Bestandteil von: Der Mensch zwischen Anpassung (Frustration) und Selbstverwirklichung (Kohärenz): Was ist das Menschenbild, das ideale Menschen-Modell?
Bestandteile:
Die Formung des Menschen durch die Schule: Wechselnde Erwartungen an die Schule im Laufe der Geschichte
Marktanpassungsschäden (bereits beim Einstieg in die Arbeitswelt) durch Arbeitslosigkeit - und Lösungsansätze

 

Persönlichkeit und Persönlichkeitstests

Das Interesse an Persönlichkeit und Charakter hängt damit zusammen, dass wir uns meist selbst gerne kennen würden (Warum verhalte ich mich so und nicht anders? Wie wurde ich zu dem was ich bin?), insbesondere aber andere, von denen wir gerne wüssten, mit welchem Verhalten wir bei gewissen Situationen zu rechnen haben - oder, sehr akut bei stagnierenden Umsätzen in der Wirtschaft: Wie kann man andere beeinflussen, manipulieren, dazu bringen, etwas zu tun ohne zu überlegen, also "sich zu verhalten" statt bewusst zu handeln. Dazu klassieren und ordnen wir gerne ein. Heute floriert dieses Business vor allem in der Wirtschaftsberatung, da die Personalchefs ihre zukünftigen Mitarbeiter, besonders die teureren, gerne recht genau kennen würde um ihre Passfähigkeit präziser beurteilen zu können.

Gerade in der Wirtschaft, dem besten (da zahlenden) Abnehmer für Psychotests, bleibt es aber meist nicht beim Test, sondern geht darüber hinaus, zur Korrektur unerwünschter Charaktereigenschaften: Letztendlich zielt die Persönlichkeitsentwicklung auf die Bildung von Handlungskompetenz für die Auseinandersetzung mit der äusseren und inneren Realität. Mit Handlungskompetenz sind die Fähigkeiten und die Bereitschaft gemeint, Probleme der Berufs- und Handlungsschemata selbständig zu lösen, die gefundenen Lösungen zu bewerten und das Repertoire der Handlungsfähigkeit zu erweitern.

[Walter Simon (Hrsg.): Persönlichkeitsmodelle und Persönlichkeitstests. Jokers Edition. Gabal. Offenbach 2006]

Definitionen:

Rosenberg-Modell, auch bekannt als Konsistenzmodell. Dieses versteht eine Einstellung als 3 Komponenten, die im Idealfall konsistent sind:

  • Der kognitiven Komponente ( = Meinungen, Urteile)

  • Der konativen Komponente (= Verhalten)

  • Der affektiven Komponente (= Gefühle)

Persönlichkeit ist "die mehr oder weniger stabile und dauerhafte Organisation des Charakters, Temperaments, Intellekts und Körperbaus eines Menschen, die seine einzigartige Anpassung an die Umwelt bestimmt.

Der Charakter
eines Menschen bezeichnet das mehr oder weniger stabile und dauerhafte System seines konativen Verhaltens (des Willens);

sein Temperament das mehr oder weniger stabile und dauerhafte System seines affektiven Verhaltens (der Emotion oder des Gefühls);

sein Intellekt das mehr oder weniger stabile und dauerhafte System seines kognitiven Verhaltens (der Intelligenz);

sein Körperbau das mehr oder weniger stabile System seiner physischen Gestalt und neuroendokrinen (hormonalen) Ausstattung"

Eysenck (1970)

Persönlichkeit bezeichnet das einzigartige und individuelle Muster, charakteristische Verhalten und Denken, die Totalität ererbter und erworbener psychischer Eigenschaften die den Einzelnen charakterisieren.

Der Begriff Persönlichkeit (personality) wurde in einer der frühesten Definitionen, vom Ursprung ”persona” (Masken im antiken römischen Theater) abgeleitet, als der äußere Aspekt eines Individuums betrachtet. Sie ist danach dadurch bestimmt, wie die Person von anderen Menschen gesehen wird und sich auf diese auswirkt. Dieser Begriff beschreibt jedoch nicht notwendigerweise die wirkliche Person ”hinter der Maske”.

Beliebt (aber untauglich) sind im allgemeinen auch hier natürlich möglichst einfache Klassifikationen: weil a) drum b), also etwa die Temperamentlehre von Hippokrates mit 4 Typen:

die von Kretschmer um 1900 sogar noch auf 3 Typen reduziert wurde.

Dass dies kaum funktionieren kann zeigt bereits die Vielfalt der Teilaspekte, welche die Persönlichkeit ausmachen:

All diese werden natürlich wiederum beeinflusst durch die Umwelt, also primär die natürliche Umwelt - und wenn diese aus Beton, Fernseh, Ipod besteht?! Am einfachsten lässt sich dies bei Naturvölkern beobachten, oder bei Völkern, die lange von der Welt isoliert waren (s. Jemen). 

Das ICH, das Individuum, wird also nicht bloss durch Körperbau, Intellekt, Begabungen und Interessen, Intentionen, geformt, sondern auch durch eine Vielzahl äusserer Einflüsse und Faktoren:

Piagets Entwicklungsstadien:
  1. Sensumotorisches Stadium (0-18 Monate)
  2. Präoperationales Stadium (18 Monate-7 Jahre)
  3. Konkretoperationales Stadium (7-12 Jahre)
  4. Formaloperationales Stadium (ab 12 Jahre) - Gedanken, Abstraktion

Wichtig sind hier aber nicht nur kausale Faktoren, sondern, wenn nicht noch mehr, die finale, also die Zielorientierung. Wer will ich sein - wo will ich hin? Gerade diese wird stark beeinflusst durch Werte - die ihrerseits allerdings längst ersetzt wurden durch Preise, die wiederum direkt im Gehirn, dort, wo der Mensch gesteuert wird, als motivierende oder bremsende Droge wirken können.

Ein auf grundhaltungen und -Werten basierendes Modell müsste also etwa die folgenden Typen unterscheiden, von denen das weltberühmte wie berüchtigte Standardmodell der Oekonomie, der Homo oeconomicus, eben nur eines ist:

Polare Primärdispositionen nach Cattell:

  1. Sachorientierung
  2. Konkretes Denken
  3. Emotionale Störbarkeit
  4. Soziale Anpassung
  5. Besonnenheit
  6. Flexibilität
  7. Zurückhaltung
  8. Robustheit
  9. Vertrauensbereitschaft
  10. Pragmatismus
  11. Unbefangenheit
  12. Selbstvertrauen
  13. Sicherheitsinteressen
  14. Gruppenverbundenheit
  15. Spontaneität
  16. Inner Ruhe
  1. Kontaktorientierung
  2. Abstraktes Denken
  3. Emotionale Widerstandsfähigkeit
  4. Selbstbehauptung
  5. Begeisterungsfähigkeit
  6. Pflichtbewusstsein
  7. Selbstsicherheit
  8. Sensibilität
  9. skeptische Haltung
  10. Unkonventionalität
  11. Ueberlegenheit
  12. Besorgtheit
  13. Veränderungsbereitschaft
  14. Eigenständigkeit
  15. Selbstkontrolle
  16. Innere Gespanntheit

So sind inzwischen auch eine ganze Reihe unterschiedlicher Theorien zu diesem komplexen Subjekt entstanden. Als Grundelement beinhalten die meisten C.G. Jungs Aufteilung in Introversion & Extraversion, gehen aber je nach Modell noch einiges weiter, wie etwa die relativ komplexe faktorenanalytisch begründete Eigenschaftstheorie von Eysenck und Cattell (s. auch Eysenck/Cattell). Auch hier kommen uralte Theorien mit rein - aber nur noch am Rande. s. unten: hier noch nach stabil und instabil unterschieden.


 

umfassendere polare Faktorenliste:

 
 
 

Ein beschränkter Ansatz ist dort vorhanden, wo einseitig nur noch Führungseigenschaften geprüft werden. s. LEA (Leadership Effectiveness Analysis)

Merkmale des Erfolges: Anstoss zum Erfolg: Führungseigenschaften:
  • Selbstvertrauen
  • Durchhaltevermögen
  • Aus Niederlagen lernen
  • Persönlicher Erfolgsstil
  • negative Anreize (Angst / HartzIV)
  • positive Anreize (Geld, Macht, Belohnung, Image, Status)
  • Glück (nach Gelegenheiten suchend)
  • Besondere Begabung
  • Kopieren von Methoden anderer
  • Intelligenz

  • Schulische Leistung

  • Zuverlässigkeit

  • Aktivität und soziale Teilnahme

  • Sozioökonomischer Status

  • Soziabilität

  • Initiative

  • Ausdauer

  • Sachkenntnis

  • Selbstvertrauen

  • Begreifen der Situation

  • Kooperationsbereitschaft

  • Beliebtheit

  • Anpassungsfähigkeit

  • Wortgewandtheit

Erfolgsfaktoren:

Glück, genetisch bedingt, Talent, Förderer Talent, Training, Glücksfall, harte Arbeit, Zielstrebigkeit Aufmerksamkeit, Strategie, Gelegenheit schaffen, Taktik
Faktoren ausserhalb des eigenen Einflussvermögens. Mischung von Faktoren ausserhalb der eigenen Einflussnahme und der Bemühung, diese durch bewusste Anstrengung bis zum Maximum auszuschöpfen und zu entwickeln. Diese Faktoren beruhen auf persönlichem Einsatz

 

Grundannahmen der Humanistischen Psychologie sind:
  • Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Teile.
  • Der Mensch lebt in zwischenmenschlichen Beziehungen.
  • Der Mensch lebt bewusst und kann seine Wahrnehmungen schärfen.
  • Der Mensch kann entscheiden.
  • Die Natur des Menschen kann niemals völlig bestimmt werden.

 

 Man fragt sich nun, wie der Mensch bei all den Kräften die an ihm zerren, stossen, formen, drücken, kneten; ihn beeinflussen, manipulieren, erziehen, bilden, lenken, steuern etc, überhaupt noch irgendwie etwas eigenes behält.

Die IDENTITAET`I-II-III klärt diese Frage nur teilweise, da oft und gerne fremde Muster zur eigenen Identitätsbildung verwendet werden (gerade akut bei der Euro08, was die Absurdität am besten zeigt).

Der Begriff Authentizit hingegen Beschreibt das Problem recht treffend:

Angewendet auf Personen bedeutet Authentizität, dass das Handeln einer Person nicht durch externe Einflüsse bestimmt wird, sondern aus der Person selbst stammt.

Der Definition der authentisch inauthentischen Persönlichkeit entspricht so ziemlich die Rolle, in der sich ausdrückt wie der/die spielende selbst gesehen werden möchte und wie er/sie sich anpasst an die Rollenanforderungen der Umwelt. s. LIFO-Modell

Einige weitere Persönlichkeitstests

Das Enneagramm ist hier ein etwas schräger Vogel, da es a) gratis ist, b) auf der Erfahrung eines Sufis beruhen soll. Es kennt 9 Typen, die in der Realität vorkommen, aber wie die beiden Beispiele hier zeigen, offenbar nicht ausreichen, also etwas beliebig sind, also unbrauchbar:

ALPHA PLUS Persönlichkeitstest

ALPHA

Aktiver Macher

BETA (B)

Kontaktorientierter Teamer

GAMMA (G)

Gründlicher Planer

DELTA

THETA (T)

Weltoffener Planer

bei hohen bei niedrigen

Werten

+ stabiler Optimist - labiler Pessimist
Macher Durchführer Planer Stabilisator Warner Erneuerer
Vorreiter Vermittler Prüfer Ermutiger Bedenkenträger Avantgarde
Initiative Kooperation Systematik Festigkeit Unsicherheit Kreativität
Improvisieren Harmonieren Administrieren Positivieren Negativieren Intellektualisieren
Handeln Fühlen, Intuition Begreifen Beflügeln Bremsen Entwickeln
Selbstbewusstsein Rücksichtsvoll Pflichtbewusst Sorglos Besorgt Chancenbewusst
Dominant Sozial Gewissenhaft Fröhlich Bedrückt Kreativ
Energisch Gemütlich Gründlich Positiv Negativ Innovativ
Bewegt Menschen und Dinge Verschmiltzt mit / betreut Menschen und Dinge Analysiert / kontrolliert Menschen und Dinge Stärkt Menschen und Dinge Schwächt Menschen und Dinge Versteht Menschen und Dinge

Wie alle Systeme die was Komplexes, also hier den Menschen, in Kästchen ablegen wollen, kann auch dieses hier nur beschränkt funktionieren. Also ich bin zwar selbst noch vertreten, so knapp, erst als Ergänzung früherer Versionen (Theta), aber irgendwie fehlt da die grosse Mehrheit der Menschen, die zwar Mitläufer sind, aber dennoch keine "Teamer".

LEA (Leadership Effectiveness Analysis):

Das Riemann-Thomann-Kreuz:

 

LIFO (Lebensorientierung):

Basiert auf 4 grundliegenden Verhaltensstilen und Grundpräferenzen nach Erich Fromm:

  1. Leistung: unterstützend, hergebend > Nähe zur Aufgabe (Mit-Arbeiter)
  2. Aktivität: bestimmend, übernehmend > Gelegenheit beim Schopfe packen (Macher)
  3. Vernunft: bewahrend, festhaltend > wertorientiert  (Stabilisator)
  4. Kooperation: anpassend, harmonisierend > Nähe zur Person (Homo socialis)

Sowie Fromms Stärken-Schwächen-Paradoxon:

Schwächen sind oft der übertriebene Einsatz von Stärken

Nähe zu Menschen

unterstützend, hergebend

anpassend, harmonisierend

  Zielsetzung
Ideale
- Excellence

Fragen nach

Warum?
Sinn - Zweck - Wert

Bedürfnisse
Ein zugänglicher und wertvoller Mensch sein - geschätzt, verstanden, akzeptiert werden - wissen, dass Ideale nicht verloren gehen.
Stärken
Bewundert, unterstützt die Leistung anderer, stellt hohe Ansprüche an sich und andere, Vertraut und glaubt anderen, hilft anderen und nimmt sie in Schutz.
Schwächen
Gibt unnötige Hilfe und Ratschläge, ist enttäuscht und kritisch. Wenn er keinen Wert sieht, packt er nicht an. Lässt sich zu stark auf andere ein.
Zielsetzung
Harmonie

Fragen nach

Mit wem?
Was muss getan werden?

Bedürfnisse
Liebenswerter und beliebter Mensch zu sein, jeder soll mit dem Ergebnis zufrieden sein, Gelegenheiten nutzen, andern zu gefallen.
Stärken
Feines Gespühr für Gefühle und Bedürfnisse. Gestaltet Beziehungen noch postiver. Reagiert flexibel, keine festgefahrenen Muster. Vermittelt bei gegensätzlichen Meinungen.
Schwächen
Scherzt gerne, auch wenn es unangebracht ist. Hält seine eigene Meinung zurück, passt sich an. Verbringt Zeit gerne in Sitzungen und gemütlichen Zusammenkünften.
Zielsetzung
Vernunft - Ordnung

Fragen nach

WIE?
Methode / System

Bedürfnisse
Objektiv und vernünftig sein, Risiken vermeiden und beseitigen, Schaden gar nicht entstehen lassen.
Stärken
Analysiert, interpretiert, schafft Fakten, begründet seine Meinung, zeigt Alternativen. Methodisch, sauber, umsichtig, abwägend. Maximiert, was bereits vorhanden ist.
Schwächen
Verlieb in Fakten, verliert Interesse anderer, verwirrt durch zu viele Wahlmöglichkeiten. Kontrolle durch System, Strukturen. Akzeptiert ungern Neues.
Zielsetzung
Aktion - Ergebnis

Fragen nach

WAS?
Was muss getan werden?

Bedürfnisse
Aktiver und fähiger Mensch sein. Hindernisse überwinden, noch andere Möglichkeiten sehen.
Stärken
Uebernimmt Führung, bestimmender Einfluss. Gibt Gefühl dringender Wichtigkeit, Freut sich an Herausforderungen, sucht verborgene Widerstände.
Schwächen
Dominiert und unterbricht andere, verhört, schafft Unsicherheits-Atmosphäre. Nimmt riskante, unnötige Herausforderungen an. Verfolgt Neues auf Kosten des Laufenden.

bewahrend, festhaltend

bestimmend, übernehmend

Nähe zu Aufgabe

langer Zeithorizont

kurzer Zeithorizont

Biostruktur-Analyse mittels Structogram und Triogram

Optimale Verkaufstechnik, richtiger Führungsstil, ideales Verhalten - sind Patentrezepte auf die Kursteilnehmer trainiert werden - die aber eben oft dann nicht zum Persönlichkeitstyp passen. Was den Menschen auf Dauer bestimmt und nicht bloss in Bezug auf ganz bestimmte Expositionen wie die Rolle, die eigentlich ein anerlerntes Verhalten charakterisiert, würde eben durch die Authentizität beschrieben. Hier wird dispositiv authentisches von situativem Rollenverhalten getrennt.

Dazu gehört auch die kongruente Kommunikation: Werte, Tonfall, Betonung, Mimik und Gefühle stimmen überein mit Gefühlen, Wünschen, Sehnsüchten, Verlangen und Absichten. In diesem Falle ist die Kommunikation ehrlich, leicht zu verstehen, ernsthaft und integer.

Grundlagen:

heuristische Interpretation:

  grün-Komponente
Stammhirn
Gefühl
Rot-Komponente
Zwischenhirn
Emotionen
Blau-Komponente
Grosshirn
Ratio
Beziehungen zu Menschen Kontakt
Streben nach menschlicher Nähe
Gespür für Menschen
Allgemeine Beliebtheit
Dominanz
Streben nach Ueberlegenheit
Natürliche Autorität
Neigung zum Wettbewerb
Distanz
Streben nach Sicherheitsabstand
Zurückhaltung
Tendenz zur Verschlossenheit
Orientierung in der Zeit Vergangenheit
Bauen auf Vertrautes
Handeln aus Erfahrung
Vermeiden radikaler Veränderungen
Gegenwart
Erfassen des Augenblicks
impulsives Verhalten
Aktivität und Dynamik
Zukunft
Bedenken der Konsequenzen
Planvolles Handeln
Streben nach Fortschritt
Denk- und Arbeitsweise Erspüren
Intuitives Denken
Fingerspitzengefühl
Verlässliche erste Eindrücke
Fantasie
Begreifen
Konkretes, praktisches Denken
Schnelles Erkennen des Machbaren
Neigung zum Improvisieren
 
Ordnen
Systematisches, analytisches Denken
Hohes Abstraktionsvermögen
Hang zur Perfektion
Erfolg durch: Sympathie Mitreissen Ueberzeugen

BIG FIVE - DER klassische Persönlichkeitstest

Die oberste Ebene der Big Five

N Negative Emotionalität Belastbarkeit > Resilienz
E Extraversion Introversion
O Offenheit für Erfahrungen, Kreativität, (geistige) Beweglichkeit, Neugier Konservativismus, Beharrlichkeit, Tradition, Unbeweglichkeit
A Anpassung, Kooperation, Konformität, Verträglichkeit (kompetitive) Konkurrenz, Reaktivität, Antagonismus
C Conscientousness, Gewissenhaftigkeit Nachlässigkeit, Lockerheit

Es handelt sich also um ein polares 5-Faktorenfeld, das sichtbar auf die Verwendbarkeit für Personalselektion ausgelegt ist: Erwünscht sid belastbare, extavertierte, (beharrliche oder kreative), im Betrieb kooperative - im Markt kompetitive, im Betrieb gewissenhafte Mitarbeiter - die gegenüber Staat und Umwelt aber ruhig ein bisschen locker sein dürfen. Ein bisschen einseitig ...

Meyers-Briggs (basiert auf C.G. Jung) ist ein 4x2-Felder-Test bei dem 16 Klassifikationen möglich sind:

Extraversion (E) <>
Introversion (I)
Woher nehme ich meine Energie und wohin lenke ich meine Aufmerksamkeit? Von/nach innen oder aussen?
  • finden leicht Kontakt, brauchen Beziehungen
  • entscheiden und handeln schnell, überlegen oft spät(er)
  • suchen die Kommunikation in der Gruppe
  • konzentrieren sich auf die Aussenwelt

Extravertierte werden als gesellig und anregend erlebt und interessieren sich für viele Themenbereiche. Sie sind im beruflichen Bereich oft die treibende Kraft, da sie sich für Themen begeistern können - ohne die Offenheit für ihr Umfeld zu vernachlässigen.

  • wirken eher zurückhaltend und ruhig
  • behalten ihre Gefühle für sich
  • überlegen zuerst und handeln dann
  • konzentrieren sich auf ihre Innenwelt

Introvertierte denken über Dinge nach, um sie zu verstehen. Sie reflektieren ausgiebig und wägen ab, bevor sie handeln. Sie bevorzugen die Beschäftigung mit ihren eigenen Interessen. Initiative ergreifen sie nur, wenn ihnen ein Thema besonders am Herzen liegt. In der Kommunikation bevorzugen sie den schriftlichen Austausch.

sensitives Empfinden (S) <>
Intuition (N)
Wie nehme ich meine Umwelt wahr? Mehr aus Details oder im Ueberblick?
  • fragen nach messbaren Fakten
  • betrachten Situationen realistisch und konkret
  • suchen pragmatische, umsetzbare Lösungen
  • gehen nutzenorientiert vor und leben in der Gegenwart

Personen mit einer Präferenz für das Empfinden konzentrieren sich auf die Realität und praktische Vorgehensweise. Wichtig ist ihnen die Anwendbarkeit von Theorien. Sie ziehen es vor, Informationen exakt aufzunehmen, beobachten genau und erfassen die Details, wobei sie Wert auf Fakten legen und sich auf ihre Erfahrung und Bewährtes verlassen.

  • sehen die grossen Zusammenhänge
  • betrachten und prüfen die Möglichkeiten
  • schätzen Kreativität und Inspiration
  • machen sich Gedanken über die Zukunft

Intuitive schätzen ungewohnte und neue Ideen und konzentrieren sich auf die Möglichkeiten, die die Zukunft bietet. Sie legen Wert auf den theoretischen Hintergrund, also wissenschaftlich-philosophisch Allgemeingültiges.

Denken (T) <>
Fühlen (F)
Was sind die Grundlagen meines Entscheidens? Denken oder Fühlen?
  • folgen analytisch dem Kausalprinzip
  • handeln vernünftig und logisch nachvollziehbar
  • legen Wert auf Gleichbehandlung aller
  • erkennen schnell, was nicht stimmt, und finden rasch Fehler

Personen mit Präferenz für das Denken entscheiden analytisch. Sie entscheiden im Kopf, betrachten das Für und Wider, die logischen Konsequenzen eines Vorgehens. Sie streben nach Objektivität und gehen nach Regeln und Prinzipien vor. Ihnen ist die Aufgabe wichtiger als die Menschen. Sie bemühen sich, Gefühle zu kontrollieren, achten auf Fairness und Gleichbehandlung und suchen Situationen, die sie logisch und rational beurteilen können.

  • Bewerten auf Grund ihrer Ueberzeugung
  • schätzen harmonische Beziehungen
  • streben nach Fairness und individueller Behandlung
  • zeigen sich gefühlvoll und nehmen Anteil

Personen mit einer Präferenz für das Fühlen versetzen sich in die Lage anderer. Bei Entscheidungen berücksichtigen sie auch die Werte und Gefühle anderer - entscheiden aber häufig subjektiv.  Sie suchen die Harmonie, zeigen gerne ihre Gefühle, geben Anerkennung und Wertschätzung ausdruck und lassen sich durch persönliche "Echtheit" (Authentizität) überzeugen.

Urteilen (J) <>
Wahrnehmen (P)
Wie gehe ich mit der Aussenwelt um und wie erlebt mich diese? Geordnet und strukturiert (einordenbar) oder flexibel und spontan)
  • schätzen eindeutige Entscheidungen
  • bevorzugen geregelte Abläufe und planen im Voraus
  • stehen ungern unter Zeitdruck
  • möchten das Leben im Griff haben

Personen mit Präferenz für Urteilen benötigen für ihr Leben ein gewisses Mass an Planung und Strukturen (so sind Beschäftigungsprogramme für Arbeitslose, die oft nicht viel mehr bringen als eben Strukturen, also eigentlich nur für diese Gattung nötig und geeignet).  Sie schätzen es, wenn die Dinge entschieden und geregelt sind, also verlässliche Traditionen bestehen.

  • halten sich Alternativen offen
  • schätzen Spontaneität und Flexibilität
  • schöpfen Energie aus Zeitdruck
  • erleben Stress positiv und geniessen die Momente im Leben

Personen mit einer Präferenz für Wahrnehmen sind an neuen Erfahrungen interessiert. Aufgaben erledigen sie allerdings oft erst kurz vor der Frist ... Sie wollen das Leben erleben und verstehen - statt es zu steuern.

Ein Charaktertyp wird also durch 4 Schwerpunkte charakterisiert (der Schreibende etwa durch INTP). Ein Problem mit diesen Scheissdiagnostiken ist nun etwa, dass Sie, auch wenn Sie ein ganz toller Typ (Typin) sind, nur noch 1/16 Wahrscheinlichkeit haben, eben dem von der Firma bei der sie sich bewerben erstellten erwünschten Profil entsprechen. Dies erklärt bereits eine ganze Menge von Absagen. Dazu kommt, dass die meisten Chefs, ausser den guten (aber die sind, wie Sie vermutlich selbst längst gemerkt haben, äusserst selten), eigentlich lieber Jasager um sich haben die ihnen gefällig sind als Menschen, die andere Meinungen, Interesse haben und die, Gott behüt's, auch noch kritisch äussern. Gerade das Argument "teamfähigkeit" ist hier ein beliebter Killer, denn Teams sind nicht unbedingt optimal, wenn sie aus wohlangepassten und unauffälligen Mitgliedern bestehen, grau in grau, sondern wenn sie unterschiedliche Begabungen und Kenntnisse zum Tragen bringen können. s. Das Wissen der Vielen, s. auch Team-Management Profil TMP

HBDI: Herrmann Brain Dominance Instrument

HBDI sieht auf den ersten Blick einfach aus, ist aber Meyers-Briggs verwandt.

 

 

 

 

 

 

 

INSIGHTS MDI - Scheelen:

Ist recht komplex, obwohl es mit "bloss" 8 Grundtypen anfängt. Analysiert dann aber doch nach Kernkompetenzen sowie persönlichen Interessen, Einstellungen und Werten - die vermutlich bei der Ausformung und Aufrechterhaltung des Charakters entscheidend sein dürften:

  1. Direktor: ergebnisorientiert, zielstrebig
  2. Motivator: marktorientiert, unabhängig
  3. Inspirator: kontaktorientiert, flexibel
  4. Berater: teamorientiert, kooperativ
  5. Unterstützer: beziehungsorientiert, geduldig
  6. Koordinator: produktorientiert, diszipliniert
  7. Beobachter: qualitätsorientiert, präzise
  8. Reformer: kontrollierend, perfektionistisch.

Kernkompetenzen:

Persönliche Interessen, Einstellungen und Werte (PIW)
  1. Selbstmanagement
  2. Problemlösung
  3. Permanentes Lernen
  4. Erlebnisorientierung
  5. Persönliche Verantwortlichkeit
  6. Andere führen
  7. Verantwortlichkeit für andere
  8. Konzeptuelles Denken
  9. Entscheidungsfindung
  10. Andere fördern
  11. Belastbarkeit
  1. Teamwork
  2. Flexibilität
  3. Zielerreichung
  4. Planung und Organisation
  5. Einfluss auf andere
  6. Diplomatie und Taktgefühl
  7. Fähigkeit zur Eigeninitiative
  8. Objektives Zuhören
  9. Zwischenmenschliche Fähigkeite
  10. Konfliktmanagement
  11. Empathie
  • Theoretisches Motiv: intellektuelle Prozesse und hohe Fachkompetenz: Wissen ... Weisheit
  • Oekonomisches Motiv: Unternehmertum und Nutzenorientierung: Homo oeconomicus
  • Aesthetisches Motiv: Selbsterfüllung und Harmonie, Humanismus
  • Soziales Motiv: Selbstlosigkeit und andern helfen wollen: Homo socialis
  • Individualistisches Motiv: Führung und Leadership: Machttreppe
  • Traditionelles Motiv: Sinn im Leben finden.

Noch komplexer: Die Interaktion von Individuen (Persönlichkeiten, Charakteren, Individuen ...) in der Gruppe:

Das Team Management Profil (TMP)

Ein ziemlich komplexes und ganzheitliches Verfahren um Teams "richtig" zusammen zu stellen. Es geht aus von den Grundpräferenzen einzelner, die unterschiedlich sind, was hier aber nicht trivial als störend betrachtet wird, sonder also Chance unterschiedliche Begabungen und Stärken einzubringen.

  1. Auch hier ist ein wichtiger Faktor der Umgang mit andern, also Introversion-Extraversion
  2. Ein weiterer wichtiger Faktor die Art, wie Informationen beschafft und genutzt werden, also praktisch oder kreativ. Praktiker sammeln nur das, was sie für die Bewältigung einer anstehenden Aufgabe grad brauchen, Kreative denken zukunftsorientiert und suchen gleich auch nach neuen Möglichkeiten und Ideen.
  3. Entscheidungsfindung: analytisch <> auf Grund von innerer Ueberzeugung, Werten, persönlicher Einstellung
  4. Organisation: klar und sauber <> flexibel

Das Teammanagement-Profil

Das Fähigkeitenverbindungsprofil

Menschen verbinden wie
aktives Zuhören zuhören vor dem Entscheiden
Kommunikation Teammitglieder regelmässig informieren
Team Relationships Respekt, Verständnis und Vertrauen zwischen den Teammitgliedern ermutigen
Problemlösung und Beratung stehen zur Verfügung und gehen auf Probleme ein
partizipative Entscheidungsfindung Teammitglieder bei der Lösung von Kernfragen mit einbeziehen
Interface Management Teammitglieder koordinieren und das Team repräsentieren

Unter den Fähigkeiten des Verbindens von Menschen gibt es 5 Aufgaben der Verbindung die insbesondere für die Führung von Bedeutung sind

Aufgaben verbinden wie
Zielsetzung dem Team erreichbare Ziele setzen und auf Verbesserung bei der Ausführung drängen
Quality Standards ein Beispiel setzen und mit dem Team auf hohe Qualitätsstandards übereinkommen
Arbeitszuweisung Den Menschen Arbeit zuweisen basierend auf ihren Fähigkeiten und Präferenzen
Teamentwicklung Ausgleich entwickeln im Team
Delegation Arbeit die andere (besser) ausführen können delegieren

Im Kern der verbindenden Fähigkeiten stehen vor allem die Führungsfähigkeiten der Motivation und Strategie. Wo der Führer nicht über diese Fähigkeiten verfügt, kann das Team kaum sein Ziel erreichen.

Führungsqualitäten wie
Motivation die andern inspierieren, ihr bestes zu geben
Strategie Wirksame Aktionspläne vorlegen mit denen die Ziele effizient erreicht werden können

s. auch Fähigkeiten beeinflussen durch:

Das Profil der Chancenoptimierung:

 



Das Organisationswertungsprofil

Arbeitswert: Werte sind zwar abstrakt, bestimmen aber wie wir unser Leben leben. Sie beeinflussen unsere Entscheidungen und setzen Energieen frei, um das zu schützen, was wir schätzen. Wo die individuellen Werte in der Gruppe sich zu stark unterscheiden, entstehen Konflikte die verhindern, dass das Team sein volles Potential entfaltet.


Das strategische Entwicklungsprofil

Martin Herzog, 15.6.08