kreisen der Bevölkerung. Die Initiative Rettet den Schweizer Wald (s.u.) ist ja ebenfalls eine Initiative "gegen" das Buwal, da den Initianten bereits die vom BUWAL vorgesehenen Massnahmen zu weit gehen.

Für den Wald wie auch Umwelt und Landschaft wäre ein politisch (nicht bloss wirtschaftspolitisch) aktivere Verwaltung nötig:

Umwelt, Wald und Landschaft lassen sich nicht nach rein ökonomischen Kriterien behandeln, denn es geht nicht nur ums Geld. Alle drei Bereiche hätten aber einen extrem hohen Bedarf an öffentlicher Aufklärungsarbeit und inter-aktiver Politik. Nun heisst aber die Verwaltung eben Verwaltung, weil sie verwaltet, nicht weil sie politisiert - und schon gar nicht, weil sie wirtschaftet!

Frage an die Politologen: Wie lässt sich eine Verwaltung so organisieren, dass sie Politik betreiben kann?

Was da bisher im WAP ablief war ja offensichtlich nicht das Gelbe vom Ei!  Hoffentlich wurde zumindest daraus gelernt, dass sich Politik nicht à la A21 auf moderiertes Aufpieksen von Kartondeckelchen auf Filzmatten vereinfachen lässt, sondern dass es im politischen Dialog in erster Linie um Macht geht.

Apropos "Förderung der Holzwirtschaft und der Holznutzung", da hätte die Holzindustrie ja auch noch ihr hauseigenes Instrument, die Lignum. Auch dort reisst man sich in Sachen öffentlicher Holzpolitik kein Bein aus!

21.12.04

_____________________________

Falls Sie etwas wichtiges mitzuteilen haben zum Thema Waldpolitik, eine andere Meinung haben, zusätzliche Argumente, Texte, Informationen, Lösungen  zum Problem der Bewirtschaftung gemeinschaftlich geteilten Eigentums (Gesundheit, Bildung, Wald, öffentliche Kultur, öffentlicher Verkehr, Religion ...), schicken Sie Ihren Beitrag, dann wird er hier publiziert.

Falls Sie der Meinung sind, irgendwer sollte die Ergebnisse des WAP und anderer Vorgänge, meist hinter verschlossenen Türen, besser erklären, wenden Sie sich ans BUWAL, das WSL, die ETH oder die Forstdienste - die Leute sind dafür bezahlt. Diese Reihe von Beiträgen zum WAP wird hiermit beendet - nicht allerdings die Beobachtung und Kommentierung des weiteren Verlaufs der Neoliberalisierung (s. auch Wald International).

Korrektur (zu ..).: Ich nehm' das Thema wieder auf. Tut mir leid für die, die sich gefreut haben, dass Herzog endlich den Latz hält. Ganz offensichtlich hat jedoch das WAP nicht nur mich verärgert, sondern auch einige der Teilnehmer. Ganz offensichtlich war das WAP auch nicht ganz so partizipativ wie es dargestellt wurde. Die schlussendlich publizierten Entscheide basieren nämlich weder auf Mehrheits- noch auf Proporzentscheiden, sondern wurden ganz traditionell expertokratisch von den Veranstaltern gefasst. Der Naturschutz beklagt den neoliberalen Ansatz, für den ein guter Wald nur der Wald ist der rentiert; die Forstleute sehen so langsam aber sicher, wer den bezahlt, nämlich sie mit ihren Stellen.

Nieder mit dem Buwal ... das hinter Galileo und den 8 Thesen steht!

Der Widerstand formiert sich und hat bereits zur

Trotz berechtigter Kritik am WAP müssen wir alle, die wir uns für den Wald einsetzen, acht geben, dass wir nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Waldpolitik und Waldwirtschaft sind extrem komplexe Angelegenheiten. Deshalb kann man sie zwar nicht alleine der Wirtschaft überlassen, deshalb darf man sie aber auch nicht exklusiv aus andern Einzelperspektiven betrachten. Dem WAP ist es immerhin gelungen, das Problem aus verschiedensten Richtungen zu beleuchten und doch einige brauchbare Ansätze zu entwickeln. Wir sollten es also nicht in Bausch und Bogen verwerfen. Zudem hat die Initiative, die meines Erachtens noch nicht sehr gut formuliert ist, bereits zu Aussagen geführt, wie: Der Staat soll Defizite von Waldwirtschaftsbetrieben übernehmen - und das geht in der Form natürlich auch nicht. Mit derartigen Aussagen wird die Initiative abgeschossen, null Chance. Das hatten wir ja, drum sind wir ja in der Scheisse. Die notwendige Arbeit muss getan werden, aber sie muss auch effizient getan werden. Hier sind sicher Kompromisse nötig. Eigentlich hatte ich angenommen, das WAP habe diesen Kompromiss geschaffen. Das war aber offenbar eine Illusion. Die Neoliberalen haben lauter gerufen. Kosten waren das überzeugendere Element als nachhaltiges Wirtschaften. Mehr dazu demnächst.

Falls Sie zur Initiative oder zum WAP eine Meinung und/oder weitere wichtige Informationen haben, Sie wissen ja, wie ich zu erreichen bin.

Martin Herzog, Rheinfelden, 9. Juli 2004

Meine Meinung:

Der Initiativtext enthält nach meiner Ansicht, die von vielen Organisationen und Personen leider geteilt wird, (leider, weil eigentlich alle die Initiative unterstützen möchten), doch einiges, was gar nicht in die Verfassung gehört oder zu sehr beengt, uns also auf die alten Probleme zurückwirft :
  • Bund und Kantone .... organisieren die Pflege des Waldes.
  • Das gesamte schweizerische Waldgebiet ist geschützt; Rodungen sind verboten.
  • Kahlschlag ist verboten.

Alle drei Punkte sind kritisch. Man kann ja dem Bund nicht einfach die Aufgabe übertragen, die Defizite der Forstwirtschaft zu subventionieren, wie das in einzelnen Stellungsnahmen bereits formuliert wird. Der Bund ist ja nicht unbedingt der effizienteste Organisator, sondern primär Gesetzgeber und Verwaltungsinstanz. Wenn die Forstwirtschaft an Geldmangel des Bundes eingeht, ist ihr auch kein Gefallen getan. Zudem sind die strengen Richtlinien von Rodungs- und Kahlschlagsverbot mehr hinderlich als nützlich geworden. Breite Kreise des Naturschutzes wären für eine flächenweise Ernte, wie sie für maschinelle Ernte nötig ist, absolut zu haben, solange dabei nicht der Boden zerstört wird und/oder wichtige Waldfunktionen verloren gehen. Auch für das Kahlschlagverbot im alten Sinne mag eigentlich niemand recht eintreten, denn wir haben ja enorme Probleme mit einwachsenden Wäldern in Alpen und Jura, also überall wo die Landwirtschaft aufgeben muss.

Die Initiative wird eine grosse Mehrheit finden, wenn es darum geht, den Wald zu schützen, wenn es darum geht, dass Wald nicht zum Holzindustrieareal werden soll. Aber was Rodungen  betrifft, so sollte nicht mehr jedes Gestrüpp das weg muss zum Juristenfutter werden. Was Kahlschlag betrifft, so soll die Möglichkeit gegeben werden, auf dazu geeigneten und bewusst ausgeschiedenen Flächen etwas Energieholz mit kurzen Umtriebszeiten zu produzieren, was finanziell natürlich nur mit mechanischer Ernte, also begrenztem Kahlschlag, zu machen wäre.

Leider wurde die Initiative auch als Verfassungsentwurf eingereicht. Der Text muss also so hingenommen werden und man muss auf einen Gegenvorschlag der Regierung hoffen. Ein riskantes Unterfangen, denn die Räte können auch ganz einfach darauf pfeifen und sie zur Ablehnung empfehlen, wozu es in der Form eben leider ausreichend Argumente gibt. Es wäre geschickter gewesen (und sparsamer, was die Unterschriftensammlung betrifft), man hätte sie als Anregung verfasst, so im Stile:

Wir, das Volk, wollen, dass unsere Verfassung den quantitativen und qualitativen Bestand des Waldes wieder garantiert!

In der Form wie sie zur Zeit lautet, als Verfassungsartikel, scheint sie mir ziemlich übereilig und mit wenig politischem Gespür verfasst. Sie bietet zu viele Schwachstellen und bietet dadurch zu viele Angriffsmöglichkeiten für Gegner. Es tut mir leid, sollte ich mit diesen Beiträgen hier dazu beigetragen haben, aber das Ziel dieser Beiträge war nicht, einen Entwurf für eine neue Forstpolitik zu präsentieren, sondern in aller Schärfe, mit Präzision, Polemik und Zynismus auf Missstände hinzuweisen und Probleme aufzuzeigen. [Ich schiess mir gleich mal wieder ins eigene Bein, aber als professioneller Zyniker muss man das aushalten können:] Was hier zu finden ist, ist also primär Analyse. Eine präzise Analyse ist zwar die notwendige Voraussetzung für wirksame Handlung, sei es durch Gesetz oder durch Management, aber Analyse ist nur die "kleinere Hälfte" der Arbeit. Die schwierigere Aufgabe, die sich auch nicht an Schreibtisch und Computer erledigen lässt (offenbar nicht mal durch partizipative Workshops ...) ist die Synthese, die Konsensbildung, das praktisch und praktizierbar Machen, also die politische Diskussion, und die gilt es ganz offensichtlich erst noch zu leisten.

Auch wenn die Initiative ganz offensichtlich ihren Spurt mit dem linken Bein angefangen hat, geben Sie ihrem Herzen einen Stoss und unterschreiben Sie. Sie unterschreiben damit keinen Blankoscheck für Verschwendung, sondern geben kund, dass Sie den Wald erhalten wollen, dass der Wald nicht zum Industrieareal werden darf - und dass der Bundesrat sich bitte aufrappeln soll zu einem vernünftigen Gegenvorschlag.

FÜR die Initiative, also vor allem für die Wiederaufnahme eines Waldschutzparagraphen in die Verfassung, sprechen weitere GRÜNDE:

Dieser einzigartige Artikel wurde bei der Verfassungsreform gestrichen, gegen den Willen sämtlicher Forstleute und Umweltschützer, mit dem Argument, der Wald sei durch die Gesetze ausreichend geschützt. Nun, wenige Jahre später, sollen aber, zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, auch eben diese Gesetze aufgeweicht werden. Salamitaktik? Es wäre also äusserst sinnvoll, den Paragraphen wieder in die Verfassung aufzunehmen. Die Sicherung des Waldbestandes auf höchster Ebene auf der einen, könnte die notwendigen Erleichterungen bei der praktischen Bewirtschaftung auf der andern Seite stützen. Wenn fest steht, dass der Wald kein Spekulationsobjekt wird, wenn fest steht, dass der Wald ein Existenzrecht hat, auch wenn er nicht rentiert (!), dann dürften die Diskussionen darüber, wie er nun präzise zu bewirtschaften, zu organisieren und zu managen sei, in etwas entspannterer Atmosphäre stattfinden.

Fazit/Kompromiss:

Sicherung des Waldbestandes in der Verfassung - gegen:

Mehr Freiheit und weniger Bürokratie bei der Bewirtschaftung

Da es eh fest steht, dass die Unterschriften zu Gunsten des Waldes zusammenkommen, dass der Schweizer Wald dem Schweizer Volk ein ernsthaftes Anliegen ist, könnten unsere Räte, besonders die starke Fraktion die so gerne auf mehr Effizienz pocht (wenn auch am liebsten bei Andern) , die Sache doch gleich erledigen und uns den ganzen Aufwand ersparen. Wie wär's mit einem Anlauf fürs Guinness Book of Records: Schweizer Regierung geht auf Volksinitiative ein - noch bevor diese gestartet ist!

Martin Herzog, Dipl. Forsting. ETH, Rheinfelden, 16. Juli 2004

Der Trend beschränkt sich nicht auf die Schweiz. Eine ähnliche Initiative läuft auch in Bayern: http://www.wiesentbote.de/artikel-3170.html

p.s: Was die Bundesverfassung zur Zeit zum Wald sagt:

Art. 77 Wald

1 Der Bund sorgt dafür, dass der Wald seine Schutz-, Nutz- und Wohlfahrtsfunktionen erfüllen kann.

2 Er legt Grundsätze über den Schutz des Waldes fest.

3 Er fördert Massnahmen zur Erhaltung des Waldes.

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (Stand am 11. Mai 2004) http://www.admin.ch/ch/d/sr/1/101.de.pdf

Da dort aber auch der folgende steht:

Art. 41

 

1 Bund und Kantone setzen sich in Ergänzung zu persönlicher Verantwortung und privater Initiative dafür ein, dass:

1 Bund und Kantone setzen sich in Ergänzung zu persönlicher Verantwortung und privater Initiative dafür ein, dass:

a. jede Person an der sozialen Sicherheit teilhat;

b. jede Person die für ihre Gesundheit notwendige Pflege erhält;

c. Familien als Gemeinschaften von Erwachsenen und Kindern geschützt und gefördert werden;

d. Erwerbsfähige ihren Lebensunterhalt durch Arbeit zu angemessenen Bedingungen bestreiten können;

e. Wohnungssuchende für sich und ihre Familie eine angemessene Wohnung zu tragbaren Bedingungen finden können;

f. Kinder und Jugendliche sowie Personen im erwerbsfähigen Alter sich nach ihren Fähigkeiten bilden, aus- und weiterbilden können;

g. Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu selbstständigen und sozial verantwortlichen Personen gefördert und in ihrer sozialen, kulturellen und politischen Integration unterstützt werden.

2 Bund und Kantone setzen sich dafür ein, dass jede Person gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter, Invalidität, Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit, Mutterschaft, Verwaisung und Verwitwung gesichert ist.

a. jede Person an der sozialen Sicherheit teilhat;

b. jede Person die für ihre Gesundheit notwendige Pflege erhält;

c. Familien als Gemeinschaften von Erwachsenen und Kindern geschützt und gefördert werden;

d. Erwerbsfähige ihren Lebensunterhalt durch Arbeit zu angemessenen Bedingungen bestreiten können;

e. Wohnungssuchende für sich und ihre Familie eine angemessene Wohnung zu tragbaren Bedingungen finden könn

f. Kinder und Jugendliche sowie Personen im erwerbsfähigen Alter sich nach ihren Fähigkeiten bilden, aus- und weiterbilden können;

g. Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu selbstständigen und sozial verantwortlichen Personen gefördert und in ihrer sozialen, kulturellen und politischen Integration unterstützt werden.

2 Bund und Kantone setzen sich dafür ein, dass jede Person gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter, Invalidität, Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit, Mutterschaft, Verwaisung und Verwitwung gesichert ist.

Da der Artikel aber gleich abgeschwächt wird durch:

3 Sie streben die Sozialziele im Rahmen ihrer verfassungsmässigen Zuständigkeiten und ihrer verfügbaren Mittel an.

4 Aus den Sozialzielen können keine unmittelbaren Ansprüche auf staatliche Leistungen abgeleitet werden.

ist die Verfassung ganz offensichtlich keine Garantie für alles, was sie erwähnt. Um so wichtiger bleibt das persönliche Engagement und die Kontrolle über die Ausführung dieses Auftrags durch die Bürger.

___________________________________

(inzwischen korrigiert. s. ...) Mir ist inzwischen die Lust vergangen, im (beinahe-)Konsensverfahren die neue Linie von Forstdiensten und Forstverein mit zu tragen. Ich geh' in die Opposition. Der Forstverein hat die Rechtskonservative Wende bereits Monate vor den Bundesratswahlen vollzogen und sich seinen Neoliberalismuspropagandisten in den Vorstand geholt. Es wird also weiter kräftig gegen Organisationen (NGOs) und Geisteshaltungen, welche die freie Bewirtschaftung begrenzen könnten (Waldgesinnung) polemisiert, auch gegen Staat und Subventionen, solange nicht die eigene Klientel der Staatsangestellten und der Wald betroffen sind. Wie die Bauern befinden sich die Forstleute hier eigentlich auf dem völlig falschen Dampfer. Die Bauern beziehen bereits die Hälfte ihres Einkommens vom Staat, für Leistungen zu Gunsten von Umwelt und Gesellschaft, wenden sich aber mit ihrer Sympathie für die SVP eigentlich gegen ihre Brotgeber. Ursache dafür könnte sein, dass die meisten Bauern, zumal die kleinen, zu Löhnen arbeiten, bei denen die Gewerkschaft Migros und Coop schon längst in Brand gesteckt hätten. Motto: Wenn ich zu dem Lohn arbeiten kann, dann sollen das die andern gefälligst auch! Was die Forstleute betrifft, so ist die Sache noch leichter zu verstehen. Diese neoliberale Linie wird ja nicht vom gesamten Forstdienst vertreten.

Die grössten Irrtümer, sogar Irrtümer sachlicher, ökonomischer Natur, unseres Haus und Hofpropagandisten s. unter:

Dies veraltete Strategie wurde, wen wundert's, man sagt ja, sie seien etwas langsam, erst mal vom Berner Forstdienst (s. Galileo) aus dem Misthaufen der Geschichte gegraben. Dass sich ein grosser Teil der Elite der Waldmeister hinter diesen Schrott (s. Textfeld rechts) stellt, ist nur ein scheinbarer Widerspruch zum bisher vorherrschenden Beamtentum. Regierten die Chefbeamten bisher mit Dekreten über ihre Untergebenen, so können sie dies in Zukunft genau so gut, wenn nicht noch besser, tun, über die Vergabe von Aufträgen. Auftragnehmer sind von Auftraggebern genau so abhängig wie Beamte von ihren Chefs, insbesondere bei derart engen (und verfilzten) Märkten wie der Waldwirtschaft.

 Weniger freudig begrüsst wird diese neue Situation von den Arbeitnehmern, denn sie werden für die Einsparungen des neoliberalen Modells mit einem grossen Teil ihrer Stellen (ca. 50%) bezahlen. Vorher werden allerdings noch die sog. Selbständigerwerbenden, die Ingenieurbüros bezahlen, denn für sie bedeuten 30% Subventionskürzungen weitaus mehr als 30% weniger Aufträge. Outsourcing ermöglicht den Auftraggebern, wirkungsvoll ... bei andern zu sparen. Outsourcing läuft im Forst- und Umweltbereich schon seit 30 Jahren. Freierwerbende die nicht Aufträge erfüllen, sondern selbst denken, hatten in der Clique eh nie eine Chance.

Trotz berechtigter Kritik, achten Sie (vor allem die Naturschutzvereine) darauf, an wem Sie Kritik üben. Man sollte das Kind nicht mit dem Bad ausschütten. Der Forstdienst ist grässlich konservativ und verfilzt - aber es ist ihm bis anhin doch gelungen, den Wald nicht nur zu erhalten, sondern seinen Zustand in den letzten 150 Jahren, trotz einer Zeit mit Fichtenmanie und trotz der "neuartigen Waldschäden" (ehemals Waldsterben) quantitativ zu erhalten und qualitativ zu verbessern. In einer Beamtenorganisation gilt genau das Selbe wie in einer hierarchisch geführten Firma: Der Fisch stinkt vom Kopf. Lassen Sie sich als Entlassene während einer Rezession nicht einreden, sie seien zu wenig flexibel, zu wenig innovativ oder zu dumm und es sei ihre Schuld. Betriebspolitik wird von den Chefs gemacht. Wenn diese eine neoliberale Politik verfolgen, deren Untauglichkeit längst erwiesen ist, dann sollen sie auch die Verantwortung tragen. Dafür dürften in der Zwischenzeit sogar die Shareholder einstehen. Dennoch bleibt viel Arbeit zu tun.

Martin Herzog, Dipl. Forsting. ETH, Rheinfelden, 17. Dezember 2003

Eine Ausgezeichnete Zusammenfassung der Ergebnisse des WAP finden Sie in der Rede von Moritz Leuenberger vom 7. November 2003.

Die vorläufige Fassung des Schlussberichtes (Link inzwischen offenbar gelöscht) - definitive Fassung 2004.

Eigene Kommentare zum Abschlussbericht WAP und der Übermacht der Funktionäre in sämtlichen Institutionen, die in der Schweiz mit Wald zu tun haben:

Was den Schlussbericht des BUWAL zum WAP betrifft, so wirft dieser, bei aller Sympathie für Leuenberger wie das BUWAL als solchem, doch einige ernsthafte Probleme auf. Fasst man zusammen, so:

  • macht das Buwal die Problemanalyse, also Forschung (unter http://www.aramis-research.ch/ leicht nachzuprüfen)
  • formuliert das Buwal die Lösung, macht also Politik
  • setzt das Buwal die Lösung durch, übernimmt also auch die Ausführung
  • bewertet das Buwal die Lösungen, übernimmt also das Monitoring gleich mit
  • bestimmt das Buwal über die notwendigen Bildungsmassnahmen, plant also gleich noch die Lehre
  • betreibt das Buwal Bewusstseinsbildung, damit also gleich noch PR
  • ....

Bei einer derartigen Machtfülle wird der Zorn der SVP auf diese Institution verständlich, sogar wenn man von ersterer keine all zu gute Meinung hat (s. Blocher & Co.). Eine Organisation, die gleichzeitig Forschung, Planung, Ausführung und Kontrolle betreibt, hat ein enormes Potential zu Selbstbetrug und Verfilzung - nicht nur in der Wirtschaft. In intellektueller Hinsicht ist diese Kombination schlichtweg unredlich. Leider nehmen derartige Filzballen zu, je enger ein Markt wird. Präzise die selben Verhältnisse herrschen auch in der forstlichen Entwicklungszusammenarbeit, die zum grössten Teil durch die "unabhängige" Stiftung Intercooperation ausgeführt werden, welche aber praktisch zu 100% von Staatsaufträgen seitens der DEZA lebt. Einzig Helvetas, ab und zu Caritas, kommen hier noch ab und zu an Aufträge. Für die privaten Büros ist die Lage finster, dunkelfinster. Zu der institutionellen Monopolsituation kommt oft noch eine personelle, im Falle der IC Jürgen Blaser, der gleichzeitig bei DEZA, IC, ITTO mitmischt, Projekte verfasst, vergibt, evaluiert - kurzum überall seine Finger drin hat.Wäre sein Anliegen primär ein sachliches, könnte man vielleicht darüber hinwegsehen. Blaser verfolgt aber seit über 20 Jahren primär seine eigene Karriere, wird deshalb auf dem Internet oft erwähnt. Aber suchen Sie mal nach Sachbeiträgen aus seiner Feder!

Wer also an einer einigermassen objektiven Meinungsbildung und Planung interessiert ist, sollte dafür sehen, dass der Entwurf in dieser Hinsicht noch deutlich verbessert wird, dass eine scharfe institutionelle wie personelle Trennung zwischen Forschung & Planung / Entscheidung / Ausführung / Evaluation zustande kommt.

Sonst wird's filzig.

Martin Herzog, Dipl. Forsting. ETH, Rheinfelden, 17. Dezember 2003

_____________________________________________________________________________________________

Letzte Beiträge:

  • Zusammenfassende kritische Kommentare, 22.9.03: Der Umbau der forstlichen Ausbildung an der ETH -

Waldsystemmanagement statt Forstwirtschaft !?

 

Energiepolitik

Forstpolitik

  • Kommentare und Vorschläge der Experten zu einer neuen Waldpolitik. [nach: Schw. Zeitschrift für Forstwesen 9/02.] Wo bestehen Probleme mit dem Waldgesetz: Mehrwertabschöpfung bei Rodung, Walddefinition bei Waldfeststellung, Koordination von Waldentwicklung und Raumentwicklung, Bewirtschaftungspflicht, Waldreservate, Bauten im Wald...
  • Waldpolitik - wie sie unser Parlament beschäftigt: 14 Parlamentarische Initiativen, Motionen, Postulate und Interpellationen der Jahre 2001 und 2002. Themen: Rodungsverbot, Ressourcenpolitik Holz & Förderung der Holzenergie, BUWAL, Forstdirektion, Wölfe, Lawinen, Permafrost.

Bildungspolitik

  • Forstliche Ausbildung in Europa und jenseits des grossen Teiches: Wie sieht eine zukunftsgerichtete forstliche Ausbildung aus? Wie sehen die Berufschancen aus? Warnung aus Deutschland und den USA: Den Ausgebildeten steht nur ein sehr enger Arbeitsmarkt offen, da die Forstwirtschaft ein sehr spezieller Sektor ist. Neben der öffentlichen Verwaltung gibt es nur einen kleinen privaten Sektor und ausserhalb des Forstbereichs ist es fast unmöglich, Arbeit zu finden.
  • Die Ausbildung der forstlichen Kader wird umgekrempelt - der Dipl. Forsting. ETH zur aussterbenden Rasse. Die Schulleitung der ETH hat beschlossen, die Abteilung Forstwirtschaft (Forst- und Holzwissenschaften) mit der Abteilung für Umweltwissenschaften zusammenzulegen. Neu werden statt Forstingenieuren - Bachelors and Masters in Wald und Landschaftsmanagement ausgebildet. Zudem wird  die Schweizer Hochschule für Landwirtschaft in Zollikofen ab Oktober 2003 einen Studiengang für Forstingenieure auf Fachhochschulniveau anbieten.      [M. Herzog, 19. September, 2002]

Öffentlichkeitsarbeit

  • Petition zur Erhaltung der Professur für Holzbau an der EPFL wurde am 1. Mai 2002 mit 10'000 Unterschriften eingereicht! Eine von Ständerat Hans Hess, Präsident Lignum, angeführte Delegation überreichte Bundesrat Pascal Couchepin am 1. Mai eine Petition mit fast 10000 Unterschriften zur Erhaltung des Holzbau-Lehrstuhls (IBOIS) an der ETH Lausanne. Das IBOIS, eine Institution mit weltweiter Ausstrahlung, sollte gemäss strategischer Planung 2004–2007 des ETH-Rates abgebaut werden. Dem neuen Lehrstuhlinhaber am Institut de structure et statique sollen seitens EPFL die nötigen Mittel wie auch die nötige personelle Kapazität zur Verfügung gestellt werden, um die Pionierarbeit des IBOIS unter Prof. Julius Natterer fortzuführen. mehr dazu s. Lignum

Umweltpolitik

  • Auf-Ruf der Auerhähne und -Hühner:

    • Bitte nutzt mehr Holz - im Wald wird's immer finsterer!
    • Verschont und nicht nur vor Waldstrassen - sondern auch vor Wanderern, Rad- und Skifahrern. Die Vogelbeobachter müssten in der Zwischenzeit über unser Balzverhalten ebenfalls informiert sein, und könnten etwas mehr Respekt und Zurückhaltung zeigen.
    • Da von unsereiner weniger als 1000 Exemplare übrig sind in der Schweiz, würden wir es begrüssen, wenn die Jäger uns zumindest die Füchse vom Halse halten.

    Erklärungen: Auerhühner leben in strukturreichen Nadelwäldern ab 1000 Meter Meereshöhe. Fichte, Tanne und Föhre sind dringend notwendig, sowie die Hauptnahrung, die Heidelbeere. Diese Waldgebiete wurden vielfach vor 100 bis 150 Jahren aufgeforstet. Der Wald war damals übernutzt und in einem lamentablen Zustand, der eigentlich der Anlass war zum Erlass des 1. Forstgesetzes der Schweiz wie auch zur Gründung der Abteilung Forstwirtschaft an der ETH. ... Da die heutigen Holzpreise nicht einmal mehr die Erntekosten decken, unterbleibt heute sogar die Nutzung, und die Wälder werden immer dichter, dunkler und instabiler. Weitere Infos und einige nicht ganz ernst zu nehmende Kochrezepte, unter anderem auch für Bären.

Wirtschaftspolitik

  • Neoliberalismus, ein liberaler Fundamentalismus, zerstört seine eigenen Überlebensbedingungen. Es gibt nicht nur den Markt der Güter, es gibt auch den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft.

  • Fundamentalistischer Sozialismus zerstört seine eigenen Überlebensbedingungen - und Antiliberalismus ist konservativer Leerlauf. Es gibt nicht nur Kooperation, es gibt auch Konkurrenz und Markt.

  • Zwischen Sozial.... und ...Liberal braucht es neue Lösungen, mit denen das gesamte System Wirtschaft-Gesellschaft-Umwelt optimal funktionieren kann.

  • Zusammenfassung der bisherigen Beiträge zu "Liberalismus im Wald "

  • Neo-Neo-LIBERALISMUS UND sein faschistoider FREIHEITsbegriff. Vom politischen zum wirtschaftlichen - und über den Ordo-Neoliberalismus zum Wirtschaftseliten-NeoNeoLiberalismus. Klärt die Begriffe um den Liberalismus und vor allem die irrige Vorstellung, dass dieser, in seiner Form als Neo- oder Wirtschaftsliberalismus, irgend etwas mit Freiheit oder gar Gerechtigkeit zu tun habe.

  • 8 Thesen für eine zukunftsfähige Waldwirtschaft - eine neoliberale Mogelpackung mit ein paar verwendbaren Rosinen: Waldwirtschaftsexperten propagieren Privatisierung der Waldbewirtschaftung. Staat und Verwaltung sollen weder auf Waldentwicklungsstrategien noch auf Bewirtschaftungsmethoden Einfluss nehmen können. Diese neuen dynamischen Waldunternehmen sollen so mit den gleichen Möglichkeiten wie die ausländische Konkurrenz ihre Ziele verfolgen können. Die Betriebsplanungspflicht soll abgeschafft werden - womit der Schritt von nachhaltiger und geregelter Waldbewirtschaftung, von Silvi-Kultur, zu rein kommerzieller Ausbeutung der Ressource Wald getan wäre. In der langjährigen zuverlässigen Erfüllung einer öffentlich erwünschten Aufgabe, eines Dienstes, liegt präzise der Grund, warum die Forstbeamten Beamte sind (so sehr einem diese auch auf den Keks gehen können ...), denn nur ihnen, nicht den gewinnorientierten Managern, noch den sich an Wahlperioden orientierenden Politikern, wurde ausreichend Unabhängigkeit zugetraut, langfristige Ziele konsequent zu verfolgen, auch wenn sie kurzfristig Probleme verursachen. Ein derart langlebiges und komplexes Gebilde wie der Wald bedarf einer verlässlichen Institution, die sich um seine Pflege und Erhaltung kümmert - keine andauernd schwankenden Moden, auf denen die gegenwärtige Wirtschaft basiert.     Martin Herzog, Rheinfelden, 6.3.03

  • Wenn Denkfehler zum System werden ... Neoliberalismus? Bitte spülen!

  • Das neoliberale Modell krankt vor allem an einem Fehler: Die dauernde Flexibilität ist nicht gratis. Die Aufgabe und Neueröffnung von Firmen wie das Erlernen von neuen Fähigkeiten oder gar eines neuen Berufs verursacht beträchtliche Kosten ... allerdings bei "den Andern", oft zu Lasten des Staates. Zudem selektiert der Wettbewerb, wie er durch die neoliberale Ideologie gefördert wird, weder nach Qualität der Produkte noch nach Effizienz der Produktionsverfahren, wie die Theorie so gerne hätte, sondern nach der Grösse der Kriegskasse, also nach finanztechnischen Aspekten.                                                         Martin Herzog, Rheinfelden, 6.3.03

  • Wirtschaftsliberales Halali gibt Waldgesinnung zum Abschuss frei.
  • Galileo: Und sie rotieren doch! Wald-Wirtschafts-Experten werfen neoliberale Restrukturierungsbombe. Kommentare und Alternativen zu http://www.vol.be.ch/kawa/d/start/aktuelles/aktuelles/Galileo_fertig.pdf, bei der es sich eigentlich um einen fürstlich- und professoral-autoritären Gegenpol zu den partizipativen Strategien von WEP und WAP handelt, also im eigentlichen Sinne des Wortes um ein Forst- und nicht um ein Wald-programm.  Hier einige Auszüge: Erfahrungsgemäss lohnt es sich nicht, mit grundsätzlich Widerständischen lange Debatten zu führen. ...Manchmal kann es hilfreich sein, durch das bewusste Erzeugen einer "kleinen Krise" (z.B. das Auswechseln einer Führungsperson) die Leute wachzurütteln und für die notwendige Veränderung zu sensibilisieren.   etcetc                                Martin Herzog, Rheinfelden, 9.12.02

  • Der Internationale Holzmarkt - das Preis-Mengen-Gesetz  - und die Situation in den USA und Australien: Der Internationale Holzmarkt wächst seit längerem nur um knapp 1% pro Jahr, die Preise fallen um den selben Betrag. Da die Nachfrage nach Holz recht preis-inelastisch ist, d.h. nur wenig auf Preisänderungen reagiert, führt günstigere Produktion leider nicht über Restrukturierung zu mehr Absatz, sondern zu Destrukturierung.

  • Logistikstudie der Schweizer Wald und Holzindustrie Zeigt kurz und präzis die Probleme, Lösungsmöglichkeiten und Empfehlungen. Zu kritisieren ist die einseitige Orientierung an Handel und Betriebswirtschaft. Holzernte hat aber nicht nur mit Rohstoff Holz und Handel zu tun, sondern sie zugleich Verjüngung oder Durchforstung des verbleibenden Bestandes. Dieser ist wichtiger als das geerntete Holz, denn er ist das Kapital der Waldwirtschaft. Auch die Empfehlung zur (Wieder-)Einführung des Leistungslohns bei der Holzerei, also der Akkordarbeit, dürfte nicht nur bei Arbeitnehmern, sondern auch bei SUVA und Waldbesitzern (s.o.) nicht auf eitel Freude stossen.

  • Beitrag einer Besucherin:

    Zur geplanten Subventionierung einer ausländischen Grosssägerei in der Ostschweiz.

    Eine gesunde Forstwirtschaft muss die Gesetze der Natur und der örtlichen Gemeinschaft achten.

    Elsbeth Schaffner, Müselbach, 9.7.05

    Probleme der Restrukturierung über Grössenvorteile  (Economy of Scale) am Beispiel Grosssägewerke Auch dies ein Beispiel einer verspäteten Neoliberalisierung der Holzwirtschaft. Eine neue Sägerei mit einem jährlichen Umsatz von 500'000 m3 schafft zwar 200 Arbeitsplätze - sie vernichtet aber die Existenz von 100 Kleinsägereien und damit 1000 Arbeitsplätze. Die sozialen Kosten der Restrukturierung sind 800 Arbeitslose - mit einer Berufserfahrung die dann kaum mehr gefragt ist. Das Beispiel macht auch deutlich, wie die alleinige Preisorientierung total in die Irre führen kann. Auf Grund der Inelastizität der Nachfrage ist nämlich nicht damit zu rechnen, dass eine Reduktion des Preises und damit der Einnahmen durch steigende Mengen ausgeglichen wird (s. oben: Internationaler Holzmarkt.)

Kritik am supply chain management: Die Holzproduktion erfolgt nicht nachfragegesteuert, sondern ganz einfach weil der Wald aus Bäumen besteht und diese Holz produzieren. Die Wald- und Holzwirtschaft müssen neue Produkte kreieren und Märkte dafür schaffen. Dies um so mehr, als sämtliche Länder in Europa das selbe Problem haben. Export ist also keine Markterweiterungsstrategie sondern Verdrängungskampf auf unterstem Preisniveau.

M. Herzog, Dipl. Forsting. ETH 30.10.02

  1. Forschung und Betriebswirtschaft müssen sich rasch und um einiges intensiver mit dem Problem der überhöhten Holzerntekosten befassen.

Die folgende Graphik, zur Verfügung gestellt von Martin Hostettler, www.tensor.ch, zeigt deutlich, dass die Waldwirtschaft sich nicht alleine durch gut gemeinte Aufrufe auf eine stabilere Basis stellen lässt. Marktwirtschaftlich betrachtet ist die Reduktion der Holzerntekosten das dringendste Problem:

  1. Eine bessere Marktorientierung und Reaktion auf das Geschehen am Markt sowie eine verbesserte Marktintegration sind nötig. Beispiel: Nach Abnehmern suchen bevor die Bäume gefällt werden.
  2. Die Waldbesitzer hätten mehr Rechte als sie sich trauen wahrzunehmen. Sie sollten die bestehenden Möglichkeiten besser nutzen.
  3. Der Dialog der Akteure innerhalb der Forstdienste, sowie zwischen Forstdiensten und Waldbesitzern, und auch zwischen Waldwirtschaft und Holzindustrie muss offener und ergiebiger werden.
  4. Reformstau überwinden: Das Forstpersonal muss dringend andere Aktionsfelder finden, da es sich sonst verständlicherweise zu sehr gegen “Restrukturierung“ sträubt. Eine bessere Integration in den Arbeitsmarkt ist bereits bei der Ausbildung nötig.
  5. Die Waldwirtschaft kann sich nicht mehr alleine auf die Holzproduktion ausrichten, sondern muss der Gesellschaft neue Produkte anbieten wie Sicherheit, Erholung, Naturschutz, … (s. Waldfunktionen WAP)
     
    • Zu empfehlen wäre auch die Erstellung und Bewirtschaftung eines Produktes Landschaftspflege und Landschaftsgestaltung gemeinsam mit den Bauern. Eine bessere Kooperation dieser doch recht verwandten Tätigkeiten wäre eh seit längerem angebracht.
       
  6. Die verstecken Subventionen bei Energieträgern und Baumaterialien müssen klar aufgedeckt und abgebaut werden. [Wem schleierhaft ist, was damit gemeint ist, erhält klare Informationen unter: Johannesburg/Energie - Notwendigkeit und Machbarkeit der Energiewende - Billigstrom ist Atomstrom - Abschaffung der Subventionen und Umstieg auf erneuerbare Energien]

Holzmarktpolitik

  • Womit werden die Forstbetriebe Geld verdienen? Wertholz - Industrieholz - Brennholz ? Während CH. Rutschmann, Geschäftsführer der Holzenergie Schweiz, die These vertritt: Die Förderung grösserer Holzenergieprojekte schafft langfristig sichere Holzabsatzkanäle mit stabilen Preisen, macht W. Riegger, Geschäftsführer IG Industrieholz, (meines Erachtens zu recht) darauf aufmerksam, dass eigentlich ausreichend Brennholz anfällt und es, besonders auf Grund der längeren Wertschöpfungskette, wichtig wäre, neue Produkte und industrielle Absatzmöglichkeiten zu schaffen.

  • Holzvermarktung - Thesen und Empfehlungen des Schweizerischen Waldwirtschaftsverbandes. Gefordert wird u.a. die klare Trennung der Hoheits- und Bewirtschaftungskompetenz, die Ausscheidung von Flächen die primär der Holzproduktion dienen, die Reorganisation von Kleinbetrieben und, last not least, die bessere Ausbildung von Holzvermarktern. [nach: Wald und Holz 9/02m S. 30-31]

Fallstudien:

  • Christian Küchli: Wurzeln und Visionen: Fallstudien zu 150 Jahren Forstgeschichte und den wichtigsten Themen auch der heutigen Diskussion: Brennholz, naturnahe Waldbewirtschaftung, forstliche Planung, Kahlschläge, Schutzwald, Waldrand, Bergwald und Stadtwald. 1992
  • Fallbeispiel Glarus Der Kanton Glarus verfügt über 19'000 ha Wald, zumeist an steilen Bergflanken. Er ist ein extremer Fall, der die üble Lage der Forstwirtschaft im Gebirge exemplarisch aufzeigt - aber auch einige Auswege.

Stakeholder Analysis:

Präsentation: Martin Herzog, Dipl. Forstingenieur ETH, Basel. he www.brainworker.ch

Bestandteil von www.brainworker.ch/WAP/

Schönes aus Holz: