Der Vergleich Basels mit andern Agglomerationen der Schweiz

http://www3.stzh.ch/internet/stat/home/publikationen/spezial-publikationen/2005_A_005.ParagraphContainerList.ParagraphContainer0.ParagraphList.0002.File.pdf/A_05_2005.pdf

< Die Entwicklung von Stadt und Land - am Beispiel Basels. Basel-Stadt wächst in den Vororten und Nachbarkantonen.

Die 15 grössten Städte der Schweiz:
Rang Gemeinde Einwohner
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
Zürich
Genf
Basel (nur Stadt)
Bern
Lausanne
Winterthur
St. Gallen
Luzern
Biel
Thun
Köniz
La Chaux-de-Fonds
Freiburg
Schaffhausen
Chur
363273
177964
166558
128634
124914
  90483
  72626
  59496 (mit Emmen, Litau und Ebikon allerdings 113632)
  48655
  40377
  37782
  37016
  36547
  33628
  32989

Definition Agglomeration:

Eine Agglomeration besteht aus einer Kernstadt und verschiedenen umliegenden Gemeinden, den Vorortsgemeinden. In einer Agglomeration müssen mindestens 20 000 Einwohnerinnen und Einwohner leben.

Zürich ist heute die grösste Agglomeration der Schweiz, gefolgt von Genf-Lausanne. Allerdings sind hier die grenzüberschreitenden Beziehungen und die Pendler nicht berücksichtigt.


 

Zürich dominiert in der Schweiz klar, was Stadt, Vorortsgürtel und Agglomeration betrifft. Alle drei weisen einen positiven Wachstumssaldo der Entwicklung 1970-2000 von 267'000 auf, ein Total von 2.2 Millionen, womit ein Drittel der Schweizer Bevölkerung in der Agglomeration Zürich wohnt, (grauenhafte) Tendenz steigend.

Die Gründe sind aber ebenfalls aus nebenstehender Graphik ersichtlich. Die Agglomeration von Genf und Lausanne drohen die Genferseeküste mit ihren Rebbergen zu usurpieren, also die Landschaft völlig zu versauen, und die Agglo Basel scheint voll, da findet seit 30 Jahren kaum mehr Zuwachs statt.

Natürlich wird auch die Landschaft um Zürich versaut. Da aber die dort herrschende SVP wie ihr kleiner Bruder die FDP findet, Baubewilligungen seien eh ein überflüssiges Hinderniss für mehr Wachstum, versucht man den Trend eher noch zu verstärken als zu bremsen.

 


 

Allerdings wächst auch Zürich nicht mehr in der Stadt, sondern am Rande. Das Wachstum der Stadtbevölkerung stagniert seit 1980, da auch hier der höhere Wohnraumanspruch das zusätzliche Angebot aufsaugt. Am stärksten ist der "Die-Stadt-ist-voll-Effekt" in Basel und Bern.

 


 


 

In den Deutschweizer Grossstädten – in Zürich, Basel und Bern – nahmen die Zahlen der Personen, die im obersten Management arbeiten, in den vergangenen zwanzig Jahren stark zu. In Zürich verdreifachte sich die Zahl dieser Berufsleute beinahe (+189,5%) – eine Bestätigung dafür, dass Zürich das wirtschaftliche Zentrum der Schweiz ist. In Genf, der Grossstadt, die 1980 – obwohl dazumal nicht einmal halb so gross wie Zürich – am meisten Managerinnen und Manager auswies, ging deren Anteil im gleichen Zeitraum um gut achtzehn Prozent zurück. In Lausanne blieb deren Anteil nahezu konstant (+1,3%).

 Problematisch bei den sozioprofessionellen Kategorien ist allerdings die sehr grosse Zahl von Erwerbstätigen, die aufgrund der Ergebnisse der Volkszählung 2000 keiner Kategorie zugeordnet werden konnten. Lag diese Quote 1980 noch zwischen 0,9 Prozent (Genf) und 2,5 Prozent (Basel), stieg sie 2000 in allen Grossstädten auf deutlich mehr als zehn Prozent, in Genf erreichte sie gar 17,2 Prozent.

Schwach ist Basel im Ausbau akademischer Berufe, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass Basel als Universitätsstadt eh einen hohen Bestand an Akademikern hat - allerdings auch hier nicht in dem Ausmass wie Zürich.

Deutlich wird hier das Problem der einfachen Arbeiter, manuell oder nicht, qualifiziert oder nicht. In Basel, im Gegensatz zur Gesamtschweiz, sogar die Anzahl qualifizierter nichtmanueller Arbeit abgenommen.  Die könnten allerdings zum grossen Teil durch Grenzgänger ersetzt worden sein. (> 30'000 alleine in Basel-Stadt, + > 12'000 in Agglomeration.)


 

Das grösste Vorortswachstum weist Genf auf, gefolgt von Lausanne, Zürich, Bern, Basel.


 

Auch das stärkste Agglomerationswachstum findet sich in Genf - und auch hier ist Basel am untern Ende, denn auch der ist bereits massiv überbaut hier.


Martin Herzog, Basel, 21. Juli 2005