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1 Die notwendige Fähigkeiten der zukünftigen Waldexperten
Die Arbeitsgruppe SCIFOR ist überzeugt dass weiterhin eine qualifizierte forstlichen Ausbildung auf Stufe ETH. notwendig und möglich ist. Hier ein provisorischer Vorschlag zu den notwendigen Kompetenzen eines zukünftigen forstlichen MSc. (texte en français)
Falls Sie eigene Vorschläge und Ergänzungen anzubringen haben, wenden Sie sich bitte an:
Wilhelm Pleines, Rue du Mont 15, 1038 Bercher. Tel B:021 887 03 50, F:021 887 03 51, P:021 887 03 55, E-Mail: wpleines@agriforest.ch
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Forschung und
Ausbildung
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Forschungsmethodik,
Innovation, Modellbildung, Biometrie, Projektmanagement und
Wissensvermittlung
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| Systemorientierter
Ansatz
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Analyse der multifunktionalen
Systeme Wald und Landschaft sowie deren sozioökonomischer Wirkungen.
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| Organisation
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Betriebs- und
Verwaltungsorganisation, Personalmanagement, Finanzkontrolle, PR und
Marketing.
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| Planung
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Multidisziplinärer Ansatz mit
breiten Kenntnissen der Planungsmethodik, Konzepterstellung und Strategien
der nachhaltigen Bewirtschaftung, Einrichtung von Inventaren und
Datenbanken. Beherrschung des Konfliktmanagements und der Kommunikation.
Monitoring.
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| Volkswirtschaft
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Kenntnis der lokalen und
nationalen Wirtschaft
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| Wald- und
Ökosystemmanagement, Naturschutz
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Ökologie des Waldes, der Pflanzen und Tiere. Naturschutz???
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| Bewirtschaftung
natürlicher Ressourcen
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Optimierung der Produktion
von Biomasse. Erstellung von Konzepten der Produktion, Logistik und
Verwaltung. Innovation, Marktanalyse und Marketing. PR für Holz und
Holzprodukte. (Fällt ohne Ausbildung in Holztechnologie
flach).
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| Naturgefahren
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Analyse der Naturgefahren und
-Risiken, Entwicklung von Kartierungstechniken (Überforderung, s. Geomatik)
für solche. Entwicklung von Strategien um die Wirkung der Schutzwälder zu
verbessern. Die Techniken beim Bau von Schutzmassnahmen verbessern: Mehr
Wirkung bei tiefern Kosten. [Fällt ohne Ausbildung in
Bodenkunde, Bodenmechanik und Statik, die Ingenieursdiziplinen der
bisherigen Ausbildung, flach.] Einfache, machbare und verlässliche Warnsysteme
für die Bevölkerung entwickeln.
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| Klimaveränderung
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Beobachtungsnetzwerke
einrichten, Massnahmen entwickeln und kommunizieren.
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| Naturräume und
Erholungsgebiete
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Die Belastung der Ökosysteme
durch die Bevölkerung steigt unaufhörlich. Gerade für Stadtwälder sind
spezielle Managementkonzepte, mit Sonderzielen wie Waldpädagogik und
Waldästhetik, Mediation, Tourismusförderung, nötig.
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Die wichtigsten Kompetenzen wie sie sich aus dem Waldgipfel ergeben:
Multifunktionalität - an unterschiedliche Bedürfnisse angepasste Standortpflege je nach Funktion:
- Holzproduktion - Abstimmung mit Abnehmern (Optimierung der Holzkette). Problem: Holzwirtschaft ist ein eigener Ausbildungsbereich. Mit der Aufgabe der Holzkunde und Holztechnologie an der ETH fehlen hier die notwendigen Kenntnisse eindeutig.
- Schutzwald
- Biodiversität
- Erholungswald
Wichtigstes Mittel um die Multifunktionalität zu gewährleisten ist der naturnahe Waldbau mit vorwiegend einheimischen und standortsangepassten Baumarten, einer weitgehende natürlichen Waldentwicklung.
land management
- Schutz der Wälder und der Waldfläche
- Bewertung und Erhaltung der Schutzleistungen des Waldes. Nationaler Schutzwaldkataster und Sicherheitsstandards für Schutzwälder.
- Lenkung und räumliche Festlegung von Erholung und Sport im Wald
- Naturschutz: Ausreichende Anteile an geschützten Waldflächen ohne Bewirtschaftung, oder mit einer Bewirtschaftung, die den gewünschten Zustand erhält, was auf Grund der natürlichen Dynamik nicht immer durch Nichtstun geschieht. Ausreichende Alt- und Totholzanteile. Förderung von strukturierten Waldrändern, artenreichen und seltenen Waldtypen und Bewirtschaftungsformen sowie auch auch seltener und gefährdeter Arten.
Politik
- Dialog und Zusammenarbeit des Forstsektors mit der Bevölkerung, die Information und Sensibilisierung in Wald. und Umweltfragen sind zu verstärken.
- Bessere Koordination zwischen Wald-, Landwirtschafts- und Raumordnungspolitik in einem integralen, interdisziplinären Regionalmanagement
- Die Schutzleistungen des Waldes werden von der Öffentlichkeit anerkannt, ihre Erfüllung ist gewährleistet und wird von der Öffentlichkeit abgegolten (wohlgemerkt: Schutzleistungen, nicht Produktion!).
Betriebswirtschaft
- Organisation der Waldbewirtschaftung als optimale Verbindung einer Planung und Bewirtschaftung im öffentlichen Interesse (Management öffentlich-rechtlicher natürlicher Ressourcen (2/3 der Wälder der Schweiz), der "commons") mit privatwirtschaftlicher Effizienz.
- Optimierung, nicht Maximierung, des Einsatzes von Maschinen, vor allem durch Betriebszusammenlegungen oder -Kooperation.
Zusammenfassung:
Zur Bewältigung seiner Aufgaben braucht der Forstexperte der nächsten 10 Jahre Kenntnisse in:
2 Die sektorale Bildungsplanung der ETH
Ein wichtiges Anliegen, das während der Waldgipfel ausgedrückt wurde, ist die bessere Kooperation des Managements von Wald, Landwirtschaft und Landschaft generell. Dem trägt das neue Bildungskonzept Rechnung.
Die forstliche Ausbildung soll auf drei Stufen erfolgen:
Die Kommentare lassen sich leicht anhand eines Beispiels aus der Informatik veranschaulichen. Nehmen wir GIS, ein Computerprogramm mit einigermassen komplexem, aber stetig zunehmendem Anwendungsbereich. Hier wird der Praktiker vor allem Daten liefern, oder Daten abfragen, der Manager wird das Instrument zur Planung einsetzen, aber nur der Experte kann das Instrument selbst erstellen und an spezielle Bedürfnisse anpassen. (s. Probleme).
Anhand der Dreiteilung sehen wir hier allerdings auch, dass in der Realität bereits eine Stufe zu viel vorhanden ist, oder, dass die Zuordnung der Förster (Lyss/Mayenfeld) als Praktiker oder Manager diffus wird. Dazu kommt die Stufe Bachelor, die hierzulande, anders als in den USA, wohl nur zum Vordiplom wird, ohne eigenen Einsatzbereich.
Mit der Umstrukturierung der Ausbildung an der ETH auf das Batchelor/Master- System entsteht eine schärfere Trennung zwischen Ingenieurs- und Naturwissenschaften, während von Kunst (Landscaping) schon gar nicht mehr geredet wird. Die Forstingenieure und Agronomen werden zu Naturwissenschaftlern. Die Forstingenieure sollen Landscape Management betreiben. Die Kulturingenieure ihrerseits bleiben Ingenieure die rechnend und planend Land Management betreiben.
Ein kurzer Einblick in die Studienfächer zeigt deutlich den Unterschied zwischen Landmanager, Landschaftsmanager und Landschaftsarchiteken. Der Landmanager verfügt über weitaus umfangreiche Kenntnisse in Mathematik, Informatik, Mechanik und Technik. Er wird also der Experte für GIS und Software sein, weitaus eher als der Forstmann. Im künstlerischen Bereich dominiert der Landschaftsarchitekt mit seiner Ausbildung in Entwurf, Konstruktion und bildnerischer Gestaltung. Schwerpunkte (unique selling points) der Forstexperten dürften also nebst dem Ökosystem Wald vor allem die Politik (partizipative Planung und Entwicklung) und die Ökonomik öffentlich genutzter Räume und gemeiner Ressourcen sein. Fehlen diese im Programm, so wird die nächste Überarbeitung nicht lange auf sich warten lassen.
2.1 Systemorientierte Naturwissenschaften: Landscape Management
Die Absolventinnen und Absolventen kümmern sich nicht nur theoretisch,
sondern auch ganz praktisch um reale Umweltsysteme Wasser, Boden, Luft,
Wald, Landschaft und die vom Menschen geschaffene Umwelt. Das Studium vermittelt
die Fähigkeit, deren chemische, physikalische und biologische Eigenschaften
sowie darin ablaufende Prozesse zu analysieren. Darauf aufbauend lernen die
Studierenden die Wechselwirkungen zwischen der belebten Natur und der Gesellschaft
zu verstehen und dieses Wissen sinnvoll anzuwenden. Dies erfordert eine interdisziplinäre
Arbeitsweise, die neben den Naturwissenschaften die Sozial- und Geisteswissenschaften
sowie die Umwelttechnik einschliesst. In dieser Integration liegt das Besondere
der Ausbildung.
Naturwissenschaftliche Grundlagen in Chemie, Physik und Biologie ebenso wie
fundierte Kenntnisse spezieller Umweltsysteme und der darin ablaufenden Prozesse.
Wegen der wechselseitigen Durchdringung von Natur und Zivilisation gehören
dazu aber auch vertiefte Einblicke in die technischen und sozialwissenschaftlichen
Grundlagen der Mensch-Umwelt-Beziehung. Ausgehend von einem umweltnaturwissenschaftlichen
Problemverständnis lernen die Studierenden Lösungen zu entwickeln,
zu bewerten und umzusetzen. Der Studiengang enthält Elemente, welche
die Kommunikations- und Teamfähigkeit schulen.
Wie die Verteilung der Professoren/Assistenzprofessoren zeigt, liegt der Schwerpunkt eindeutig
beim Ökosystemmanagement - und es wird von der Ausgestaltung dieser 5
Professuren abhängen, ob die Wälder nun als Biotope gepflegt werden, oder Wald
weiterhin als wichtigster Rohstofflieferant zwar nachhaltig, aber doch
produktiv, bewirtschaftet wird. Geschickter wäre hier die
Ausrichtung auf ein Management natürlicher Ressourcen als auf
Ökosystemmanagement.
2.2 Landscaping: Landschaftsarchitektur
Das Architekturstudium:
Erster Teil: Grundstudium.
Das erste Studienjahr dient der Schaffung einer gemeinsamen Grundlage für
das weitere Studium. Dazu gehören:
2.3 Kulturtechnik / Land Management
Zu Kulturtechnik, neu Land Management, dem Job der Kulturingenieure, gehören primär:
Innerhalb des Studienbereichs Geomatik ist er der zuständige Ingenieur für Planung, Landnutzung und Landentwicklung:
Die zahlreichen Tätigkeitsfelder der Geomatikingenieure und Geomatikingenieurinnen bieten grosse Entfaltungsmöglichkeiten. Freude an der Informatik, Aufgeschlossenheit gegenüber Umweltfragen, Offenheit für internationale Aufgabenstellungen sowie Interesse an natur-, ingenieurwissenschaftlichen und planerischen Problemstellungen sind gute Voraussetzungen für das Studium der Geomatik und Planung.
Er wirkt als Planer und Koordinator in Projekten im Zusammenhang mit raumrelevanten Problemen, Bodenordnungs- und landschaftsgestaltenden Massnahmen im ländlichen und urbanen Raum unter Berücksichtigung von ökologischen, ökonomischen und technischen Gesichtspunkten. Er stellt dazu, auch unter Verwendung von Modellen, quantifizierbare und konzeptionelle Beziehungen zwischen Flächennutzung und Flächenfunktion, Bodenmarkt und Politik, zwischen der Funktion von Ökosystemen und deren Bewirtschaftung sowie zwischen Bodenqualität und Bodennutzung her. Die aktuellen Zielsetzungen dieser Aufgabe sind Grundlagen zu schaffen, um eine optimale Allokation, Mehrfachnutzung und Sanierung von verfügbarem Land und damit den nachhaltigen Umgang mit natürlichen und anthropogenen Ressourcen zu erreichen.

Art. 25 Prüfungsfächer, Prüfungsblock, Notengewichte. Die Basisprüfung umfasst je eine Prüfung in den folgenden Prüfungsfächern:
| Prüfungsfächer | Notengewichte |
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Chemie I und II Mathematik I, II und III Biologie I bis IV Sozialwissenschaften (Recht, Ökonomie) Technik der Problemlösung GZ Erd- und Produktionssysteme oder GZ Erdsysteme I |
2 2 2 1 1 1 |
Für die Fächer der Kategorie a., die nicht in der Basisprügung geprüft werden und Fächer der Kategorie b., gemäss Art. 11 Abs., 1 erfolgt die Leistungskontrolle in Form von Prüfungen, die wie folgt zu Prüfungsblöcken zusammenzufassen sind:
| Prüfungsfächer, Prüfungsblock | Notengewichte |
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Technik Physik I und II Mathematik IV Mathematik V Mikrobiologie Biochemie Populations- und Evolutionsbiologie Atmosphäre Hydrosphäre Pedosphäre Anthroposphäre |
1/4 3/6 1/6 1/6 1/6 1/6 1/6 1/8 1/8 1/8 1/24 |
3 Gehört die Forstwirtschaft zu den Umweltnaturwissenschaften oder den Umweltingenieurswissenschaften?
| Definition Ingenieur: Laut Fremdwörterlexikon stammt das Wort Ingenieur aus dem lateinisch-französischen Wortschatz und bedeutet Techniker mit wissenschaftlicher Ausbildung. Ebenfalls aus Frankreich stammt eine Definition der Tätigkeit des Ingenieurs, die besagt, dass der Ingenieur ein Mensch ist, der Ideen, Material und Menschen einsetzt, um Produkte oder Projekte zu realisieren. http://www.haw-hamburg.de/pers/Isenberg/projekt1Open/1sp1-pm-studerg/Definition%20Ing.pdf Bei der Definition war es den Definitoren vermutlich bereits etwas unwohl, den wahren Hintergrund des Ingenieurswesen anzugeben, denn in der Tat leitet sich Ingenieur etymologisch ab vom lateinischen ingenium, das mechanisches Kriegsgerät bezeichnet, womit der europäische Ingenieur also erst mal Waffenproduzent war. Ein interessanter Gegensatz dazu ist das arabische Wort muhandis, ein Lehnwort, aus dem persischen handasa abgeleitet, das Geometrie bedeutet. Dies, weil die ersten Ingenieure im Nahen und Mittleren Osten sich nicht mit Kriegsgerät, sondern mit wichtigerem, nämlich der Bewässerung beschäftigten. Äusserst kritisch geht dafür Robert Musil in: Der Mann ohne Eigenschaften mit dieser Definition um. Er darf das, denn er war selbst Ingenieur, Schriftsteller und Philosoph: "Mir fällt ein, dass ich die Frage Genie einmal mit unserem Freund Stumm erörtert habe", erzählte Ulrich. "Und er hat auf der Nützlichkeit bestanden, dass man einen militärischen und einen zivilen Begriff Genie unterscheide. Genietruppen: Ueber dem Genie steht beim Militär also der Generalstäbler. S. 1256: "Einen General hat noch niemand ein Genie genannt." "Ausgenommen Napoleon." Definition nach Kant: "Er hat am Wesen des Genies das Schöpferische und die Originalität, den "Originalgeist" hervorgehoben, womit er denn bis auf den heutigen Tag vom grössten Einfluss geblieben ist." erwiderte U. "Goethe lehnte sich später wohl an ihn an, als er sogar das Genialische mit den Worten "viele Gegenstände gegenwärtig haben und die entferntesten leicht aufeinander beziehen. S. 1259. Diese Definition wäre vermutlich eher geeignet um Intelligenz (IQ) zu charakterisieren. Musil nimmt 1934 die Technikkritik des "fin de ciecle" gleich vorweg. Der Satz beinhaltet aber mehr. Er beinhaltet insbesondere die Tatsache, dass man weder über einen Auftrag an einen Auftragnehmer ohne freies Genie, noch über die Anwendung alten Wissens, zu etwas wirklich Neuem kommt, also zur ach so ersehnten Innovation: Und es wäre die des empirischen Menschen oder Empirikers, des sattsam zur offenen Frage gewordenen Erfahrungsmenschen, der aus hundert gemachten Erfahrungen tausend neue zu machen weiss, die doch immer nur im gleichen Erfahrungskreis verbleiben, und der damit das gewinnreich erscheinende riesenhafte Einerlei des technischen Zeitalters erzeugt hat. Der Empirismus als Philosophie könnte als die philosophische Kinderkrankheit dieser Art des Menschen gelten. S. 1271:
in|ge|ni:ös [...gen...] (sinnreich; erfinderisch; scharfsinnig); http://www.thielsch.net/witziges/ingenieur.php Engineer [eng]:
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Die Frage wurde nach jahrelangen Diskussionen um die Weiterentwicklung des Studiums entschieden. Die Forstwirtschaft soll zu den Natursystemwissenschaften gehören, die Landschaftsmanager Ökosystemmanagement betreiben und die Landschaftsarchitekten sind zuständig für die Aesthetik. Da die Diskussionen nun, wenig fruchtbar allerdings, schon seit Jahren laufen, werden Sie sich vermutlich die Haare raufen, wenn ich nun bei Aristoteles Systematik der Philosophie anfangen will. Die alten Griechen hatten aber im Gegensatz zu uns den Vorteil, dass das Wissen damals noch überblickbar und damit klassifizierbar war. Kurzum, für Aristoteles gab es die drei folgenden Basisdisziplinen von Wissenschaft:
Die poietische Wissenschaft, die eigentlich Wald-, Landschafts- und Kulturmanagement darstellen, sind jeweils auch Resultat einer Auseinandersetzung der Logik mit der Praxis - also weder Natur- noch Sozial- oder Geisteswissenschaft, sondern eine Mischung aus Kunst und Handwerk, eine Technik. Haben die Naturwissenschaftler meist den Anspruch, durch ihre analytische Methodik wahre, sichere und verlässliche Resultate zu liefern, so müssen Manager in einer andern Realität handeln, in der abgewogen, ausgehandelt und im Dialog entwickelt und per demokratische Verfahren entschieden wird. Doch auch dies ist immer noch eine ideale Realität. In der reellen Realität werden sich nämlich meist diejenigen Entscheidungen durchsetzen, für die Geld vorhanden ist; noch besser, die Rendite abwerfen.
Technik kommt übrigens vom griechischen techne, also Kunst, Kunstwerk, und bezeichnet die Art und Weise, wie etwas erreicht wird. Bis zur Erfindung der Maschinen war sie Handwerk, obwohl der Engineer auf englisch mit der Maschine (engine) fest verbunden zu sein scheint.
Wir erkennen nun sofort, dass die Forstwissenschaften, der Forstingenieur oder Forstwirt eigentlich zur Gattung Poietik gehört, mit einem gehörigen Anteil an Praxis (Ökonomie, Politik und Recht), aber eigentlich nur recht am Rande zu den wirklichen Wissenschaften, also Logik und Naturwissenschaften. Der Forst-Ingenieur war damit die weitaus treffendere Bezeichnung als ein wissenschaftlicher Landschaftsmanager. Die Zuordnung zur Sektion Umwelt- und Naturwissenschaften ist so erstens auf die historische Nachbarschaft mit der Landwirtschaft, die sich ebenfalls dort befindet und ebenfalls eher anwendungsorientiert ist. Zweitens sind die Vorbedingungen doch recht unterschiedlich. Mathematik, Informatik, Mechanik und Technik + Ökosystem Wald, Politik und die Ökonomik öffentlich genutzter Räume und gemeiner Ressourcen lassen sich eben kaum alle innert zwei Jahren gründlich genug studieren, um in allen Bereichen Experte zu werden.
Nichtsdestoweniger bleiben die Forsttechnik und ihr Fachmann, der Forst-Ingenieur, Poieten, auch wenn es ihnen einerseits oft an Kunstverständnis mangelt und sie andererseits immer öfter eher bezahlte (wirtschaftlich interessante oder durch wirtschaftliche Zwänge bedingte) als gesellschaftlich notwendige Projekte verfolgen.
Die traditionelle Ausbildung der Forstingenieure umfasste bereits beträchtliche Anteile nicht naturwissenschaftlicher Bereiche, wie insbesondere die Betriebswirtschaft (in Deutschland werden die Forstingenieure deshalb auch seit langem als Diplomforstwirte bezeichnet), Forstpolitik, Forstrecht, Arbeitsrecht, Verwaltungsrecht, Forstgeschichte, ländliche Soziologie und mehr.
Da allerdings die meisten eher der Natur und den entsprechenden Wissenschaften zugeneigt sind, fehlt ebenfalls den meisten das Verständnis für die Grundlagen der Sozial- und Geisteswissenschaften. Früheren Semestern wurde dies nie vermittelt. Sie wurden zu Technokraten geschult statt zu Ingenieuren gebildet.
Ein integrales Verständnis für Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften wird an keiner Schule heute gelehrt. Es wäre eigentlich auch bei der Philosophie aufgehoben. So unterschätzen die Naturwissenschaftler weiterhin die Bedeutung der Motivation bei ihren Arbeiten und Empfehlungen, während die Sozial- und Geisteswissenschaftler in den letzten Jahren oft dem, in diesem Falle falschen Vorbild, der streng quantitativ-analytischen Forschung nacheiferten. Um der poietischen, der gestalterischen Aufgaben des Forstingenieurs gerecht zu werden, wäre nebst den erwähnten Fächern eine vermittelnde Einführung in die Grundlagen aller drei Wurzeln der Wissenschaften nötig, welche die gleichberechtigte Existenz und Leistungsfähigkeit der sozial- und geisteswissenschaftlichen Methodik verständlich macht.
mehr dazu in: System der Wissenschaften: Was heisst wissenschaftlich?
4 Problembereiche
Wie bereits die obige Darstellung aus Sicht der Wissenschaftsphilosophie gezeigt hat, entstehen durch die zunehmende Spezialisierung immer mehr Brüche und Unstimmigkeiten bei der Ausbildung wie der Anwendung der Wissenschaften. Obwohl die Bildungsplanung immer noch im Planungsstadium ist, finden sich schon die ersten Reparaturflecke:
4.1 Skizze Themenbereich Environmental policy, economics and decision making
Umweltpolitik, Ökonomik und Entscheidungsfindung, ein recht zentrales Gebiet, wird in ein Institut ausgelagert.
Herausforderung:
Mit steigender Weltbevölkerung und beschleunigten zivilisatorischen Prozessen
werden erneuerbare Ressourcen knapper und die Umweltbelastungen werden sich
verschärfen. Ein Fokus der Sozialwissenschaften bildet der ökonomisch
effiziente Umgang mit Ressourcen durch die Orientierung am
state
of the art in den Produktionsvorgängen (best practice) sowie an den gesellschaftlichen
und politischen Rahmenbedingungen (good governance). Der zweite Schwerpunkt
liegt in der Entwicklung von optimalen Entscheidungsprozessen bei gesellschaftlichen
Nutzungskonflikten, Risikobeurteilungen und
Bewertung von umweltwissenschaftlichen Ergebnissen.
Mit der Schaffung eines Zentrums für Umwelt und Natürliche Ressourcen werden an der ETH jene Kompetenzen gebündelt, welche Umweltsysteme, ihre Veränderung und Nutzung analysieren und gestalten. Dieser breite Verbund in Forschung und Lehre ist nur dann zukunftsgerichtet, wenn er durch eine starke Zusammenarbeit mit human- und sozialwissenschaftlichen Professuren institutionell verankert wird. Dieser Konsens der Arbeitsgruppe 3 Sozialwissenschaften1 wurde von allen Beteiligten aus den Departementen D-FOWI, D-AGRO, D-UMNW und auch D-GESS getragen. Im Strategieentwicklungsprozess von Ebnat -Kappel wurde die Integration von Human- und Sozialwissenschaften in den Departementen des Zentrums für Umwelt und Natürliche Ressourcen als grösste Stärke bewertet. Die ETH verfügt in dieser Hinsicht gegenüber vergleichbaren Hochschulen in den USA einen strategischen Vorteil, den es zu nutzen und auszubauen gilt.
Bemerkung des Autors: Es stimmt sicher, dass es sich hier um das Filetstück der neuen Ausbildungstrukturen handelt. Der Einbezug von Sozial- (und den immer noch fehlenden Kommunikations-)wissenschaften aber als strategischen Vorteil hinzustellen entspricht nicht den Tatsachen. Die ETH macht hier bloss einen dringend notwendigen "autonomen Nachvollzug" von Vorgaben der USA (s. Forstliche Ausbildung in Europa und jenseits des grossen Teiches).
Leitlinien für die Struktur:
Im Zentrum für Umwelt und Natürliche Ressourcen sollen die bisherigen vier Departemente D- AGRI, D-ERDW, D-FOWI und D-UMWN zusammengefasst werden. Die Öffnung dieser Departemente in Richtung gemeinsam geplanter Lehre und starker Kooperation in der Forschung ist auch eine Chance für das D-GESS in einem stark dynamisierten Zukunftsbereich (Klimarisiken, Umweltkonflikte, genetisch modifizierte Pflanzen, Nahrungsmittelsicherheit etc.) Für die Zusammenarbeit mit dem D-GESS wurden folgende Leitlinien identifiziert:
Ein definierter Themenbereich Environmental policy, economics and decision making identifiziert die Stossrichtung des neuen Instituts.
Die Struktur des neuen Instituts sollte ETH-kompatibel und für die Beteiligten administrativ einfach sein.
Am interdepartementalen Institut sollen die beiden Departemente D-AGRI und D-UMNW (mit integriertem heutigen D-FOWI) beteiligt sein.
Das Institut ist damit dem neuen Zentrum für Umwelt und Natürliche Ressourcen zugeordnet.
Die beteiligten Professuren sind Mitglied in einem der beiden Departemente D-UMNW oder DAGRI und mit dem D-GESS assoziiert.
[Projekt Umweltsysteme: Konzept für ein Zentrum für Umwelt und Natürliche Ressourcen. Beilage B1]
http://www.hv.ethz.ch/Bericht_22.11.01.pdf
und weitere Texte zur Entwicklung an der ETH unter http://www.hv.ethz.ch/Arbeitsgruppen.html
Mitwirkung an der
ETH: Wie kann ich meine Ideen einbringen? (Das Angebot zur
Mitwirkung gilt allerdings nur für die Mitarbeiter.)
4.2 Umweltmodellierung (Watershed models, Erosions- und Grundwassermodelle) wird zudem vom Bereich "Umweltingenieurwesen" bearbeitet.
4.3 Die disziplinären Bereiche Umweltmodellierung und Remote Sensing sind heute gut ausgebildet, jedoch stark disziplinär segmentiert. Der Bereich Geographische Informationssysteme wird in Forschung und Lehre heute zu wenig genutzt und muss gestärkt werden.
Auswege: Möglichst schnell Lehrkapazitäten weiter zu entwickeln (unter anderem durch Umsetzung des Projektes GITTA "Geographical Information Systems Technology Training Alliance:
durch Zusammenführen vorhandener Gruppen eine Forschungsinfrastruktur aufzubauen,
eine neue Initiative environmental modeling and visualization in Lehre und Forschung zu starten.
4.4 Lehre und Forschung im Bereich Naturgefahren ist heute auf die drei Bereiche "Bauingenieurwesen", "Erdwissenschaften" und "Forstwissenschaften" aufgeteilt.
Im Bereich "Umweltsysteme"
befassen sich folgende Professuren mit Naturgefahren:
· Ingenieurgeologie (Loew)
· Seismologie (Giardini)
· Glaziologie (N.N.)
· Forstliches Ingenieurwesen (Heinimann)
· Sicherheitswissenschaft (Kröger)
Folgende Schnittstellen sind bei der Entwicklung des Schwerpunktes
einzubeziehen:
· Wasserbau (Minor)
· CENAT
· Hydrologie (Schaer)
· Umweltnatur- und Sozialwissenschaften (Scholz)
· Sicherheit und Risiko (Kroeger)
· Geotechnik (Sarah Springman)
· Nachfolge H. Bachmann: Waldwachstum
· WSL
· Finanzmathematik (Embrecht),
· Operations Research (Lüthy)
· Policy Making (N.N.)
> Watershed Management (zu begründen)
Driving Forces:
· Neue Formen der Problemrepräsentation durch die Integration
von Umweltmodellen, Sensing und Geographischen Informationssystemen.
· Verknüpfung von räumlichen Prozessen in Gesamtsystem "Atmosphäre,
Hydrosphäre.
· Visualisierung von komplexen räumlichen Systemen und Entwicklungen
Entscheidungsfindungs-Prozesse, um die Kommunikation zwischen Experten verschiedener
zwischen Experten und Laien zu verbessern.
· Intelligente räumliche Entscheidungs-Unterstützungs-Systeme
(SDSS).
Es ist auch klar, dass Flächenmanagement ohne Gis kaum mehr in Betracht kommt. Um so mehr wundert es, dass dies auch in den neusten Lehrplänen der Wald-Meister noch fehlt. http://www.spaceimaging.com/solutions/forest_management/index.htm