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Kompilation: Orientierungs- und Entwicklungswissen

  1. Bura': Systemische Handlungsorientierung erfordert Kenntnisse der Grundstrukturen der Gesellschaft, also
  1. Entwicklung der Weltbildforschung zur riemannschen Geometrie der Denkräume, aus der sich z.B. (erst ein vorläufiger, echt heuristischer Ansatz) folgende Gesetze ableiten liessen:
    1. Entwicklungsgesetz der Funktionserhaltung
    2. Entwicklungsgesetz der Förderung der Freiheitsgrade
    3. Entwicklungsgesetz der ethischen Stabilisierung (Gleichheit, Gerechtigkeit)
    4. Entwicklungsgesetze der Ordnung des Wissens
  1. Systemische Co-Disziplinarität: Hieraus ergibt sich ein Neuansatz zur Strukturierung von Wissen: Wichtig ist die Unterscheidung zwischen:
    1. Ursachenwissen (A-B): Materie

    Fakten (theoretische Philosophie, Naturwissenschaften), die stimmen müssen, gegeben sind, die wir so nutzen können wie sie sind, aber nicht verändern, also die naturwissenschaftlichen Tatsachen wie Erkenntnisse über gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische etc. Zusammenhänge. Kausale Bedingungen. causae

    1. Gestaltungswissen (B1-2): Leben & Wille

    Intentionen (praktische Philosophie, Politik, Ethik) die wir frei wählen können, Angelegenheiten des Willens, also speziell Ziele für die Zukunft. Diese sind nur soweit frei wählbar, als wir uns mit den Bedingungen von 1. arrangieren können. causa finalis / phronesis (Schöpferische Philosophie: Technik, Politik, NGOs, Grassroots, Thinktanks, Presse etcetc.), der Aushandlung, der Abstimmung, der Vertragsbildung - in Politik und Wirtschaft. Hier ist darauf zu achten, dass nur die Intentionen fluide sind, die Fakten aber Fakten bleiben.

      1. Normen über die wir unsere freie Wahl mehr oder minder freiwillig beschränken, nach dem Motte: Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Auch diese gehören zu den causae finalis
      2. Werte, die wir anerkennen, glauben, begründen, oder einfach im Dialog übereinkommen
      3. Ziele - über die wir uns in einer Demokratie immer dann einigen müssen, wenn sie andere in Mitleidenschaft ziehen.
    1. (Gestaltungs-)Orientierung: Wertewissen/Wertorientierung (B3): Geist & Orientierung

    Kulturelle Prozesse der Gestaltung, Modellbildung und Verhandlung Konsens-/Sinnfindung - im praktischen Feld über Funktionswissen, im Orientierungsfeld nur über umfassendes Speicherwissen.privater-gesellschaftlicher Horizont, lokaler Horizont - Welthorizont, Zeithorizont

    Hier haben wir heute ein Loch, dass die noch bestehenden Religionen mit viel Geschrei zuzudecken suchen, das aber längst vollständig von meist recht obskuren Anbietern von Esotherik, Spiritismus, Heilslehren und Aberglauben besiedelt ist.

  2. Entwicklungswissen: Entwicklungswissen ist primär das Wissen um die Ziele.
  3. Pragmatische Ontologie: Da eine Ontologie einer persönlichen Wissenssammlung auf der Entstehungsgeschichte dieses Wissensbaumes beruht, ist es müssig, sie objektivieren zu wollen. Welche Daten, Fakten, Wissensbestände interessant schienen wärend eines Lebenslaufes ist äusserst subjektiv. Diese Ontologie gilt also primär nur für diese Sammlung. Sie kann erst objektiv werden durch Vervollständigung, d.h. eine Synthese aller möglichen Sammlungen. Die Kernbereiche unter Brainworker lassen sich nach dem Grundmuster: 1 Realität, 2 Erkenntnissphäre, 3 Idealität und 4 logische Sphäre - oder Ursachenwissen (A-B), Gestaltungswissen (B1-2), Wertewissen/Wertorientierung (B3), Denken wie folgt gliedern:
    1. Das Sein (Realität): Das Reich der KAUSALITÄTEN.
      1. Das reine Da-Sein. Die Natur
      2. Die belebte Natur
    2. Das Reich des FÜHLENS und GESTALTENS, des WOLLENS und KOENNENS, also der FINALITÄTEN.
      1. Kulturelle Organisation I (organische Entwicklung): Der Mensch. Individuum, 2er Gruppe, Gruppe, Volk, Masse
      2. Kulturelle Organisation II: menschliche Organisation: Institution / Staat
      3. Kulturelle Organisation III: Die Geltung (() - das Reich des Sollens, der ETHIK
    3. Geist, Idealität: Erkenntnis/Kognition: Die Frage(n) - Das Nichts - Der Umgang mit Nichtwissen - und die METAEBENEN DES DENKENS: Logik und andere transzendentale Bausteine wie etwa die Kategorienlehre. Dieser Bereich ist am schwierigsten einzuordnen, denn
      1. These - Perspektivismus: gehört Denken und Wissen über das produzierte Wissen, als Metadialog, in jegliche Kategorie, in jede Disziplin der Wissenschaften.
      2. Antithese - Totalitarismus: geht es auch in der praktischen Welt des Verhandelns, des Willens und der Gestaltung oft um Metadiskurs. Jedesmal wenn einer oder eine dem oder der Gesprächspartnerin sagt: So kannst Du doch nicht mit mir reden!, oder: Ich verstehe Dich nicht., dann stehen wir in einem Metadiskurs, der erst klären smuss, was wir wie sagen können, sollen oder dürfen. Die Zensur wurde nicht mit der Inquisition abgeschaft, auch nicht mit dem Totalitarismus, sondern sie lebt weiter, heute in den Köpfen. Auf Grund der sozialen Integration, die gerade für den beruflichen Marktzugang entscheidend ist, ziehen es die meisten vor, das zu sagen, was man eben so sagt, statt selbst mal einen Versuch zu unternehmen über etwas nachzudenken und die Resultate dann zur Diskussion zu stellen (dieser Schritt ist noch seltener, da die seltenen eigenen Gedanken meist gleich als derart grandios angenommen werden, dass ihnen eigentlich die Weltherrschaft zukommt. Dies ist vielleicht nicht zuletzt auch eine Folge des kantegorischen Imperativs (Kant)).
      3. Synthese:
        1. Wir müssen also ebenso perspektivische Metadiskurse darauf untersuchen, wie stark sie verallgemeinert wurden, und prüfen, wie stark sie verallgemeinert werden können und sollen - oder wo eben andere Wissensbäume oder Systeme bestehen mit eigener autopoietischer Regelung. 
        2. Wir müssen umgekehrt die verallgemeinerten Metadiskurse, die kategorisches festlegen, darauf untersuchen, welchen Interessen sie dienen, ob sie "global" haltbar sind, oder welche Störungen sie verursachen (gilt zur Zeit speziell für die allein seelig machende Marktwirtschaft, die inzwischen nicht nur Oekosysteme, sondern kulturelle und soziale Systeme gleichermassen in Mitleidenschaft zieht).
        3. Diese Anliegen sind heute am besten vertreten im Bereich Evaluation (s. Bura'-Modell ganz unten)

1. Das Bura'a Modell - Grundlage einer vollständigen, komplexen Kulturanalyse

Dies war das erste Modell, entwickelt aus der Modelltheorie, das in der Analyse der Grundlagen des Jemen für den Aufbau einer sozialen Forstwirtschaft ab 1990 angewandt wurde.

Das Problem, dem ich mich mit der FAO dort für 6 Jahre widmen konnte, war die Zerstörung der Restwälder durch Uebernutzung. Insbesonder Jebel Bura' war der letzte tropische Trockenwald des Jemen (mit war drücke ich leider aus, dass auch diese Versuche gescheitert sind, ihn zu bewahren. Wie ich gehört habe, soll seit einigen Jahren sogar eine Autobahn durchführen, was für jeden Wald unter ähnlichen Bedingungen (enorme Nachfrage nach billigem Brennholz, dessen Preis knapp als Taglohn reicht, jedoch nie irgend welche Massnahmen zur Wiederaufforstung und Pflege deckt) den Todesstoss bedeutet.

Der Jemen ist sehr speziell, was Natur wie was Gesellschaft betrifft. Erst 1962 aus dem Mittelalter entlassen. Zuvor besass der Imam alle Macht, reliigiöse, militärische, politische, juridische, in einer Person. Autos, Flugzeuge, Fernseh, Radio - alles verboten. Die sozialen Strukturen waren auch 25 Jahre nach der Revolution noch primär tribal, also die Autorität lag bei den Stämmen, Stammesführern. Seitdem der Nordjemen den Süden übernommen hat (1993), gilt das leider auch für den Süden.

Die Uberlegungen, kurz gefasst, die zur Anwendung eines derart breiten Ansatzes führten:

  1. Die Gesellschaft, ihre Strukturen und Normen, ihr Verhalten also, wird zuerst durch die Bedingungen geformt, die die Umwelt bietet, belebte und unbelebte Umwelt.
  2. In diesem Ramen versucht sich eine Gesellschaft einzurichten, zu organisieren, einerseits produktiv (Land- und Forstwirtschaft), andererseits sozial (Ueberlagerte alte Stammes-, Religions- und neue Staatsstrukturen).
  3. Gerade weil die neuen Formen der Staatsorganisation, also Parlament, Gesetz, Rechtsordnung, Verwaltung etc., noch überhaupt nicht funktionieren (was bis heute gilt), habe ich versucht, Umweltschutz und Waldgsetz auf die Basis der Schari'a zu stellen, was im Prinzip geht. Der grosse Irrtum allerdings war, das religiös begründete Gesetze besser befolgt werden als staatliche. Reine Illusion.

Systems, Systems Levels and for development relevant steering principles:

integrative levels: main levels: factors / main steering principles: types of systems / models:
NATURE 1 physical

water

structural - functional
2 biological
SOCIO-ECONOMICAL 3 rural economy - agriculture survival / profit functional - structural
CULTURAL 4 social - tribal meaning
POLITICAL - ECONOMICAL 5 organisational (state - business) aims prospective - operative
6 legislative ethics (traditions, norms, religion) normative

Dies entspricht in etwa dem bekannteren Pirsig-Modell

s. auch Maslow, Minto:Pirsig-Semiotisches Dreieck; Validierung, Verifizierung; Beschreibung, Analyse und Bewertung (im Dreiklang, keine Wertung ohne Analyse und Beschreibung, also detaillierte Kenntnisse des zu Bewertenden): balanced scorecard; Nutzwertanalyse, ...

DMAIC

s. insbesondere auch Standards für Evalutationen

Von Weltbildforschung zur riemannschen Geometrie der Denk-Räume

Das Bura'Modell wurde dann, zumindest heuristisch, weiter entwickelt zur Weltbildforschung als Analyse von Struktur und Funktion unterschiedlicher Weltbilder und Weltanschauungen. Inzwischen hat die Kulturwissenschaft hier allerdings ein etwas wissenschaftlicheres Vorgehen (s. Assmann: Erinnerungsräume, woraus sich quasi eine rieman'schen Geometrie der Denkräume oder einer Relativitätstheorie von Wissen und Wahrheit entwickeln lässt:

Die Aufteilung des Wissens in Speicher und Funktion macht klar, dass es keine Orthodoxie des Wissens geben kann.

Je nach Einsatzbereich ist Wissen bedeutsam oder unbedeutend, hat es Sinn - oder ist blosser Balast.

Die Wissensräume sind also noch relativer als geometrische Räume. Aehnlich wie bei der Riemannschen Geometrie müssen wir also wissen, mit welcher Art von Raum wir es zu tun haben, bevor wir Gesetze ableiten. Wir müssen uns auch darüber klar sein, dass diese Ordnung dann nur für die jeweils ursächliche Denk-Raum-Ordnung des entsprechenden Wissensraums gilt.

Einige Erkenntnisse die sich aus einer riemannschen Topologie der Wissensräume ergeben:

1. Entwicklungsgesetz, die Funktionserhaltung: Fortschritt darf die Dinge nur so stark verändern, wie am andern Ende Abbau (Vergessen/Destrukturierung, kulturell wie sozial wie bildungsmässig. Macht neues Wissen, also Lernen nötig + Erfahrung) bewältigt werden kann. s. Bildungszwang

2. Entwicklungsgesetz, die Förderung der Freiheitsgrade: Im Speicherwissen muss  immer so viel Fortschrittspotential vorhanden sein, dass der Bedarf nach mehr Freiheitsgraden durch zunehmende Komplexität immer befriedigt werden kann.

Tönt kompliziert, is aber nich so schlimm. Nehmen wir die Berufsbildung. Hier entstand durch Spezialisierung, also zunehmende Komplexität der Gesamtorganisation, immer neue Spezialberufe. Einerseits. Andererseits ist es mit solchen Spezialberufen immer schwieriger, wieder einen entsprechenden Arbeitsplatz zu finden. Deshalb steigt die Sockelarbeitslosigkeit, die für reibungslosen Personalersatz in der Wirtschaft nötig ist von 0.3% in den frühen Siebzigern auf heute 3.5% . s. Sockelarbeitslosigkeit

3 Entwicklungsgesetz, die ethischen Ziele der Entwicklung: Die Entwicklung darf nicht zu Lasten vieler nur wenige begünstigen, sondern muss für alle zu Verbesserungen führen. Da "die Vielen" unterschiedliche Vorstelllungen über das haben, was für sie gut ist, darf es kein orthodoxes Modell geben, das Wissen zurechtbiegt. s. Verteilungsgerechtigkeit (unter Fazit).

4 Entwicklungsgesetz, die Ordnung des Wissens: Aehnlich wie in der Mathematik: , gibt es unterschiedliche Ordnungssysteme des Wissens:

  1. Kardinalzahlen - diskontinierliche Ordnung
  2. Brüchen - fliessende, bruchlose (kontinuierliche) Ordnung
  3. Ordinalzahlen - hierarchisch, diskontinuierliche Ordnung
  4. Vektoren - hierarchisch kontinuierlich gerichtete Ordnung

Die richtige Ein-Ordnung von Skalen ist also extrem schwierig, insbesondere da sich nicht alles durch Preise ausdrücken lässt, was Wert hat. Insbesondere ist die Ordnung des Wissens vor allem historisch entstanden, was zu einigen heute eher störenden Strukturen führt, vor allem der zu strengen Differenzierung in Disziplinen. Hier ist dringend eine Neuordnung nötig, die weit über Interdisziplinarität hinaus geht. (Ansatz kommt in den nächsten Tagen)

Systemische Co-Disziplinarität

Heuristik: Wie bereits 'Amr ibn 'Othman al-Makki vor 1200 Jahren wusste, besteht Wissen(schaft) aus zwei Dingen: Der Frage und der Antwort. Ist die Frage falsch oder ungeschickt gestellt, dürfte die Antwort nicht viel besser ausfallen. Bei der heutigen Zergliederung der Wissenschaften in, eben, Wissenschaften, Disziplinen, Fakultäten und Professuren schlägt meist die Intention der Institutionen durch (ihrer Leiter, falls sie berühmt und einflussreich genug sind), eine Evaluation auf wissenssystemischer Basis ist jedoch eher selten und meist oberflächlich, eben sekundär. Ein objektiver Ansatz müsste mit den drei Fragen beginnen:

  1. Was sind die Kernfragen, Kernprobleme? (Warum?)
  2. Also welches Wissen brauchen wir zur Beantwortung dieser Frage(n)? (Wie lösen wir das Problem?)
  3. Wo finden wir dieses Wissen, in welcher Wissenschaft, Disziplin, bei welchem Personenkreis oder gar Experten (Wer?)

Daraus entwickeln sich automatisch die nächsten Anschlussfragen:

    1. Wie weit reicht das System? Wo ind seine Grenzen? Was ist die optimale Komplexität - woraus die die wichtigsten Wissensdomänen ergeben.
    2. Hierarchisierung/Wertung/Gewichtung/ SelektionVerortung: Welche Aspekte sind dominant:
      1. naturwissenschaftlich-technische Berechenbarkeit
      2. soziale, menschliche Konsensfähigkeit
      3. finanzielle Berechenbarkeit

Und der Lösungsansatz:

  1. Notwendige Wissenstrukturen beteiligen (Wer)
  2. Modell soll nicht als Propaganda auftreten, sondern ganz klar und kalt, eben wissenschaftlich, erklären, welche Variante wie viel Aufwand bringt, welchen Ertrag und welche Risiken. Risikoabschätzung ist heute recht gut machbar. Unsere Versicherungen gedeihen, trotz grosser Probleme und steigender Versicherungsfälle durch Unwetter und Naturkatastrophen. Mit ähnlichen Modellen lassen sich statt Kosten - Risiken schätzen: Beispiel, akute Fragen: Warum werden Atomkraftwerke vom Staat versichert? Wie steht es um die Risiken in Forschungsbereichen wie Stammzellenforschung, Gentechnologie, Nanotechnologie, Kernforschung ... Wie ist das mit der Systemrelevanz von Privatunternehmen? (WIE)
  3. Risikoabschätzung/Iteration: Wertung basiert auf Wirkung, die erwartet wird, aber eigentlich erst geprüft werden müsste, da sie sich bei komplexen Systemen eben nicht errechnen lässt, sondern von einigen Zufällen abhängt. (Wie/Was - und erst dieses Was eröffnet die Diskussion um die Praxis, den (allenfalls privatwirtschaftlichen) Auftrag zur Realisation)

Neuansatz zur Strukturierung von Wissen: Wichtig ist die Unterscheidung zwischen:

  1. Ursachenwissen (A-B): Materie

Fakten (theoretische Philosophie, Naturwissenschaften), die stimmen müssen, gegeben sind, die wir so nutzen können wie sie sind, aber nicht verändern, also die naturwissenschaftlichen Tatsachen wie Erkenntnisse über gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische etc. Zusammenhänge. Kausale Bedingungen. causae

  1. Gestaltungswissen (B1-2): Leben & Wille

Intentionen (praktische Philosophie, Politik, Ethik) die wir frei wählen können, Angelegenheiten des Willens, also speziell Ziele für die Zukunft. Diese sind nur soweit frei wählbar, als wir uns mit den Bedingungen von 1. arrangieren können. causa finalis / phronesis (Schöpferische Philosophie: Technik, Politik, NGOs, Grassroots, Thinktanks, Presse etcetc.), der Aushandlung, der Abstimmung, der Vertragsbildung - in Politik und Wirtschaft. Hier ist darauf zu achten, dass nur die Intentionen fluide sind, die Fakten aber Fakten bleiben.

    1. Normen über die wir unsere freie Wahl mehr oder minder freiwillig beschränken, nach dem Motte: Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Auch diese gehören zu den causae finalis
    2. Werte, die wir anerkennen, glauben, begründen, oder einfach im Dialog übereinkommen
    3. Ziele - über die wir uns in einer Demokratie immer dann einigen müssen, wenn sie andere in Mitleidenschaft ziehen.
  1. (Gestaltungs-)Orientierung: Wertewissen/Wertorientierung (B3): Geist & Orientierung

Kulturelle Prozesse der Gestaltung, Modellbildung und Verhandlung Konsens-/Sinnfindung - im praktischen Feld über Funktionswissen, im Orientierungsfeld nur über umfassendes Speicherwissen.privater-gesellschaftlicher Horizont, lokaler Horizont - Welthorizont, Zeithorizont

Hier haben wir heute ein Loch, dass die noch bestehenden Religionen mit viel Geschrei zuzudecken suchen, das aber längst vollständig von meist recht obskuren Anbietern von Esotherik, Spiritismus, Heilslehren und Aberglauben besiedelt ist.

Wissen und Entwicklung

Ent-Wicklung bedeutet, dass da was eingewickelt ist, das sich bloss zu entfalten braucht, so ähnlich der Raupe, die sich als Schmetterling entpuppt. Dummerweise bedeutet Entwicklung dann in der Entwicklungszusammenarbeit eher, dass sich da die Raupe gefälligst aus eigener Anstrengung entfalten soll, aber bitte schön in die Form, die die Experten von Zuhause mitgebracht haben. Dieses Gefilde ist heute noch problematisch, auch wenn es sich Entwicklungszusammenarbeit statt -Hilfe nennt, denn was wichtig sei, entscheidet, wie überall, der der zahlt.(Und der, der kriegt, nimmt diese Prioritäten zwar nicht an, aber gerne das Geld. Dies der Hauptgrund, warum man Milliarden investiern kann (Afrika speziell), und die Situation in etwa die selbe bleibt. Ein Entwicklungsexperte der nicht weiss, wie die lokale Bevölkerung denkt und was sie motiviert, kann nichts entwickeln. Ein Entwicklungsexperte der das kann, ist a) vermutlich länger als 2 Jahre dort, und wird deshalb b) bald an einen andern Ort versetzt, oder wird c) derart lokal, dass ihn sein Auftraggeber nicht mehr versteht und er Probleme dort kriegt.

Entwicklungswissen heisst, die Denkstruktur derjenigen zu kennen, die sich entwickeln sollen (Grundlage der Psychologie, im Extremfall Psychoanalyse, angebracht Geistesanalyse, was sich auch per Philosophie bewältigen lässt - im Falle von ganzen Gesellschaften und Kulturen eben die Ethnologie und Kulturwissenschaft)

Entwicklungswissen

Unbedingt vom traditionellen wissenschaftlichen kausalen Wissen zn zu unterscheiden ist das Wissen über Ziele, also final orientiertes Wissen. Man könnte dieses auch Entwicklungswissen nennen, da wir uns daran orientieren, wenn wir die Zukunft gestalten (was deutlich zeigt, dass es meistens fehlt).

Entwicklungswissen wäre das Wissen über Potentiale, Chancen, Möglichkeiten und Werte, also kein starres und verlässliches Wissen, sondern ein fluides Wissen das der Freiheit (dem Zufall), der Gestaltung Raum lässt.

Entwicklungswissen basiert auf Wünschen, Hoffnungen, Glaube - und auf jeden Fall aus Träumen und Utopien, der noch raumlosen Zukunft.

Entwicklungswissen ist die 3. Stufe der menschlichen Erkenntnis: Woher kommen wir? - Wer sind wir? - Wohin gehen wir? Die erste Frage beantworten uns die verschiedenen Varianten der Geschichte (Naturgeschichte, Evolutionsgeschichte, Kulturgeschichte, Geistesgeschichte etcetc, die zweite muss sich jeder selbst beantworten (s. Ich, Persönlichkeit, Identität) und die dritte können wir gemeinsam gestalten (s. Demokratie). Dazu müsste der Mensch allerdings wissen, was er will, was er sucht, wohin er will. Wer nicht weiss, wohin e will, muss auch nicht nach dem Weg fragen. Weil mit der Religion und andern verbindlichen Traditionen dieses Entwicklungswissen verloren ging, und nicht alle sich konservativ damit abfinden können, dass die Welt so wie sie ist die beste sei, ersetzte die Droge Geld alle andern Ziele. Wer dennoch weiter dachte, verlor sich in der Unbestimmtheit und Orientierungslosigkeit der Postmoderne. Und, wie immer wenn eine kopflose Zeit einen Führer und ein Ziel sucht, wurde dies auch prompt gefunden, im besinnungslosen Produktivismus. Heute scheint der einzige Weg die unendliche Vermehrung von Reichtum, also die Produktion, gelenkt durch Markt und Wettbewerb.

Wie entstehen solche Pfade, solch kollektives Orientierungswissen? Vermutlich liege ich nicht weit daneben, wenn ich es zumindest als verwandt betrachte mit dem kollektiven Unbewussten von Jung, zum Teil also mit dem Ueber-Ich Freuds:

  • Freud: Ein Teil der moralischen Instanz des Ueber-Ich,
  • Jung: Das kollektive Unbewusste postuliert Jung als Lagerstätte des psychischen Erbes der Menschheitsgeschichte, welches sich, ähnlich wie der biologische Körper, durch die Evolution hindurch entwickelt habe und von verschiedenen Erfahrungen geprägt worden sei. Alles, was irgendwann einmal von der individuellen Psyche eines Menschen ausgedrückt wurde, werde zu einem Bestandteil der psychischen Grundkonstitution eines Menschen – und ebenso auf einer kollektiven Ebene zu einem Bestandteil der ganzen Gattung und damit zu einem Bestandteil des kollektiven Unbewussten.

Da das Orientierungswissen Antwort gibt auf die Frage: Wohin gehen wir (wohin wollen wir gehen)?müsste eigentlich die Funktionsanalyse und Bewertung des Konstruktionserfolges auf Grund dieser Ziele erfolgen. Nehmen wir aber z.B. die Entwicklungszusammenarbeit, so wurde die zwar längst zur Entwicklungszusammenarbeit erklärt, und man wird erbarmungslos verbal niedergemacht, hält man sich nicht an diese politisch korrekte Formulierung. Auf der andern Seite aber - wird heute genau so missioniert wie die letzten paar hundert Jahre, bloss dass wir heute nicht mehr den richtigen Gott propagieren, sondern die richtige wirtschaftliche und politische Einstellung, und diese Geisteshaltung auch schulen. Unsinn? OK - woran wird der Zustand von Entwicklungsländern gemessen? An ihrem Wohlseinsgefühl - oder an dem in $ gemessenen Wohl-stand, also am Haben? (rhetorische Frage, es ist das BIP, immer noch, obwohl dessen Unsinnigkeit seit zumindest einem Vierteljahrhundert bekannt ist.). Wo noch nicht absolute Produktionsgesinnung herrscht, wird diese Exportiert, obwohl auch dieses Modell längst nicht mehr funktioniert, d.h. der Mehrheit nicht mehr Wohlstand bringt, nicht mal finanziell, geschweige denn in Form von wohl sein. Die ganze Missionstätigkeit hat kaum Entwicklungswissen geschaffen, sondern bloss ein aufgeblähtes Expertenwesen. s. Entwicklungszusammenarbeit, Wissen und Wissensvermittlung oder: Wie könnten wir selbst aus den Erfahrungen der Entwicklungszusammenarbeit mehr lernen?

Es gibt zwei Mittel, die Gesellschaft zu ändern: Politik und Bildung.
Steht die Politik für Strukturen und Organisation(en), steht, besser stand, die Bildung für den leitenden Geist.
Da sich die Politik meist auf Parteigezänk beschränkt, die Bildung auf Schulung produktiver Fähigkeiten, wundert es wenig, dass unser Zeitgeist zur Zeit geistig ein wenig beschränkt ist.

Aktuelle Weltbankberichte und die Millenniums-Entwicklungsziele „Integriertes Management“
der Entwicklungszusammenarbeit. Fallbeispiel Südafrika.
Paul Drechsel 2003

Grundlage des Entwicklungswissen ist die Orientierung, das Orientierungswissen:

Nicht verorten lassen sich transzendentale Begriffe und Wissen wie Kategorien, Werte, die Seele, Gott. Obwohl, oft lassen sie sich als Faktoren oder gar Vektoren begreifen - allerdings nicht berechnen. Sie sind es jedoch, die Orientierungswissen liefern. Weder unser punktuelles Wissen, mit dem wir uns gerne wichtig machen und rumstreiten, noch unser linear aufgefädeltes Wissen, noch unser plattes Wissen, mit dem wir viel Geld verdienen, ebenso nicht unser komplexes Wissen von vernetzten Strukturen, Feldern, Räumen und Systemen ergibt einen Sinn, ein Ziel, das wir durch Zerlegen oder Zusammenfügen einfach finden können. Sinn können wir sehen, fühlen; aber nicht in Diagrammen (die sind höchstens sinnvoll oder eben überflüssig). Ziele ergeben sich nicht aus dem Verlauf von Kurven, auch nicht (immer) wenn eine aktuelle mal anders verläuft als früher. Die Orientierung dabei, was wir wollen, was wir sollen, was wir tun, die müssen wir anderswo suchen.

  1. Gott ist dafür die transzendental-autoritäre Lösung
  2. Staat ist dafür die immanent-autoritäre Lösung
  3. Wille ist dafür die autoritär individualistische, subjektive Lösung
    1. Einkaufen wollen ist heute alles was davon übrig bleibt ...
  4. Die Postmoderne verleitet uns zum Glauben, dass es kein gültiges Wissen mehr gäbe und wir dieses gleich selbst produzieren könnten.
    1. Recht haben ist heute alles, was von der Wahrheit übrig bleibt. Recht haben als Menschenrecht.
  5. These - Antithese -Synthese s. Systemische Co-Disziplinarität

Wir brauchen hier keine vollständige Liste und kein Ausschlussverfahren, denn die Freiheit, eine Grundbedingung insbesondere komplexer Entwicklung, lässt eben auch unterschiedliche Ziele zu. Können Politik und Wirtschaft das nicht mehr gewähren, dann läuft was falsch. Und falsch läuft immer dann was, wenn eine Lösung, ein Ziel monopolisiert wird, so wie im Mittelalter die Kirche, im Liberalismus des 19. JH die Nationalstaaten, im 20. JH die die generelle Okonomisierung (im 1. und 2. Weltkrieg sogar des Tötens), die Produktivität als höchstes Ziel menschlichen Daseins postuliert, egal ob das Eigentum gemeinschaftlich oder privat verwaltet wird.

Pragmatischer Ansatz zu einer Ontologie (Inhaltsstruktur) von Brainworker: s. sitemap

Der Bereich des Logischen, Theoretischen, der Philosophie:
Interne (eigene) kategoriale Grundlagen:

Der Bereich des Alogischen (das Leben):

Die Kybernetik des Geistes - die Prägung und Formung des Menschen

Humanistische Morphologie: Der Mensch zwischen Anpassung (Frustration) und Selbstverwirklichung (Kohärenz)

Intentionalität und Entwicklung: Der Mensch als sein eigenes Ziel

Kritische Gesellschaftstheorie: Nicht die Politik, die Wirtschaft dressiert den Menschen!

...

Kategorien müssen erlauben, die Welt in folgende 4 Sphären zu fassen:

  1. Realität
  2. Idealität
  3. Erkenntnissphäre und
  4. logische Sphäre

Methodik:

  • phänomenologisch-descriptiv
  • analytisch-rückschliessend
  • dialektisch-synthetisch
  • schichtungspespektivisch-synthetisch

A) Das Sein (Realität). Das Seinkönnende. BEDEUTUNG-VERGANGENHEIT / MEMORIA. Das Reich der KAUSALITÄTEN.

A1) Das reine Da-Sein. Die Natur: Kosmos / Erde / unbelebt / > Kausalität: Das Reich des Müssens - das Reich des Wissens - der Ursprung der Bedeutung.

A2) Biosphäre: belebt > Systeminteraktion, Potentiale, Spannungen,

Wittgenstein: <Die Gesamtheit der wahren Sätze ist die gesamte Naturwissenschaft>

Identifikationen erlauben die Selektion von Kriterien, mit denen sich bestimmen lässt, ob Wahrheit erzeugt wird, oder zumindest das neopositivistische Aequivalent, ob die Sache funktionieren kann:

Identifikation 1, die Naturwissenschaftliche: Was ist berechenbar? Was können wir wissen? Nach Kohlberger wäre das eine wirklich prämoralische Stufe, da wir nur mit der Natur, nie aber gegen sie arbeiten können, ihre Gesetze zwar geschickt nutzen, uns ihnen aber unterwerfen müssen. D.h. wir können zwar mit der Natur quasi "verhandeln", ihr aber nichts abtrotzen (nicht ohne massive Kosten oder Folgen), was gegen ihre Regeln und Grenzen verstösst.

Bereits hier kommt erschwerend hinzu, dass alles

  1. im Raum, und
  2. in der Zeit abläuft und von beiden abhängt, sogar die Entwicklung von Kristallen, nicht bloss von Menschen, Gesellschaften oder Kulturen.
  3. kommt hinzu, dass alles, nicht nur der Mensch, einen "Antrieb" braucht, also ein gerichtetes Energiegefälle, also gerichtete Kraft/Zeit,

Der Raum lässt sich auch nicht bloss durch 3 Dimensionen, Höhe, Breite, Tiefe charakterisieren, sondern meist ist viel entscheidender die Form und die Gestalt. Ich benutze hier beide Begriffe nicht als synonym, sondern Form für die eher äussere Erscheinungsform eines Dinges, Prozesses oder auch einer Idee; Gestalt als Oberbegriff für System, "Menge", Auswahl, Gruppe etc., also als Begriff für den Zusammenhang der Dinge und Funktionen, die wirklich zusammenhängen. Und hier beginnt Erfolg oder Elend der Erkenntnis: Die Wahl der Dinge die zusammen gehören erfolgt bei Journalisten auf Grund zeitlich-topologischer Wahl des Seins, energetischer Wahl des Sollens: Die Geschichte soll a) richtig, b) vor allem aber neu und interessant sein. Aehnlich bei den Politikern - und in Folge beim Volk. Resultat dieser postmodernen Gestaltlosigkeit ist das Internet, wo sich alles oder nichts oder auch das Gegenteil davon gleichermassen belegen lässt, wo ein wahres Argument kaum mehr zählt, wenn ein Schwarm des Für-Wahr-Haltens sich mal gebildet hat (das gilt sogar für wikipedia). Nicht unbedingt besser in den Wissenschaften, da hier die Wahl bedingt ist weniger durch faktisches Vorhandensein eines Sets an Dingen und Prozessen mit ihren Folgen, als durch das, was der einzelne Wissenschaftler auf Grund seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten Disziplin überhaupt zu untersuchen und zu beantworten vermag.

Grundbedingungen der Wissenschaft für eine "richtige" ("wahre") Beschreibung ist also:

Er- und Zusammen-Fassen, was zusammen gehört - Ausschliessen, was nicht dazu gehört.

Diese Wahl muss aber nach Massgabe des Wirklichkeitsgefüges erfolgen, und NICHT nach Massgabe persönlicher Will-kür (die kommt bei der freien Handlung, nächstes Stufe, zum Tragen), aber auch NICHT nach Massgabe disziplinärer Beschränktheit der Wissenschaften.

"Richtig" heisst:

  1. dass die Sachen durch die gewählten Begriff präzise bezeichnet werden,
  2. dass das Gefüge, die Struktur, die Form, die Sache treffend und logisch darstellen,
  3. dass die Gesamtheit der präsentierten Untersuchung (Dinge, Funktionen, Strukturen) optimal oder gar vollständig das Wirkungs-System, das untersuchte Wirklichkeitsgefüge präsentiert.
Die Sache ist allerdings nicht ganz so einfach, denn, obwohl jederman bei der notwendigen Klarheit der Begriffe, der Strukturen und der Vollständigkeit des Arguments vermutlich einverstanden wäre, denn eine "Architektur des Denkens" wurde bisher noch nicht geschaffen ... oder entdeckt. Sind die einfachsten Elemente des Denkens die Zeichen? Oder Worte? Oder Sätze? Oder Gedanken? Während dem für alle Wissenschaften die auf Mathematik basieren, das Zeichen und seine Verbindungen primär sind, ist es in den beschreibenden Wissenschaften (Botanik, Zoologie, Geschichte, Volkskunde ...) das Wort; in den systemorientierten Wissenschaften (Biologie, Soziologie ...) die formelle oder verbale Darstellung des Modells, in den argumentativen Wissenschaften (Rechtslehre, Politologie, Philosophie) die Aussage oder der Gedanke - innerhalb ihres spezifischen Kontextes (s. Informion), Wie gehen wir um damit, dass Worte einerseits in der Alltagssprache recht diffus verwendet werden, in der Formelsprache der Wissenschaft aber, meist die selben Worte, eine präzise Bedeutung haben sollten? Hier wird meist zur Definition gegriffen. Wie gehen wir um mit dem Anspruch auf vollständige Information - die so einfach wie möglich sein soll? Hier ist das Selektionsprinzip entscheidend. Eigentlich auf jeder der hier erwähnten Ebenen, denn bereits ein Begriff schliesst, je nach Definition, gewisse Inhalte ein, andere aus. s. Gesetz der Form von Spencer-Brown.

B) Das Reich des FÜHLENS und GESTALTENS

Zwischen Realität und Idealität: Der Wille (Logik - und Freiheit) - das Reich des Wollens, des Handelns, der Möglichkeiten, der Freiheit: Der Wille des Einen ist seine Freiheit - aber Willkür aus der Sicht des Andern. Der Widerstand gegen Willkür setzt der Freiheit - meist erwünschte - Grenzen. > Problem der Differenzierung der Subsysteme privat-öffentlich: Externalitäten. WERT-GEGENWART / RATIO

Hier lässt sich bei Kierkegaard, noch besser, trotz aller Vorbehalte von wegen missgriffen in der Gesellschaftsplanung, bei MARX neu ansetzen, gerade weil der eine neue Form menschlicher Gattungsreflexion intendiert die Wissenschaft als Moment gesellschaftlicher Praxis begreift. Ein Aspekt der 100 Jahre später von Habermas & Co aufgegriffen wird - aber leider versandet, obwohl er vielversprechende Ansätze enthält.

Wollens und Könnens

B1: Kulturelle Organisation I (organische Entwicklung): Der Mensch. Individuum, 2er Gruppe, Gruppe, Volk, Masse > Psychologie / Ethnologie / Soziologie / Wirtschaftspsychologie (Zweckorientierung/Interessen/Intentionalität/ - Abhängig von Potential/Macht: Ueberleben, Förderung des Ich, der Gruppe, des Volkes, des Staates etc.

Wie die Energie den Fundamentalbegriff in der Physik, stellt die Macht den Fundamentalbegriff in der Gesellschaftswissenschaft dar.“

Bertrand Russell

Optionen, Motive, Intentionen - das Reich der Macht

Identifikation 2, die sozialwissenschaftlich-politische: Wer ist wozu berechtigt - wer hat welche Pflichten? Wozu verpflichten uns andere? Wer entscheidet wo und wie welche Ziele und Wege anzustreben sind?

Wir wären hier nach Kohlberger auf Stufe 2-3: 2) Verhandeln, Mächte einsetzen: Wie Du mir, so ich Dir. 3) Anerkennung der anderen suchen.

Wir sehen, dass hier die Wahrheitskriterien äusserst relativ werden, nichts mehr mit irgend einem philosophischen oder wissenschaftstheoretischen Konzept der Wahrheit zu tun haben, sondern eigentlich bloss noch historische, und damit recht zufällige, Gegebenheit bezeichnen.

Identifikation 3, die Individualistische: Was ist das Motiv? Was bewegt das Individuum? Was bringt das Meschenwesen in Gang? Was treibt es an - weil für gut, erstrebenswert, wünschenswert - oder schlichtweg notwendig befunden?

Auch dieses "Wahrheitskriterium" ist relativ relativ, was eigentlich logisch ist, denn das Subjektive ist ja objektiv nicht objektiv. Wenn hier objektive Wahrheit vermisst wird ist das reiner Pleonasmus. Dennoch wird gerade hier gerne mit Pflicht und sollen argumentiert, laut denen das Individuum bereits richtig fühlen, wahrnehmen und wollen soll, also gemäss der überlieferten Tradition. do B2

B2: Kulturelle Organisation II: menschliche Organisation: Institution / Staat > Politologie > Finalität (Zielorientierung: Abhängig von Potential/Macht /Entwicklungspfaden)

Obligationen und Verplichtungen - das Reich des Sollens (ev. gar einer 2. Kategorie des Müssens, als Verpflichtung, Verantwortung, z.B. Gegenüber der Natur, den nächsten Generationen - also Nachhaltigkeit)

Identifikation 4, die geisteswissenschafliche: Was gilt? Was sagen uns Verstand und Vernunft - welchen Rat gibt uns die Weisheit? Was ist unter welchen Umständen kritisierbar. Wozu verpflichten wir uns selbst? Kohlberger Stufe 4-5: 4) Aufrechterhaltung der Autorität (präzise dazu sind Institutionen geschaffen).Orientierung an individuellem Recht, sowie Vertrag und Gesetz, in denen Rechte und Pflichten (Grenzen individuellen Rechts) festgelegt sind, optimalerweise demokratisch.

B1 und B2 beschreiben Wirklichkeit, also den Bereich in dem wir wirken. Hier sind wir frei. Wir können den Bereich gestalten, frei Verträge schliessen, Gesetze erlassen und anerkennen, also geltendes Recht schaffen, eine "Wahrheit" die gilt, auch wenn die Begründung vielleicht unlogisch ist - womit wir, mehr oder minder frei-willig, unsere eigene Freiheit beschränken - und dafür für andere kalkulierbarer, berechenbarer, zuverlässiger werden:

Was sollen wir tun?

Die entsprechenden Wissenschaften haben hier zwar nicht Ziele und Werte zu kritisieren oder zu setzen, aber auf jeden Fall das Wirkungsgefüge zu erkennen, zu beschreiben und dessen Aus-Wirkungen zu beschreiben - und auf Alternativen aufmerksam zu machen.

Insbesondere muss im Reich des Wirkens streng unterschieden werden zwischen kausal bedingtem, notwendigem Wirken - bedingt durch Ursachen meist natürlicher Art - und final orientiertem, frei gewähltem Wirken, das sich an Zielen orientiert.

Der Bereich ist etwas problematisch, da durch gesetzliche Normen solche Ziele angestrebt werden sollen, die sich die Gemeinschaft setzt. Die Norm entspringt also einem zwar frei gewählten Ziel, ist eindeutig final ausgerichtet - wirkt aber, sobald sie gilt und nicht mehr frei wählbar ist, quasi kausal, als Müssen.

B3) Kulturelle Organisation III: Die Geltung (() - das Reich des Sollens, der Ethik: Die optimale Nutzung von Wissen und Können für die Systemerhaltung/Entwicklung. Das Reich der ZWECKE und ZIELE, das Reich der SINNHAFTIGKEIT, das Reich der Werte, damit das Reich des Erstrebens, der geistigen Orientierung. Das Reich der WERTE.

Attraktionen: Im Gegensatz zu Kausalitäten, die uns zwingen, gehen Motive immer vom Ziel aus, ziehen uns also an. Da Ziele wählbar sind, sind wir frei uns für die einen oder anderen zu entscheiden. Die Oekonomie, die sich als Wissenschaft gibt, macht Ziele, Motive und Attraktionen zu "Kausalitäten", verwedelt also Entscheidungsfreiheit wie die Verantwortung für die Entscheidungen. Bei Aristoteles war hier noch eine Klammer vorhanden, die Phronesis (praktische Weisheit, Klugheit, Besonnenheit): Phronesis ist bedachtes und realistisches Handlungspotential mit Zielen, die für Menschen gut sind.

Identifikation 5, die systemische: Was lässt sich wollen - ohne die Harmonie, das Gleichgewicht (Natur, Gesellschaft wie Geist) zu zerstören?

Hier stösst die Freiheit an die Grenze der Beeinträchtigung anderer. Hier muss die Frage: Funktioniert es für mich? - geändert werden in die Frage: Wie kann es für uns alle funktionieren?

B3.1) Geist, Idealität: Erkenntnis/Kognition: Die Frage(n) - Das Nichts - Der Umgang mit Nichtwissen - . Alternative Zielhierarchien jenseits des Kampfes ums Geld oder gar Ueberleben. ZUKUNFT / IMAGINATIO / Spekulation (philosophische natürlich) / Religion

Das Reich des Denkens

Identifikation 6, die künstlerische, philosophische oder religiöse, d.h. gestalterisch und/oder schicksals-erwartend:

Was können wir hoffen? Kohlberger Stufe 6: Metakritik, Schaffen von Kategorien, Prinzipien und Werten

s. Ignoranz, Troglologie, Heuristik, ...

Der letzte Punkt ist nicht so ganz einfach einzuordnen. Immerhin gibt es Meinungen, wie die der Realisten (im Gegensatz zu den Nominalisten), für die allgemeine Begriffe, übergeordnete Begriffe, also Kategorien existieren, gefunden werden können, nicht konstruiert sind. Ich schwanke also, ob ich als Idealist B3.1 zu 0 oder Alpha erklären soll, da die Logik vor aller Erkenntnis und Erklärung kommt, oder unter B1, weil sie stets vom persönlichen Erkenntnismuster eingefärbt ist (eine lange Diskussion im 19. JH. zum Psychologismus, die zur Phänomenologie geführt hat), oder zu B2 weil alle Erkenntnis durch die Einbettung in kulturelle Verständnis- und Machtstrukturen eingefärbt ist; oder zu B3, wie hier, weil sie primäres Element des Konstruktivismus darstellt und selbst gestaltet ist, wie Kulturen, wie die denselben zugrunde liegenden Sprachen.

Andere Aufteilungen/Kategorien des Wissens:

Allgemeinwissen, Alltagswissen, Anwendungswissen, Basiswissen, Berufswissen, Bescheidwissen, Bücherwissen, Computerwissen, Detailwissen, Einzelwissen, Elementarwissen, - empirisches Wissen, - Entscheidungswissen, Expertenwissen, Fachwissen, Faktenwissen, Formales Wissen - Orientierungswissen ...Führungswissen, Geheimwissen, Gelehrsamkeit, Geschichtswissen, Grundlagenwissen, Grundwissen - Handlungswissen - Illokutionswissen, Herrschaftswissen, Insiderwissen, Kontextwissen, Lehrbuchwissen, Menschheitswissen- methodisches Wissen, Mitwissen- Organisations-/Herrschaftswissen., persönliches Wissen - kollektives Wissen, Praxiswissen, Prüfungswissen, Rezeptwissen, Sachwissen, Schulwissen, Spezialwissen, Standardwissen, Systemwissen, Täterwissen, Vorherwissen, Verwertungswissen, Vorwissen, Weltwissen, Zukunftswissen, ..

Keiner dieser Begriffe oder Kombinationen erlaubt aber eine auch nur halbwegs vollständige Systematisierung des Wissens. Gerade das Geheimwissen bleibt, da nicht mitgeteilt, ohne Kritik und Synthese, also isoliertes Detailwissen - auch wenn man damit im Einzelfalle sehr viel Geld machen kann, oder andere, militärische, Erfolge zu erzielen vermag. Die Weltherrschaft von geheimen Organisationen ist bereits aus der Hinsicht ziemlicher Schrott. Rezeptwissen ist nur in der vorgegebenen Form auf nur den präzise darin erwähnten Gegenstand anwendbar - Formales Wissen vielseitiger interpretierbar wie anwendbar. Expertenwissen kann ebenso auf Erfahrung gründen wie auf theoretischen Grundlagen. Je nach Fach kann beides seine Vorteile haben.

Im anwendbaren Bereich, dem Bereich, in dem Gestaltung stattfindet, haben wir öffentliches Wissen, da je nach Trend - durch die Medien - ziemlich verbeult werden kann. Im mittleren, d.h. auch zentralen Bereich finden wir Wissensformen, die aus einer optimalen Kombination aus Empirie und Theorie bestehen: Alltagswissen, Allgemeinwissen, Handlungswissen - im formalisierten Bereich allerdings leicht verkommen zu Schulwissen, Bücherwissen, Faktenwissen, oder auch bloss dem temporären Prüfungswissen.

Im komplexeren Bereich haben wir auf empirischer Basis das Führungswissen (Theoretiker sind grauenhafte Führer ...), Menschheitswissen und Orientierungswissen. Das Geschichtswissen steht hier rechts, d.h. unter Formalem, weil eine brauchbare Beschreibung historischer Erfahrungen einiges an Fachwissen voraussetzt. Nicht jede Begebenheit der Geschichte war von Einfluss. Noch weniger wird sie es so für die Zukunft sein. Herauszufinden welche Elemente den Gang der Geschichte bestimmten, ist Sache der Geschichtsforschung, die dann auf ihre Art Strukturen und Prozesse abstrakt analysiert und zu einem nutzbaren, d.h. interpretierbaren Wissen fügt. Geschichte geht deutlich über Geschichten erzählen hinaus!

Sie werden in andern Kompilationen leicht auf den Widerspruch stossen, dass Wertewissen und Wertorientierung bloss als 2B, also eine Form des Gestaltungswissens auftritt. Das ist die logische Antwort darauf, dass Werte von uns selbst kreierte Zielraster sind, die vorgeben sollen, wonach wir streben sollen. Da wir im Sollen eben so frei sind wie im wollen, beisst sich auch diese Katze in den eigenen Schwanz. Die Lösung steckt aber gerade in dieser Kreiselfunktion: Wir gestalten (machen) etwas, mit einem gewissen Ziel, das wir im normalfall als "gut" (wünschenswert, erfreulich, beglückend) empfinden. Immer öfter geht die vorgeschlagene Lösung allerdings völlig in die Binsen, begünstigt wenige, schadet vielen. Hier hilft nur eine Wissenschaft, die sich nicht nur mit erfreulichen Erfindungen (Innovation) abgibt, sondern, wie bei Medikamenten, genau so intensiv die unerfreulichen Nebenwirkungen erforscht. Wir brauchen also auch hier die METADIMENSION die wir Evaluation, Prüfung, Bewertung, Kontrolle, Risikoabschätzung oder so ähnlich nennen können - aber nie niemals nicht in der Form der Technikfolgenabschätzung wie gehabt, denn die war oft bloss ein moralisches Mäntelchen, do Qualitätsmanagement)

. Evaluation: Kontrolle der Uebereinstimmung des Erreichten mit dem Gewollten

So verbleiben wir zur Zeit bei Aufspannung zwischen

  1. Ursachenwissen (A-B)
  2. Gestaltungswissen (B1-2)
  3. Wertewissen/Wertorientierung (B3)

Dass die Zeit, als Kategorie oder Dimension, immer mitläuft, darf nie vergessen werden. Praktisch alle Entwicklungen sind abhängig davon, woraus sie sich entwickelt haben und wie sich die Umgebung mit entwickelt. Dies gilt nicht nur für den Menschen, sondern auch für alle anderen Lebewesen, die Erde, die Sonne, ja das Universum, von dem man ein zyklisches Entfalten und Schrumpfen vermutet.

Die Zeit, in der Form der Geschichte, verdichtet immer wieder das kunterbunte Gemisch an Ideen, Meinungen, Wissen, Theorien, Normen und Glaubenssätzen zu Realität. "Berechenbar", "Durchschaubar" sind diese Vorgänge allerdings meist erst hinterher. Noch haben wir von der Entwicklung gesellschaftlicher Strukturen weniger Kenntniss als etwa von der der Biotope, ihrer zeitlichen Entwicklung (Sukzessionen) hin zu mehr oder weniger stabilen Endzuständen, dem sog. Klimax. In der Geschichte wäre das möglicherweise eine Aufgabe der Ideengeschichte. Fraglich allerdings ist, ob auch die Gesellschaft wirklich zu einer optimal eingerichteten Endgesellschaft führt, auch (und gerade) weil die <posthistoire> behauptet, dieser optimale Gleichgewichtszustand, das Ende der Geschichte, sei nun mit der freien Marktgesellschaft erreicht.

Hier ist vor allem der Kommunismus gescheitert, dessen Partei der vollen Ueberzeugung war, dank Marx's Theorie die Geschichte lenken zu können. Damit war aber nix. Natürlich lassen sich immer wieder einzelne Bereiche durch Minderheiten und ihre Ideologien beherrschen. Einmal war dies die Kirche, dann die Fürsten, dann der Staat, dann die Wirtschaft, dann die Geldwirtschaft - aber zumeist endete diese Herrschaft, wie jede Herrschaft, am Widerstand derer, die davon ausgeschlossen waren, aber dann doch meist die Rechnung zu bezahlen hatten, also früher die Bauern, dann die Arbeiter, heute vermutlich die Angestellten denen ihr Betrieb als Machtorgan gegenüber tritt, nicht als Familie, Interessengemeinschaft oder Genossenschaft.

Topische Fragen: WAS (Topos, Tatbestand) -WER (Psychologie/Soziologie) - WIE (Situationsanalyse) - WANN (Zeit/Geschichte) - WO (Topologie) - WARUM (Cluster der kausalen wie finalen Faktoren und Bedingungen inkl. der Situation zwischen Freiheit und Macht)?