Weiterführende Texte zum gräulichen Thema Blocher unter www.brainworker.ch und www.diskussionsforen.ch:
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Januar 2010: Mit der AZ und BAZ die Nordwestschweiz unter die Kontrolle einer zweiten Weltwoche zu bringen, scheint schwieriger als geplant ... Bamiert hat sich Blocher aber vor allem mit seinen Bemerkungen und Vorstössen zur Nationalbank, die darauf verpflichtet werden soll, den Kantonen jährlich möglichst hohe Profite auszuzahlen. Hier belegt er mal, dass er zwar ein guter Betriebswirt ist, aber keinen blassen Dunst hat von Volkswirtschaft, insbesondere von der Bedeutung der Nationalbank für die Geld- und Finanzmörkte, bzw. deren Stabilität. Eine Nationalbank als Konkurrenz um Profite mit den andern Banken - das würde er sich im Bereich Chemie sofort verbieten und hätte 1000 Gründe dagegen. Hier nun mangelt ihm der Durchblick aber völlig. Fazit: Blocher is outdated and out! Sollte die SVP dennoch nochmals zulegen bei den Wahlen, liegt das bloss daran, dass sie die Massenverführung besser beherrscht als die andern Parteien.
Dezember 09: Der neuste Gagg: Blocher als Winkelried gegen die Classe Politique
Er nervt wieder mal. In einer Debatte mit Andreas Gross im Tagesanzeiger kommt in jedem 2. Satz die Classe Politique. Was ist das eigentlich? Sehen wir mal nach, bevor wir uns das von Blocher selbst definieren lassen: Mit Classe Politique bezeichnet der Elitetheoretiker Gaetano Mosca diejenige politische Elite, für die Politik längst zum Broterwerb geworden ist, die diesen Futternapf auch vererben und mit aller Macht behalten wollen. In Frankreich bezeichnet er eine politische Elite, die meist verbandelt ist, zumal praktisch alle durch die selben Eliteschulen gegangen sind.
Nun die Definition der SVP: Die Classe Politique sind Alle die was anderes sagen als die SVP, diejenigen, die Meinung bilden wollen, aber nicht unsere Meinung, die Meinung des Volkes.
Die SVP macht sich zu einer Sonderklasse der Klassenkämpfer, welche die wahren Interessen der Bürger vertrete und dem Bürger die politische Macht wieder in die Hände geben wolle. Allerdings spielt sie falsch - und das mehrfach:
Mai 09: Blocher als Wirtschaftsethiker - Tettamanti als moralischer Warner vor staatlichen Steuern, welche die Rendite schmählern.
Juni 08: Die SVP vertritt nicht DAS Volk, sondern eine Minderheit, wenn auch eine Beträchtliche, von knapp einem Drittel. Das haben die Abstimmungen klar gezeigt. Sie muss nun erkennen, dass man mit knapp 30% der Stimmen eben keine Wahlen gewinnen kann, auch dann nicht, wenn man sich selbst als Oppositionspartei hochstilisiert.
Abgesehen davon geht der Geist "der einzig richtigen Meinung (des Chefs natürlich) so nach und nach auch einigen in der Partei selbst auf den Geist. Das faschistoide Einheitsdenken - wir, das Volk - ist also sogar rechts aussen nicht mehrheitsfähig (Gott sei dank ...).
26.2.08: Warum man die SVP dennoch nicht einfach abschreiben sollte: Deutschpflicht für Dreijährige in Basel. Und wieder ist die SVP die einzige, die nicht in das transkantonale Hurrageschrei einstimmt und diese Massnahme begrüsst. Vielleicht ist sie ja bloss das Huhn, das auch mal ein Korn findet, aber hier hat sie recht. Ich bin gewiss kein Anhänger dieser Partei, was Sie mir anhand dieser Artikel sicher glauben, aber sie hat hier eine Nase für eine Normierung des Individuums, die ihr zwar widerstrebt, der sie aber normalerweise seltsamerweise unglücklicherweise ... das Wasser zuträgt. Aber hier scheint sogar der Autoritarismus der SVP an seine Grenzen gekommen zu sein. Zu recht.
... Gemessen daran, dass die SVP allerdings in Appenzell-Ausserrhoden, dem einzigen Ostschweizer Kanton der Schweiz, der sich weigert, Schüler in den ersten 5 Jahren per Noten zu klassieren, das Notensystem wieder einführen will, drängt sich doch der Verdacht auf, dass ich hier ein bisschen tträume ... und es der SVP halt doch vor allem um die Kosten geht.
12.12.07: Autsch - da hat aber einer eins an die Waffel gekriegt ...
Bundesratswahlen - Blocher raus, gewählt ist Eveline Widmer-Schlumpf. Das Hausblatt der SVP, die Weltwoche, d.h. Köppel, haben sich damit ebenfalls blamiert, denn gerade sie, die dauernd und am lautesten immer wieder <VERSCHWÖRUNG> schrieen, haben nichts gemerkt, als die Verschwörung, eine ganz legale und politisch akzeptable Verschwörung, dann wirklich lief.
Kaum kriegt er wieder Luft, droht er natürlich, mit der Opposition, dass er nun wieder frei reden könne (was er sich eh nie verbieten liess) und den Dreck zeigen werde, der im Bundeshaus veranstaltet wird (verunglimpft also wieder mal das Gremium, aus dem er, zu recht ausgeschlossen wurde. Gott sei Dank, Demokratie kann offenbar doch funktionieren ....) Dazu ist zu sagen:
- Blocher war immer in der Opposition. Die letzten 4 Jahre einfach als Bundesrat, jetzt wieder ausserhalb. Das tut ihm und seiner Partei gut, denn im Schweizer Konkordanzsystem gibt es ja keine Opposition. Die SVP gleicht also dem Bullterrier der irgendwo in einem Nachbargarten rumkläfft. Die Situation der SVP als Opposition im Schweizer System wird damit ähnlich der Position der Schweiz innerhalb Europas. Jeder Einfluss, jeder Deal, jede gemeinsame Aktion braucht Partner mit denen er einzeln ausgehandelt werden muss. Der kläffende Juniorpartner, aussen vor, übt sich im autonomen Nachvollzug. Die SVP droht mit Referenden, sie droht den politischen Betrieb der Schweiz stillzulegen, sie beweist wieder mal, dass ihr die Schweiz als solche, als ganzes, eigentlich so lang wie breit ist, sondern dass es ihr nur um die Durchsetzung ihrer Parteiinteressen geht. Dass sie dabei recht diktatorisch vorgeht, belegt der Ausschluss der nicht ganz Linientreuen Brigitta Gadient und Hansjörg Hassler aus den Kommissionen
Vor 4 Jahren wurde Blocher gewählt - um die Drohung der Opposition abzuwenden. Mit dem Erfolg, dass die Opposition nun direkt im Bundesrat sass und die Schweizer Demokratie und ihre Entscheide sogar im Ausland lächerlich machte. Heute ist die Angst verpufft, die permanente Drohung hat zu einer dickeren Haut bei denen geführt, die eine andere Meinung vertreten. Blocher ist ein alter Mann, seine Reden müde, sein Fussvolk nur noch aggressiv. Er dürfte in den nächsten Jahren eher als Pointenlieferant für das Cabaret denn als grosser Politiker auftreten. Einige erste Muster:
Wechsel von der typisch schweizerischen, historischen kulturell verankerten Konkordanz zum Zweiparteiensystem: Wir haben ja ausländische Vorbilder - sagt der Führer der ausländerfeindlichsten Partei. Dabei ist allerdings das Zweiparteiensystem eine der dämlichsten Erfindungen der Demokratie und führt bloss dazu, dass sich die zwei Blöcke immobilisieren, die Vermögenden also tun können, was sie wollen.
Mein Mann hat als überdurchschnittlicher Bundesrat mit grosser Ausstrahlung und ausserordentlichen Fähigkeiten seine Kollegen weit überragt. Seine Weitsicht und seine Klugheit lassen ihn Probleme frühzeitig erkennen, seine Weisheit und seine Verstandesschärfe helfen ihm beim Erarbeiten von Lösungen und seine unglaubliche Energie und seine Schaffenskraft setzen die Lösungen durch. Silvia Blocher, Ex-Bundesratsgattin
Ja mei, liebe Frau Blocher, ich dachte ja längst ihr Mann sei vom Mars. Also diese Beschreibung beweist zumindest, dass dieser Blocher in einem Paralleluniversum leben muss und nichts mit unserem kleinkarriert-bünzligen, populistisch-polternden Chnulleri zu tun hat, der die gesamte Partei seit 1977 auf sein beschränktes Weltbild ausgerichtet hat, denn Weisheit ist definiert als die Fähigkeit, gesamtsystemisch, gestaltmässig, über ganzheitliche Aspekte zu entscheiden, und dies erst noch unter Berücksichtigung ethischer Werte. Wer Lösungen mit Energie und Schaffenskraft durchsetzt mag zwar wirtschaftlich ein Hirsch sein, aber politisch sicher kein Demokrat, denn da werden die Lösungen über Konsens und Akzeptanz gesucht - nicht durch "überdurchschnittliche Führer" als Marschbefehl für getreue Parteisoldaten und das tumbe Volk durchgegeben.
- Den Interessen des Volkes nimmt sich die Opposition natürlich viel mehr an - denn das Volk ist ja soooo blöd, bei der Wahl seiner Regierung.
- Wir werden geeignete Leute dort platzieren, wo wir massiv kontrollieren können - sagt Maurer, Feldmarschall der Partei, die die Freiheit fördern will und gegen staatliche Kontrolle ist.
- Zukampf - ein neues Wort, geschaffen von Caspar Baader, Fraktionschef, der eigentlich von Zukunft reden wollte.
- Als Opposition verlangen wir gleich grosse Vertretung wie die Regierung (also SP, FDP und CVP zusammen), so sagt Ueli Maurer als Begründung, warum die SVP die Beteiligung an der Arena vom 14.12.07 verweigerte. Das zeigt die Geisteshaltung: Mit 30% der Stimmen bestimmen wollen über 100% der Schweizer, also inklusive der 70% die die SVP nicht gewählt haben. Man nennt so was im allgemeinen Minderheitenregierung, oder Diktatur. Auch hier zeigt sich, dass sich die SVP sehr wenig um Schweizer Gebräuche, Sitten, Kultur und Denkart kümmert, denn diese Art von "Mehrheitsbildung" ist nur aus einem Land bekannt, nämlich aus Rumänien. in seltsames Wahlsystem das der Mehrheitspartei bei 40% Wähleranteil 50% der Parlamentssitze zusprach wurde dort 1923 eingeführt, um die traditionelle konservative Herrschaft zu schützen. Dummerweise diente das selbe System dann den Kommunisten um die Macht zu übernehmen. Die haben es beibehalten - und später zum Einparteienstaat ausgebaut. Tja ... das ist also die Ordnung, die der SVP für die Schweiz vorschwebt ...
- Die machtverliebten Systemparteien kümmern sich nicht um Volkes Stimme, so Ueli Maurer, der sich hiermit die Auszeichnung als bester Pointenlieferant des Dezember verdient hat. Applaus! Mit "Systemparteien" hat nämlich die NSDAP alle andern Parteien bezeichnet - und sich selbst zur "Bewegung" ernannt, so wie die SVP nun sich zur "Opposition" per se erklärt, die gleich viel Bedeutung haben soll wie alle andern Parteien zusammen ... auch bei bloss 29% Volksvertretung.
- der grösste Dreck (Verschärfung der Asylgesetze, Diskreditierung der Verlierer im Wettbewerb als Sozialschmarotzer, Ablehnung der Menschenrechte etcetc.) kam ja von ... na ja, sie wissen's ...
- Der SVP droht selbst Spaltung, und das seit längerem, denn das was Blocher vertritt ist darwinistischer Neoliberalismus, also kaum etwas, das die Mehrheit der von seiner Partei angezogenen einfachen Bürger wirklich ernsthaft vertreten könnten. Dies zeigt sich insbesondere an der Distanz der Berner wie Bündner SVP, auch des Tessins und der Westschweiz, also tendenziell der Landschaft - vom fundamentalistischen Anti-Konzept der Stadt-Zürcher SVP. Auch die SVP kann die Stadt-Land-Spaltung nicht einfach durch die Gemeinsamkeit des primitiven Getöses zudecken.
Bei aller Freude über den gelungenen Coup dürfen die Gewinner nicht vergessen, dieses Drittel der Schweizer Bevölkerung, trotz seiner einfachen Geisteshaltung, ernst zu nehmen und wieder zu integrieren, sonst wird die SVP mit Blocher doch noch zum Spaltpilz der Gesellschaft und der Schweiz. Dass die Folgen einer solchen Politik die Verursacher nicht interessieren, haben sie längst bewiesen.
Anlässlich der Basler Fastnacht 2008, d Sydiane:
Bim Blocher syyner Abwahl
sin im Phaabscht grad Träne koo.
Vom beschte Mässwy het er sich
e halbe bringe loo.
O Heer für d Abwahl dangg ich Dir
und riem die Himmelryych,
jetzt bi dr ainzig Unfälbaari
ändlig wiider yych.
Na ja, bis jetzt sind's erst etwa 37 aber den Rest liefert die SVP sicher noch, lange bevor sie das 1000-jährige Re...duit Bünzlisheim ausruft oder die Plutokratische Volksrepublik Knausrigen:
| Was wollten die 68er, die Linken? | Was will die SVP, Blocher? |
| progressiv,
fortschrittlich. Vielen geht es nicht gut. Veränderungen sind
anzustreben, um deren Los zu verbessern.
Primäre Werte: individuelle Freiheit in Vielfalt, Gleichheit
(ausgleichende Gerechtigkeit), Brüderlichkeit (Solidarität, Kooperation)
Befreiung des Menschen, freie Entfaltung der
Persönlichkeit
Antiautoritär: Gegen die Diktatur des Staates - aber auch an Diktatur des Geldes, der Firmen, der Herren, der Wirtschaft. Gegen die Herrschaft der Experten, der Psychiater, der Lehrer und Professoren. Für die Demokratisierung der Hochschulen. Für eine Entfunktionalisierung des Bildungssystems.
Multikulturelle Verständigung /
Pluralismus = Vielfalt Gerechtigkeit: Jeder nach seinen Befürfnissen und Fähigkeiten
Priorität der Menschenrechte Kooperation, eine Gesellschaft die sich über gesellschaftlichen Dialog gestaltet
Identität über gemeinsame Interessen und Anliegen Jedem seine Stimme - auch dem Fremden Kritisch, individualistisch, komplex: Fundamentalismus der sozialen Gerechtigkeit |
konservativ. Es
war alles gut, es wäre alles gut ... wenn man uns bloss machen liesse. > Die SVP ist gegen Forschung und Wissenschaft, die nicht direkt Rendite bringt, gegen den Nationalfonds. Was bedeutet, dass nur privates und patentiertes Wissen als würdig angesehen wird. Allgemeines und allgemein zugängliches Wissen als überflüssig. Das erklärt sich leicht aus der Kommunikationsstrategie der SVP, bei der nur Meinungen zählen ... und Wissen bei der Propaganda höchstens stört. Primäre Werte: Freiheit (der Mächtigen, der Wirtschaft), Individualismus durch Wettbewerb: Jeder nach seiner (ihm zugeteilten) Leistung, Erhaltung des Status quo ante, der "guten alten Zeit, in der Herren noch Herren und Knechte noch Knechte waren. Der eng gezogene Gartenzaun für alle, ausser den Herren, die global agieren. Befreiung des Kapitals von seiner Sozialpflicht. Jeder Mensch hat seinen gottgegebenen Auftrag, den er zu erfüllen hat, egal wie lausig die Bezahlung. > Die SVP ist gegen jegliche Unterstützung von Kultur ... es sei denn, Heimatkultur ... oder das medizinhistorische Museum, von dessen staatlichen Geldern Mörgeli lebt. Autoritarismus - für den Starken Mann und die Herrschaft von Tradition, Ordnung, Hierarchie. Für die Expertokratie (solange sie den eigenen Interessen entspricht, für autoritäre Herrschaft über die Auszubildenden. Strenge funktionsorientierung der Ausbildung: Idealbild: geistig beschränkt, aber daher unkritisch und produktiv für jeden Zweck einsetzbar. Erreicht mit FH. Blocher im O-Ton: Die heutige Jugend ist verweichlicht. An Schulen muss wieder strengere Disziplin und Ordnung herrschen. Das mag für viele richtig und gut tönen - ist aber eben sogar sachlich daneben, denn die Weisheit der Vielen, also der Demokratie, basiert auf frei geäusserten eigenen Meinungen und Wissen, kann also in einer autoritären Umgebung nicht zustande kommen! Anpassung an eine kaum definierte Ur-Kultur der Schweiz, mit Hudigägeler, Kühen, Schwingern, trutzigen Eidgenossen, die jeglichen fremden Einfluss ablehnen und sich für Peanuts zu Tode arbeiten (Bauern). Monismus = Einfalt. Mit dem Ausschluss von Widmer-Schlumpf und der Bündner Sektion hat die SVP nichts bewiesen ausser Sturheit, Altersstarrsinn, totalitäre Gesinnung. Leistung: Jeder nach seinem monetären Beitrag zum BIP (ausser die eigene Klientel, die Bauern) > Die SVP ist gegen Entwicklungszusammenarbeit, also gegen die Unterstützung Armer ... dies allerdings auch im eigenen Land (s. Sozialstaat) lokale Willkürrechte über Demokratur Wettbewerb. Eine Gesellschaft, die durch die Gewinner gestaltet wird. > Die SVP ist gegen das
Verbandsbeschwerderecht. Wer also Geld hat,
was zu tun, soll das dürfen. Die Anliegen von Gesellschaft und Natur sind
sekundär. Identität durch Abgrenzung von "Andern" Der Führer vertritt die Interessen der Einzelnen - Abweichler, Fremde werden nicht toleriert. Populistisch, dumpfe Mehrheit, banalistisch: Fundamentalismus der kleinbürgerlichen Banalität. (s. Hannah Arendt: Die Banalität des Bösen) |
Das hier ist eigentlich ein "Blocher": Eine robuste wie rabiate Bodenreinigungs- und Poliermaschine, oder vor der Maschinenzeit präzise der Bohnerbesen, eine schwere Bürste mit Stil zum Einwachsen von Fussböden (Holzböden um präzise zu sein). Wenn Sie sich dort die Einteilung der Herrschaftstypen ansehen, so wird eindeutig klar, dass Demokratien immer pluralistisch sind, d.h. auch den Minderheiten ihre Freiheit zugestatten müssen - während dem die monistische Herrschaft, die Einheitskultur (als Leitkultur getarnt) ein klares Kennzeichen von Diktaturen ist.
Das Selbe gilt für Herrschaftsumfang und Herrschaftsausübung. Die Demokratie herrscht in limitiertem Umfang mit moderaten Mitteln, die Diktatur absolut mit exzessivem Einsatz der Mittel, vor allem Polizei-, Militär- und generell Staatsgewalt.
Die geschlossene Weltanschauung, die Ablehnung der Gewaltenteilung (Verächtlich machen von Parlament und Rechtssprechung), die Herrschaft durch Angst, charakterisiert nicht eine freie Demokratie, sondern totalitäre Systeme. Wozu auch Ausschluss oder gar Zerschlagung von Randgruppen gehören.
Im Falle Blochers ... und der SVP muss offensichtlich auch die starke Frau im Hintergrund mit berücksichtigt werden, die laut Feministinnen hinter den meisten grossen Männern steht. Silvia Blocher, Ehefrau unser Reinigungskraft (s. rechts). Von Jean-Martin Büttner in Wenn sie spricht, widerspricht sie auch. Tagesanzeiger 20.9.07. S. 5) serienweise mit Attributen bedacht wie: Unmut und Geltungsdrang, Kontrollbedürfnis, rechthaberisch und heftig. Die ehemalige Primarlehrerin besteht darauf, einen besseren Einblick in den Alltag zu haben als ihr Gatte. Und aus diesem "Alltag" entsteht dann die entsprechende Politik. ...
Aufgaben der Politik:
- Frieden
- Freiheit aller
Gerechtigkeit ("für alle" ist im Begriff hier bereits enthalten) - gerechtes Regime(nt) um präzise zu sein, also
Führung, Orientierung, Richtungsgebung ...
was zumeist unterschlagen wird und ja auch nicht systematisch oder rational oder geplant oder überhaupt irgendwie vernünftig gemacht wird, sondern bloss als Resultat widerstreitender Meinungen, also des "Meinungsmarktes" zu Stande kommt. Diese Punkte sind eigentlich dominant ... und bereits sehr stark von wirtschaftlichen Interessen beherrscht. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass diese einseitige Ausrichtung sogar noch zunimmt. (s. Kommentar zu aktuellen Wahlen in Zürich: SP/Grünliberale)- Schutz der Schwachen
- Förderung des Gemeinwohls
- Ganzheitliche, systemische Orientierung (inklusive Wertorientierung!) beim Streben nach Fortschritt
- ...
Die Wirtschaft kann das nicht liefern, da sie auf Wettbewerb, also Ausschluss der Ertrags-Schwächeren basiert. Die SVP eben so wenig, da sie Banalitäten monistisch als Allgemeinverbindlich erklärt und Alternativen/Abweichlern - generell dem erst Freiheit schaffenden Pluralismus keine Chance gibt.
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Auf andere Art, durch eine fundierte historische und mediale Analyse, versucht Prof. Kurt Imhof das Phänomen SVP zu erklären (s. Artikel Wer ist bürgerlich? Das Magazin 42 (2007). S. 40-48. Diskussion unter http://www.clubhelvetique.ch/
Die Verbürgerlichung der Schweiz:
Beilegung des fundamentalen Konflikts zwischen katholisch-konservativen Ultramontanen und antiklerikalem Freisinn (Sonderbundeskrieg).
Einbezug der Sozialdemokraten ab 1888 - Aufteilung in links-rechts-Schema, Arbeiter-Bürgerblock. Freisinn als Vertreter des Bürgerblocks.
Vaterlandsverteidigung gegen Bolschewismus
sozialmarktwirtschaftliche Wirtschafts- und Sozialpolitik
Integration der Schweiz in den Westen ... gegen den Osten
für den Staat - gegen alle Staatsfeinde
Tugenden/Werte:
protestantische Konfession, tendenziell aber Antiklerikalismus
ausgeprägte Arbeitsethik,
republikanischer Patriotismus (heilig gesprochene Nation),
Glaube an die Kraft des besseren Arguments - der schlussendlich auch Pate gestanden hatte für das allgemeine Wahlrecht und insbesondere die direkte Demokratie (Referendum).
ideologischer Pragmatismus,
Gleichheits- und Wohlfahrtsstreben
Bildungs- und Kulturstreben
Argwohn gegen Aussen - aber dennoch aussenpolitische Berichtserstattung in 3 Sprachen.
Verfechter des humanitären Völkerrechts - Asyl für bürgerliche Revolutionäre der umliegenden Länderund
der Glauben an die Vernunft.
Man wollte keinen Manchesterliberalimus und keinen Nachtwächterstaat, sondern: Ein Volksheer zur Verteidigung gegen aussen, das allgemeine Schulwesen, ausgezeichnete Universitäten und technische Hochschulen, die beste Post, die besten Verkehrsverbindungen, die fortschrittlichste Energieversorgung, die sichersten Banken, das beste private und öffentliche Recht mitsamt einer soliden und unabhängigen Justiz. Sozialreformen, ein gerechtes Steuerwesen sowie Kunst-, Opernhäuser und Theater waren eine Selbstverständlichkeit.
Dafür wurden, überall wo es ging, staatliches und privates Kapital kombiniert. So schufen "die Bürgerlichen" die Kantonalbank, das Wasserschloss, kantonale Sozialreformen, Verkehrsverbindungen, die Post, den Rechtsstaat, Investitionssicherheit und eine Infrastruktur die ihresgleichen sucht. Der Markt hatte seinen Platz da, wo er funktionierte, niemand durfte zu gross werden; wenn doch, hatte man den Staat der eingreift.
Störungen der bürgerlichen Integration:
Ultramontanismus/katholischer Konservativismus (Sonderbundeskrieg)
Antikommunismus der 20er
Frontismus ab 1933
Stabilisierende Faktoren:
Antietatismus verträgt sich nicht mit sozialer Marktwirtschaft - die das Systemproblem (der ungleichen, ungerechten, existenzgefährdenden) Verteilung im Kapitalismus löst.
Bauern sorgen im Notfall für Autarkie und sind seit dem Krieg Bestandteil einer eigentlichen Staatswirtschaft
Humanistische Tradition: Im Ungarnaufstand 1956, nach der "Integration" von Tibet in China 1961 und dem Prager Frühling 1968 nahm die Schweiz jeweils einen grossen Teil der Flüchtlinge auf.
Der Kalte Krieg zwang links und rechts zur Kooperation
Auflösende Faktoren:
Die konservativ-nationalistischen Überfremdungsparteien (Nationale Aktion - Schwarzenbach) auf der einen - die Kulturrevolution der 68er auf der andern Seite
Nach der Wirtschaftskrise 1974 warf der Zürcher Flügel ... nein, diesmal nicht der SVP, sondern des Freisinns, das gesamte Konzept der Kooperation zwischen Staat und Wirtschaft über Bord mit dem Slogan: Weniger Staat, mehr Freiheit ... der heute von der SVP getragen wird.
im 19. Jahrhundert waren die Ultramontanen gegen den Staat, oder wurden als Staatsfeinde betrachtet
zu Beginn des 20. JH die Sozialisten
beim Generalstreik die Kommunisten
1940 die Frontbündler und Vaterlandsverräter
1950 die PDA
1960/68: PDA oder eben 68er
1980 die Anarchisten (Zürcher Unruhen: Macht aus dem Staat ... Gurkensalat)
1989/90: GSOA & SVP
Nun schaffte die SVP die Quadratur des Zeitgeistzirkels durch ihre antibürgerliche Kombination von Patriotismus, Antietatismus, Bekämpfung der <Classe politique>, Fremdenfeindlichkeit und Sicherheitspolitik. Sie vertritt gleichzeitig das neoliberale Denken der neuen globalisierten Welt(un)ordnung - wie Patriotismus, in der Form eines Law&Order-Populismus ... gegen die Globalisierung.
Der Patriotismus der SVP hat keinerlei Zukunftsorientierung:
Er bezieht seine Kraft nur aus der Tatsache, dass es kein anderes Projekt Schweiz gibt.
Er ist zudem nicht zu haben ohne Antietatismus, antihumanistische Asylpolitik (Ausschaffungsinitiative mit Sippenhaft / Kampf gegen das humantiäre Völkerrecht), Antisozialreformpolitik, eine Politik der Steuerungerechtigkeit, Antikulturpolitik, einen der bürgerlichen Kultur konträren Personenkult, einer im Kalten Krieg stecken gebliebenen Landesverteidigungspolitik ... und einer antiliberalen Kampf gegen die <Classe Politique> .... der man ja trotzdem seit1928 selbst angehört
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Barmherzigkeit gegen die Wölfe ist Unrecht gegen die Schafe.
(Holländisches Sprichwort) |
Sicher gibt es "Anschläge" wie die mit den weissen und dem schwarzen Schaf auch anderswo. Aber dort werden sie in Nacht- und Nebelaktionen an Mauern geklebt und belegen nicht flächendeckend die teuersten Standorte im öffentlichen Raum. (Um so verwunderlicher die völlig abwehrende Reaktion aller Parteien gegen die Vorgänge in Bern, bei denen der SVP eigentlich bloss in gleicher Münze zurückbezahlt wurde, was sie längst angezottelt hatte.)
In der renommierten ausländischen Presse, den Zentralorganen der politischen Öffentlichkeit der jeweiligen Lände, also. namentlich Independent (GB), New York Times (USA), Spiegel/Frankfurter Allgemeine, Süddeutsche (D), El Pais (E), La Stampa (I) und Le Monde (Fr) wird die SVP nicht als bürgerliche Partei, sondern als rechtspopulistische und rechtskonservative Partei beschrieben.
Auch Imhof kommt hier noch auf die erbärmliche Kultur des politischen Dialogs zu sprechen, der sich immer mehr auf Krakeelen reduziert. Motto: Wer am lautesten schreit, hat recht. Damit war aber noch nie wirklich "Staat" zu machen. Dummerweise wird das geplärr aber von allen Medien sogleich aufgegriffen und verbreitet, als handle es sich wirklich um bedeutsame Informationen. Krakeelen verdirbt aber das Denken, die politische Sprache und das politische Handeln. Die Banalität des Bösen beginnt mit der Unfähigkeit, in der politischen Kommunikation die gewachsenen Unterschiede demokratischen Denkens von seinen Auswüchsen zu unterscheiden. Krakeelen zerstört die politische Kultur ... was natürlich passt zur SVP-Kultur der Ausgrenzung, der Respektlosigkeit gegenüber Institutionen des Rechtsstaates und der permanenten Fixierung auf Wahlkampfthemen als Bröselmenue, nicht aber als zusammenhaltendes Konzept.
"Amüsanterweise" kommt Imhof also zum Schluss, dass nicht die SVP, sondern die CVP (Familienpolitik), die Sozialdemokraten (Sozialreformen, Steuergerechtigkeit, Völkerrecht, Ausbau des Rechtsstaates, Aussenpolitik), und der ehemalige Bürgerschreck, die Grünen, sich um eine bürgerliche Schweiz mit Eigentums- und den andern Rechtsgarantien kümmern.
"Amüsanterweise"
in Anführungs- und Schlusszeichen, also in Klammern, da das eigentlich gar nicht
soooo amüsant ist. Ist mir grad vor ein paar Tagen beim Ausfüllen des
Stimmbogens für die Nationalratswahlen aufgefallen: Angesichts der Zustände
hätte ich gerne mal wieder POCH oder PDA gewählt ... aber links von den Grünen
gibt's ja gar nix mehr. Da aber Grüne, von der SP ganz zu schweigen, längst
verbürgerlicht sind, fehlt hier eindeutig der rote Teil des Spektrums ... und
auch ein Regenbogen ohne Rot wär' doch nur ein halber.
21.10.07
Kommentar zu den Wahlen 07: Die Abstimmungsresultate vom 21.10.07 machen dementsprechend Sorge. Offenbar wird der Einfluss der Überalterung und des damit verbundenen Alterstarrsinns und autoritären Gehabes, oft basierend auf Alzheimer und Arteriosklerose, auf die Bevölkerung der Schweiz unterschätzt oder verschwiegen, denn anders lässt sich der Erfolg der SVP nicht erklären. Dass auch viele Junge daran beteiligt sind ändert daran nix, denn strebsame Jugendliche gelten immer gerne als Erwachsen und äffen entsprechend die Alten nach, s. Musterbeispiel Jasmin Hutter.
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Die SVP ist ein
Verein von Brandstiftern, der vom Verkauf von Feuerlöschern lebt. |
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Bush und Blocher (Martin Kilian, Tagesanzeiger 25.10.07. S. 11)
Ähnlich wie die SVP in der Schweiz hat sich in den USA die GOP (grand old party), also die konservativen Republikaner an die Macht gebracht:
Man schildert sich immer als Opfer der Machenschaften anderer, der Linken.
Man nutzt die Anliegen von Wertewählern wie christlicher Gegner von Abtreibung oder Schwulenehen in den USA - Ängste (selbst geschürte) vor Überfremdung und Ausländerkriminalität in der Schweiz - um diese ins eigene Lager zu ziehen.
und verfolgt mit dem Stimmpotential die eigene Agenda: Weniger Steuern, weniger Staat durch Deregulierung, Steuerentzug und Substanzabbau (Privatisierung) - was zu mehr Macht bei den Mächtigen führt, also dem Kapital: Primat der (unkontrollierten) Wirtschaft.
Die in den USA zu beobachtenden Folgen sind allerdings (s. Irak):
Scheingefechte wie der Krieg gegen den Terrorismus, der Kampf gegen die Al Qaida im Irak, die es vor der Invasion der USA dort gar nie gegeben hat.
Totales Versagen als Ordnungsmacht im eigenen Land: s. New Orleans, Brände in Kalifornien, Gewalttaten an Schulen etcetc.
Amigo-Oekonomie: Präsidentenfreunde die sich Milliardendeals unter den Nagel reissen - von denen die Bevölkerung aber nie was sieht.
Eine regierungsloyale Lügenpresse in den USA (s. ) und eine SVP-loyale in der Schweiz (s. Weltwoche)
Der Mittelstand wird seit Jahren über den Tisch gezogen und die Kluft zwischen Arm und Reich wächst ... die Schuld daran wird allerdings verstärkt den Armen zugewiesen. (s. Sozialstaat)
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Im Prinzip wäre die Lösung ganz einfach. Die Linke müsste sich einfach daran halten, was die Rechte fordert: Weniger Staat, weniger Gesetze, mehr Freiheit, denn bereits der Urahn allen Liberalismus hat es deutlich gesagt, wer durch Gesetze benachteiligt wird:
So gesehen könnte sich also auch die Linke beruhigt zurücklehnen und zu den Anschlägen von Freisinn und SVP auf den Staat sagen: OK ... dann nehmen wir uns die Freiheit, zurückzuholen was uns gestohlen wurde, die Strukturen zu korrigieren, die uns erst arm machen. (s. Theorie der Armut) Also auch Links ab heute EIN GROSSES JA ZU WENIGER STAAT! [nicht ganz unbedeutende Randbemerkung: Ich bin ein Zyniker ....] |
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Der Titel ist ein kleines Wortspiel, das sich aus der Etymologie, also der Herkunft des Wortes Banalität ergibt. Banal, aus dem französischen übernommen, bezeichnet nämlich alles was innerhalb des eigenen Bannes, der eigenen Grenzen ist - und dieser Zaun ist nun eben doch bei vielen recht eng gezogen.
Der Bann bestimmt über das Weltbild und die potentielle Reichweite des eigenen Handelns, der eigenen Freiheit. Vieles, viel zu vieles gibt es leider, das unsere Freiheit mit einem Bann verlegt, das bei Verstoss gegen die Regel dazu führt, dass der oder die AbweichlerIn verbannt wird:
Bann der Herkunft, der Rasse, der Familie, des Quartiers, des Dorfes, der Stadt, der Region, des Landes
Bann des Berufsfeldes
Bann der Gesellschaft, der Tradition, der Kultur, der Erziehung, der Bildung, der Kultur - Bann des beschränkten (disziplinierten) Wissens
Bann der politischen Partei
Bann der physischen und mentalen Konstitution
Bann der Altersschicht
Bann der Religion
Der populistisch-reduktionistische Trick der SVP ist nun einfach, statt sich der systemischen komplexen politischen Probleme anzunehmen, diese auf einen allgemeinen Minimalkonsens von Bann zu redimensionieren: Sauberes Haus, sauberer Garten, saubere Schule ... brave Einordnung aller unter die herrschenden Regeln = saubere (und ruhig gestellte) Schweiz ... = Irrtum, denn sooo einfach ist die Welt halt nun mal schon lange nicht mehr ... falls sie es überhaupt mal war - aber es ist natürlich beruhigend, an solch einfache Lösungen noch glauben zu können.
Die SVP bedient sich jedoch nicht bloss erfolgreich des Populismus und der Eristik, sie treibt recht eigentlich ihre Anhänger in den Wahn-Sinn, indem sie Denkfehler systematisch fördert. Folgende Liste stammt aus dem Handbuch Psychische Störungen von Hans-Ulrich Wittchen [Beltz PsychologieVerlagsUnion. Weinheim 1998. S. 56: Kognitive Therapie:
Verbreitete Denkfehler, die nach Tymothy Beck bei Personen häufig sind, die an emotionalen Störungen leiden, insbesondere an Depressionen:
Willkürschluss: Man zieht Schlussfolgerungen, die nicht durch Tatsachen gestützt sind.
Selektive Abstraktion: Ein Beispiel wird aus dem Kontext herausgelöst und die übrige Evidenz ignoriert
Übergeneralisieren: Auf Grund eines einzelnen Vorfalls werden generelle Schlüsse gezogen. Auch hier muss dazu der einzelne Fall nicht mal stimmen (s. Massenvergewaltigung durch Balkanesen in Seebach)
Überschätzung und Unterschätzung
Personalisierung: Alles wird zur eigenen Person in Bezug gesetzt ... die eigene Person identifiziert sich mit autoritären Vorbildern
Dichotomisches Denken: alles oder nichts / schwarz-weiss
Sie werden die nächsten Attacken der SVP mit Leichtigkeit in dieses Schema einordnen können. Falls Sie die Partei dennoch wählen ... selber schuld.
Apropos Denkfehler, der Gegenpol zu den hier genannten Denkfehlern ist ein Denken, dass Dinge im jeweilig richtigen Kontext betrachtet, das an die gegebene Komplexität angepasst ist und vorhandenes Wissen optimal vernetzt.
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Tja ... es mag manchen als Übertreibung erscheinen, nun die SVP auch noch in die Ecke des Faschismus zu stellen, aber vergleichen Sie mal all die oben aufgeführten Faktoren, die Sie selbst mit Leichtigkeit überprüfen können, mit der Definition von Faschismus die Steven W. Sowards gibt in Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus. [ISBN 3-83434-0977-0. Seuzach CH. 2004. S. 378-79]:
Zusätzlich wird der Faschismus im Allgemeinen als eine Bewegung beschrieben, die bestimmte Feinde hat:
Insbesondere die erste Serie an definierenden Faktoren: Masse, Unterordnung, charismatischer Führer, absolute Werte - die ohne Diskussion anerkannt werden müssen, wie die gewaltsame Lösung, zeigen deutlich, dass hier die Freiheit keinen Platz hat. |
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| Definition SVP:
Die Shareholder-Value-Performance ist ein standardisiertes Kapitalbewertungsverfahren. Der arithmetischen Durchschnitt der standardisierten fundamentalen und Börsen-Überrendite wird mit 1000 multipliziert, um einen leichter lesbaren Punktwert zu erhalten. Die blochersche Ems-Chemie steht hier auf Platz 10 hinter Nestlé und vor Roche. |
Heute, am 10. Dezember 2003, hat die Schweiz einen grossen und mutigen Schritt rückwärts getan ... und steht endlich zu ihrer "rechten" Regierung. Die nächsten 4 Jahre dürften für die SP und die Grünen hart werden. Das Blatt hat sich gewendet. Stand bis heute Morgen die SVP unter Beschuss von wegen Kollegialität und Opposition, werden in der nächsten Zeit die linken Parteien wie die Mitte (CVP) asoziale Beschlüsse mit zu tragen haben, zu denen sie eigentlich nicht stehen können, müssen also möglicherweise ihrerseits einen Regierungsaustritt und den Gang in die Oposition erwägen..
Nichtsdestoweniger - es ist mit Blocher nicht der Teufel an die Macht gekommen, sondern bloss ein kleinkarrierter Bonze. Da geht die Welt nicht unter, nicht mal die Schweiz. Das Volk hat gewählt, das Volk wollte es so, das Volk wird es ausbaden müssen, das (Fuss-)Volk wird für diese Wahl bezahlen, das Volk ist selbst schuld. That's democracy.
Man kann die Sache auch positiv sehen. Nun endlich haben die Rechten freie Bahn, sie haben die Mehrheit, sie haben die Macht. Nun wird offenbar alles besser: Keine Schulden mehr, mehr Freiheit für die Bürger, eine florierende Wirtschaft. Das Experiment läuft demnächst an - lassen wir uns überraschen ... und sehen wir zu, dass wir sie in Zukunft nach ihren Taten statt Worten beurteilen.
Der Einstieg verspricht wenig. Herr Blocher verzichtet grosszügig auf die sonst übliche Ausrichtung eines Festes für ihn als neuen Bundesrat. Sparen kommt beim Volk an. Grösse wäre allerdings gewesen, hätte er das Fest selbst ausgerichtet. Immerhin spielen Feste für die Wirtschaft eine bedeutende Rolle. 1/3 der Jahresumsätze fallen auf die Weihnachtszeit. Wie gut täte es wohl der Wirtschaft, liesse man Weihnachten ausfallen?
Die sehr einseitige Ausrichtung dieser "Wirtschaftsregierung" verspricht also nicht all zu viel Freude, nicht mal in ihrem Stammgebiet, der Wirtschaft. Sparen ist ja gut und recht, aber Sparen ist nur ein Bein der Wirtschaft - das zweite wären die Investitionen. Auf einem Bein, dem Sparbein, wird die Fortbewegung recht schwierig werden.
Etwas schwerer zu ertragen als die Umsetzung des Volkswillens was die Stärke der SVP betrifft, ist die Wahl von Merz an Stelle von Beerli. Erst diese Wahl brachte den Bundesrat voll auf Rechtskurs und kann eigentlich nur als Bestätigung dafür gesehen werden, dass die ehemals grosse und starke FDP, die die Schweiz vor allem im 19 JH. geformt hat, heute zu & Co der SVP geworden ist. Während Beerli (ungeachtet ihres Namens ...) über ausgezeichnete Sachkenntnis verfügt und auch für Links recht akzeptable Vorschläge brachte, ich erinnere mich insbesondere an ihre kritischen aber konstruktiven Beiträge zum neuen Arbeitsgesetz vor ca. 8 Jahren, machte sich Merz vor allem für das Bankgeheimnis und die Verschärfung der Asylgesetzgebung stark. Merz ist also ein vollwertiger SVP-Satrap der &Co-Partei, womit die SVP statt über einen halben nun bereits über 2.5 Bundesräte verfügt. Es ist verwunderlich, wie eine Partei, die so auf Patriotismus und Wettbewerb setzt, hier einen eigentlich unfairen Wettbewerbsvorteil der Schweiz derart penetrant verteidigt und den Nationalstolz durch Bauernschläue gleich selbst verdreckt.
Einschub 27. November 04: Ich entschuldige mich und nehme den zurück. Auch Brainworker erzählen ab und zu Unsinn. Alles in allem waren die Vorschläge die 2004 vom Bundeshaus kamen doch zumeist recht vernünftig, leider meist vernünftiger als das Abstimmungsverhalten der Mehrheit.
Noch schwerer zu verstehen und zu ertragen ist der Widerhall, den die banalen und reaktionären Thesen Blochers bei einigen Teilen der Jugend finden. Frustrierendstes Beispiel, Jasmin Hutter, 22, fille de papa, wenn sie ihren Kopf zwischen die Schultern zieht und das panzerhafte Getue ihrer Idole zu imitieren versucht. Es war zwar schon immer so, dass man in der Jugend eher links anfängt und im Alter rechts endet. Hier ist die Aussage ernst zu nehmen:
| Wer in seiner Jugend kein Sozialist war, hat kein Herz - wer es aber im Alter noch ist, hat keinen Verstand ! |
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Wenn man Jahre + seine gesamten Ersparnisse in den Aufbau einer Firma investiert hat, jahrelang selbst unter dem Existenzminimum und über der Maximalarbeitszeit gearbeitet hat, ist es verständlich, dass man nicht mehr alle Forderungen von Grünen und Roten teilen kann und will. Leute wie Ehrler (AG, leider abgewählt) und Beerli erhalten so eine weitaus grössere Akzeptanz. Dieses Verständnis für die Belange der Bauern, welche die härteste Selbstausbeutung betreiben (s. Löhne), und Gewerbetreibenden darf aber nicht so weit gehen, dass Selbstausbeutung die Ausbeutung anderer, wie der Natur, legitimiert. Der Unternehmer beutet sich selbst freiwillig aus, zumindest in der Aufbauphase. Dies berechtigt jedoch keinen, absolut keinen, Unternehmer dazu, später andere - oder auch die Natur - auszubeuten.
Eine Jugend, die bereits rechts beginnt, nur noch die return(to the good old times) -Taste drückt, also die Vergangenheit lobt, ist eigentlich verloren, vielleicht noch mehr verloren, als die no-future Generation, denn die wussten mindestens, dass es unter Umständen möglicherweise eine (bessere) Zukunft hätte geben können. Jugendliche jedoch, die Alte und Altes loben, sind vermutlich eher Speichellecker, die den Alten zeigen wollen, wie vernünftig sie in ihrer Jugend schon sind. Diesbezüglich ist es eine enorme Freude zu sehen, dass dieser Trend unter Jugendlichen ganz und gar nicht einheitlich, nicht mal dominierend zu sein scheint, was die Proteste an den Universitäten in Basel und Zürich belegen. Danke! Denn wenn die Jugend schon kein Feuer mehr hätte, dann wären wir echt verKohlt.
Die Parteiarithmetik führt hier, nicht nicht nur was die Frauen betrifft, nicht zur richtigen Zusammensetzung unserer Regierung. Geht man von den Typen aus, hätte man eine andere Wahl treffen müssen. In jeder Regierung sollten zwar auch Minderheiten eine Stimme haben. Selbst der Minderheit der seltsamen Typen zugehörig, bin ich absolut damit einverstanden, dass auch ein seltsamer Typ in der Regierung vertreten sein kann, darf und soll ... aber EINER genügt eigentlich. So betrachtet hätte man eher Schlafbrot durch Flaumer ersetzen sollen.
Bisheriger Leistungsausweis der Fraktion in Sachen Umwelt [s. http://www.wwf.ch/de/presse/Wahlen_2003_der_Oekotest.pdf]:
Die Mitglieder der SVP-Fraktion stimmen in 0 bis 14 Fällen für die Umwelt. Die grosse Mehrheit der Fraktion stimmt nur in vereinzelten Fällen für die Umwelt.
Fortsetzung folgt ... nicht. Hoffnungslose Fälle kommentiere ich nicht. (13.8.06)
Martin Herzog, Rheinfelden, 10.12.03
Bereits 2 Tage nach diesen Wahlen zeigen sich weitere interessante Möglichkeiten:
Da nun König Schlafbrot nicht mehr der einzige ist, der alles (besser) weiss, sondern zumindest zwei dieser Gattung vorhanden sind, könnte es einen Kampf der Königreiche geben.
Maurer, der zunehmend zum Giftzwerg der Nation mutiert, könnte seinen Ex-Chef auch bald zum halben Nationalistenrat degradieren, womit die politische Landschaft der Schweiz sich nicht vom Konkordanzsystem zum System Regierung und Opposition, sondern gerade zu einem völlig innovativen (oder waren uns da die Italiener mal voraus?) System der Nurnochopposition verändern würde, das zur gegenwärtigen politischen Verfassung der Schweiz aber absolut passt.
Und hier eröffnet sich uns erst - oh grosse Leistung unseres neuen Führers - ein gewaltiges Sparpotential! Da die SVP nun seit 10 Jahren die Nurnochopposition trainiert hat, ist sie die einzige Partei, die dieses neue System effizient und im Alleingang zur Anwendung bringen kann. Sozialisten, Kommunisten, lauwarme Mitte, Halbrechtse ... alles Überflüssig. Die SVP reicht aus. Wir können also 6 der 7 (na ja, vielleicht auch nur 5.5) Bundesräte einsparen und wir können 3/4 des Parlaments einsparen (was bei derartig hinterlistigen Entscheiden wie vom 10.12. eh zu erwägen wäre).
Bereits am 4. Tag nach den Wahlen hat sich die Politik an den beiden Herren gerächt, was der Cabaretist Franz Hohler offenbar richtig voraus gesehen hat mit seiner Empfehlung: Wählt Blocher! Er hat diese Strafe verdient! Merz übernimmt die Finanzen, und wird vermutlich, das trau' ich ihm zu, eine recht vernünftige Finanzpolitik fahren, genau so wie das seine Vorgänger, im Rahmen des Möglichen - aber weitgehend unter Ausschluss der Parteiparolen - getan haben. Amüsanter ist das Schicksal Blochers. Er tut mir schon fast leid. Man stelle sich ihn nur vor, wie er nun als Justiz und Polizeiminister nach Afrika reist um einen Rücknahmevertrag auszuhandeln, und dort erklärt kriegt, dass man nicht im Traum daran denke, für die Schweiz den Neger zu machen. Oder wenn ihm sein neuer Kollege Merz verklackern muss, dass Integration günstiger zu stehen kommt, auch rein finanziell, als Ausschliessen und Einsperren ... und Blocher dasselbe nachher seiner Partei. Autsch.. Ich hab den Eindruck, dass für Zyniker und Cabaretisten sich in nächster Zeit vor Pointen kaum retten können.
Einschub 27. November 04: Diese Voraussage hat sich bewährt. Das Amt Blochers ist für ihn und seine Partei eine Strafe ... dummerweise aber auch für den restlichen Bundesrat. Übel ist die Spaltung der Räte wie der Schweiz in einen rechten und einen linken Flügel, mit bedeutungsloser Mitte. Aus dieser Konstellation können kaum mehr tragfähige Richtlinien entstehen. Da herrscht populistisches Streben nach Mehrheiten, fundamentalistische Polemik. Dabei gibt es eigentlich wenig Grund für diese Spaltung, hätte man nicht Blocher zu dem Popanz aufgebaut, der er nun ist und ihn derart ernst genommen. Es wäre wichtiger und notwendiger, die Verunsicherung dieser Bevölkerungsteile aufzunehmen, die sich von Blochers Populismus über den Tisch ziehen lassen - und ihnen wieder Hoffnung und Orientierung zu geben. Hierzu taugt allerdings die SP genau so wenig wie die SVP. Die einen sind einfach gegen alles Neue (nein, nein, nein, nein....), die andern setzen sich zwar ein für die Armen und für mehr Gerechtigkeit - verlassen sich aber auf die Reichen (und Bösen), dass diese wieder Wachstum und mehr Geld schaffen, dass man ihnen dann abnehmen kann. Weder die Rechte noch die Linke hat eigentlich ein wirtschaftliches Konzept, das die Bezeichnung Konzept verdient (von nachhaltig noch nicht mal zu reden ...). Rechts stützt das Recht des Stärkeren, Links ebenfalls, wenn sie plötzlich mehr Zinsen für die armen Rentner fordern. Rechts fordert Abschottung der hehren Schweizer Kultur vor Barbaren und Wirtschafts-Flüchtlingen (Steuerflüchtige ausgenommen), links fordert Abschottung vor Billigarbeitern. Rechts fordert mehr Wirtschaftswachstum, links fordert mehr Wirtschaftswachstum ... Denken ist zum Luxus geworden, Propaganda regiert.

Dass die Argumente der SVP nur mässig intelligent sind, lässt sich wissenschaftlich belegen. Die Anhänger Blochers sind begeistert von seiner Fähigkeit, aus dem Bauch heraus zu entscheiden, also nicht auf intellektuelle und komplexe Analysen zurückgreifen zu müssen. Dabei wird allerdings vergessen, dass:
Das Bauchhirn nur 1% der Kapazität des Kopfhirns hat.
Das Bauchhirn nur persönliche Erfahrungen verarbeiten kann, also nichts liefert, was irgendwie von allgemeinem Nutzen wäre.
Das Bauchhirn sehr stark davon beeinflusst wird, was einer gerade gegessen oder getrunken hat (bei Konsum von Bier entstehen eben die sog. Bierideen!)
Details s. unter Denken
| Ich habe eine andere Aufgabe als früher und bin daher
zwangsläufig in den Strukturen des Establishments tätig, mache dort
Widerstand und gestalte wo nötig. CH-Blocher, Tagesanzeiger 20.5.06, S. 25: Machen wir uns keine Illusionen. |
Kommentar 20.5.06: So langsam wird er mir sympathischer. Wenn er dazu steht, dass er die Interessen der reichen Eigentümer vertritt, so ist er am rechten Ort - und hat auch das Recht dazu. Was mir auf den Keks geht, ist wenn man diese als identisch mit den Interessen des Volkes ausgibt. Inzwischen scheint er gemerkt zu haben, dass Bauern (und vermutlich noch ein paar weitere Branchen) Funktionen erfüllen, die zwar wichtig sind, aber vom Markt nicht gewährleistet werden. Seine Ansätze zur Revision des Aktienrechts und damit zur Entfilzung der Wirtschaft sind begrüssenswert: Meines Erachtens haben Vertreter der Banken in den Verwaltungsräten von Firmen, denen sie Kredite geben, nichts verloren. Das gilt natürlich auch umgekehrt. Man darf sich aber nicht irren. Sie sind primär im Interesse der Kapitalgeber, der Aktionäre, der Shareholder - denn es steht nirgends geschrieben, dass das bei Managerlöhnen eingesparte Geld an die Mitarbeiter verteilt wird. Wir haben heute nicht mehr bloss ein duales Kampf-System: Kapital <> Arbeiter/Angestellte, sondern ein multiples Kampffeld: Kapital (Eigentümer) / Arbeiter / Staat / Sozial-Versicherungen / Jäger (oder Hyänen oder was immer, also die Manager, Rechts- und Strategie-Berater, Kredithaie, Erbschleicher, Finanzjongleure etc.). Jeder will möglichst viel vom Kuchen. Die heute viel geschmähten Manager sind ja so eine Art Zwitterkaste, nicht Eigentümer - aber voll die Interessen des Eigentums verteidigend (abgesehen vom möglichst hohen eigenen Profit natürlich. Im Prinzip wären aber Manager nichts anderes als Arbeiter der Oberklasse, und darum, wie mancher Klassenbeste, oft auch spitzenmässige Kriecher (um nicht noch üblere Ausdrücke zu gebrauchen). Wo diese also als Elite auftreten und über die Zukunft bestimmen wollen, ist Vorsicht geboten.
27.8.06: Die SVP hat zweimal recht:
Die Nationalbank darf nicht auf Profit ausgelegt werden, also gewinnorientiert arbeiten, sonst ruiniert sie die Wirtschaft. "Gut gemeint" ist hier wirklich schlecht. Man kann nicht zugunsten der AHV die ganze Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen.
Ein staatlich gestütztes Verbot des Rauchens in Betrieben ist Bevormundung, macht die Betriebe noch stärker zur Sozialpolizei, zum Volkslehrer und Aufseher als eh schon.
Fazit:
Sogar eine Partei die einem generell eigentlich auf den Keks geht, kann ab und zu wichtig sein!
> Mit dem Vorschlag zu einem Minarettverbot zeigt sie dann allerdings sogleich wieder, dass die Freiheit, die die SVP meint, nur die Freiheit derjenigen ist, die das selbe Denken und zum "richtigen" Kulturkreis gehören ....
| Zufall oder Ironie
des Schicksals, dass sich die SVP ausgerechnet die Ziege als Totemtier
aussucht, sich also
a) heidnischer Symbolik bedient und b) präzise das Tier auswählt, das für
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Wenn die Sonne tief steht, werfen auch Zwerge riesige Schatten ....