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Oesterreich: Landesstrukturen und Geschichte - Landwirtschaft - Tourismus

Die forstwirtschaftliche Entwicklung:

Durch immer mehr Rationalisierung zurück selben Problem

Oesterreich, das seit längerem der Schweiz als Vorbild dient, insbesondere was die Erträge für die Waldbesitzer betrifft, hat

  1. drei Mal so viel Wald wie die Schweiz, dreifach höheren Zuwachs und Nutzung - bei

  2. gleich viel Forstpersonal

  3. und weniger als der Hälfte in der Holzverarbeitung!

Wenn Österreich also ein Erfolgsmodell ist, dann bloss für das "Kapital", nicht für die Arbeit.

Trotz dieses scheinbaren Erfolges, der durch minimale Löhne "bezahlt" wird, steht die Waldwirtschaft Oesterreichs vor präzise den selben Problemen wie die Schweiz: Die Holzpreis reichen auch bei höchster Mechanisierung nicht mehr, um all die "Nebenleistungen" des Waldes zu bezahlen, also den multifunktionalen Nutzen für Tourismus, Erholung, Schutz und Erhaltung der Biodiversität. Gerade die "Erfolge" der Rationalisierung in Oesterreich, zeigen deutlich, wie wenig diese Wald und Personal gebracht haben. Der "Erfolg" beruht vor allem auf Selbstausbeutung der kleinen Waldbesitzer .. obwohl 13.4 Euro pro Stunde für Selbständige eben leider immer noch mehr ist, also ein Kleinbauer mit der Landwirtschaft verdient.

Der "Erfolg" der Rationalisierung in der Schweiz ist präzise der selbe: Es wird mehr geleistet zu tieferen Preisen, die Einkommen stagnieren dadurch - und die Stellen verschwinden.

Der österreichische Wald befindet sich zu 80 % in Privatbesitz, der durch überwiegend kleinteilige Eigentumsstrukturen gekennzeichnet ist. Die großteils klein strukturierten Besitzverhältnisse begünstigen grundsätzlich eine kleinflächige Waldbewirtschaftung. Etwa 15 % des Gesamtwaldes werden von der Österreichischen Bundesforste AG als größtem heimischen Forstbetrieb bewirtschaftet. Wald ist in Österreich traditionell ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. In über 170.000 Forstbetrieben trägt er für rund 8.000 Beschäftigte sowie in der Holzindustrie für knapp 31.000 Beschäftigte zur Einkommenssicherung bei.

Oesterreich Schweiz
  1. 3,92 Millionen Hektar (1998), 46 % der Gesamtfläche.
  2. Vorrat 1 Milliarde m3 Holz, 292 m3/ ha
  3. jährliche Zuwachs 27 Millionen m3
     
  4. Beschäftigte in Waldwirtschaft knapp 8000 (2002)
  5.         "              Holzwirtschaft           31'000  "
  6. Privatwald 65%! - Also viel stärkere wirtschaftliche Interessenvertretung der Waldbesitzer.
  1. 1.2 Millionen ha, 30%
  2. 350 Millionen m3, 333 m3/ha
  3. nutzbarer Zuwachs ca. 9.2 m3/ha/Jahr - 6-10 Millionen m3/Jahr (inkl. Abbau überhoher Vorräte!)
  4. Beschäftigte in Waldwirtschaft  7'277 (2002)
  5.         "              Holzwirtschaft 78'352 (2001)
  6. Privatwald 27%

Wie überall auf der Welt, sind auch in Österreich die Wälder vor allem noch in steilen und dadurch schwer zu bewirtschaftenden Hochlagen vorhanden.

http://www.statistik.at/karten/kartogramm/kartogramm227_01.shtml

Kleine Privatwaldbetriebe sind in Oesterreich doppelt so stark verbreitet wie in der Schweiz. Traditionell erlaubten sie den Bauern, ihr Einkommen zu verbessern, da der Wald mehr Ertrag lieferte als die Landwirtschaft!

Nachhaltige Waldwirtschaft in Österreich 

 

Eigentumsverhältnisse

http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/umweltkontrolle/2004/0302_forstwirtschaft.pdf

 

Geschichte

Die k.u.k Monarchie besass 1895 eine Waldfläche von 9'709'620 ha. Dieser befand sich ausser in den Alpen vor allem in den Karpaten Schlesiens, Galiziens und der Bukowina. Der 1. Weltkrieg führte so zu einer Holznot, aber weniger aus Holzmangel als auf Grund organisatorischer Probleme (der grösste Teil der Waldarbeiter leistete Kriegsdienst).

Das reduzierte Nachkriegsösterreich besass 1926 noch 3'137'185 ha, also einen Drittel. Da viele Seitentäler noch nie genutzt worden waren, da die österreichische Forstwirtschaft von den Nachbarländern eh belächelt wurde, weil sie sich mit minimalen Erträgen zufrieden gab, bestand ein enormes Wachstumspotential. Von 1920 bis 1926 stieg der Export an Holz (unbearbeitetem und bearbeitetem) von 1.1 Millionen Festmeter auf 5.4. Der Höhepunkt wurde 1928 mit 6.3 Millionen Fm erreicht. Damit wurde allerdings der nachhaltige Zuwachs derart überschritten, dass nun bereits Bestände geerntet werden mussten, die weniger als 100 Jahre alt waren, also ihr maximales Produktionspotential noch bei weitem nicht erreicht hatten. Dann brach der Holzmarkt ein. Wie im Jahr 2000 warf ein gewaltiger Sturm eben so gewaltige Holzmengen auf den Markt. Dazu kamen noch steigende Exporte aus Russland und starke Schneeschäden 1929 bis 31. Die Zahl der im Forst Angestellten sank von einer halben Million 1928 auf 320'000 1932.

An Stelle der nach Kriegsende geforderten Intensivierung trat nun eine Extensivierung der Forstwirtschaft. Der Aufwand für die Walderschliessung wurde reduziert und nur noch leicht zugängliche Wälder beerntet. Betriebe wurden zusammen gelegt, Personal reduziert - obwohl der Arbeitsaufwand stieg. Die Besitzsteuern wurden durch Ertragssteuern ersetzt und generell gesenkt. (Also bereits damals das Selbe wie heute. Würde man Geschichtsbücher lesen, könnte man sich offenbar manch teuren Experten sparen, der zudem eh meist bloss mithilft, die gerade gängige Propaganda zu verstärken: Produktionskostenkrise!).

Programme wurden erstellt zur Förderung der Walderschliessung, der Beschränkung der Ernte auf den Normalzuwachs, zur Förderung des einheimischen Holzverbrauchs (Sonderschau Holz an der Wiener Herbstmesse 1932, Sonderschau "Heizt heimisches Holz" 1933, "Baut mit heimischem Holz 1934 etcetc., [Präzise zur selben Zeit entstand übrigens in der Schweiz die Lignum, die hier das selbe Ziel verfolgt] der chemisch-technologischen Verwertung von Holz und der Bildung von Genossenschaften unter den Kleinwaldbesitzern. Grosse Bedeutung wurde auch der Beratungstätigkeit im Privatwald zugeordnet.

Das 1000-jährige Reich

Der Anschluss Oesterreichs an DAS Reich wurde von der grossen Mehrheit der Forstdienstler mit Begeisterung begrüsst.  80% der Studenten der Hochschule für Bodenreform in Wien waren bereits vor dem Anschluss Mitglieder der damals noch verbotenen NSDAP. Man steht hier eben, nach wie vor, auf Zucht und Ordnung, wenn auch heute mehr auf Markt- und Finanzordnung. Allerdings war man ja lange uniformiert, und ist es auch heute noch in einigen Ländern. An der Forsthochschule von Nancy wurden bis fast zum Ende des 19. JH nur Absolventen aufgenommen, die über einen Offiziersgrad verfügten. Der Gruppendruck war und ist hier enorm. Damals wurden jüdische Beamte entfernt, die Beamtenschaft von unzuverlässigen und feindlich gesinnten Gegnern gereinigt und alle dazu aufgerufen, der NSDAP beizutreten. Dem wurde so willig nachgegeben, dass nach Kriegsende keine NSDAP-unverdächtigen Forstleute zur Verfügung standen. Der Grad an Mitläuferschaft lag bei 94%. Zudem war ein Viertel des Forstpersonals im Krieg gefallen.

Die Holzwirtschaft nahm wieder Aufschwung ... allerdings waren die propagierten "unermesslichen" Holzvorräte mit denen Österreich den grossen Führer beglücken könne, eigentlich nicht da. 6 Millionen Festmeter brauchte man selbst, und von den 3 Millionen Export gingen schon zuvor 6 bis 700'000 an Deutschland. Allerdings hat Oesterreich z.B. gegenüber der Schweiz den grossen Vorteil, dass auf Grund natürlicher Höhen-Lage 84% der Waldfläche aus Nadelholz besteht (Schweiz 73.5%). (Die Pflanzung von Laubholz war erst zu Beginn des 20. JH: erwogen und kurz gefördert worden. Bauern pflanz(t?)en auch in der Schweiz und Deutschland nichts anderes als den Brotbaum Fichte).

Nach Ende des Krieges wurde vor allem der Osten, unter Russischer Besatzung, weiterhin stark übernutzt. Der Marschall-Plan brachte die notwendigen Investitionen. Waldstrassen und Forstwege wurden ausgebaut, die Nutzung mit Seilkranen (präzise Wyssen-Seilanlagen, ein Schweizer Produkt) verstärkt. Steyr produzierte den Motor-Muli, ein erstes kleines Rückegerät auf Ketten.

1956 lag dann ein Forstgesetz vor, dass sich nach den modernen Prinzipien der nachhaltigen naturnahen Waldwirtschaft richtet. 1975 wurde es erneuert und um verschiedene Aspekte der Multifunktionalität ergänzt. Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungswirkungen fanden ihren Platz neben der Holzproduktion. Allerdings scheint sich der Forstdienst nicht mehr so autoritätsgläubig wie früher an die Gesetze gehalten zu haben, und kam bei der Erklärung zu Kahlschlägen des Oeftern in Argumentationsnot.

    Das 1000-jährige Reich der Ökonomie

Was den "Erfolg" der effizienten, modernen österreichischen Waldwirtschaft im Vergleich mit der verkrusteten schweizerischen betrifft, so sehen wir hier ein deutliches Beispiel für meine Warnung, Zahlen aus Österreich nur in längeren und zusammenhängenden Reihen zu akzeptieren. Pickt man sich einzelne Jahre raus, kann man bei dem Zickzack sonst alles beweisen - und das Gegenteil. 1932 war die Lage der Forstwirtschaft trostlos. Ackerbauminister Dollfuss ordnete 1932 an, die Ministerien nur noch mit Holz zu heizen. Sogar Dampflokomotiven wurden auf Holz umgerüstet. Die Exporte nach Italien führten nur kurzfristig zu besseren Preisen. Die Mechanisierung nach 1945 war durch Ueber-Nutzung finanziert worden. Zudem wurde Ende der 60er Holz beinahe unverkäuflich. Die Preise fielen auf das Niveau von 1957 (was was heisst, denn damals herrschten noch ganz andere Inflations- und Wachstumsraten als heute). Zu Beginn der 80er stagnierte die Bauwirtschaft (do CH) - und die Preise sanken wieder auf das Niveau von 1975. Zusätzlicher Druck entstand durch Billigimporte aus Russland und dem Osten.. 1990 erneut starker Abfall der Preise. 2000 totaler Zerfall der Holzpreise auf Grund von Lothar, also einer nicht beeinflussbaren Wirkung von aussen. Dennoch wurde diese Situation von sog. "Experten" ausgenutzt um mit jeder Menge propagandistischer Schlaufen (und meist ohne einen einzigen eigenen Gedanken) nun auch die der Waldwirtschaft zu neo-liberalisieren.

Rationalisierung - [s. auch Produktivismus in Landwirtschaft zwischen Industrialisierung und Hausfrauisierung ]

Die Motorsäge war nicht vom Tag der Erfindung an ein Erfolgsmodell (s. Geschichte der Motorsäge). Die ersten waren derart schwer und unhandlich, dass die Arbeit mit der Handsäge leichter und schneller von statten ging. Zudem war der grössere und anstrengendere Aufwand das Entrinden. Eine erste Ertragssteigerung bestand also darin, dieses auf den Holzhof der Sägerei zu verlagern - was dem Wald allerdings beträchtlich Nährstoffe entzieht.

1962 war der Siegeszug aber praktisch vollendet.

Die Stürme von 1966/67 verhalfen dann dem Knickschlepper zum Durchbruch, die Stürme von 1990 der total mechanisierten Holzernte nach nordischem Vorbild: Kein Fuss am Boden, keine Hand am Holz. Mit computergesteuerten Harvestern werden die Bäume erfasst (vermessen), entastet, gefällt, abgelängt, geladen und abtransportiert. In Bearbeitung ist eine weitere Rationalisierung der Logistikkette über process controlling und supply chain management. Die Zahl der Forstarbeiter sank so von 28'000 1965 auf 5900 1992. Lothar 1999 verhalf dann dem wirtschaftlichen Restrukturierungsdenken nach neoliberaler Manier zum Durchbruch. Der nächste Schritt ist die totale Integration der Waldwirtschaft in die industriellen und marktwirtschaftlichen Prozesse.

Personalabbau

Der Wald bildete einst das Rückgrat für die Mehrzahl der bergbäuerlichen Betriebe und steuerte ca. die Hälfte des Einkommens bei. Das Einkommen aus forstlicher Tätigkeit ist 3 bis 4 mal höher als aus landwirtschaftlicher. - Allerdings nicht, wie uns einige Neo-Forspropagandisten glauben machen wollen, weil die Oesterreicher um so viel effizienter und liberaler arbeiten, sondern ganz einfach, weil die Löhne der Bauern in Oesterreich noch katastrophalere sind als hier.

Die Forstwirtschaft ist aber zum arbeitsextensiven Betrieb geworden. Um 2000 arbeiteten bloss noch rund 8600 Personen in der Forstwirtschaft, davon 5000 in der Waldarbeit und 3600 als Angestellte in der Verwaltung. Die meiste Arbeit wird allerdings von den rund 200'000 meist bäuerlichen Kleinwaldbetrieben geleistet! 53% dieser Waldbetriebe sind kleiner als 200 ha

 

Fazit

Oesterreich ist nach hundert Jahren erfolgreicher Selbstausbeutung durch tiefste Löhne ebenfalls an die Grenzen gelangt und fördert die Multifunktionalität von Land und Forstwirtschaft. Infrastruktur im ländlichen Raum, insbesondere Strassen, dienen der Land-, Alp- und Forstwirtschaft eben so wie dem Tourismus und der Jagd.

Die bis nach dem zweiten Weltkrieg dauernd befürchtete Übernutzung des Waldes entpuppt sich durch die  Einführung der Stichprobenmethode ab ca 1980 als Irrtum, denn der Zuwachs war systematisch unterschätzt worden.... was den Drang zur Übernutzung aufgefangen hat.

Die propagierte Bildung von Gemeinschaftswäldern fand nicht statt, forstliche Zusammenschlüsse blieben ohne Erfolg ...

Ein Ersatz der bergbäuerlichen Landwirtschaft durch reine Landschaftspflege ohne Nutzung ist, insbesondere im Hinblick auf die Biodiversität, aus ökonomischen, ökologischen und landschaftsästhetischen Gründen unmöglich.

Die fehlende Inwertsetzung erbrachter Leistungen in Gestalt einer Abgeltung führt gegenwärtig dazu, dass das landeskulturelle Leistungsvermögen gerade im Falle der Bergwälder immer unzureichender wird.

Mit der Umsetzung leistungsabhängiger Abgeltungen an die Forstwirtschaft, die zum überwiegenden Teil aus (klein-)bäuerlichen Waldeigentum zusammengesetzt ist, würden endlich jene Versprechungen eingelöst, die, von wenigen Ausnahmen abgesehen, bisher nicht umgesetzt sind.  [S. 737]

Martin Herzog, Dipl. Forsting. ETH, Basel, 24.12.06

p.s: Ueberlegungen zur "Guten Ordnung" die sich daraus ergeben

Fazit:

Weder die Armut der Einen, noch der Reichtum der anderen, führen offenbar zu irgend was, das man als "gute Ordnung" bezeichnen könnte.

 

Die Entwicklung von Land- und Forstwirtschaft in Österreich zeigen deutlich, wie sehr die bäuerlich-bescheidene Subsistenz und Flexibilität (alles tun, für ein paar Groschen mehr) die Erwartungen an die heutigen Arbeitnehmer bestimmen. Erwartet wird, dass sie sich möglichst rasch eine Unmenge an Wissen und Erfahrung aneignen, so dass sie sich bereits in jungen Jahren um hoch qualifizierte Stellen bewerben können - ohne allerdings über irgend eine Autorität des Wissens oder der Stellung zu verfügen, es sei denn, über die Autorität der Geldmacher. Das heutige Lebensmodell fordert, innert 10 bis max. 15 Jahren eine Position erreicht zu haben, die ausreichend Einkünfte abwirft, nicht nur die Familie zu unterhalten, sondern auch ein Haus zu bauen und min. 20 Jahre Lebensunterhalt nach der Pensionierung abzusichern. D.h. es wird praktisch von jedem erwartet, innert einer doch beschränkten Zeit zum Millionär zu werden.

Das Scheitern ist nicht vorgesehen, gehört aber zum Wettbewerb wie die zwei Seiten ein und der selben Münze. Während dem der Bauer traditionell seine Existenz gesichert hatte, also Haus und Nahrung verfügte und Arbeitskraft zusätzlich, auf Abruf, bei Bedarf, als Söldner fremder Heere genau wie als Lohnsöldner fremder Firmen, leisten konnte, sieht die Situation der Mehrheit der Lohnabhängigen heute anders aus. Der Lohn IST die Existenz. Kein Lohn, keine Existenz. Befürwortern eines Abbaus des Sozialstaates scheint dies entgangen zu sein. Sie sehen nur die Möglichkeit zu noch mehr Reichtum zu kommen, indem sie das Existenzrecht der für die "Grosse Wirtschaft" Überflüssigen verneinen. Die Herrschaft des Geldes mittels Auswahl und Ausschluss durch Wettbewerb ist also für viele eine Zwangsherrschaft.

Kritisch ist hier insbesondere die kaum noch auf Widerspruch stossende Privatisierung zu bewerten. Traditionelle wie moderne Feudalisten erben ihre Existenzgrundlage. Die andern müssen sie kaufen oder mieten, zahlen also ein Leben lang Zinsen. In traditionellen Stammesgesellschaften, also auch bei unseren Vorfahren, den Kelten, war der Boden Allgemeinbesitz, wie noch lange auch die Allmend. Die Gemeinschaft stellte dem Einzelnen, wenn er eine Familie gründete, das dazu notwendige Land zur Verfügung. Im Gegenzug musste sich dieser an die allgemeinen Satzungen und Bräuche halten, hatte aber auch Mitbestimmungsrecht und war frei, ohne Zinsen und Schuldlasten. Dem entspricht heute die weitgehend kostenlose Ausbildung, die den Zugang zum Erwerbsleben eröffnet. Je weniger aber die Ausbildung wert ist, je mehr das Eigentum darüber entscheidet, wer wie viel verdient, desto grösser wird der Anteil Ausgeschlossener, was sich am Besten anhand der Generation p zeigt.

Gegenüber der feudalistischen Herrschaft der Adelsgeschlechter war die Meritokratie ein Fortschritt, aber nur so lange, bis sich die neue Meritokratie zur Plutokratie wurde, deren Herrschaftssystem wiederum erblich ist. Als Ideal der Ordnung schwebt uns in Europa immer noch die Demokratie vor, die Herrschaft des Volkes. Diese kann allerdings über Populismus oft zur Herrschaft einer Minderheit werden, einer Minderheit (der Reichen), zu der die Mehrheit gerne gehören würde, weshalb sie in deren Interesse abstimmt.

Mögliche Ordnungsmodelle:

Alle diese Modelle beschränken jedoch die Wahlmöglichkeiten, während dem Lebensqualität möglichst freie Wahl des Lifestyles bedeuten würde.

Je besser die Bedingungen für ein erfülltes Leben, desto höher die Lebensqualität

Interessant wäre auch die Idee, das christliche Prinzip der Nächsten-Liebe als Ordnungsprinzip zu erwägen. Interessant insbesondere darum, weil die Liebe eigentlich bedingungslos ist, sich keiner Ordnung unterwirft, sondern, präzise wie der Mensch, nur in Freiheit gedeiht. ... Tja ... das war einmal ... auch die Weihnachts-Botschaft der Liebe wird heute in Umsatzzahlen gemessen.