aus http://www.dfld.de/DFLD/index.htm :
Hier http://www.fluglaermschutz.ch/sonic/sonicx_graph.html#dezember04 sehen Sie allerdings, dass der statistische Wert leicht täuschen kann, denn nichts weckt und stört so heftig, wie ein kurzer Knall, ein Gong, ein Schrei ... ein Tram das über Weichen knattert, Lieferanten die über Blechrampen scheppern ... . In der Zeitreihe verschwindet die Art von Lärm aber. Die Darstellung des Fluglärmschutzes zeigt, dass die Belastungen in Schwamendingen und Kloten bis zu 80db (das Doppelte von 70!) und an einigen Orten sogar bis zu 90 db gehen, also dem vierfachen.
Zum Vergleich: Der Lärm an der Bahnhofstrasse in Zürich beträgt ca.. 65 db [http://www3.stzh.ch/internet/ugz/home/fachbereiche/ruheundlaerm/standortplan/bahnhofstrasse.html]


Die Graphik zeigt deutlich, dass die Schwamendinger mein Schicksal teilen und um 6 Uhr aus dem Bett geholt werden. Ruhe kehrt auch dort erst nach Mitternacht ein.


In Uetikon liegt der Schallpegel tagsüber um 10 db tiefer, es ist also nur halb so laut wie in Schwamendingen Ruhe kehrt bereits um 22 Uhr ein. Alledings heisst es auch hier um 6 Uhr: Nerv, raus aus dem Bett. Was dem Bauern früher Morgenröte und Hahnenschrei, ist dem Städter heute das Erwachen des Pendelverkehrs.

Der 13. dürfte auf einen Datenfehler (was die inverse Tagesgraphik vom 13. nahelegt), oder intensive Hellikopterbewegungen zurückzuführen sein.

Die Rheinfelder haben Glück. Sie werden erst um 10 geweckt, vermutlich durch das emsige Gewerbe, haben etwas Lärm zwischen 18 und 19 Uhr. Die Nachtruhe will sich nicht mehr so ganz einstellen, was an der ausgedehnten Industrie und am Kraftwerk liegt. [Es handelt sich hier um Badisch Rheinfelden].


Winterberg zeigt, dass es Ruhe heute fast nirgends mehr gibt. Auch hier herrscht Dauerbeschallung von mindestens 50 db. Allerdings sind die Spitzen kurz und mit 70 db doch noch erträglich. Die Winterberger sind offenbar Pendler, wachen zwischen 5 und 6 auf, und gehen zwischen 21 Uhr und 22-30 noch kurz in den Ausgang ... oder kommen, was vermutlich eher zutrifft, erst um diese Zeit aus der Stadt zurück, womit wir hier das typische Lärmprofil einer Schlafstadt hätten.
Lärmdiagramme wären also eine interessante Grundlage für soziologische Studien.
Versuchen wir's mal mit der Gemeinde, die am weitesten weg ist vom Flughafen und ausserhalb der Anflugschneisen, mit Kollbrunn:


Auch hier ein interessantes Diagramm. Die Nachtruhe hier ist goldig. 30 bis 40 db kriegen Sie heute nur noch an wenigen Orten, wenn Sie nicht auf die Alp auswandern. Dafür sind sie etwas weit weg vom wirtschaftlichen Geschehen und müssen bereits um 5 Uhr aus den Federn. Der Schallpegel tagsüber liegt bei 50, also dem, was für viele Städter bereits Nachtruhe bedeutet. Der Spitzenpegel von 70 bis 80 wird zwar auch erreicht, aber nur sporadisch und kurz - mit Ausnahme, auch hier, der verlängerten Ausgeh- oder Spätheimkehrerstunde von 21.00-22.30.
In der Stadt verschiebt sich diese Lärmhäufung leider auf 24.00 bis 24.30.
"Die Stadt die niemals schläft" erklärt sich also leicht: Bei 70 bis 80 db kann sie das einfach nicht mehr.
Beispiele:
10: Atmen, Hörschwelle
20 db: Blätterrascheln, Schallisoliertes Rundfunkstudio
Normaler Lebensbereich:
30 db: Schlafzimmer (wenn Sie weit draussen auf dem Land wohnen ...)
40 db: flüstern, Leseraum
50 db: gedämpfte Umgangssprache, Wohnzimmer
60 db: Büro,Unterhaltung
70 db: lautes Rufen, Töff,
80 db: Hobel, Fräse, Werkzeugmaschine
90 db: Schwerer Laster. Kann als Dauerlärm zu Gehörschäden führen.
100 db: Diskothek
110: Hubschrauber
120: Rockkonzert, Motorsäge max.
130 db: Schmerzgrenze
144 db: Frachtraumschiff Jules Verne
beim Start. Für Menschen tödlich, für Maschinen gefährlich, weshalb das
Raumschiff darauf getestet werden muss.
170 db: Sturmgewehr am Ohr des Schützen (ohne Gehörschutz natürlich)
M. Herzog, Basel, 4.7.05

Kleinhüningen ist eine 65/55 db Wohn-Gewerbezone, voll umrundet von einer fast geschlossenen 70/60 db Industriezone.

