Basel: Strukturen, Funktionen und Entwicklung der Stadt |
Die Wahrheit liegt meist am Rande, nicht in der Mitte. (Henry Miller, amerikan. Schriftsteller, 1891-1980) |
0: Geschichte der Stadt Basel bis zur Reformation - seit der Reformation1: Die Strukturen der Stadt, photographisch erkundet, vom Rande her:Für einen Überblick von "innen" her s. Basler Zeitung online, www.onlinereports.ch & webjournal, das I-Portal für die Region |
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1- Dreiländereck, Klybeck, Wiese, Inselstrasse, 1b: Lange Erlen- Riehen, 2: Kleinhüningen, 2.1 Das "Abfallproblem" Kleinhüningens, 3: St. Johann-St. Louis, 4: St. Louis Grenze bis Allschwil, 5: Bachletten 6: Bruderholz, 7: Brüglingen-Breite. 8: Wettsteinbrücke-Hörnli-Bettingen // Wie sich das Hochhaus in die Stadt schlich. |

Die Matthäuskirche, Namensgeberin des Quartiers.

Gleich gegenüber liegt das Quartierzentrum.

Im Matthäusquartier gibt es jede Menge attraktiver alter Häuser und (relativ) ruhiger Seitensträsschen, obwohl das Quartier ans Zentrum angrenzt.


Es
gibt hier allerdings auch, genau wie in
Kleinhüningen, jede Menge architektonischer Katastrophen, das Alt und Neu
oft knallhart aufeinander prallen.
Obwohl
sich das gesamte Quartier westlich und östlich der Klybeckstrasse befindet,
nennt es sich Mathäus, bis hierhin, zur Dreirosenbrücke. Obwohl DAS
Ausländerquartier per se, auch Klein Istanbul genannt, weil ab und zu
Messerstechereien oder Schiessereien passieren sollen, weist es zwei der besten Wohnzohnen Basels auf, nämlich die Gegend um die Mathäuskirche und die
Bärenfelserstrasse, die in jahrelanger politischer Klein- und Kleinstarbeit zur
Wohnstrasse entwickelt wurde. (Eine ebenso spezielle innerstädtische Wohnzone
ist Bachletten, das als Kolonie der
Hobbits entstanden sein könnte.
Von
hier an, rheinaufwärts, wird der Untere Rheinweg auch zum idealen Flanierparcours
, .
... während dem er in
Klybeck, eingezwängt zwischen Bahngeleisen und Chemie, eingezäunt, allenfalls
daran zu erinnern vermag, dass sich die wirtschaftliche Freiheit selbst mit
Zäunen schützt - und ausgrenzt.
Matthäusstrasse,
mit schönen Beispielen für die Wohnqualität des Quartiers, womit ich nicht die
Parkplätze meine, sondern die gediegenen alten Bürgerhäuser mit den, nun im
Sommer voll blühenden kleinen Vorgärten.
Bärenfelser Wohnstrasse

Kandererstrasse

50% Ausländeranteil, enorm differenziert - und für die Komplexität eigentlich erstaunlich sauber und ruhig ... fast zu ruhig.
Dies eine Anlaufstelle die für Ruhigstellung zuständig ist, das städtische Sozialamt, Klybeckstr. 15, bei den einen, die bezahlen, verhasst, für die andern meist der letzte Anker.
Das, das da, die da, die müsste man in die Luft sprengen ... so ein Fahrgast, mit den Händen fuchtelnd im Tram zu mir, als ich frischer Einwohner von Basel war (Frühling 05) und noch nicht wusste, wer da haust (ich dachte natürlich, es handle sich um die Steuerverwaltung ...). Der erzürnte Fahrgast wollte es auch gar nicht sagen. Ein überdeutlicher Hinweis darauf, dass das Problem mit der Freiheit, Eigentum durch Zäune zu schützen, also auszugrenzen, noch nicht so ganz verstanden wird.

Dies das Ober-Quartierzentrum, präziser Kultur und Begegnungszentrum Union, ein weiteres Ruhigstellungszentrum, wo die verschiedenen Nationen ihre Kochkünste präsentieren dürfen, wo so extrem wichtige Kurse angeboten werden wie etwa Müssortieren. Dass die Verantwortlichen nicht selbst in einem Müllsack landen mit solchen Angeboten zeigt mehr als deutlich, dass die Ausländer ihrem schlechten Ruf oft leider gar nicht mehr gerecht werden sondern oft so ziemlich überangepasst enden. Umgekehrt traut sich hier offenbar niemand, bei Hauseigentümern zu protestieren, wenn die den Muldendienst im Wohnblock einstellen (ohne Kostenrückerstattung, denn offenbar war dies ja bis anhin durch die Miete bezahlt) und die Bewohner ihren Kehricht selbst und einzeln an die Strasse stellen, was zur Folge hat, dass nun dauernd Müll auf der Strasse steht, und ganz und gar nicht nur in offiziellen Beppi-Säcken.





Und sogar
das gibt's hier, einen Forstunternehmer ...
Und so
würde die Strasse vermutlich aussehen, liesse man Investoren und Architekten ans
Werk ... womit ich natürlich nicht die St. Josephskirche im Hintergrund meine.

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Clara ist mit
23 ha und 3740 Bewohnern das kleinste der Baselstädtischen Wohnviertel - und
leider nicht übermässig attraktiv, trotz Park und Kirche. Die zentrale Achse ist
die Hammerstrasse ... vor allem bekannt wegen der dort (Brantgasse) ansässigen
Erotiketablissements und privater SexanbieterInnen. Das dürfte vor allem an der
Nähe zur Messe liegen, denn Clara ist eingeklemmt zwischen Altstatt und dem
Messeschlauch, einer mittleren städtebaulichen Katastrophe, der sich auf
dem ehemaligen Bahnareal etabliert hat.
Hier geht das Sexgewerbe allerdings relativ unauffällig von statten, obwohl gerade während der Gastromessen beträchtlich "Personal" zusätzlich nach Basel geholt wird. Offener zeigt es sich zwischen Greifengasse und Kaserne, an Rheingasse, Webergasse und Ochsengasse, aber auch hier relativ unaufdringlich und unauffällig. Zustände wie an der Langstrasse in Zürich gibt es hier nicht.
Prostitution ist hier übrigens nichts neues, denn die war schon gang und gäbe zur Zeit der Konzilien, als sich die schein-heiligen Vertreter der Kirche in Provisorien auf der Lyss und extra dafür bereitgestellten Lusthäusern


Die
Hoch-Breit-und-Gross-Siedlung im Quadranten
Klingentalstrasse/Claragraben/Sperrstrasse/Hammerstrasse dürfte in etwa der
Vorstellung von Investoren über maximale Flächen- und Mieterausnutzung
entsprechen.
Klingentalstrasse,
im Hintergrund Mustermesse, ein Riegel, der das Quartier architektonisch,
verkehrsmässig, wirtschaftlich und sozial vom Quartier
Rosental abtrennt.
Schöne alte
Häuser an der Sperrstrasse, die allerdings bereits die Grenze zum
Matthäusquartier bildet.
Martin Herzog, Basel, 9.7.2005 / 7.8.2007