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Die Ordnung der Welt nach "oben" und "unten" auf der Basis des Berufsprestiges

Berufsprestige in Deutschland (und, zum Vergleich, in Neuseeland):

Wenn Sie sich diese Ordnung ansehen, nach der sich aller richten, da alle reich und einfluss-reich werden wollen, sehen Sie sofort, in welch absurder Welt wir leben. Denn dies hier ist die Grundorientierung der heutigen Welt, bedeutsamer als Bibel oder Gesetz.

Fangen wir unten an. Hier wird sofort der Mythos der Leistungsgesellschaft widerlegt: Je mehr Leistung, desto höher der Lohn. Die härtesten Arbeiten, die Arbeit von Bauern und Forstleuten, die Arbeit auf dem Bau, die physisch dauernd an der Leistungsgrenze arbeiten, wird am geringsten belohnt, nicht nur in Geld, sondern auch als sozialer Status.

Fangen wir oben an, finden wir Richter, Ärzte, Apotheker, Anwälte, Vertriebsleiter, Zahnärzte, Professoren, Direktoren, Wissenschaftler, Lehrer, Ingenieure, Produktionsleiter, Betriebsleiter, Künstler etcetc. Interessanterweise handelt es sich um Machtpositionen des Wissens - nicht des Geldes. Die Diskrepanz zeigt sich heute insbesondere am Beispiel der Aerzte, die ein sehr hohes Risiko eingehen müssen, aus dem Studium eliminiert zu werden ohne Abschluss, die das längste Studium absolvieren müssen - das aber nur noch im Ausnahmefall zu einigermassen anständigen Löhnen führt. Sehen Sie sich selbst ein paar Beispiel an, die sie einschätzen können, und Sie werden erkennen, dass Berufsprestige eigentlich längst keine taugliche Münze mehr ist. Aktuell zeigt sich dies gerade am enormen Anstieg des Prestiges und der Studienanfänger beim Beruf des Gerichtsmediziners  ... ein Interesse das auf nichts anderes zurückzuführen ist, als auf ein paar dämliche Fernsehsendungen, aber mit reellem Bedarf oder Leistungen der Branche rein gar nichts zu tun hat:


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Interessant auch zu wissen, wo die Mitarbeiter diese Qualifikationen am liebsten einsetzen würden:

Die beliebtesten Arbeitgeber der Schweiz:

Firma / Rang bei: Oekonomen Ingenieuren Frauen Männern
Nestle 1 2 1 3
UBS 2 11 2 1
Google 3 1 7 4
Credit Suisse 4 14 4 2
Swatch 5 8 5 11
L'Oreal 6   3  
Coca-Cola 7   8  
Procter & Gamble 8   15  
Richemont 9   8  
IKRK 10 18 11  
Ikea 11      
Novartis 12      
Kuoni 13   16  
Lindt & Sprüngli 14   6 8
Unilever 15      
SBB 16      
Migros 17      
Swiss 18   17 7
Logitech 19 5    
Julius Bär 20     8
ABB   3   19
Roche   4   17
IBM   6    
Novartis   7 14 11
SBB   8    
Siemens   10    
Swisscom   12    
Alstom   13    
Pilatus   14    
Sun Microsystem   16    
Merck-Serono   17    
Bund   18    
Johnson&Johnson   18 19  
IKEA     8  
Swiss Re     8 6
Migros     13  
Goldmann Sachs     17 5
Unilever     20  
McKinsey       8
Merill Lynch       13
Morgan Stanley       13
Hilti       15
JP Morgan       16
Boston Consulting       17
Raiffeisen       20

Diese Tabelle bietet wenig verwunderliches. Wer sich schon in die Lohnsklaverei begeben will, der sucht nach bekannten, grossen, gut verdienenden Firmen - die auch gut bezahlen können. Was sie produzieren scheint den Angestellten heute weitgehend wurscht. Die Dressur auf Produktionsgesinnung und Produktivismus war also diesbezüglich ein voller Erfolg.

Dass das Rote Kreuz bei den Oekonomen relativ hoch geschätzt wird, liegt vermutlich weniger an unterschätzter philantropisch motiviert, als in Anerkennung der Tatsache, dass das IKRK zu einer gigantischen Gesundheits- und Katastrophen-Ag geworden ist mit einem geplanten Budget für 2008 von über 1 Milliarde Fr.

Die Begeisterung der Männer für Banken ist halbwegs verständlich, denn in dem Bereich sind noch Feldzüge und Eroberungen möglich, allerdings, genau wie damals, immer im Dienste von Kolonialisten. Oder es lassen sich im Reich des Kapitals immer neue Feuden errichten, wobei der Lehensnehmer allerdings dem Lehensgeber genau so zur Loyalität verpflichtet ist, wie damals die alten Ritter. (s. moderner Feudalismus).

Dass die Frauen primär in der produktiven Industrie ansässig sind, wundert eben so wenig. Man nennt dies Hausfrauisierung, die Übernahme ehemaliger Pionierbranchen durch "Ausführende", günstiger und williger Ausführende, eben Frauen.

Umfrage: Universum 2007
 

Interessant, zum Vergleich, das selbe aus Neuseeland. Dort zeigt sich gleich, dass die Beurteilung nicht bloss vom Beruf der Beurteilten, ja nicht mal von den Beurteilenden abhängt, sondern auch (wen wundert's) von Rasse und Geschlecht. Der Soziale Status einer Arbeit die von Frauen ausgeführt wird leidet offenbar noch mehr, als die geringere Bezahlung vermuten lässt. Ausser im Umweltschutz und bei der Reisebegleitung wird das Berufsprestige von Frauen generell tiefer geschätzt:



 

Berufsprestige, danach beurteilt, ob der Beruf von einem europiden (kaukasischen) Typen oder einem Maori ausgeführt wird:

Ein Maori zu sein wirkt sich in Neuseeland auf das Prestige offenbar ähnlich aus wie eine Frau zu sein ... ausser es gehe um religiöse Layendienste, Strassenverkauf, Glas und Keramikherstellung oder Schiffspersonal, da sind die Maoris sogar besser angesehen als die Europiden:



The New Zealand Socioeconomic Index of Occupational Status (NZSEI)