Bestandteil
von: Der Mensch zwischen Anpassung (Frustration) und Selbstverwirklichung
(Kohärenz): Was ist das Menschenbild, das ideale
Menschen-Modell?
Weitere Bestandteile:
Marktanpassungsschäden (bereits beim Einstieg in die Arbeitswelt) durch
Arbeitslosigkeit - und Lösungsansätze
Persönlichkeit und Persönlichkeitstests
_____________________________________________________________
Die Formung des Menschen durch die Schule:
Wechselnde Erwartungen an die Schule im Laufe der
Geschichte
[Frank Brückel:
DIE AUFGABEN DER SCHULE UND DES SCHULSPORTS AUS BILDUNGSTHEORETISCHER SICHT.
Diss. Freiburg 1999]
| „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner
selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich
seines Verstandes ohne die Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere
aude! Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen ist also der
Wahlspruch der Aufklärung“
Kant |
Philanthropismus &
Aufklärung:
1770 und 1840 ist eine Zeit des Widerstreits zweier
mächtiger Strömungen: der Aufklärung und einer neuen ‘humanistischen Bewegung’.
Die Aufklärung hatte die Menschen in Europa für
die Idee der Volksbildung aufgeschlossen, sie sollten durch
Verstandesaufklärung an der Erkenntnis der Wahrheit teilhaben. Der Gebrauch
des Verstandes sollte dem Menschen die Welt und sein Leben in dieser Welt
begreiflich machen. ‘Nützliche Kenntnisse’ sollten gelehrt werden, und im
Sinne der Aufklärung hieß das: reale Kenntnisse und Dinge, die der junge
Mensch konkret ‘anwenden’ kann, wie die Grundfertigkeiten Lesen, Rechnen,
Schreiben, die neueren Sprachen und Handfertigkeiten. Dieses ‘einseitig
realistisch-ökonomische Erziehungsideal’ (Dietrich, 1975, S. 75)
forderte
nun eine Gegenbewegung heraus, die den während der Aufklärung bereits
gepflegten Idealen der Toleranz, Humanität und Menschlichkeit nun mehr
Bedeutung zumaß als dem Gedanken der Nützlichkeit (vgl. Dietrich, 1975,
S. 74). Allgemeine Bildung, also nicht die Befähigung zum ‘Amt’ und ‘Beruf’,
sondern zum ‘Begriff der Menschheit in unserer Person’, war daher das neue
erörterte Thema. Der Mensch stand nun im Mittelpunkt aller Tätigkeiten. Hier
zeigte sich auch deutlich die Oppositionsstellung der als ‘Neuhumanismus’
bezeichneten Bewegung gegen die der Nützlichkeit verpflichteten Reflexion
der Philanthropen (Wilhelm von Humboldt wurde am 22.06.1767, fünf Jahre nach
dem Erscheinen von Rousseaus ‘Emile’ geboren und starb vierzehn Monate nach
Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher am 08.04.1835.
Ein auf praktische Weltorientierung und gemeinnützige
‘Lebenstüchtigkeit’ ausgerichteter Unterricht sollte den Erwerbssinn
wecken und die ‘Berufstüchtigkeit’ fördern. Das Ziel der
Philanthropen war eine Humanisierung des Gesamtlebens zum Nutzen für die
gesamte Gesellschaft. Dabei war eine - das subjektive Interesse
respektierende - Erziehung um sozialer gesellschaftlicher Willen unbedingt
notwendig. Der erzieherischen Komponente im Unterricht wurde gegenüber der
Wissensvermittlung Vorrang eingeräumt, auf moralische Unterweisung großen
Wert gelegt. Die Schule sollte Stätte der Freude, des Frohsinns und des
Spiels werden, die Strafe als pädagogisches Mittel war verpönt. Die
Unterrichtsprinzipien waren Anschauung, Lebensnähe und Selbsttätigkeit.
„In den Schulen, ihr Fürsten, in den Schulen,
ihr Väter des Staates, in den Schulen und nirgends sonst muß man die
Werkstatt anlegen, wenn man Menschen veredeln, Gewerbe, Künste und
Wissenschaften befördern und Nahrung und öffentlichen Wohlstand des
Landes erhöhen will“ (Tenorth, 1988, S. 86 zitiert nach Campe 1786).
Die klare Ausrichtung auch auf Erwerbssinn und
Berufstüchtigkeit wurde aber, im Gegensatz zu heute, ausbalanciert durch das
Wissen um das rechte Handeln, also ethisches Wissen. Die Allgemeinbildung sollte
die dem Denken notwendigen Techniken vermitteln, Fähig machen zu Lernen - nicht
aber direkt die Schüler mit vorgefertigtem Wissen imprägnieren:
Allgemeinbildendes Lernen im Elementarunterricht
beinhaltet demzufolge das Erlernen der Kulturtechniken Lesen, Schreiben,
Rechnen, jedoch zunächst ohne den Blick auf eine konkrete berufliche oder
außerschulische Situation, sondern primär um das ‘Lernen des Lernens’ zu
fördern.
Oberstes Ziel der Schulbildung ist die Schaffung eines
Zustandes, in dem sich die verschiedenen menschlichen Tätigkeiten ergänzen. Eine
solche Bildung muss das Individuum fördern, darf also auf keinen Fall vorher
festgelegte und einheitliche Fertigkeiten vermitteln:
Georg
Wilhelm Friedrich Hegel (1770 - 1831)
-
Die Orientierung an den Erwartungen der späteren
‘wirklichen’ Welt.
-
Die Bildung des jungen Menschen zu sich selbst.
-
Die Erziehung zur Gesellschaftsfähigkeit.
-
Die Verteilung innerhalb der Gesellschaft
Sozialisierung
„In der Gemeinschaft mit vielen unterrichtet,
lernt es, sich nach den anderen richten, Zutrauen zu anderen, ihm zunächst
fremden Menschen, und Zutrauen zu sich selbst in Beziehung auf sie, zu
erwerben und macht darin den Anfang der Bildung und Ausübung sozialer
Tugenden“ (Hegel, 1970, S. 349).
Selbständigkeit
Zwar forderte Hegel eine unbedingte Notwendigkeit
in der schulischen Disziplin der Schüler, diese darf aber nur soweit gehen,
wie sie ‘zur Erreichung des Studienzweckes notwendig ist’ (Hegel, 1970, S.
351). Zu der ‘eigentlichen Tätigkeit des Geistes paßt am wenigsten ein
unfreier Ton’ (ebd.). Vielmehr erfordert die Erziehung, daß die Jugend sich
früh daran gewöhnt, ‘den eigenen Verstand zu Rate zu ziehen’ (ebd.).
Gesellschaftsfähigkeit: ‘Prägung innerhalb der
historischen Kulturgemeinschaft’.
Friedrich Ernst
Daniel Schleiermacher (1768 - 1834),
„Für das menschliche Leben, für die gesamte
menschliche Bildung gibt es nichts bedeutenderes als Vollkommenheit der
Erziehung. Die Fehler in der Erziehung bewirken die menschlichen
Unvollkommenheiten. [...] Es beruht alle wesentliche Förderung des ganzen
menschlichen Lebens auf der Erziehung“ (Schleiermacher, 1959, S. 66f).
Der Unterricht soll vorrangig Fertigkeiten
ausbilden und einüben, und so seinen Beitrag leisten, eine Weltanschauung
begründen und sich in der Gesellschaft zurechtfinden zu können. Die
Erziehung soll moralische Selbständigkeit bewirken, die sich an der ‘Idee
des Guten’ orientiert.
Mittlerfunktion der Schule, die die Kinder aus
der Familie in die Gesellschaft führen soll. Die Notwendigkeit der
Differenzierung innerhalb der Gesellschaft - gemeint sind hier die
verschiedenen beruflichen Tätigkeiten - legitimiert schließlich die
Selektionsfunktion, wobei er ausdrücklich vor einer ‘standesgemäßen’
Selektion warnte. Allein die Art der Begabung kann als Indikator für die
gesellschaftliche Aufgabe nach der Schule gelten; jedem soll seinen Anlagen
gemäß eine allgemeine Ausbildung zuteil werden Schleiermacher spricht sich
also für die Erleichterung der Übergänge zwischen den Schularten aus. ...
Ein Prinzip dass gerade zur Zeit (Sommer 08) in Zürich untergraben wird, mit
dem Verbot der Prüfungswiederholung zum Eintritt in die Sekundarschule.
DAS ZEITALTER DER INDUSTRIALISIERUNG
In den Jahren 1830 - 1840 gab es einen deutlichen
Einschnitt in das gesamte Kulturleben, ein Prozess, der häufig vereinfachend mit
dem ‘Geist des 19. Jahrhunderts’ umschrieben wird. Das äußere Kennzeichen
dieser Epoche ist die ‘Massenhaftigkeit’, die das Leben in Europa für die
nächsten 100 Jahre bestimmt hat (vgl. Reble, 1969, S. 233). Beispielsweise wuchs
zwischen 1830 und 1900 die Bevölkerung Deutschlands um mehr als das Doppelte,
ebenso rasant entwickelte sich die gesamte Wirtschaft. Möglich wurde dies nur
durch das Fortschreiten der Technik, die exakte naturwissenschaftliche
Erkenntnisse nun konsequent verwertete, um Güter zu produzieren. Es
entstand ein ungeheurer ‘Apparat des Daseins’ (Reble, 1969, S. 233).
Im
wissenschaftlichen Bereich wurden die Einzeldisziplinen beherrschend, die
Philosophie wurde entthront und war auch an den Hochschulen keine treibende
Kraft mehr. Insgesamt erfolgte eine Wendung vom idealistisch-philosophischen
Denken zu einer realistisch-empirischen Grundhaltung gegenüber Welt und Leben.
Daraus resultierte eine andere Auffassung von Erziehung und Bildung.
Ähnlich wie
in der Zeit der Aufklärung wurde Bildung nun wieder als Nutzbarmachung des
Menschen verstanden. Dementsprechend war das Bildungswesen auch von der
Verobjektivierung der Welt, der fortschreitenden Zerspaltung sowie der
Mechanisierung des Lebens betroffen. Bildung konnte
jetzt nicht mehr als Persönlichkeitsgestaltung im Sinne einer allgemeinen
Menschenbildung verstanden werden. Der Mensch sollte statt dessen für das
ökonomisch-soziale Dasein geschult werden.
Die Idee, dass sich der Mensch der Maschine und an
die von Investoren geschaffenen Strukturen anzupassen habe, entsteht also
bereits hier, vor 150 Jahren. Parallel dazu eben auch der
Anarchismus, der die Sache genau
umgekehrt sieht .... Wie jede Ideologie übertrieb hier nicht bloss zweitere,
sondern auch erstere, indem sie die Bürger gleich auch noch auf Religions- und
Staatstreue dressierte:
Stiehlschen Regulative von 1854:
1. Die fraglose christliche Gläubigkeit,
2. die Liebe zum Herrscherhaus und Vaterland und
3. die nötige Kenntnis zur Sicherung des bürgerlichen Fortkommens
(vgl.
Blankertz, 1982, S. 163; Scheibe, 1974, S. 25).
Auch hier wird die Funktion der Selektion oder anders
ausgedrückt, der Zutrittsberechtigung für die Einen, Zutrittsbeschränkung für
die andern wieder wichtig (s.
Sozialer
Aufstieg durch Bildung - und das Aufkommen des akademischen Prekariats - am
Ende des Mittelalters.)
Spätestens ab dem Jahre 1900 waren die drei
Schultypen Gymnasium, Realgymnasium und Oberrealschule Abitur- und damit
gleichberechtigt. Darin wird deutlich, dass die Entwicklung der höheren Schulen
während des 19. Jahrhunderts unter dem Druck eines Systems von Berechtigungen
stand. Dieses Berechtigungswesen hatte schon sehr früh eine politische Funktion.
Auf der einen Seite nutzte es das Bürgertum
gegen das Adelsprivileg, auf der anderen Seite war es ein Instrument gegen die
mit der Industrialisierung aufstrebende Arbeiterschaft. „Denn in der
Gesellschaft der formal Gleichberechtigten behielten die Besitzenden die
politische Macht in der Hand, weil der Zugang zu den Staatsämtern und den
gesellschaftlich relevanten Funktionen allein über Berechtigungen ging, die
einen Schul- und Ausbildungsgang voraussetzten, den die besitzenden Schichten
ihren Kindern sehr viel leichter ermöglichen konnten als die Arbeiterschaft“
(Blankertz, 1982, S. 184). Dagegen hatten berufsbildende Abschlüsse kaum
Bedeutung, was die Aufstiegsmöglichkeiten der Arbeiterschaft stark
beeinträchtigte. Durch diese Profilierungskämpfe der Schulen untereinander
entfernte sich das Bildungswesen allerdings immer mehr von den Intentionen der
Theoretiker der damaligen Zeit.
Dilthey (1833-1911):
„Unter Erziehung verstehen wir die planmäßige
Tätigkeit, durch welche Erwachsene das Seelenleben von Heranwachsenden zu bilden
suchen. [...] Die Erziehung ist eine Funktion der Gesellschaft“ (Dilthey,
1934, S. 190, 192).
Dilthey spricht in diesem Zusammenhang insbesondere
von den gesellschaftlichen Institutionen Familie, Gemeinde, Kirche und Staat.
Dabei steht
-
die Familie für das Element des persönlichen Glücks,
-
die Gemeinde
für das der Brauchbarkeit in der ökonomischen Welt,
-
die Kirche für das der
Personalität und
-
der Staat für die Fähigkeit, sich dem Gesetz unterzuordnen und
sich im Ganzen zu bilden (vgl. Dilthey, 1934, S. 196).
Nur diese
Institutionen zusammen bewirken eine umfassende Erziehung: „So bemerkt man, wie
gerade in dem Gleichgewicht dieser Herrschaftskräfte, welche die moderne
Gesellschaft ausmachen, die Allseitigkeit gesichert ist. Sie wird in
Einseitigkeit erstarren, wenn jemals einer dieser Faktoren, eine dieser
herrschenden Kräfte sich der Kinderseele ausschließlich bemächtigte“ (Dilthey,
1934, S. 196).
Wissenschaftlichkeit:
Bildung und Ausbildung wird dann von der Schule
übernommen, wenn es sich um ‘wissenschaftlich begründete planmäßige’ (vgl.
Groothoff, 1981, S. 163) Erziehung für die gesamte nachwachsende Generation
handelt.
Ganzheitlichkeit als wichtigstes Prinzip der
Pädagogik:
„Der Zusammenhang mit dem Lebendigen, dem Ganzen, muß
im Verlauf des Unterrichts beständig unterhalten bleiben. [...]
Die Aufgabe
einer wirklichen modernen Pädagogik wäre nun, die Methoden zu finden, durch
welche die einzelnen Fächer so in den inneren Zusammenhang einer möglichst
einfachen Repräsentation des Zusammenhangs der Wirklichkeit gebracht werden
können. [...] In dem Maße, in welchem wir uns diesem Ziele nähern, löst sich die
pädagogische Frage“ (Dilthey, 1934, S. 217f).
Reformpädagogik (Ende 19., erstes Drittel 20. JH): Gegen die Paukschule mit
ihrer Lebensfremdheit und Autoritarismus. Will Selbständigkeit fördern durch
direkte Anschauung,
Erlebnis, praktische
Tätigkeit und
Lernen durch Handeln. Ein Abkömmling dieser Richtung ist auch die
Einheitsschule und
später die Gesamtschule,
die frühzeitige Selektion verhindern wollen.
Jena-Plan_Pädagogik:
• Schule und Unterricht sollen fortan ‘vom Kinde’
ausgehen.
• Dementsprechend arbeiten die Schüler selbsttätig miteinander.
• Der Lehrer ist in erster Linie Berater.
• Lehrer, Schüler und Eltern bilden eine Schulgemeinde.
• Die Schule selbst ist organisch zu gliedern, darf also keine Trennwände
zwischen den verschiedenen Ständen und Begabungen errichten (vgl. Dietrich,
1991, S. 25).
Ein utopisches, anarchisches Modell -
das abgesägt wurde:
Ivan
Illich: Fordert die Entschulung aus folgenden Gründen:
Schulbildung hat eine
‘Herrschafts-Eigenschaft’ und eine damit verbundene selektive Eigenschaft:
-
Schulbildung hat eine ‘kapitalistische
Eigenschaft’:
Sie ist akkumulierbar (sammelbar), gibt dem, der akkumuliert hat, einen
prinzipiellen Vorteil über den, der weniger akkumuliert hat, und setzt, wie
anderes Kapital, den Reicheren in die Lage, die Bildungsmittel zu
monopolisieren - allein schon dadurch, dass eine länger dauernde Bildung,
die der Ärmere sich nicht leisten kann, als die ‘höhere’ und bessere gilt
-
Schule hat eine ‘bürokratische Eigenschaft’:
Schulen ähneln immer mehr Fabriken: möglichst groß, um rationell zu
sein; möglichst differenziert, um arbeitsteilig und spezialisiert
unterrichten zu können. In einer solchen nach dem Fabrikmodell organisierten
Schule bleibt aktives, selbstdiszipliniertes
Lernen auf der Strecke
-
Schulbildung hat eine ‘beschwichtigende
Eigenschaft’:
Sie trennt nicht nur von der Erfahrung des bestehenden Unrechts, indem sie
überhaupt von vieler Erfahrung trennt, sie nährt vor allem die Überzeugung,
dass man jetzt, da man lernt, nichts tun könne, dass man aber in den
Positionen der Kompetenz, die man durch sie erreicht, auch Macht haben werde
- und dann werde sich das System ändern
Derzeit besteht Schule aus
fremdbestimmtem,
sozial kontrolliertem Lernen und Leben, das es den Menschen lediglich
gestattet, zu schaffen und zu vernichten, zu produzieren und zu verbrauchen.
„Die Zukunft hängt jedoch mehr davon ab, dass die Menschen Institutionen
schaffen, die ein Leben schöpferischen Tuns fördern, als dass sie neue
Ideologien und technische Verfahren entwickeln“ (Illich, 1972a, S. 80f).
Schulen müssen - solange es keine Alternativen
für sie gibt - intern so verändert werden, dass der Lernraum für Schüler und
Lehrer nicht länger auf die zumeist sterile Atmosphäre von Klassenzimmern
und Schulgebäuden beschränkt bleibt, sondern sich in vielfältigen
Aktivitäten in die umgebende soziale und natürliche Umwelt hinverlagert.
-
Damit relativiert sich die Bedeutung von
lebenslang verbeamteten Lehrern, deren Kompetenz sich auf den Unterricht
beschränkt.
-
Die Beziehung zwischen
Lehrern und Schülern muss nicht auf Über- und Unterordnung beruhen, sondern
kann in der gemeinsamen Bemühung um Lösungen für reale gesellschaftliche
Probleme zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit führen.
-
Schulisches Lernen muss nicht irrelevant für
persönliches Lernen, gemeinschaftliches Handeln und gesellschaftliche
Entwicklungen sein. Dies schließt auch die schrittweise Aufhebung der
institutionellen Trennung von Lerngelegenheiten für Kinder und Jugendliche
einerseits und Erwachsene andererseits mit ein.
-
Schulen dürfen nicht länger dazu dienen,
hochgeschätztes und gesellschaftlich relevantes Wissen nur einer Minderheit
auf Kosten der Mehrheit zugänglich zu machen.
-
Schulen müssen ihre starren inneren
Organisationsstrukturen auflockern. Es dient nur der sozialen Kontrolle,
alle Kinder in altershomogenen Gruppen zur gleichen Zeit das gleiche lehren
zu wollen. Heterogene Interessengruppen und flexible Zeitpläne sind Elemente
stärker selbstbestimmten Lernens.
-
Schulen müssen von der Aufgabe entlastet
werden, Berechtigungen für weiteres Lernen und Arbeiten zu vergeben. Dies
bedeutet einen breiten Ausbau frei zugänglicher Lernmöglichkeiten für
Erwachsene jeglichen Alters und unterschiedlichster Vorbildung.
Das "realistische" Modell, das uns seither prägt:
Die gesellschaftlichen Funktionen des Schulsystems
nach Helmut Fend, von
dem bezeichnenderweise auch das Buch <Die Pädagogik des
Neokonservativismus> stammt. Die Schule erfüllt nach Fend primär drei
Funktionen:
Das Schulsystem ist durch die unterschiedlich
hoch bewerteten Schulabschlüsse an der Verteilung innerhalb der Gesellschaft
beteiligt: „Im Verlauf seiner Schulzeit lernt der Schüler, diese
Ungleichheit zu akzeptieren, indem er das Regelsystem der Zuordnungen zu
unterschiedlichen Leistungspositionen und deren Verfahren (Prüfungen) zu
akzeptieren lernt. [...] Selbst der degradierte Schüler fühlt sich
schließlich als gerecht behandelt, da er sich als wenig begabt, als wenig
fleißig und an Höherem uninteressiert einschätzt“ (Fend, 1980, S. 46).
Fend macht trotz dieser massiven Kritik an der legitimatorischen Funktion
deutlich, dass er nicht die radikale Meinung teilt, nach der diese Funktion
ausschließlich kritisch zu beurteilen ist, fordert aber entschieden - und
das zieht sich durch seine ganze Arbeit - einen Abbau der gesellschaftlich
bedingten Chancenungleichheiten und die damit verbundenen Menschenrechte der
werdenden Menschen (vgl. Fend, 1980, S. 375f).
Die Persönlichkeitsbildung schließt ethische
Traditionen mit ein. Fend bezeichnet den Sozialcharakter der heutigen
Schulen als
„leistungsorientiertes Aufstiegssystem, das sich besonders durch das Fehlen
von persönlichem Einsatz, Erlebnis-, Handlungs- und Erfahrungsarmut
auszeichnet“ (vgl. Fend, 1980, S. 382). Im Rahmen der Erziehung muss es
jedoch darum gehen, „Heranwachsende zu befähigen, ein selbstverantwortliches
Leben zu führen und ihre Einsicht und Handlungsfähigkeit zu stärken, um an
einem glücklichen Leben aller mitzuwirken“ (Fend, 1980, S. 382).
Obwohl sich dieses Modell mehrheitlich durchgesetzt
hatte, setzten einige Kreise daran, es noch weiter zu profilieren, es
effizienter zu gestalten. Bildung als Produktion:
Eine Analyse der jüngeren bildungstheoretischen
Geschichtsschreibung beginnt in der Regel mit dem Zusammenbruch des
Bildungsbegriffs als ‘pädagogische Leitkategorie’ in der Mitte der 60er
Jahre. Die ‘Bildungskatastrophe’
(Picht, 1964) wurde vornehmlich ausgerufen, weil maßgebliche Kreise aufgrund
quantitativer Vergleiche einen Standortnachteil für die BRD im
Vergleich zu anderen Industrienationen befürchteten. Die Steigerung des
Bildungs-Outputs, d.h. Vermehrung der Abiturientenzahlen,
Ausschöpfung der Begabungsreserven und der damit verbundenen
Verwissenschaftlichung des schulischen und außerschulischen Lernens auf
allen Ebenen war das Gebot der Stunde. Mit
Robinsohns Curriculum-Revision (1967) erreichte diese Strömung ihren
Höhepunkt (vgl. Heymann, 1996, S. 15).
Juan Goytisolo [Das Türkisch Tarzans. Lob des
unrentablen Wissens oder die Kunst, seine Zeit zu verlieren. [Lettre
International. Sommer 2008, S. 168-169] nennt das Karriere agemessene
instrumenalierte Wissen, für welches Lehrfächer zugunsten
des unmittelbar Rentablen instrumentalisiert werden: nützliche
Investition für die Zukunft des SchülersVorrangig ist das Interesse an der
praktischen Ausbildung - oder vielleicht Verbildung - zum Nachteil des Wissens,
wie es in der klassischen Antike aufgefasst wurde. ... Es geht darum Karriere zu
machen und die sie fördernden Instrumente nutzbringend einzusetzen.
Etwas Gegenwind im Sinne Illichs brachte dann die
68er
Bewegung und die
antiautoritäre
Erziehung ... die allerdings nicht so viel Einfluss hatte wie ihr heute von
Rechts vorgeworfen wird. Die Selektionsfunktion wird immer problematischer, die
Orientierung, Schwerpunkt all dessen was die Bezeichnung Bildung verdient, geht
verloren - und wann haben Sie schon mal von einer Mittlerfunktion der Schule
gehört? That's the problem ...
Mittlung: Die jugendliche Bildungszeit dient der Ueberleitung von der
famliliären Abhängigkeit in Gesellschaft und Wirtschaft. Diese beruht
natürlich zum Teil auf Stratifizierung durch Wettbewerb, also Selektion, kann
sich aber nie darauf beschränken, da dies zu Ausschluss führt. Als Gegenpol muss
auch den Deselektierten ein Einstieg in die Selbständigkeit ermöglicht werden,
was eben bedeutet, ein Einstieg ins Erwerbsleben. Da dies die Schule nicht
leisten kann, wenn sich die Wirtschaft sperrt, wäre es Aufgabe der gemeinsamen
Gestaltung unserer Welt, also der Politik, dieses Problem zu lösen. Da die
Politik aber längst ebenfalls dem Leisten der Wirtschaft folgt, entstehen hier
Probleme, für die offenbar niemand zuständig ist, womit die Probleme quasi als
<Schuld> an den Betroffenen selbst hängen bleiben.

Bildung und Schulung
Die
Fähigkeit des Menschen,
lernen zu
können, ist die Grundlage für
Erziehung und Bildung.
Beim Erziehungsprozess werden Kinder und Jugendliche durch die
pädagogisch Verantwortlichen (Eltern, Erzieher, Lehrer,
Jugendleiter) in die Welt der Erwachsenen eingeführt.
Sie lernen dabei Regeln, Normen und Verhalten, aber auch
selbständiges Denken und Handeln.
Der Weg zum Selbstverstehen führt über das Fremdverstehen, d. h.
über das Begreifen und Aneignen der umgebenden Welt.
Bildung bezeichnet die Formung des Menschen
im Hinblick auf sein „Menschsein“.
Während in der Umgangssprache der Begriff der
Bildung andere Begriffe, wie „Belehrung“ und „Wissensvermittlung“
impliziert, haftet seit
Wilhelm von Humboldt (1767-1835) in der Theorie und der
Programmatik „dem Wort Bildung das Moment der Selbständigkeit, also
des Sich-Bildens der Persönlichkeit“ an (Hartmut
von Hentig).
Nach Humboldt ist Bildung „die Anregung
aller Kräfte des Menschen, damit diese sich über die Aneignung der
Welt entfalten und zu einer sich selbst bestimmenden Individualität
und Persönlichkeit führen“.
Nach
Daniel Goeudevert ist Bildung „ein aktiver, komplexer und nie
abgeschlossener Prozess, in dessen glücklichem Verlauf eine
selbstständige und selbsttätige, problemlösungsfähige und
lebenstüchtige Persönlichkeit entstehen kann“. Bildung kann
daher nicht auf
Wissen
reduziert werden: Wissen ist nicht das Ziel der Bildung, aber sehr
wohl ein Hilfsmittel. Darüber hinaus setzt Bildung Urteilsvermögen,
Reflexion und kritische Distanz gegenüber dem
Informationsangebot voraus.
Den
Unterschied der Dinge kennen und jedes mit seinem Namen bezeichnen
können.
Comenius
"Bildung mit Kopf, Herz und Hand"
Johann Heinrich
Pestalozzi
"Das
Ich als Werk meiner Selbst".
Fichte
Bürgerliches Statussymbol und
messbares Gut, das am praktischen Leben orientiert sein muss, wird
Bildung erst mit der Bürokratisierung, in Form von
Gymnasiallehrplänen. Bildung genügt sich nicht mehr allein, sondern
soll Nutzen und möglichst auch Gewinn bringen. Damit wird Bildung
zum Statussymbol der Gesellschaft und zum sozialen
Abgrenzungskriterium.
Wie nicht zuletzt die Diskussion um
die
Pisa-Studie zeigt, werden heute auch die allgemeinbildenden
Schulen mit immer größerer Selbstverständlichkeit unter dem
Gesichtspunkt der „Optimierung von Lernprozessen im Hinblick auf
deren Relevanz für ökonomisch verwertbare Arbeit“ (Ribolits, 13)
bewertet. Bildung verschwindet also und wird durch Ausbildung
ersetzt.
Ausbildung/Berufsbildung:
Im Unterschied zum umfassenderen Begriff der
Bildung verfolgt die Ausbildung praktische Absichten.
Ihre pädagogische Zielsetzung liegt weniger in der allgemeinen
und persönlichen Entfaltung, sondern vielmehr in der
standardisierten Vermittlung von anwendbaren Fertigkeiten, die
zumeist der gewerblichen Berufsausübung dient.
Bildungsziele:
Aus
Klafkis Sicht zielt Bildung auf die Vermittlung
und den Erwerb von drei grundlegenden Zielen:
|
Erziehung
bedeutet, jemandes
Geist
und
Charakter zu bilden und seine
Entwicklung zu fördern.
Im Allgemeinen versteht man unter Erziehung
soziales Handeln, welches bestimmte Lernprozesse
bewusst und absichtlich herbeiführen und
unterstützen will, um relativ dauerhafte
Veränderungen des Verhaltens zu erreichen, die
bestimmten, vorher festgelegten, Erziehungszielen
entsprechen. Allerdings ist dieser
Erziehungsbegriff hierarchisch definiert, indem
beteiligte Personen Erzieher oder Zögling sind.
Deshalb wird der Begriff der Erziehung gern um die
selbstorganisierten Lernprozesse erweitert, man
versteht Erziehung dann als spezifische
Lernprozesse. Des Weiteren heißt Erziehung auch
Sozialisationshilfe,
Enkulturationshilfe und dient dem Aufbau der
Persönlichkeit und der
Ausbildung eines
Individuums.Perspektive
der modernen (westlichen) Erziehung ist die
mündige, eigenständig handelnde und emanzipierte
Person, die ihr Leben gestalten und planen kann.
Sie hat einen eigenen Lebensmittelpunkt, der
Einflüsse und
Reize verarbeitet und für seine eigene
Lebensplanung nutzbar macht.
Insofern sind die Ziele der
Erziehung nach heutigem Verständnis individueller
Kompetenzzuwachs, differenziertere
Handlungsfähigkeit, letztlich Mündigkeit,
Selbstbestimmtheit und
Emanzipation.
Erziehung ist auch die
zielgerichtete und absichtsvolle Etablierung erwünschter
Verhaltensweisen,
Werte und
Normen bei
Kindern und
Jugendlichen. Ziel der
Erziehung ist nicht etwa lediglich positive
Sozialisation, d.h. die Eingliederung des Zöglings in
soziale Gruppen wie z.B. der
Familie und die Heranführung an das
Leben
und Überleben in der
Gesellschaft. Auch Erziehung zur
Mündigkeit und Selbstbestimmung sollten wesentlicher Bestandteil
des erzieherischen Einwirkens sein. Entscheidend ist, dass Erziehung
immer nur im
sozialen Kontext - also durch andere Individuen - stattfinden
kann, und anders
als
Bildung ausschließlich für die
Orientierung im sozialen Umfeld nützlich ist.
- die Ausbildung spezieller
Fähigkeiten, wenn sie als Suffix auftaucht, z. B. in
musikalische Erziehung,
sportliche Erziehung
Verkehrserziehung. > Training
- das Heranziehen von
Tieren zu einem erwünschten
Verhalten (siehe auch
Dressur) oder von
Nutzpflanzen zu einem günstigen
Wuchs.
> Dressur
-
Einwirken auf ein Individuum mit
dem Ziel, dieses einerseits an überindividuelle
Standards (Werte,Normen, Verhaltenserwartungen,
etc.) anzupassen (i.e. Vereinheitlichung im
Sinne von Sozialisation, Enkulturation, etc., in
der Absicht, ihm die Geborgenheit in der
sozialen Umgebung zu erleichtern) >
Normierung
Konditionierung,
Prägung, Habituation oder Sensitivierung
- andererseits -- gewissermaßen
gegenläufig -- dieses zu und in seiner
Individualität zu ermuntern und deren erwünschte
Seiten zur Blüte zu bringen (i.e. Individuation
im Sinne von Potential- und Talententdeckung und
-entwicklung etc. in der Absicht, ihm die
Wertschätzung durch die soziale Umgebung zu
erleichtern) (Rolf Mohr) > Selbstentfaltung
Erziehungsmittel sind z.B.
Lob/Tadel,
Übung,
Ermahnung, Erinnerung, Arbeit,
Spiel,
Gewöhnung, Gespräch, Beispiel,
Vorbild, Strafen/Belohnen, Züchtigung etc. Im modernen Sinn
versteht man jede Form von positiven (Belohnung) und negative
Rückmeldungen (Sanktionen; im Sinne von Druckmitteln) als
Erziehungsmittel. Die Wahl der Erziehungsmittel kann nicht
wertfrei sein, weil die Anwendung von Erziehungsmitteln
immer das Interesse des Erziehenden zu den Interessen des zu
Erziehenden in eine wertende Beziehung setzt.
Die Kritik der Erziehung wendet
sich insbesondere gegen nicht kindgerechte
Methoden von Erziehung. Der Begriff des
unbedingten
Gehorsams stößt nach den Erfahrungen des
Dritten Reichs auf vehemente Ablehnung (siehe
auch Milgram-Experimente zur
Gehorsamsverweigerung; L. Slater, S. 45 ff)).
Die aus der Auseinandersetzung
mit der Nazizeit und dem Protest gegen den
Vietnamkrieg entstandene Protestbewegung der
68er-Generation führte in ihrem Verlauf auch
zur
antiautoritären Erziehung, einer Strömung,
die radikal jegliche autoritären Methoden in der
Erziehung ablehnte, da sie zur „autoritären
Persönlichkeit“ führen können.
Jedem Erziehungsbegriff liegt ein
Manipulationsideal zugrunde, das heißt, die Erzieher und die
Erziehungswissenschaftler unterstellen, es gäbe bestimmte
Methoden, getrennt von Wissen und Einsichten im Denken der
Zöglinge, die zur Ausbildung verschiedener gewünschter
Persönlichkeitseigenschaften führen würden. Das
Menschenbild, von dem dabei ausgegangen wird, enthält die
Voraussetzung, dass dem Individuum ein Bedürfnis nach
Orientierung und
Moral
innewohne, welches durch Erziehung befriedigt werden müsse. Der
Begriff der Erziehung bezieht aus diesem
Menschenbild - insofern quasi „automatisch“ - die
Legitimation seiner Anwendung.
In den englischsprachigen Ländern – vor allem in
den
Vereinigten Staaten, wo die neuhumanistischen Erziehungskonzepte
zum Teil von
behavioristischen Konzepten verdrängt werden – versteht man
unter „Erziehung“ (education) insbesondere die
formale, akademische Bildung an den Schulen. Die Bildung des
Charakters und der Persönlichkeit, wie sie im Elternhaus
geleistet wird, bezeichnet man dort als Parenting, die
Verhaltenserziehung als Child Discipline. >
Disziplinierung
Warnung:
„Erziehung ist zwecklos; die Kinder machen
den Erwachsenen ohnehin alles nach.“
Karl Valentin
|
Lernen: Interessanterweise entstammt der
Begriff Lernen etymologisch der selben Wurzel wie
List und
Leistung, also dem Verfolgen einer Spur, Bahn, Furche - was vor
allem zeigt, dass es beim Lernen wie beim Leisten nicht viele
Freiheiten gibt.
- Lernen geschieht auf der
Grundlage der bereits gemachten
Erfahrungen und erworbenen Fähigkeiten und
schließt sich an diese an.
- die Erfahrung einer
Lernnotwendigkeit. Diese kann durch den Wunsch
einer Erweiterung der 'Zugriffsmöglichkeiten auf
die Welt' entstanden sein. Grundlegend ist
hierfür die Erfahrung einer Störung in einem
gewünschten Ablauf (Klaus
Holzkamp 1984). Diese Erfahrungen basieren
auf der
Wahrnehmung, der
Aufmerksamkeit und der
Aufmerksamkeitslenkung.
Die Lernnotwendigkeit kann auch
von außen vorgegeben sein.
- Die Erprobung von
Möglichkeiten, diese erfahrene Behinderung
zu beseitigen. In dieser Phase ist der
Lernwiderstand zu überwinden.
- Die Aushandlung von
Bedeutung der Ergebnisse des Experimentierens
mit sich selbst und anderen Menschen.
- Die aus der gewonnenen neuen
Bedeutung erwachsene Restrukturierung einer
Deutungsbasis vor deren Hintergrund weitere
Welterfahrungen gemacht werden können.
|
Definitionen:
„Bildung ist nicht gleich Wissen,
aber wohlverstandenes Wissen ist für sie unerläßlich, da es Erkennen und
Ermessen ermöglicht, .... Bildung ist nicht Allgemeinbildung, aber Wissen und
Denken aus einem ‘Allgemeinen’“ (Ballauff, 1989, S. 119).
Gerade hier zeigt sich ein wesentliches Merkmal
des Verhältnisses zwischen Bildung und Gesellschaft:
Moderne Bildung identifiziert sich nicht mit Sozialisation, sondern
sollte den Menschen befähigen, diese kritisch zu reflektieren. Nur so gibt
sie ihn zu selbständiger Gedanklichkeit frei. Man könnte geradezu ein
reziprokes Verhältnis
von Sozialisation und Bildung ansetzen: Je mehr die Sozialisation
überwiegt, desto geringer wird die Bildung; je mehr die Bildung - die
Verselbständigung im Denken - überwiegt, desto mehr wird die Sozialisation
in ihren Funktionen und Prozessen zurücktreten.
Bildung bedeutet, eine Balance zwischen
personaler und sozialer Identität herzustellen und aufrecht zu erhalten.
Schule hat somit die Aufgabe der
‘Weltorientierung’.
Grundfähigkeiten (Kompetenzen)
-
Die Selbstbestimmung jedes Einzelnen über
seine individuellen Lebensbedingungen und Sinndeutungen menschlicher,
beruflicher, ethischer oder religiöser Art;
-
die Mitbestimmungs- und
Verantwortungsfähigkeit für die Gestaltung gemeinsamer kultureller,
ökonomischer, gesellschaftlicher und politischer Verhältnisse;
-
die Fähigkeit zur Gemeinschaftlichkeit in
dem Sinne, dass der eigene Anspruch auf Mit- und Selbstbestimmung nur dann
gerechtfertigt werden kann, wenn dies den anderen Menschen aufgrund
gesellschaftlicher Verhältnisse nicht vorenthalten wird.
„Mündig ist der, der für sich selbst
spricht, weil er für sich selbst gedacht hat und nicht bloß nachredet“
Adorno,
1971
Schlüsselprobleme:
-
Kritikbereitschaft und -fähigkeit
einschließlich der Selbstkritik, in dem Sinne, dass ein bisher entwickelter
Standpunkt für die weitere Prüfung offengehalten wird.
-
Argumentationsbereitschaft und -fähigkeit, in dem Sinne, dass eigene
Positionen und eigene Kritik so in den Zusammenhang eines Gesprächs eingebracht
wird, dass den Gesprächspartnern Verstehen und kritische Prüfung ermöglicht
wird.
-
Empathie in dem Sinne, dass man fähig wird, ein Problem aus der Lage
des jeweils anderen sehen zu können.
-
Vernetztes Denken in dem Sinne, dass hinsichtlich globaler
gesellschaftlicher Probleme ein auf die eigenen Fächergrenzen beschränktes
Denken nicht mehr hilfreich sein kann.
Zusatz Febr. 09: Der Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung - nach Freires Pädagogik der Autonomie. (Zur Pädagogik der Unterdrückten)
[Waxmann. München, New York, Münster, Berlin. 2008]
Besonders in Deutschland erlebt Freire zur Zeit ein starkes neues Interesse, in der Sozialarbeit wie in der Pädagogik. Seine Schriften erlauben auch eine sehr gute Differenzierung zwischen Bildung und Ausbildung, Schulung, Training. Diese beiden recht unterschiedlichen Ansätze wurden damals bereits stark vermischt. Heute ist die Vermengung jedoch bereits so stark und "normal" geworden, dass sie den meisten vermutlich nicht ganz einfach zu erklären ist. Versuchen wirs mal:
Für Freire ist Unterrichten auf alle Fälle an Ehrlichkeit gegenüber dem Unterrichteten gebunden. Er selbst weiss von der Beschränktheit seines Wissens, zeigt im Falle von Nichtwissen dann aber einfach seinen Schülern, wie man sich das notwendige Wissen beschafft, statt sein Nichtwissen zu verbergen.
1.1 Es gibt kein Lehren ohne Lernen
Ebenso wird Wissen persönlich geformt, je nach dem Standpunkt den der Lernende einnimmt. Während dem sich die Wissenschaft objektiv gibt, ist weder der Forscher selbst noch der Lernende oder Wissende objektiv, sondern immer ein Subjekt, das nach eigenen Vorzügen und besonders nach eigenem Vorwissen selektiert und bewertet. Für Freires Ansatz der Pädagogik ist dieser Zustand entscheidend, dass sich nämlich der Lernende als Subjekt der Wissensbildung versteht, der in der Lage sein muss, das Gelehrte zu integrieren - und dabei neu zu gestalten.
1.2 Lehren erfordert präzise Methoden
1.3 Lehren erfordert Forschung
1.4 Lehren erfordert kritisches Hinterfragen
Eben so wichtig ist dabei die Kritik. Kritisches Lernen fördert die Neugierde, Wissensanhäufung bloss die Begierde. Kritisches Lernen muss befähigen, sich über Konditionierungen hinweg zu setzten, also Schulung/Training/Ausbildung=Konditionierung kritisch hinterfragen zu können.
1.5 Lehren erfordert Aesthetik und Ethik
1.6 Lehren erfordert Umsetzung des Redens durch eigene Beispiele
1.7 Lehren ist riskant, erfordert Anerkennung von Neuem und Zurückweisung jeder Art von Diskriminierung.
Die Hauptaufgabe des Subjektes, das richtig denkt, besteht nicht darin, dem anderen Verständlichkeit der Dinge, Fakten oder Ideen zu übermitteln, zu deponieren, anzubieten oder zu spenden, indem man ihn als Patienten seines Denkens ansieht. Die kohärente Aufgabe des richtig denkenden Erziehers besteht darin, als Mensch die notwendige Praxis des Verständlich-Machens auszuüben, den Schüler, mit dem er kommuniziert und dem er sich selbst kommuniziert, herauszufordern und bei ihm ein Verständnis für das Kommunizieren zu erzielen.
1.8 Lehren erfordert kritische Reflexion der Praxis
Die kritische Lehrtätigkeit, die im richtigen Denken impliziert ist, löst die dynamische und dialektische Bewegung aus zwischen dem Handeln und dem Nachdenken über dieses Handeln. ... Andererseits ist es notwendig, zu wiederholen, dass der Ursprung des naiven als auch des kritischen Denkens die Neugierde selbst ist, eine grundlegende Eigenschaft des Lebens.
1.9 Lehren erfordert Anerkennung und Annahme der kulturellen Identität
Das Erlernen des Annehmens des Subjektes verträgt sich nicht mit einem pragmatisch orientierten Training oder mit dem autoritären Elitedenken derjenigen, die meinen, die Wahrheit oder alles jemals in Worte gefasste Wissen für sich gepachtet zu haben.
2. Lehren heist nicht, Kenntnisse weiterzugeben
Richtiges Denken - richtiges Denken bedeutet im Grunde zu wissen, dass Lehren keine Weitergabe von Kenntnissen ist - ist eine anspruchsvolle, schwierige und manchmal schmerzhafte Haltung, die wir anderen gegenüber und zusammen mit ihnen einnehmen müssen, im Angesicht der Wel und der Fakten und sogar vor uns selbst. ... Es ist unter anderem deshalb schwierig, weil wir ständig auf uns aufpassen müssen, um übermässige Vereinfachungen, allzu grosse Leichtfertigkeit oder grobe Ungereimtheiten zu vermeiden. ... Ohne methodische Genauigkeit gibt es kein richtiges Denken.
2.1 Lehren erfordert ein Bewusstsein von der menschlichen Unvollkommenheit
2.2 Lehren erfordert die Anerkennung der menschlichen Bedingtheit
2.3 Lehren erfordert Respekt gegenüber der Autonomie des Lernenden
Dies versteht sich aus der Tatsache, dass Lernen immer vorhandene Strukturen nutzen, meist jedoch umformen muss - und nicht bloss ergänzen kann. s. Umstrukturierung/Schemenerzeugung
2.4 Lehren erfordert gesunden Menschenverstand
2.5 Lehren erfordert Demut, Toleranz und Einsatz für die Rechte der Lehrenden
2.6 Lehren erfordert Begreifen von Wirklichkeit
Unsere Lernfähigkeit, die nicht nur der Anpassung dient, sondern vor allem dazu, die Wirklichkeit zu verändern, um in sie einzugreifen und sie uns neu zu erschaffen, ist Ausdruck unserer Bildungsfähigkeit, die auf einem anderen NIveau als dem einer Zähmung der anderen Tiere oder dem Anbau von Pflanzen geschieht.
Die Existenz von Objekten und Lehr- und Lerninhalten bringt den Einsatz von Methoden, Techniken, Materialien mit sich, impliziert gleichzeitig im Rahmen ihres direktiven Charakters Ziele, Träume, Utopien, Ideale. Daher kommt ihre politische Ausprägung, die besagt, dass die Lehrpraxis politisch sein muss und nicht neutral sein kann.
> Kommentar: Wir haben hier eine interessante Parallele zum Problem der Sozialarbeit, präziser der SozialarbeiterInnen, die einerseits im Auftrage von Staat oder privaten Institutionen stehen, anderseits aber eigentlich der Entwicklung der "Beholfenen" wie der Gesellschaft verpflichtet wären.
2.7 Lehren erfordert Freude und Hoffnung
2.8 Lehren erfordert die Ueberzeugung, dass Veränderung möglich ist
Kein Mensch kann in der Welt, mit der Welt und mit den anderen in einer neutralen Art und Weise leben. Ich kann nicht in der Welt mit Handschuhen an den Händen leben, in der ich alles nur zur Kenntnis nehmen kann. Meine Anpassung ist ein Weg dafür, mich in die Welt einzubringen, zu entscheiden, zu wählen und in die Realität einzugreifen. Es gibt Fragen, die von uns alen beharrlich gestellt werden müssen und die uns die Unmöglichkeit eines Studierens um des Studierens willen vor Augen führen.
Wozu studiere ich? für wen? Wogegen studiere ich? Gegen wen?
2.9 Lehren erfordert Neugier
3. Lehren ist ein menschliches Spezifikum
3.1 Lehren erfordert Sicherheit, professionelle Kompetenz und Grosszügigkeit
3.2 Lehren erfordert hingebungsvolles Engagement
Es ist nicht möglich, eine Lehrtätigkeit durchzuführen, als würde nichts mit uns geschehen. Das wäre ganau so unmöglich, wie schutzlos in den strömenden Regen hinaus zu gehen, ohne dabei nass zu werden. Ich kann mich nicht Lehrer oder Lehrerin sein, ohne mich vor meine Schüler und Schülerinnen zu stellen, ohne - sei es offen oder widerstrebend - auch mich selbst sowie mein politisches Denken preiszugeben. Ich kann der Beurteilung durch die Schülerinnen und Schüler nicht entrinnen. Und wie ich von den Schülerinnen und Schülern wahrgenommen werde, hat einen enormen Einfluss auf meine Leistung. Daher muss eines meiner Hauptanliegen die zunehmende Annäherung zwischen dem sein, was ich sage, und dem was ich tue, zwischen dem, was ich dem Anschein nach bin, und dem, was ich wirklich bin.
3.3 Lehren erfordert die Einsicht, dass Bildung die Welt verändern kann
Bildung kann sowohl Reproduktion von Wissen sein - als auch Demaskierung. Sie ist es dialektisch, also immer beides, nie eines allein (sonst wäre sie eben Propaganda und nicht Bildung).
Weder sind wir - Männer und Frauen - einfach vorbestimmte Wesen, noch sind wir frei von genetischen, kulturbedingten, gesellschaftlichen und historischen Konditionierungen, die uns kennzeichnen und mit denen wir in Beziehung stehen.
Es ist für mich unmoralisch, dass man die radikal menschlichen Interessen den Interessen des Marktes unterwirft, wie es derzeit geschieht.
Ich bin ein Lehrer, der gegen die vorherrschende kapitalistische Ordnung arbeitet, die diese Abartigkeit ersonnen hat: die Not mitten im Ueberfluss.
3.4 Lehren erfordert Freiheit und Autorität
3.5 Lehren erfordert bewusste Entscheidungen
In der Zielgerichtetheit der Erziehung (s. Stichwort <Teleologie> in Systemethik), ihrer Bestimmung, sich als spezifisch menschlicher Akt Träumen, Ideen, Utopien und Zielen zu widmen, entdecke ich die politische Dimension der Erziehung. ... Sie ist per se politisch ...
3.6 Lehren erfordert die Fähigkeit, zuhören zu können
Die Freiheit, uns zu bewegen und ein Risiko einzugehen, wird immer mehr einer gewissen Normierung unterworfen, einer Verhaltensweise, nach der wir bewertet werden. Es handelt sich selbstverständlich nicht mehr um die grausam durchgeführte Einengung von Untertanen durch den Despoten, von Vasallen durch deren Grossgrundbesitzer, von Kolonialvölkern durch deren Kolonialherren, von Arbeitnehmern durch den Fabrikbesitzer, vom Bürger durch einen autoritären Staat, sondern um die unsichtbare Macht einer entfremdeten Domestizierung, die eine unglaubliche Effektivität erreicht und die ich "Bürokratisierung des Denkens" nenne. Es handelt sich dabei um einen raffinierten Zustand der Befremdung, der "Selbstkapitulation" des Gehirns und des bewussten Körpers, ein Zustand des Konformismus des Einzelnen, der Anpassung an Zustände, die fatalistisch als unumstösslich angesehen werden.
Die vollkommene Missachtung der ganzheitlichen Bildung des Menschen und deren Reduzierung auf reines Training verstärken die autoritäre Art, von oben herab zu reden.
Die Disziplin des Schweigens beim Vorgang des Redens und Zuhörens muss von den Subjekten konsequent angewendet werden, weil es sich hier um ein absolutes Muss der dialogischen Kommunikation handelt. Das erste Signal, das zeigt, dass das redende Subjekt zuhören kann, ist die Kontrolle unter Beweis zu stellen, nicht nur bei der Notwendigkeit, selbst zu Worte zu kommen, was natürlich sein Recht ist, sondern auch hinsichtlich seiner zutiefst zu respektierenden persönlichen Lust daran, sich zum Ausdruck zu bringen.
3.7 Lehren erfordert anzuerkennen, dass Bildung ideologisch ist.
> Notwendigkeit der Ideologiekritik und des kritischen Widerstandes (s.auch kritische Theorie)
3.8 Lehren erfordert Dialogbereitschaft
Meine Sicherheit basiert auf der Ueberzeugung, dass ich bestimmte Dinge weiss und andere nicht, wozu sich die Zuversicht gesellt, dass ich das, was ich schon weiss, besser wissen, und das, was ich bislang noch nicht kenne, kennen lernen kann.
3.9 Lehren erfordert, die Schülerinnen und Schüler zu mögen.
Wir arbeiten mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen, aber immer mit Menschen, die auf der Suche sind, Menschen, die sich bilden, sich verändern, wachsen, sich neu orientieren und verbessern, weil sie als Menschen in der Lage sind, Werte abzulehnen, sich zu entknoten, sich zurückzuziehen oder ihre Pflicht zu verletzen.
Durch den Umgang mit Menschen erst verstand ich den Sinn der Lehrtätigkeit. Es waren vollkommene, neugierige, intelligente Menschen, Leute, die Dinge wissen konnten oder auch nicht, die ohne irgendeine Ethik leben konnten und gerade deshalb dazu fähig wurden, diese zu verletzen.
|
Zugänge zur Selbständigkeit:
-
der lustvolle und verantwortliche Umgang mit dem
eigenen Leib,
-
die kognitiven Möglichkeiten des Menschen,
-
die handwerklich-technische und
hauswirtschaftliche Produktivität,
-
die Ausbildung zwischenmenschlicher
Beziehungsmöglichkeiten,
-
die ästhetischen Wahrnehmungs-, Gestaltungs- und
Urteilsfähigkeit,
-
sowie die ethische und politische Entscheidungs-
und Handlungsfähigkeit (vgl. Klafki, 1996, S. 54).
Lebenslanges Lernen
„Umgekehrt hat die Erziehung, die einem
Menschen widerfährt, mehr oder weniger Einfluß darauf, welche Bedeutung sein
Lebenslauf für ihn erhält, welche Lebensziele man ihm als sinnvoll
bezeichnet, welche Lebensmöglichkeiten ihm eröffnet und welche ihm zunächst
damit verschlossen werden. Denn es gehört zu den grundlegenden Aufgaben
der Erziehung, dem Individuum für seine Bildung Lebensbezüge zu vermitteln,
die in der Gesellschaft für den Nachwuchs als bedeutsam gelten und einen
produktiven und befriedigenden Lebenslauf versprechen [...]. Die Absichten
erzieherischen Verhaltens gewinnen oder verlieren ihren Sinn mit den
Wirkungen, die sie in den Lebensläufen der erzogenen Individuen haben. In
dieser sozialen Hinsicht muß der Zusammenhang von Lebenslauf und Erziehung
pädagogisch verantwortet werden“ (Loch, 1979, S. 13f).
Funktion der Bildung nach einzelnen Autoren/Pädagogen:

____________________________________________________
Ziele der Bildung bis zum Maturitätsniveau
Art. 5
Bildungsziel
1 Ziel der Maturitätsschulen ist es, Schülerinnen und Schülern im Hinblick
auf ein lebenslanges Lernen grundlegende Kenntnisse zu vermitteln sowie ihre
geistige
Offenheit und die Fähigkeit zum selbständigen Urteilen zu fördern.
Die Schulen streben eine breit
gefächerte, ausgewogene und kohärente Bildung an, nicht aber eine
fachspezifische oder berufliche Ausbildung.
Die Schülerinnen und
Schüler gelangen zu jener persönlichen Reife, die
Voraussetzung für ein Hochschulstudium
ist und die sie auf anspruchsvolle
Aufgaben in der Gesellschaft
vorbereitet. Die Schulen fördern
gleichzeitig die Intelligenz, die Willenskraft, die Sensibilität in
ethischen und musischen Belangen sowie die physischen Fähigkeiten ihrer
Schülerinnen und Schüler.
2 Maturandinnen und Maturanden sind
fähig, sich den Zugang zu neuem Wissen zu erschliessen,
ihre Neugier, ihre Vorstellungskraft und ihre Kommunikationsfähigkeit zu
entfalten sowie allein und in Gruppen zu arbeiten. Sie sind nicht nur
gewohnt, logisch zu denken und zu abstrahieren,
sondern haben auch Übung im intuitiven, analogen und
vernetzten Denken.
Sie haben somit Einsicht in die
Methodik wissenschaftlicher Arbeit.
3 Maturandinnen und Maturanden
beherrschen eine Landessprache und erwerben sich grundlegende Kenntnisse in
anderen nationalen und fremden Sprachen.
Sie
sind fähig, sich klar, treffend und
einfühlsam zu äussern, und lernen, Reichtum und Besonderheit der mit einer
Sprache verbundenen Kultur zu erkennen.
4 Maturandinnen und Maturanden
finden sich in ihrer natürlichen, technischen, gesellschaftlichen und
kulturellen Umwelt zurecht,
und dies in Bezug auf die Gegenwart
und die Vergangenheit,
auf schweizerischer und
internationaler Ebene.
Sie sind
bereit, Verantwortung gegenüber sich selbst, den Mitmenschen, der
Gesellschaft und der Natur wahrzunehmen.
Sprache 3x, Naturwissenschaften 3.5 x (1/2 Mathematik),
Geisteswissenschaften ohne Sprache, 1/2 Mathematik), 2.5 x, Sozialwissenschaften
1 x, Kunst 1 x
Verantwortung: Eine Angelegenheit der Ethik, diese wieder, als
praktische Philosophie, aber nur in einigen Kantonen "freiwillig" möglich.
Lernfähig. Kultur der Sprache?
| Die Grundlagenfächer sind: |
Das Schwerpunktfach ist aus den folgenden Fächern
oder Fächergruppen auszuwählen: |
Das Ergänzungsfach ist aus den folgenden Fächern
auszuwählen: |
a. die Erstsprache;
b. eine zweite Landessprache;
c. eine dritte Sprache (eine dritte Landessprache, Englisch oder
eine alte Sprache);
d. Mathematik;
e.8 Biologie;
f.9 Chemie;
g.10 Physik;
h.11 Geschichte;
i.12 Geografie;
j.13 Bildnerisches Gestalten und/oder Musik.
2bis Die Kantone können als weiteres Grundlagenfach Philosophie
anbieten. |
a. alte Sprachen (Latein und/oder Griechisch);
b. eine moderne Sprache (eine dritte Landessprache, Englisch, Spanisch
oder Russisch);
c. Physik und Anwendungen der Mathematik;
d. Biologie und Chemie;
e. Wirtschaft und Recht;
f. Philosophie/Pädagogik/Psychologie;
g. Bildnerisches Gestalten;
h. Musik. |
a. Physik;
b. Chemie;
c. Biologie;
d. Anwendungen der Mathematik;
dbis.15 Informatik;
e. Geschichte;
f. Geographie;
g. Philosophie;
h. Religionslehre;
i. Wirtschaft und Recht;
k. Pädagogik/Psychologie;
l. Bildnerisches Gestalten;
m. Musik;
n. Sport. |
Martin Herzog, Basel, 13.6.08