Hafen
St. Johann, dahinter Novartis.
Dank internationaler Verträge gelten alle 4 Basler Häfen (St. Johann, Kleinhüningen, Birsfelden, Muttenz) als "internationales Gewässer". Hier passieren 12% des Schweizer Aussenhandels mit einem Volumen von 7.2 Millionen Tonnen, 85'000 Container. Flussauf Erdöl (3 Mio. T), Flussab Pharma. Da Schweröl seit kurzem in Colombey (VS) verarbeitet werden kann, fallen diese Exporte zunehmend weg.
Dieser Hafen hier, St. Johann, der kleinste der 4, versperrt allerdings nun Novartis Campus den Blick aufs (Basler) Meer. Novartis will ihn dem Kanton Basel-Stadt für 100 Mio. Fr. abkaufen (man rechnet mit Kosten für Neubau von 200 Millionen ...), stilllegen und bis 2008 das Firmengelände bis an den Rhein ausdehnen. (s. Neunutzung Hafen St. Johann / finanzielle Auswirkungen & Grosser Rat: Ratschlag betreffend Realisierung des Projekts „Neunutzung Hafen St. Johann – Campus Plus“)
Da die Anlagen aber benötigt werden, müssten sie andernorts, mit beträchtlichen Kosten, wieder aufgebaut werden. "Andernorts" ist vermutlich Kleinhüningen - aber da sind die Informationen seltsam diffus bis inexistent, da wird sich wohl die Bevölkerung irgend wann mal wieder vor vollendete Tatsachen gestellt sehen.
Kritische Fragen, s.
BASTA.
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Wohnsilo
mit bester Verkehrserschliessung (Dreirosenbrücke) und Abluftentsorgung. Der gestreifte Turm gehört übrigens zum Fernheizkraftwerk der Industriellen Werke Basel (IWB), die zur Zeit neben der Kehrichtverbrennung das grösste Holzkraftwerk der Schweiz planen. |
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Der Voltaplatz, seit 1998 eine Baustelle, ist einer der grässlichsten Verkehrsknotenpunkte Basels. Mit dem Bau der unterirdischen Nordtangente als Verbindung zwischen Deutschland und Frankreich, soll es besser werden ....
Die Bauten hier sind ein amüsanter "Grenz-Fall". Genau so wie man Atomkraftwerke gerne an die Grenze stellt (falls .. nein, das kann ja nie und nimmer passieren! ... oder war das vor Chernobyl ...) sind die Bauhöhen an den Grenzen meist viel liberaler als im Stadt- oder Dorfkern. Das gilt für Binningen und Lörrach gegenüber Basel - genau so wie hier für Basel gegenüber St. Louis.
Wegen des nahen Flughafens Mülhausen ist die Bauhöhe allerdings auf 77m beschränkt ... noch, denn Vasella strebt laut Bilanz 13/2007. S. 16-17) nach höherem. Laut verschiedener eben in Auftrag gegebener Gutachten (drum heissen die vermutlich so: Gut ist, was meine Interessen achtet) wären problemlos 100 m möglich, ja sogar wünschenswert - laut Chefplaner Frank Gehry sogar leicht höher, also 120 m. Auch hier zeigt sich, dass Architekten die idealen Vertreter der Bauherren sind, da auch sie gerne möglichst viel, möglichst gross und damit möglichst eindrücklich sich ein Denkmal setzen. Um so mehr muss gelten: Holzauge sei wachsam (oder präziser: cave architectem - hüte dich vor den Baumeistern!), wenn die Verbandseinsprache wieder mal zur Disposition gestellt wird. - Abgesehen davon, dass bei den Höhen der Ausdruck <Campus>, also <Feld>, doch leicht deplaziert wirkt. Aber vermutlich handelt es sich dabei um eine Schöpfung wortgewandter Architekten mit dem selben Zweck wie das in Basel weit verbreitete Tarngrün.
| CASH DAILY meldet heute (29-8-07), dass Novartis die
Bewilligung für eine Bauhöhe von 120 m erhalten hat. hat.
Die bereits heute riesig wirkenden Bauten, und damit die Aus-Nutzungsziffer des Bodens, werden also nochmals massiv erhöht. Der Verdacht, dass <Campus> bloss ein Euphemismus ist, hat sich also bewahrheitet. Es sollen erst 4, im Laufe der Zeit aber 10 Wolkenkratzer entstehen - 1.6 mal so hoch wie die hier abgebildeten. Gewaltig, erdrückend, besonders aus der Perspektive St. Louis. Und dagegen hilft keine Stararchitektur. Eine gewaltige Wertvermehrung des von der Familie Geigi vermutlich einstmals günstig eingekauften Schindackers. Es zeigt sich auch hier ganz klar, dass "Spitzenarchitektur" hier vor allem die Funktion hat, die Bodennutzung auf die Spitze zu treiben. Hier entsteht also, im wahrsten Sinne des Namens, eine abgeschottete HOCH-BURG DES KAPITALS, in der 10'000 hoch qualifizierte Forscher sich den Problemen widmen, die Geld versprechen ... unabhängig davon, dass die drängendsten Probleme vermutlich eben eher kosten als Geld einbringen, und dies um so mehr, je länger sie liegen bleiben. Man denke etwa an Aidsmedikamente, die für Afrika, wo Aids grassiert, unerschwinglich sind, oder Krebsmittel, die Unsummen kosten, obwohl Krebs im Vergleich zu Herzinfark (Ueberernährung, falsche Ernährung, zu wenig Bewegung), Malaria und andere gesundheitliche Probleme von Armen ... oder dem immer dringender werdenden Problem der Antibiotikaresistenz so ziemlich unbedeutend ist.(s. öffentliche und private Forschung). Antibiotikaresistenz wird durch die Marktwirtschaft ja geradezu gefördert, da diese natürlich eine maximale Verwendung der Produkte fördert, was in dem Falle ja eben grad kontraproduktiv ist.) Hier ist der rechte Ort, quasi ein Mahn-Mal, um z.B. auch über die Abzockerinitiative nachzudenken. Auch diese ist eine Tarnkappe, vermutlich nicht so gewollt, aber dennoch, denn Vasella ist hier nicht die treibende Kraft, sondern bloss Söldner im Dienste des Kapitals, wenn auch, als General und Heerführer, ein sehr gut bezahlter Söldner. DAS PROBLEM IST ABER NICHT DER SÖLDNER - SONDERN DIE AUFTRAGGEBER. Der Einfluss diesen, heute meist anonymen Kapitals, ist weitaus grösser als hier sichtbar wird, denn die selben Kreise besitzen ja auch sonst in Basel grosse Anteile des Bodens und meist der Immobilien, die über ebenfalls gedungene Verwaltungen beerntet werden. Da auch diese im Auftragsverhältnis arbeiten, gehen sie wiederum mit den Tributpflichtigen (den Mietern) oft auf eine Art und Weise um, wie man sie eigentlich nur aus dem Militär kennt. Der Schnitzelbangg weiter unten übertreibt hier also nur e glai bitzeli. |
Das St. Johann Quartier ist wie Kleinbasel-Nord-West kein gehobenes
Quartier, sondern, wie auch Kleinhüningen, ein Randquartier. Wie Kleinhüningen
wohnten allerdings auch hier schon die Kelten so ca. 150-80 BC. Der Einbezug in
die Stadt begann erst im 12. JH, als sich der Johanniterorden am damaligen
Stadtrand niederliess. Ausserhalb der Stadtmauern im Westen lag der
Schindanger, auf dem
während Jahrhunderte
Tierkadaver entsorgt wurden und der bis in die Neuzeit unbebaut blieb. Folgerichtig steht
heute dort auch die Kehrichtverbrennung und das Heizkraftwerk der Stadt, der
Schlachthof und die psychiatrische Klinik, und Novartis.
Interessant, nicht. Sie müssen sich dazu auch die Vorgänge um 1844 in Erinnerung rufen, als Basel den ersten Bahnhof der Schweiz baute - allerdings gegen den extremen Widerstand des protestantischen Patriziates, das in den katholischen Nachbarn ein verworfenes uns unaufrichtiges Volk sah, mit dem es nichts zu tun haben wollte ... genau so wenig wie mit den Bauern im Osten oder den ebenfalls mehrheitlich katholischen Rheinfeldern. Obwohl die Aristokratie Basels gerne in der noblen, weltmännischen Sprache Französisch parlierte. Folgrichtig setzte man einen stinkenden Tierfriedhof an die Grenze, der später durch chemische Industrie, einen Bahnhof, eine Kehrichtverbrennung etc. ersetzt wurde. Alles in allem dennoch nicht sehr intelligente Abschreckungsmittel, denn der Wind bläst hier meist vom Westen. Heute gehorchen Atomkraftwerke meist der selben Regel ...
Gelitten hat das Quartier in den letzten 10 Jahren vor allem durch den enormen Verkehr der Autobahnverbindung Deutschland-Frankreich und den Bau der Nordtangente. Die Wohnqualität war mässig, weshalb St. Johann die stärksten Bewohnerverluste in Basel zu verzeichnen hatte. Von 22436 Einwohnern 1970 sank die Zahl der Bewohner auf 17788 heute, womit es neu "kleiner" ist als Gundeldingen. Dies trotz traditionell hohem Anteil an Ausländern (41.7% - gegenüber Mittelwert für Basel von 31.8%). Die höchsten Ausländerquoten werden allerdings erreicht in Kleinbasels Rosental (51%), Matthäus und Klybeck 49.9% und Kleinhüningen (43.6%))
Obwohl, oder gerade weil die Wohnqualität nicht gerade die beste ist, wohnen hier wie in Gundeldingen und Matthäus nicht die "Normalbürger", sondern eher die interessanten Leute die sich im Quartier, Natur- und Umweltschutz und generell alternativen Bewegungen engagieren. Es wird befürchtet, dass mit einer Gentrifizierung (Ansiedlung von betuchtem Wohnadel) die Mieten steigen und diese Bewohner vertrieben werden sollen. Da heute die Wohnungen meist klein und doch recht alt sind, müsste nach dem Bau des Campus noch eine weitere grosse Umbauwelle folgen. Da Umbau aber Lärm und Dreck macht *, und das im Quartier seit Jahrzehnten, wird der Campus vermutlich eine <Insel des produktiven und geschützten Reichtums> bleiben. Beleben dürften sich vor allem die gemütlichen Bistros in St. Louis, die auch erstklassige Patisserie anbieten ... sofern die neuen Internationalen über ein Euro-Visum verfügen. Falls nicht dürfte dies zu einem ziemlichen Aergernis für Novartis führen. Tja ... alles kann man nicht gratis haben, auch nicht am äusserstem Rand der grossen Stadt und der Schweiz ...
* Nur ein kleines Beispiel, grad vor dem Haus, Inselstrasse, 27.8.07: Seit etwa 1 Woche ein Riesenlärm, erst Presslufthämmer, mit welchen die Strasse aufgebrochen wurde, jetzt, eine tolle neue Erfindung, der Drecksauger "saugen statt schaufeln". Allerdings, zwischen den Mauern der Blocks hier, verursacht so ein Gerät in der Wohnung den selben Lärm wie ein billiger alter Staubsauger der in der Wohnung läuft. Arbeiten kann man glatt vergessen. Manchmal scheint die neue Technik nicht dazu erfunden, Arbeit leichter und vor allem schneller zu erledigen, sondern vor allem lauter.
Dieser Optimismus könnte allerdings verfehlt sein, denn sieht man sich die Pläne des Komitees (nein nicht das für Schnitzelbänke, das) für die Entwicklung von Volta-Mitte an, so wird durch die Beton-Glas-Architektenlobby längst zum Halali auf diese Rand-Ständigen-Siedlung geblasen: Neubebauung Volta Mitte. Bericht des Preisgerichts. (Falls der Beitrag wieder gelöscht wurde, ich hab eine Kopie ... oder sehen Sie sich ganz einfach das Horburg Quartier an auf der andern Seite der Brücke: Schön ruhig, steril, mit Ausblick auf grosse Strasse und kahle Fronten.)
Im Kannenfeld wurde 1927 die erste Betonkirche weit und breit gebaut und 1951 die ersten 3 Hochhäuser (s. Entenweid)
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Hier entsteht der Novartis Campus ... der allerdings mit
Campus * (Feld) weniger zu tun hat als mit einem weiteren Hochbau. Dieses
Stadtviertel dürfte eh bereits über die höchste Ausnutzungsziffer in Basel
verfügen. Kein wunder sucht man den Blick aufs Meer. (s. ganz oben) Auf dem Areal sollen 10'000 Arbeitsplätze entstehen, gegenüber den heute 4500. Es handelt sich um ein strenges Raster mit breiten Allen und schmalen Querstrassen, Wenn grün, dann in räumlich doch recht beschränkten Innenhöfen (s. Uebersichtsplan) oder gar im 1. Stock, statt draussen. Der Komplex ist zudem nicht öffentlich zugänglich. Der Städtebauer und zuständige Architekt Vittorio Magnago Lampugnani nennt die geplante Siedlung folgerichtig: Zitadelle (= Festungsanlage). Man könnte, wäre man boshaft, darin den Beleg für die Reterritorialisierung des globalen Kapitals (Deleuze/Guattarri), also die 2. Stufe des Neofeudalismus, sehen. Lehensnehmer und Untertanen auf dem selben Raum unentrinnbar vereint. |
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Bis 2008 werden 1 Milliarde Fr. investiert. Eine zweite Etappe bis 2012 ist
vom Verwaltungsrat bereits bewilligt. Der Verwaltungsbau von
Roger Diener, mit den bunten Fenstern, steht bereits (Kosten 77
Millionen, 1450 Fr. pro Kubikmeter. Grund: Marmorböden, Rosshaarvorhänge,
mit Leder überzogene Geländer mit Nussbaumbrüstung etcetc. Luxusghetto für
Forscher, wobei allerdings Grossraumbüro Grossraumbüro bleibt, auch wenn
luxuriös [Also ich hätte da lieber meine Ruhe in einem
Forschungs-Gartenhäuschen in den Schrebergärten]. Davor (s. Bild) wird zur
Zeit ein unterirdisches Parking gebaut. Dahinter soll ein Hochhaus des
Stararchitekten Renzo Piano (Klee
Museum Bern /
Museum Beyeler in Riehen), zwei Bauten des Pritzker-Preisträgers
Raphael Moneo, zwei von
Tadao Ando
und drei von Frank Gehry
(Guggenheim Museum Bilbao) entstehen. Das Hauptproblem dieser Anlage liegt meines Erachtens nicht mal darin, dass das ganze Viertel samt Hueningerstrasse eingezäunt und damit unzugänglich wird, sondern dass sich hier Wissenschaft als private, rein profitorientierte, abschottet - aber dennoch auf die öffentliche Tränendrüse drückt von wegen Forschungsstandort, Spitzenforschung etc. Noch problematischer wird es, wenn auch die ETH eine Partnerschaft eingeht, die sie, als öffentliches Institut, zu Vertraulichkeit und Geheimhaltung von Forschungsresultaten verpflichtet. (s. Forschungspartnerschaften, öffentliche Forschung). Hier bunkert sich Wissen ein in ein privates Schloss. Gegen aussen präsentabel, als Architektur - aber patentiert, geheim. Novartis Campus ist der potemtkinsche Gegenpart der Datenspeicher im Gotthard. ... Vermutlich, würden die entgangenen Steuern nicht so schmerzen, wären von der Öffentlichkeit isolierte Bunker in den Sümpfen Floridas, gehütet durch Stacheldraht, Krokodile und die eigen-mächtigste Regierung der Welt, dem gemässer, was hier als "Forschung" der Zukunft propagiert werden soll. Einen interessante Aspekt zeigt auch die Gemeinwesenforscherin Gabi Hangartner auf in ihrer Studie: "Urbanes Trendquartier oder gespaltener Sozialraum?" Nämlich: - Integrationsverweigerung von oben - Die hier arbeitenden haben null Interesse an Integration in die Stadt und die Stadtbevölkerung und schotten sich ab ... ein Verhalten, wofür "Handarbeiter" stantepete" repatriiert würden. Fazit: "Integrieren" (d.h. fügen) müssen sich diejenigen, denen nichts anderes übrig bleibt. Die Reichen haben die Freiheit, sich abzuschotten. Die von der SVP kritisierte < Edelsozialhilfe für unintegrierte Ausländer > findet also eigentlich auf einem Niveau statt, wo man sie gar nicht erwartet ... Zum Teil finden sich allerdings nicht bloss Verlierer ausserhalb des Zauns, sondern werden auch innerhalb geradezu geschaffen. BILANZ, nicht grad ein linkes Kampfblatt, tituliert in No 14 (1. Hälfte September 07) auf S. 20: Verlierer in der "verbotenen Stadt": Vom Lohndruck und einer Verschlechterung der Anstellungen beroffen sind Stelleninhaber mit Servicefunktionen wie Pförtnerdiensten, Gebäudebewachung, Feuerwehr, interne Post, Warenverteilung und dem Transportwesen innerhalb des Campus-Areals sowie zwischen den übrigen Novartis-Standorten in der Region. "Viele von uns sehen sich nach einem neuen Arbeitgeber um", sagt einer der Betroffenen, dem das Salär inner von drei Jahren zum zweiten Mal um zehn Prozent gekürzt wird. Dies ist vor allem eine Wirkung des Outsourcing, das für Novartis gleich zwei Vorteile hat:
Was vor 10 Jahren noch spielte, dass bei gut laufenden Firmen alle besser verdienten, wurde seither abgeschafft, was die Verteilung des Kuchens auf noch weniger Hungrige beschränkt. Vor dieser absoluten Wettbewerbs- und Preisorientierung verdienten auch einfache Angestellte bei Banken, Versicherungen, Pharma etc mehr als bei denen, die weniger dazu in der Lage waren, Gold zu scheissen. Heute herrscht insofern <Gerechtigkeit>, als nun die untern Chargen in allen Branchen gleich schlecht verdienen. Diese Segnung bringt uns die moderne Ökonomie. * Apropos Campus ... vermutet Gabi Hangartner nicht bloss, dass dieser vom Feld nicht viel übrig lässt, sondern vor allem, dass Novartis hier sich als trojanisches Pferd aufs akademische Feld begeben wird, da Campus ja traditionellerweise auch als Synonym für Universität steht. Auch hier gilt es wachsam zu sein, denn ein Universitätscampus war den Bürgern nie verschlossen und hatte immer auch die Aufgabe, die Bürger zu Informieren über neue Erkenntnisse und Möglichkeiten. Dieser Campus jedoch will Wissen patentieren und verkaufen. |
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| Bell: Auch diese Gebäude, inklusive der
Papageienhäuser an der Elsässerstrasse (Photo kommt demnächst) sollen
dichten Hochhäusern des Novartis Campus weichen und das Gelände um
weitere 29'000 m2 erweitern. Verhandlungen laufen.
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Verkaufs- und Erpressungsargumente für den Campus waren:
Ansiedelung einer Wissenselite die 150 Millionen mehr an Steuern bezahlen wird <> potentieller Wegzug von Novartis aus Basel ...
Kritik am Projekt zu äussern wagte praktisch nur die Grüne Partei Basels. Kritisiert wurde vor allem:
Die damit verbundene Ansiedlung des klinisch-biologischen Lehr- und Forschungszentrums - von der befürchtet wird, dass das "Geschenk" das Zentrum verpflichten soll, nicht dort zu forschen, wo Interessen von Novartis tangiert werden.
Systembiologie untersucht Gene und Proteine nicht mehr isoliert, sondern, so wie sie in der Realität wirken, also in ihrer Wirkung im Zusammenspiel und im Zusammenhang mit andern Faktoren, da einzelne fördernd, andere bremsend wirken. Es handelt sich um ein interdisziplinäres Forschungsgebiet in dem nebst Biologen auch Chemiker, Computerspezialisten, Physiker und Mathematiker tätig sind. Die Schweiz ist hier mit 400 Millionen für die nächsten 4 Jahre an der Weltspitze. Im Zentrum steht der Forschungsverbund systemX.ch
Da sich Vasellatown (= Novartis Campus) so langsam aber sicher zu Pingelhochhausen (Little Singapore, laut Bilanz 21/2007) entwickelt, in dem die Mitarbeiter verpflichtet sind, Fehlverhalten zu verpfeifen, in dem Rauchen verboten ist, in dem bereits im Detail festgelegt wurde, wie oft und ab welcher Füllmenge Abfallkübel zu lehren sind, in welchem Turnus und wie Böden zu pflegen sind, dürften viele Forscher eine etwas freiere und vielleicht manchmal auch chaotischere Umgebung vorziehen.

[Hangartner S. 142]

| Unnötig-wäärte Baslerpööbel, | ||
| Ruumed d Woonig, pagged d Möbel! Mir bruuche Blatz, s'isch halt eso, drum muess das jetz ganz anderscht goo: Miir möchten euch rasch informiere, ass ihr SOFORT miend DISLOZIERE Kurz gsait: Me bruucht euch z Basel nit. Drum machet jetzt däö Tschällendsch mit. Miir nämme jetz - mer sin so frei - ganz Basel yy im gloubal pley. |
Als Kick Off, zem ganz Basel z bsetze, zem d Lüt uus däre Stadt uus z hetze, hänn miir der Campus aanegnallt. Sällemool goot dass no ooni Gwalt: D Regierig, alles yttli Pfaue, het sich e Haafe döört lo klaue. Au s dumme Volgg hänn mir no bschisse und Strooss noo Hüningen aifach gschlisse. E 100 Millioone-Dyyl; kai Saich für uns, für Basel zvyl. Was wirgglig lauft, grieggt d Stadt nümm mit. Scho hänn miir drum als näggschte Schritt s Klybegg und Santihans vernetzt und d Braiti-Dalbe völlig bsetzt. Glaihünige hämmer voll beleggt, aus s Horburg ins Portfolio gesteggt. Das längt au nümm, s mues wiiter goo - GANZ Basel wird jetzt übernoo. Vo Oscht noch Wescht hallts in der Stadt: "Umsidlen isch halt aifach glatt! Dram umleiten, Strosse speere - MIIR sinn jetze z Basel d Herre! Isch öbber geegen uns, goots lätz, |
S Autpleisment (dütsch: wäär wenn verraist) hänn mir für euch uff d Schiine glaist: Der Basler Daig wird zerscht verschobe - noo Adelshusue zue de Schwoobe. Die göön no gäärn und stüürme nit, wills döört e neue Golfplatz gitt. Im Rotliechtmiliöö wirds glyy stiller; d Maitli findsch jetz z Liebenswiler. S ganz Gundeli, Dää Blaan isch cuul, griegt neue Woonruum z Ischtanbul. Vyyl Bruederhölzler hämmer kauft, die hänn begriffe, was doo lauft. S Grossbasel-Wescht dergeege ziet ab hütt ins Oberbaselbiet. Der Zolli blybbt an Ort und zwoor dient äär als Dier Versuechslaboor. Numme d Pinguin wird me bringe ins neu Polarium, z Wintersinge. Neu zaichnet wird jetzt d Basler Karte: |
Pharma
und Chemie werden zwar als einer der wichtigsten Wachstumstreiber der Schweiz
gesehen ... aber das ist äusserst relativ. Zwar wuchs die Wertschöpfung jährlich
um 5.3% in den letzten 25 Jahren, während die Gesamtwirtschaft im selben
Zeitraum bloss 1.5% schaffte. Zudem stieg ihr Anteil am BSP sogar prozentual an,
von 2.6% 1980 auf 3.8% 2005. Der Anteil an
Spitzenprodukten/Hochwertschöpfungsgütern beträgt hier über 90%, also keine
Massenware die hergestellt wird, sondern nur vom Feinsten.
Was allerdings die Erwerbstätigen betrifft, so gingen die von 2.1%, 69'300 Personen 1980 auf 1.6% , 66'000 (2005) zurück, was für die Betroffene nicht gar so grandios ist.
95% der Produkte werden exportiert und
erzielen 36% der gesamtschweizerischen Exporterlöse - eine Tatsache
die dazu beiträgt, dass allen andern auch Export als Heil und Lösung empfohlen
wird, ohne allerdings die Tatsache zu erwähnen, dass diese Branche in Basel über
150 Jahre Erfahrung verfügt in Sachen Globalisierung - und dass der Standort (in
der Schweiz) spezifisch darum ausgewählt wurde, weil hier die französischen
Patengesetze nicht beachtet werden mussten (also das selbe, das wir heute den
Chinesen vorwerfen). [s.
Geschichte der chemischen Industrie von Basel. Geigy 1758-1939]. Die Exporte
stiegen in den letzten 15 Jahren jährlich um 8%, was einer Verdoppelung
entspricht.
Diese Bedeutung ist
nicht nur für den Stadt-Kanton Basel beträchtlich, sondern wirkt sich auf die
ganze Schweiz aus.
Dies zeigt ganz klar, warum in der Schweiz das Innovationsgeplärr so laut ist ... (Dauerwerbung für die Pharma) ... obwohl sich die meisten Betriebe eben Innovation in dem Ausmass nicht mal am Rande leisten können. [s. Die reelle Situation der ach so beklagenswerten Schweiz mit ihrem "Innovationsstau".]
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St. Louis, jenseits der Grenze, ist ein geschäftiger Ort mit einer Bevölkerung von 20'000 Personen.
Basel verdankt seinen Nachbarn im Westen einiges, s. insbesondere Mülhausen, das mit 110'000 Einwohnern doch recht nahe an Basel, mit 191'000 Einwohnern im Kanton BS (30% Ausländer), heran kommt.
Dank der Integration des Tarifverbunds Nordwestschweiz mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der anschliessenden Regionen in Frankreich und Deutschland, ist Basel nicht nur gut Verbunden mit seinem Pendlerreservoir in Baselland und Fricktal, sondern auch grenzüberschreitend. Man darf nicht vergessen, dass es der Basler Chemie in Basel längst zu eng geworden ist und sie sich über Muttenz, Pratteln, Kaiseraugst und Stein bis nach Sisseln ausgedehnt hat.
Auch ihre Kader ziehen es vor, sich in einer ruhigen, sonnigen Landschaft im Grünen niederzulassen, als hinter dem Tor zum Hades. So hat die Bautätigkeit im untern Fricktal in den letzten 20 Jahren enorme Flächen mit Bünzliwil-Architektur zubetoniert (s. insbesondere Wallbach, Olsberg, von wo aus sich diese Siedlungen immer weiter ins Hinterland fressen).
Mit einem Gehalt von 22 Millionen Fr. der bestbezahlte Angestellte der Basler
Chemie, Daniel Vasella, macht's vor und zieht nach Buonas im Kanton
Zug, wo das
Verhältnis zwischen Beton und Grün immens zum Vorteil des letzteren steht.
(Zudem soll man dort weniger Steuern zahlen, so heisst es ...). Immerhin wurde
sein Haus noch vom Basler Architekten Peter Zumthor gebaut.

Auch
St. Louis empfängt mit mehreren Suber-Giga-Mega-Konsumparadiesen, die allerdings
hier weitaus stärker von der Einheimischen Bevölkerung genutzt werden als in
Friedlingen. Insbesondere Frischfleisch (entrecôtes)
sieht hier zwar grässlich aus, ist grässlich verpackt ... aber zart, schmackhaft
und günstig. Von Käse und Wein gar nicht zu reden .. obwohl ich den eigentlich
weiterhin aus der Schweiz beziehe:
Weinhandlung Saint Vincent, Hofstetten (SO, am Rande des Blauen [gemeint ist
der Berg dahinter, nicht die Besucher nach der Degustation], hat immer äusserst
mundige Spezialitäten, insbesondere von Farcolpo den sizilianischen Nero
d'Avola und den Primitivo aus Salento.
Apropos "1 Glas ist OK" ... da gibt's nun einen präziseren Massstab unter http://www.eins-ist-ok.ch/ Da verschätzt man sich. Für EIN MAL hat es doch einen Vorteil, etwas rundlich zu sein. Ich kann da ohne Risiko 2 Bierchen + 1/2 Liter Wein trinken, oder 1 Bierchen, 3 dl Wein, 1 Likör + 1 Schnaps ... heureka, nix mit eins ist OK.
Im übrigen ... hätte Gott wirklich gewollt, dass wir Wasser trinken, hätte er
dann 97% davon versalzt?
Martin Herzog, Inselstrasse 2, 4057 Basel. 21. Mai 2005
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* Betreffend Wohnsilos ergeben sich bei Städten
noch weitere interessante
Erkenntnisse:
Es dürfte bekannt sein, dass die Schweiz mit ca. 35% weltweit eine der tiefsten Eigentümerquoten hat, was Hauseigentum betrifft.
Eigentum: USA 2/3 , BRD 44%, Neue Bundesländer 26%,CH 1/3
Das Wohneigentum als Investition das eigentlich permanent und verlässlich Wertsteigerung brachte, wurde aber auch abgelöst durch eine Wirtschaftswelt in der Flexibilität, Arbeit auf Zeit, auf Abruf, Leasing, Zeitverträge, ständigen Arbeitsplatzwechsel, kürzere und unsicherere Anstellungsbedingungen dominieren. Vielleicht ist der tiefe Stand der Eigentumsquote in der Schweiz ja auch darauf zurückzuführen, dass hier die Mehrheit immer noch als Wirtschafts-Söldner vagabundiert und mit einem festen Wohnsitz zu sehr angebunden wäre.
Der Nachteil der hohen Eigentümerquote der USA zeigt sich grad heute (März 07). Wenn ein finanzieller Engpass droht, werden die Häuser rasch auf den Markt geworfen, zur Zeit 4 Millionen, was dann zu drastischen Preiseinbrüchen führen kann. New Century Financial, einer der grösseren Hypothekenfinanzierer, ist diese Woche bankrott gegangen ... Während die Immobilienpreise in den Städten steigen und steigen ... für Luxuswohnungen ... geht der Mittelstand ein.
Eine Aufteilung nach
Kantonen zeigt, dass dies mit der Dichte der Bevölkerung (und vermutlich den
sich daraus ergebenden höheren Bodenpreisen) zusammenhängt. Während auf dem Land
der Hausbesitz bis zum Doppelten des Schweizer Durchschnitts verbreitet ist,
spielen die Städte, insbesondere Basel, hier das Schlusslicht.
Städter sind also vorwiegend Mieter
(die von Vermietern ausgenommen werden).
Das erklärt die vorwiegend linke Haltung der Städter - aber auch die vorwiegend rechte der Landbevölkerung: Man fühlt sich, auch wenn es einem schlechter geht als den Städtern, als Kapitaleigentümer, auch wenn der einzige Besitz das Haus ist, das zudem in den meisten Fällen mehrheitlich eigentlich irgend einer Bank gehört. (von der wiederum die ausgenommen werden, die was zu vermieten haben).
Auch die Einstellung gegenüber der Allmend hat sich verschoben. War die Allmend ursprünglich eine Organisation gemeinsamer Nutzung gemeinsamer natürlicher Ressourcen, vor allem von Weide, Wald und Wasser, so ist die heutige Allmend der "service public", also gemeinsam genutzte und bezahlte ! Infrastruktur, inkl. Dienstleistungen - ohne Eigentumsanspruch.
Hier unterscheiden sich heute die Erfahrungen und Ansprüche von Stadt und Land natürlich substantiell, was der Hauptgrund dafür sein dürfte, dass Initiativen zum Mieterrecht, Bodenrecht etc. eins ums andere bachab gehen, da sie auf Grund heutiger städtischer Erfahrung verfasst, einer jedoch noch mehrheitlich ländlich denkenden Bevölkerung zur Abstimmung vorgelegt werden. Vor dergleichen eine reelle Chance erhält, muss das Verständnis über die Vorteile gemeinschaftlicher (wohl organisierter) Nutzung gegenüber Privatbesitz erst geschaffen werden. Der neoliberale Privatisierungstrend steuert hier immer noch in die Gegenrichtung - aber, wenn man sich bei Trends auf etwas verlassen kann, dann darauf, dass sie irgend wann zu ende gehen, wonach sie sich oft ins Gegenteil verkehren, weil, dank Herdentriebes und "volksnaher" Politik, wieder mal massiv übertrieben wurde.
Wie die
tragedy of the commons zeigt, lässt sich Allmend nicht ohne gemeinsame
Übereinkommen bewirtschaften. Sie kann also nicht einfach den Marktkräften
überlassen werden, sonst geht sie drauf.
In den letzten 35 Jahren hat die
Eigenheimquote zwar wieder stark zugenommen, was vor allem auf die Investition
der eigenen Pensionskassengelder + tiefstes Zinsniveau bei den Hypotheken
zurückzuführen ist. Die Verkleisterung der Landschaft mit Häuschen führt
allerdings dazu, dass die Attraktivität zunehmend sinkt. Der durchschnittliche
Preis für ein Einfamilienhaus liegt heute bei ca. 700'000, für eine
Eigentumswohnung bei 500'000. Preis- und Wertsteigerungen wie zu Grossvaters
Zeiten sind nicht mehr zu erwarten.
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| Was die Preisentwicklung von Immobilien betrifft, so nutzt sogar CASH-Value Nr. 10, 29. Sept. 2005, S. 10-11 eine seltsame Sprache: "Der Wert von Einfamilienhäusern .. ist seit 1981 um gut 70% gestiegen" - während die Graphik eben so eindeutig zeigt, dass diese 70% Steigerung bereits zwischen 1981 und 1989 erreicht wurden - und seither nichts mehr läuft. Die regionale Verteilung macht deutlich, dass diese Wertsteigerungen vor allem in den Städten und Agglomerationen stattfanden, während in ruralen Gegenden sogar eine Entwertung stattfand. Interessanterweise nicht mal primäre in den Alpen, sondern im grenznahen Jura. Der gelbrote Fleck links unten deckt sich ziemlich genau mit dem Kanton Fribourg, was zeigt, dass auch Mittelland nicht gleich Mittelland ist, sondern zwischen der Agglomeration Genf-Lausanne und Bern ein ziemlicher Graben herrschen muss.. | |