Populismus zielt auf Mehrheiten - nicht auf Lösungen!

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Terrorismus:

Definition und Ursprung, Ziele, Perspektiven


> betr. des alltäglichen Psychoterrors in den Betrieben s. Mobbing

Kommentare zum verhinderten Megaterror in London - oder einem geglückten Megamedienevent ...

s. auch Albert Stahel, Strategieexperte

Definition Terrorismus (v. französ.: terrorisme bzw. lateinisch terror, der Schrecken) ist die Einstellung und Verhaltensweise, politische Ziele durch Terror, die systematische Verbreitung von Angst und Schrecken, durchzusetzen. Auch wird manchmal die Gesamtheit der Personen, die Terrorakte verüben, als Terrorismus bezeichnet ("der internationale Terrorismus"). Er ist weltweit verbreitet und ein sehr altes Phänomen.

Die Gewalt des Terrorismus richtet sich zwar physisch gegen bestimmte Opfer, das eigentliche Angriffsziel des Terrorismus sind jedoch nicht in erster Linie die Opfer selbst, sondern die nicht unmittelbar Betroffenen, die das Gefühl entwickeln sollen, dass auch sie persönlich jederzeit Opfer des Terrorismus werden könnten. Um dies zu vermeiden, so die Logik des Terrorismus, würden sie ihr Verhalten in gewünschter Weise ändern. Terroristen verfolgen je nach politischer Umgebung sehr unterschiedliche Ziele.

http://www.matheboard.de/lexikon/Terrorismus,definition.htm

Terrorismus ist der Krieg der Partisanen. [Carl Schmitt. Staatsrechtslehrer]

Furcht macht fanatisch.

(Bertrand Russell, engl. Mathematiker & Philosoph, 1872-1970)

Der Fanatismus ist die einzige 'Willensstärke', zu der auch die Schwachen gebracht werden können.

(Friedrich Wilhelm Nietzsche, dt. Philosoph, 1844-1900)

Partisanen sind Freischärler, Widerstandskämpfer, Freiwillige, die sich in besetzten Gebieten gegen die Besetzer erheben. Das ältere Völkerrecht liess diese als "Irreguläre"schutzlos. Falls es sich aber um Freiwilligenkorps handelt, die über einen verantwortlichen Führer verfügen, bestimmte, aus der Ferne erkennbare Abzeichen tragen und, ihre Waffen offen führen und die Gesetze und Bräuche des Krieges achten, sind sie durch die Haager Landskriegsordnung von 1907 wie durch das Genfer Abkommen von 1949, als legale Kombattanten, geschützt. [Deshalb die Betonung der USA auf "illegale" Kombattanten].

Terrorist kann aber auch eine abschätzige und moralisch abwertende Bezeichnung sein von Seiten der bekämpften, für Menschen die sich eher als Freiheitskämpfer oder Widerstandskämpfer sehen. Je nach politischer Lage kann die Einstellung auch plötzlich ändern. War es zu Lebzeiten Hitlers äusserst riskant ein Widerstandskämpfer, also Terrorist, zu sein, so beanspruchte nach dem Niedergang des Nationalsozialismus "seltsamerweise" eine grosse Mehrheit der Deutschen (wie der Franzosen), zu eben diesem Widerstand gehört zu haben. Auch die Mitglieder der Baskischen Befreiungsbewegung ETA, der Irischen Befreiungsbewegung IRA, der ehemaligen jüdischen Befreiungsbewegung IRGUN wie der heutigen Befreiungsbewegungen der Palästinenser sehen sich selbst ja nicht als sinnlose Tötungsmaschinen und Terroristen, sondern als Kämpfer gegen Unterdrückung.

Terrorismus ist eine Form politischer Gewaltanwendung durch revolutionäre oder extremistische Gruppen und Einzelpersonen. Diese "Propaganda der Tat" wurde von den Anarchisten geschaffen. Mit gezielten Aktionen gegenüber Repräsentanten, Strukturen oder Symbolen des bekämpften Systems sollte darauf aufmerksam gemacht werden, wie hilflos das System eigentlich ist und - wie hinterlistig die Absichten der Herrschenden sind. Die Loyalität gegenüber System und Herrschaft soll untergraben und die Basis für eine Revolution gelegt werden.

Europa hatte sich nach 1968 vor allem mit linksextremem Terrorismus auseinander zu setzen, also der Bader-Meinhof-Gruppe (Rote-Armee-Fraktion, RAF; brigate rosse, etc). Seit 1980 treten allerdings eher gewalttätige faschistische und neofaschistische Terrorgruppen in den Vordergrund. Terrorismus zwang z.B. Deutschland zum Ausbau des Bundeskriminalamtes, der Polizeikräfte und des Grenzschutzes (es war einmal ...).

Aus der Perspektive der Terroristen war 9/11 also ein voller Erfolg. Mit dem Pentagon wurde ein herausragendes Symbol politischer und wirtschaftlicher Macht getroffen, mit dem World Trade Center DAS Symbol für Globalisierung und die US-Vorherrschaft in der globalen Wirtschaft. Auch wenn es nicht gelang, die Wall-Street völlig lahm zu legen und noch einen realwirtschaftlich beträchtlichen Schaden zu verursachen, was vermutlich mit zum Konzept gehörte, so wurde den USA doch deutlich gezeigt: Ihr könnt euch nicht hinter einem Raktenabwehrschirm verstecken und die Welt von einem sicheren Refugium aus beherrschen. Wir kriegen euch!

Die Reaktion der Bush-Administration entspricht voll den Erwartungen: Das bekämpfte System reagiert repressiv, was ganz den Erwartungen terroristischer Theorie entspricht: Die Freiheiten der eigenen Bürger werden beschränkt, das Regime verstrickt sich in Lügen und schlägt mit aller Härte zu - wodurch es aber bloss seine Unfähigkeit bloss stellt. Das System reagiert nicht nur, es überreagiert und schafft die Grundlage für einen Umsturz. Noch mehr Überreaktion als die von Bush hätte sich wohl kein Terrorist träumen lassen, denn noch dämlicher darf selbst Bush nicht agieren. Bush spaltet das Land in 2 Hälften (51/49 %) - und dürfte vielleicht bald mit internen Problemen und hausgemachtem Terrorismus derart beschäftigt sein, dass die Welt vor ihm Ruhe hat. Bin Laden darf heureka rufen und in Afghanistans Bergen die Ruhe geniessen, denn Bush reitet sein Land gleich selbst in die Scheisse.

Es scheint mir auch wichtig darauf hin zu weisen, dass weder die Freiheitsstatue gesprengt noch der Vatikan in Schutt und Asche gelegt worden sind. 9/11 kommt ohne die geringste religiöse Symbolik daher - zumindest von Seiten der Attentäter. Was an religiösem Hintergrund unterschoben wird, stammt alles von den religiösen Extremisten der Umgebung von Bush, von den Evangelikalen. Es war also nicht, wie von Bush so gerne kolportiert, ein Angriff auf die Freiheit, es war auch kein Angriff des Islam gegen das Christentum, es war ein Angriff gegen die politische und wirtschaftliche Vormachtsstellung der USA.

Fanatismus besteht im Verdoppeln der Anstrengung, wenn das Ziel vergessen ist.

(George Santayana, amerikan. Philosoph u. Dramatiker, 1863-1952)

Bush gewann die Wahlen mit Moral und Terrorismus. Offiziell mit dem Kampf gegen den Terrorismus. Wenn Sie sich jedoch Michael Moores Bowling for Columbine ansehen, so ist die Botschaft klar. Die Bürger der USA werden von der konservativen republikanischen Regierung in einen permanenten Angstzustand versetzt, aus dem sie eben die selben Leute zu befreien versprechen. Erst werden die Menschen verängstigt, dann bietet man ihnen Schutz - falls sie sich der Vor-Macht unterordnen. Das erinnert doch irgendwie an die Maffia. Die Definition von Terrorismus ist aber eben gerade: Politische Ziele durch die Verbreitung von Angst und Schrecken zu erreichen.

Dies tun in den USA nicht nur spinnerte Gruppen wie die von Timothy Mc Veigh, sondern auch die konservativen Moralisten wie die Anti Abolitionisten und historische Relikte wie der CuCluxClan. Terrorismus kommt auch in den USA und weltweit heute primär von rechts, egal ob christlich oder islamisch fundiert.

http://www.nzz.ch/dossiers/2001/usa/2001.09.12-al-article7N0LA.html

Terrorismus als effiziente, günstige, "marktorientierte", Variante der Kriegsführung: Flexible Netzwerke (fast) ohne Infrastukturkosten.

Ursprung der US-Hegemonialtheorie:

Ich sehe nur eine Möglichkeit für die Menschheit, eine beispiellose Katastrophe zu verhindern und zwar durch die weltweite Hegemonie einer einzelnen Macht. Wenn ein Staat, möglichst als Anführer einer Allianz, stark genug wird, die anderen, die eine Gefahr darstellen, davon zu überzeugen, auf ernsthafte Bewaffnung zu verzichten, wird es zur Vereinigung bewaffneter Truppen kommen die - wie wir gesehen haben - notwendig ist.

Betrand Russell 1949

Das Zitat zeigt vor allem eines, nämlich: Dass zuweilen auch Philosophen beträchtlichen Unsinn verzapfen.

Wenn sich die USA das Recht herausnehmen, ihre Interessen weltweit zu verteidigen, dann muss ja jeder, der andere Interessen hat und sich den USA widersetzt, zum Terroristen werden, da ja heute niemand mehr mit Armee, Atomraketen und Flugzeugträgern gegen die USA ankommt. Terrorismus, definiert als Guerillataktik einzelner Täter oder kleiner Gruppen, ist die Waffe der Ohnmächtigen gegenüber der Übermacht der USA. Indem die USA ihre Übermacht noch mehr vergrössern, verkleinern sie die Ohnmacht auf der andern Seite nicht, im Gegenteil. Mehr Ohnmacht heisst aber auch mehr Terrorismus, nicht weniger.

Diese These wurde bereits 1999 bestätigt durch die Publikation von Qiao Liang and Wang Xiangsui: Unrestricted Warfare, die den USA beträchtliches Kopfzerbrechen bereitet ... obwohl sie normalerweise wenig Hemmungen haben, andern zu verbieten, was sie selbst - und auch bloss im nationalen Interesse - betreiben.

Die These wird auch in Israel bestätigt. Heute traut sich keiner der arabischen Nachbarn mehr, Israel auch  bloss verbal mal ein bisschen zu drohen. Die Terroristen jedoch beschädigen nicht bloss das Image eines friedliebenden, bloss auf das Recht von Selbstverteidigung bestehenden Israel massiv, sie fügen ihm auch überproportionale Verluste zu. Meron Rapoport, Journalist der israelischen Tageszeitung Haaretz berichtet [Tagesanzeiger, 24. Juli 2006, S. 7]: Im August gelang es einem Hizbollah-Kämpfer in eine israelische Stellung in der ehemaligen Sicherzeitszone im Südlibanon einzudringen - und wieder ungehindert zu entkommen. Eine unerträgliche Vorstellung für die Armeeführung. Vor 3 Wochen ("heute" ist der 24.7.06) drang ein Trupp Hizbollah-Kämpfer unbemerkt auf israelisches Gebiet vor, tötete 3 Soldaten, sprengte einen Panzer mit 4 Insassen in die Luft, entführte 2 Soldaten und tötete einen weiteren - ohne eigene Verluste. Die israelische Presse titelte: Hizbollah - Israel 10 : 0. Des weitern wurde mit Boden-See-Raketen, von deren Existenz der israelische Geheimdienst nichts wusste, ein israelisches Kriegsschiff versenkt, dass es für unnötig befunden hatte, den Radar einzuschalten.

Obwohl Israel in bloss einer Woche Flughafen, Strassen, Energieversorgung, also fast die ganze Infrastruktur des Libanon in Trümmer gelegt hat, obwohl der Staat Libanon eigentlich als wehrlos betrachtet werden muss, was seine Armee betrifft, gelange es den "Terroristen" mit ihren bloss 4000 Kämpfern, 1/3 Israels zu lähmen und seine Bewohner in Bunker zu treiben. Die Verluste bei den Terroristen belaufen sich nach eigenen Angaben auf 6, nach israelischen Angaben auf mindestens 100 - was aber nur einem Bruchteil der zivilen Opfer entspricht.

Irgendwie bringt mich das auf eine andere Idee: Eigentlich ist Terrorismus heute doch nichts anderes, als die entstaatlichte, also privatisierte, "marktgerechte" Form von Gewaltanwendung, oder, mit ein bisschen PR-Slang formuliert: Terrorismus ist die marktgerechte, d.h. die günstigste Organisation von Gewalt - die Effekte erzeugen soll, wie sie  von einer spezifischen Menschengruppe (Kunden) gewünscht werden.  Effizienz, flache Hierarchien, Lean production, redundante Netzwerke (d.h. dass ein grosser Teil davon zerbombt werden kann, aber das Ganze funktioniert weiter. s. Irak, Libanon, etc. - d.h. sogar dass man sie "Enthaupten" kann, meist mit dem Erfolg, dass für jeden abgeschlagenen Kopf sieben nachwachsen, wie bei der Hydra. Letzter Beleg dafür: Zarkawi wurde am 8.6.06 umgebracht. Er war, auch nach meiner Meinung, der führende Unruhestifter im Irak. Alle, inklusive mir, hatten die Hoffnung, die Situation würde sich beruhigen. Was geschah? Das Gegenteil!), Kundenorientierung, outsourcing, selbständig, auf eigene Verantwortung agierende Produktionsgruppen, Flexibilität ... alles was bei Betrieben so gelobt wird, nutzen die Terroristen längst auch.

Problematisch werden solche "Milizen" aber praktisch immer, wenn der "Krieg" zu Ende ist. Dann plündern die marodierenden und nun "arbeitslosen" Truppen meist die eigenen Leute, wie extrem der Fall in Zentralafrika, Somalia, Afghanistan, Tadschikistan und Irak. Die Kriegs-Folge-Unruhen im Irak kosten heute weitaus mehr Menschen das Leben als der Krieg selbst. (s. Kriegsopfer im Irak) Das Selbe gilt für die Milizen der Marktwirtschaft. Verliert ein Betrieb den Krieg, hinterlässt er seine Schulden, seine nun Arbeitslosen, lädierte Pensionskassen, Industrieruinen, Gemeinden ohne ausreichendes Steuereinkommen, dem Staat, den es nach Meinung der betriebswirtschaftlichen (neoliberalen) Logik gar nicht geben sollte.

FAZIT:

Terrorismus, Krieg, der Markt als individuelles Machtspiel - sind alle verwandt, und alle weder vernünftig noch zu empfehlen zur Lösung der Probleme die überall entstehen, wo unterschiedliche Interessen aufeinander stossen.

Was Israel mit seinem Überfall des Libanon also vor allem vollbracht hat ist, die Terroristenorganisation Hizbollah zu Helden gemacht zu haben. Sogar in Israel selbst wird der Sinn dieser Aktionen in der Zwischenzeit bezweifelt, seitdem am selben Tag an dem Olmert, wie mal Bush auf dem Schiff, die totale Zerstörung der feindlichen Infrastruktur und den Sieg erklärt hat, während dem am selben Tag, präzise von diesen zerstörten Strukturen, fast 200 Raketen auf Israel abgefeuert wurden.

Es gibt auch eigentlich keinen Krieg gegen den Terrorismus, denn Krieg ist selbst Terrorismus, weil es keinen gerechten Krieg gibt, was die Betrügereien im Fall des Irak-Kriegs wieder mal deutlich gezeigt haben (s. Fazit zum Irak-Krieg)

Zudem ist der (unmögliche) Krieg gegen Terrorismus bei den USA in den falschen Händen, denn sie verbreiten selbst Angst und Schrecken und ihr Ziel ist es, in der Beziehung noch mehr zu tun.

Atom-Terrorismus


So beschränkt man sich in Sachen Terrorismus auf die Bedrohung durch suicide bombers, extremistische Einzeltäter und kleine spinnerte Truppen. DER Terrorismus maximus ist aber das sog. Gleichgewicht des Schreckens [http://www.fas.org/nuke/guide/usa/doctrine/doe/younger.htm], der nukleare Terror, den die USA immer wieder vorantreiben. Warum wohl plustert sich Putin zur Zeit wieder mit "ganz neuen Atomwaffen" auf? In den USA werden seit Jahren taktische nukleare Kurzstreckenwaffen erwogen (und vermutlich auch entwickelt), nukleare Bunkerbrecher [http://www.fas.org/faspir/2001/v54n1/weapons.htm], Atomwaffeneinsätze gegen Terroristen, aber vor allem Schurkenstaaten [http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/themen/Atomwaffen/chossudovsky.html http://www.transnational.org/features/2002/Arkin_USA_NuclearPolicy.html]. Der Artikel zeigt auch, dass solche Befürchtungen nicht bloss von verwirrten "Liberalen" oder gar Verschwörungsgeängstigten geäussert werden, sondern von Fachleuten: William M. Arkin is a senior fellow at the Johns Hopkins University School of Advanced International Studies in Washington and an adjunct professor at the U.S. Air Force School of Advanced Airpower Studies. He is also a consultant to a number of nongovernmental organizations and a regular contributor to the Bulletin of the Atomic Scientists.

Der US-Senat hat bereits am 20. Mai 2003 das Verbot der Forschung an "schwachen" Atombomben aufgehoben. Der Sicherheitswahn der USA bedeutet aber für alle anderen eine Bedrohung:

If the U.S. were able to construct an umbrella of “absolute security,” their massive nuclear arsenal would be a sharp sword hanging over the head of every country. The irony is, this quest for “absolute security” can only bring about the exact opposite. It will spur other nuclear powers to rapidly expand their strategic nuclear capability or develop their own missile defense system, starting a whole new round of a global arms race.

Nukleare Terrorstaaten sind zur Zeit also die USA, Russland, China, Frankreich, Israel, Grossbritannien, Indien und Pakistan. Nukleare Möchtegern-Terrorstaaten, und nur die werden interessanterweise als Schurkenstaaten bezeichnet, sind der Iran und Nordkorea. (Graphik: http://derstandard.at/?url=/?id=1791397 ).

Die Gefährlichsten im Mittleren Osten sind so gesehen auch nicht die Iraner, die wollen ja erst eine Atombombe, sondern Pakistan, das bereits 30 bis 50 Atomsprengköpfe besitzt und seit 2000 in Kushab an einem 1000-Megwatt-Schwerwasserreaktor baut, der ihm erlauben würde, jedes Jahr über 200 kg Plutonium zu erzeugen, die für 40 bis 50 Atomsprengköpfe ausreichen. Plutoniumsprengköpfe sind zudem leichter, lassen sich also besser auf Raketen montieren. Iran ist direkter Nachbar Pakistans .. Die pakistanische Regierung ist zur Zeit ein guter Freund Washingtons - nicht so aber das Volk. Auch hier könnte das Resultat ein weiterer Krieg sein in der Kette Irak, Iran, Syrien, Libanon..

Der grösste Brandstifter der Welt, der von Gott gesandte (na ja) brennende Bush, salbt nun die Co-Atomterrormächte Indien und Pakistan als heilig, weil sie Bündnispartner sind. Indien braucht bald mehr Atomstrom, grosse Geschäfte winken (... die den USA vermutlich von Frankreich abgejagt werden). Der Iran, der kaum korrupter und terroristischer als Pakistan sein kann, aber gleich drei Atommächte vor der Tür hat (Indien, Pakistan, Russland), und eine (Israel) einen Block weiter weg, wird aber weiterhin der Illegalität angeklagt und mit härtesten Sanktionen bedroht, von Nordkorea ganz zu schweigen. Bush setzt sich da mit seinem Feuerzeug zwischen zwei Haufen Magnesium. Man darf nicht vergessen, dass Indien, obwohl es den grössten Teil seiner Muslime nach Pakistan und Bangladesh (ehemals Ostpakistan) "ausgelagert" hat, immer noch über eine beträchtliche islamische Minderheit verfügt, die so immer mehr den Eindruck erhalten muss, dass eigentlich eine "Islamische Atombombe" wirklich fehle, obwohl gerade die Muslime gegenwärtig generell unter Terrorismusverdacht stehen. Das erinnert an die Kubakrise. Was den meisten davon bekannt ist, ist bloss, dass Russland Atomraketen auf Kuba stationieren wollte, und der ach so liebe und demokratische Präsident Kennedy sich natürlich wehren musste, um die Freiheit zu verteidigen. Weitaus weniger bekannt, obwohl unbestritten, ist die Tatsache, dass die Stationierung russischer Raketen auf Kuba nur eine Reaktion auf die Tatsache war, dass die USA zu dieser Zeit auf den Erstschlag setzten, also die absolute Vernichtung des Gegners. Dazu hatten sie bereits 1959 Langstreckenraketen in Italien und der Osttürkei, also quasi an der Grenze zur UDSSR, stationiert. Kuba 1962 war also eine um 3 Jahre nach dieser Provokation kommende Antwort. Kriegstreiber war auch in diesem Fall nicht die UDSSR, sondern die USA.

Frage: Was macht Ihnen mehr Angst: Einige suicide bomber die mit ein paar Kilo Sprengstoff einige Leute in den Tod reissen - oder eine Nation die sich hinter einem Raketenschutzschirm versteckt - und selber weiter Atomraketen und ähnliches Militaristenspielzeug baut? Da erschrecken mich Irak, Syrien, Iran, die ich alle persönlich kenne, weitaus weniger als die Spinner vom "Capital" Hill.

 

Länder die von den USA terrorisiert wurden und werden:

Kuba

Kuba wird seit 1962 von den USA boykottiert. Seit 13 Jahren (! Saddam ist also nicht der einzige, der sich nicht um UN-Resolutionen schert) erneuert die UN Jahr für Jahr eine Resolution, welche dieses Embargo verurteilt (179 ja gegen 4 nein: USA, Israel, Palau und die Marshall Inseln)

. http://www.cbsnews.com/stories/2004/10/28/world/main652155.shtml

Warum Kuba eine Bedrohung für die USA darstellt und wozu der Boykott dienen soll, ist schon fast vergessen gegangen: http://www.leler.com/cuba/embargo.html

Wer sich an die Kuba-Krise von 1962 erinnert, die fast in einem nuklearen Schlagabtausch endete, soll sich mal fragen, ob er damals etwas davon gehört hat, dass die USA bereits zuvor Langstreckenraketen vom Typ Jupiter, mit Atomsprengköpfen, im Osten der Türkei stationiert hatten, also direkt an der Grenze zur UDSSR. Wenn die USA die UDSSR nuklear bedrohen, tun sie das im Namen der Sicherheit. Wenn die UDSSR die USA bedrohen, tun sie das, weil sie nach Weltherrschaft streben. ...   http://en.wikipedia.org/wiki/Cuban_Missile_Crisis

Aus der Perspektive Kubas sind die USA der Terrorstaat.

Palästina

Wenn Sie sich den Film Gaza Strip von James Longley ansehen,  so wird Ihnen klar, dass die Palästinenser dort offenbar seit langem in ärgeren Zuständen leben als die Irakis jetzt nach dem Krieg. Wer sich den israelischen Sicherheitskräften zu sehr nähert, wird beschossen, egal ob Frau, Kind oder Esel. Häuser werden platt gewalzt, Bäume und Plantagen zerstört. Dieses Volk lebt seit 1967 in einen riesigen Freiluftgefängnis und sieht keine Zukunft. Wen wundert's, dass bereits zehnjährige Knirpse davon träumen, mal sich selbst in die Luft zu sprengen, und eine Anzahl Besatzer in den Tod mitzureissen.

http://www.palestineonlinestore.com/films/gazastrip.htm

Aus der Perspektive der Palästinenser sind die Israelis und die USA die Terroristen.

Martin Herzog, webdesign, Rheinfelden, 18. November 2004

Terrororganisationen

Der Mensch ist bereit, für jede Idee zu sterben. Voraussetzung dafür bleibt, daß ihm die Idee nicht ganz klar ist.

(Gilbert Keith Chesterton, englischer Schriftsteller, 1874-1936)

Nordafrika, Nah- und Mittelost

Rest-Asien

Zentral- und Südamerika

Europa

nach: CASH. 28. Juli 2005. S. 25, Übernommen von National Geographic, BA

Fazit:

1. Terroristen sind extrem kleine Gruppen von Aussenseitern, und bereits dadurch keine reelle Bedrohung für die Welt, ja nicht mal für eine neurotische Weltmacht.

Anhand der oben rot markierten Mitglieder- oder Anhängerzahlen sehen wir, dass es sich nur im Falle der Philippinen, Sri Lankas und Columbias um wirklich armeeähnliche Bestände handelt. Die meisten dieser Gruppen haben ein paar Dutzend, ein paar hundert, im Maximum ein paar tausend Mitglieder - wobei die Sympathisanten, nicht nur der Al Qaida, natürlich kaum zählbar sind. Trotzdem, wenn Sie die kampfwilligen hier zusammenzählen, so ergibt das nicht mal einen Bruchteil dessen, was die USA innert weniger Tage oder Wochen in den Irak ... oder sonst irgend ein Land, dass grad bedrohlich oder unkooperativ erscheint, entsenden können. Und die Leute, speziell die Marines, haben in etwa ja das selbe Training und Ziel: Durchsetzung der eigenen Ideologie.

2. Es gib weltweit 1.3 Milliarden Muslime, aber "nur" ein paar zehntausend Anhänger von terroristischen Gruppierungen.

Selbst wenn wir die höchst negative Annahme machen, Bin Laden könne eben so viele kampfbereite Anhänger mobilisieren wie die Tamil Tigers, so wäre das ein Prozent eines Promilles der Islamischen Bevölkerung (1/100'000). Das Verhältnis zeigt, wie unangebracht, ja kontraproduktiv, der Generalverdacht gegenüber dem Islam ist. Den 1.3 Milliarden Muslimen stehen immer noch 2.1 Milliarden Christen gegenüber, von denen sich insbesondere die Evangelikalen immer noch durch absolut rücksichtsloses Missionieren auszeichnen - was bei Muslimen kaum zu beobachten ist. Nicht? Wurden Sie schon mal an der Tür von einem Muslim angegangen, sie sollten sich doch bitte zum richtigen Glauben bekehren?

http://www.adherents.com/Religions_By_Adherents.html  

Im Vergleich dazu hatte die Solidarnosz innert kürzester Zeit 10 Millionen Mitglieder - und demokratisierte Polen in relativ kurzer Zeit, ohne jegliche Anwendung von Terror.

3. Geld und Macht SIND die Verschwörung und DER Terrorismus. (s. Corporatocracy & Netzwerke als hinter-listiges Selektions- und Herrschaftsmittel: Die hegemoniale Vorherrschaft des neoliberalen Markt-Totalitarismus)

Es braucht enormen Mut und Zuversicht, eine andere Zukunft zu sehen und zu gestalten, als diejenige, die mit noch mehr Wachstum noch den letzten Resten Natur und Freiheit mit Beton und wirtschaftlichen Strukturen zukleistern will.